Was fehlt dir – Sigrid Nunez

„Warum haben Sterbende nicht das Recht, ihr Leben zu beenden?“

(S. 122)

Nachdem ich im vergangenen Jahr „Der Freund“ von Sigrid Nunez begeistert gelesen hatte, stand für mich gleich fest, dass ich auch ihr neues Buch lesen würde, ohne dass ich im Vorfeld wissen musste, wovon es handeln würde. Und so nahm ich unvorbereitet „Was fehlt dir“ zur Hand und ließ mich auch dieses Mal wieder durch eine Sammlung von Gedanken, Abschweifungen, Geschichten und Zitatschnipsel leiten, die sich mal ganz nah an einem Thema befinden, manchmal aber auch nur indirekt damit in Verbindung gebracht werden können. Sie schreibt darüber, wie wir einander verbunden sind, in Glück und Trauer, Trost und Zuversicht – und wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann.

In der ersten Hälfte des Buches hatte ich zeitweilig das Gefühl in einer Essay-Sammlung gelandet zu sein, obwohl das Buch doch als Roman bezeichnet wird. Aber schließlich gelingt es der Autorin doch den eingangs gelegten roten Faden wieder aufzugreifen und die Geschichte der Ich-Erzählerin und ihrer krebskranken Freundin weiter zu spinnen. Weil für letztere der Tod trotz Chemotherapie unausweichlich ist, beschließt sie den Zeitpunkt ihres Todes mit Hilfe von Tabletten selbst bestimmen zu wollen und bittet die Ich-Erzählerin ihr in den letzten Wochen oder Monaten ihres Lebens zur Seite zu stehen.

„Ich spreche nicht von Hilfe beim Sterben, sagt sie. Ich weiß, was ich tun muss. Es ist nicht kompliziert. Kompliziert ist, was zwischen jetzt und dann passieren soll.“

(S. 84)

Ohne zu wissen, wann dieser Zeitpunkt sein wird, willigt die Ich-Erzählerin schließlich ein und begleitet ihre Freundin in ihrer letzten Phase bis zum Tod.

Wie bereits in „Der Freund“ gelingt es Sigrid Nunez auch in „Was fehlt dir“ in einem relativ handlungsarmen Text, den sie in einem eleganten Plauderton formuliert, starke und manchmal auch provozierende Bilder zu platzieren und dabei Themen wie das älter werden, selbstbestimmtes Sterben, Tod, Freundschaft, Liebe und Vergänglichkeit zu behandeln. Dabei wird sie nicht sentimental oder mitleidig, sondern wirft einen harten nüchternen Blick auf die Dinge und gönnt dem Leser dabei auch trotz trauriger Themen gelegentlich eine wohltuende Prise trockenen Humors.

„Nicht nur glaubt sie nicht an ein Leben nach dem Tod, sie ist auch fassungslos, dass so viele Menschen es tun.“

(S. 147)

Die Figuren in diesem Buch sind alle namenlos und man bleibt als Leser auf Distanz zu ihnen. Und doch entsteht anhand der durchaus realen Elemente und den Gedanken, denen man in diesem Buch auf anregende, manchmal auch berührende, Weise folgen kann, die Möglichkeit mit den Figuren aus angemessenem Abstand mitfühlen zu können. Zwar geraten die Nacherzählungen von Lektüreerlebnissen oder Filmen hin und wieder etwas zu ausführlich, aber die Denkanstöße, die Sigrid Nunez in diesem Buch liefert, entschädigen dafür allemal. Ein recht spezielles, aber doch gelungenes Buch.

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Sigrid Nunez
Was fehlt dir
Aus dem Amerikanischen von Anette Grube
Original: What are you going through
Taschenbuch, 222 Seiten
ISBN: 978-3351038755
Preis: 20,00 € [D]
Verlag: Aufbau Verlag
Erschienen: 19.07.2021

Das eBook wurde mir freundlicherweise vom Verlag für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

umgeSCHAUt im Juni 2020

📚 Ähnlich wie Vincent Klink habe ich mich auch erst kürzlich mit meinem Bücherregal beschäftigt. Gerne hätte ich es auch aufgeräumt, aber manches habe ich wohl nur umgeräumt, den Bestand noch weiter ausgedünnt und damit wohl eher durcheinander gebracht. Leben mit Büchern wird einfach nicht langweilig.

