Frisch auf dem Buchmarkt: April 2021

In den Verlagsvorschauen für den April habe ich einige Bücher gefunden, die ich im Auge behalten und vielleicht auch lesen möchte. Es geht ums reisen und dabei weltwach zu bleiben; um fünfhundert Kinder aus einem Moskauer Waisenhaus, die im Sommer 1944 in den Kaukasus verschickt werden; um ein Mädchen aus Ghana, das im deutschen Exil täglich damit konfrontiert ist, anders zu sein; um Björn Dremel auf Pilgerpfaden; um die Biografie Meister Eckharts; um zwei Schwestern, die sich vielleicht doch nicht so nah standen, wie es erst scheint; um eine dystopische Welt mit einer Wirklichkeit, die die Zukunft und Vergangenheit der Menschheit in Frage stellt; um eine radfahrende Rebellin; um eine Eulenflüsterin und um ein Mädchen, das in ihrer Kindheit und Jugend versucht mit der Schizophrenie ihrer Mutter zurecht zu kommen.

Aber schaut selbst, vielleicht ist ja für euch auch etwas Interessantes dabei:

01.04.2021: Weltwach: Mit offenen Augen ins Abenteuer [Werbung] von Erik Lorenz: Abenteuer. Reisen. Leben. Eine Nacht unter freiem Himmel im Naturschutzgebiet Königsforst. Auf dem Motorrad durch den Himalaja. Anrührende Begegnungen auf einer Jurtenfarm in Australien. Erik Lorenz, Herausgeber des erfolgreichen Reisepodcasts WELTWACH, lässt in diesem Buch nicht nur prominente Gäste wie Andreas Altmann, Ilija Trojanow, Carmen Rohrbach, Ranga Yogeshwar und Reinhold Messner zu Wort kommen, sondern lotet anhand der eigenen Abenteuer aus, warum Reisen so wertvoll für uns sind und was sich auf ihnen zu suchen lohnt: vom Zauber der ersten Stunden an einem fremden Ort, dem Überwinden innerer Grenzen bis hin zum Ablegen eigener Vorurteile. Es sind die Momente größter Intensität und innerer Ruhe sowie die Begegnungen mit den Menschen, die ihn immer wieder antreiben, vor die Haustür zu treten und aufzubrechen. Eindrücklich schildert er, warum auch im Zeitalter von Pauschaltourismus und Klimawandel kleine wie große Abenteuer möglich und wichtig sind. Weshalb eine genetische Veranlagung für unsere Rastlosigkeit mitverantwortlich ist. Und welche kostbaren Lektionen man auf Reisen für das Leben lernen kann: über Scheitern und Angst, Neugierde und Verantwortung – und den Mut, den ersten Schritt zu wagen. Umsichtig und mit Blick für das Wesentliche zeigt er dabei auf, wie es uns gelingt, weltwach zu sein.

12.04.2021: Schlief ein goldnes Wölkchen [Werbung] von Anatoli Pristawkin: Ein wiederentdecktes Meisterwerk: berührend und bristant. Fünfhundert Kinder aus einem Moskauer Waisenhaus werden im Sommer 1944 in den Kaukasus verschickt, unter ihnen Saschka und Kolka. Die elfjährigen Zwillinge hoffen, endlich ihren quälenden Hunger hinter sich zu lassen. Doch bereits ihre Ankunft wird von bedrohlichen Detonationen in den nahe gelegenen Bergen begleitet. Bewaffnete Tschetschenen, die der Zwangsaussiedlung entfliehen konnten, setzen sich erbittert gegen die russischen Eindringlinge zur Wehr – und die Brüder geraten nach Momenten überwältigenden Glücks in größte Gefahr. Anatoli Pristawkin bringt die politischen Realitäten so ungeschönt zur Sprache, dass sein Werk in Russland erst mit Beginn der Perestroika erscheinen durfte. Jetzt in aktualisierter und überarbeiteter Übersetzung, unzensiert.

13.04.2021: Wir Gotteskinder [Werbung] von Nana Oforiatta Ayim: Maya Mensah ist im deutschen Exil täglich damit konfrontiert, anders zu sein. Auch ihre Eltern sind anders. Ihr Vater ist ein scheuer Intellektueller, und ihre schöne Mutter liebt es, das Geld mit vollen Händen auszugeben und an ihre königliche Abkunft zu erinnern. Doch wenn Maya in der Schule von ihrer glanzvollen Familie erzählt, wird sie verspottet. Beistand leistet ihr einzig ihr Cousin Kojo. Maya ist fasziniert von seinen farbenprächtigen Erzählungen aus Ghana, an das sie sich kaum erinnern kann. Sie klingen für sie wie Märchen, die mythisch und wirklich zugleich scheinen, und öffnen ihr den Blick: für ein Land, das seine Seele nach all den Jahren der Kolonialzeit erst wiederfinden muss, für ihre entwurzelten Eltern ― und endlich erkennt sich Maya als Teil dieser Geschichte. Poetisch, fesselnd, faszinierend ― » Wir Gotteskinder« ist wahre Weltliteratur und eine Hymne an das Geschichtenerzählen als verbindendes Glied zwischen den Kulturen.

