Frisch auf dem Buchmarkt: November 2020

Unter den Neuerscheinungen im Monat November gibt es wieder einiges Interessantes zu entdecken. Mal leuchtet der Mond hell über der Arktis, dann wird in fremden Tagebüchern gelesen, es gibt eine faszinierende Reise in die innere und äußere Wildnis von Menschen und Tigern, man kann eine dicke Frau und ihren kleinwüchsigen Geliebten erleben, feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen, wird in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen als auch der amerikanischen Geschichte geführt, erfährt von einer Frau, die mit dreißig aufhört zu altern, verfolgt die größte Arktisexpedition aller Zeiten, durchlebt die Welt der Online-Rollenspiele und kann mit Roger Willemsen unterwegs sein.

Aber schaut selbst:

02.11.2020: Das Lied der Arktis [Werbung] von Bérengère Cournut: Der Mond leuchtet hell über der Arktis, als das Eis bricht und Uqsuralik von ihrer Familie trennt. Auf einen Schlag ist sie vollkommen allein in der ewigen Polarnacht. Ihr einziger Schutz ist ein Bärenfell, und sie weiß: Sie darf niemals stehen bleiben. Zwischen Fjorden und Eisbergen lernt sie die Sprache der Natur, den Robben nachzuspüren und die Geister zu fürchten. Nach Tagen der Einsamkeit begegnet sie einer anderen Nomadenfamilie und schließt sich der Gemeinschaft an. Doch was zunächst als Rettung erscheint, birgt neue unvorhersehbare Gefahren.

02.11.2020: Stand spät auf, legte mich aber wieder hin [Werbung] von Rainer Wieland: Arthur Schnitzler nannte es einen „Spucknapf meiner Stimmungen“: das Tagebuch. Denn es erzählt von persönlichen Triumphen und Enttäuschungen, hochfliegenden Plänen und erotischen Fantasien, es ist Beichtstuhl und Ideenspeicher zugleich. Das Tagebuch muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Und vielleicht gehören deshalb so viele zum Schatz der Weltliteratur: Von Samuel Pepys, den Brüdern Goncourt, Christoph Kolumbus, Lew Tolstoi, Franz Kafka und Virginia Woolf bis zu Thomas Mann, Andy Warhol und Martin Walser – alle großen Tagebuchschreiber werden in dieser ultimativen Sammlung zu Wort kommen. Über 1000 Fundstücke voller Einsichten und Indiskretionen von mehr als 160 Autoren hat Rainer Wieland zu einem einzigartigen Buch komponiert: 500 Jahre Tagebücher in einem großen Diarium, das sich über 365 Tage von Neujahr bis Silvester erstreckt.

02.11.2020: Tiger [Werbung] von Polly Clark: Eine faszinierende Reise in die äußere und innere Wildnis von Menschen und Tigern. Für Frieda, eine englische Primatenforscherin, sind Tiger nichts als wilde Tiere, ihr fremd in ihrer rohen Aggression. Aber seit sie in einem kleinen Zoo in Devon arbeitet, begegnet sie den Wildkatzen täglich. Nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren; dann, sie zu verstehen, und schließlich, sie zu lieben. Durch sie lernt sie einen Teil von sich selbst neu zu entdecken und begibt sich auf eine Reise, die sie bis nach Sibirien führt, wo ihr eigenes Schicksal sich mit dem von Tomas, einem einsamen Mann in den Wäldern der Taiga, der kleinen Sina, einem wilden Mädchen, und dem der Tiger auf überraschende Weise verbinden wird. Eine lyrische, abenteuerliche, sinnliche, schlicht gewaltige Geschichte von einem Mann, einer Frau und einem Kind, deren heimlich miteinander verknüpfte Leben tief im Zeichen des Tigers stehen.

03.11.2020: Schau mich an [Werbung] von Elif Shafak: Die Spiegel-Bestsellerautorin Elif Shafak spielt mit den Vorstellungen von Schönheit und Hässlichkeit, als wären sie Zauberwürfel, und erschafft damit eines ihrer ungewöhnlichsten Werke: eine humorvolle und tiefgreifende Erkundung dessen, was es heißt, zu schauen und angeschaut zu werden. Die Frau ist so dick, dass sie überall angestarrt wird. Auch ihr Geliebter, ein Kleinwüchsiger, zieht die Blicke auf sich. Doch während sie sich vor der Welt verstecken möchte, drängt er ins Licht – um jeden Preis. „Schau mich an“ ist eines der ungewöhnlichsten Werke von Elif Shafak: eine humorvolle, tragische und Jahrhunderte überspannende Erkundung dessen, was es heißt, andere anzublicken und angeblickt zu werden.

03.11.2020: Schreibtisch mit Aussicht [Werbung] von Ilka Piepgras: Vom Glück des Schreibens und von dessen Preis, von Routine und Ritualen, von Vorbildern und Verzicht: 24 bedeutende Schriftstellerinnen erzählen davon auf sehr persönliche Weise. Schreiben ist harte Arbeit, das gilt unabhängig vom Geschlecht, und es ist Synonym für aller höchste Konzentration. Bislang sind Werkstattberichte von Frauen rar. Dieses Buch versammelt nun erstmals Beiträge über die Schnittstelle von Leben und Kunst. Mal ergreifend und offenherzig, mal pragmatisch und wirklichkeitsnah reflektiert jeder Text auf eigene Art weiblichen Schöpfergeist und räumt mit überholten Schriftstellerinnen- Klischees auf. Was bringt Schriftstellerinnen dazu, zu schreiben? Womit kämpfen sie im Alltag, was beflügelt sie, was lässt sie dranbleiben? Dieses Buch feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen.

05.11.2020: Aus dem Schatten des Vergessens [Werbung] von Martin Michaud: Der Krimi-Bestseller aus Kanada — Montreal, heute: Am Tag vor Weihnachten wird Judith Harper, eine renommierte Psychologin, auf grausame Weise umgebracht. Zur gleichen Zeit verschwindet Nathan Lawson, ein angesehener Anwalt, nachdem er in Panik Dokumente auf einem Friedhof vergraben hat. Wenig später stürzt sich ein Obdachloser von einem Wolkenkratzer. Im Mantel des Obdachlosen: die Brieftaschen von Harper und Lawson. Als Sergent-Détective Victor Lessard, der selbst ein Getriebener ist, gemeinsam mit seiner Partnerin Jacinthe Taillon die Ermittlungen aufnimmt, wird den beiden eine verstörende Aufnahme zugespielt, auf der die Stimme von Lee Harvey Oswald zu hören ist, dem Mann, der einst J. F. Kennedy erschoss und der jetzt aus dem Grab zu ihnen spricht. Lessard und Taillon stehen vor einem Fall, der sie in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen Seele als auch der amerikanischen Geschichte führt.

05.11.2020: Die Frau, die nicht alterte [Werbung] von Grégoire Delacourt: Martine führt mit Ende zwanzig ein glückliches Leben. Sie hat studiert, mit André den Richtigen gefunden, ihn geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Die Zukunft ist für sie ein großes Versprechen. Doch als sie mit dreißig plötzlich aufhört zu altern, gerät alles ins Wanken. Was nach dem unerreichbaren Traum so vieler Frauen klingt, wird für Martine Wirklichkeit – und zu einer ungeahnten Zerreißprobe, auch für ihre Familie. Denn wer will für immer jung sein, wenn die Liebsten, die Freunde, die Verwandten, wenn alle anderen altern? Der neue Roman des Bestsellerautors Grégoire Delacourt ist eine mitreißende Parabel auf unser bizarres Streben nach ewiger Jugend, auf die Schönheit des Alters und die alles überwindende Kraft der Liebe.

