Halbjahresrückblick 2021

Für meine Begriffe habe ich im vergangenen halben Jahr wirklich viel gelesen, so dass es sich lohnt einen kleinen Blick zurück auf die Lesezeit zu werfen.

Die größte Überraschung war für mich bisher „H wie Habicht“ von Helen Macdonald, weil ich im Vorfeld nicht gedacht hätte, dass mich die Thematik, das Abtragen eines Habichts und die Jagd mit diesem Raubvogel, so packen könnte. Und obwohl es in dem Buch teilweise auch längere Passagen gibt, die mir nicht gefallen, ist der andere Teil des Buches doch so hervorragend und kann alles andere überstrahlen, so dass es mich nicht losließ und sich zu einem Lieblingsbuch mauserte. Gleichzeitig ist es noch eines der schönsten Bücher, die in diesem Halbjahr den Weg in mein Bücherregal gefunden haben, denn ich liebe das Buchcover wirklich sehr.

Auf einer ganz anderen Ebene berühren konnte mich „Pink Floyd – Alle Songs“ von Jean-Michel Guesdon und Philippe Margotin, weil ich es für mich über einige Wochen hinweg zu einem kleinen Event gemacht habe. Denn beim Lesen dieses Buches hörte ich mich gleichzeitig auch durch die Musikgeschichte meiner Lieblingsband, was für Gänsehautmomente und zahlreiche Aha-Erlebnisse sorgte. Da floss auch schonmal das ein oder andere Tränchen vor Rührung und abgrundtiefer Begeisterung.

Für jemanden, der normalerweise beim Lesen nicht weint, habe ich in diesem Halbjahr doch viele Tränen vergossen. Bei „Unzertrennlich – Über den Tod und das Leben“ von Irvin D. und Marilyn Yalom hat mich die Offenheit und Ehrlichkeit zutiefst berührt und ich konnte nicht umhin, den Schmerz der beiden nachzuempfinden und mitzuleiden. Ein hervorragendes, aber auch nahe gehendes Buch zum Thema Sterblichkeit. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass ich noch nicht alle Bücher von Irvin D. Yalom kenne und ich unbedingt mehr von ihm lesen möchte.

Zu diesem Zeitpunkt von einem neuen Lieblingsautor zu sprechen, wäre sicherlich noch zu früh, aber nachdem ich „Das Auge des Leoparden“ von Henning Mankell gelesen hatte, wollte ich unbedingt auch seine anderen Afrika-Bücher lesen. Die ersten sind schon auf meinen Stapel ungelesener Bücher gewandert und warten jetzt darauf, nach und nach von mir entdeckt zu werden.

Im großen und ganzen habe ich bei der Wahl meiner Lektüre (Goodreads Challenge) ein gutes Händchen bewiesen und meist Bücher erwischt, die mir gut gefallen haben. Da fallen herbe Enttäuschungen wie „Dave“ von Raphaela Edelbauer kaum ins Gewicht.

Mein Plan fürs zweite Halbjahr: Noch mehr gute Bücher lesen 🙂

erLESENer Februar 2021

Im Lesemonat Februar las ich ein Buch über einen Jungen, der mit den psychischen Erkrankungen in seiner Familie zurecht kommen musste; ich las über einen Jungen, der mit dem Hunger kämpfte und seinen Wissensdurst mit Büchern stillte; ich las über einen stotternden Jungen, der sich die Welt mit Pink Floyd erklärte; ich las über die Entstellung einer jungen Frau und war gänzlich gebannt von der majästetisch gefährlichen Ausstrahlung der Tiger.

Triceratops von Stephan Roiss: Ein Buch, an dessen Handlung ich mich nach einem Monat kaum noch erinnern kann.

Der Junge, der den Wind einfing von William Kamkwamba: Die autobiografische Geschichte eines wissbegierigen Jungen in Malawi, die mich berühren konnte und auf mehreren Ebenen ansprach. Beeindruckend!

Tiger von Polly Clark: Stark und sehr atmosphärisch wenn es um Naturbeschreibungen und Tiger geht, aber mit kleinen Schwächen in der Geschichte. Lohnt sich aber dennoch.

Quecksilber von Amélie Nothomb: Ein weiterer kurios überraschender Roman der Autorin, der mich begeistern konnte.

Die Kinder hören Pink Floyd von Alexander Gorkow: Momentaufnahmen eines zehnjährigen Jungen Mitte der 1970er Jahre, der mit viel Fantasie und Pink Floyd groß wird. Sehr musiklastig und empfehlenswert für Fans der Band. Ich habe es sehr genossen.

umgeSCHAUt im Dezember 2020

📚 Dass das Bücherjoural zum letzten Mal gesendet wird finde ich wirklich schade. Ich mochte die bunte Büchermischung, die dort meist vorgestellt und durch die ich schon auf so manches Buch aufmerksam wurde. Diese informative unterhaltsame Sendung hob sich angenehm von den anderen Büchersendungen ab, da sie so unpretäntiös daher kam. Schade, die Sendung wird mir fehlen.

📚 „Ein vor Sprach- und Erzähllust strotzendes Buch“ meint Thea Dorn über „Schau mich an“ von Elif Shafak. Aber auch das, was die Runde über das Buch erzählt klingt lesenswert.

📚 „Der Grinch oder die geklauten Geschenke“ klingt nach einem etwas anderen Buch für die Weihnachtszeit und macht mich neugierig.

📚 Die Autobiografie von Alice Schwarzer habe ich mir jetzt endlich auf die Wunschliste gesetzt. Ich mag ihr zuhören und könnte mir vorstellen, dass ich auch lesen mag, was sie über sich und ihr Lebenswerk zu erzählen hat. Das in dem Beitrag angesprochene Interview von Frau Feldbusch und Frau Schwarzer habe ich mir dann auch noch versucht bei YouTube anzuschauen, habe es aber abgebrochen, weil ich es einfach nervtötend fand.

📚 Von dem Rauswurf Monika Marons aus dem S. Fischer Verlag habe ich nichts mitbekommen, aber dieser Fall wirft interessante Fragestellungen auf.

📚 Von Friedrich Dürrenmatt lasen wir in der Schule „Der Richter und sein Henker“. An mehr erinnere ich mich nicht mehr, aber ich weiß noch, dass mir fast jegliche Schullektüre verhasst war. Wenn ich aber Elke Heidenreich lobend über Friedrich Dürrenmatt sprechen höre, bekomme ich große Lust etwas von ihm zu lesen.

Und das sind die Links zu den Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

01.12.2020: Bücherjournal: Große Namen, große Literatur: Ein Rückblick zum Abschied.

04.12.2020: Das Literarische Quartett: Zur Weihnachts-Ausgabe lädt Gastgeberin Thea Dorn wieder mit drei prominenten Gästen: Lisa Eckhart, Andrea Petkovic und Ulrich Matthes. Die vier Literaturexperten debattieren über die Bücher von Elif Shafak, Don DeLillo, Michel Houellebecq und Minka Pradelski.

13.12.2020: druckfrisch: Was bedeutet Freundschaft? Und was ist an Gespenstern gut? Nadia Budde stellt in ihren Bilderbüchern die großen Fragen für die ganz Kleinen. Und begeistert Kinder und Erwachsene. Außerdem: Wolfram Eilenberger und Edward Brooke-Hitching.

