#bücherschrankschatz – März 2020

#bücherschrankschatzViele öffentliche Bücherschränke werden ja bereits liebevoll bestückt und gepflegt, aber andere können ein wenig Unterstützung brauchen und da soll die Mitmachaktion #bücherschrankschatz einfach ein wenig helfen. -> Mach doch auch mit!



Bei diesem Besuch bietet der Bücherschrank ein recht überschaubares, aber auch sehr blasses Bild. Ich rücke einige Bücher zurecht und sorge ein wenig für einen aufgeräumten Gesamteindruck. Es gibt kaum bekannte Titel und auch im Kinderfach befindet sich kaum etwas, was junge Leser entdecken könnten.

Ich bin fast in Versuchung die Kinder- und Jugendbücher, die ich in den kommenden Monaten dem Bücherschrank spenden möchte, in einem Rutsch dort zu lassen, weil ich das Angebot gerade so traurig dort finde. Aber tatsächlich habe ich nur „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ von Mark Twain dabei. Ein Buch, das ich als Kind sehr gern mochte und von dem ich mir wünschen würde, dass eine junge Leseratte es ebenfalls mit Freude für sich entdecken kann.

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Der Klappentext verrät: Hemingway nannte Mark Twains ‚Abenteuer des Huckleberry Finn‘ von 1885 ‚das beste Buch, das wir je gehabt haben‘! Der Roman ist ein Klassiker der Jugendliteratur, doch seine Bedeutung geht weit darüber hinaus: Kunstvoll eingebettet in die spannungsgeladene Geschichte einer Flucht aus bedrückenden Verhältnissen werden mit der vorbehaltlosen Freundschaft zwischen dem jungen Huck Finn und dem Sklaven Jim Menschlichkeit und Zivilisationskritik zum zentralen Motiv der Handlung.

Mark Twain
Die Abenteuer des Huckleberry Finn
Hardcover, 320 Seiten
ISBN 978-3730602263
Preis: 4,95 €
Verlag:  Anaconda Verlag
Alter: 10 – 12 Jahre
erschienen: 1884

Wie sieht der öffentliche Bücherschrank bei euch aus? Kennt oder unterstützt ihr bereits einen öffentlichen Bücherschrank und wenn ja, welches Buch stellt ihr im März dort unter?

#bücherschrankschatz – Februar 2020

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Nur ein kurzer Besuch beim Bücherschrank, denn hier sieht eigentlich alles ganz gut aus. Lediglich die sowieso schon spärlich vorhandenen Kinderbücher sind kreuz und quer einsortiert, anstatt in dem dafür vorgesehenen Fach zu stehen. Das ist jedoch schnell behoben und auch mein mitgebrachtes Kinderbuch findet schnell seinen neuen Platz.

Dabei habe ich dieses Mal die Taschenbuchausgabe eines Buches, das ich selbst vor ewigen Zeiten als Hardcover besaß und als Kind gern gelesen habe. Längst weiß ich nicht mehr, worum es in dem Buch eigentlich geht, aber ich mag auch heute noch den frechen Titel, von dem ich mir erhoffe, dass er vielleicht eine junge Leseratte neugierig auf das Buch macht.

#bücherschrankschatz_02_2020

Der Klappentext verrät: Mit Majestät will dieses Kürbis-Gurken-Kronen-Ding angeredet werden, das da plötzlich in der Küche der Familie Hogelmann sitzt und um politisches Asyl bittet. «In diesem Buch erzähle ich, Wolfgang Hogelmann, wie wir den blöden Gurkinger und Kellerkönig Kumi-Ori vertrieben haben. Er hat die ganze Familie furchtbar geärgert. Gemein war er auch. Dann ist noch in der Schule was passiert. Aber das ist noch nicht alles …» Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

Christine Nöstliner
Wir pfeifen auf den Gurkenkönig
Taschenbuch, 160 Seiten
ISBN 978-3-499-20153-0
Preis: 8,00 €
Verlag:  rororo rotfuchs
Alter: ab 9 Jahre
erschienen: 01.07.1977

