Frisch auf dem Buchmarkt: November 2020

Unter den Neuerscheinungen im Monat November gibt es wieder einiges Interessantes zu entdecken. Mal leuchtet der Mond hell über der Arktis, dann wird in fremden Tagebüchern gelesen, es gibt eine faszinierende Reise in die innere und äußere Wildnis von Menschen und Tigern, man kann eine dicke Frau und ihren kleinwüchsigen Geliebten erleben, feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen, wird in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen als auch der amerikanischen Geschichte geführt, erfährt von einer Frau, die mit dreißig aufhört zu altern, verfolgt die größte Arktisexpedition aller Zeiten, durchlebt die Welt der Online-Rollenspiele und kann mit Roger Willemsen unterwegs sein.

Aber schaut selbst:

02.11.2020: Das Lied der Arktis [Werbung] von Bérengère Cournut: Der Mond leuchtet hell über der Arktis, als das Eis bricht und Uqsuralik von ihrer Familie trennt. Auf einen Schlag ist sie vollkommen allein in der ewigen Polarnacht. Ihr einziger Schutz ist ein Bärenfell, und sie weiß: Sie darf niemals stehen bleiben. Zwischen Fjorden und Eisbergen lernt sie die Sprache der Natur, den Robben nachzuspüren und die Geister zu fürchten. Nach Tagen der Einsamkeit begegnet sie einer anderen Nomadenfamilie und schließt sich der Gemeinschaft an. Doch was zunächst als Rettung erscheint, birgt neue unvorhersehbare Gefahren.

02.11.2020: Stand spät auf, legte mich aber wieder hin [Werbung] von Rainer Wieland: Arthur Schnitzler nannte es einen „Spucknapf meiner Stimmungen“: das Tagebuch. Denn es erzählt von persönlichen Triumphen und Enttäuschungen, hochfliegenden Plänen und erotischen Fantasien, es ist Beichtstuhl und Ideenspeicher zugleich. Das Tagebuch muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Und vielleicht gehören deshalb so viele zum Schatz der Weltliteratur: Von Samuel Pepys, den Brüdern Goncourt, Christoph Kolumbus, Lew Tolstoi, Franz Kafka und Virginia Woolf bis zu Thomas Mann, Andy Warhol und Martin Walser – alle großen Tagebuchschreiber werden in dieser ultimativen Sammlung zu Wort kommen. Über 1000 Fundstücke voller Einsichten und Indiskretionen von mehr als 160 Autoren hat Rainer Wieland zu einem einzigartigen Buch komponiert: 500 Jahre Tagebücher in einem großen Diarium, das sich über 365 Tage von Neujahr bis Silvester erstreckt.

02.11.2020: Tiger [Werbung] von Polly Clark: Eine faszinierende Reise in die äußere und innere Wildnis von Menschen und Tigern. Für Frieda, eine englische Primatenforscherin, sind Tiger nichts als wilde Tiere, ihr fremd in ihrer rohen Aggression. Aber seit sie in einem kleinen Zoo in Devon arbeitet, begegnet sie den Wildkatzen täglich. Nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren; dann, sie zu verstehen, und schließlich, sie zu lieben. Durch sie lernt sie einen Teil von sich selbst neu zu entdecken und begibt sich auf eine Reise, die sie bis nach Sibirien führt, wo ihr eigenes Schicksal sich mit dem von Tomas, einem einsamen Mann in den Wäldern der Taiga, der kleinen Sina, einem wilden Mädchen, und dem der Tiger auf überraschende Weise verbinden wird. Eine lyrische, abenteuerliche, sinnliche, schlicht gewaltige Geschichte von einem Mann, einer Frau und einem Kind, deren heimlich miteinander verknüpfte Leben tief im Zeichen des Tigers stehen.

