Foto der Woche – 04/2021

Ein Blick in die Wetterapp und schon wurde der geplante Sonntagsausflug spontan auf Samstag vorgezogen. Unser Ziel: Die alte Eisenbahnbrücke in Wesel, die in den Jahren 1872 bis 1874 erbaut und im Verlauf des zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Wir waren aber an diesem Nachmittag nicht die einzigen Besucher, die dieses Bauwerk bestaunten und sich die niederrheinische Landschaft vorzugsweise durch die alten Brückpfeiler hindurch anschauten um ganz nebenbei noch die frische Luft zu genießen.

Imposant und in ihrem Verfall auf ihre eigene Art wunderschön zieht sich die alte Brücke noch heute zerstückelt durch die Landschaft. Die Natur hat sie längst mit offenen Armen aufgenommen und macht sie immer mehr zu einem Teil von sich. Und doch ist immer noch erkennbar, dass es einst Zeiten gegeben haben muss, in denen sich Ästhetik und Stabilität beim Bauen vereinbaren ließen.

Foto der Woche – 03/2021

Am 28. Oktober 2020 hat diese süße Knuffelmaus das Licht der Welt erblickt – es kann also kein schlechtes Jahr gewesen sein. Und ich bin immer noch schockverliebt und freue mich darüber, dass die Kleine vor kurzem in ihr neues Zuhause eingezogen ist, wo ich sie gelegentlich besuchen darf. Dabei wäre in meiner Fototasche noch genau ein Platz für eine Britisch Kurzhaar in eben dieser Größe gewesen, aber die Besitzer wollten sie partout nicht hergeben. Ich habe alles versucht 🙂

Foto der Woche – 02/2021

Jetzt im nachhinein gruselt es mich doch ein wenig, wenn ich an die alte Villa denke, die wir in dieser Woche besucht haben. Vor einiger Zeit waren wir schonmal an diesem recht umfangreichen Lost Place, aber dieses Gebäude war uns dabei entgangen. Denn die Villa ist geradezu märchenhaft von Efeu zugewuchert und liegt versteckt hinter einem kleinen Wäldchen, so dass man sie von der Straße und von den Wegen aus nicht gleich sehen kann.

Und obwohl Verfall und leider auch Verwüstung vor diesem Haus nicht halt gemacht haben, wirkt es ein wenig verwunschen und verzaubert, so dass meine Fantasie sich gleich eingeladen fühlt, schaurig schöne Stories für dieses Gemäuer zu erfinden. Doch das Haus hat längst seine eigene Geschichte und wird im Internet als Geistervilla betitelt. Im 2. Weltkrieg sollen dort mehrere Menschen erschossen worden sein. Darunter auch Kinder, deren Leichen auf dem Dachboden der Villa gefunden wurden. Später soll es dort einmal gebrannt haben, eine Frau mit einem Affen als Haustier soll dort gewohnt haben und in der Villa sollen schwarze Messen abgehalten worden sein.

Ich bin froh, dass ich davon erst im nachhinein erfahre, denn sonst hätten meine feinstofflichen Sinnesantennen sicherlich über reagiert und außer dem nasskalten Frühnebel und dem dauerklicken meines Kameraauslösers bestimmt Dinge wahrgenommen, bei denen mir noch im nachhinein die Haare zu Berge gestanden hätten.

Foto der Woche – 01/2021

Das neue Jahr ist noch frisch und wohl der richtige Zeitpunkt zu überlegen, was im alten Jahr gut war und man so weiter machen möchte. Dazu gehört für mich ganz eindeutig das Fotoprojekt 52Frames. Ich habe es tatsächlich geschafft mich in jeder Woche des vergangenen Jahres aufzuraffen, um ein Foto zu einer jeweils anderen Aufgabenstellung zu machen. Ja, die Bezeichnung „aufraffen“ trifft es wohl. Denn oftmals hatte ich keine Lust dazu, weil mir völlig andere Dinge im Kopf herumschwirrten und es darüber hinaus in der Welt ganz andere Probleme zu lösen galt, als dass Lichtverhältnisse und Beweglichkeit eines Motivs mit der Blende und der Belichtungszeit der Kamera in Einklang gebracht werden mussten, damit ein ansehnliches Ergebnis zustande kam. Aber genau das holte mich oft auch einfach heraus aus dem sich gefangen, hilflos und überfordert fühlen in den Umständen der Zeit.

