Weekly Photo Challenge: Serene

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Serene: A wonderful moment of blissful quiet at cape of good hope…

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Ein denkendes Herz – Susanna Tamaro

Vor einigen Jahren las ich von Susanna Tamaro „Geh wohin dein Herz dich trägt“ – ein bewegendes, gefühlvolles und weises Buch über 3 Generationen von Frauen, das ich zu den besonderen Schätzen meines Bücherregals zähle. Als ich in diesem Jahr auf „Ein denkendes Herz“ stieß, das laut Klappentext ein inspirierendes und persönliches Tagebuch sein soll, das die Augen für die verborgene Schönheit der Welt öffnet, machte es mich neugierig und ich war gespannt darauf, was die Autorin über sich zu erzählen hatte.

58_Ein denkendes Herz

An die Art der Veröffentlichung hatte ich keine besonderen Erwartungen und war doch überrascht über die Kürze der abgedruckten Beiträge. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt: „Flugversuche“, „Der unwägbare Teil“ und „Der Leuchtturm in der Nacht“. Diese enthalten kurze, meist ein bis zwei Buchseiten füllende, mit eigenen Überschriften versehene Texte, die sich mit dem Erleben, Fühlen und Denken der Autorin befassen. Dennoch ist es kein Buch, das sich aufgrund der kurzen Kapitel schnell weglesen lässt, dazu ist es zu deprimierend. Aber es ist auch kein Buch, in dessen Thematik ich mich einfinden oder einer Lebensgeschichte folgen konnte, die sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen ließe, dazu waren die Kapitel zu kurz, die Texte zu wenig zusammenhängend.

Susanna Tamaro schildert mal unmissverständlich und mal in bildhafter, fast poetischer Sprache, was sie in ihrer Kindheit oder später als Erwachsene beschäftigte und wie ihre Gedankenwelt geprägt war, beziehungsweise ist. Es ist nicht angenehm, an ihrer düsteren negativ gefärbten Welt teilzuhaben, von der sie sich jedoch meist recht schnell abwendet um gefühlt mit erhobenem Zeigefinger auf das Schlechte im Menschen und der Gesellschaft hinzuweisen. Im Klappentext steht als Beschreibung, dass sie nach dem Wesen des Menschen und nach dem Ursprung der Dinge sucht. Ich hatte eher das Gefühl, dass sie ihre Suche längst beendet hat und den Leser nun mit ihren gefundenen „Wahrheiten“ bekehren möchte.

Immer wieder ist die Ich-Perspektive schnell vergessen und sie geht zum „Wir“ über, um in beinahe belehrender Form das Übel der Welt anzuprangern. Aus diesem „Wir“ bin ich jedoch in vielen Punkten bereits vor Jahren herausgewachsen, so dass ich diesen Verallgemeinerungen nicht nur nichts abgewinnen konnte, sondern sie sogar als störend empfand. Oft hatte ich beim lesen den Eindruck, dass zwischen den Zeilen eine tiefe Verbitterung der Autorin herauszulesen ist, die ihrerseits nur anklagt, anstatt zu verändern, zumindest ist es nicht ersichtlich, ob sie bei sich oder ihrer Umwelt Änderungen bewirkt. Im letzten Teil des Buches beschäftigt sich Susanna Tamaro schließlich überwiegend mit Glaubensfragen und scheint trotz aller Zerrissenheit in der Religion einige Antworten für sich gefunden zu haben. Das gestehe ich jedem zu und habe eigentlich auch kein Problem damit, hier rundete sich jedoch mein Eindruck von dem predigenden Grundton des Buches ab, der mich überhaupt nicht begeistern konnte.

„Geh, wohin dein Herz dich trägt“ wird ein Kleinod in meinem Bücherregal bleiben, das ich gern beizeiten nochmal lesen möchte. „Ein denkendes Herz“ hingegen konnte mir die Autorin nicht näher bringen, wusste keine für mich interessante Lebensgeschichte zu erzählen und ließ mich auch keinen bemerkenswerten Gedankengängen folgen. Ich konnte zu diesem Buch keinen Zugang finden, weshalb ich es leider nicht empfehlen kann.