13.12.2020: lesenswert: Die „Ikone des deutschen Feminismus“, Alice Schwarzer, hat ihr „Lebenswerk“ geschrieben und spricht mit Denis Scheck über die großen Themen ihres Lebens, über ihre Arbeit seit über fünf Jahrzehnten: Kampf für die Rechte der Frauen, Aktion gegen den Abtreibungsparagraphen 218, Gründung der feministischen Zeitschrift „Emma“, Frauenemanzipation damals und heute und vieles mehr.

17.12.2020: lesenswert Quartett: Sandra Kegel, Ressortleiterin im Feuilleton der FAZ ist heute zu Gast im „lesenswert“ Quartett. Zusammen mit den Literaturkritiker*innen Denis Scheck, Insa Wilke und Ijoma Mangold bespricht sie in der Sendung vor Weihnachten vier aktuelle Bücher: Der Roman „Die Dame mit der bemalten Hand“ von Christine Wunnick und Deniz Ohdes „Streulicht“, die Biografie über Susan Sontag von Benjamin Moser und Manuel Vilas‘ „Die Reise nach Ordesa“.

22.12.2020: Literaturclub: Nicola Steiner, Elke Heidenreich, Raoul Schrott und – als Gast – der Satiriker Viktor Giacobbo diskutieren über „Die F*ck-it-Liste“ von John Niven, „Apeirogon“ von Colum McCann, „Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné sowie „Fünf Jahreszeiten“ von Meral Kureyshi.

Kreativität – Melanie Raabe

Von Melanie Raabe las ich bislang zwei Thriller („Die Falle“ und „Die Wahrheit„), die mir sehr gut gefielen und einen („Die Wälder„), den ich nicht so gelungen fand. Die Autorin selbst habe ich in Interviews als sympathische quirlige Person kennengelernt und war daher neugierig, als ich von ihrem neuen Buch, dieses Mal einem Sachbuch, erfuhr. Darin beschäftigt sie sich mit der „Kreativität“ – einem Thema, das mich seit einiger Zeit ebenfalls intensiver in Beschlag nimmt und dem ich daher besonders aufgeschlossen und neugierig gegenüber stand. Gleichzeitig erfuhr ich auch von dem Podcast „Raabe & Kampf“, den sie gemeinsam mit Laura Kampf betreibt und bei Kaffee und Kölsch über Kunst, Kreativität, das Freiberuflerinnendasein und alles, was das mit sich bringt, spricht. Ich hörte mir einige Folgen des Podcasts an und mochte ihn zwar, aber ich merkte auch, dass ich es lieber mag Melanie Raabe zu lesen, als ihr zuzuhören. Deshalb entschied ich mich schließlich doch für das Buch.

Erwartet habe ich ein Buch, das mich ein wenig in Kreavitätstheorie schult und mein im Laufe der Jahre ins Vergessen geratene Wissen rund um Techniken und Strategien auffrischt und ergänzt. Das habe ich in groben Zügen auch erhalten, aber Melanie Raabe hat ihren ganz eigenen Umgang mit dem Thema und fasst den Rahmen noch viel weiter, denn Kreativität ist eine Lebenseinstellung.

„Wenn wir uns unser Leben als Kunstwerk vorstellen, das es zu gestalten gilt, dann nehmen wir allem gegenüber einen künstlerischen Blick ein. Wenn wir aufmerksam und mit einem Blick für Schönes und Interessantes durch die Welt gehen, dann begegnet es uns überall.“

(S. 28/29)

Kreativität hilft uns dabei, die Herausforderungen des Lebens zu meistern, im Großen wie im Kleinen. Die Autorin erklärt, weshalb wir alle auf unsere ganz persönliche Weise kreativ sind und wie wir die Inspiration finden, um auf das zu stoßen, was uns im Innersten ausmacht und weiterbringt. Dabei geht es um Mut und Beharrlichkeit, Leichtigkeit und Durchhaltevermögen, um Originalität und Schnapsideen, um Produktivität und Prokrastination, ums Scheitern und vor allem: ums Weitermachen, auch wenn ein rauer Wind weht.

Unterteilt ist das mit kleinen geschmackvollen Illustrationen von Inka Hagen versehene Buch in sieben Kapitel, deren sprechende Namen einen kleinen Einblick in die Inhalte geben:

  1. Das Kapitel, in dem wir uns anschauen, was Kreativität eigentlich ist – und wie sie unser Leben schöner und reicher macht
  2. Das Kapitel, in dem du herausfindest, dass auch in dir ein kleines Genie steckt
  3. Das Kapitel, in dem wir uns gemeinsam auf den Weg in ein kreativ(er)es Leben machen
  4. Das Kapitel, in dem wir uns mit allen Dingen beschäftigen, die unsere Kreativität hemmen
  5. Das Kapitel, in dem wir uns anschauen, wie kreatives Wachstum aussieht – und weshalb der Weg ohnehin das Ziel ist
  6. Das Kapitel, in dem wir uns Gedanken darüber machen, wie professionelles kreatives Arbeiten für uns aussehen könnte, sollten wir unser Hobby zum Beruf machen
  7. Das Kapitel, in dem wir uns mit kreativem Ausdruck jenseits des Künstlerischen befassen und lernen, dass Not erfinderisch macht

Dabei führt Melanie Raabe meist Beispiele aus ihrem eigenen kreativen Schaffen und Leben als Autorin an. Für mich sind diese Ausflüge in ihr Schriftstellerinnenleben sehr interessant, weil ich sie als Person mag und darüber hinaus selbst eine gewisse Freude beim Schreiben empfinde. Oft fühlte ich mich beim Lesen an meine Teilnahme am NaNoWriMo im vergangenen November und dem damit verbundenen Ziel in einem Monat ein Buch zu schreiben erinnert. So konnte ich einiges nachvollziehen und mit vielem etwas anfangen, auch wenn ich ein wenig das Gefühl hatte, hier einen autobiografischen Schreibratgeber zu lesen. Damit hatte ich in der Form nicht gerechnet. Aber auf der Rückseite des Buches ist auch vermerkt, dass dieses Buch ihr bisher persönlichstes ist und daher ist es wohl auch zu erwarten, dass Melanie Raabe aus dem Kreativitätsfundus berichtet, der ihr zu eigen ist. Nichtsdestotrotz spannt sie zwischendurch auch den Bogen zu vielen anderen Möglichkeiten des kreativen Ausdrucks und es gelingt mir einen Zusammenhang auch zu anderen mich momentan eher betreffenden kreativen Bereichen herzustellen, die nicht unbedingt mit dem Schreiben zu tun haben.

Der Schreibstil von Melanie Raabe ist lebendig, unterhaltsam und unglaublich motivierend, so dass man noch beim Lesen das Bedürfnis verspürt sich unbedingt auf seine ganz eigene Art und Weise kreativ austoben zu müssen. Ein inspirierendes Buch, das zu lesen ich sehr genossen habe.