16.11.2020: Eingefroren am Nordpol [Werbung] von Markus Rex: Ein Jahr im Eis: Die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Am 20. September 2019 startete die größte Arktisexpedition aller Zeiten: Die »Polarstern« verließ den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol einfrieren zu lassen. An Bord hat sie Wissenschaftler aus 19 Nationen, die in der Arktis ein Jahr lang die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen werden. Markus Rex, der Leiter der »MOSAiC« genannten Forschungsmission, erzählt in seinem Buch die Geschichte dieser einmaligen Expedition: Er berichtet vom Alltag unter den extremen Bedingungen der Arktis, von den logistischen und planerischen Herausforderungen und von den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Forscher im Eis sammeln konnten. »Eingefroren am Nordpol« ist die Geschichte eines großen Forschungsabenteuers und zugleich ein eindringlicher Blick auf die dramatischen Folgen des Klimawandels. Mit vielen farbigen Abbildungen, u.a. exklusiven Fotos von der Expedition, Grafiken und Karten.

25.11.2020: 88 Namen [Werbung] von Matt Ruff: Teils Detektivgeschichte, teils Science-Fiction-Thriller – der neue, witzige Roman von Kultautor Matt Ruff. John Chu liebt seinen Job. Als Sherpa begleitet er zahlungskräftige Kunden in Online-Rollenspiele wie das populäre Call to Wizardry und zeigt ihnen die Kniffe des Games. Das Geschäft brummt, und John würde sich als glücklich bezeichnen, wären da nicht zwei klitzekleine Probleme: Zum einen hat seine Ex-Freundin nach einer unglücklich verlaufenen Trennung geschworen, seine berufliche und private Existenz zu vernichten. Zum anderen vermutet er, dass es sich bei seinem neuesten Kunden in Wirklichkeit um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handelt, der die virtuelle Welt studieren möchte, um sie für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren. John versucht, der wahren Identität des ominösen »Mr. Jones« auf die Spur zu kommen – und verstrickt sich in ein Komplott, das ihn den Kopf kosten könnte. Für Leser*innen von Ernest Cline, Jasper Fforde und Douglas Adams.

25.11.2020: Unterwegs [Werbung] von Roger Willemsen: Schon als kleiner Junge hatte er immer einen gepackten Koffer unterm Bett. Aus dem kleinen Jungen ist ein großer Reisender geworden und ein begnadeter Erzähler. Ob Tokio, der Kongo oder Afghanistan, von überall brachte Roger Willemsen Geschichten mit. Das Reisen bedeutete ihm aber weit mehr. Dieser Band erzählt davon und von seiner Sehnsucht nach der Fremde. »In Wirklichkeit gelangt man immer nur an einen weiteren treibenden Ort, um sich dann neuerlich abzustoßen und vielleicht endlich an jenem instabilen Ort einzutreffen, den ich nur deshalb ›Zuhause‹ nenne, weil er mehr Rituale versammelt als andere.« (Roger Willemsen)

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im November besonders?

Frisch auf dem Buchmarkt: Oktober 2020

Im Oktober gibt es in den Bücherwelten viele Neuerscheinungen zu entdecken – und das ohne die digitale Frankfurter Buchmesse inspirierend zu Rate gezogen zu haben. Da findet sich also sicherlich noch mehr 😉

Mein Interesse liegt in diesem Monat bei Streaming-Diensten, dem Horror von Smart-Homes, der skandalträchtigen Geschichte des Christentums, dem 40jährigen Jubiläum von Greenpeace, einer Familiengeschichte in den Wäldern Kanadas, einer Tierärztin und Artenschützerin in den Dschungeln der Welt, der Alpendurchquerung einer Regisseurin, Gehirnforschern im Gespräch, globaler Überwachung, prägenden Erfahrungen aus der Kindheit, einer lustigen Dystopie, einer Farm in Südafrika um 1883, indigenen Gemeinschaften in Kanada, einem Bauernsohn in Island und Jesus Christus in der Nacht vor seinem Tod. Aber schaut selbst:

01.10.2020: Streamland . Wie Netflix, Amazon Prime & Co. unsere Demokratie bedrohen [Werbung] von Prof. Dr. Marcus Kleiner: Was der Streaming-Boom für unsere Demokratie bedeutet und warum er das Zeug dazu hat, sie in ihren Grundfesten zu erschüttern. Noch vor wenigen Jahren waren Streaming-Dienste ein Nischenmarkt, heute dominieren sie die Medienlandschaft. Die Öffentlich-Rechtlichen sind angezählt, die Privaten kränkeln. Denn niemand hat dem so bestechend auf unsere Bedürfnisse abgestimmten Angebot von Netflix, Amazon Prime und Co. noch etwas entgegenzusetzen. So nimmt der Siegeszug der Streaming-Dienste kein Ende – Netflix und Co. werden zu neuen Leitmedien. Dabei tauschen wir Zuschauer abwechslungsreiche Inhalte gegen Angebote ein, die von Algorithmen gesteuert werden und uns nur noch das vorschlagen, was Klicks verspricht. Prompt sehen wir nur noch, was wir sehen sollen. Und während die Anbieter so ihre Profite steigern, versinken wir in unserer Filterblase. Welche Wirkung aber haben die Algorithmen der Streaming-Dienste? Kann unsere Gesellschaft das aushalten, wenn wir nur noch einen Ausschnitt der Wirklichkeit wahrnehmen? Wenn sich die Medienlandschaft unumkehrbar verändert, weil wir zu passiven Konsumenten werden? Der führende Medienwissenschaftler Prof. Marcus S. Kleiner zeigt, warum der Streaming-Boom das Zeug dazu hat, unsere Demokratie zu erschüttern – und wie wir eine aufgeklärte Konsumentenhaltung entwickeln. Damit Netflix, Amazon Prime & Co. den Zusammenhalt unserer Gesellschaft nicht gefährden.

01.10.2020: Der Skandal der Skandale . Die geheime Geschichte des Christentums [Werbung] von Dr. Manfred Lütz: Die skandalträchtige Geschichte des Christentums – erzählt wie ein Krimi. Das Christentum ist heute in den Köpfen vieler Menschen vor allem verbunden mit dem Wissen um Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung und den Missbrauchsskandalen der letzten Jahre. Viele Christen schämen sich gar für die eigene Religionsgeschichte. Doch was ist wirklich dran an all diesen Skandalen? Dieser Frage geht Manfred Lütz in seinem fulminanten Buch nach und erzählt damit die spektakuläre Geschichte des Christentums auf den Grundlagen der aktuellen Forschung noch einmal neu. Wie konnte eine kleine jüdische Sekte im römischen Reich zur Weltreligion werden? Was steckte wirklich hinter den Kreuzzügen? Wie steht es heute um das Zölibat, die Frauen in der Kirche, die Sexualmoral und die Unfehlbarkeit des Papstes? Der Bestseller von einem der meistgelesenen Sachbuchautoren unserer Zeit, jetzt im Taschenbuch.

01.10.2020: Die Stimme [Werbung] von S. K. Tremayne: Wenn das »Smart Home« zum Horror-Haus wird: »Die Stimme« ist ein raffiniert-gruseliger Psychothriller über eine Sprach-Assistentin mit erschreckendem Wissen und Fähigkeiten. »Ich weiß, was du getan hast.« Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist! Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen … Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo … Bestseller-Autor S. K. Tremayne ist ein Meister im Erzeugen subtilen Grusels. Mit dem Psychothriller »Die Stimme« holt er das Grauen ins digitale Zuhause.

