Foto der Woche – 16/2021

Verwundert fragte mich beim Fotografieren dieses Bildes ein Spaziergänger, was es denn da zu sehen gäbe. Ich antwortete, dass ich die Verwachsungen in diesem Zaun spannend fände. Aber tatsächlich ist es so viel mehr, was ich da sehe. Denn immer wenn mein Herzbube und ich hier vorbeikommen, träumen wir uns ein wenig in eine Welt, in der uns nicht nur dieser Zaun gehört, der in unserer Fantasie schon komplett zugerankt ist, sondern auch der wunderschöne modernisierte Bauernhof dahinter. Dort wohnen wir gemeinsam mit anderen lieben Menschen und es gibt Räume und Werkstätten für all unsere Hobbies, die mehr Platz gebrauchen könnten. In dem riesigen Garten, der auch an einem kleinen Bach gelegen ist, blüht und summt es. Hier findet sich auch immer eine Nascherei zum frisch ernten und viel gewachsene Schönheit fürs Auge. Außerdem gibt es Platz für Geselligkeit, aber auch für den Rückzug, um die Ruhe zu genießen. Und weil dieses Anwesen ohne einfach nicht perfekt wäre, gibt es dort selbstverständlich auch ein bezauberndes kleines Hobbit-Haus und Bäume, die Baumbarts Enkel sein könnten.

Foto der Woche – 14/2021

Wenn ich nur ein bisschen Fantasie hätte, würde ich einen ganz wichtigen Gesichtsausdruck aufsetzen und behaupten, dass es sich bei dem abgebildeten Tier um eine doppelt federrümpfige Wald- und Wiesenflugerpelin handelt – eine bislang noch unentdeckte Vogelart aus den niederrheinischen Urwäldern.

Aber ehrlicherweise steht das Foto der Woche stellvertretend für die vielen Bilder, die ich in dieser Woche gemacht habe, um Bewegung mit kurzer und kürzester Verschlusszeit einzufrieren – ganz so, wie es das Projekt 52Frames vorsieht. Als mögliches Motiv hatte ich die Vögel auserkoren, die so zahlreich auf unserem Balkon erscheinen um sich an der Futterstation zu bedienen. Entstanden sind viele „Zu-Bilder“ – zu dunkel, zu unscharf, unZUreichend.

Zähneknirschend habe ich zwar ein Foto gefunden, das zur Erfüllung der Wochenaufgabe taugt, aber ich habe auch gemerkt, dass mir das Langsame eher im Blut liegt. Für die Langzeitbelichtung bin ich besser ausgerüstet als für die kurzen Verschlusszeiten, die es hell und offenblendiger brauchen, als meine Objektive es zu leisten bereit sind. Auch mag ich Slowfood insgesamt lieber als Fastfood, gehe lieber gemäßigten Schrittes spazieren um die Natur zu genießen und lasse es mir gerne gefallen, wenn mir auf dem Balkon die warme Frühlingssonne beim Lesen auf Haut und Buch scheint. Zumindest Letzteres funktionierte in dieser Woche oftmals grandios.

Foto der Woche – 13/2021

Die schönsten Bilder entstehen oft dann, wenn man die Kamera bereits weggepackt hat. Sie bleiben nur als strahlende Momentaufnahmen im Gedächtnis zurück. Als dieses Foto entstanden ist, konnte ich nicht ahnen, dass mir gleich um die Ecke ein Eichhörnchen begegnen würde, das witzig hin- und herwuselt, mich mit seiner Putzigkeit verzaubert und schließlich genauso schnell verschwindet, wie es aufgetaucht war. Ich habe gar nicht erst nach der Kamera gekramt, sondern das Beobachten einfach nur genossen.

Foto der Woche – 12/2021

Eigentlich hatte ich nur nach einem Motiv gesucht, bei dem das Licht und das Fenster eine Rolle spielten, ganz so wie es die Wochenaufgabe für 52Frames forderte. Aber irgendwie ist in dieser gefühlsmäßig sehr anstrengenden Woche mehr daraus geworden: Eine Abbildung des Trümmerkäfigs, der durch das vergitterte Fenster Schöneres erblicken lässt, der einen jedoch durch Beschränkungen und Notbremsen gefangen hält.

Als Fotografierende weiß ich, dass ich mich nur umdrehen muss, damit sich mir ein völlig anderes Bild bietet. Ich wünschte, das Leben wäre manchmal auch so einfach.

Foto der Woche – 10/2021

Vollkommen beeindruckt war ich von der Pflanze, die wir bei unserem Spaziergang entdeckten und die weite Teile der Sträucher und Bäume mit ihrem Flausch und den eigenartigen darin enthaltenen Verschwurbelungen überzog. Das sah alles ein wenig verspielt und fast schon märchenhaft aus. Zu Hause erfuhr ich dann, dass es sich bei diesen engelsgleich anmutenden Auswüchsen um die Fruchtstände der Clematis vitalba, der gemeinen Waldrebe, handelt.

Diese kann die bewachsenen Pflanzen durch ihr Gewicht und Lichtentzug sogar bis zum Absterben schädigen. Im Mittelalter entstellten sich Bettler ihre Haut mit dem giftigen und zu Blasenbildung führenden Pflanzensaft, um durch ihr Aussehen Mitleid zu erregen und die Spendenfreudigkeit der Bürger zu fördern.. Deshalb nannte man die Pflanze damals „Teufelszwirn“.