„Wenn wir akzeptieren, dass wir noch viel zu lernen haben, dass wir Fehler machen und vielleicht kritisiert werden, wenn wir begreifen, dass wir womöglich niemals Perfektion erreichen werden, dann wird der Weg frei für etwas anderes, Besseres: für Spaß an der Sache. Für Freude am Tun. Für Flow. Und genau da liegt der eigentliche Lohn kreativer Arbeit. Der Lohn ist der Prozess, nicht der Applaus, der vielleicht irgendwann folgt.“

(S. 55)

-> Zur Leseprobe [Werbung]


Melanie Raabe
Kreativität
Wie sie uns mutiger, glücklicher und stärker macht
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten
durchgehend illustriert, zweifarbig
ISBN: 978-3-442-75892-0
Preis: 20,00 € [D]
Verlag: btb
Erschienen: 02.11.2020

umgeSCHAUt im November 2020

  • Ich mag Paul Maar zuhören und würde gerne seine Autobiografie lesen. Außerdem wäre ich gerade in der Laune, auch eines seiner Sams-Bücher zu lesen.
  • Babylon Berlin mag ich als Serie. Wenn ich Volker Kutscher über sein neues Buch sprechen höre, bekomme ich schon Lust, mir auch mal eines der Bücher zu Gemüte zu führen.
  • „Dieser Beitrag steht ihnen aus rechtlichen Gründen leider nicht zur Verfügung. In Kürze geht es weiter.“ mag ich beim schauen von druckfrisch in der ARD-Mediathek so gar nicht lesen. Ich gehe davon aus, dass ich dabei vermutlich ’nur‘ den Anblick einer Deep-Purple-Coverband in der für druckfrisch üblichen Lagerhalle verpasst habe. Allerdings zahle ich meinen GEZ-Beitrag pünktlich und kann nicht einsehen, dass ich hier als Internet-Zuschauer benachteiligt werde, zumal es der Behörde zwecks Beitragserhebung ja egal ist, ob man denn nun einen Fernseher besitzt oder nicht. Ich selbst schaue mir Literatursendungen ausschließlich online an, weil sie meist zu einer Zeit ausgestrahlt werden, zu der ich nicht fernsehe.

Und das sind die Links zu den Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

05.11.2020: lesenswert: „Erdbebenwetter“ heißt der Debüt-Roman von Zaia Alexander, der in einem Teil von Los Angeles spielt, den wir nicht aus Hollywoodfilmen kennen. Das festgefahrene Leben von Lou verändert sich an dem Tag, an dem sie einen alten Freund trifft, der sie in die Welt der Hexer einführt. – Michael Wildenhain schreibt in „Die Erfindung der Null“ über Aufstieg und Fall eines Mathematik-Genies: zunächst des Mordes verdächtigt, dann aus der U-Haft entlassen, anschließend verschwunden – was bleibt, ist ein Protokoll.

17.11.2020: Literaturclub: Nicola Steiner, Milo Rau, Philipp Tingler und – als Gast – die Kulturjournalistin Anne-Sophie Scholl diskutieren über „Die Stille“ von Don DeLillo, „Der Halbbart“ von Charles Lewinsky, „Frausein“ von Mely Kiyak, „Streulicht“ von Deniz Ohde sowie „Aber es wird regnen“ von Clarice Lispector.

19.11.2020: lesenswert: Denis Scheck empfängt den renommierten Kinderbuch-Autor Paul Maar, der einen neuen Band „Das Sams und der blaue Drache“ und seine bewegende Autobiographie mit dem Titel „Wie alles kam – Roman meiner Kindheit“ geschrieben hat. Außerdem hat der erfolgreiche Schriftsteller für die Rubrik „Mein Leben in drei Büchern“ drei Bücher eingepackt, die in seinem Leben eine große Rolle spielen, bzw. gespielt haben und erzählt, weshalb.

23.11.2020: Druckfrisch: Denis Scheck trifft Volker Kutscher und Judith Zander, zwei Schriftsteller*innen, die eine ganz besondere Reise unternommen haben: Eine Reise zu sich selbst und eine Reise in die dunkle deutsche Vergangenheit.

Bücherfreunde-Weihnachtsmarkt 2020

Eigentlich hatte ich geplant für dieses Jahr auch mal einen Adventskalender auf meinem Blog anzubieten, wo es jeden Tag etwas Anderes zu entdecken gibt. Aber wie der Satzanfang schon vermuten lässt, habe ich mich dann doch anders entschieden. Wieder einmal.

Stattdessen habe ich mir überlegt, dass ich heute zum 1. Advent einfach alle Adventskalendertürchen auf einmal öffne und euch hiermit zu einem virtuellen Bücherfreunde-Weihnachtsmarkt einlade, nachdem in diesem Jahr auch alle Weihnachtsmärkte dem Corona-Virus zum Opfer gefallen sind. Leider habe ich keinen Glühwein oder heiße Schokolade-Variationen für euch und nicht mal mit Nutella-Crêpes, Waffeln oder feinstem Backwerk kann ich euch dienen. Stattdessen habe ich mir überlegt, womit Bücherfreunde anderen Bücherfreunden eine Freude machen können.

Dazu habe ich aus den vergangenen hier gebloggten Jahren Bücher herausgesucht, die ich gelesen habe und selbst an die unterschiedlichsten Leser auch weiterverschenken würde. 24 sind es geworden, um bei der magischen Adventskalenderzahl zu bleiben. Per Klick gelangt ihr übrigens zu der jeweiligen Leseprobe [Werbung]:

Und weil wir in diesem Jahr Weihnachten unter Corona-Bedingungen feiern, gibt es ausnahmsweise noch ein 25. Buch dazu – für alle die, die halt nicht gern lesen und es über sich ergehen lassen müssen, von einem Bücher-Nerd beschenkt zu werden 😉

Außerdem habe ich mich ein wenig umgeschaut und unterschiedliche Dinge und Krimskrams gefunden, die so manches Bücherfreundeherz höher schlagen lassen. Ein klein wenig Leseluxus ist ja manchmal auch ganz nett. Vielleicht ist ja auch der ein oder andere Geschenktipp für euch oder eure lesebegeisterten Lieben dabei. Viel Spaß beim Stöbern – der Klick aufs Bild oder auf die weiter unten aufgeführten Links, führt zu den jeweiligen Artikeln [Werbung]:

Und dann gibt es noch bei Frostbeard [Werbung] Kerzen, die nach alten Büchern, nach dem Schulleiter-Büro oder nach Buchhandlung duften. Oder wie wäre es mit den Literarischen Tees von RosieLeaTeaUK [Werbung]. Außerdem fand ich noch einen Stoffbeutel mit dem Aufdruck „I’d rather be reading“ bei Routine Printing [Werbung] und ungewöhnliche Lesezeichen bei myBOOKmark [Werbung]. Oder wie wäre es mit einem selbst gestalteten Buch von blurb [Werbung], einem personalisierten Roman von Personal Novel [Werbung] oder Geschichten, die auf Buchrollen [Werbung] geschrieben wurden? Für wen Geld hingegen keine Rolle spielt, für den ist vielleicht das „Paper Passion Perfume“ etwas, weil es den einzigartigen Duft frischgedruckter Bücher einfing und nur noch als Sammlerstück zu haben ist.

Oder wie wäre es mit einem berühmten Klassiker als Graphic Novel oder einem Mindfood-Gutschein, also einer selbst zusammengestellten Bücherliste mit sogenanntem Mindfood, aus der sich der oder die zu Beschenkende etwas aussuchen darf? Ich persönlich liebäugle ja mit der Leseliste mit 99 Büchern, die man gelesen haben muss zum Freirubbeln [Werbung], auch wenn es für mich sicherlich auf Dauer deprimierend wäre, weil ich niemals dazu käme „Ulysses“ freizurubbeln. Dann vielleicht doch lieber die Leseliste mit 99 Wirtschaftsbüchern zum Freirubbeln [Werbung].

