Im Vollbesitz des eigenen Wahns – Hilary Mantel

In dem Roman „Im Vollbesitz des eigenen Wahns“ befinden wir uns in den 1980er Jahren – genau 10 Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängerbuches „Jeder Tag ist Muttertag„.

38_Im Vollbesitz des eigenen WahnsBeide Bücher sind so aufgebaut, dass man sie auch unabhängig voneinander lesen könnte. Am Ende des ersten Buches bleiben wenige Fragen offen, die jedoch nicht so gravierend sind, dass man sie nicht auch einfach unbeantwortet lassen könnte. Im zweiten Buch werden Teile des ersten aufgegriffen und zum besseren Verständnis der Geschichte kurz erläutert.

Während „Jeder Tag ist Muttertag“ mich unter anderem durch die schaurige Stimmung und die Schockmomente auf seine besondere Art für sich einzunehmen wusste, konnte im Anschluss daran „Im Vollbesitz des eigenen Wahns“ die hohe Erwartungshaltung nicht erfüllen. Irgendwann war die Handlung nur noch zu sehr konstruiert, Gedankengänge zu abstrus so dass letztlich von allem ein bisschen zu viel da war und die Geschichte vergaloppierend von ihrem skurrilen Charme einbüßte. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Roman an Wert gewinnt, wenn man ihn losgelöst vom ersten Buch liest, da er durchaus seinen Unterhaltungswert hat. „Im Vollbesitz des eigenen Wahns“ kann jedoch nicht mit dem gänzlich anders gearteten „Jeder Tag ist Muttertag“ mithalten.

Wer „Jeder Tag ist Muttertag“ noch lesen möchte, der sollte die nachfolgende Inhaltsangabe ignorieren, da sie SPOILER enthält.

In Muriels Elternhaus lebt mittlerweile Colin Sydney mit seiner Familie. Vor allem ihn und die Sozialarbeiterin Isabel Field macht Muriel für die Geschehnisse von vor zehn Jahren verantwortlich. Der verheiratete Colin und Isabel waren einst ein Liebespaar. Doch Isabel gab damals nicht nur Colin, sondern auch ihren Beruf auf, während Colin in seine trostlose Ehe zurückkehrte. Inzwischen haben sie angesichts pflegebedürftiger Eltern, renitenter Teenager, einer schwangeren Tochter und fremdgehender Partner längst resigniert. Dagegen ist Muriels Energie ungebrochen. Auch wenn sie sich selbst als verrückt und dumm bezeichnet, legt sie eine bemerkenswerte Kreativität an den Tag, um Rache zu üben. Sie schlüpft in unterschiedliche Rollen und schleicht sich in beider Leben ein, ohne dass sie erkannt wird. Erschöpft vom alltäglichen Wahnsinn, ahnen Colin und Isabel nicht, dass sie längst nicht mehr allein über ihr Leben bestimmen.

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Hilary Mantel
Im Vollbesitz des eigenen Wahns
Übersetzung: Werner Löcher-Lawrence
Original: Vacant Possession, Chatto & Windus Ltd.
Hardcover, 288 Seiten
ISBN: 978-3-8321-9832-9
€ 23,00 [D]
Verlag: Dumont Buchverlag
Erschienen: 15.08.2016

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Über Yvonne

Glücklich verbandelt, fotografiebegeistert und am liebsten katzenunterstützt lesend :)
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