#WritingFriday: Die Nichtbekehrung eines Nichtlesers

Einen Nichtleser zum Lesen bekehren zu wollen widerstrebt mir, denn irgendetwas ist ist im Leben dieses Nichtlesers bereits schief gelaufen, wenn er sich so sehr gegen das Lesen sträubt, dass er sich dazu gezwungen fühlt, sich öffentlich so bezeichnen zu müssen. Oft sind es fast schon geradezu militante Versuche lesebegeisterter Mitmenschen, die krampfhaft versuchen einem jungen unbedarften ABC-Schützen ihr liebstes Hobby aufzuzwingen. Beispielsweise das Lesen üben unter Zwang, also erst etwas gemeinsam Lesen zu müssen, bevor die eigentlich angestrebte Tätigkeit ausgeübt werden kann. So kann man einem Kind mit Leichtigkeit selbst das systematisch vermiesen, was es unter Umständen vielleicht gemocht hätte. Aber möglicherweise hat auch der übermäßige Film- und Videokonsum schon früh dazu geführt, dass das Kind diese bequeme Form Geschichten zu erfahren für sich als die als bessere zu empfinden gelernt, ja vielleicht sogar von den Eltern vorgelebt bekommen hat. Es muss nicht selbst gelesen und passend dazu das Vorstellungsvermögen bemüht und sich mit Sprache auseinandergesetzt werden, sondern man bekommt ganz bequem alles bildlich vorgesetzt und übt sich schon früh darin, sich einfach berieseln zu lassen.

Einen so bereits geprägten jungen Nichtleser doch noch zum mit Freude empfundenen Lesen zu bringen, kann schwierig sein. Mit etwas Glück macht der Film oder die Serie auf das zugrunde liegende Buch oder die Buchreihe neugierig, so dass doch noch die Ausgangsgeschichte gelesen wird und der Weg zurück zum Ursprung führt. Wenn dann auch noch das Buch mehr zu begeistern weiß als der Film, wäre das der gewünschte Volltreffer. Wahrscheinlich wird das Interesse des Nichtlesers aber eher durch einen Mehrwert geweckt, den das Buch zum Film liefern kann. So können ergänzende Themen oder absolut nerdige Zusatzinfos zum geliebten Film sicherlich so manchen Nichtleser doch noch ins Buch blicken lassen. Auch könnte man diesen Effekt vielleicht erreichen, wenn man den Nichtleser sehr gut kennt und ihm zu seinen Herzensthemen und den liebsten Hobbies Bücher empfiehlt oder vielleicht sogar schenkt. Das garantiert zwar nicht, dass dieses Buch auch gelesen wird, aber es könnte unter Umständen so neugierig machen, dass darin zumindest schon mal herumgeblättert wird und die Chancen darauf, dass der Nichtleser sich festliest, steigen. Erst recht, wenn dieses Buch von jemandem empfohlen wird, der in der Gunst des Nichtlesers hoch angesehen ist und bestenfalls sogar gewisse Interessen und Vorlieben teilt. Der anschließende gemeinsame Austausch über die Inhalte des Buches wäre Gold wert und hinterließe sicherlich einen positiven bleibenden Eindruck.

Vielleicht ist es aber auch einfach an der Zeit anzuerkennen, dass wir heute in einer Zeit leben, in der wir unsere Informationen und auch Unterhaltungsmöglichkeiten durch vielfältige Medien und nicht mehr ausschließlich durch Bücher erhalten. Wenn jemand nicht gerne Bücher liest, ist das zwar für jeden, der gerne und viel liest oft befremdlich und nicht unbedingt nachvollziehbar, aber das bedeutet keinesfalls das der Nichtleser mit einem Mangel behaftet ist, für den er sich sein Leben lang entschuldigen müsste oder der ihn womöglich als dumm auszeichnet. Denn entscheidend ist wohl eher mit welchen Informationen man sein Gehirn füttert und wie man in der Lage ist diese auszuwerten und anzuwenden.

Lesemuffel

Da ich den Nichtleser mit dem Namen Erik nicht persönlich kenne, von ihm aber weiß, dass er eben nicht gerne liest, empfehle ich ihm das Buch „Lesemuffel: Für Leute, die nicht gerne lesen“ von Jean-Claude Loiola. Dieses Buch ist für jede Altersgruppe geeignet und kann nach Lust und Laune durchgeblättert werden, ohne Lesen zu müssen. Man kann sich einfach beim sanften Geräusch des Umblätterns der rund 200 Seiten entspannen oder über den leeren Seiten meditieren. Aber dieses Buch bietet so natürlich auch Potenzial für eigene Notizen und Ideen, z.B. als Tage- oder Notizbuch. Das leere Inhaltsverzeichnis hat Platz für persönliche Inhalte, die dank der gedruckten Seitenzahlen schnell wiedergefunden werden können. Die blaue Hardcover Variante hat sogar ein schmuckes Lesebändchen integriert.

-> Zur Leseprobe [Werbung] 😉

Wenn Erik Humor hat, wird ihm das vielleicht gefallen und er wird die Botschaft dahinter als entspannend empfinden.


Beim #WritingFriday im August wird aus den vorgegebenen Schreibthemen jeweils eines ausgewählt und Freitags veröffentlicht. Dieses Mal: „Erik – der absolute Nichtleser – liest ein Buch nach deiner Empfehlung – er ist sofort Feuer und Flamme dafür! Welches Buch ist es und wieso gefällt es ihm so gut?“