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Das Vermächtnis der Ältesten . Scythe 3 – Neal Shusterman

Zunächst vorab: Bei diesem Hörbuch handelt es sich um den dritten und abschließenden Teil der Reihe „Scythe“. Die Handlung geht nahtlos weiter, weshalb es sich empfiehlt, diese Jugendbücher in der richtigen Reihenfolge zu hören, ganz wunderbar vertont mit Torsten Michaelis, bzw. zu lesen. Wer diese Reihe noch nicht kennt, dem kann ich sie empfehlen, auch wenn mir der dritte Teil nicht so gut gefallen hat, wie die vorherigen Bücher (Teil 1, Teil 2).

02_Scythe 3 - Das Vermächtnis der Ältesten

Neal Shusterman hat mit dieser Trilogie eine ganz eigene Welt erschaffen, die ich abschreckend fand, die mich aber auch begeistern konnte. Alles ist gut durchdacht, so dass man sich beinahe wünscht, dass so ein Supercomputer wie der Thunderhead auch in unserer realen Welt das Ruder übernimmt. Mit seiner unendlichen Weisheit führt er die Geschicke der Menschheit, damit Wohlstand herrscht, es keine Kriege und Krankheiten mehr gibt und selbst der Tod besiegt ist. Allerdings müssen aus Platzgründen die Menschen kontrolliert sterben. Das ist die Aufgabe der Scythe, die über Leben und Tod entscheiden und bestenfalls ehrenwerter Gesinnung sind. Leider sind sie das nicht alle und auch der Thunderhead geht irgendwann wider Erwarten seltsame Wege.

In den ersten beiden Teilen gibt es viele kluge Ideen rund um die Themen Gesellschaft, Leben und Tod, die zum Nachdenken und weiterspinnen anregen. Die anfängliche Utopie wächst sich dabei nach und nach immer mehr zu einer Dystopie aus und kommt dabei teilweise recht philosophisch und erwachsen daher. Das machte sie für mich zu einem echten Highlight, so dass ich dem dritten Teil gespannt entgegen fieberte. Dieser konnte mich jedoch nicht mehr so recht überzeugen.

Ich hatte den Eindruck, dass der Autor hier zu viel gewollt hat und zugunsten actionreicher Handlung Abstriche hinsichtlich des Tiefgangs der Geschichte gemacht hat. Auch wurden viele neue Charaktere eingeführt, die zum Teil jedoch eher blass blieben, so dass ich beim Hören immer mal wieder überlegen musste, um wen es sich bei der angesprochenen Person überhaupt handelte. Letztlich führt das ganze zu einem Ende, mit dem ich so nicht gerechnet hätte, das mich allerdings auch nicht so beeindrucken kann, wie ich es nach dem Lesen der beiden vorherigen Bücher erwartet hätte. Der Autor bleibt hier weit hinter seinen Möglichkeiten. Auch gibt es einen Handlungsstrang mit den beiden Hauptprotagonisten, der auf mich den Eindruck macht, als hätte Neil Shusterman ihn hier mehr oder weniger unterdrückt und nicht mehr weiter ausgearbeitet. Hier scheint noch genug Stoff für eine neue Buchreihe brach zu liegen, andererseits fehlt hier aber einfach auch ein Teil der Geschichte mit den liebgewonnenen Protagonisten, die in diesem Buch etwas ins Hintertreffen gelangen.

Gewünscht hätte ich mir für diesen dritten Band, dass der Autor sich beim Erzählen und beim Strukturieren mehr Zeit gelassen hätte. Alles wirkt ein wenig gehetzt, als hätte man unbedingt zum Ende kommen wollen. Schade, dies ist für mich kein so richtig gelungener Abschluss nach den beiden großartigen vorherigen Teilen.