📚 Mir gefällt es richtig gut, dass bei lesenswert derzeit die Autoren ’nur‘ zugeschaltet werden und man sie deshalb in ihrer natürlichen Umgebung erleben darf. Das verschafft ungewöhnliche Einblicke.

📚 Das Interview mit Cornelia Funke macht mir richtig Lust darauf, noch einmal in die Tintenwelt einzutauchen. Dass sie nach Jahren eines ihrer anderen Bücher nochmal komplett überarbeitet hat, kann ich nachvollziehen – aber als Leserin würde ich ihr das vielleicht übel nehmen.

📚 Geradezu unwirklich und traumhaft schön sind die Bilder aus „Inseln des Nordens„.

📚 Unvorstellbar, dass es deutsche Verlage gegeben hat, die Pippi Langstrumpf abgelehnt haben.

📚 Den Literaturclub finde ich dieses Mal mitreißend und hätte große Lust alle vorgestellten Bücher zu lesen – bis auf eines. Das Buch in Schwiizerdütsch könnte ich nur bildlich erfassen, denn ich verstehe davon nicht ein Wort.


Und das sind die Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

04.06.2020: lesenswert
Denis Scheck ist vorübergehend in die Produktionswerkstatt des SWR gezogen: seine Gäste, die Jugendbuchautorin Cornelia Funke und Vincent Klink („Ein Bauch lustwandelt durch Wien“), Literat unter den deutschen Sterneköchen, sind zugeschaltet.

05.06.2020: Das Literarische Quartett
Gastgeberin Thea Dorn lädt in der Juni-Ausgabe wieder zum munteren Disput mit drei prominenten Gästen: Juli Zeh, Sven Regener und Jan Fleischhauer. Sie sprechen über „Zerstörung“ von Cécile Wejsbrot, „M. Der Sohn des Jahrhunderts“ von Antonio Scurati, „Berliner Briefe“ von Susanne Kerckhoff und „Der gute Sohn“ von Rob van Essen.

10.06.2020: Bücherjournal
Julia Westlake spricht über „Der Lügenbaron“ von Anna von Münchhausen, „Unsere Welt neu denken“ von Maja Göpel, „Autobahn“ von Michael Kröchert, „Inseln Nordens“ von Stefan Forster, „Soko Heidefieber“ von Gerhard Henschel, „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren, „Der Empfänger“ von Ulla Lenze und „Lies. Das Buch“ von Hauke Hückstedt.

14.06.2020: Buchzeit im Sommer 2020
Im Frankfurter Osthafen diskutieren Barbara Vinken, Katrin Schumacher, Sandra Kegel und Gert Scobel über „Die Schauspielerin“ von Anne Enright, „Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné, „Ich bleibe hier“ von Marco Balzano und „Danach“ von Rachel Cusk.

30.06.2020: Literaturclub
Nicola Steiner, Laura de Weck, Milo Rau und Christian Schmid diskutieren über „Die Parade“ von Dave Eggers, „Danach“ von Rachel Cusk, „Nach der Flut das Feuer“ von James Baldwin, „Alpefisch“ von Andreas Neeser sowie „Tage mit Felice“ von Fabio Andina.

umgeSCHAUt im Mai 2020

📚 „Hundert Jahre Einsamkeit“ möchte ich gern für meine BUCHweltreise lesen. Das Quartett schwärmt wärmstens davon und mir ist dieser Klassiker zumindest namentlich ein Begriff.

📚 Das Literarische Quartett hat mir dieses Mal besser gefallen. Thea Dorn hat zu ihrem souveränen Auftreten zurück gefunden und besonders mit ihrer Anmoderation meinen Nerv getroffen.

📚 „Die Wand“ von Marlen Haushofer ist auch so ein Buch, das ich schon seit langem mal lesen möchte und doch ist für mich persönlich gerade nicht die richtige Zeit dafür. Ich wünsche mir manchmal, dass ich den Nerv für fluffig leichte Gute-Laune-Sommerliteratur hätte – zur Ablenkung, zur Aufheiterung. Aber davon werde ich irgendwie nicht satt, ähnlich wie bei schlecht gemachtem Fastfood.

📚 Ich mag Frank Schätzing, auch wenn mich seine letzten Bücher enttäuschten.