03.11.2020: Schau mich an [Werbung] von Elif Shafak: Die Spiegel-Bestsellerautorin Elif Shafak spielt mit den Vorstellungen von Schönheit und Hässlichkeit, als wären sie Zauberwürfel, und erschafft damit eines ihrer ungewöhnlichsten Werke: eine humorvolle und tiefgreifende Erkundung dessen, was es heißt, zu schauen und angeschaut zu werden. Die Frau ist so dick, dass sie überall angestarrt wird. Auch ihr Geliebter, ein Kleinwüchsiger, zieht die Blicke auf sich. Doch während sie sich vor der Welt verstecken möchte, drängt er ins Licht – um jeden Preis. „Schau mich an“ ist eines der ungewöhnlichsten Werke von Elif Shafak: eine humorvolle, tragische und Jahrhunderte überspannende Erkundung dessen, was es heißt, andere anzublicken und angeblickt zu werden.

03.11.2020: Schreibtisch mit Aussicht [Werbung] von Ilka Piepgras: Vom Glück des Schreibens und von dessen Preis, von Routine und Ritualen, von Vorbildern und Verzicht: 24 bedeutende Schriftstellerinnen erzählen davon auf sehr persönliche Weise. Schreiben ist harte Arbeit, das gilt unabhängig vom Geschlecht, und es ist Synonym für aller höchste Konzentration. Bislang sind Werkstattberichte von Frauen rar. Dieses Buch versammelt nun erstmals Beiträge über die Schnittstelle von Leben und Kunst. Mal ergreifend und offenherzig, mal pragmatisch und wirklichkeitsnah reflektiert jeder Text auf eigene Art weiblichen Schöpfergeist und räumt mit überholten Schriftstellerinnen- Klischees auf. Was bringt Schriftstellerinnen dazu, zu schreiben? Womit kämpfen sie im Alltag, was beflügelt sie, was lässt sie dranbleiben? Dieses Buch feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen.

05.11.2020: Aus dem Schatten des Vergessens [Werbung] von Martin Michaud: Der Krimi-Bestseller aus Kanada — Montreal, heute: Am Tag vor Weihnachten wird Judith Harper, eine renommierte Psychologin, auf grausame Weise umgebracht. Zur gleichen Zeit verschwindet Nathan Lawson, ein angesehener Anwalt, nachdem er in Panik Dokumente auf einem Friedhof vergraben hat. Wenig später stürzt sich ein Obdachloser von einem Wolkenkratzer. Im Mantel des Obdachlosen: die Brieftaschen von Harper und Lawson. Als Sergent-Détective Victor Lessard, der selbst ein Getriebener ist, gemeinsam mit seiner Partnerin Jacinthe Taillon die Ermittlungen aufnimmt, wird den beiden eine verstörende Aufnahme zugespielt, auf der die Stimme von Lee Harvey Oswald zu hören ist, dem Mann, der einst J. F. Kennedy erschoss und der jetzt aus dem Grab zu ihnen spricht. Lessard und Taillon stehen vor einem Fall, der sie in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen Seele als auch der amerikanischen Geschichte führt.

05.11.2020: Die Frau, die nicht alterte [Werbung] von Grégoire Delacourt: Martine führt mit Ende zwanzig ein glückliches Leben. Sie hat studiert, mit André den Richtigen gefunden, ihn geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Die Zukunft ist für sie ein großes Versprechen. Doch als sie mit dreißig plötzlich aufhört zu altern, gerät alles ins Wanken. Was nach dem unerreichbaren Traum so vieler Frauen klingt, wird für Martine Wirklichkeit – und zu einer ungeahnten Zerreißprobe, auch für ihre Familie. Denn wer will für immer jung sein, wenn die Liebsten, die Freunde, die Verwandten, wenn alle anderen altern? Der neue Roman des Bestsellerautors Grégoire Delacourt ist eine mitreißende Parabel auf unser bizarres Streben nach ewiger Jugend, auf die Schönheit des Alters und die alles überwindende Kraft der Liebe.