Gelernt habe ich bei dem Projekt auch, mit übertriebenem Perfektionismus zurecht zu kommen. Denn tatsächlich habe ich Wochenbilder veröffentlicht um das Projekt nicht zu unterbrechen, die ich unter anderen Umständen nicht gezeigt, sondern vielleicht sogar gelöscht hätte. Nachdem ich erst das Gefühl hatte, dass mich das innerlich zerfressen würde, fühlte es sich mit einem Mal überraschend gut an. Denn egal ob gut oder schlecht, ich habe in jeder Woche mein Bestes gegeben und unter den jeweiligen Umständen und Fähigkeiten das für mich bestmögliche Ergebnis zustande gebracht. Eine wichtige Einsicht, zu der ich gerne schon Jahre früher gelangt wäre.

Und weil das Fotoprojekt das neue Jahr mit einem Selbstportrait beginnt, habe ich ein solches von mir gemacht. Es zeigt mich so unperfekt, wie ich bin. Nicht weichgezeichnet, aber hinter einem wunderschönen, bezaubernden, herzallerliebsten Bücherstapel, der dazu einlädt aus der Realität zu fliehen oder aus ihm zu lernen – oder sich einfach nur ein wenig hinter ihm zu verstecken. Ganz nach Lust und Laune.

Foto der Woche (KW 52/2020)

Ein Jahr geht dem Ende entgegen. Zeit für Rückblicke und auch die Aufgabenstellung des Fotoprojekts 52frames verlangt mit „2020 in a Photo“ einen Blick auf das vergangene Jahr . Ich hatte mir überlegt einen Einweg-Mund-Nasen-Schutz dazu irgendwie zu fotografieren und diese Aktion darüber hinaus noch mit einem wohltuenden Spaziergang durch die Natur am ersten Weihnachtstag zu verbinden.

Tatsächlich kam es aber etwas anders als ursprünglich geplant. Denn während ich eine mitgebrachte Einwegmaske in unterschiedlichen Perspektiven und Einstellungen fotografierte, schaute sich mein Herzbube in der näheren Umgebung des Waldparkplatzes ein wenig genauer um. Innerhalb weniger Minuten fand er drei achtlos weggeworfene Einwegmasken, die verdreckt und durchweicht am Boden lagen.

Meine mitgebrachte Maske hatte schlagartig ausgedient und verschwand wieder in der Handtasche. Stattdessen buchsierte mein Herzbube mit Stöckchen bewaffnet eine dieser Drecksmasken auf den Stacheldrahtzaun, um sie für ein Foto in Szene zu setzen, bevor sie dann endgültig den Weg in einen nahegelegenen Mülleimer fanden.

Hatte ich vorher durch das Bild irgendwie die Grenzen symbolisieren wollen, die uns Corona in diesem Jahr aufgezeigt hat und mit denen jeder auf seine ganz eigene Weise fertig werden musste, so machte mich dieses Bild einfach nur noch traurig und wütend. Ist die Dummheit und Ignoranz mancher Menschen wirklich grenzenlos? Und wer schützt die Natur eigentlich vor den Menschen? Fragen, die wohl auch zu 2020 gehören…

Foto der Woche (KW 51)

Nach einigen grauen Tagen war der plötzliche Sonnenschein in dieser Woche Balsam für die Seele. Sogar die Wärme der Sonne war auf der Haut spürbar. Aber mein Herzbube hat es tapfer unter dem Zylinder ausgehalten, weil ich mir überlegt hatte, ihn zum Thema „Black and White Minimalism“ für das Fotoprojekt 52frames inmitten unserer niederrheinischen Landschaft damit in Szene zu setzen. Die Schatten sind lang, die Aussicht ist weit, aber mit etwas Fantasie und der Freude am Hinschauen gibt es dennoch viel zu entdecken. Unter anderem momentan wieder vermehrt Spaziergänger, die darauf bedacht sind, Begegnungen mit anderen Menschen zu vermeiden. Unmaskiertes draußen sein und es genießen. Zeit zum Luftholen und Entspannen.