26.04.2021: Achtsam morden am Rande der Welt [Werbung] von Karsten Dusse: Finde dich selbst. Bevor es ein anderer tut. Um der Midlifecrisis zu entgehen, begibt sich Björn Diemel auf Anraten seines Therapeuten auf Pilgerreise. Schnell stellt sich als Erkenntnis auf dem Jakobsweg heraus, dass Björns Leben die Mitte bereits längst überschritten haben könnte: Ein unbekannter Mitpilger versucht, ihn zu töten. Während bei den scheiternden Anschlägen auf ihn ein Pilger nach dem anderen seinen Lebensweg verlässt, versucht Björn ganz achtsam, sich seiner Haut zu wehren. Seine Pilger-Fragen nach Leben, Tod und Erfüllung bekommen plötzlich eine sehr praxisnahe Relevanz.

26.04.2021: Meister Eckhart: Der Mönch, der die Kirche herausforderte und seinen eigenen Weg zu Gott fand [Werbung] von Joel F. Harrington: Er ist der Ahnherr der Selbsthilfephilosophie, der Guru der New Age-Bewegung, die Millionen von Anhängern hat: Meister Eckhart, Dominikaner, Mystiker und Philosoph. Doch wer war der Mann hinter den Lehren, die nach sieben Jahrhunderten noch Menschen begeistern? Wie sind seine Ideen entstanden? Der Mönch aus Thüringen zeigte damals, dass nur der persönliche Weg zu Gott zum Seelenheil führt und predigte, dass diese spirituelle Erfahrung allen möglich war, die die innere Haltung des Loslassens („Gelâzenheit“) einnahmen. Dieses verblüffend moderne Denken brachte den Mönch Eckhart in Konflikt mit der Kirche, die sich von der Sprengkraft seiner Ideen herausgefordert fühlte. Der Historiker Joel F. Harrington hat sich auf die Spuren des bedeutenden Mystikers begeben und lässt in seiner Biographie eine der faszinierendsten Figuren des Mittelalters auferstehen.

28.04.2021: So wie du mich kennst [Werbung] von Anika Landsteiner: »Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?« Karlas Leben ist stehengeblieben. Sie trägt eine Urne nach Hause, darin die Asche ihrer Schwester Marie. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Marie war Karlas Seelenverwandte, ihr Kompass in diesem Chaos, das sich Leben nennt. Und während sich dieses Chaos um sie herum einfach weiterdreht, reist Karla nach New York, um dort die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen. Als sie Fotos findet, die so verstörend wie alltäglich sind, fragt sie sich, wie gut sie Marie wirklich kannte. Die Schwester, die so ganz anders lebte als sie. Die erfolgreich und selbstbewusst war. Was Karla auf den Bildern sieht, verändert ihren Blick auf Marie, ihren Blick auf sich selbst und auf das ganze Leben vor ihr. Anika Landsteiner erzählt eindringlich, bewegend und aufrüttelnd von Frauen wie uns. Von Menschen wie dir und mir.

28.04.2021: Singularity [Werbung] von Joshua Tree: Schafft sich die Menschheit selber ab? »Singularity« ist der neue Science-Fiction-Thriller von Bestseller-Autor Joshua Tree über die Zukunft der künstlichen Intelligenz. Ende des 21. Jahrhunderts ist die Menschheit tief gespalten: Während die eine Hälfte medizinisch bestens versorgt ein langes Leben führt, ist die andere schlicht überflüssig. Bestenfalls als billige Arbeitskräfte haben die meisten Menschen ein karges Auskommen.
Einer dieser Überflüssigen ist James, der als Hausdiener der neuen Elite anheuert. Von seinem neuen Herrn erhält er einen rätselhaften Auftrag: Er soll dessen vor zwanzig Jahren verschollene Tochter wiederfinden – in einer virtuellen Simulation. Schon bald muss er erkennen, dass nicht bloß die Grenzen von VR und Wirklichkeit verschwimmen, sondern auch die von Mensch und Maschine. Und ihm offenbart sich ein schreckliches Geheimnis, das die Zukunft und Vergangenheit der Menschheit in Frage stellt.

30.04.2021: Die Rebellion der Alfonsina Strada [Werbung] von Simona Baldelli: Schon als kleines Mädchen hat Alfonsina Strada einen großen Traum: Fahrrad zu fahren und das möglichst schnell. 1891 als eines von vielen Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen im norditalienischen Dörfchen Fossamarcia geboren, saust sie auf dem alten Drahtesel ihres Vaters heimlich durch die Nacht. Trotz Verbots meldet sie sich zu Rennen an, gewinnt und will noch mehr: am großen Giro d’Italia teilnehmen, für den jedoch nur Männer zugelassen sind. Mit Mut, Fantasie und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst bereitet sie sich auf den Coup ihres Lebens vor … 

30.04.2021: Die Eulenflüsterin [Werbung] von Tanja Brandt (TB): „Ich war ein Kind, das nie gewollt war“, sagt Tanja Brandt, wenn man sie zu ihrer Kindheit befragt. Schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihr Elternhaus. In ihrem ganz persönlichen Buch schreibt sie über ihren harten Lebensweg und über die Liebe zu ihren Tieren, die sie daran erinnert, dass Träume wahr werden können. Und sie lernt von ihren Tieren, was es braucht, um glücklich zu sein: Mitgefühl, Fürsorge und Verlässlichkeit.