📚 Doris Dörrie hat mich mit ihrem Buch zum Schreiben wirklich inspirieren können. Aber auch ihr Schreibseminar bei der Bürgerakademie hat mir viel Spaß gemacht. Eine bereichernde Erfahrung.

📚 „Walden“ schreckt mich nach der Besprechung der Runde ab, auch wenn ich die Ausgabe aus dem Manesse Verlag wunderschön finde, wie auch die anderen Bücher dieses Verlages. Aber das Schwarmhörspiel „Zusammen Walden“ finde ich spannend, das schaue, beziehungsweise höre ich mir mal näher an. Ich mag Gemeinschaftsprojekte, auch wenn ich mir vorstellen könnte, dass es einen aus dem Lesefluss herausreißt, wenn mit jeder Seite die Stimme des Vorlesers wechselt.

📚 Merde, ich habe mich gespoilert. Das kommt davon, wenn man „1793“ noch nicht zuende gelesen hat und trotzdem die Vorstellung des nachfolgenden Buches „1794“ anschaut.


Und das sind die Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

01.05.2020: Das Literarische Quartett
Gastgeberin Thea Dorn lädt in der Mai-Ausgabe wieder zum munteren Disput mit drei prominenten Gästen: Eva Menasse, Eugen Ruge und Matthias Brandt. Im Gepäck: „Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné, „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel Garcia Márquez, „Die langen Abende“ von Elisabeth Strout und „Der abenteuerliche Simlicissimus“ von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen.

06.05.2020: lesenswert
Denis Scheck und „lesenswert“ in besonderen Zeiten mit Buchempfehlungen: „Die Wand“ von Marlen Haushofer, „Krieg der Welten“ von H. G. Wells. Zugeschaltet sind Frank Schätzing und Richard Ford.

14.05.2020: lesenswert
In Zeiten von Corona wird die Sendung mit Denis Scheck wird nicht mehr im Palais Biron in Baden-Baden produziert, sondern in den Werkstätten und im Fundus des SWR. Als Gäste sind zugeschaltet Doris Dörrie („Leben, Schreiben, Atmen“) und Uwe Timm („Der Verrückte in den Dünen“). Die empfohlenen Bücher: „Der Stechlin“ von Theodor Fontane, „Der Untergang der Titanic“ von Hans Magnus Enzensberger und „Sämtliche Werke“ von Friedrich Hölderlin.

24.05.2020: druckfrisch
In seinem historischen Kriminalroman „1794“ erzählt Niklas Natt och Dag meisterhaft sinnlich von den Abgründen Stockholms. Außerdem: „Honigbienen – Geheimnisvolle Waldbewohner“ von Jürgen Tautz, Deutschlands bekanntestem Bienenforscher.

26.05.2020: Literaturclub
Nicola Steiner, Martin Ebel, Raoul Schrott und die Schauspielerin Sarah Spale diskutieren über Laetitia Colombanis „Das Haus der Frauen“, Hansjörg Schertenleibs „Palast der Stille“, Henry David Thoreaus „Walden„, Anne Enrights „Die Schauspielerin“ und Anna Burns’ „Milchmann“.

umgeSCHAUt im April 2020

📚 „In der Männerrepublik“ von Torsten Körner klingt nach einer interessanten Lektüre. Und es ist eigentlich noch gar nicht so lange her, dass Frauen auch politisch aktiv werden konnten, aber man vergisst zu leicht, dass sie sich das teilweise hart erkämpfen mussten.

📚 Ob Siegfried Lenz wohl seinen Roman „Der Überläufer“ als Selfpublisher herausgebracht hätte, wenn es das damals schon gegeben hätte? Der Film ist in zwei Teilen noch bis Juli in der ARD Mediathek hier (Teil 1) und hier (Teil 2) verfügbar.

📚 „Stern 111“ macht mich neugierig, als Wessie kenne ich nur meine Seite der Medaille und würde gern mehr von der anderen erfahren.

📚 „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ möchte ich gern lesen, aber dazu muss ich der passenden Stimmung sein, damit es mich nicht zu sehr herunterzieht. Das NDR Kultur Hörspiel mit seinem Psychiatrie- und Krankenbericht kann man sich hier anhören und herunterladen.

📚 Was die Astronautin Samantha Cristoforetti über ihre lange Reise zu berichten weiß, ist sicherlich ungewöhnlich.

📚 „Von schlechten Eltern“ klingt lesenswert, außerdem spielt der Roman in der Schweiz und könnte ein Ziel für meine BUCHweltreise sein.

