Ich bin der Zorn – Ethan Cross

In einer Strafanstalt in Arizona ereignet sich ein blutiger Amoklauf, bei dem ein Gefängniswärter scheinbar wahllos mehrere Häftlinge erschießt. Es stellt sich heraus, dass der Wärter von einem psychopathischen Killer erpresst wurde, der sich Judas nennt. Daraufhin ermittelt Marcus Williams außerhalb der Gefängnismauern und sein Bruder, der berüchtigte Serienkiller Francis Ackerman jr., undercover unter den Häftlingen. Doch der Judaskiller verfolgt weitaus größere Ziele, als nur ein paar Morde und bezieht sie schnell in sein Spiel mit ein.

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Wie bereits bei den vorherigen Büchern dieser Reihe, ist das Buch schlicht einfarbig mit Prägedruck von Buchtitel und Autor gestaltet. Ansprechend finde ich dabei, dass der Buchschnitt in der gleichen Farbe gestaltet ist, wie das Cover. Das gibt dem Buch trotz Schlichtheit ein besonderes Aussehen.

Mit „Ich bin die Nacht“ legte Ethon Cross 2013 den Grundstein für die „Shepherd“-Reihe rund um den Ermittler Marcus Williams und sein Team. Es folgten „Ich bin die Angst“ und „Ich bin der Schmerz“.

Mit „Ich bin der Zorn“ ist der nun schon vierte Thriller dieser Reihe erschienen, den ich gelesen habe, ohne die anderen Bücher zu kennen. Beim Lesen hatte ich oft den Eindruck, dass mir die Vorgeschichte fehlt, auch wenn zur Erklärung immer mal auf Vergangenes zurückgegriffen und erläutert wird. Ich habe den Eindruck, dass es besser ist dieses Buch erst dann zu lesen, wenn man auch die anderen Teile kennt. Vielleicht wächst man dann eher mit den handelnden Personen zusammen, indem man sie über die einzelnen Bücher besser kennen lernt und ihr Handeln nachvollziehen und einschätzen kann.

So konnte ich für manche Protagonisten erst gegen Ende des Buches Verständnis oder sogar Sympathie aufbringen. Beim Lesen konnte ich oft nur mit dem Kopf schütteln und mit den Augen rollen. Mir liegen Superhelden und Alleskönner nicht und nach einigen Absätzen blieb mir als Gesamteindruck nur das Wort „unglaubwürdig“ übrig, weil die Handlung nicht nachvollziehbar oder dermaßen übertrieben und actionlastig war, dass es mir einfach zu viel wurde. Immer wieder ließ mich das beim Lesen innehalten, was meinen Lesespaß störte.

Den Schreibstil fand ich holprig und hatte das Gefühl, dass die Übersetzung an einigen Stellen nicht so richtig gelungen war. Auch fielen mir einige Wiederholungen unangenehm auf. So knackt beispielsweise Marcus Williams recht oft mit seinen Halswirbeln und man fragt sich als Leser irgendwann nur noch, was daran so wichtig sein kann, dass der Autor es immer wieder betonen muss.

Erschreckend gut beschrieben fand ich hingegen die kranken Gedankenwelten der hochgradig gefährlichen und brutalen Killer. Auch blutrünstiges dahinmetzeln wurde so bildhaft beschrieben, dass man sogar die geschilderten Gerüche beim Lesen in der Nase hatte.

So waren immer auch Passagen dabei, die spannend waren und bei denen ich den Thriller nicht aus der Hand legen mochte, auch wenn er mich insgesamt nicht begeistern konnte. Ich kann das Buch daher nur eingeschränkt und vor allem den Lesern empfehlen, die auch schon die drei vorherigen Bücher dieser Reihe gerne gelesen haben.


Ethan Cross
Ich bin der Zorn [Bei diesem Link handelt es sich gemäß § 2 Nr. 5 TMG um Werbung]
Taschenbuch, 495 Seiten
ISBN: 978-3-404-17421-8
€ 10,90
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 11.11.2016

Das Manuskript wurde mir freundlicherweise über die Lesejury zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle nochmal recht herzlich bedanke.

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Über Yvonne

Glücklich verbandelt, fotografiebegeistert und am liebsten katzenunterstützt lesend :)
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