30.04.2021: Als Mama mit der Lampe sprach [Werbung] von Nilüfer Türkmen: Nelly ist erst vier, als ihr Vater stirbt. Von nun an ist sie allein mit ihrer Mutter. Doch Nellys Mutter ist krank, sie erteilt unsinnige Verbote, impft dem kleinen Mädchen Angst vor Infektionen und Entführern ein. Und sie spricht mit Michael, der in der Lampe wohnt, der eigentlich gar nicht da ist, aber trotzdem alles über die beiden weiß. Nellys Mutter leidet an Schizophrenie, nicht alles, was sie sieht und hört, existiert auch wirklich. Tapfer schlägt sich das Mädchen durch – und versucht zu verstehen, was „wirklich“ ist, und was nicht. Nilüfer Türkmens Erfahrungsbericht ist ein berührendes Zeugnis einer Kindheit und Jugend. Und er lässt uns einen Blick in eine verborgene Welt werfen, die viel mehr Menschen betrifft, als wir gemeinhin glauben.

Frisch auf dem Buchmarkt: März 2021

Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht, aber diese Liste interessanter Neuerscheinungen habe ich bereits gekürzt – um etwa ein Drittel, mehr ging beim besten Willen nicht.

Es geht um Bitcoins, einen verbrecherischen Bibliophilien, den Sohn einer psychotischen Mutter, Natalie Amiri zwischen deutscher und iranischer Kultur, den Neuanfang der jungen Emilienne in London nach dem Bürgerkrieg in Ruanda, eine Wanderung durch Europa angefangen vom südlichsten Festlandzipfel in Tarifa in Spanien bis hin zum Nordkap in Norwegen, 25 Geschichten über das Reisen, die Verbindung zwischen Mensch und Tier im Nahen Osten, die Grenzen zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz, die Flucht vor dem Lockdown aufs Land, die Folgen eines Schlaganfalls, Augenblickstexte und Augenblickspoesien, eine Einladung zum Schreiben, nach einem Jahrzehnt aus dem Koma zu erwachen, um den Anteil von autobiografischem in Romanen, die Machtstellung von Amazon, der Roadtrip einer 90-jährigen mit einem schüchternen Studenten, die Reise einer 65-jährigen mit einem alten Benz durch 15 Länder, Gedanken rund um den 50. Geburtstag und um das Leben und Wohnen im Alter.

Aber schaut selbst:

04.03.2021: Monte Crypto von Tom Hillenbrand: Sein Geld hat der spleenige Start-up-Unternehmer Gregory Hollister größtenteils in der Kryptowährung Bitcoin angelegt. Als er bei einem Unfall ums Leben kommt, beginnt die Suche nach seinem Privatvermögen. Das hat der paranoide Kalifornier gut versteckt. Wo befindet sich der digitale Schatz, den die Medien bereits Montecrypto nennen? Hollisters Witwe beauftragt den Privatdetektiv Ed Dante, das verschwundene Geld aufzuspüren. Dante recherchiert und stellt bald fest, dass etliche Personen hinter Montecrypto her sind. Das ist angesichts der kolportierten Summe von mehreren Milliarden Dollar nicht weiter verwunderlich – aber die anderen Interessenten sind keine gewöhnlichen Schatzsucher. Warum interessieren sich ausländische Geheimdienste, das FBI und die Mafia für den Schatz? Dante erkennt, dass Hollisters Vermächtnis aus mehr besteht als aus einem Haufen digitaler Münzen. Möglicherweise ist Montecrypto der Schlüssel zu einem immensen Finanzskandal, der die gesamte Weltwirtschaft in den Abgrund reißen könnte. Wird es Dante gelingen, das Geheimnis von Montecrypto zu lüften, bevor der digitale Schatz in die falschen Hände gerät? Eine weltweite Suche beginnt, die von Los Angeles über New York und Frankfurt bis nach Zug führt, ins sogenannte »Crypto Valley« der Schweiz.

07.03.2021: Bibliomanie von Gustave Flaubert und Burkhard Neie: Der Buchhändler und Antiquar Giacomo lebt zurückgezogen in einer stillen Gasse in Barcelona. Seine Liebe gilt allein den Büchern. Er berauscht sich am Geruch ihres Papiers, dem Einband, der Vergoldung der Lettern und der Druckerschwärze. Sein Traum: der Aufbau einer eigenen Bibliothek. Bei dem Erwerb bibliophiler Schätze steht ihm allerdings sein Rivale Baptisto im Weg, der Buchhändler vom Königsplatz. Allmählich steigert sich Giacomos Leidenschaft zum verbrecherischen Wahn.

08.03.2021: Ein Spalt Luft von Mischa Mangel: Kurz nachdem er geboren wurde, leidet seine Mutter zum ersten Mal an einer Psychose. Sie zieht sich mit dem Kleinkind immer mehr von der Außenwelt zurück, kappt alle Kontakte zu Freunden und Familie, verlässt die Zweizimmerwohnung nur noch selten. Währenddessen kämpft sein Vater für das alleinige Sorgerecht. Als der Sohn schließlich in dessen neue Familie aufgenommen wird, bricht der Kontakt zur Mutter ab. Fast zwanzig Jahre später ist er deshalb auf die Zeugnisse anderer angewiesen – Gerichtsakten, Tonbandaufnahmen, Erzählungen und Erinnerungen der Familie –, um doch noch zu erfahren, was damals geschehen ist. Er malt sich aus, wie diese Zeit gewesen sein könnte, und wird dabei von einer surrealen, albtraumhaften Welt eingeholt. In Ein Spalt Luft erzählt Mischa Mangel einfühlsam vom Leben eines jungen Mannes, der seine eigene Geschichte sowie die seiner Familie umkreist. Dabei montiert er verschiedene Stimmen: die bürokratische Sprache psychologischer Gutachten und Studien, Märchen, Träume, psychotische Tiraden, erzählerische und poetische Sequenzen – eine kunstvolle Collage, ein vielstimmiges literarisches Debüt.