📚 Das lädt zum stöbern ein: Der SRF hat hier 250 Hörspiele online zur Verfügung gestellt.

📚 Von Valerie Fritsch würde ich lieber etwas über ihre Reisen lesen.


Und das sind die Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

01.04.2020: Bücherjournal
Julia Westlake stellt vor: „In der Männerrepublik. Wie Frauen die Politik eroberten“ von Torsten Körner, „Der Überläufer“ von Siegfried Lenz, „Stern 111“ von Lutz Seiler, „Das eiserner Herz des Charlie Berg“ von Sebastian Stuertz, „Der Wächter“ von John Grisham, „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ von Benjamin Maack, „Nochmal Deutschboden“ von Moritz von Uslar, „Weisses Feuer“ von Thomas Mullen,

02.04.2020: lesenswert
Denis Scheck spricht mit Samantha Cristoforetti über „Die lange Reise“ und fachsimpelt mit Hörspielregisseur Klaus Buhlert über Thomas Pynchons „Die Enden der Parabel“.

14.04.2020: Literaturclub
Nicola Steiner, Elke Heidenreich, Philipp Tingler und Reina Gehrig diskutieren über „Von schlechten Eltern“ von Tom Kummer, „Tschudi“ von Mariam Kühsel-Hussaini, „Ganz nebenbei“ von Woody Allen, „Haus der Namen“ von Colm Tóibín und „1000 Serpentinen Angst“ von Olivia Wenzel.

23.04.2020: lesenswert
Mit Valerie Fritsch spricht Denis Scheck über ihren aktuellen Roman „Herzklappen von Johnson und Johnson“ und Staatsministerin Monika Grütters bringt ihre drei Lebensbücher mit.

26.04.2020: druckfrisch
Denis Scheck spricht über „Erdsee“ von Ursula K. Le Guin, „Sind wir nicht Menschen“ von T. C. Boyle und „Die rechtschaffenen Mörder“ von Ingo Schulze.

umgeSCHAUt im März 2020

📚 Schlüsselmomente des Lesens werden zu Beginn des lesenswert Quartetts angesprochen. Das ist durchaus etwas um Innezuhalten und zu überdenken. Ich selbst kann da Jostein Gaarder nennen, der mein Interesse an Philosophischem mit „Sophies Welt“ entfacht hat und der AHA-Moment, als mir klar wurde, wie unglaublich bereichernd und stimmungsaufhellend ich Literatur von Menschen empfinde, die man wohl als Weltenbummler und Abenteurer bezeichnen könnte.

📚 Die Abgründigkeit von „Serpentinen“ macht mich neugierig.

📚 „Der Freund“ scheint mir ein unterhaltsamer Roman zu sein, der mit nachdenklicher Leichtigkeit für ein wenig Ablenkung (nicht nur) in Corona-Zeiten sorgen kann.

📚 Das neue Literarische Quartett fühlt sich fremd und sperrig an.

📚 Das schrille Leben von Elton John klingt nach einer lesenswerten unterhaltsamen Lektüre.


Und das sind die Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

05.03.2020: lesenswert Quartett
Im lesenswert Quartett diskutiert Moderator Denis Scheck zusammen mit Ijoma Mangold, Insa Wilke und als Gast Sigrid Löffler über diese Bücher: „Milchmann“ von Anna Burns, „Serpentinen“ von Bov Bjerg, „Stern 111“ von Lutz Seiler und „Der Freund“ von Sigrid Nunez.

06.03.2020: Das Literarische Quartett
Gastgeberin Thea Dorn, Schriftstellerin und Publizistin, lädt in der Frühlings-Ausgabe zum munteren Disput mit Vea Kaiser, Jakob Augstein und Marion Brasch ein. Sie sprechen über „Nochmal Deutschboden“ von Moritz von Uslar, „Die rechtschaffenen Mörder“ von Ingo Schulze, „Haus der Namen“ von Colm Tóibín und „Vor Rehen wird gewarnt“ von Vicki Baum.

10.03.2020: Literaturclub
Nicola Steiner, Raoul Schrott, Thomas Strässle und der Slam-Poet Renato Kaiser diskutieren über „Ich“ von Elton John, „Der Freund“ von Sigrid Nunez, „Das zweite Schwert“ von Peter Handke, „Die Bagage“ von Monika Helfer sowie „etwas ganz und gar Persönliches“, Briefe 1934–1970 von Paul Celan.