Foto der Woche (50. KW)

Ein Besuch beim Baumarkt, der ein kleines Highlight mit sich brachte. Mir war nicht bewusst, wie lange ich schon nicht mehr eine dieser Buden gesehen hatte, an denen man gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen, Popcorn und kandierte oder schokolierte Früchte bekommen kann. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, dort eine Kleinigkeit zu kaufen. Den Duft, der nach Kino, Kirmes, Weihnachtsmarkt und geselligem frei sein roch, gab es gratis dazu. Mein begeistertes Lächeln hat den Mund-Nasen-Schutz einfach überwunden und sich in den warm glänzenden Augen der ebenfalls maskierten Verkäuferin wiedergefunden. Kleine Lichtblicke.

Foto der Woche (47. KW)

Bei dieser Aktion von Aequitas et Veritas geht es darum, im Laufe einer Woche ein Foto von etwas zu schießen, über das man ’stolpert‘. Et voilà:

Bild von einem Dummy in einem weißen Kleinwagen mit kaputter Front vor einem Baum

Ich bin nicht direkt darüber gestolpert, aber dieser Anblick zwingt mich immer wieder zum Hinschauen und erinnerte mich erst gestern wieder daran, dass ich selbst vor Jahren mit meinem kleinen weißen Auto über die spiegelglatte Fahrbahn rutschend vor einem Baum etwa dieser Größe zum stehen kam. Nicht einmal der Airbag hatte sich damals geöffnet und mein Wagen sah glücklicherweise auch nicht so ramponiert aus. Er hätte aber auch nicht so ein gutes Werbeobjekt für ein Kfz-Sachverständigenbüro abgegeben. Ein Glück!

Foto der Woche (46. KW)

In dieser Woche wollte es die Foto-Challenge von 52frames, dass ich Bilder mit dem Smartphone mache – und ich habe es genossen. In der letzten Zeit bin ich oft mit komplettem Marschgepack, wie ich es immer nenne, wenn ich meine komplette Fotoausrüstung mitschleppe, losgezogen. Und genau das wird mir allmählich zu schwer, auch wenn in dieser Schlepperei eine gewisse Notwendigkeit begründet liegt. Denn natürlich brauche ich immer genau das, was ich gerade nicht dabei habe, wenn ich mal beschließe irgendetwas nicht mitzunehmen. Ein Wunder, dass ich nicht auch immer mein Stativ dabei habe…

Es war fast schon erfrischend, sich zum Fotografieren auf den Weg zu machen und nur das Handy einzustecken. Die Fotos sind tatsächlich nicht gerade berauschend geworden, manche aber immerhin ganz nett und für eines konnte ich mich dann auch als Projektbild entscheiden. Doch so richtig genossen habe ich es, als dieses Bild entstanden ist:

Mein Herzbube und ich waren gerade in einem sehr ruhigen ländlichen Gebiet unterwegs und konnten sie schon weitem kommen hören. Ich liebe das Geschnatter der Wildgänse. Und auch wenn ich wusste, dass dabei keine Fotos entstehen würden, die später zu meinen Lieblingsbildern zählen, bin ich begeistert mit den Augen und mit dem Handy ihrem Flug gefolgt und habe dabei Bilder gemacht. Ich war dabei so auf den Himmel und Wildgänse fixiert, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass ich selbst beobachtet wurde. Der Spaziergänger fragte mich lächelnd, ob ich denn alle aufs Bild bekommen hätte, als ich schließlich den Blick vom Himmel löste. „Nicht ganz“, antwortete ich ebenfalls lächelnd. Wertvolle kleine Begegnungen in Zeiten von Corona – schön wenn man sich unmaskiert zulächeln und die Natur genießen kann.


Bei dieser Aktion von Aequitas et Veritas geht es darum, im Laufe einer Woche ein Foto von etwas zu schießen, über das man ’stolpert‘.