erLESENer August 2020

Im Lesemonat August überdachte ich meine Blog- und Instagramaktivitäten, wurde Veganerin, fand meinen Text in einem Buch wieder, ließ mich lächelnd mobben, bewunderte Edward Snowden und übte mich im autobiografischen Schreiben.

Bücherwelten – inspirierend und zuweilen beängstigend.

Hashtag Authentisch von Sara Tasker [4 von 5 Sternen]: Für mich war es ein sehr interessanter Ausflug in die Insta-Welt, der mir dabei geholfen hat meine eigene Blog- und Instagramgestaltung zu überdenken, ohne dabei sklavischen Regeln zu folgen. Ein sehr harmonisches schönes Buch der sympathischen Autorin. 

Die Vegetarierin von Han Kang [4 von 5 Sternen]: Eine tragische sozialkritische Geschichte mit hypnotischer Wirkung, in der eine junge Koreanerin Veganerin wird und so verzweifelt ein Stück Selbstkontrolle zurückzuerlangen versucht. Empfehlenswert!

Anthologie Projekt*txt von Katharina Peham [3 von 5 Sternen]: Die Geschichten der Autoren und Autorinnen aus dem Projekt*txt übersteigen weit die Beitragsworte, die sie in den Jahren von 2015 bis 2019 als Inspiration erhalten haben. Eine intensive gelungene Mischung unterschiedlicher Texte, und mittendrin auch meiner.

Mit Stauen und Zittern von Amélie Nothomb [3 von 5 Sternen]: Eine autobiografisch angehauchte Geschichte der Autorin, in der es um Mobbing in einer japanischen Firma geht, wobei man einiges über die kulturellen Zwänge dieses Landes erfährt.

Permanent Record . Meine Geschichte von Edward Snowden [5 von 5 Sternen]: Die beeindruckende Geschichte des Whistleblowers, in der man über seine Hintergründe und Beweggründe erfährt und warum er nur so handeln konnte, wie er es letztlich tat. Beeindruckend!

Schreiben über mich selbst von Hanns-Josef Ortheil [3 von 5 Sternen]: Enthalten sind in diesem Buch Ausführungen zum autobiografischen Schreiben neben zahlreichen Herangehensweisen, Beispielen und Schreibübungen. Teilweise etwas trocken, aber nichtsdestotrotz sehr inspirierend.

erLESENer August

In den Bücherwelten lernte ich im August die Sorgen eines Dreißigjährigen kennen, habe Gemüse zu Spiralen verarbeitet, ertrug die Streitereien zwischen Marion und Hortensia, habe Téos schockierende Behandlungsmethoden an Clarice miterleben müssen, nahm Abnehmmythen unter die Lupe, musste miterleben, wie sich Holda und Karin immer mehr in kriminelle Handlungen verstrickten,  beobachtete die Entwicklung einer Familie aus Ghana über den Zeitraum von 300 Jahren, konnte Kukolka nicht vor Kindesmissbrauch und Zwangsprostitution bewahren und schmunzelte über die Gespräche zwischen Sérieuse und ihrem Vater.

Bücherwelten – vielfältig und manchmal auch sonderbar. Wunderbar!

2017_08_Lesemonat

Sieben Nächte von Simon Strauss
Kraftvolle sprachliche Bilder, die mitreißen. Ein Buch, das beeindruckt und nachwirkt auch wenn S. „Kinderfragen gestellt hat und nach Sinn und Sagbarem gesucht und Umrisse in den Sand gezeichnet hat“. Empfehlenswert!

Kochen mit dem Spiralschneider von Denise Smart
Trotz leckerer Rezepte hat mich dieses Buch doch eher enttäuscht, weil nicht das drin steckt, was drauf steht.

Die Frau nebenan von Yewande Omotoso
Eine skurrile Geschichte in bissig lockerem Ton, die auf das Leben zweier starker Frauen zurückblicken und ein Stück weit Apartheid gestern und heute erleben lässt, die aber auch zeigt, dass es nie zu spät für Annäherungen ist.

