Kulinarische Weltreise: Vietnam

Die vietnamesische Küche ist historisch bedingt stark von der chinesischen Küche beeinflusst und weist im Süden Vietnams auch Einflüsse der Thai, der Khmer sowie der indischen Küche auf. Darüber hinaus hat der Buddhismus zu einer reichhaltigen Vielfalt vegetarischer Gerichte beigetragen. Als Grundnahrungsmittel werden in Vietnam Reis und Reisnudeln und eine große Anzahl verschiedener Gemüse gegessen. Fisch und Fleisch spielen in der Massenernährung zwar eine untergeordnete Rolle, aber es gibt eine Vielzahl möglicher Fleischgerichte, die fast alle genießbaren Tiere und einige Insektenarten einschließt. Und so war ich einfach froh und dankbar, dass auch dieses Mal eine Vegetarierin mit am Tisch saß – wir sind insgesamt 4 Personen – und uns ein fleischloser (und vor allem krabbelfreier) geschmacklicher Eindruck von Vietnam bevorstand 😉

Bekannt ist Vietnam für Frühlingsrollen, die normalerweise in geselliger Runde von jedem Gast selbst mit den auf dem Tisch bereitgestellten Zutaten in Reisteigblätter eingerollt werden. IMG_2469_kleinUnsere Vietnamesischen Sommerrollen wurden zwar vom Herzbuben und der Vegetarierin zu zweit in der Küche gerollt, waren aber sicherlich nicht weniger lecker. Dafür wurden 50 g gehackte Erdnüsse, 1 in feine Streifen geschnittene Möhre, etwa eine handvoll in feine Streifen geschnittene Salatgurke, etwa eine handvoll Mungo-Bohnen-Keimlinge, etwa eine handvoll Reisnudeln (nach Packungsanweisung zubereitet), 2 fein geschnittene Frühlingszwiebeln, je einen Viertel Bund fein gehackten Koriander und Basilikum, eine fein gehackte Chilischote, Sojoasauce, Zitronensaft, Salz und Pfeffer vermengt. 12 runde Blätter Reispapier mussten kurz in kaltem Wasser einweichen. Danach wurde je ein Blatt im unteren Drittel mit etwas Füllung belegt und der untere Teil des Reispapiers eingeschlagen, anschließend die Seiten darüberklappen und einrollen. Genossen werden die Rollen mit einer Saté-Sauce aus 100 g Sweet-Chili-Sauce, 150 g Kokosmilch, einem halben Glas stückiger Erdnussbutter und einem Schuss Soja-Sauce. Bei Bedarf wird das Ganze noch mit etwas Wasser verdünnt und kurz aufgekocht.

Danach gab es Dau Hu Sot Ca – also Tofu in Tomaten-Pfeffer-SauceIMG_2471_kleinDazu wird zunächst 800 g in etwa 1 cm große Würfel geschnittener Tofu, ein 1 cm großes fein gehacktes Stück Ingwer, 4 gehackte Knoblauchzehen, eine rote fein gehackte Chili, ein kräftiger Schuss Soja-Sauce vermengt und etwa eine halbe Stunde ziehen gelassen. Danach in heißem Öl gut anbraten und herausnehmen. In der Pfanne eine in dünne Streifen geschnittene Zwiebel anbraten, 2 Dosen stückige Tomaten, 3 grob gewürfelte Roma-Tomaten, 1 TL grober schwarzer (oder bunter Pfeffer), 2 TL Soja-Sauce, nach Geschmack ein wenig Salz zugeben und etwa 10 bis 15 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce sich eindickt. Den gebratenen Tofu und 5 fein geschnittene Frühlingszwiebeln zufügen. Nachmal kurz aufkochen und mit Jasmin-Reis servieren.

Als Dessert gönnten wir uns Bánh chuối (Bananenpfannkuchen). IMG_2476_kleinDazu wird aus 250 g Mehl, 2 EL Zucker, einer halben Packung Backpulver und etwas Wasser ein dickflüssiger Teig hergestellt. Eine Süßkartoffel schälen, reiben und untermengen. Zwei reife Bananen (keine Kochbananen!) in etwa 1cm dicke Scheiben schneiden. Für jedes Pfannküchlein eine Bananenscheibe in den Teig tauchen, so dass sie mit Süßkartoffelstreifen und Teig umhüllt ist. Dann beidseitig in einer tiefen Pfanne mit reichlich Öl bei mittlerer Hitze goldgelb ausbacken.

Fazit: Ich bin nicht gerade eine Tofu-Liebhaberin, aber Dau Hu Sot Ca hat mich eines besseren belehrt – das würde ich sofort wieder und gerne noch öfter essen. Dass ich Saté-Sauce mag, war für mich hingegen keine Überraschung, aber diese hier ist göttlich ❤

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