15.03.2021: Zwischen den Welten von Natalie Amiri: Was macht man, wenn man auf einer Recherchereise im iranischen Gebirge nicht tanken kann, weil das Benzin aufgrund westlicher Sanktionen knapp ist? Oder wenn man eine vermeintlich zu kurze Hose trägt und die Strafe darauf lautet, in ein Fass mit schwarzer Farbe steigen zu müssen? Und warum reiste Amiri trotz aller Warnungen immer wieder in den Iran? Natalie Amiri ist in München in einer deutsch-iranischen Familie aufgewachsen und lebte und arbeitete über sechs Jahre in Teheran. Sie ist eine der wenigen deutschen Journalistinnen, die den Iran detailreich kennt und der es gelingt, das internationale Politikgeschehen rund um die Islamische Republik klug und präzise einzuordnen. Authentisch beschreibt sie ihr Leben zwischen zwei Welten und unterschiedlichen Kulturen und bringt uns nahe, wie sich die politische Situation im Iran seit der Revolution von 1979 entwickelt hat. Es ist das Buch einer modernen jungen Frau und einer mutigen Journalistin, die höchste persönliche Risiken in Kauf nimmt, um den Menschen im Iran eine Stimme zu geben und über den Alltag in einem Land zwischen verbotenen Partys und Sanktionen zu berichten. Von Lehrern bis zu Drogenabhängigen, vom Revolutionsführer Khamenei bis zum ersten weiblichen Fußballstar des Iran – Natalie Amiri lässt sie zu Wort kommen und zeigt uns die unerwarteten Facetten der muslimischen Republik Iran.

15.03.2021: Der silberne Elefant von Jemma Wayne: Als Einzige ihrer Dorfgemeinschaft überlebte die junge Emilienne den Bürgerkrieg in Ruanda. In London versucht sie unter dem Namen Emily ein neues Leben zu beginnen und die allgegenwärtigen Erinnerungen an die grausamen Erlebnisse zu verdrängen. Vera, eine junge Londonerin, deren früheres Leben von Drogenexzessen geprägt wurde, hat gerade zum Christentum gefunden und möchte ein guter und moralischer Mensch sein. Geplagt von Schuldgefühlen, schafft sie es nicht, ihrem Verlobten Luke vom größten Fehler ihres Lebens zu erzählen. Auch die fortschreitende Krebserkrankung von Lukes Mutter Lynn wird zur Belastungsprobe für das junge Paar. Während die End-Fünfzigerin immer mehr auf die Hilfe anderer angewiesen ist, rechnet sie schonungslos mit den verpassten Chancen ihres Lebens ab. Erst als die Schicksale der drei Frauen sich eines Winters kreuzen, bewegt sich etwas in ihnen und sie nehmen nach und nach den Kampf gegen ihre Dämonen auf.

17.03.2021: Der Weg ist mein Zuhause von Philipp Fuge: 272 Tage zu Fuß unterwegs, über 6.500 Kilometer und 35 Breitengrade durch sieben Länder: Was für viele Wanderer ein Traum bleibt, hat Philipp Fuge in die Tat umgesetzt. Er durchquert Europa vom südlichsten Festlandszipfel in Tarifa in Spanien bis hin zum Nordkap in Norwegen, quer durch alle Klimazonen und Jahreszeiten. Während im spanischen Januar der Winter zum Frühling wird, wähnt sich Philipp im norwegischen Spätsommer schon tief im Herbst. Die Route führt ihn von Spanien nach Frankreich durch Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland bis an sein Ziel in Norwegen. Er spricht kein Spanisch und auch kein Schwedisch, ist fünf Monate auf dem Weg Richtung Norden vollkommen auf sich allein gestellt, aber Sprache ist beim Wandern kein Problem. Philipp Fuge trifft auf seinem Weg viele herzliche Menschen, die seine Reise einzigartig machen. Er erspürt die Eigenheiten der Länder und Regionen und die Besonderheiten der Landschaften, die er durchwandert. Auch die Schönheit der Natur lernt er durch seine entschleunigte Fortbewegung wieder viel mehr zu schätzen. Dass er bei dieser Wanderung kein einziges Mal seinen Pass vorzeigen muss, macht seine Reise aber auch zu einem Plädoyer für ein Europa ohne Grenzen. Die unzähligen grandiosen Augenblicke seiner grenzenlosen Rucksacktour quer durch Europa hat Philipp Fuge in dieser persönlichen Reiseerzählung festgehalten.