Sag kein Wort von Raphael Montes
Ein Stalking-Thriller der etwas anderen Art, der auch ein ungewöhnliches Ende zu bieten hat. Stellenweise zwar ein wenig zu konstruiert und unrealistisch, aber nichtsdestotrotz spannend und unterhaltsam.

Fettlogik überwinden von Nadja Hermann
Auch wenn mir die Vorgehensweise der Autorin zu extrem erscheint, hat mir dieses Buch gut getan, weil viele Abnehmthemen angesprochen, auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft und endlich mal auf den Punkt gebracht werden. Und für mich tatsächlich ein Auslöser, der mich dazu gebracht hat, endlich gegen mein Gewichtsproblem anzugehen…Läuft 🙂

Halali von Ingrid Noll
Eine heimelige Zeitreise in die 1950er Jahre, die in das Lebensgefühl junger Frauen dieser Zeit eintauchen lässt – ein unterhaltsamer humorvoller Roman mit einem besonderen Flair, den ich nicht aus der Hand legen mochte.

Heimkehren von Yaa Gyasi
Ein intensiver Roman, der berührend und beeindruckend die Entwicklung einer Familie aus Ghana über den Zeitraum von 300 Jahren – von der Versklavung bis in die Gegenwart – erzählt. Großartig!

Kukolka von Lana Lux
Nichts für zart besaitete Leser. Es ist voller Passagen, die ich lieber nicht gelesen hätte, weil allein die Vorstellung, dass die Realität durchaus die in diesem fiktiven Roman beschriebenen Dinge zu bieten hat, grausam und unmenschlich ist. Ein Buch, das beim lesen schmerzt. Erschütternd!

Töte mich von Amélie Nothomb
Ein unterhaltsames skurriles Buch für zwischendurch, das durch die bizarre Logik in den Gesprächen zwischen Vater und Tochter glänzt

erLESENes Jahresviertel

montagsfrage_banner

Pünktlich zum Wochenbeginn will Buchfresserchen wissen:

Das erste Quartal des Jahres ist vorüber, wie viel hast du schon gelesen und welche Bücher sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Dank Blog und Goodreads lässt sich ja ganz gut zurückverfolgen, womit ich die Lesezeit ausgefüllt habe. Zahlenmäßig habe ich 19 Bücher in den vergangenen drei Monaten gelesen. Ich habe kein Buch abgebrochen und keines der Bücher mit weniger als drei von fünf Sternen bewertet. Das allein ist ein wirklich schöner Fortschritt und zeigt mir, dass es sich für mich unbedingt lohnt in die Leseproben zu schauen (wenn möglich), bevor ich mich tatsächlich entscheide ein Buch zu lesen. Auch habe ich gemerkt, dass sich immer deutlicher für mich herauskristallisiert, was ich gern lese und was nicht. Das ist wirklich hilfreich und erleichtert die Auswahl der Bücher aus dem riesigen Angebot.

Meine Highlights im ersten Quartal waren:

1-Quartal

Charlotte von David Foenkinos
Ein Roman, der sich auf das autobiografische Werk Charlotte Salomons bezieht und der mich durch den Schreibstil und die Geschichte überzeugen konnte.

Kosmetik des Bösen von Amélie Nothomb
Eine meisterhaft erzählte Geschichte von Vergewaltigung, Mord und tiefgehenden seelischen Abgründen.

Durch Mauern gehen von Marina Abramovic
Eine interessante Autobiografie einer Performance-Künstlerin, die für ihre Kunst lebt und leidet.

Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf
Ein besonderer Roman über spätes Glück, der mich sehr berührt hat.

Mein Vater ist Putzfrau von Saphia Azzeddine
Eine liebevolle Vater-Sohn-Geschichte voller Situationskomik und Galgenhumor, die viel Stoff zum Nachdenken, schmunzeln und mitfühlen zu bieten hat.