Mir hat es großen Spaß gemacht für diesen virtuellen Bücherfreunde-Weihnachtsmarkt das Internet zu durchstöbern und mich darüber zu wundern, was es so alles gibt. Abgesehen von den oben aufgeführten Büchern habe ich jedoch keine Erfahrung mit den hier genannten Artikeln. Ich kann also keine Empfehlung aussprechen, aber hier soll nur die ein oder andere Idee mit auf den Weg in die Adventszeit gegeben werden, in der ja meist auch Weihnachtsgeschenke besorgt werden. Vielleicht schafft ihr es ja trotz Corona doch den ein oder anderen Artikel außerhalb des Internets zu kaufen und damit eure lokalen Büchhändler und Einzelhändler zu unterstützen. Sie werden es euch danken.

Ich wünsche euch und euren Lieben trotz aller derzeitigen Einschränkungen eine schöne Adventszeit – und bleibt gesund!

Frisch auf dem Buchmarkt: November 2020

Unter den Neuerscheinungen im Monat November gibt es wieder einiges Interessantes zu entdecken. Mal leuchtet der Mond hell über der Arktis, dann wird in fremden Tagebüchern gelesen, es gibt eine faszinierende Reise in die innere und äußere Wildnis von Menschen und Tigern, man kann eine dicke Frau und ihren kleinwüchsigen Geliebten erleben, feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen, wird in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen als auch der amerikanischen Geschichte geführt, erfährt von einer Frau, die mit dreißig aufhört zu altern, verfolgt die größte Arktisexpedition aller Zeiten, durchlebt die Welt der Online-Rollenspiele und kann mit Roger Willemsen unterwegs sein.

Aber schaut selbst:

02.11.2020: Das Lied der Arktis [Werbung] von Bérengère Cournut: Der Mond leuchtet hell über der Arktis, als das Eis bricht und Uqsuralik von ihrer Familie trennt. Auf einen Schlag ist sie vollkommen allein in der ewigen Polarnacht. Ihr einziger Schutz ist ein Bärenfell, und sie weiß: Sie darf niemals stehen bleiben. Zwischen Fjorden und Eisbergen lernt sie die Sprache der Natur, den Robben nachzuspüren und die Geister zu fürchten. Nach Tagen der Einsamkeit begegnet sie einer anderen Nomadenfamilie und schließt sich der Gemeinschaft an. Doch was zunächst als Rettung erscheint, birgt neue unvorhersehbare Gefahren.

02.11.2020: Stand spät auf, legte mich aber wieder hin [Werbung] von Rainer Wieland: Arthur Schnitzler nannte es einen „Spucknapf meiner Stimmungen“: das Tagebuch. Denn es erzählt von persönlichen Triumphen und Enttäuschungen, hochfliegenden Plänen und erotischen Fantasien, es ist Beichtstuhl und Ideenspeicher zugleich. Das Tagebuch muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Und vielleicht gehören deshalb so viele zum Schatz der Weltliteratur: Von Samuel Pepys, den Brüdern Goncourt, Christoph Kolumbus, Lew Tolstoi, Franz Kafka und Virginia Woolf bis zu Thomas Mann, Andy Warhol und Martin Walser – alle großen Tagebuchschreiber werden in dieser ultimativen Sammlung zu Wort kommen. Über 1000 Fundstücke voller Einsichten und Indiskretionen von mehr als 160 Autoren hat Rainer Wieland zu einem einzigartigen Buch komponiert: 500 Jahre Tagebücher in einem großen Diarium, das sich über 365 Tage von Neujahr bis Silvester erstreckt.

02.11.2020: Tiger [Werbung] von Polly Clark: Eine faszinierende Reise in die äußere und innere Wildnis von Menschen und Tigern. Für Frieda, eine englische Primatenforscherin, sind Tiger nichts als wilde Tiere, ihr fremd in ihrer rohen Aggression. Aber seit sie in einem kleinen Zoo in Devon arbeitet, begegnet sie den Wildkatzen täglich. Nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren; dann, sie zu verstehen, und schließlich, sie zu lieben. Durch sie lernt sie einen Teil von sich selbst neu zu entdecken und begibt sich auf eine Reise, die sie bis nach Sibirien führt, wo ihr eigenes Schicksal sich mit dem von Tomas, einem einsamen Mann in den Wäldern der Taiga, der kleinen Sina, einem wilden Mädchen, und dem der Tiger auf überraschende Weise verbinden wird. Eine lyrische, abenteuerliche, sinnliche, schlicht gewaltige Geschichte von einem Mann, einer Frau und einem Kind, deren heimlich miteinander verknüpfte Leben tief im Zeichen des Tigers stehen.

03.11.2020: Schau mich an [Werbung] von Elif Shafak: Die Spiegel-Bestsellerautorin Elif Shafak spielt mit den Vorstellungen von Schönheit und Hässlichkeit, als wären sie Zauberwürfel, und erschafft damit eines ihrer ungewöhnlichsten Werke: eine humorvolle und tiefgreifende Erkundung dessen, was es heißt, zu schauen und angeschaut zu werden. Die Frau ist so dick, dass sie überall angestarrt wird. Auch ihr Geliebter, ein Kleinwüchsiger, zieht die Blicke auf sich. Doch während sie sich vor der Welt verstecken möchte, drängt er ins Licht – um jeden Preis. „Schau mich an“ ist eines der ungewöhnlichsten Werke von Elif Shafak: eine humorvolle, tragische und Jahrhunderte überspannende Erkundung dessen, was es heißt, andere anzublicken und angeblickt zu werden.

03.11.2020: Schreibtisch mit Aussicht [Werbung] von Ilka Piepgras: Vom Glück des Schreibens und von dessen Preis, von Routine und Ritualen, von Vorbildern und Verzicht: 24 bedeutende Schriftstellerinnen erzählen davon auf sehr persönliche Weise. Schreiben ist harte Arbeit, das gilt unabhängig vom Geschlecht, und es ist Synonym für aller höchste Konzentration. Bislang sind Werkstattberichte von Frauen rar. Dieses Buch versammelt nun erstmals Beiträge über die Schnittstelle von Leben und Kunst. Mal ergreifend und offenherzig, mal pragmatisch und wirklichkeitsnah reflektiert jeder Text auf eigene Art weiblichen Schöpfergeist und räumt mit überholten Schriftstellerinnen- Klischees auf. Was bringt Schriftstellerinnen dazu, zu schreiben? Womit kämpfen sie im Alltag, was beflügelt sie, was lässt sie dranbleiben? Dieses Buch feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen.

05.11.2020: Aus dem Schatten des Vergessens [Werbung] von Martin Michaud: Der Krimi-Bestseller aus Kanada — Montreal, heute: Am Tag vor Weihnachten wird Judith Harper, eine renommierte Psychologin, auf grausame Weise umgebracht. Zur gleichen Zeit verschwindet Nathan Lawson, ein angesehener Anwalt, nachdem er in Panik Dokumente auf einem Friedhof vergraben hat. Wenig später stürzt sich ein Obdachloser von einem Wolkenkratzer. Im Mantel des Obdachlosen: die Brieftaschen von Harper und Lawson. Als Sergent-Détective Victor Lessard, der selbst ein Getriebener ist, gemeinsam mit seiner Partnerin Jacinthe Taillon die Ermittlungen aufnimmt, wird den beiden eine verstörende Aufnahme zugespielt, auf der die Stimme von Lee Harvey Oswald zu hören ist, dem Mann, der einst J. F. Kennedy erschoss und der jetzt aus dem Grab zu ihnen spricht. Lessard und Taillon stehen vor einem Fall, der sie in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen Seele als auch der amerikanischen Geschichte führt.