02.10.2020: Mut. Wie Greenpeace die Welt verändert [Werbung] hat von Delius Klasing (Herausgeber): Greenpeace hat unsere Gesellschaft verändert wie keine andere Nichtregierungsorganisation. Waldsterben, Atomkraft, Umweltverschmutzung – kaum ein Problem unseres Planeten wurde nicht von ihren Kampagnen thematisiert und bekämpft. Die Autoren des umfangreichen Magazins „MUT. Wie Greenpeace die Welt verändert hat.“ feiern das Jubiläum der Umweltschutzorganisation mit einer ausführlichen Analyse. Experten und prominente Publizisten, Mitbegründer und Aktivisten kommen zu Wort und erklären, wie Greenpeace die Welt in den letzten vier Jahrzehnten bewusster und grüner gemacht hat. Was ist Greenpeace? Die wichtigste Umweltorganisation der Welt im Porträt. Der große Faktencheck: Hat Greenpeace die Ziele der letzten 40 Jahre erreicht? Von Treibhauseffekt bis Plastik im Meer: Die Auswirkungen der Greenpeace-Aktionen verständlich erklärt mit über 100 starken Bildern und Infografiken, Essays und Interviews von prominenten Autoren zum Greenpeace-Jubiläum. CO2-neutral auf nachhaltig erzeugtem Papier und im cradle-to-cradle-Verfahren gedruckt. Vierzig Jahre nach der Gründung von Greenpeace werfen wir einen Blick auf die Erfolge und Aktionen der weltbekannten Umweltschutzorganisation. Die Kapitel Feuer, Wasser, Luft und Erde widmen sich Greenpeace-Projekten rund um den Klimawandel, den Schutz der Meere, die Gefahren von CO2, die Folgen der Massentierhaltung und vieles mehr. Was haben die Aktivistinnen und Aktivisten in vierzig Jahren erreicht und welche neuen Aktionen stehen jetzt an? Ein starkes Plädoyer für die Notwendigkeit von Umweltschutz und gemeinsamer Verantwortung!

05.10.2020: Das Flüstern der Bäume [Werbung] von Michael Christie: Eine Familie, vier Generationen, schicksalhaft verbunden mit den Wäldern Kanadas. Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder … Michael Christies grandiose Familiensaga ist großes Kino: farbenprächtig, mitreißend, bewegend!

05.10.2020: Abenteuer Artenschutz [Werbung] von Hannah Emde: Tierärztin und Artenschützerin aus Leidenschaft. Sie ist in den Dschungeln der Welt zu Hause: Hannah Emde, 28, setzt sich als Tierärztin für den Erhalt der Arten ein. Sie arbeitet mit dem extrem seltenen Nebelparder auf Borneo, mit bunten Riesenpapageien in Guatemala, mit Orang-Utans oder mit einer vier Meter langen Würgeschlange. Überall auf der Welt engagiert sie sich, um Tiere vor dem Aussterben zu schützen, dabei haben es ihr die Regenwälder besonders angetan. Sie berichtet mitreißend von der Schönheit des Dschungels und vermittelt eindringlich, warum Exoten wie der Lemur auf Madagaskar und der Bullenhai in Costa Rica gefährdet sind. Und was jeder Einzelne von uns hier und jetzt dafür tun kann, um ihren Lebensraum zu bewahren. Mit Tipps, was jeder von uns hier und jetzt für den Artenschutz tun kann

05.10.2020: Alpensolo [Werbung] von Ana Zirner: Sechzig Tage und Nächte unter freiem Himmel. Berge bedeuten für Ana Zirner Freiheit. Doch der engagierten Regisseurin bleibt zu selten Zeit für ihre Passion. Deshalb beschließt sie, allen Ballast abzustreifen und allein von Ost nach West die Alpen zu überqueren. Nur mit einem 35-Liter-Rucksack bepackt, begibt sie sich auf ihre selbst gelegte Route: knapp 2000 Kilometer vom slowenischen Ljubljana über Österreich, Italien und die Schweiz bis ins französische Grenoble. Packend und mit starker Stimme erzählt sie vom Glück, unter dem Sternenhimmel zu biwakieren. Wie sie beim Bergsteigen ihr Bewusstsein schärft und der Natur mit Respekt begegnet. Dass ihr die Berge in ihrer ruhenden Weisheit einen Platz zuweisen. Und was sie von den Menschen, die dort wohnen, über Mitgefühl und Demut lernt.

06.10.2020: Brainstorming . 300 Fragen ans Gehirn [Werbung] von Barbara Schmutz: 17 führende internationale Gehirnforscher im Gespräch. Was ist ein Geistesblitz? Wie kommt es zu falschen Erinnerungen? Sitzt das Bauchgefühl im Kopf? Was passiert beim Tagträumen? Können wir bewusst vergessen? Gibt es im Gehirn Raum für eine Seele? Gespräche mit 17 führenden internationalen Gehirnforscherinnen und Gehirnforschern zu Bewusstsein und künstlicher Intelligenz, Traum und Schlaf, Sucht und Drogen, Lernen und Gedächtnis und zur Zusammenarbeit zwischen Gehirn und Darm.

07.10.2020: Der dunkle Spiegel . Edward Snowden und die globale Überwachungsindustrie [Werbung] von Barton Gellman: »Verax« – unter diesem Namen kontaktierte ein geheimnisvoller Informant Barton Gellman. Der Journalist konnte nicht ahnen, dass sich dahinter Edward Snowden verbarg – und der größte Überwachungsskandal aller Zeiten.
Jetzt legt der dreifache Pulitzer-Preisträger die definitive Gesamtdarstellung der globalen Überwachung vor. »Der dunkle Spiegel« ist alles zusammen: Spionage-Thriller, Insider-Bericht, investigative Reportage – und ein einzigartiges Zeugnis der unersetzlichen Rolle des Journalismus. Wie in einem Krimi erzählt Gellman von Snowdens Leak bis zum heutigen Überwachungskapitalismus des Silicon Valley die ganze Geschichte. Gegen den Widerstand von Geheimdiensten der ganzen Welt gelingt es ihm, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Als sein Rechner vor seinen eigenen Augen gehackt wird, ist ihm klar: Hier sind Mächte am Werk, die kaum zu kontrollieren sind. Doch wer spioniert uns aus und warum? Sein Buch ist die Antwort auf diese Fragen.

08.10.2020: Muttermale und Vaters Spuren [Werbung] von Maren Lamers: Wie wir unser Leben gestalten, ist geprägt von unseren Erfahrungen in der Kindheit. Wir entwickeln mächtige Grundannahmen über uns selbst, das Leben und andere Menschen: eine Art innerer Landkarte, mit der wir als Erwachsene durch Lebensphasen und Krisen navigieren. Maren Lammers lädt Leser*innen ein, einen intensiveren Blick auf diese Landkarte zu werfen, die eigenen Erfahrungen zu ordnen und zu einem besseren Verständnis alter und zukünftiger Reiserouten zu kommen. Oft sind nur vor diesem Hintergrund kleine und größere Veränderungen in der Gegenwart möglich. Die Autorin informiert über die Auswirkungen verschiedener Erziehungsstile, über Resilienz und die Rolle von Genen. Viele Übungen und Arbeitsblätter erleichtern die Biografiearbeit vor dem Hintergrund einer psychischen Erkrankung, familiären Konflikten und der eigenen Elternschaft.

12.10.2020: QualityLand 2.0 [Werbung] von Marc-Uwe Kling: Schwer was los in QualityLand, dem besten aller möglichen Länder. Jeder Monat ist der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung, ein Billionär möchte Präsident werden, und dann ist da noch die Sache mit dem Dritten Weltkrieg. Peter Arbeitsloser darf derweil endlich als Maschinentherapeut arbeiten und versucht, die Beziehungsprobleme von Haushaltsgeräten zu lösen. Kiki Unbekannt schnüffelt in ihrer eigenen Vergangenheit herum und bekommt Stress mit einem ferngesteuerten Killer. Außerdem benehmen sich alle Drohnen in letzter Zeit ziemlich sonderbar … Marc-Uwe Klings lustige Dystopie um Menschen und Maschinen in einer Big-Data-Welt geht in die zweite Runde! Ein Roman voller kluger Einfälle, skurriler Figuren und verblüffender Plot-Twists.