17.03.2021: Ansichtskarten: 25 Geschichten über das Reisen von Jörg Hülsmann und Hanna Hesse: Reisen – was bis vor kurzem noch selbstverständlich war und unbedingt dazugehörte, war seit dem Frühjahr 2020 auf einmal so weit weg. Daher machten sich 25 deutschsprachige Autor*innen auf den Weg – und wir können mit ihnen reisen. Ob erinnerte Reisen, Fantasiereisen, Zeitreisen oder Reisen durch das eigene Zimmer – es sind ganz besondere Postkarten, die wir von ihnen erhalten, anregende, beglückende, gegen den Strich gebürstete, befreiende. Wir reisen mit Weltatlas und Lupe, gehen durch Grenzgebiete und manchmal Wände. Oder verlieren uns einfach Zuhause. So schildert Lutz Seiler in seiner Erzählung „Exit“ den Versuch einer Familienzusammenführung in Hoch-Corona-Zeiten. Nachrichten über Checkpoints und von vereitelten „Grenzdurchbrüchen“ wecken im Autor unweigerlich Erinnerungen, doch in Sachen Chaos- und Katastrophenkompetenz ist der Ostdeutsche geschult. Und so schmiert der Autor fünf Doppelstullen und macht sich auf die Reise nach Schweden. Terézia Mora, Büchnerpreisträgerin 2018, hat eine poetische Wegbeschreibung verfasst, die am letzten Haus eines Ortes in Österreich beginnt und ein kleines, weißes Haus in Ungarn zum Ziel hat. Eine Reise durch Grenzgebiete, über eine Staatsgrenze, einmal buchstäblich durch eine Wand. Eine flirrende Anspannung liegt über allem, obwohl es durch eine vertraute Landschaft geht, vorbei an Schafgarbe, Schmetterlingen, versteinerten Schnecken. Christoph Peters beschreibt in „Plastikkanister“ eine Fahrt durch die ägyptische Provinz, entlang von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen. Soldaten mit Maschinengewehren säumen den Weg, Wasserbüffel, Wracks und Wüstensand, hin und wieder die Umrisse von Pyramiden am Horizont. Im Auto drei Menschen: der Fahrer, die Übersetzerin und ein deutscher Wissenschaftler. So unterschiedlich die drei Insassen auch sein mögen, eine Frage beschäftigt sie alle: Die Tanknadel sinkt immer weiter, doch nirgends gibt es Benzin – werden sie es bis nach Kairo schaffen? Diese und eine Auswahl von über zwanzig weiteren Geschichten, die auf dem ARD-Radiofestival 2020 vorgetragen wurden, führen uns vom Sofa aus in alle Welt. Neben Terézia Mora, Lutz Seiler und Christoph Petes haben auch Cihan Acar, Marica Bodrožic, Nora Bossong, Hans Christoph Buch, Helga Bürster, Kenah Cusanit, Yannic Han Biao Federer, Gunther Geltinger, Hans Gerhard, Verena Güntner, Anna Katharina Hahn, Yael Inokai, Lisa Kreißler, Judith Kuckart, Nele Pollatschek, Kerstin Preiwuß, Jaroslav Rudiš, Jochen Schimmang, Kerstin Specht, Jackie Thomae, Julia Trompeter und Christine Wunnicke ihre realen oder fiktiven Reisen zu dieser ungewöhnlichen Anthologie beigetragen.

17.03.2021: Pferde fliegen Businessclass – Was Tiere, Menschen und Gesellschaft im Nahen Osten verbindet von Olaf Koens und Roger Anis: In Aleppo werden Kämpfe gestoppt, um Zootiere kostenlos in die Türkei zu bringen. Im Arabischen Golf werden Tausende von Pferden in ein weniger warmes Land geflogen, wenn es für sie zu heiß ist. Tiere aus einem Zoo im Gaza-Streifen werden wegen der miserablen Bedingungen, unter denen sie leben, evakuiert, während die Grenze für Menschen hermetisch abgeriegelt ist. In den Golfstaaten, in glitzernden Städten wie Dubai, Doha und Abu Dhabi, werden Falken, Dromedare und Pferde besser behandelt als die Millionen pakistanischer oder indischer Gastarbeiter, die dort arbeiten. Tiere halten sich in klimatisierten Ställen auf, Menschen leben in Seecontainern voller Etagenbetten. Und wie ist es möglich, dass Vögel unter Spionageverdacht stehen und ihr Schicksal im Gefängnis abwarten müssen? In Pferde fliegen Businessclass nimmt uns der preisgekrönte Journalist Olaf Koens mit auf eine spannende Reise von den staubigen Straßen Gazas in die Wüste Katars, von der Türkei in die Krisengebiete Syriens und des Irak. Dabei stolpert er über bewegende und manchmal fast lächerliche Geschichten, in denen das Schicksal der Tiere das Elend, die Hoffnung und die Ängste einer ganzen Region offenlegen.

22.03.2021: Der Algorithmus der Menschlichkeit von Vera Buck: Eine Geschichte über die Grenzen zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz – eine Geschichte über das, was das Menschsein ausmacht. Wer Mari begegnet, dem fällt auf, dass sie intelligent ist und fast gespenstisch makellos. Aber auch, dass sie Witze nicht versteht, und alles sehr rational sieht. Und wer sie besser kennenlernt, dem fällt auf, dass Mari weder Schlaf noch Nahrung braucht. Denn Mari ist nur fast ein Mensch. Ihre künstliche Intelligenz lernt ständig dazu, um eine Aufgabe zu erfüllen: den Menschen glücklich zu machen. Doch als Mari nach einer unglücklichen Verkettung von Umständen mit einem bunt zusammengewürfelten Haufen Menschen, darunter der rebellischen Bloggerin Frieda und dem einsamen Studenten Linus, in einer Berliner Wohnung landet, erkennt sie, dass ihre Aufgabe alles andere als einfach ist. Die Welt folgt ihrer eigenen Logik, die Wünsche der Menschen sind irrational, und Mari muss begreifen dass es eine Welt jenseits der beweisbaren Fakten gibt. Wie soll sie Wesen glücklich machen, die keine Ahnung haben, was sie wollen? Doch dann kommt sie auf eine Lösung, mit der kein Mensch gerechnet hätte

22.03.2021: Über Menschen von Juli Zeh: Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbarsten Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

