Ein Resumee und ein bis zwei Ausblicke

Gelesen habe ich schon seit meiner Kindheit gern. Aber als ich vor einigen Jahren die Bücherwelten des Internets entdeckte, begann ich auch mein Leseverhalten zu reflektieren – blickte zurück auf die Bücher, die ich bereits gelesen hatte, legte eher zurückhaltende Statistiken an und zog ein Resümee. Ich erfuhr, dass die ungelesenen Bücher in meinen Regalen als „SuB“ (Stapel ungelesener Bücher) bezeichnet werden, dass manch einer sogar seine monatlich gelesene Seitenanzahl im Auge behält oder seine Lesezeit mit einer Handy-App trackt. Für mich fühlte es sich so an, als würde sich auf diese Art das Lesen für den ein oder anderen schon beinahe zu einem Zwang auswachsen. In diese Falle wollte ich unter gar keinen Umständen tappen, da mir bewusst war, dass ich so mein liebstes Hobby verlieren würde.

Und doch war ich dem ganzen schon gefährlich nah und das allein durch die Tatsache, dass ich diesen kleinen Bücherblog führe und immer wieder Rezensionsexemplare von Verlagen angeboten bekomme oder meist sogar selbst anfrage. Es ist einfach verlockend die neusten Bücher kostenlos lesen zu können. Aber mit jedem Buch, das bei mir eintrifft, füllt sich eine Leseliste mit zwar tollen Büchern, die jedoch auch zeitnah gelesen werden wollen und so immer auch ein wenig Druck auf mich ausüben. Das soll künftig weniger werden, außerdem habe ich einen vielseitigen SuB mit unzähligen Büchern, die ich unbedingt lesen will.

Und dann war da noch der Druck, den ich auf mich selbst ausübte, weil ich meinte, dass ich mehr Zeit in meinen Blog investieren müsste, damit er erfolgreich und beliebt wird. Manchmal frage ich mich, warum man sich immerzu vergleichen muss und was einen eigentlich zu immer größeren, schnelleren, besseren Leistungen antreibt, auch wenn man längst erleben musste, wie es sich anfühlt, daran zu zerbrechen. Ich habe zwar eine leise Ahnung davon, wie mein Blog bekannter werden könnte, aber um dies zu einem festen Ziel zu machen und konstant Zeit und Energie hierfür zu verwenden, fehlt mir die Kraft als planbare Größe. Außerdem müsste ich meine eher ruhige Art aufgeben und zu jemandem werden, der ich einfach nicht bin.  Das alles musste ich erstmal für mich erkennen und einige Aktivitäten zugunsten anderer zurückfahren, wodurch so mancher Gegenbesuch in der Bloggerwelt auf der Strecke blieb und die ein oder andere Rezension erst etliche Tage nach Beenden des Buches veröffentlicht wurde. Umso mehr freue ich mich, dass mir dies scheinbar verziehen wurde und einige Leser diesem Blog dennoch treu blieben.

Für mich bedeutet dies alles, dass ich mich wieder mehr auf meine Grundlagen besinnen möchte: Lesen und vorlesen lassen, einfach nur weil ich es möchte und nicht weil ich es muss, oder meine es zu müssen. Bestenfalls geht es um gute und sehr gute Bücher und darum, sie zu feiern – oder anderenfalls vor ihnen zu warnen, was für mich immer eine Qual ist, weil ich alle Bücher lieben möchte.

Es war für mich wie ein Volltreffer, als ich irgendwann für mich entdeckte, wie unfassbar gern ich Bücher über andere Länder oder Weltenbummler lese. Jedes Buch ist bereichernd und auch die Romane aus fremden Ländern verzaubern mich oft durch die landestypische Atmosphäre und manchmal auch ungewöhnliche Sprachmelodie, die beim lesen mitschwingt. Unabhängig von der BUCHweltreise als Blogprojekt, das andauern wird, so lange es dauert 😉 wird es meine ganz persönliche literarische Weltreise auf diesem Blog wohl geben, bis ich alle Länder der Welt belesen habe, um dann immer wieder von vorn anzufangen. Alle anderen Themen und Genres variieren nach Lust und Laune und dem, was das Bücherregal so hergibt.