12.10.2020: Die Geschichte einer afrikanischen Farm [Werbung] von Olive Schreiner: Ein bewegendes Meisterwerk über weibliche Emanzipation und Selbstbestimmung in der kolonialen Männerwelt. «The Story of an African Farm» gilt als das südafrikanische «Wuthering Heights». Der autobiografisch inspirierte Roman der deutsch- und englischstämmigen Autorin, erschienen 1883, schildert das Schicksal einer eigenwilligen Heldin namens Lyndall. Schon als junges Mädchen lernt sie die Bigotterie und Ignoranz der Menschen kennen und erfährt, wie beschränkt die Lebensperspektiven für ihresgleichen sind. Doch dank einer großen inneren Stärke verteidigt sie in der Farmerswelt der südafrikanischen Karoo ihre Unabhängigkeit und verliert dabei das Ziel nie aus den Augen: weibliche Selbstbestimmung bis zuletzt. Schreiners Erzählkunst fasziniert nicht nur durch ihren einfühlsamen Ton und ihre große künstlerische Sensibilität, sondern widmet sich auch emanzipatorischen Themen wie Sexualität, voreheliche Schwangerschaft sowie die unrühmliche Rolle des Christentums bei der Bevormundung des «schwachen Geschlechts». Das Buch, seinerzeit ein Welterfolg, erscheint anlässlich des 100. Todestags der Feministin und Menschenrechtlerin am 11.12.2020 nun in einer Neuübersetzung.

12.10.2020: Unter der Mitternachssonne [Werbung] von Paul Seesequasis: Das beeindruckende Porträt von acht indigenen Gemeinschaften in Kanada. Paul Seesequasis, Journalist und Autor, gibt mit seinem ungewöhnlichen und spektakulären Social-Media-Projekt der »vergessenen Generation« der First Nations, Metis und Inuit ein Gesicht. Er erzählt anhand verschwunden geglaubter Fotos von Zusammenhalt, gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamen Widerstand. Dazu sammelte er über drei Jahre hinweg die eindrücklichsten Archivbilder und die Geschichten der Menschen hinter den Porträts. Damit stößt er die Tür zu einer verborgenen Wahrheit auf und bringt eine andere, eine neue Seite der Geschichte von Kanadas indigener Bevölkerung ans Licht.

14.10.2020: 60 Kilo Sonnenschein [Werbung] von Hallgrímur Helgason: Ausgezeichnet mit dem Isländischen Literaturpreis für den besten Roman des Jahres. Das Erwachen der Moderne im tiefen Schnee Islands. Der große Roman von einem der originellsten Autoren des Landes. So schräg und humorvoll, wie man es von Hallgrímur Helgason kennt, so literarisch und episch wie nie. 60 Kilo Sonnenschein ist die Geschichte von Gestur, einem unehelichen Bauernsohn aus dem fiktiven isländischen Dorf Segulfjörður. Während er bei immer neuen Ziehvätern heranwächst, schließlich selbst Vater wird, erwacht auch das moderne Island. Große Fischfänger steuern eines Tages den Hafen an, bringen Exotisches und Fremdes aus dem Umland und der weiten Welt. Mit den Waren kommen auch neue Werte, neue Moden und Gefühle ins kalte und tief verschneite Segulfjörður. Humorvoll, turbulent und mit unvergesslichen Figuren erzählt Hallgrímur Helgason vom Weg Islands in die Moderne.

28.10.2020: Die Passion [Werbung] von Amélie Nothomb: »Ich wusste schon immer, dass sie mich zum Tode verurteilen würden«, so beginnt Amélie Nothombs neues Buch. Hier spricht Jesus Christus in der Nacht vor seinem Tod. Mutterseelenallein in seiner Zelle, vertraut er uns seine geheimsten Gedanken an, seine Zweifel, seinen Groll. Leidenschaftlich fühlt sich Amélie Nothomb in die Leidensgeschichte Jesu ein. Hier wird Jesus tatsächlich Mensch.

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im Oktober besonders?

Frisch auf dem Buchmarkt: September 2020

Ein weiterer Monat mit vielen Neuerscheinungen, die so interessant sind, dass ich den innigen Wunsch habe, viel mehr zu lesen, als ich es derzeit mache. Lesen ist und bleibt ein Hobby für mich, das einfach nicht langweilig wird. Auch wenn diese Liste nicht den Anschein macht, aber ich habe sie bereits ein wenig ausgedünnt – doch die Betonung liegt wohl auf ‚wenig‘. Übrig geblieben ist eine Mischung aus Fremdem, Fremdländischem, Flucht, Heimkehr, Gewalt, Verbrechen, Glück, Abenteuer, Leben, Tod und viel Nachdenklichem. Aber schaut selbst:

01.09.2020: Der undankbare Flüchtling [Werbung] von Dina Nayeri: Mit zehn Jahren kam Dina Nayeri aus dem Iran als Asylsuchende in die USA, sie studierte in Harvard und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer Vorzeigemigrantin. In einem Streit mit ihrem Bruder, der um das Thema Assimilation kreiste, wurde ihr klar, welches Muster jeder Flüchtlingsbiografie zugrunde liegt: Egal, wo man herkommt, egal, wer man war, was man kann, die Erwartung von außen ist dieselbe: Schätze dich glücklich, dass wir dich aufgenommen haben. Opfere deine frühere Identität. Werde jemand, der unseren Ansprüchen genügt. Spannend wie in einem Episodenfilm verknüpft Dina Nayeri ihre eigene wendungsreiche Geschichte mit der von anderen Migranten. Sie erzählt von deren Schicksalen und stellt dringende, provokante Fragen nach Identität, Dankbarkeit, Würde und Verantwortung. Sie unterzieht die Rolle des Westens einer kritischen Betrachtung und gibt der Diskussion über Migranten und Migration neue Impulse. Ihr Ziel: dass der Westen seine grundlegenden Prämissen über Migration überdenkt.

01.09.2020: Das Geburtstagsfest [Werbung] von Judith W. Taschler: Zu seinem 50. Geburtstag wollen die drei Kinder von Kim Mey ihren Vater mit einem besonderen Gast auf der Familien-Geburtstagsfeier überraschen: Ohne sein Wissen haben sie Tevi Gardiner eingeladen, jene Frau, mit der Kim als Kind aus Kambodscha geflohen ist. Und die er seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat. Doch statt sich wie erwartet zu freuen, reagiert Kim seltsam abweisend. Auch Ines, die Mutter der drei, begegnet Tevi unterkühlt. Was Kim und Ines jahrzehntelang verschwiegen haben, verschafft sich nun unaufhaltsam Gehör: die wahren Begleitumstände jener dramatischen Flucht aus Kambodscha und das schreckliche Ende einer großen Liebe. So lässt eine scheinbar harmlose Überraschung ein Geburtstagsfest in einem Familien-Drama enden … »Das Geburtstagsfest«, das schmerzhaft-empathische Familien-Drama der renommierten Spiegel-Bestseller-Autorin und Glauser-Preisträgerin Judith W. Taschler, kreist um Familien-Beziehungen und Lebenslügen, die große Liebe und um Flucht und Heimkehr. Mehrstimmig und virtuos erzählt, erschafft die Innsbruckerin Judith W. Taschler in ihrer unverwechselbar klaren Sprache »Figuren, die dem Leser unter die Haut gehen und lange in Erinnerung bleiben« (Petra). Judith W. Taschler beleuchtet die großen Wendepunkte im Leben, raffiniert und psychologisch dicht erzählt, voller Mitgefühl für ihre Figuren, ohne je dabei kitschig zu werden.