05.11.2020: Die Frau, die nicht alterte [Werbung] von Grégoire Delacourt: Martine führt mit Ende zwanzig ein glückliches Leben. Sie hat studiert, mit André den Richtigen gefunden, ihn geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Die Zukunft ist für sie ein großes Versprechen. Doch als sie mit dreißig plötzlich aufhört zu altern, gerät alles ins Wanken. Was nach dem unerreichbaren Traum so vieler Frauen klingt, wird für Martine Wirklichkeit – und zu einer ungeahnten Zerreißprobe, auch für ihre Familie. Denn wer will für immer jung sein, wenn die Liebsten, die Freunde, die Verwandten, wenn alle anderen altern? Der neue Roman des Bestsellerautors Grégoire Delacourt ist eine mitreißende Parabel auf unser bizarres Streben nach ewiger Jugend, auf die Schönheit des Alters und die alles überwindende Kraft der Liebe.

16.11.2020: Eingefroren am Nordpol [Werbung] von Markus Rex: Ein Jahr im Eis: Die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Am 20. September 2019 startete die größte Arktisexpedition aller Zeiten: Die »Polarstern« verließ den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol einfrieren zu lassen. An Bord hat sie Wissenschaftler aus 19 Nationen, die in der Arktis ein Jahr lang die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen werden. Markus Rex, der Leiter der »MOSAiC« genannten Forschungsmission, erzählt in seinem Buch die Geschichte dieser einmaligen Expedition: Er berichtet vom Alltag unter den extremen Bedingungen der Arktis, von den logistischen und planerischen Herausforderungen und von den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Forscher im Eis sammeln konnten. »Eingefroren am Nordpol« ist die Geschichte eines großen Forschungsabenteuers und zugleich ein eindringlicher Blick auf die dramatischen Folgen des Klimawandels. Mit vielen farbigen Abbildungen, u.a. exklusiven Fotos von der Expedition, Grafiken und Karten.

25.11.2020: 88 Namen [Werbung] von Matt Ruff: Teils Detektivgeschichte, teils Science-Fiction-Thriller – der neue, witzige Roman von Kultautor Matt Ruff. John Chu liebt seinen Job. Als Sherpa begleitet er zahlungskräftige Kunden in Online-Rollenspiele wie das populäre Call to Wizardry und zeigt ihnen die Kniffe des Games. Das Geschäft brummt, und John würde sich als glücklich bezeichnen, wären da nicht zwei klitzekleine Probleme: Zum einen hat seine Ex-Freundin nach einer unglücklich verlaufenen Trennung geschworen, seine berufliche und private Existenz zu vernichten. Zum anderen vermutet er, dass es sich bei seinem neuesten Kunden in Wirklichkeit um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handelt, der die virtuelle Welt studieren möchte, um sie für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren. John versucht, der wahren Identität des ominösen »Mr. Jones« auf die Spur zu kommen – und verstrickt sich in ein Komplott, das ihn den Kopf kosten könnte. Für Leser*innen von Ernest Cline, Jasper Fforde und Douglas Adams.

25.11.2020: Unterwegs [Werbung] von Roger Willemsen: Schon als kleiner Junge hatte er immer einen gepackten Koffer unterm Bett. Aus dem kleinen Jungen ist ein großer Reisender geworden und ein begnadeter Erzähler. Ob Tokio, der Kongo oder Afghanistan, von überall brachte Roger Willemsen Geschichten mit. Das Reisen bedeutete ihm aber weit mehr. Dieser Band erzählt davon und von seiner Sehnsucht nach der Fremde. »In Wirklichkeit gelangt man immer nur an einen weiteren treibenden Ort, um sich dann neuerlich abzustoßen und vielleicht endlich an jenem instabilen Ort einzutreffen, den ich nur deshalb ›Zuhause‹ nenne, weil er mehr Rituale versammelt als andere.« (Roger Willemsen)

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im November besonders?

umgeSCHAUt im Oktober 2020

Ich denke, ich muss möchte dringend mal eine Biografie von Alice Schwarzer lesen. Und endlich ein Buch von Ferdinand von Schirach.

Mir gefällt es nicht, wenn Denis Scheck „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ abwertend als rassistische Literatur bezeichnet, selbst wenn es unter gewissen Gesichtspunkten betrachtet so sein mag.

Die Biografie des Sams-Erfinders Paul Maar erscheint mir lesenswert. Fast bekomme ich bei dem Beitrag im Bücherjournal Lust darauf, auch die Bücher vom Sams zu lesen.

„Beinahe Alaska“ könnte ein Roman für meine BUCHweltreise sein und „Der undankbare Flüchtling“ bietet sicherlich viel Stoff zum Nachdenken und diskutieren.

Und das sind die Links zu den Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken oder bei YouTube verfügbar sind:

01.10.2020: lesenswert Quartett: Diskutiert wird im SWR2 lesenswert Quartett über Bücher von Judith Zander, Robert Seethaler, David Grossman und Wolfram Eilenberger.

06.10.2020: Literaturclub: Nicola Steiner, Elke Heidenreich, Thomas Strässle und – als Gast – der Schriftsteller Usama Al Shahmani sprechen in der Jubiläumssendung über «Aus der Zuckerfabrik» von Dorothee Elmiger, «Die Marschallin» von Zora del Buono, «Elbwärts» von Thilo Krause sowie «Während wir feiern» von Ulrike Ulrich.

06.10.2020: Show don’t tell: Die große KiWi & Galiani Bücherschau aus Berlin und am 08.10.2020: Show don’t tell aus Köln: In einer Mischung aus Latenight-Show, Festival, Lesung und Talk unter dem Titel SHOW, DON’T TELL! präsentiert der KiWi-Verlag 22 Autorinnen und Autoren an zwei Abenden, je ca. 140 Minuten, in Berlin, in Köln und im Livestream.

09.10.2020: Das Literarische Quartett: Gastgeberin Thea Dorn lädt in der Herbst-Ausgabe zum munteren Disput wieder mit drei prominenten Gästen: Juli Zeh, Sibylle Lewitscharoff und Bernhard Schlink. Wie immer mit aktuellen Büchern im Gepäck.

12.10.2020: druckfrisch: Männer und Frauen, Sex und Macht: Wie Alice Schwarzer in Deutschland den Feminismus erfunden hat. Und: Sehnsucht und Poesie, Freundschaft und Erinnerung. Wie Iris Wolff die Geschichte einer Familie im 20. Jahrhundert erzählt.

14. bis 18.10.2020: Frankfurter Buchmesse Special Edition 2020: Meine Eindrücke der digitalen Ausgabe der Frankfurter Buchmesse mit zahlreichen Links zu Beiträgen: Dienstag und Mittwoch | Donnerstag Freitag | Samstag und Sonntag .

18.10.2020: Buchzeit: Gert Scobel diskutiert mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken (Literaturwissenschaftlerin LMU München), Sandra Kegel (Feuilletonleitung FAZ) und Katrin Schumacher (Redaktionsleitung Literatur MDR) über „Die Topeka Schule“ von Ben Lerner, „Die verschwindende Hälfte“ von Brit Bennet, „Der Chauffeur“ von Heinrich Steinfest und „Das Haus an der Keizersgracht“ von Rinske Hillen.                                                                       

18.10.2020: ttt – titel, thesen, temperamente – Die 72. Frankfurter Buchmesse: Die Messehallen bleiben diesmal leer, internationale Autoren können nicht anreisen. „ttt“ besucht für das Extra zur Buchmesse folgende Schriftsteller: Ayad Akhtar, Stefanie Sargnagel, Yvonne Adhiambo Owuor, Amartya Sen und Irvine Welsh.