23.03.2021: Das Leben ist ein vorübergehender Zustand von Gabriele von Arnim: Ein Schlaganfall, zehn Tage später der zweite, haben ihren Mann aus allem herauskatapultiert, was er bis dahin gelebt hatte. Und aus ihr wird die Frau des Kranken. Der nicht deutlich sprechen, nicht gehen, nicht lesen, nicht schreiben kann – aber nach wie vor wasserhell denkt. Zutiefst eingekerkert in sich, ausgeschlossen von der Welt, die er bisher so großräumig bewohnt hat. Ein zerstörter Mensch, ein Bär ohne Wildnis. Und sie sitzt ratlos zusammen mit der Vergangenheit und der Zukunft auf der schmalen Bank namens Jetzt. Wie lebt man Krankheit? Zehn Jahre lang haben die beiden gekämpft, gelitten, gewütet und sich gegenseitig mit neuer Innigkeit kennengelernt. Gabriele von Arnim beschreibt in diesem literarischen Text, wie schmal der Grat ist zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit, Zuwendung und Herrschsucht. Wie leicht Rettungsversuche in demütigender Herabwürdigung enden. Und Aufopferung erbarmungslos wird. Wie liebt und hütet man einen Mann, der an dem Tag zusammenbricht, an dem man ihm gesagt hat, man könne nicht mehr leben mit ihm? Wie schafft man die Balance, in der Krankheit zu sein und im Leben zu bleiben? „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ ist eine leidenschaftliche, so kühle wie zärtliche Erzählung eines bedrängten Lebens.

23.03.2021: Sprachlaub oder: Wahr ist, was schön ist von Martin Walser und Alissa Walser: Texte von Martin Walser mit Aquarellen von Alissa Walser. «Du musst den Wörtern kündigen», notiert der Schriftsteller, oder: «Ich bin durchsichtig wie ein leeres Marmeladenglas.» In Augenblickstexten, Augenblickspoesien sammelt Martin Walser noch einmal Eindrücke von der Welt, wobei sein Sehen oft ein Sichversenken ist, sein Anschauen einer Wasseroberfläche, einer Lilie oder Baumkrone schon eine Art, über diese Dinge nachzudenken. Die Aquarelle Alissa Walsers entsprechen diesem Nachdenken; indem sie ausschweifen ins Sinnliche, weisen sie hin auf die landschaftlichen Quellen. Sie grundieren die Stimmungen des Autors mit dem Spektrum jahreszeitlicher Farben. Die Themen, die hier auf wenigen Seiten Platz finden, sind vielfältig und weitgespannt. Vor fast 80 Jahren hat Walser mit dem Schreiben begonnen, und noch immer tut er, was er auch damals getan hat, fixiert die eigenen Zustände, als wären sie endgültig, versucht gleichzeitig, offen zu bleiben. Motive: einer sein wollen, der man nicht ist; Sätze, die man sagen wollte und nicht sagte; Texte, die man schreiben wollte und nicht schrieb; Streit und Liebe. «Schicksal». Gespräche mit dem eigenen Knie oder einer Katze. Und dann das Hauptmotiv: dass es bald enden könnte. Der Schriftsteller richtet sich darauf ein, bereitet sich vor, sagt aber auch: «Ich wehre mich nicht, ich bin bedacht und will bis zum letzten Abend leben.»

24.03.2021: Einladung zum Schreiben von Doris Dörrie: Dieses Buch ist eine persönliche Einladung an jeden von uns, selbst zum Stift zu greifen und über das eigene Leben nachzudenken. In ›Leben, schreiben, atmen‹ erzählt Doris Dörrie von der Kraft des autobiographischen Schreibens und hat damit unzählige Leserinnen und Leser begeistert. Nun ermutigt sie uns, mit diesem Schreibjournal voller Inspirationen und Tipps in die eigene Geschichte einzutauchen und die Widersprüchlichkeit des Lebens zu umarmen.

24.03.2021: Der ehemalige Sohn von Sasha Filipenko: Eigentlich sollte der junge Franzisk Cello üben fürs Konservatorium, doch lieber genießt er das Leben in Minsk. Auf dem Weg zu einem Rockkonzert verunfallt er schwer und fällt ins Koma. Alle, seine Eltern, seine Freundin, die Ärzte, geben ihn auf. Nur seine Großmutter ist überzeugt, dass er eines Tages wieder die Augen öffnen wird. Und nach einem Jahrzehnt geschieht das auch. Aber Zisk erwacht in einem Land, das in der Zeit eingefroren scheint.

24.03.2021: Sind Sie das? von Charles Lewinsky: Was schmuggelt ein Schriftsteller bewusst oder unbewusst vom eigenen Leben in seine Bücher? Charles Lewinsky hat sich auf Spurensuche begeben und staunt, wie viel Persönliches sich ungewollt in seine Romane eingeschlichen hat. Was ihm nun die Gelegenheit gibt, sich in Anekdoten und Geständnissen an Hochgefühle ebenso zu erinnern wie an kritische Momente – so wie er sie in den eigenen Romanen als Spiegelungen wiederentdeckt hat.