07.09.2020: Der verlorene Sohn [Werbung] von Olga Grjasnowa: Akhulgo, Nordkaukasus, 1839: Jamalludin wächst als Sohn eines mächtigen Imams auf. Seit Jahrzehnten tobt der Kaukasische Krieg, und sein Vater wird von der russischen Armee immer mehr bedrängt. Schließlich muss er seinen Sohn als Geisel geben, um die Verhandlungen mit dem Feind aufzunehmen, und Jamalludin wird an den Hof des Zaren nach St. Petersburg gebracht. Bald schon ist der Junge hin – und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach seiner Familie und den verlockenden Möglichkeiten, die sich ihm in der prächtigen Welt des Zaren bieten. Olga Grjasnowa erzählt sprachmächtig von einem Kind, das zwischen zwei Kulturen und zwei Religionen steht und seine Identität finden muss. Und von der verheerenden Wirkung eines Krieges, in dem es keine Sieger geben kann.

07.09.2020: Alle Hunde sterben [Werbung] von Cemile Sahin: „Die Entschiedenheit, Klarheit, Härte und Sicherheit im Ton von Cemile Sahin ist eine Wucht.“ Julia Encke, FAS. In neun Episoden erzählt Cemile Sahin von neun Menschen, die ihr Exil in einem Hochhaus im Westen der Türkei finden. Sie alle haben Folter, Gewalt und Verschleppung durch Einheiten der türkischen Armee und der Polizei erlebt. Darunter: Eine Mutter, die ihren toten Sohn auf einen Pick-up lädt. Ein Mann, der seine schlafende Tochter draußen ins Gebüsch legt, bevor er sein Haus anzündet. Eine Frau, die angekettet in einer Hundehütte gehalten wird. Während sie von ihrer Flucht berichten, holt sie der systematische Terror des türkischen Militärs wieder ein. ALLE HUNDE STERBEN ist eine Chronik über ein Land, geprägt von Militarismus und Nationalismus ― entschieden, klar, furios erzählt. „Realität funktioniert in diesem Land nur über Gewalt, sagt Cemile Sahin. Hilft es, die Gewalt darstellbar zu machen? Nein, sagt sie; sie versucht es trotzdem. Und genauer hat es noch kaum jemand geschafft.“ Klaus Theweleit

08.09.2020: Beinahe Alaska [Werbung] von Arezu Weitholz: Eine Fotografin, 45, kein Partner, keine Kinder, keine Eltern mehr, geht auf eine Expeditionskreuzfahrt von Grönland nach Alaska. Sie ist froh, dass ihr Beruf es ihr erlaubt, »dauernd nach vorn zu sehen«. Doch natürlich melden sich die nicht zu Ende gedachten Gedanken und offenen Fragen, irgendwo zwischen der Enge an Bord unter nicht ausnahmslos angenehmen Mitreisenden (wie Schriftsteller, die Buchclub-Schreibkurse geben, oder Influencer mit fragwürdigen Tischmanieren) und den kühlen Weiten der Arktis. Der Blick der Erzählerin auf die anderen, die Natur und sich selbst ist so hintergründig-witzig wie warmherzig-entlarvend. Als das Schiff vor der vereisten Bellotstraße kehrtmachen muss, mit neuem Kurs auf Neufundland, begreift sie nach und nach, dass der Trick manchmal gerade im Beinahe-Ankommen besteht, auf Reisen wie im Leben.

09.09.2020: Sterben im Sommer [Werbung] von Zsusza Bank: Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In »Sterben im Sommer« erzählt Zsuzsa Bánk davon.

14.09.2020: Alt genug, um glücklich zu sein . Wie unser Leben mit jedem Jahr besser wird [Werbung] von Florian Langenscheidt: Wie verändert sich die Liebe im Alter? Macht uns das Alter zu besseren Menschen? Stimmt es, dass wir Krisen mit zunehmenden Jahren besser bewältigen? Was können die Jungen von den Alten lernen? Und warum tut es auch im Alter gut, mal etwas Verrücktes zu wagen? In 24 Streifzügen durch Wissenschaft und Philosophie erkunden Bestsellerautor und Glücksforscher Florian Langenscheidt und André Schulz die wichtigsten Themen, die uns auf dem Weg ins Alter begleiten, und fördern manch Überraschendes zutage. Inspirierende Erkenntnisse, die dazu einladen, der zweiten Lebenshälfte mit einer guten Portion Optimismus zu begegnen – voller Freude auf das, was uns erwartet!

14.09.2020: Afropäisch . Eine Reise durch das schwarze Europa [Werbung] von Johny Pitts: »Und wo kommst du eigentlich her?« Viele schwarze Europäer kennen diese Frage, denn in den Köpfen mancher ist das noch immer ein Gegensatz – schwarz sein und Europäer sein. Dabei gibt es längst eine gelebte afropäische Kultur. Um sie zu erkunden, bereist Johny Pitts die Metropolen des Kontinents. In Paris folgt er den Spuren James Baldwins, in Berlin trifft er ghanaische Rastafarians, in Moskau besucht er die einstige Patrice-Lumumba-Universität. Nicht nur in französischen Banlieues und Favelas am Rande Lissabons wird deutlich, dass Europas multikulturelle Gegenwart nach wie vor von seiner kolonialen Vergangenheit gezeichnet ist. Rassismus und Armut sind Teil des Alltags vieler schwarzer Europäer. Meisterhaft verknüpft Pitts Reportage und literarischen Essay zu einem zeitgenössischen Porträt eines Weltteils auf der Suche nach seiner postkolonialen Identität. Pitts erzählt von afropäischen Schriftstellern wie Dumas dem Älteren und Puschkin, von Musikern, Aktivisten, Restaurantbesitzern oder einfachen Arbeitern. Er zeigt, wie sehr sie die Gesellschaften und die Kultur dieses Kontinents geprägt haben und prägen. Ein so einfühlsames wie aktuelles Buch, das den Blick auf Europa verändert.

18.09.2020: Der Fetzen [Werbung] von Philippe Lançon (jetzt als Taschenbuch): Der ergreifende Roman über den Anschlag auf Charlie Hebdo. Gemeinsam mit seinen Kollegen sitzt Philippe Lançon an diesem Morgen im Januar im Konferenzraum der Redaktion von Charlie Hebdo, als zwei maskierte Attentäter das Gebäude stürmen. Kurz darauf sind die meisten seiner Freunde tot, ihm selbst wird der Unterkiefer zerschossen. Es folgen 17 Gesichtsoperationen und eine lange Zeit, in der sich Philippe Lançon sein Leben neu erkämpft. ›Der Fetzen‹ ist die literarische Aufarbeitung dieses Traumas und ein eindringliches Plädoyer für Meinungsfreiheit.

22.09.2020: Das Meer der Libellen [Werbung] von Yvonne Adhiambo Owuor: Auf der Insel Pate, vor der Küste Kenias, lebt die eigensinnige Ayaana mit ihrer Mutter Munira. Als ein Matrose namens Muhidin in ihr Leben tritt, findet Ayaana etwas, wonach sie sich immer gesehnt hat: einen Vater. Doch als Ayaana erwachsen wird, muss sie mit einschneidenden Ereignissen zurechtkommen, die nicht nur sie selbst, sondern auch das Leben auf Pate tiefgreifend verändern: Fremde mit zweifelhafter Vergangenheit tauchen auf, religiöse Extremisten suchen Zuflucht auf der Insel, China streckt seine Fühler nach Afrika aus und mit einem Tsunami fordert die Natur ihren Tribut. So beschließt Ayaana, in der Ferne ihr Glück zu suchen und ein Studium in China zu beginnen. Sie begibt sich auf eine gefährliche Schiffsreise, die letztlich vor allem eines ist – eine Reise zu sich selbst. Nach ihrem gefeierten Debütroman ›Der Ort, an dem die Reise endet‹ legt Yvonne Adhiambo Owuor einen kraftvoll erzählten Roman über eine junge Frau vor, die darum kämpft, ihren Platz in der Welt zu finden – eine ergreifende Geschichte über Schicksal, Tod, Liebe und Verlust.