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Das Vermächtnis der Ältesten (Scythe 3)
Neal Shusterman
Sprecher: Torsten Michaelis
Spieldauer: 18 Std. und 9 Min.
Ungekürztes Hörbuch
Audible-Abo-Preis: 9,95 € oder 1 Guthaben [Werbung]
Erscheinungsdatum: 27.11.2019
Sprache: Deutsch
Anbieter: Argon Verlag

 

 

 

#bücherschrankschatz – Januar 2020

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Damit, regelmäßig ein Mal im Monat einen Spaziergang zum Öffentlichen Bücherschrank zu machen, dort nach dem rechten zu sehen, ein wenig die Bücher zurechtzurücken oder wieder vernünftig hinzustellen und mein mitgebrachtes Buch einzusortieren, habe ich vor einem Jahr begonnen. Tatsächlich scheint dort jemand die Verantwortung übernommen zu haben und Bücher auszusortieren, vielleicht sogar auch einfach nur auszutauschen, so dass sich der Gesamtzustand des Bücherschranks unabhängig von meinen Besuchen erheblich gebessert hat. Eine schöne Entwicklung, die mir viel Freude macht, auch wenn ich sehr selten für mich Bücher von dort mitnehme. Das liegt aber nicht an dem Buchangebot, sondern vielmehr daran, dass ich mich meist bewusst zurückhalte, um meinen SuB nicht noch weiter auszubauen.

Einzig bei den Kinder- und Jugendbüchern sieht es dort oft nicht sehr rosig aus, weshalb ich mich entschlossen habe, dass meine Buchspenden in diesem Jahr aus diesem Bereich kommen sollen. Den Anfang mache ich mit „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien:

#bücherschrankschatz_01_2020

Die Vorgeschichte zu „Herr der Ringe“: Bilbo Beutlin, ein angesehener Hobbit, findet sich eines Morgens in der Gesellschaft von Gandalf, dem Zauberer, wieder – und von dreizehn Zwergen, die einer nach dem anderen unangemeldet in seine Wohnhöhle hereinplatzen. Und damit ist es mit seinem geruhsamen Leben vorbei. Gepackt von einer für Hobbits ungewöhnlichen Abenteuerlust nimmt er den Auftrag an, den Zwergenschatz, den der Drache Smaug einst gestohlen hatte, wieder zurückzuholen. Kein leichtes Unterfangen, denn Smaug sieht es gar nicht gerne, wenn jemand seinem Goldschatz zu nahe kommt.

J.R.R. Tolkien
Der kleine Hobbit
Aus dem Englischen von Walter Scherf
Mit Vignetten von Max Meinzold
Taschenbuch, 400 Seiten
ISBN 978-3-423-71566-9
Preis: EUR 9,95 € [DE], EUR 10,30 € [A]
Verlag: dtv junior
Alter: ab 12

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Stoner – John Williams

„Sie schlief fest, doch ließ ihn der Lichteinfall glauben, ihr leicht geöffneter Mund formte lautlose Worte der Leidenschaft und Liebe. Lange stand er da, schaute sie an und empfand undeutliches Mitgefühl, zögerliche Freundschaft und vertrauten Respekt, aber auch eine müde Trauer, da er wusste, dass ihr bloßer Anblick nie mehr jene Agonie des Begehrens in ihm auslösen konnte, die er einst gekannt hatte, so wie er auch wusste, dass ihre Nähe ihn nie mehr derart erregen würde, wie sie es einst getan hatte. Dann verklang die Traurigkeit, und er deckte seine Frau sanft zu, machte das Licht aus und legte sich neben sie ins Bett.“ (S. 128)

John Williams Bücher wurden zu Lebzeiten zwar gelesen, erlangten aber keine Berühmtheit. Dank seiner Wiederentdeckung durch Edwin Frank, der 1999 die legendäre Reihe New York Book Review Classics begründete, zählt er heute weltweit zu den Ikonen der klassischen amerikanischen Moderne. Der Roman „Stoner“ erschien 1965 und erzählt vom Leben William Stoners, der, als Sohn armer Farmer geboren, 1910 im Alter von 19 Jahren an der Universität sein Studium der Agrarwirtschaft beginnt. Dort entdeckt er jedoch seine Leidenschaft für Literatur, bricht sein ursprüngliches Studium ab, um fortan Literatur zu studieren und schließlich Professor zu werden.