22.10.2020: lesenswert: Christoph Peters nimmt uns in seinem „Dorfroman“ mit in die 70er Jahre, in ein durch den Bau eines AKW zerrissenes Dorf am Niederrhein. Der bekannte Meteorologe Sven Plöger hat ein Buch über den Klimawandel geschrieben. Außerdem bringt er drei Bücher mit, die sein Leben geprägt haben.

28.10.2020: Bücherjournal: Julia Westlake stellt vor: „Wie alles kam“ von Paul Maar, „Reckless“ von Cornelia Funke, „Bauern, Land“ von Ute Ruge, „Beinahe Alaska“ von Arezu Weitholz, „Schwitters“ von Ulrike Draesner, „Der undankbare Flüchtling“ von Dina Nayeri, „Flucht“ von Issa Watanabe, „Der verlorene Sohn“ von Olga Grjasnowa und „Loving“ von Neal Treadwell.

Viel Spaß beim Anschauen – und gute Lektüre!

Frisch auf dem Buchmarkt: Oktober 2020

Im Oktober gibt es in den Bücherwelten viele Neuerscheinungen zu entdecken – und das ohne die digitale Frankfurter Buchmesse inspirierend zu Rate gezogen zu haben. Da findet sich also sicherlich noch mehr 😉

Mein Interesse liegt in diesem Monat bei Streaming-Diensten, dem Horror von Smart-Homes, der skandalträchtigen Geschichte des Christentums, dem 40jährigen Jubiläum von Greenpeace, einer Familiengeschichte in den Wäldern Kanadas, einer Tierärztin und Artenschützerin in den Dschungeln der Welt, der Alpendurchquerung einer Regisseurin, Gehirnforschern im Gespräch, globaler Überwachung, prägenden Erfahrungen aus der Kindheit, einer lustigen Dystopie, einer Farm in Südafrika um 1883, indigenen Gemeinschaften in Kanada, einem Bauernsohn in Island und Jesus Christus in der Nacht vor seinem Tod. Aber schaut selbst:

01.10.2020: Streamland . Wie Netflix, Amazon Prime & Co. unsere Demokratie bedrohen [Werbung] von Prof. Dr. Marcus Kleiner: Was der Streaming-Boom für unsere Demokratie bedeutet und warum er das Zeug dazu hat, sie in ihren Grundfesten zu erschüttern. Noch vor wenigen Jahren waren Streaming-Dienste ein Nischenmarkt, heute dominieren sie die Medienlandschaft. Die Öffentlich-Rechtlichen sind angezählt, die Privaten kränkeln. Denn niemand hat dem so bestechend auf unsere Bedürfnisse abgestimmten Angebot von Netflix, Amazon Prime und Co. noch etwas entgegenzusetzen. So nimmt der Siegeszug der Streaming-Dienste kein Ende – Netflix und Co. werden zu neuen Leitmedien. Dabei tauschen wir Zuschauer abwechslungsreiche Inhalte gegen Angebote ein, die von Algorithmen gesteuert werden und uns nur noch das vorschlagen, was Klicks verspricht. Prompt sehen wir nur noch, was wir sehen sollen. Und während die Anbieter so ihre Profite steigern, versinken wir in unserer Filterblase. Welche Wirkung aber haben die Algorithmen der Streaming-Dienste? Kann unsere Gesellschaft das aushalten, wenn wir nur noch einen Ausschnitt der Wirklichkeit wahrnehmen? Wenn sich die Medienlandschaft unumkehrbar verändert, weil wir zu passiven Konsumenten werden? Der führende Medienwissenschaftler Prof. Marcus S. Kleiner zeigt, warum der Streaming-Boom das Zeug dazu hat, unsere Demokratie zu erschüttern – und wie wir eine aufgeklärte Konsumentenhaltung entwickeln. Damit Netflix, Amazon Prime & Co. den Zusammenhalt unserer Gesellschaft nicht gefährden.

01.10.2020: Der Skandal der Skandale . Die geheime Geschichte des Christentums [Werbung] von Dr. Manfred Lütz: Die skandalträchtige Geschichte des Christentums – erzählt wie ein Krimi. Das Christentum ist heute in den Köpfen vieler Menschen vor allem verbunden mit dem Wissen um Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverfolgung und den Missbrauchsskandalen der letzten Jahre. Viele Christen schämen sich gar für die eigene Religionsgeschichte. Doch was ist wirklich dran an all diesen Skandalen? Dieser Frage geht Manfred Lütz in seinem fulminanten Buch nach und erzählt damit die spektakuläre Geschichte des Christentums auf den Grundlagen der aktuellen Forschung noch einmal neu. Wie konnte eine kleine jüdische Sekte im römischen Reich zur Weltreligion werden? Was steckte wirklich hinter den Kreuzzügen? Wie steht es heute um das Zölibat, die Frauen in der Kirche, die Sexualmoral und die Unfehlbarkeit des Papstes? Der Bestseller von einem der meistgelesenen Sachbuchautoren unserer Zeit, jetzt im Taschenbuch.

01.10.2020: Die Stimme [Werbung] von S. K. Tremayne: Wenn das »Smart Home« zum Horror-Haus wird: »Die Stimme« ist ein raffiniert-gruseliger Psychothriller über eine Sprach-Assistentin mit erschreckendem Wissen und Fähigkeiten. »Ich weiß, was du getan hast.« Jo ist schockiert, als die digitale Home Assistentin Electra sie ohne Aufforderung anspricht. Unmöglich kann eine harmlose Software vom Furchtbarsten wissen, das Jo jemals passiert ist! Doch Electra weiß nicht nur Dinge – sie tut auch Dinge, zu denen sie nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten Textnachrichten mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen … Zum ersten Mal seit Jahren muss Jo wieder an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie sich die Stimme nur eingebildet hat? Doch Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo … Bestseller-Autor S. K. Tremayne ist ein Meister im Erzeugen subtilen Grusels. Mit dem Psychothriller »Die Stimme« holt er das Grauen ins digitale Zuhause.

02.10.2020: Mut. Wie Greenpeace die Welt verändert [Werbung] hat von Delius Klasing (Herausgeber): Greenpeace hat unsere Gesellschaft verändert wie keine andere Nichtregierungsorganisation. Waldsterben, Atomkraft, Umweltverschmutzung – kaum ein Problem unseres Planeten wurde nicht von ihren Kampagnen thematisiert und bekämpft. Die Autoren des umfangreichen Magazins „MUT. Wie Greenpeace die Welt verändert hat.“ feiern das Jubiläum der Umweltschutzorganisation mit einer ausführlichen Analyse. Experten und prominente Publizisten, Mitbegründer und Aktivisten kommen zu Wort und erklären, wie Greenpeace die Welt in den letzten vier Jahrzehnten bewusster und grüner gemacht hat. Was ist Greenpeace? Die wichtigste Umweltorganisation der Welt im Porträt. Der große Faktencheck: Hat Greenpeace die Ziele der letzten 40 Jahre erreicht? Von Treibhauseffekt bis Plastik im Meer: Die Auswirkungen der Greenpeace-Aktionen verständlich erklärt mit über 100 starken Bildern und Infografiken, Essays und Interviews von prominenten Autoren zum Greenpeace-Jubiläum. CO2-neutral auf nachhaltig erzeugtem Papier und im cradle-to-cradle-Verfahren gedruckt. Vierzig Jahre nach der Gründung von Greenpeace werfen wir einen Blick auf die Erfolge und Aktionen der weltbekannten Umweltschutzorganisation. Die Kapitel Feuer, Wasser, Luft und Erde widmen sich Greenpeace-Projekten rund um den Klimawandel, den Schutz der Meere, die Gefahren von CO2, die Folgen der Massentierhaltung und vieles mehr. Was haben die Aktivistinnen und Aktivisten in vierzig Jahren erreicht und welche neuen Aktionen stehen jetzt an? Ein starkes Plädoyer für die Notwendigkeit von Umweltschutz und gemeinsamer Verantwortung!