23.09.2020: Das Buch eines Sommers . Werde der du bist [Werbung] von Bas Kast: Im Sommer seines Lebens hat Nicolas einen Traum. Er will Schriftsteller werden wie sein Onkel. Dann kommt das Leben dazwischen und die Firma seines Vaters, Verantwortung, Termine und lauter Zwänge. Als sein Onkel stirbt, verliert Nicolas den einzigen Menschen, der an ihn geglaubt hat. Doch überraschend findet er am unwahrscheinlichsten Ort den Schlüssel, der ihm hilft, zu dem zu werden, der er wirklich ist.

23.09.2020: Schwarzrock [Werbung] von Brian Moore: Père Laforgue kommt als Jesuit in die Neue Welt, um unter Lebensgefahr »Wilde« zu missionieren. Doch je länger er deren Leben teilt, desto mehr beginnt er sie zu begreifen. Die gemeinsame Fahrt den Fluss hinauf gen Norden, durch Feindesland, dem Winterlager entgegen, wird zur Bewährungsprobe. Mit genau recherchierten Details lässt Brian Moore das frühe 17. Jahrhundert plastisch werden. Ein atemlos spannender Abenteuerroman, basierend auf Augenzeugenberichten.

28.09.2020: Die Erwählten . Tödliche Bestimmung [Werbung] von Veronica Roth: Mit ihrer dystopischen Trilogie »Die Bestimmung« hat Veronica Roth Bestseller-Geschichte geschrieben. Jetzt ist sie zurück, besser und stärker als jemals zuvor – mit ihrem ersten Fantasy-Roman für Erwachsene! Das Besondere: Der spektakuläre Urban-Fantasy-Zweiteiler beginnt, wo andere Romane enden – mit dem Sieg der Helden über den mächtigen dunklen Feind. Doch dieses Happy End ist nur vorübergehend. Zehn Jahre später stehen die Erwählten ihrem größten Gegner erneut gegenüber, und er treibt ein abgrundtief böses Spiel mit ihnen … Außergewöhnlich, neu und atemberaubend spannend kehrt Veronica Roth zurück zu ihren Wurzeln und einer urbanen Welt mit einer starken Heldin, die bereit ist, alles für ihre Freunde und ihre Liebe zu riskieren. »Nach der Bestseller-Jugendbuchreihe ›Die Bestimmung‹ legt Roth nun ihr fantastisches Erwachsenendebüt vor und betrachtet darin eine Gruppe junger Auserwählter, die die Welt retten müssen und unter dem Gewicht dieser Verantwortung und der damit einhergehenden psychischen und sozialen Belastung zu zerbrechen drohen.«Publishers Weekly (16. Januar 2020)

28.09.2020: Was dir bleibt [Werbung] von Jocelyne Saucier: Gladys ist 76 Jahre alt. Eines Tages besteigt sie ohne jede Ankündigung den Northlander-Zug, um spurlos aus ihrem kanadischen Dorf zu verschwinden. Die Nachbarn und Freundinnen sind besorgt, was mag sie dazu bewogen haben, ihr gut eingerichtetes Leben aufzugeben? Bald wird klar: Gladys reist über Tausende von Kilometern und in Dutzenden Zügen durch die Weiten Nordkanadas. Sie kehrt zurück an die Orte ihrer Kindheit und spricht auf ihrem Weg mit unzähligen Menschen. Doch was genau führt sie im Schilde, und vor allem: Aus welchem Grund hat sie ihre hilfsbedürftige Tochter Lisana zurückgelassen? Was verbindet uns miteinander? Wie viel Nähe gestehen wir den anderen zu, wo beginnt unsere eigene Freiheit? Was dir bleibt ist ein Roman von unbändiger Lebenskraft. Eine bewegende Geschichte, die durch die Wälder Kanadas führt und tief unter die Haut geht.

30.09.2020: Identität 1142 . 23 Quarantäne-Kurzkrimis [Werbung] herausgegeben von Sebastian Fitzek: Die Pandemie-Zwangspause nutzen und gemeinsam ein Buch schreiben! Sebastian Fitzek, Tausende Thriller-Fans und namhafte deutschsprachige Bestseller-AutorInnen unterstützen mit spannenden Kurzgeschichten den Buchhandel in Zeiten der Corona-Krise. Unter dem Motto #wirschreibenzuhause hat Bestseller-Autor Sebastian Fitzek Ende März 2020 seine Instagram-Follower zu einem interaktiven Schreibwettbewerb aufgerufen. 1142 begeisterte Fans machten sich an die Arbeit und sandten ihre Thriller-Storys ein, die sich um das Thema “Identität” drehen, um das Motiv “Rache” und um den Fund eines Handys mit bedrohlichen Bildern darauf – Nervenkitzel pur! Eine Jury aus AutorInnen, Agenten und VerlagsmitarbeiterInnen wählte die dreizehn packendsten Geschichten aus, die nun in der Thriller-Anthologie „Identität 1142“ erscheinen. Zusätzlich steuerten zehn der erfolgreichsten deutschsprachigen BestsellerautorInnen eigene spannende Kurzgeschichten bei: Wulf Dorn, Andreas Gruber, Romy Hausmann, Daniel Holbe, Vincent Kliesch, Charlotte Link, Ursula Poznanski, Frank Schätzing und Michael Tsokos – sowie natürlich Sebastian Fitzek selbst. Entstanden ist ein Charity-Projekt der ganz besonderen Art: Sämtliche Gewinne aus dem Verkauf der Kurzgeschichten-Anthologie kommen über das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels e.V. dem Buchhandel zugute!

#bücherschrankschatz im September

Im vergangenen Monat hat sich der öffentliche Bücherschrank im Ort allmählich wieder gefüllt, doch gestern fand ich ihn erneut komplett leergeräumt und mit dem Corona-Hinweis versehen vor. Ein trauriges Bild.

Für mich persönlich fühlt es sich hier nach Übereifer an, während an anderer Stelle zumindest in Nordrhein Westfalen gerade für meine Begriffe etwas zu sehr gelockert wird. Aber da werden in Zeiten von Corona sicherlich überall viele auch ganz subjektive Kämpfe ausgefochten, die der Angst geschuldet sind und unterschiedlich empfunden werden. Schwierig, es allen recht zu machen.

Für uns geht von den öffentlichen Bücherschränken eine abschätzbare Gefahr aus, die sich mit den üblichen Hygieneregeln allerdings in Grenzen hält. Und da wir noch etwas im Nachbarort zu tun hatten und „Krabat“ von Otfried Preußler sowieso dabei hatten, haben wir dort eine gut sortierte wunderschöne Büchertelefonzelle mit englischem Touch gefunden, der wir das Buch dann überlassen haben.

Ich selbst bin auf die Geschichte rund um Krabat erst vor einigen Jahren durch dieses Lied aufmerksam geworden und wollte mehr erfahren. Es hat sich gelohnt – ein wunderbares Buch, auch für Erwachsene.

Aber eigentlich hatte ich ja den Bücherschrank in meinem Wohnort unterstützen wollen. Doch dieser ist innerlich tot. Dem Virus zum Opfer gefallen.

Übereifer? Willkür? Oder vielleicht doch berechtigte Sorge? Wie ist das bei euren öffentlichen Bücherschränken? Und wie ist eure Meinung dazu?