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Es ist die Geschichte seines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterlässt. Aber es ist auch ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter groß zuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahe bringen zu wollen. „Stoner“ ist kein Liebesroman im klassischen Sinn, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe.

„Als William Stoner sehr jung war, hatte er die Liebe für einen vollkommenen Seinszustand gehalten, zu dem Zugang fand, wer Glück hatte. Als er erwachsen wurde, sagte er sich, die Liebe sei der Himmel einer falschen Religion, dem man mit belustigter Ungläubigkeit, vage vertrauter Verachtung und verlegener Sehnsucht entgegensehen sollte. Nun begann er zu begreifen, dass die Liebe weder Gnade noch Illusion war; vielmehr hielt er sie für einen Akt der Menschwerdung, einen Zustand, den wir erschaffen und dem wir uns anpassen von Tag zu Tag, von Augenblick zu Augenblick durch Willenskraft, Klugheit und Herzensgüte.“ (S. 246)

„Stoner“ erzählt die Geschichte eines wenig außergewöhnlichen Menschen und selbst was erzählt wird, ist wenig spektakulär. Besonders ist allerdings, wie erzählt wird. John Williams erschafft in dem Roman eine melancholische Grundstimmung, die sich mitsamt seines Protagonisten durch das ganze Buch trägt. Als Leser versteht man sein Dilemma, fühlt sich jedoch in dieser Rolle zur Untätigkeit verdammt, obwohl man Stoner am liebsten Wachrütteln, vor Ungerechtigkeit bewahren und zu seinem Glück zwingen möchte. Aber der stoisch fast alles ertragende Stoner ist dennoch ein beeindruckender Charakter, der einen bis zum Schluss nicht loslässt und gerade durch die kleinen besonderen Gesten und Feinheiten für sich einzunehmen weiß.

„Er trat aus dem Büro ins Dunkel des langen Flurs und ging mit schwerem Schritt ins Sonnenlicht, in die offene Welt, die für ihn ein Gefängnis war, wohin er sich auch wandte.“ (S. 268)

Ein Buch, dessen atmosphärische Erzählkunst mich beeindrucken konnte und Lust darauf macht, mehr von John Williams zu lesen. Sehr empfehlenswert!

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John Williams
Stoner
Aus dem Englischen von Bernhard Robben
Taschenbuch, 352 Seiten
ISBN: 978-3-423-14395-0
Preis: EUR 10,90 € [DE], EUR 11,30 € [A]
Verlag: dtv Literatur
Erschienen: 1. Dezember 2014

#bücherschrankschatz – Dezember 2019

#bücherschrankschatzViele öffentliche Bücherschränke werden ja bereits liebevoll bestückt und gepflegt, aber andere können ein wenig Unterstützung brauchen und da soll die Mitmachaktion #bücherschrankschatz einfach ein wenig helfen. -> Mach doch auch mit!



Dieses Mal ging es für mich mit leichter Verspätung zum öffentlichen Bücherschrank unseres kleinen Städtchens. Ordentlich sieht es hier aus und auf Anhieb fallen mir dieses Mal viele Thriller ins Auge, die ich noch nicht kenne. Bücher, mit denen beim Lesen gut umgegangen wurde und die noch nicht allzu viele Hände durchlaufen haben können. Mir macht es Spaß hier zu stöbern und ich bin fast ein wenig stolz, dass ich kein Buch für mich mitnehme, sondern nur einen Platz für mein mitgebrachtes finde. Im November habe ich einige von den Büchern gelesen, die sich zum Teil schon sehr lange auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) tummelten und mich darüber gefreut, wie viel Gutes sich darunter befand. Dort will ich erstmal weiterstöbern und halte mich am Bücherschrank zurück.