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Susanna Tamaro
Ein denkendes Herz
Übersetzt von Barbara Kleiner
Hardcover mit Schutzumschlag, 192 Seiten
ISBN: 978-3-492-05761-5
€ 18,00 [D], € 18,50 [A]
Verlag: Piper
Erschienen: 01.08.2017

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

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Mystery Blogger Award

Mein herzlicher Dank geht an Nicole von Buchspinat, die mich für diesen Award nominiert hat. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
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Der Mystery Blogger Award wurde von Okoto Enigma ins Leben gerufen, um die Blogs besser zu vernetzen, das Miteinander der Blogger zu fördern und sich einfach besser kennenzulernen. Eine schöne Idee – los geht’s:

3 Dinge über mich:

  • Ich könnte in Knoblauch baden. Das Beste daran ist, dass ich einen Partner habe, dem es ähnlich geht. Glück kann so einfach sein 🙂
  • Das Schlafzimmer ist mein Fitnessstudio. Das hat nichts mit sexuellen Turnübungen zu tun, sondern damit, dass dort genug Platz für meine Sportmatte und die Hanteln ist, sich der Laptop vernünftig und gut sichtbar abstellen lässt sodass ich dort den Online-Trainingsprogrammen von purlife.de folgen kann.
  • Mich beschleicht immer so eine Art Ehrfurcht, wenn ich ein neues Buch beginne und die ersten Seiten bis hin zum ersten Satz durchblättere. Das ist immer ein ganz besonderer Augenblick für mich.

Das sind die 5 Fragen von Nicole:

1. Welches Buch ist Dein absolutes Lieblingsbuch?

Eigentlich habe ich kein einzelnes Lieblingsbuch, aber ich liebe die Harry-Potter-Reihe dafür, dass sie mir das gemeinsame Leseerlebnis mit meiner Tochter beschehrt hat. Eine besondere Zeit, in der wir gemeinsam den neuen Bänden entgegen gefiebert haben und immer eine von uns im aktuellen Buch weitergelesen hat, sobald es die andere aus der Hand gelegt hat – anschließend haben wir uns angeregt über das Gelesene ausgetauscht und irgendwann auch begeistert die Filme geschaut. Eine wunderschöne unvergessliche Zeit ❤

2. Was machst Du mit den gelesenen Büchern? Verschenken, verkaufen, vertauschen oder gar wegwerfen?

Bücher, die mir etwas bedeuten, behalte ich. Alle anderen gebe ich frei, das heißt ich versuche sie zu verkaufen oder ich stelle sie in den öffentlichen Bücherschrank in unserem Ort. Wegwerfen kann ich Bücher nicht, nicht einmal schlechte, weil ich davon ausgehe, dass fast jedes Buch jemanden finden kann, der es auf seine Art zu schätzen weiß. Total veraltete Computerliteratur habe ich jedoch vor einiger Zeit tatsächlich schweren Herzens weggeworfen.

3. Welches Buch konnte Dich zuletzt überhaupt nicht fesseln, so dass Du es abgebrochen hast?

Abgebrochen habe ich seit längerem schon kein Buch mehr, aber in letzter Zeit gab es einige, die ich leider nicht so gerne gelesen habe. „Phantome“ von Robert Prosser hätte ich nach etwa einem Drittel abgebrochen, wenn es nicht ein Rezensionsexemplar gewesen wäre.

4. Welches Genre liest Du am liebsten?

Nur ein Genre? Da kann ich mich unmöglich festlegen, weil ich für jede Stimmung etwas anderes brauche. Sehr gern lese ich Dystopien, Reiseberichte, Thriller und Gegenwartsliteratur.