05.10.2020: Das Flüstern der Bäume [Werbung] von Michael Christie: Eine Familie, vier Generationen, schicksalhaft verbunden mit den Wäldern Kanadas. Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder … Michael Christies grandiose Familiensaga ist großes Kino: farbenprächtig, mitreißend, bewegend!

05.10.2020: Abenteuer Artenschutz [Werbung] von Hannah Emde: Tierärztin und Artenschützerin aus Leidenschaft. Sie ist in den Dschungeln der Welt zu Hause: Hannah Emde, 28, setzt sich als Tierärztin für den Erhalt der Arten ein. Sie arbeitet mit dem extrem seltenen Nebelparder auf Borneo, mit bunten Riesenpapageien in Guatemala, mit Orang-Utans oder mit einer vier Meter langen Würgeschlange. Überall auf der Welt engagiert sie sich, um Tiere vor dem Aussterben zu schützen, dabei haben es ihr die Regenwälder besonders angetan. Sie berichtet mitreißend von der Schönheit des Dschungels und vermittelt eindringlich, warum Exoten wie der Lemur auf Madagaskar und der Bullenhai in Costa Rica gefährdet sind. Und was jeder Einzelne von uns hier und jetzt dafür tun kann, um ihren Lebensraum zu bewahren. Mit Tipps, was jeder von uns hier und jetzt für den Artenschutz tun kann

05.10.2020: Alpensolo [Werbung] von Ana Zirner: Sechzig Tage und Nächte unter freiem Himmel. Berge bedeuten für Ana Zirner Freiheit. Doch der engagierten Regisseurin bleibt zu selten Zeit für ihre Passion. Deshalb beschließt sie, allen Ballast abzustreifen und allein von Ost nach West die Alpen zu überqueren. Nur mit einem 35-Liter-Rucksack bepackt, begibt sie sich auf ihre selbst gelegte Route: knapp 2000 Kilometer vom slowenischen Ljubljana über Österreich, Italien und die Schweiz bis ins französische Grenoble. Packend und mit starker Stimme erzählt sie vom Glück, unter dem Sternenhimmel zu biwakieren. Wie sie beim Bergsteigen ihr Bewusstsein schärft und der Natur mit Respekt begegnet. Dass ihr die Berge in ihrer ruhenden Weisheit einen Platz zuweisen. Und was sie von den Menschen, die dort wohnen, über Mitgefühl und Demut lernt.

06.10.2020: Brainstorming . 300 Fragen ans Gehirn [Werbung] von Barbara Schmutz: 17 führende internationale Gehirnforscher im Gespräch. Was ist ein Geistesblitz? Wie kommt es zu falschen Erinnerungen? Sitzt das Bauchgefühl im Kopf? Was passiert beim Tagträumen? Können wir bewusst vergessen? Gibt es im Gehirn Raum für eine Seele? Gespräche mit 17 führenden internationalen Gehirnforscherinnen und Gehirnforschern zu Bewusstsein und künstlicher Intelligenz, Traum und Schlaf, Sucht und Drogen, Lernen und Gedächtnis und zur Zusammenarbeit zwischen Gehirn und Darm.

07.10.2020: Der dunkle Spiegel . Edward Snowden und die globale Überwachungsindustrie [Werbung] von Barton Gellman: »Verax« – unter diesem Namen kontaktierte ein geheimnisvoller Informant Barton Gellman. Der Journalist konnte nicht ahnen, dass sich dahinter Edward Snowden verbarg – und der größte Überwachungsskandal aller Zeiten.
Jetzt legt der dreifache Pulitzer-Preisträger die definitive Gesamtdarstellung der globalen Überwachung vor. »Der dunkle Spiegel« ist alles zusammen: Spionage-Thriller, Insider-Bericht, investigative Reportage – und ein einzigartiges Zeugnis der unersetzlichen Rolle des Journalismus. Wie in einem Krimi erzählt Gellman von Snowdens Leak bis zum heutigen Überwachungskapitalismus des Silicon Valley die ganze Geschichte. Gegen den Widerstand von Geheimdiensten der ganzen Welt gelingt es ihm, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Als sein Rechner vor seinen eigenen Augen gehackt wird, ist ihm klar: Hier sind Mächte am Werk, die kaum zu kontrollieren sind. Doch wer spioniert uns aus und warum? Sein Buch ist die Antwort auf diese Fragen.

08.10.2020: Muttermale und Vaters Spuren [Werbung] von Maren Lamers: Wie wir unser Leben gestalten, ist geprägt von unseren Erfahrungen in der Kindheit. Wir entwickeln mächtige Grundannahmen über uns selbst, das Leben und andere Menschen: eine Art innerer Landkarte, mit der wir als Erwachsene durch Lebensphasen und Krisen navigieren. Maren Lammers lädt Leser*innen ein, einen intensiveren Blick auf diese Landkarte zu werfen, die eigenen Erfahrungen zu ordnen und zu einem besseren Verständnis alter und zukünftiger Reiserouten zu kommen. Oft sind nur vor diesem Hintergrund kleine und größere Veränderungen in der Gegenwart möglich. Die Autorin informiert über die Auswirkungen verschiedener Erziehungsstile, über Resilienz und die Rolle von Genen. Viele Übungen und Arbeitsblätter erleichtern die Biografiearbeit vor dem Hintergrund einer psychischen Erkrankung, familiären Konflikten und der eigenen Elternschaft.

12.10.2020: QualityLand 2.0 [Werbung] von Marc-Uwe Kling: Schwer was los in QualityLand, dem besten aller möglichen Länder. Jeder Monat ist der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung, ein Billionär möchte Präsident werden, und dann ist da noch die Sache mit dem Dritten Weltkrieg. Peter Arbeitsloser darf derweil endlich als Maschinentherapeut arbeiten und versucht, die Beziehungsprobleme von Haushaltsgeräten zu lösen. Kiki Unbekannt schnüffelt in ihrer eigenen Vergangenheit herum und bekommt Stress mit einem ferngesteuerten Killer. Außerdem benehmen sich alle Drohnen in letzter Zeit ziemlich sonderbar … Marc-Uwe Klings lustige Dystopie um Menschen und Maschinen in einer Big-Data-Welt geht in die zweite Runde! Ein Roman voller kluger Einfälle, skurriler Figuren und verblüffender Plot-Twists.