Mitgebracht habe ich dieses Mal ein Buch, das Teil einer Reihe ist und mich seinerzeit sehr begeistern konnte. Ich wollte immer mal weiterlesen, habe aber tatsächlich nie zu dem zweiten Buch gegriffen, das sich seit Jahrzehnten auf meinem SuB befindet. Der Verfilmung durch die Serie „Outlander“ konnte ich hingegen nicht widerstehen, obwohl mich Schnulziges normalerweise nicht so leicht packen kann. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel 😉

2019_12_#bücherschrankschatz

Diana Gabaldons opulenter historischer Roman um das Liebespaar Claire Randall und Jamie Fraser, der in den USA bereits für Furore gesorgt hatte, wurde auch in Deutschland zum Überraschungsbestseller des Jahres 1995. Mit unglaublichem geschichtlichen Wissensschatz, weiblichem Einfühlungsvermögen und herzerfrischendem Humor erweckte die Autorin das wilde schottische Hochland des 18. Jahrhunderts zu neuem, farbenprächtigem Leben.

Man schreibt das Jahr 1945. Claire Beauchamp Randall, die bis vor kurzem als Krankenschwester an der Front gearbeitet hat, verbringt die zweiten Flitterwochen mit ihrem Mann Frank in den schottischen Highlands. Als sie bei einem Spaziergang nichtsahnend einen magischen Steinkreis berührt, verliert sie das Bewusstsein – und erwacht mitten im Schlachtgetümmel schottischer Rebellen, im Jahr 1743.

Das Schottland dieser Epoche unterscheidet sich beträchtlich von dem friedlichen Ort, den Claire soeben mysteriöserweise verlassen hat: Die schottischen Clans kämpfen erbittert gegen die englische Besatzung; die Highlander sind geprägt von Rebellion und Verrat, von Aufklärung, Aberglaube und Hexenwahn. Und mitten unter ihnen Claire – eine Frau des zwanzigsten Jahrhunderts, eine beargwöhnte Fremde, die die Menschen durch ihr seltsames Auftreten, ihre ungewöhnliche Sprache und ihre eigenartigen Kenntnisse in Aufruhr versetzt.

Da begegnet sie James Fraser, dem mutigen Clanführer, der ihr mehr als einmal in lebensbedrohlichen Situationen zu Hilfe eilt. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, und bald schon spürt Claire, dass dieser Mann über ihr Schicksal entscheidend mitbestimmen wird, dass sie an seiner Seite Liebe und Leidenschaft, Rebellion und tödliche Gefahr erleben wird. Claire muss schließlich die Entscheidung ihres Lebens treffen: zwischen der Zukunft und der Vergangenheit, zwischen ihrem Mann Frank und dem rothaarigen Rebellen James Fraser.
Eine Lektion hat sie inmitten dieses Abenteuers jedoch bereits gelernt – dass der Instinkt eines Mannes, die Frau zu beschützen, die er liebt, so alt ist wie die Zeit…

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Diana Gabaldon
Outlander – Feuer und Stein
Übersetzt von: Barbara Schnell
Taschenbuch, 1136 Seiten
ISBN: 978-3-426-51802-1
Preis: € 18,00[D] inkl. MwSt.
Verlag: Droemer Knaur
Erschienen am 04.05.2015 (Erstveröffentlichung 1991 unter dem englischen Titel „Outlander“ in New York)

Wie sieht der öffentliche Bücherschrank bei euch aus? Kennt oder unterstützt ihr bereits einen öffentlichen Bücherschrank und wenn ja, welches gute Buch stellt ihr im Dezember dort unter?

