abc.etüden: Frage.zeichen

Die letzten Gäste hatten die Wohnung verlassen und sie blickte kurz auf den Tisch – dort war nichts, was nicht auch noch ein wenig warten konnte, bis es weggeräumt werden konnte. Mit einer Hand schob sie das Insektenvlies zur Seite und ging auf den Balkon. Es war längst dunkel geworden, nur das Licht aus dem Wohnzimmer schien durchs Fenster.

Die Nacht war schwül, die Ruhe himmlisch. Genüsslich ließ sie sich in den Gartenstuhl sinken und streckte zufrieden alle Viere von sich. Sie freute sich über den gelungenen Abend und war ganz in Gedanken als es hektisch und rasend schnell an ihrem Balkon vorbeiflatterte, eher noch vorbei schoss. Schon öfter hatte sie das Tier wahrgenommen und vermutete, dass es sich dabei um eine Fledermaus handelte, auch wenn sie sich kaum vorstellen konnte, dass diese Tiere hier mitten im Wohngebiet anzutreffen sein sollten. Oder gab es vielleicht Vögel, die nachts blitzschnell unterwegs waren?

Der nette Biologe, den ihre Freundin heute mitgebracht hatte und der als letztes ihre Party verlassen hatte, würde ihr sicherlich verraten um welche Spezies es sich handelte. Gleich morgen würde sie ihn um Rat fragen und ihr fielen sicherlich auch noch einige andere Fragen ein.


Bei den abc.etüden geht es darum, 3 Worte in einer Geschichte unterzubringen, die maximal 10 Sätze umfasst. Dieses Mal: Fledermaus, schwül, verraten.

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Über Yvonne

Glücklich verbandelt, fotografiebegeistert und am liebsten katzenunterstützt lesend :)
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8 Antworten zu abc.etüden: Frage.zeichen

  1. Christiane schreibt:

    Also, wenn du da einen Biologen zur Hand hast, das würde mich auch interessieren, ob das IMMER Fledermäuse sind, wenn es spätabends so um mich/über mir herumflattert und -schießt. Ich glaube, ja – und ich meine ganz sicher nicht den Vogelzug, die sind viel zu hoch.
    Schöne Geschichte, ich war sofort drin, ich kann mir das sehr gut so vorstellen.
    Liebe Grüße
    Christiane

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    • Yvonne schreibt:

      Einen Biologen habe ich nicht parat, aber Google meint, dass das tatsächlich Fledermäuse sein können und die fliegen wohl auch manchmal zu Scharen in Wohnungen. Das ist mir glücklicherweise noch nicht passiert 🙂

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  2. fundevogelnest schreibt:

    Fledermäuse sind in Wohngebieten zum Glück gar nicht so selten, aber ich finde auch sie werden – zumindest hier – weniger…
    Wenn sie so nah sind, dass sie um dich rumflattern, sind es bestimmt Fledermäuse.
    Mauersegler fliegen höher, Käuzchen eigentlich auch.
    Natalie

    Gefällt 2 Personen

    • Yvonne schreibt:

      Ich frage mich nur, wo sie sich tagsüber in Wohngebieten ‚verstecken‘. Hier scheint in der Nähe kaum eine Unterschlupfmöglichkeit zu sein.

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      • fundevogelnest schreibt:

        Sie schlupfen gern in Spalten unterm Dach, in Schuppen o.ä, „zusammengefaltet“ sind die hiesigen Fledermausarten winzig, ich habe mal eine tote gefunden, die war etwa daumengroß (und ganz flauschig)
        Im Schrebergarten habe ich einen extra Fledermauskasten angebracht, in dem Hummeln wohnen, die Fledermäuse schlafen irgendwo anders.
        Trotzdem sind Fledermauskästen oder bei Neubauten Fledermausziegel sehr sinnvoll, denn die aus anderen Gründen sehr sinnvolle Fassadendämmung macht ihnen das Leben schwer

        Gefällt 2 Personen

      • Yvonne schreibt:

        Schön, dass du dich so einsetzt und zumindest die Hummeln wissen das bestimmt zu schätzen. Das ist doch auch schon was. Fledermausziegel kannte ich auch noch nicht. Ich würde mir wünschen, sie ganz oft auf Dächern entdecken zu können 🙂

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    • Werner Kastens schreibt:

      Bei uns im Ort haben wir noch recht viele Fledermäuse.Man sagt: ein wichtiger Indikator für eine gesunde Umwelt. Vor allem in der Nacht kannst Du sie beobachten, tagsüber kaum eine Chance.

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      • Yvonne schreibt:

        Ich würde sie gerne beobachten, aber wenn sie so rasend schnell und teilweise ruckartig im Dunkeln an meinem Balkon in der ersten Etage vorbeischnellen, kann ich sie mit meinem Auge kaum erfassen. Aber ich freue mich dennoch darüber – allein zu wissen, dass es sie gibt und sie ein Stück Lebensraum in der für sie begrenzten menschlichen Welt gibt, lässt ein wenig hoffen.

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