Deutscher Buchpreis 2020 – Longlist

Hier findet ihr nicht die komplette Longlist, sondern nur das, was von den 20 nominierten Büchern in meine ganz persönliche engere Auswahl nach dem Lesen der Leseproben gekommen ist. Denn wie auch schon in den vergangenen Jahren kenne ich keines der Bücher und keinem der Bücher, die jemals nominiert wurden und die ich mochte, wurde der Deutsche Buchpreis verliehen. Aber zumindest im letzten Jahr habe ich auf der Longlist ein Buch für mich entdecken können, das sich beim Lesen zu einem Highlight entwickelte. Darauf hoffe ich natürlich auch in diesem Jahr und habe einige Bücher gefunden, die mir ganz besonders Lust aufs Weiterlesen gemacht haben:

image-978-3-218-01229-4Triceratops“ von Stephan Roiss: Ein kleiner Junge malt Monster in seine Schulhefte und spricht von sich selbst als Wir. Seine Mutter schluckt in der geschlossenen Anstalt Neuroleptika mit ungesüßtem Früchtetee hinunter. Der bibeltreue Vater kocht nur Frankfurter und die Schwester bewegt sich wie ein Geist durch das Haus. Die einzigen Vertrauten des Jungen sind die Klaff-Großmutter und später die blauhaarige Helix, die auf ihrem Snakeboard in sein Leben fährt. Doch eines Tages ereignet sich eine Tragödie, die das Wir und die ganze Familie von Grund auf erschüttert. In harten Schnitten und bildhaften Szenen erzählt Stephan Roiss die Geschichte seines namenlosen Protagonisten, der dem Trauma und der Einsamkeit zu entfliehen versucht. Ein intensiver Roman, den man nicht so schnell vergisst.

72_U1_978-3-498-06293-4Bis wieder einer weint“ von Eva Sichelschmidt: Die Rautenbergs: die Geschichte einer westdeutschen Unternehmerfamilie und ihres Verfalls. Als Wilhelm und Inga sich kennenlernen, sitzt Adenauer noch im Kanzleramt. Arzttochter Inga ist eine Schönheit und Wilhelm, der erfolgreicher Dressurreiter, die beste Partie. Doch kurz nach der Geburt des zweiten Kindes stirbt Inga an Leukämie. Die jüngere Tochter wird zu den Großeltern mütterlicherseits gegeben, die ältere bleibt beim Vater. Der baut sich, um den Zwängen der Freikirchlichen Gemeinde und seiner strengen Mutter zu entfliehen, ein Haus, kilometerweit vom nächsten Nachbarn. Nach sieben Jahren holt Wilhelm seine Jüngste wieder zu sich – , ganz wie im Märchen. Was aber folgt, ist alles andere als märchenhaft.

97831039740651000 Serpentinen Angst“ von Olivia Wenzel: „Ich habe mehr Privilegien, als je eine Person in meiner Familie hatte. Und trotzdem bin ich am Arsch. Ich werde von mehr Leuten gehasst, als meine Großmutter es sich vorstellen kann. Am Tag der Bundestagswahl versuche ich ihr mit dieser Behauptung 20 Minuten lang auszureden, eine rechte Partei zu wählen.“ Eine junge Frau besucht ein Theaterstück über die Wende und ist die einzige schwarze Zuschauerin im Publikum. Mit ihrem Freund sitzt sie an einem Badesee in Brandenburg und sieht vier Neonazis kommen. In New York erlebt sie den Wahlsieg Trumps in einem fremden Hotelzimmer. Wütend und leidenschaftlich schaut sie auf unsere sich rasant verändernde Zeit und erzählt dabei auch die Geschichte ihrer Familie: von ihrer Mutter, die Punkerin in der DDR war und nie die Freiheit hatte, von der sie geträumt hat. Von ihrer Großmutter, deren linientreues Leben ihr Wohlstand und Sicherheit brachte. Und von ihrem Zwillingsbruder, der mit 17 ums Leben kam. Herzergreifend, vielstimmig und mit Humor schreibt Olivia Wenzel über Herkunft und Verlust, über Lebensfreude und Einsamkeit und über die Rollen, die von der Gesellschaft einem zugewiesen werden.

42963Streulicht“ von Deniz Ohde: Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminiumbleche beizt. Hier ist die Ich-Erzählerin aufgewachsen, hierher kommt sie zurück, als ihre Kindheitsfreunde heiraten. Und während sie die alten Wege geht, erinnert sie sich: an den Vater und den erblindeten Großvater, die kaum sprachen, die keine Veränderungen wollten und nichts wegwerfen konnten, bis nicht nur der Hausrat, sondern auch die verdrängten Erinnerungen hervorquollen. An die Mutter, deren Freiheitsdrang in der Enge einer westdeutschen Arbeiterwohnung erstickte, bis sie in einem kurzen Aufbegehren die Koffer packte und die Tochter beim trinkenden Vater ließ. An den frühen Schulabbruch und die Anstrengung, im zweiten Anlauf Versäumtes nachzuholen, an die Scham und die Angst – zuerst davor, nicht zu bestehen, dann davor, als Aufsteigerin auf ihren Platz zurückverwiesen zu werden. Wahrhaftig und einfühlsam erkundet Deniz Ohde in ihrem Debütroman die feinen Unterschiede in unserer Gesellschaft. Satz für Satz spürt sie den Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin nach, den Zuschreibungen und Erwartungen an sie als Arbeiterkind, der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit, der verinnerlichten Abwertung und dem Versuch, sich davon zu befreien.

9783546100038_coverSerpentinen“ von Bov Bjerg: Ein Vater unterwegs mit seinem Sohn. Ihre Reise führt zurück in das Hügelland, aus dem der Vater stammt, zu den Schauplätzen seiner Kindheit. Da ist das Geburtshaus, dort die elterliche Hochzeitskirche, hier der Friedhof, auf dem der Freund Frieder begraben liegt. Ständiger Reisebegleiter ist das Schicksal der männlichen Vorfahren, die sich allesamt das Leben nahmen: „Urgroßvater, Großvater, Vater. Ertränkt, erschossen, erhängt.“ Der Vater muss erkennen, dass sein Wegzug, seine Bildung und sein Aufstieg keine Erlösung gebracht haben.
Vielleicht helfen die Rückkehr und das Erinnern. Doch warum bringt er seinen Jungen in Gefahr? Warum hat er keine Antwort auf dessen bange Frage: „Um was geht es?“ Er weiß nur: Wer zurückfährt, muss alle Kurven noch einmal nehmen. Wenn er der dunklen Tradition ein Ende setzen will.

Welche Titel der Longlist sprechen euch besonders an, beziehungsweise habt ihr bereits einige davon gelesen?

erLESENer Juli

Im Lesemonat Juli füllte ich Notizbücher, beobachtete die Liebesgeschichte von Paul und Susan aus sicherer Entfernung, philosophierte übers Fotografieren und landete im Gulag.

Bücherwelten – eben noch verträumt oder mit dem Hobby beschäftigt und dann auch schon inmitten einem der großen Verbrechen in der Weltgeschichte.

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Schreiben dicht am Leben von Hanns-Josef Ortheil
Es geht ums Notieren und um Notate, um darum, was sie können und wozu sie literarisch werden können. Eine nette inspirierende Lektüre zu meiner momentanen Notierlaune.

Die einzige Geschichte von Julian Barnes
Eine Liebesgeschichte zwischen einem 19jährigen und einer 48jährigen, die in den 1960erJahren beginnt und bis zum Ende erzählt wird. Beeindruckend und nahe gehend durch die intensive und lebenskluge Erzählsweise mit Ausflügen ins Philosophische.

Über Fotografie von Susan Sontag
Essays, die sich mit meinem Hobby „Fotografie“ beschäftigen und mir neue Sichtweisen auf dieses Thema eröffnen konnten. Insgesamt ein interessanter Ausflug in die Geschichte und die Philosophie der Fotografie.

Klara vergessen von Isabelle Autissier
Ein Generationenroman, der einen in die Zeit Stalins mitnimmt, als Menschen willkürlich inhaftiert und in Gulags verschleppt wurden. Erschütternd und doch durch die Naturbeschreibungen und das Zwischenmenschliche wunderbar und mit Wohlfühlmomenten erzählt.