16.11.2020: Eingefroren am Nordpol [Werbung] von Markus Rex: Ein Jahr im Eis: Die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Am 20. September 2019 startete die größte Arktisexpedition aller Zeiten: Die »Polarstern« verließ den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol einfrieren zu lassen. An Bord hat sie Wissenschaftler aus 19 Nationen, die in der Arktis ein Jahr lang die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen werden. Markus Rex, der Leiter der »MOSAiC« genannten Forschungsmission, erzählt in seinem Buch die Geschichte dieser einmaligen Expedition: Er berichtet vom Alltag unter den extremen Bedingungen der Arktis, von den logistischen und planerischen Herausforderungen und von den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Forscher im Eis sammeln konnten. »Eingefroren am Nordpol« ist die Geschichte eines großen Forschungsabenteuers und zugleich ein eindringlicher Blick auf die dramatischen Folgen des Klimawandels. Mit vielen farbigen Abbildungen, u.a. exklusiven Fotos von der Expedition, Grafiken und Karten.

25.11.2020: 88 Namen [Werbung] von Matt Ruff: Teils Detektivgeschichte, teils Science-Fiction-Thriller – der neue, witzige Roman von Kultautor Matt Ruff. John Chu liebt seinen Job. Als Sherpa begleitet er zahlungskräftige Kunden in Online-Rollenspiele wie das populäre Call to Wizardry und zeigt ihnen die Kniffe des Games. Das Geschäft brummt, und John würde sich als glücklich bezeichnen, wären da nicht zwei klitzekleine Probleme: Zum einen hat seine Ex-Freundin nach einer unglücklich verlaufenen Trennung geschworen, seine berufliche und private Existenz zu vernichten. Zum anderen vermutet er, dass es sich bei seinem neuesten Kunden in Wirklichkeit um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handelt, der die virtuelle Welt studieren möchte, um sie für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren. John versucht, der wahren Identität des ominösen »Mr. Jones« auf die Spur zu kommen – und verstrickt sich in ein Komplott, das ihn den Kopf kosten könnte. Für Leser*innen von Ernest Cline, Jasper Fforde und Douglas Adams.

25.11.2020: Unterwegs [Werbung] von Roger Willemsen: Schon als kleiner Junge hatte er immer einen gepackten Koffer unterm Bett. Aus dem kleinen Jungen ist ein großer Reisender geworden und ein begnadeter Erzähler. Ob Tokio, der Kongo oder Afghanistan, von überall brachte Roger Willemsen Geschichten mit. Das Reisen bedeutete ihm aber weit mehr. Dieser Band erzählt davon und von seiner Sehnsucht nach der Fremde. »In Wirklichkeit gelangt man immer nur an einen weiteren treibenden Ort, um sich dann neuerlich abzustoßen und vielleicht endlich an jenem instabilen Ort einzutreffen, den ich nur deshalb ›Zuhause‹ nenne, weil er mehr Rituale versammelt als andere.« (Roger Willemsen)

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im November besonders?

3 Kommentare zu „Frisch auf dem Buchmarkt: November 2020

  1. Also da ist meine Liste gleich mal länger geworden 🙂
    Und das obwohl ich einiges vorhabe mit Lappert, Simone / Der Sprung, Swift, Graham / Da sind wir, Braithwaite, Oyinkan / Meine Schwester, die Serienmörderin, Baum, Vicki / Vor Rehen wird gewarnt und zu guter letzt Peixoto, José Luís / Friedhof der Klaviere.
    Wenn ich genau überlege, lasse ich die Arbeit am besten ausfallen, hihi.
    LG und schönes Wochenende,
    Nicole

    Gefällt 1 Person

    1. Wie gut, dass Bücherwunschlisten geduldig sind. „Der Sprung“ und „Meine Schwester, die Serienmörderin“ stehen bei mir auch schon drauf, beziehungsweise liegen hier parat und müssen nur noch angefangen werden 🙂 „Friedhof der Klaviere“ klingt aber auch großartig. Es ist doch schön, dass die Bücherwelten so viel Unterschiedliches zu bieten haben, dass für jede Stimmung etwas gefunden werden kann. Immer wieder ein kleiner Urlaub vom Alltag.
      Lass es dir gut gehen und genieß die Lesezeit 🙂
      Yvonne

      Gefällt 1 Person

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