Dabei werde ich das weiterführen, was ich in diesem Jahr endlich konsequenter verfolgt habe: Bücher regional vor Ort kaufen – zumindest die neuen. Bestellen kann ich sie im Internetshop und hole sie dann einfach in der ‚kleinen‘ unabhängigen Buchhandlung im Nachbarort ab. Ein toller Service und die Bücher sind genauso zügig verfügbar , wie bei den Online-Riesenbuchhandlungen (oder sogar schneller). Und weil ich die Abholung meist mit einem mehr als ausgedehnten Spaziergang dorthin verbinde, ist es gleichzeitig gut für meine Gesundheit und auch für die Umwelt, weil ich den Verpackungsmüll vermeide. Die ‚gebrauchten‘ Bücher oder Mängelexemplare beziehe ich allerdings weiterhin dort, wo sie mir begegnen (bei re…mops oder sonstwo) – meine Frührente gibt es einfach nicht her, dass ich mir alle Bücher neu kaufen kann.

Gelegentlich habe ich auch schon Bücher aus dem öffentlichen Bücherschrank in meinem Wohnort mitgenommen und mich jedes Mal über die kleinen Perlen gefreut, die ich dort schon gefunden habe. Manchmal entdecke ich dort auch längst gelesene und geliebte Bücher und freue mich, weil sie noch jemand für sich entdecken darf. Aber in der letzten Zeit sieht es dort doch eher trüb aus. Alles ist zwar sauber und ordentlich, aber der Inhalt erscheint mir eher langweilig und lieblos. Zwar stelle ich gelegentlich gelesene Rezensionsexemplare oder andere gelesene Bücher dort hinein, wenn ich sie nicht behalten möchte (und sie bleiben dort auch auch nicht lange), aber ich habe mir da noch etwas Anderes überlegt. Genaueres folgt in Kürze.

Und während ich an dieser Sache noch herumtüftle, stoße ich schon auf’s Nächste, schreibe eine Mail und bekomme Nachricht, dass ich meinen kleinen Beitrag für das Projekt leisten darf, das mich so schnell für sich einnehmen konnte. Auch dazu folgt in Kürze mehr.

Ansonsten habe ich weiterhin geplant:

📚 Lesen und (vor)lesen lassen – einfach weil’s Spaß macht 📚

…und freue mich, wenn ihr mich auch weiterhin dabei begleitet 🙂

 

Danke!

dav

Auf Instagram bei #meetthebloggerde von @annehaeusler ist es heute Zeit DANKE! zu sagen. Und weil es so vieles gibt, was ich zu schätzen weiß und wofür ich dankbar bin, bedankt sich heute nur mein Blogger-Ich:

DANKE! an alle Buchblogger: Durch euch habe ich schon so viele tolle Bücher entdeckt und gelesen. Ihr seid eine echte Bereicherung in meinem Leseleben!

DANKE! an alle Entwickler und Anbieter von kostenfreien Blogportalen und Social Mediakanälen: Ihr erleichtert den Einstieg ins selber bloggen und ausprobieren auch ohne finanzielle Belastung.

DANKE! an alle Verlage, die kostenlose Rezensionsexemplare zur Verfügung stellen: Ihr ermöglicht mir in einer Bandbreite und Aktualität zu lesen, die ich mir als Frührentnerin ansonsten nicht leisten könnte.

DANKE! an mein Timing, das ausnahmsweise richtig gut war, weil ich mit meinem Bücherblog bereits vor der am 25. Mai in Kraft tretenden EU-Datenschutzgrundverordnung begonnen habe: Ich fühle mich mit meinem kleinen Blog von dem Wust der Dinge, die dann zu beachten sind, einfach nur erschlagen und hätte vermutlich nicht selbst mit dem bloggen begonnen, weil mich das alles einfach nur abgeschreckt hätte.

DANKE! an alle, die versuchen durch ihre Beiträge Licht ins Dunkel der DSGVO zu bringen: Ich finde euch hilfreich!

DANKE! an alle, die mir zeigen, dass umgeBUCHt nicht unsichtbar ist: Es tut einfach gut und macht gleich noch mehr Freude, wenn auch andere Menschen das mögen, was man selbst gern hat.