5. Wo liest Du am liebsten? Hast Du einen Lieblingsleseplatz?

Den habe ich wirklich. Am liebsten lese ich in dem knautschig gemütlichen Lederohrensessel, den mein Freund mit in die Beziehung gebracht hat. Dafür liebe ich ihn noch mehr 🙂

Meine besten Blogposts:

Fünf sollen es eigentlich sein, aber mir fällt es schwer, das zu beurteilen. Wichtig war für mich ein Blogpost, bei dem mir deutlich wurde, welche Art von Bücher mich am meisten ansprechen und den ich hier stellvertretend erwähnen möchte. Es handelt sich um Büchervorlieben.

Ich nominiere

Dieses Mal niemanden, weil ich das bereits ausgiebig getan habe, als ich diesen Award zum ersten Mal erhielt. Aber wer mag, der fühle sich herzlich dazu eingeladen diesen Mystery Blogger Award aufzugreifen und dabei mitzumachen.

Meine fünf Fragen

  1. Schreibst du dein eigenes Buch?
  2. Liest du auch Bücher von Selfpublishern?
  3. Hast du dich in diesem Jahr über ein Buch geärgert und wenn ja, warum?
  4. Warst du schon mal auf einer Buchmesse?
  5. Seltsam: Wie stehst du dazu, wenn Menschen Buchseiten schneiden und falzen um aus dem Buch ein optisches Kunstwerk zu schaffen (Orimoto)?

Die Regeln

  • Nenne den Schöpfer des Awards und setze einen Link auf den Blog.
  • Platziere das Award Logo oder Bild in Deinen Post.
  • Danke der Person, die Dich nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Post.
  • Erzähle Deinen Lesern 3 Dinge von Dir selbst.
  • Beantworte die Fragen des Nominierenden.
  • Nominiere selbst 5-20 Blogger.
  • Frage Deine Nominierten 5 originelle Fragen Deiner Wahl.
  • Teile 5 Links zu Deinen besten Blogposts.
  • Benachrichtige Deine Nominierten, indem Du in Ihrem Blog kommentierst.
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Shantaram + Im Schatten des Berges – Gregory David Roberts

Gregory David Roberts wurde 1978 wegen bewaffneten Raubüberfalls zu einer 23-jährigen Haftstrafe verurteilt. Grund für die Überfälle war seine Heroinsucht und der daraus resultierende Beschaffungsdruck. Nachdem er im australischen Gefängnis zwei Jahre seiner Strafe abgesessen hatte, gelang ihm die Flucht. Nach einem Zwischenaufenthalt in Neuseeland ließ er sich in Mumbai, Indien nieder. 1990 wurde er in Frankfurt gefasst und an seine Heimat ausgeliefert. Dort verbrachte er dann sechs Jahre im Gefängnis, davon zwei in Isolationshaft. In dieser Zeit begann er auch an seinem Debütroman „Shantaram“ zu arbeiten, der maßgeblich auf seinen Erfahrungen in Mumbai basiert.

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Und so folgen wir in dem Roman „Shantaram“ dem Australier Lindsay, wie er in den 1970er Jahren mit falschen Papieren in Bombay strandet, nachdem ihm auf spektakuläre Weise die Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis gelungen ist. Zu seinem Glück begegnet er schon bald dem jungen Inder Prabaker, der in den Slums lebt und ihn unter seine Fittiche nimmt. Von Prabaker lernt Lindsay nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen und Verantwortung zu übernehmen. Als „Shantaram“, als „Mann des Friedens“, wird er zum Anwalt der Armen, arbeitet als Arzt im Slum, kämpft mutig und aufopferungsvoll für eine menschenwürdigere Welt und nicht zuletzt um die Liebe seines Lebens.

In „Im Schatten des Berges“ geht die Geschichte von Lin weiter. Zwei Jahre sind vergangen und er hat einen wichtigen Menschen verloren. Seitdem bekämpfen sich die verschiedenen Mafia-Gangs immer unerbittlicher – die Gewalt eskaliert. Schließlich begegnet Lin einem heiligen Mann, der alles infrage stellt, was Lin über die Liebe und das Leben zu wissen glaubte.

Mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 79 Stunden handelt es sich hierbei um eine Box mit der ungekürzten Lesung der beiden Bücher, die einen über diesen ungewöhnlich langen Zeitraum hinweg begleitet und stellenweise zu verzaubern weiß. Jürgen Holdorf leistet als Sprecher wirklich hervorragende Arbeit. Er versteht es, den Figuren beim vorlesen einen unverwechselbaren Charakter zu geben und sie lebendig werden zu lassen.

Besonders beeindruckend fand ich die Schilderungen von Indien und seinen Menschen. Während die Liebe des Protagonisten zu Indien wächst, nehmen einen die bildhaften Beschreibungen gefangen, so dass einen selbst Begeisterung für Land und Leute befällt. Obwohl nicht immer alles positiv ist, begleitet man Lin gern in eine Welt voller Abenteuer, Drogen, Korruption, Gewalt und Rivalitäten, die aber auch Raum für Spiritualität, Religösität, Philosophie, Freundschaft und die große Liebe bietet. Eine wirklich bunte Themenmischung, die mal einfach nur unterhaltsam ist und manchmal auch zum nachdenken anregt. Die Sprache ist gelegentlich etwas schwülstig und die Aphorismen und Weisheiten nehmen im zweiten Buch massiv überhand, was leider zu einigen Längen führt. Das konnte ich diesem Hörbuch jedoch nicht allzu übel nehmen, da es mich weitestgehend gut unterhalten hat. Lesern, die Abenteuer- und Liebesromane gemixt mit philosophischen Dialogen und zahlreichen Aphorismen mögen, kann ich dieses Hörbuch, beziehungsweise diese Hörbücher, empfehlen.

-> Zur Hörprobe  [Bei diesem Link handelt es sich gemäß § 2 Nr. 5 TMG um Werbung]



Gregory David Roberts
Shantaram + Im Schatten des Berges
Übersetzt von Sibylle Schmidt 
Originalverlag: Goldmann
Hörbuch MP3-CD, 7 CDs, Laufzeit: 4737 Minuten
ISBN: 978-3-8445-2315-7
€ 29,99 [D]* | € 33,70 [A]* | CHF 41,90* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: der Hörverlag
Erschienen: 17.10.2016

Das Hörbuch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.


testMit diesem Hörbuch ging es für mich literarisch nach Indien. Das Ziel der Buchweltreise ist es, Bücher über möglichst viele Länder der Welt  zu lesen.  HIER kann man sich die Liste der Mitreisenden und ihre bisherigen Reiseziele ansehen oder sich anmelden und mitmachen.

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Weekly Photo Challenge: Transformation

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Transformation

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Punkt Punkt Punkt: Sturm

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Windräder erzeugen nicht nur Energie, sondern manchmal auch einen Sturm der Entrüstung: Gegenwind im Reichswald


punkt1-259x300„Punkt, Punkt, Punkt“ ist ein Projekt von Sunny von Always sunny, bei dem die Woche Sonntags mit einem von den Teilnehmern vorgeschlagenen Wort startet, zu dem sie dann einen Beitrag auf ihrem Blog veröffentlichen können. Pro abgegebenem Bild/Beitrag sammelt Sunny 5 Cent auf einem Spendenkonto. Das Geld bekommt in 2017 Ärzte ohne Grenzen. Eine tolle Idee!

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Phantome – Robert Prosser

56_PhantomeDie Buchbeschreibung dieses Romans, der es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2017 geschafft hat, verrät:

„Robert Prosser schildert intensiv ein fast vergessenes Kapitel der jüngeren Geschichte: Der Jugoslawienkrieg, der die letzte große innereuropäische Flüchtlingswelle in den 1990ern auslöste, dessen drastische Verbrechen bis heute nicht aufgearbeitet sind und weit in die Generation der Kinder der Geflüchteten nachwirken.