Scherbenpark – Alina Bronsky

„Scherbenpark“ war in der Sparte „Jugendbuch“ (Kritikerjury) zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2009 sowie für den Aspekte-Literaturpreis nominiert. Der Roman erschien als Theaterstück und wurde bereits mit Jasna Fritzi Bauer in der Hauptrolle verfilmt. Doch eigentlich wollte ich das Buch unbedingt lesen, weil sich Christine Westermann lobend darüber äußerte und mich bereits „Baba Dunjas letzte Liebe“ beeindrucken konnte. Als erst in diesem Jahr ein neues Buch von Alina Bronsky erschien, erinnerte ich mich wieder daran, dass sich immer noch ihr Debütroman „Scherbenpark“ unter meinen ungelesenen eBooks befand und es endlich mal Zeit wurde, dieses Buch zu lesen.

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Die Autorin selbst ist auf der asiatischen Seite des Uralgebirges sowie in Marburg und Darmstadt aufgewachsen. Ihr Vater ist jüdischer Abstammung und wanderte mit der Familie Anfang der 1990er Jahre als Kontingentflüchtling nach Deutschland aus. In „Scherbenpark“ nimmt Alina Bronsky den Leser mit in diese Welt und zeigt anhand der siebzehnjährigen Sascha wie es laufen kann, wenn es nicht gut läuft. Sascha ist aus Moskau nach Deutschland gekommen und lebt mit ihren zwei jüngeren Geschwistern im Scherbenpark – einem Hochhaus-Ghetto, in dem eigene Gesetze herrschen. Aber sie besucht auch das katholische Elite-Gymnasium, das Sascha wegen ihrer Hochbegabung und ihrer prekären Lebenssituation angenommen hat, mitsamt den behüteten und ausstaffierten Mitschülerinnen, die keinen Schimmer von Algebra haben, aber ein volles Freizeit­programm. Sascha ist eine Pendlerin zwischen zwei Welten und in keiner davon zu Hause.

Ihre Geschichte beginnt Sascha mit zwei Vorsätzen: Sie will ihrer Mutter ein Buch schreiben, und sie will Vadim töten. Ganz allmählich erfährt der Leser, was sie zu diesen Vorhaben gebracht hat. Selbstbewusst und geradeheraus, beiläufig und trocken kommentiert sie ihre Umgebung, das verzweifelte Streben nach Glück, Freiheit und Wohlstand, das Scheitern ringsum und das eigene Aufbegehren. Was es mit Vadim auf sich hat, warum Sascha ohne Mutter, aber mit ihrer Großtante lebt, wie die Familie  durch ein Verbrechen erschüttert und zugleich berühmt wurde, und was es bedeutet, in ein Dreiecksverhältnis mit einem Journalisten und seinem sechzehnjährigen Sohn zu geraten – all das erzählt sie mit Herz, Witz und einer Energie, die mitreißt. Gleichzeitig spürt man die grenzenlose Wut, die neben einer gewissen Trotzigkeit auch die verzweifelte Suche nach einem Umgang mit den Geschehnissen zeigt.

Ein gefühlvoller, aber nicht gefühlsduseliger Roman über eine starke Protagonistin. Empfehlenswert!

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Alina Bronsky
Scherbenpark
Taschenbuch, 304 Seiten
ISBN: 978-3-462-04150-7
Preis: 9,99 € | Österreich: 10,30 €
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erschienen: 24.09.2009

Wovon wir träumten – Julie Otsuka

Dieses Buch wanderte bereits vor einigen Jahren auf meine Wunschliste und von dort relativ zügig als eBook auf meinem virtuellen Stapel ungelesener Bücher. Und das war es dann erstmal. Als ich es nun kürzlich auf meinen eReader lud, um im Urlaub eine große Auswahl an Lesbarem zu haben, wusste ich längst nicht mehr, wovon dieses Buch handelt. Umso überraschter war ich von diesem kleinen Schatz, der sich mir nach und nach offenbarte.

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Mit leiser Wehmut, vielen Fragen und großen Hoffnungen im Gepäck überqueren sie den Ozean: junge Japanerinnen, die in den 1920er Jahren ihre Heimat verlassen, um in Kalifornien japanische Einwanderer zu heiraten.