15.03.2020: Buchzeit im Frühjahr
Die Leipziger Messe ist ausgefallen, nicht aber die Frühjahrsproduktion der Verlage. Das Buchzeit-Team stellt acht Bücher vor: „Der Freund“ von Sigrid Nunez, „Die Detektive vom Bhoot-Basar“ von Deepa Anappara, „Die rechtschaffenen Mörder“ von Ingo Schulze und „Meine Schwester, die Serienmörderin“ von Oyinkan Braithwaite.

29.03.2020: druckfrisch
Statt der Kritik der aktuellen Bestsellerliste präsentiert Denis Scheck seine Top Ten zur Krise. Weitere Themen: Lutz Seilers Roman „Stern 111“, „Der Leopard“ von Giuseppe Tomasi di Lampedusa sowie Hilary Mantels Geschichtsepos „Spiegel und Licht“.

#bücherschrankschatz – März 2020

#bücherschrankschatzViele öffentliche Bücherschränke werden ja bereits liebevoll bestückt und gepflegt, aber andere können ein wenig Unterstützung brauchen und da soll die Mitmachaktion #bücherschrankschatz einfach ein wenig helfen. -> Mach doch auch mit!



Bei diesem Besuch bietet der Bücherschrank ein recht überschaubares, aber auch sehr blasses Bild. Ich rücke einige Bücher zurecht und sorge ein wenig für einen aufgeräumten Gesamteindruck. Es gibt kaum bekannte Titel und auch im Kinderfach befindet sich kaum etwas, was junge Leser entdecken könnten.

Ich bin fast in Versuchung die Kinder- und Jugendbücher, die ich in den kommenden Monaten dem Bücherschrank spenden möchte, in einem Rutsch dort zu lassen, weil ich das Angebot gerade so traurig dort finde. Aber tatsächlich habe ich nur „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ von Mark Twain dabei. Ein Buch, das ich als Kind sehr gern mochte und von dem ich mir wünschen würde, dass eine junge Leseratte es ebenfalls mit Freude für sich entdecken kann.

#bücherschrankschatz_03_2020

Der Klappentext verrät: Hemingway nannte Mark Twains ‚Abenteuer des Huckleberry Finn‘ von 1885 ‚das beste Buch, das wir je gehabt haben‘! Der Roman ist ein Klassiker der Jugendliteratur, doch seine Bedeutung geht weit darüber hinaus: Kunstvoll eingebettet in die spannungsgeladene Geschichte einer Flucht aus bedrückenden Verhältnissen werden mit der vorbehaltlosen Freundschaft zwischen dem jungen Huck Finn und dem Sklaven Jim Menschlichkeit und Zivilisationskritik zum zentralen Motiv der Handlung.

Mark Twain
Die Abenteuer des Huckleberry Finn
Hardcover, 320 Seiten
ISBN 978-3730602263
Preis: 4,95 €
Verlag:  Anaconda Verlag
Alter: 10 – 12 Jahre
erschienen: 1884

Wie sieht der öffentliche Bücherschrank bei euch aus? Kennt oder unterstützt ihr bereits einen öffentlichen Bücherschrank und wenn ja, welches Buch stellt ihr im März dort unter?

#bücherschrankschatz – Februar 2020

#bücherschrankschatzViele öffentliche Bücherschränke werden ja bereits liebevoll bestückt und gepflegt, aber andere können ein wenig Unterstützung brauchen und da soll die Mitmachaktion #bücherschrankschatz einfach ein wenig helfen. -> Mach doch auch mit!



Nur ein kurzer Besuch beim Bücherschrank, denn hier sieht eigentlich alles ganz gut aus. Lediglich die sowieso schon spärlich vorhandenen Kinderbücher sind kreuz und quer einsortiert, anstatt in dem dafür vorgesehenen Fach zu stehen. Das ist jedoch schnell behoben und auch mein mitgebrachtes Kinderbuch findet schnell seinen neuen Platz.

Dabei habe ich dieses Mal die Taschenbuchausgabe eines Buches, das ich selbst vor ewigen Zeiten als Hardcover besaß und als Kind gern gelesen habe. Längst weiß ich nicht mehr, worum es in dem Buch eigentlich geht, aber ich mag auch heute noch den frechen Titel, von dem ich mir erhoffe, dass er vielleicht eine junge Leseratte neugierig auf das Buch macht.

