Foto der Woche – 04/2021

Ein Blick in die Wetterapp und schon wurde der geplante Sonntagsausflug spontan auf Samstag vorgezogen. Unser Ziel: Die alte Eisenbahnbrücke in Wesel, die in den Jahren 1872 bis 1874 erbaut und im Verlauf des zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Wir waren aber an diesem Nachmittag nicht die einzigen Besucher, die dieses Bauwerk bestaunten und sich die niederrheinische Landschaft vorzugsweise durch die alten Brückpfeiler hindurch anschauten um ganz nebenbei noch die frische Luft zu genießen.

Imposant und in ihrem Verfall auf ihre eigene Art wunderschön zieht sich die alte Brücke noch heute zerstückelt durch die Landschaft. Die Natur hat sie längst mit offenen Armen aufgenommen und macht sie immer mehr zu einem Teil von sich. Und doch ist immer noch erkennbar, dass es einst Zeiten gegeben haben muss, in denen sich Ästhetik und Stabilität beim Bauen vereinbaren ließen.

Foto der Woche – 01/2021

Das neue Jahr ist noch frisch und wohl der richtige Zeitpunkt zu überlegen, was im alten Jahr gut war und man so weiter machen möchte. Dazu gehört für mich ganz eindeutig das Fotoprojekt 52Frames. Ich habe es tatsächlich geschafft mich in jeder Woche des vergangenen Jahres aufzuraffen, um ein Foto zu einer jeweils anderen Aufgabenstellung zu machen. Ja, die Bezeichnung „aufraffen“ trifft es wohl. Denn oftmals hatte ich keine Lust dazu, weil mir völlig andere Dinge im Kopf herumschwirrten und es darüber hinaus in der Welt ganz andere Probleme zu lösen galt, als dass Lichtverhältnisse und Beweglichkeit eines Motivs mit der Blende und der Belichtungszeit der Kamera in Einklang gebracht werden mussten, damit ein ansehnliches Ergebnis zustande kam. Aber genau das holte mich oft auch einfach heraus aus dem sich gefangen, hilflos und überfordert fühlen in den Umständen der Zeit.

Gelernt habe ich bei dem Projekt auch, mit übertriebenem Perfektionismus zurecht zu kommen. Denn tatsächlich habe ich Wochenbilder veröffentlicht um das Projekt nicht zu unterbrechen, die ich unter anderen Umständen nicht gezeigt, sondern vielleicht sogar gelöscht hätte. Nachdem ich erst das Gefühl hatte, dass mich das innerlich zerfressen würde, fühlte es sich mit einem Mal überraschend gut an. Denn egal ob gut oder schlecht, ich habe in jeder Woche mein Bestes gegeben und unter den jeweiligen Umständen und Fähigkeiten das für mich bestmögliche Ergebnis zustande gebracht. Eine wichtige Einsicht, zu der ich gerne schon Jahre früher gelangt wäre.

Und weil das Fotoprojekt das neue Jahr mit einem Selbstportrait beginnt, habe ich ein solches von mir gemacht. Es zeigt mich so unperfekt, wie ich bin. Nicht weichgezeichnet, aber hinter einem wunderschönen, bezaubernden, herzallerliebsten Bücherstapel, der dazu einlädt aus der Realität zu fliehen oder aus ihm zu lernen – oder sich einfach nur ein wenig hinter ihm zu verstecken. Ganz nach Lust und Laune.

Foto der Woche (47. KW)

Bei dieser Aktion von Aequitas et Veritas geht es darum, im Laufe einer Woche ein Foto von etwas zu schießen, über das man ’stolpert‘. Et voilà:

Bild von einem Dummy in einem weißen Kleinwagen mit kaputter Front vor einem Baum

Ich bin nicht direkt darüber gestolpert, aber dieser Anblick zwingt mich immer wieder zum Hinschauen und erinnerte mich erst gestern wieder daran, dass ich selbst vor Jahren mit meinem kleinen weißen Auto über die spiegelglatte Fahrbahn rutschend vor einem Baum etwa dieser Größe zum stehen kam. Nicht einmal der Airbag hatte sich damals geöffnet und mein Wagen sah glücklicherweise auch nicht so ramponiert aus. Er hätte aber auch nicht so ein gutes Werbeobjekt für ein Kfz-Sachverständigenbüro abgegeben. Ein Glück!

Foto der Woche (46. KW)

In dieser Woche wollte es die Foto-Challenge von 52frames, dass ich Bilder mit dem Smartphone mache – und ich habe es genossen. In der letzten Zeit bin ich oft mit komplettem Marschgepack, wie ich es immer nenne, wenn ich meine komplette Fotoausrüstung mitschleppe, losgezogen. Und genau das wird mir allmählich zu schwer, auch wenn in dieser Schlepperei eine gewisse Notwendigkeit begründet liegt. Denn natürlich brauche ich immer genau das, was ich gerade nicht dabei habe, wenn ich mal beschließe irgendetwas nicht mitzunehmen. Ein Wunder, dass ich nicht auch immer mein Stativ dabei habe…