Irgendjemand muss sich mal gefragt haben, ob man die alten trockenen Stängel der Pflanze nicht auch rauchen kann. Welcher Logik das folgt, kann ich nicht so recht nachvollziehen, jedenfalls findet wohl auch das seine Anhänger. Da bleibe ich doch lieber beim Fotografieren 😉

Foto der Woche – 09/2021

Das Wetter war einfach herrlich und ich war ein wenig berauscht von den zahlreichen Krokussen und Maiglöckchen, die wir beim Waldspaziergang entdecken konnten. Für das Fotoprojekt 52Frames ging es in dieser Woche darum, Details zu fotografieren. Dementsprechend hatte ich nur mein Makro-Objektiv dabei und ging so nah wie möglich an alle Motive heran. Weil ich kein Stativ dabei hatte und es leicht windig war, sind viele verwackelte Bilder dabei herausgekommen. Aber auch einige wenige, wie ich sie mir gewünscht habe, wie zum Beispiel von einer Hummel in einem lilafarbenen Krokus, von der man nicht nur den Pollen in ihrem „Pelz“ sondern auch die Flügelzeichnung detailliert erkennen konnte.

Wenn ich so fotografierend fast schon durch den Wald krieche, bin ich einzig auf schöne oder ungewöhnliche Motive fokussiert. Irgendwann hat mein Herzbube mich dabei abgelichtet und sich dann gewundert, warum ich lauthals lachen musste, nachdem er mir das Foto geschickt hatte. Denn hier hatte der Tunnelblick gleich doppelt zugeschlagen und keiner von uns beiden hatte beim Fotografieren die unschönen Details bemerkt, die gleich neben der Blume irgendwann ihren Platz gefunden haben mussten.

Foto der Woche – 08/2021

Erst am Dienstag habe ich noch für das Fotoprojekt 52 Frames meinen Herzbuben im Schnee in Szene gesetzt und war dann in den nächsten Tagen immer mal wieder so gut es ging damit beschäftigt den Balkon auf Vordermann zu bringen. Denn die Meteorologen hatten für das Wochenende feinstes Draußen-Lese-Wetter angekündigt. Mein Balkon ist hingegen wenig einladend. Die Wildvögel haben besonders während des Schnees dankbar und noch zahlreicher als sonst mein Futterangebot angenommen. Aber mein Balkon sah danach aus…

Inzwischen sind die Hinterlassenschaften und Futterreste alle wieder beseitigt und der Balkon hat erste Schrubb-Aktionen einigermaßen überlebt. Abgesehen davon, dass ich neben dem Dreck auch gleich die Bodenfarbe mit wegputzte, die ich erst im vergangenen Jahr aufgetragen hatte, nachdem die nach 3 Jahren schon maroden Holzfliesen weg mussten. Hier fehlt mir noch eine vernünftige Lösung, die gerne auch schöner aussehen darf, als die graue Betonfarbe, mit der mein Mietwohnungsbalkon standardmäßig daher kommt.

Aber am Samstagmittag war es dann endlich zum ersten Mal so weit. Feinste Mittagssonne mit Temperaturen um die 16 Grad erhellte meinen ledierten Balkon und ich konnte nicht umhin mir mein aktuelles Buch zu nehmen, um dort meine erste Draußen-Lesestunde in diesem Jahr zu verbringen. Zwar mit Strickjacke und Heißgetränk bewaffnet, aber es war trotzdem großartig.

Foto der Woche – 07/2021

Es muss mindestens 10 Jahre her sein, seit wir hier zuletzt in dieser Menge Schnee hatten. Nachdem sich das eisigkalte Schneegestöber erstmal gelegt hatte, haben in der vergangenen Woche viele ihre Schlitten oder sogar ihre Ski aus dem Keller geholt. So mancher kleine Hügel wurde plötzlich zum Berg und reichte aus um dort herunterzurutschen.

Der niederrheinische Wintersport ist dabei um einige Disziplinen reicher geworden. Seltsame Kombinationen konnte man beobachten. Trecker, die Skifahrer durch den Schnee ziehen, habe ich im Lokalfernsehen bestaunt. Rollerfahrer, die ein Kind auf einem Schlitten zogen, sah ich einmal beim zufälligen Blick aus dem Fenster. Und bei einem ausgedehnten Spaziergang in einem weitläufigen Waldstück konnte ich zum ersten Mal jemanden beim Skijöring beobachten. Die Kombination von Pferd und Mensch gefiel mir am besten, weil sie sich wunderbar in die friedliche Schneelandschaft einpasste.

Foto der Woche – 05/2021

Die imposante Gruppe von etwa 15 Schwänen war uns bereits im vergangenen Jahr aufgefallen. Scheu und weit weg von der Straße konnte man sie eher erahnen, als dass man sie wirklich gut erkennen konnte. Doch in diesem Jahr haben sie sich ein anderes Feld ausgesucht, auf dem sie sich immer wieder relativ gut sichtbar in der Nähe der Straße aufhalten.

Und genau dort haben wir ihnen aufgelauert und uns vorsichtig immer näher herangepirscht, bewaffnet mit dem Telezoom-Objektiv (70-300mm). Es war für mich etwas Besonderes so eine große Gruppe Schwäne zu sehen und zu fotografieren. Ein wenig fühlte ich mich wie in „Die wilden Schwäne“, einem Märchen von Hans Christian Andersen, das ich als Kind sehr mochte.

Aber geradezu sensationell war der Augenblick, in dem alle Schwäne plötzlich scheinbar gleichzeitig abhoben und mit einem eigenartigen surrenden gurrenden Geräusch in Formation davon flogen. Einige wenige Bilder konnte ich davon machen, bevor ich die Kamera einfach herunternahm und den Anblick nur noch noch genoss. Ein echter Gänsehautmoment!