#bücherschrankschatz_02_2020

Der Klappentext verrät: Mit Majestät will dieses Kürbis-Gurken-Kronen-Ding angeredet werden, das da plötzlich in der Küche der Familie Hogelmann sitzt und um politisches Asyl bittet. «In diesem Buch erzähle ich, Wolfgang Hogelmann, wie wir den blöden Gurkinger und Kellerkönig Kumi-Ori vertrieben haben. Er hat die ganze Familie furchtbar geärgert. Gemein war er auch. Dann ist noch in der Schule was passiert. Aber das ist noch nicht alles …» Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

Christine Nöstliner
Wir pfeifen auf den Gurkenkönig
Taschenbuch, 160 Seiten
ISBN 978-3-499-20153-0
Preis: 8,00 €
Verlag:  rororo rotfuchs
Alter: ab 9 Jahre
erschienen: 01.07.1977

Wie sieht der öffentliche Bücherschrank bei euch aus? Kennt oder unterstützt ihr bereits einen öffentlichen Bücherschrank und wenn ja, welches Buch stellt ihr im Februar dort unter?

#bücherschrankschatz – Januar 2020

#bücherschrankschatzViele öffentliche Bücherschränke werden ja bereits liebevoll bestückt und gepflegt, aber andere können ein wenig Unterstützung brauchen und da soll die Mitmachaktion #bücherschrankschatz einfach ein wenig helfen. -> Mach doch auch mit!



Damit, regelmäßig ein Mal im Monat einen Spaziergang zum Öffentlichen Bücherschrank zu machen, dort nach dem rechten zu sehen, ein wenig die Bücher zurechtzurücken oder wieder vernünftig hinzustellen und mein mitgebrachtes Buch einzusortieren, habe ich vor einem Jahr begonnen. Tatsächlich scheint dort jemand die Verantwortung übernommen zu haben und Bücher auszusortieren, vielleicht sogar auch einfach nur auszutauschen, so dass sich der Gesamtzustand des Bücherschranks unabhängig von meinen Besuchen erheblich gebessert hat. Eine schöne Entwicklung, die mir viel Freude macht, auch wenn ich sehr selten für mich Bücher von dort mitnehme. Das liegt aber nicht an dem Buchangebot, sondern vielmehr daran, dass ich mich meist bewusst zurückhalte, um meinen SuB nicht noch weiter auszubauen.

Einzig bei den Kinder- und Jugendbüchern sieht es dort oft nicht sehr rosig aus, weshalb ich mich entschlossen habe, dass meine Buchspenden in diesem Jahr aus diesem Bereich kommen sollen. Den Anfang mache ich mit „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien:

#bücherschrankschatz_01_2020

Die Vorgeschichte zu „Herr der Ringe“: Bilbo Beutlin, ein angesehener Hobbit, findet sich eines Morgens in der Gesellschaft von Gandalf, dem Zauberer, wieder – und von dreizehn Zwergen, die einer nach dem anderen unangemeldet in seine Wohnhöhle hereinplatzen. Und damit ist es mit seinem geruhsamen Leben vorbei. Gepackt von einer für Hobbits ungewöhnlichen Abenteuerlust nimmt er den Auftrag an, den Zwergenschatz, den der Drache Smaug einst gestohlen hatte, wieder zurückzuholen. Kein leichtes Unterfangen, denn Smaug sieht es gar nicht gerne, wenn jemand seinem Goldschatz zu nahe kommt.

J.R.R. Tolkien
Der kleine Hobbit
Aus dem Englischen von Walter Scherf
Mit Vignetten von Max Meinzold
Taschenbuch, 400 Seiten
ISBN 978-3-423-71566-9
Preis: EUR 9,95 € [DE], EUR 10,30 € [A]
Verlag: dtv junior
Alter: ab 12

Wie sieht der öffentliche Bücherschrank bei euch aus? Kennt oder unterstützt ihr bereits einen öffentlichen Bücherschrank und wenn ja, welches Buch stellt ihr im Januar dort unter?

umgeSCHAUt im Dezember

📚 Von Olga Tokarczuk möchte ich auch gerne mal etwas lesen, bin mir aber nicht sicher, ob „Die Jakobsbücher“ als Einstieg in das Schaffen der Literaturnobelpreisträgerin geeignet ist.