12.10.2020: Die Geschichte einer afrikanischen Farm [Werbung] von Olive Schreiner: Ein bewegendes Meisterwerk über weibliche Emanzipation und Selbstbestimmung in der kolonialen Männerwelt. «The Story of an African Farm» gilt als das südafrikanische «Wuthering Heights». Der autobiografisch inspirierte Roman der deutsch- und englischstämmigen Autorin, erschienen 1883, schildert das Schicksal einer eigenwilligen Heldin namens Lyndall. Schon als junges Mädchen lernt sie die Bigotterie und Ignoranz der Menschen kennen und erfährt, wie beschränkt die Lebensperspektiven für ihresgleichen sind. Doch dank einer großen inneren Stärke verteidigt sie in der Farmerswelt der südafrikanischen Karoo ihre Unabhängigkeit und verliert dabei das Ziel nie aus den Augen: weibliche Selbstbestimmung bis zuletzt. Schreiners Erzählkunst fasziniert nicht nur durch ihren einfühlsamen Ton und ihre große künstlerische Sensibilität, sondern widmet sich auch emanzipatorischen Themen wie Sexualität, voreheliche Schwangerschaft sowie die unrühmliche Rolle des Christentums bei der Bevormundung des «schwachen Geschlechts». Das Buch, seinerzeit ein Welterfolg, erscheint anlässlich des 100. Todestags der Feministin und Menschenrechtlerin am 11.12.2020 nun in einer Neuübersetzung.

12.10.2020: Unter der Mitternachssonne [Werbung] von Paul Seesequasis: Das beeindruckende Porträt von acht indigenen Gemeinschaften in Kanada. Paul Seesequasis, Journalist und Autor, gibt mit seinem ungewöhnlichen und spektakulären Social-Media-Projekt der »vergessenen Generation« der First Nations, Metis und Inuit ein Gesicht. Er erzählt anhand verschwunden geglaubter Fotos von Zusammenhalt, gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamen Widerstand. Dazu sammelte er über drei Jahre hinweg die eindrücklichsten Archivbilder und die Geschichten der Menschen hinter den Porträts. Damit stößt er die Tür zu einer verborgenen Wahrheit auf und bringt eine andere, eine neue Seite der Geschichte von Kanadas indigener Bevölkerung ans Licht.

14.10.2020: 60 Kilo Sonnenschein [Werbung] von Hallgrímur Helgason: Ausgezeichnet mit dem Isländischen Literaturpreis für den besten Roman des Jahres. Das Erwachen der Moderne im tiefen Schnee Islands. Der große Roman von einem der originellsten Autoren des Landes. So schräg und humorvoll, wie man es von Hallgrímur Helgason kennt, so literarisch und episch wie nie. 60 Kilo Sonnenschein ist die Geschichte von Gestur, einem unehelichen Bauernsohn aus dem fiktiven isländischen Dorf Segulfjörður. Während er bei immer neuen Ziehvätern heranwächst, schließlich selbst Vater wird, erwacht auch das moderne Island. Große Fischfänger steuern eines Tages den Hafen an, bringen Exotisches und Fremdes aus dem Umland und der weiten Welt. Mit den Waren kommen auch neue Werte, neue Moden und Gefühle ins kalte und tief verschneite Segulfjörður. Humorvoll, turbulent und mit unvergesslichen Figuren erzählt Hallgrímur Helgason vom Weg Islands in die Moderne.

28.10.2020: Die Passion [Werbung] von Amélie Nothomb: »Ich wusste schon immer, dass sie mich zum Tode verurteilen würden«, so beginnt Amélie Nothombs neues Buch. Hier spricht Jesus Christus in der Nacht vor seinem Tod. Mutterseelenallein in seiner Zelle, vertraut er uns seine geheimsten Gedanken an, seine Zweifel, seinen Groll. Leidenschaftlich fühlt sich Amélie Nothomb in die Leidensgeschichte Jesu ein. Hier wird Jesus tatsächlich Mensch.

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im Oktober besonders?

umgeSCHAUt im August und September 2020

Fußball hat mich nie interessiert und wenn ich höre, wie mit Claudia Neumann umgegangen wurde, bin ich froh darum.

Selbstbehauptung durch Stil: Die Sapeurs im Congo wirken surreal und sind wohl für jeden Fotografen ein gefundenes Fressen.

Meine dunkle Vanessa“ habe ich bereits gelesen und habe immer noch ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, wenn ich an das Buch denke.

Hundert Augen“ klingt nach einer interessanten Mischung von Technik und Gefühlvollem.

Das Elena Ferrante Fieber hat mich bisher nicht ergriffen. Die neapolitanische Saga hat mich thematisch nicht angesprochen und wurde so hoch in den Himmel gelobt, dass ich lieber die Finger davon gelassen habe, um nicht enttäuscht zu werden. Fast bin ich versucht „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ zum Einstieg probieren, obwohl mich auch diese Thematik nicht so recht fesseln will. Aber irgendetwas muss diese Autorin wohl können, dass sie so viele mit ihren Werken begeistern kann.

Leben ist ein unregelmäßiges Verb“ spricht mich hingegen sofort an. Das vielschichte facettenreiche Buch setze ich mir auf die Bücherwunschliste. Es macht mich neugierig.

Mit dem Sterben kann ich mich derzeit nicht beschäftigen, auch wenn mich das Buch „Mutter . Chronik eines Abschieds“ sehr berührt und ich es eigentlich lesen möchte.

Joachim Meyerhoffs neues Buch interessiert mich. Ob man wohl im Vorfeld seine anderen Bücher gelesen haben sollte? Zuhören mag ich dem Autor zumindest gern, ich werde mal in die Leseprobe hineinschauen.


Und das sind die Links zu den Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

25.08.2020: Bücherjournal: Julia Westlake spricht über „Hat die überhaupt ne Erlaubnis, sich außerhalb der Küche aufzuhalten?“ von Claudia Neumann, „Sei kein Mann“ von JJ Bola, „Die Elenden“ von Anna Mayr, „Sicherheitszone“ von Katrin Seddig, „Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer, „Sapeurs. Ladies & Gentlemen of the Congo“ von Tariq Zaidi, „Marta schläft“ von Romy Hausmann.

28.08.2020: Das Literarische Quartett: Thea Dorn, Dörte Hansen, Christian Berkel und Vea Kaiser sprechen über „Meine dunkle Vanessa“ von Kate Elizabeth Russel, „Der letzte Satz“ von Robert Seethaler, „Die Scham“ von Annie Ernaux und „Hundert Augen“ von Samanta Schweblin.

01.09.2020: Literaturclub: Nicola Steiner, Laura de Weck, Martin Ebel und Oliver Schnyder diskutieren über Elena Ferrantes „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“, Rolf Lapperts „Leben ist ein unregelmässiges Verb“, Hilmar Klutes „Oberkampf“ sowie Melitta Brezniks „Mutter. Chronik eines Abschieds„.

13.09.2020: druckfrisch: Diagnose: Schlaganfall. In „Hamster im hinteren Stromgebiet“ erzählt Joachim Meyerhoff von den traumatischen, tragik-komischen und herzerwärmenden Erlebnissen nach einer solchen Gesundheitsattacke. Und Lola Randl: „Die Krone der Schöpfung“.

17.09.2020: lesenswert: Daniel Cohn-Bendit ist 75 Jahre alt geworden. Er hat drei Bücher ausgewählt, die für ihn in seinem Leben wichtig waren. Drei Bücher, die im ersten Halbjahr auf der SWR Bestenliste standen, stellen Insa Wilke und Denis Scheck im gemeinsamen Gespräch vor.

22.09.2020: lesenswert Quartett: Diskutiert wird im SWR2 lesenswert Quartett über von Judith Zander, Robert Seethaler, David Grossman und von Wolfram Eilenberger.