„Einige von uns kamen aus Hokkaido, wo es verschneit und kalt war, und träumten noch jahrelang von dieser weißen Landschaft. Einige von uns kamen aus Hiroshima, das später in die Luft fliegen sollte, und hatten Glück, überhaupt auf dem Schiff gelandet zu sein, auch wenn sie es damals natürlich noch nicht wussten.“ (S. 9)

Bis zu ihrer Ankunft kennen die Frauen ihre zukünftigen Männer nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von Amerika. Die Überfahrt wird zu einer seltsamen, oft traumartigen Passage zwischen zwei Welten – und die Ankunft in Amerika zu einem abrupten Erwachen in der Fremde, in der kaum etwas so ist wie erwartet.

„Denn wenn uns unsere Männer in ihren Briefen die Wahrheit gesagt hätten – dass sie keine Seidenhändler waren, sondern Obstpflücker, dass sie nicht in großen Häusern mit vielen Zimmern wohnten, sondern in Zelten und Scheunen und draußen im Freien, auf den Feldern, unter der Sonne und den Sternen -, wären wir nie nach Amerika gekommen, um die Arbeit zu machen, die im Leben kein Amerikaner machen würde, der etwas auf sich hält.“ (S. 24)

Der Roman schildert ihre Lebenserfahrungen in der neuen Heimat, bis rund ein Vierteljahrhundert später der japanische Angriff auf Pearl Harbor zur Internierung japanischstämmiger Amerikaner führt.

Als Leser erfährt man die Geschehnisse aus der Wir-Perspektive der Japanerinnen. Es gibt keine stringent erzählte Geschichte, der man folgen und keinen Protagonisten, mit dem man sich identifizieren könnte. Aber die aufzählende Erzählweise beleuchtet das differenzierte Erleben und Wirken der Japanerinnen dennoch eingehend und bewegend, da sich hierdurch eine Vielzahl von Perspektiven und Möglichkeiten eröffnet. Das sorgt wohl auch für die dichte Atmosphäre, durch die sich ein Sog entwickelt, dem man sich beim Lesen kaum entziehen kann.  Man erlebt die anfänglichen Ängste vor dem neuen Land und den unbekannten Männern, erfährt von Hoffnungen und Enttäuschungen, vom Einleben und Nicht-Einleben in dem fremden Land und den Konsequenzen. Hier werden feine Nuancen gezeichnet und Problematiken deutlich, die beim Lesen innehalten lassen und zum nachdenken anregen. Der Roman schließt mit einem drastischen Perspektivwechsel: Aus der Sicht ihrer weißen Nachbarn wird geschildert, wie die internierten japanischstämmigen Amerikaner plötzlich nicht mehr da sind.

Knapp 160 Seiten, die intensiv und berührend sind und trotz der Kürze zugleich eine erweiterte, wenn auch knappe schwammige Sichtweise auf geschichtliche Ereignisse werfen. Ein Buch, das nachwirkt und zum weiter informieren anregt. Empfehlenswert!

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Julie Otsuka
Wovon wir träumten
Aus dem Englischen von Katja Scholtz
Original: The Buddha in the Attic, Verlag: Knopf
Taschenbuch, Broschur, 160 Seiten
ISBN: 978-3-442-47968-9
Preis: € 8,99 [D] inkl. MwSt. | € 9,30 [A] | CHF 12,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Goldmann
Erschienen am 17. März 2014

#bücherschrankschatz – November 2019

#bücherschrankschatzViele öffentliche Bücherschränke werden ja bereits liebevoll bestückt und gepflegt, aber andere können ein wenig Unterstützung brauchen und da soll die Mitmachaktion #bücherschrankschatz einfach ein wenig helfen. -> Mach doch auch mit!