#bücherschrankschatz im August

„Und Mo begann, die Stille mit Wörtern zu füllen. Er lockte sie von den Seiten, als hätten sie nur auf seine Stimme gewartet – lange und kurze, spitznasige und weiche, schnurrende, gurrende Wörter. Sie tanzten durchs Zimmer, malten Bilder aus buntem Glas und kitzelten auf der Haut. Selbst als Maggie einnickte, hörte sie sie immer noch, obwohl Mo das Buch längst wieder zugeschlagen hatte. Wörter, die ihr die Welt erklärten, die dunkle und die helle Seite, und eine Mauer bauten gegen alle bösen Träume…“ (Tintenherz – Cornelia Funke)

#bücherschrankschatz_08_2020

Ein Herzensbuch, das ich gerne noch einmal ein erstes Mal entdecken würde und nun vertrauensvoll dem Kinderfach des Bücherschranks überlasse, der hier immer noch ungewöhnlich leer aussieht.

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Cornelia Funke
Tintenherz (Band 1)
Gebunden, 576 Seiten
ISBN: 978-3-7915-0465-0
Preis: € (D) 20,00
Verlag: Oetinger
Empfehlung: Für Jugendliche und Erwachsene
Erschienen: 01.08.2003

erLESENer Juni 2020

Im Lesemonat Juni war ich mutterseelenallein auf der Welt, fand internationale Sehenswürdigkeiten in Deuschland, langweilte mich beim lesen anstatt draußen zu sein, gewann die 10. Hungerspiele und hatte ein wundervolles Déjà-vu mit einer Geschichte.

 Bücherwelten – irgendwo zwischen Fantasie und Wirklichkeit.

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Mein Name ist Monster von Katie Hale
Eigentlich eine Endzeitgeschichte mit Potenzial, die aber irgendwann eine abstruse unglaubwürdige Wendung nimmt. Schade.

Hiergeblieben . 55 fantastische Reiseziele in Deutschland von Jens van Rooij
Das Buch macht gleich Lust die Fototasche zu packen und auf die Reise zu gehen.

Fräulein Draußen von Kathrin Heckmann
So richtig warm wurde ich mit diesem Buch nicht, aber den Blog von Fräulein Draußen kann ich inzwischen empfehlen.

Die Tribute von Panem X . Das Lied von Vogel und Schlange von Suzanne Collins
Wider erwarten eine gut gemachte Rückkehr in die Welt Panems zu einem jungen ‚Präsident‘ Snow und Hungerspielen, die fast noch in den Kinderschuhen stecken. Macht Lust darauf, auch die Trilogie nochmal zu lesen.

Der Freund von Sigrid Nunez
Im vergangenen Monat erst als Hörbuch genossen und jetzt auch als Buch geliebt. Für mich ein Lesehighlight!

BUCHweltreisebericht: 3. + 4. Quartal 2020

testDas Ziel der BUCHweltreise ist es, über möglichst viele Länder der Welt Bücher zu lesen. Die Liste der Mitreisenden ansehen oder sich zum Mitmachen anmelden (jederzeit möglich) kann man HIER.

Vorab möchte ich auf den LiBeraturpreis hinweisen, der seit 2013 von Litprom vergeben wird. Der Publikumspreis zeichnet jährlich einen besonders beliebten Titel einer Autorin aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder der Arabischen Welt aus. Derzeit läuft die Abstimmung, an der ihr gerne teilnehmen oder euch auch interessante Inspirationen für euer nächstes BUCHweltreiseziel holen könnt: LiBeraturpreis 2020.

Aber kommen wir nun zu unserem Rückblick: Unterwegs waren im vergangenen Quartal Stefan (querdurchdenalltag), Daniela (eat read live), Myriade (La parole a été donnée à l’homme pour cacher sa pensée) und Yvonne (umgeBUCHt). Wir lasen uns nach Dänemark, Deutschland, Indien, Island, Italien, Kenia, Kolumbien und Liechtenstein:

2020_2_BUCHweltreisebericht

Wer wohin mit welchem Buch gereist ist, erfahrt ihr hier. Wer noch mehr entdecken oder einfach nur stöbern möchte, der kann sich auch alle bisherigen Reiseberichte seit dem Start im Januar 2017 anschauen.


Und hier sollen nachfolgend alle Bücher der Teilnehmer gesammelt werden.

Bitte tragt dazu Land, Titel und Autor mitsamt Link zu eurem Beitrag (wenn ihr einen verfasst habt) in den Kommentaren ein oder verlinkt einfach auf diesen Beitrag, damit ich euch in die Liste aufnehmen und wir uns gegenseitig besuchen können.

Ich freue mich auf eure Reiseziele 🌍


BUCHweltreisebericht 3. + 4. Quartal 2020:

29.07.2020: Russland: Yvonne (umgeBUCHt) mit
Klara vergessen von Isabelle Autissier

05.08.2020: Benin: Myriade (La parole a été donnée à l’homme pour cacher sa pensée) mit Barracoon von Zora Neale Hurston

13.08.2020: Südkorea: Yvonne (umgeBUCHt) mit
Die Vegetarierin von Han Kang

23.08.2020: Japan: Yvonne (umgeBUCHt) mit
Mit Staunen und Zittern von Amélie Nothomb

07.09.2020: China: Yvonne (umgeBUCHt) mit
Wuhan Diary . Tagebuch aus einer gesperrten Stadt von Fang Fang

30.09.2020: USA: Daniela (read eat live) mit
Miracle Creek von Angie Kim

17.10.2020: Island: Daniela (read eat live) mit
Dunkel von Ragnar Jonasson

04.11.2020: Israel: Daniela (read eat live) mit
Das Buch Ana von Sue Monk Kidd

Begeisterung²

„Du möchtest wissen, worüber Du schreiben sollst. Du hast Angst, dass, was immer Du schreibst, trivial sein wird oder nur eine Variation von etwas, das bereits gesagt wurde. Aber vergiss nicht, es gibt mindestens ein Buch in dir, das nur Du schreiben kannst. Mein Rat ist, tief zu graben und es zu finden.“
(„Der Freund“ von Sigrid Nunez, S. 150)

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Und so schreibe ich zwar kein Buch, aber ich schreibe einen kleinen Text über einen Roman, auf den ich im vergangenen Monat bei Spotify als Hörbuch stieß. Es handelt sich um „Der Freund“ von Sigrid Nunez, eine Geschichte, die mich vollends begeistern konnte.

Und doch ist das Hörbuchhören, so sehr ich es auch mag, für mich nicht mit dem Lesen zu vergleichen. Ich wollte dieses Buch noch einmal ganz in Ruhe erfahren und mir den einen oder anderen Satz dabei genüsslich auf der Zunge zergehen lassen. Gemütlich Einblicke in die Welt der Lesenden, der Schreibenden, der Tierliebenden und sogar der Selbstmörder erhalten. Ich wollte Sätze markieren und innehalten, Sätze nochmal lesen und nochmal lesen, Sätze überdenken und nochmal lesen. In Sätzen baden.

Also kaufte ich mir das Buch und tat, wonach mir war. Und jetzt, wo ich den Roman erneut beendet habe, hätte ich größte Lust, ihn wieder von vorne zu beginnen. So fühlt sich ein echtes Lesehighlight an. Ein schönes Gefühl.

„Man bedenke, wie riskant es ist, ein Buch noch einmal zu lesen, vor allem, wenn man es geliebt hat. Es besteht immer die Chance, dass es nicht mehr standhält, dass man es aus irgendeinem Grund nicht mehr so liebt.“
(„Der Freund“ von Sigrid Nunez, S. 90)

Ich denke, ich werde dieses Risiko eingehen und bis zum nächsten Lesen dieses Buch wie einen kleinen Schatz in meinem Bücherregal behüten.

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Der Freund
Sigrid Nunez
Aus dem Englischen von Anette Grube
Original: The Friend
Gebunden mit Schutzumschlag, 235 Seiten
ISBN: 978-3-351-03486-3
Preis: 20,00 €  / 20,60 € (A)
Verlag: aufbau
Erschienen: 21.01.2020