Das Vorsorge-Set + Das Nachlass-Set

Mir geht es gut oder besser gesagt, mir geht es derzeit gut. Aber es gab auch schon andere Zeiten. Zeiten, die es zwar noch nicht nötig machten, dass eine Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht oder gar eine Patientenverfügung sinnvoll gewesen wäre, aber dennoch beschäftigt mich immer mal wieder der Gedanke: „Was wäre wenn…“ Mit den Gedanken an Lebensumstände, in denen ich selbst nicht mehr entscheiden kann, beschäftige ich mich nicht gern, aber wer mag das schon. Umso bedrohlicher finde ich das ganze, wenn ich nicht weiß, was ich im Vorfeld für welche Situation im Vorfeld bedenken sollte, festlegen und verfügen kann, nicht zuletzt um es den mir nahe stehenden Personen etwas leichter zu machen, wenn Unschönes für mich entschieden werden muss. Immer wieder wollte ich das in den vergangenen Jahren angehen, fragte Google bereits einige Male um Rat und übte mich doch immer nur erfolgreich in der Kunst der Prokrastination. Doch als ich in diesem Sommer auf „Das Vorsorge-Set“ und „Das Nachlass-Set“, herausgegeben von der Stiftung Warentest aufmerksam wurde, beschloss ich das endlich zu ändern und kaufte mir die beiden DIN A 4 großen und jeweils 144 Seiten starken Bücher in der überarbeiteten Fassung von Januar/Februar dieses Jahres.

31_Das Vorsorge- und Nachlass-Set

Ich startete mit dem Vorsorge-Set, das mit einer Kurzübersicht beginnt, in der aufgeführt ist, was in welchem Fall notwendig und sinnvoll ist. Anschließend gibt ein Kurzratgeber einen ersten Überblick darüber, was Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung leisten, in welcher Lebenssituation welche rechtliche Vorsorge ein Muss ist und welche ratsam ist. Es folgen ein ausführlicher Wegweiser durch die Vorsorgevollmacht, mitsamt einer Ausfüllhilfe für die zum Heraustrennen im Anhang beigefügte Vorsorgevollmacht und einer Ausfüllhilfe für die ebenfalls beigefügte Innenverhältnisregelung. Weiter geht es mit der Bankvollmacht, dem Eintrag ins Vorsorgeregister und den Überlegungen, wann ein Gang zum Notar sinnvoll ist.

In ähnlicher Weise wird auch über die Betreuungsverfügung und die Patientenverfügung informiert und durch die ebenfalls beigefügten Formulare geführt. Dabei wird auch das Thema Organspende kurz aufgegriffen, bevor das Testament, inklusive einiger Formulierungsbeispiele beleuchtet wird. Zum Schluss finden noch die Sorgerechtsverfügung für Kinder und der Digitale Nachlass Erwähnung. Die einzelnen Themen sind gut verständlich, mit hilfreichen Tipps und Internetadressen versehen, so dass ich mich nach Durcharbeiten des Buches gut beraten fühlte und in viele bisher dunkle Bereiche dieser Themengebiete Licht bringen konnte. Außerdem heftete ich nach und nach immer mehr dieser ausgefüllten und inzwischen bereits überwiegend unterschriebenen Formulare in einen speziell dafür angelegten Ordner, nahm ersten Schriftkram in Angriff und sprach vieles mit meinem Lebenspartner durch.

„Das Nachlass-Set“, in dem das Testament mitsamt Vermögensübersicht, der Digitale Nachlass und die Bestattungsverfügung mitsamt zugehöriger Formulare (soweit möglich) thematisiert sind, bearbeitete ich im Anschluss. Das Testament und der Digitale Nachlass wird in diesem Set etwas ausführlicher behandelt, so dass ich hier nicht das Gefühl hatte, erneut das gleiche zu lesen. Und auch in dieser Ausgabe fand ich hilfreiche Tipps und Internetadressen, so dass sich auch dieses Set für mich gelohnt hat.

Die vergangenen Monate waren dank der Beschäftigung mit diesen ernsten Themen nicht einfach für mich und haben mich einiges an Kraft gekostet. Die Vorstellung, dass ich irgendwann nicht mehr selbst für mich entscheiden kann, gruselt mich, aber ich möchte auch, dass dann jemand die Verantwortung für mich trägt, der das will und nicht weil er gerichtlich dazu bestimmt oder dafür bezahlt wird. Auch entscheide ich dank einer Patientenverfügung lieber im Ernstfall selbst für mein Ableben, als diese Entscheidung meinen Liebsten aufbürden zu müssen. Derzeit bin ich noch mit den letzten Formularen und Schriftstücken beschäftigt, während meine Gedanken außerdem noch um einige organisatorische Dinge kreisen.