Anisa flüchtet 1992 aus Sarajewo nach Wien. In den beginnenden ethnischen Säuberungen hat sie ihren Vater zurückgelassen – und wird ihn nie wiedersehen. Auch von ihrem Freund Jovan, einem bosnischen Serben, der zum Militärdienst eingezogen wurde, konnte sie sich nicht verabschieden. Jahrzehnte später reist Anisas Tochter Sara auf den Spuren ihrer Mutter nach Bosnien-Herzegowina.“

Dieser Text machte mich neugierig und ich versprach mir von diesem Buch einen besseren Einblick in die damaligen Geschehnisse zu bekommen – in einen Krieg, der gar nicht so weit weg von uns stattfand und von dem ich das Gefühl habe, eigentlich kaum etwas darüber zu wissen. Stattdessen führte mich das Buch im ersten Drittel in die Graffiti-Szene Wiens ein. Auch lernte ich etwas über die Sprayer-Szene Bosniens, über die der Ich-Erzähler – der Freund von Anisas Tochter Sara – bei seinem dortigen Besuch ebenso berichtet, wie über die Gedenkstätten und den heutigen Umgang mit den Greueltaten des Krieges. Der Ich-Erzähler schreibt, wie er zu sprechen scheint. Liest man den Text und stellt sich dabei einen österreichischen Akzent vor, fühlen sich Satzbau und einzelne Begrifflichkeiten stimmiger an, auch wenn sie sich für mich teilweise nicht flüssig lesen lassen. Hinzu kommen Graffiti-Ausdrücke und der wohl übliche Slang, den ich nicht mochte und der mich zudem überhaupt nicht interessierte. Das nahm mir den Lesespaß und auch mein Interesse an der Jugoslavien-Thematik reichte nicht aus, um dem Buch weiterhin unvoreingenommen zu folgen. Ein ums andere Mal überlegte ich, das Buch einfach abzubrechen – einzig die Tatsache, dass es sich dabei um ein Rezensionsexemplar handelt, bewog mich weiter zu lesen.

Beinahe aus dem Nichts heraus endet schließlich dieses erste Buchdrittel und statt des Ich-Erzählers, folgt plötzlich eine personale Erzählweise, bei der im Wechsel die Kriegserlebnisse von Anisa und Jovan geschildert werden. Während Jovan den Krieg hautnah durchlebt, versucht Anisa als Flüchtling in Wien ihr Auskommen zu finden. Berührende und erschütternde Szenen, die so bildhaft und einfühlsam mitsamt sprachlicher Schönheit geschildert werden, dass sie beeindrucken und unter die Haut gehen. Und doch überwiegen die Passagen, die langatmig sind und sich einfach nur sperrig lesen lassen. Aber oft regt das Gelesene auch zum nachdenken an und man findet gedanklichen Anschluss bei den Flüchtlingen jüngeren Datums. Immer wieder stellte sich mir die Frage, was diese alles erleben mussten und noch müssen.

Der letzte Teil des Buches spielt wiederum im Jahr 2015 und zeigt die Überlebenden in der Gegenwart. Nachdem ich im Anschluss die Danksagung des Autors gelesen hatte, wünschte ich mir wieder einmal, dass diese gleich zu Anfang des Buches gestanden hätte. Sie hätte mich vielleicht besser durchs Buch geführt, das sich für mich wie aus mehreren Federn geschrieben und ungelenk zusammengeführt anfühlte.

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Hier kommt der Autor selbst zu Wort:



Robert Prosser
Phantome
Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten
ISBN: 9783961010097
€ 20,00 [D] € 20,60 [A]
Verlag: Ullstein fünf
Erschienen: 15.08.2017

Das eBook wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.


testMit diesem Buch ging es für mich literarisch nach Bosnien-Herzegowina. Das Ziel der Buchweltreise ist es, Bücher über möglichst viele Länder der Welt  zu lesen.  HIER kann man sich die Liste der Mitreisenden und ihre bisherigen Reiseziele ansehen oder sich anmelden und mitmachen.

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