Es war fast schon erfrischend, sich zum Fotografieren auf den Weg zu machen und nur das Handy einzustecken. Die Fotos sind tatsächlich nicht gerade berauschend geworden, manche aber immerhin ganz nett und für eines konnte ich mich dann auch als Projektbild entscheiden. Doch so richtig genossen habe ich es, als dieses Bild entstanden ist:

Mein Herzbube und ich waren gerade in einem sehr ruhigen ländlichen Gebiet unterwegs und konnten sie schon weitem kommen hören. Ich liebe das Geschnatter der Wildgänse. Und auch wenn ich wusste, dass dabei keine Fotos entstehen würden, die später zu meinen Lieblingsbildern zählen, bin ich begeistert mit den Augen und mit dem Handy ihrem Flug gefolgt und habe dabei Bilder gemacht. Ich war dabei so auf den Himmel und Wildgänse fixiert, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass ich selbst beobachtet wurde. Der Spaziergänger fragte mich lächelnd, ob ich denn alle aufs Bild bekommen hätte, als ich schließlich den Blick vom Himmel löste. „Nicht ganz“, antwortete ich ebenfalls lächelnd. Wertvolle kleine Begegnungen in Zeiten von Corona – schön wenn man sich unmaskiert zulächeln und die Natur genießen kann.


Bei dieser Aktion von Aequitas et Veritas geht es darum, im Laufe einer Woche ein Foto von etwas zu schießen, über das man ’stolpert‘.

Foto der Woche (43. KW)

Mein Leben ist derzeit bildschirmlastiger als normalerweise. Erst nahm mich in der Vorwoche die digitale Frankfurter Buchmesse in Beschlag und in dieser Woche folgte dann Adobe MAX in ebenfalls digitaler Form. Ich bin wirklich begeistert und hochgradig inspiriert. Aber das selbst aktiv werden und vor allem das aktiv sein kommt dabei schnell zu kurz. Gut wenn der innere Schweinehund einigermaßen im Zaum bleibt und einen zumindest das Sportprogramm bis auf wenige Ausnahmen absolvieren lässt. Außerdem stand für die Wochenaufgabe des Fotoprojekts 52 Frames eine Spiegelung auf dem Programm. Mein Herzbube und ich waren uns einig: Es sollte, nein es musste sich sogar ein Motiv draußen finden. Und weil Spiegelungen im Wasser ihren ganz eigenen Reiz haben können, spazierten wir auf der Suche danach ein wenig an der Niers entlang.

Wunderbar, sich die frische Luft um die Nase wehen zu lassen und dabei die Vielfalt der Farben zu genießen, die die Natur gerade zu bieten hat. Gelegentlich ließ sich sogar die Sonne blicken und zumindest für die Dauer unseres Spaziergangs regnete es nicht. Es tat unglaublich gut. Ich fotografierte zwar ein wenig, aber die Suche nach einer schönen Spiegelung habe ich irgendwann völlig vergessen. Oft blieb ich einfach nur stehen, atmete tief durch und nahm die schöne Umgebung ganz tief in mich auf. Dabei ist wohl auch dieses Bild entstanden. Das Foto für die Wochenaufgabe habe ich am nächsten Tag gemacht – abends, eher zufällig, auf dem Rückweg vom Einkaufen, mit dem Handy vor einer Riesenpfütze. Manche Motive finden einen dank innerem Autofokus, wenn man gar nicht mehr damit rechnet.


Bei dieser Aktion von Aequitas et Veritas geht es darum, im Laufe einer Woche ein Foto von etwas zu schießen, über das man ’stolpert‘.

Sonnenblumenhummelstern

Unterwegs sein zum Fotografieren mit dem Makroobjektiv bedeutet immer ganz nah an das Motiv heranzugehen und ganz genau hinzuschauen. Erst ist da ein Feldrand voller Sonnenblumen. Nicht nur eine kleine Wohltat für die Tierwelt, sondern auch noch wunderschön anzusehen. Doch wie sieht die Sonnenblume von nahem aus? Was ist in ihr und was ist an ihr?

Ich entdecke eine Hummel und später noch eine weitere, die sich erst finden lässt, nachdem ich die Freude über die erste verarbeitet, beherzt einige Male auf den Auslöser gedrückt und verschiedene Perspektiven ausprobiert habe. Aber erst nachdem sich auch die Freude über die zweite Hummel gelegt hat und auch da die ersten Fotos im Kasten sind, entdecke ich hinter einem Blütenblatt eine Spinne bei der Arbeit. Wenn ich diese Tiere durch die Makrolinse betrachte, bin ich ihnen näher, als mir unter normalen Umständen lieb ist und nur dann bin ich in der Lage meine Angst vor ihnen zu vergessen und mein Auge ist bereit dazu ihre Schönheit in ihrem natürlichen Lebensraum zu erkennen.

Manchmal gehört einfach auch ein wenig Glück dazu und aus dem kleinen Meer von Sonnenblumen scheine ich mir genau die Richtige ausgesucht zu haben. Doch tatsächlich habe ich vor Ort immer noch nicht genau genug hingeschaut. Denn die kleinen zauberhaften Sterne in der Sonnenblume entdecke ich erst beim Entwickeln der Bilder am heimischen PC.