📚 Robert Macfarlanes Expeditionen ins Erdreich scheinen lesenswert zu sein.

📚 „Quichotte“ klingt nach augenöffnender guter Unterhaltung. Die Leseprobe werde ich mir mal anschauen.

📚 Das mit den Eisbären muss wohl früher tatsächlich ein Trend gewesen sein. Von meinem Vater gibt es auch so ein Kindheitsfoto aus den 1950er Jahren, wo er zusammen mit einem Eisbären abgelichtet wurde.

📚 Volker Weidermann und Christine Westermanns Abschied beim Literarischen Quartett bedauere ich. Wenn es mir manchmal zu abgehoben wurde, hatte ich immer den Eindruck, dass Christine Westermann für die Bodenhaftung sorgte. Mal sehen, welches Format die Umgestaltung dieser Sendung hervorbringt.

📚 „Die Wunder von Little No Horse“ von Louise Erdrich klingt nach einem vielschichtigen interessanten Roman, der auf eine entspannte Weise mit dem Gender-Wahn umgeht.

📚 Die Beschreibung des Buches „Herbst“ von Ali Smith spricht mich an. Gerne möchte ich das Buch lesen, fürchte jedoch, dass die Thematik für mich derzeit zu bedrückend sein könnte.

📚 Die Arroganz, mit der das Lesenswert Quartett „Das Institut“ von Stephen King behandelt, gefällt mir nicht. Es gibt sicherlich viele Autoren und Genres, die in dieser Literatursendung fehl am Platze sind, deshalb brauchen sie jedoch nicht vorgeführt zu werden.


Und das sind die Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

04.12.2019: Bücherjournal
Julia Westlake spricht über „Hope, Never Fear“ von Callie Shell, „Extreme Sicherheit“ von Matthias Meisner und Heike Kleffner, „Die Jakobsbücher“ von Olga Tokarczuk, „Im Unterland“ von Robert Macfarlane, „Otto“ von Dana von Suffrin, „Quichotte“ von Salman Rushdie, „Eisbären“ von Jochen Raiß, „Gegen Morgen“ von Deniz Utlu,

05.12.2019: lesenswert
Steffen Kopetzky stellt seinen neuen Roman „Propaganda“ vor und Hanns-Josef Ortheil erzählt in seinem neuen Roman von der Venedigreise Hemingways, der sich dort aus einer tiefen Krise ins Leben zurück schreibt.

06.12.2019: Das Literarische Quartett
Volker Weidermann lädt mit Christine Westermann und Thea Dorn erneut zum Disput über Bücher: „Über Liebe und Magie“ von John Burnside, „Marzahn mon Amour“ von Katja Oskamp, „The Great Novitzki“ von Thomas Pletzinger und „Effi Briest“ von Theodor Fontane. Gast ist der Schauspieler und Autor Matthias Brandt.

08.12.2019: Buchzeit
Barbara Vinken, Sandra Kegel und Katrin Schumacher diskutieren mit  Gert Scobel über „Die dunklen Winkel des Herzens“ von Francoise Sagan, „Herbst“ von Ali Smith, „Die Wunder von Little No Horse“ von Louise Erdrich und „Zu oft umsonst gelächelt“ von Botho Strauss.

10.12.2019: Gottschalk liest
Thomas Gottschalk im Gespräch mit Gerhard Polt, Jackie Thomae („Brüder“) und Jan Weiler („Kühn hat Hunger“).

12.12.2019: lesenswert Quartett
Vier Bücher, vier Meinungen, vier Köpfe: Denis Scheck diskutiert mit den Literaturkritiker*innen Insa Wilke, Ijoma Mangold und Quartett-Gast Marie Schmidt über „Die Jakobsbücher“ von Olga Tokarczuk, „Im Unterland“ von Robert Macfarlane, „Brüder“ von Jackie Thomae und „Das Institut“ von Stephen King.

17.12.2019: Literaturclub
Nicola Steiner, Elke Heidenreich, Milo Rau und Gesa Schneider diskutieren über „Herkunft“ von Saša Stanišić, „GRM“ von Sibylle Berg, „Wie später ihre Kinder“ von Nicolas Mathieu sowie „Aus der Dunkelheit strahlendes Licht“ von Petina Gappah.