Mir haben „Das Vorsorge-Set“ und „Das Nachlass-Set“ sehr gut dabei weitergeholfen einige Zusammenhänge und Vorgehensweisen in Notfällen zu verstehen oder überhaupt erst kennen zu lernen. Dadurch, dass ich der Reihe nach die Themen durchgegangen bin und teilweise die beigefügten oder heruntergeladenen Formulare ausgefüllt habe, erhielt ich nach und nach eine umfangreiche Zusammenstellung, in der für verschiedene Notfälle die wichtigen Formulare und Schriftstücke zu finden sind. Da ich arm wie eine Kirchenmaus bin und meine Lebensverhältnisse recht einfach gestrickt sind, wird das ausreichen, so dass ich nicht einen Notar zur Absicherung in Anspruch nehmen muss. Glücklicherweise wird in beiden Büchern auch erwähnt, wann das sinnvoll, bzw. unbedingt notwendig ist. Wer sich bisher, so wie ich, vor der Beschäftigung mit der Patientenverfügung, dem Testament, der Betreuungsverfügung, der Vorsorgevollmacht oder der Bestattungsverfügung gescheut und kaum beschäftigt hat, dem kann ich diese beiden Sets wirklich empfehlen und – wenn alles geklärt und geregelt ist – das Leben weiter zu feiern!



Ruth Bohnenkamp, Simone Weidner
Das Vorsorge-Set [Werbung]
Patientenverfügung, Testament, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht
144 Seiten, Buch
ISBN: 978-3-86851-293-9
€ (D) 14,90
Verlag: Stiftung Warentest
Erschienen:  23. Januar 2018



Sophie Mecchia, Michael Sittig
Das Nachlass-Set [Werbung]
Testament, Vermögensübersicht, Digitaler Nachlass, Bestattungsverfügung
144 Seiten, Buch
ISBN: 978-3-86851-293-9
€ (D) 14,90
Verlag: Stiftung Warentest
Erschienen:   20. Februar 2018

 

 

 

 

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Über Yvonne

Glücklich verbandelt, fotografiebegeistert und am liebsten katzenunterstützt lesend :)
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4 Antworten zu Das Vorsorge-Set + Das Nachlass-Set

  1. Christiane schreibt:

    Das ist sehr interessant. Das Thema taucht in meinem Freundeskreis auch immer wieder mal auf, und ich habe mich bisher erfolgreich davor gedrückt. Jetzt weiß ich wenigstens, wo und wie ich anfangen sollte.

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    • Yvonne schreibt:

      Mich hatten die Infos aus dem Netz irgendwie überfordert und ich wollte auch auf dem aktuellen Stand sein, wenn ich mich schon damit auseinandersetze. Die beiden Sets sind gut verständlich geschrieben und führen einen wirklich gut durch die Themen. Aber bei komplexeren Lebens- und Vermögensverhältnissen ist der Notar dennoch ratsam. Aber durch die Sets bekommt man einen guten Überblick und kann sich ganz in Ruhe „einarbeiten“.

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  2. Myriade schreibt:

    Ich habe gerade erlebt, was für ein Riesenaufwand an Bürokratie und Sonstigem ein Todesfall bedeutet, sogar wenn es ein unumstrittenes Testament gibt. Ja, man sollte unbedingt Vorsorge treffen, leider habe ich es noch nicht geschafft, mich damit zu beschäftigen. Danke für die Motivation

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    • Yvonne schreibt:

      Auch die Vorsorge ist recht aufwändig, da man für die ein oder andere Sache einfach auch etwas länger braucht. Da will will überlegt sein, aber man hat halt in der Regel den Vorteil, dass man nicht unter Zeitdruck steht – das sieht im Ernstfall für die Hinterbliebenen ganz anders aus. Selbst wenn sich das bewusst macht, ist es gar nicht so einfach, sich mit Themen zu befassen, bei denen man sich sich selbst in absoluten Krisen- und Härtefällen vorstellen muss. Aber es fühlt sich gut an, wenn man es einmal in Angriff genommen hat. Ich sende dir einen lieben Gruß und wünsche dir, dass du bald etwas zur Ruhe kommst und Zeit findest, mit deiner Trauer umzugehen.

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