24.03.2021: Ausgeliefert – Amerika im Griff von Amazon von Alec MacGillis: In seinem großen Gesellschaftsporträt der USA zeigt der preisgekrönte Investigativjournalist Alec MacGillis, dass es vor allem der Großkonzern Amazon ist, der die Spaltung Amerikas vorantreibt. Amazon sorgt dafür, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet, während immer weniger Menschen zu den Gewinnern gehören. In monopolartigen Verhältnissen akkumuliert Amazon immer mehr Reichtum und Macht und Jeff Bezos, schon jetzt der reichste Mann der Welt, profitiert weiter von der wachsenden Ungleichheit. In einer 10 Jahre umspannenden investigativen Recherche, die ihn von Washington nach Seattle, nach San Francisco, Baltimore und Ohio führte, hat MacGillis die Einzelschicksale, die Amazon prägt, zu einem Porträt der amerikanischen Gesellschaft verwoben. Er war in Columbus, Ohio, wo Amazon Steuern erlassen werden, obwohl der Warenhausbetreiber den Durchschnittslohn in der Region senkt. Und er war in Seattle, wo das gigantische Amazon Headquarter die Lebenskosten in die Höhe treibt und die einst pulsierende Black Community nahezu gänzlich verdrängt hat. »Ausgeliefert« ist mehr als das Porträt Amazons. Es ist das Porträt der Vereinigten Staaten von Amerika, die immer mehr unter den Schatten Amazons geraten. MacGillis zeigt eindringlich, wie sehr die Macht der Großkonzerne den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den USA bedroht – und er lässt uns ahnen, was uns in Europa unmittelbar bevorsteht, wenn es uns nicht gelingt, die Macht Amazons zu beschränken.

26.03.2021: Reise mit zwei Unbekannten von Zoe Brisby: Die 90-jährige energische Maxine ist aus dem Seniorenheim ausgebüxt, um ihr Ableben selbstbestimmt zu regeln. Der schüchterne Student Alex hat Liebeskummer und braucht frischen Wind. Das Schicksal führt sie über ein Mitfahrportal zusammen. In einem uralten Twingo brechen sie zu einer Fahrt durch Frankreich nach Brüssel auf. Als Maxine von der Polizei gesucht wird, beginnt ein atemloses Abenteuer – mit Blick auf die grandiose Vielfalt des Lebens.

29.03.2021: Einfach abgefahren – Wie ich mit 65 Jahren und einem alten Benz 18.000 Kilometer durch 15 Länder reiste von Margot Flügel-Anhalt: Bestsellerautorin Margot Flügel-Anhalt hält es nach ihrem Motorradtrip um die halbe Welt nicht lange in Deutschland: Mit 65 Jahren, einem 24 Jahre alten Benz und ohne Reisepass macht sie sich auf, um 15 Länder über 18.000 Kilometern bis nach Südostasien zu bereisen. Die rüstige Rentnerin erzählt in „Einfach abgefahren“ nicht nur von berührenden Begegnungen mit Fremden und atemberaubenden Landschaften, sondern auch von bedrohlichen Momenten in Kriegs- und Krisengebieten. Ihre fesselnden Geschichten von unterwegs ziehen unweigerlich in den Bann und man stürzt sich ohne Zögern mit in dieses einmalige Abenteuer. Das beeindruckende Reisememoir einer beeindruckenden Frau, die die Freiheit in der Welt sucht und findet.

29.03.2021: Das Schönste an uns sind wir von Christiane Hastrich und Barbara Lueg: Fünfzig werden ist eine Zäsur im Leben. Der Blick in den Spiegel wird kritischer. Die Leichtigkeit der Jugend schwindet. Doch etwas in uns nimmt auch Anlauf. Wir sind ja mittendrin. Und fühlen uns manchmal präsenter denn je. Die Fernsehredakteurinnen Christiane Hastrich und Barbara Lueg haben Experten und Gleichaltrige befragt, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen: Was ist noch möglich an Neuanfängen? Was geht vorbei, was rückt an die Leerstellen? Natürlich zwickt das Älterwerden – aber bis dahin ist noch jede Menge Zeit für Abenteuer!

29.03.2021: Statt einsam gemeinsam – Wie wir im Alter leben wollen von Christiane Hastrich und Barbara Lueg: Wie wollen wir im Alter leben? Welche Lebensform passt zu uns? Diesen Fragen stellen sich die Journalistinnen Christiane Hastrich und Barbara Lueg und testen die Möglichkeiten kurzerhand selber aus. Sie legen sich ins Tinyhouse, bauen ihr Zelt bei den Dauercampern auf, nehmen sich ein Zimmer in der Seniorenresidenz und besuchen ein Mehrgenerationenhaus. Auf der Suche danach, was uns im Alter glücklich macht, haben sie Interviews geführt, Experten befragt und Vor- und Nachteile der Alternativen im ehrlichen Selbstversuch gegeneinander abgewogen. Eine inspirierende Entdeckungsreise in eine neue Lebensphase, die uns alle erwartet. Und in der wir uns neu erfinden können, statt einsam lieber gemeinsam!

Frisch auf dem Buchmarkt: Februar 2021

Dieser Bücherbummel fühlt sich wieder besser an. Ich habe eine unbändige Lust die unterschiedlichsten Geschichten und Themen zu entdecken, zu denen in diesem Monat Bücher erschienen sind. Die Begeisterungsfähigkeit und die Neugier sind zurück, was wohl auch daran liegt, dass ich erst kürzlich ein großartiges Buch beendet habe und gerade noch eines lese, das mich auf seine ganz besondere Art zu packen weiß. Solche Perlen erhoffe ich natürlich auch bei den Neuerscheinungen des Februars zu entdecken.