Dieses mal war es nur eine kurze Stippvisite bei dem Bücherschrank. Gut sieht’s hier aus und er ist wohl auch gut besucht – zumindest findet sich auch gleich eine weitere Bücherfreundin ein, als ich mein Buch für diesen Monat in den Schrank stelle. Es handelt sich um ein Buch von Frank Schätzing, das ich nach dem Schwarm las. Eine ganz andere Thematik, aber ich war dennoch begeistert:

2019_11_#bücherschrankschatz

Köln im Jahr 1260: Jacop der Fuchs, ein liebenswerter Dieb und Herumtreiber, wird unfreiwillig Zeuge eines Mordes. Er sieht, wie eine düstere Gestalt den Kölner Dombaumeister vom Gerüst in den Tod stößt. Aber er selbst muss auch gesehen worden sein. Denn jeder, dem Jacop diese Geschichte erzählt, ist kurze Zeit später tot. Dem jungen Mann wird schnell klar, dass er nur eine Chance hat, seine Haut zu retten. Er muss den Täter entlarven, bevor auch er zu seinem Opfer wird.

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Frank Schätzing
Tod und Teufel
Taschenbuch, 512 Seiten
ISBN: 978-3-442-45531-7
Preis: € 11,00[D] inkl. MwSt. | € 11,40 [A] | CHF 16,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Goldmann
Erschienen am 01.07.2003

Wie sieht der öffentliche Bücherschrank bei euch aus? Kennt oder unterstützt ihr bereits einen öffentlichen Bücherschrank und wenn ja, welches gute Buch stellt ihr im November dort unter?

erLESENer September

Im Lesemonat September lauschte ich den Stimmen des Waldes, erfuhr warum es den Dompfaffen an den Kragen ging, kämpfte mit Adelaida ums Überleben, war weltweit dem Tod auf der Spur und las ohne jegliche Ehrfurcht in der heiligen Khorabel.

Großartige Bücherwelten – gleich um die Ecke oder um zig Ecken entfernt, mal geradeaus und mal um die Ecke gedacht…

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Das geheime Band zwischen Mensch und Natur von Peter Wohlleben: Das Buch schärft das Bewusstsein für die Probleme des Waldes und der Waldbewirtschaftung. Gleichzeitig schafft es eine lebendige Atmosphäre, in der man Erstaunliches über die Natur entdecken kann und die Lust darauf macht, sich auf der Stelle in den nächsten Wald zu begeben um diesen mit all seinen Sinnen und dem frisch erworbenen Wissen neu zu erfahren. Ein Buch, das nachwirkt.

Der Federmann von Max Bentow: Widerlich gut von Axel Milberg vertont, bringt mich das Gehörte bis an die Grenze dessen, was ich ertragen kann oder mag. Aber dennoch konnte ich von dem Hörbuch nicht ablassen und musste es bis zum Schluss weiter hören. Hat mir gefallen!

Nacht in Caracas von Karina Sainz Borgo: Ein intensives literarisches Debüt über das Schicksal einer jungen Frau und ein virtuoses Portrait eines untergehenden Landes. Auch wenn mich das Ende dieses Buches nicht vollends überzeugen konnte, ist es unbedingt empfehlenswert!

Wo die Toten tanzen von Caitlin Doughty: Kein Buch, das sich einfach so weglesen lässt. Zu oft vergleicht man mit eigenen Erfahrungen und Vorstellungen und wird mit dem Tod in einem Rahmen konfrontiert, der teilweise nur schwierig vorstellbar ist. Gleichzeitig entmystifiziert das Buch dieses Thema ein wenig und ist ein Plädoyer dafür, dem Tod wieder mit mehr Würde zu begegnen. Eine Empfehlung!

Miroloi von Karen Köhler: Sprachintensive und gefühlvolle Schilderungen aus der Sicht einer sechzehnjährigen namenlosen Frau, die auf einer streng religiösen frauenfeindlichen fiktiven Mittelmeerinsel allmählich erwacht und um ihre Freiheit kämpft. Für mich ein Highlight!