Bei den gefundenen Büchern geht es um die Möglichkeit herauszufinden was passiert wäre, wenn man manche Entscheidungen anders getroffen hätte, das Couchsurfen in Saudi Arabien, einen Rückblick in die Achtziger Jahre, einen Rückblick in die Siebziger Jahre, die Überprüfung einer Wahrsagerei, die Geschichte eines Geschwisterpaares in Tadschikistan, die Verschiebung von Ansichten, wenn plötzlich das Wohl des eigenen Kindes auf dem Spiel steht, die Flucht einer Frau mit ihren Kindern, eine App, die körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und Handlungsempfehlungen gibt, den Abschied eines Mannes von seinem Vater, den Weg einer Frau von Ghana nach England um schließlich in Berlin zu landen und einen Science-Fiction-Thriller über die Zukunft der Ernährung.

Aber schaut selbst und lasst euch inspirieren:

01.02.2021: Die Mitternachtsbibliothek [Werbung] von Matt Haig: Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.
Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?
Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.

01.02.2021: Couchsurfing in Saudi-Arabien – Meine Reise durch ein Land zwischen Mittelalter und Zukunft [Werbung] von Stephan Orth: Als Saudi-Arabien erstmals Touristen einreisen lässt, packt Bestsellerautor Stephan Orth sofort den Rucksack. Von Couch zu Couch erkundet er das Königreich und erhält Einblicke in eine verschlossene Gesellschaft, wie sie bisher keinem westlichen Besucher möglich waren. Er wird Zeuge eines radikalen Wandels, sieht Frauen Auto fahren und tanzt mit Zehntausenden beim Wüsten-Rave. Doch jenseits der Glitzerwelt gelten drakonische Strafen, und an der Grenze zum Jemen sind die Bomben nicht zu überhören. Stephan Orth berichtet von seiner bisher aufregendsten Reise.

11.02.2021: Sweet Dreams: Rücksturz in die Achtziger [Werbung] von Frank Goosen: Als die Achtziger ausbrechen, ist Frank Goosen dreizehn, als sie enden, vierundzwanzig. Dazwischen: Schulterpolster, Synthiepop – und jede Menge Veränderung im Ruhrgebiet. Kultur statt Kohle lautet die Devise: Während Zechen und Hochöfen stillgelegt werden, erobert Schimanski die Fernsehbildschirme und Starlight Express die Rollschuhbahnen. Beste Voraussetzungen also, um erwachsen zu werden! In seinen neuen Stories und Glossen nimmt Frank Goosen uns mit in diese legendäre Zeit des kulturellen Wandels. Denn während man sich im Ruhrgebiet zu neuen musikalischen und modischen Höhen aufschwingt, fängt auch für ihn das Leben erst richtig an: Mit fulminantem Witz und viel Selbstironie berichtet er von merkwürdigen Ritualen beim Trio-Konzert und von der Jagd nach dem perfekten Mixtape für Claudia, Kerstin und Frauke. Er erklärt, wieso die Achtziger für ihn vor allem nach Videotheken rochen und wie Billy Crystal ihm einmal eine Beziehung ruinierte. Eine so persönliche wie vergnügliche Zeitreise – für die, die dabei waren, und für alle anderen.

11.02.2021: Die Kinder hören Pink Floyd [Werbung] von Alexander Gorkow: Die 70er-Jahre. Eine Vorstadt. Das Westdeutschland der letzten Baulücken, der verstockten Altnazis, der gepflegten Gärten. Die Kriegsgräuel sind beiseitegeschoben, zum Essen geht es in den Balkan Grill, die Einbauküche daheim überzeugt durch optimale Raumnutzung. Für den 10-jährigen Jungen aber ist es eine Welt der Magie, der geheimen Kräfte, des Kampfs des Bösen gegen das Gute. Der Leitstern des Jungen in diesem Kampf ist die große Schwester – das Kind Nr. 1 der Familie. Sie ist herzkrank und sehr lebenshungrig. Mit trockenem Humor und großer Aufsässigkeit stemmt sie sich gegen alle Bedrohungen, nicht zuletzt mithilfe der vergötterten Band Pink Floyd aus dem fernen London, den Kämpfern gegen das Establishment, deren Songs alles zum Glänzen bringen.

12.02.2021: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin [Werbung] von Delphine de Vigan: Mathilde lebt mit ihren drei Söhnen in einer kleinen Wohnung in Paris. Seit dem Tod ihres Mannes kümmert sie sich allein um sie und ist stolz auf das Resultat. Die Jungen sind selbstständig und kommen im Leben gut zurecht. Das kann Mathilde von sich nicht mehr behaupten. Bis vor einiger Zeit ist sie ihrem Beruf mit großer Begeisterung nachgegangen. Doch seit Monaten verschlechtert sich ihre Arbeitssituation zusehends. Liegt es wirklich daran, dass sie ihrem Chef in einer Besprechung offen widersprochen hat? Wird sie deshalb von allen wichtigen Sitzungen ausgeschlossen? Und landen deshalb nur noch belanglose Aufgaben auf ihrem Tisch? Verzweifelt und mit den Kräften am Ende sucht sie eine Wahrsagerin auf. Die prophezeit ihr eine besondere Begegnung für den 20. Mai. Mathilde beginnt zu hoffen. Doch worauf? Auf das befreiende Gespräch mit ihrem Chef? Auf die Rückkehr ihrer alten Stärke? Oder auf die Begegnung mit einem ganz besonderen Mann? Der Tag der Prophezeiung bricht an …

15.02.2021: Im Strom der Steine [Werbung] von Wladimir Medwedew: Eine der spannendsten Stimmen der russischen Gegenwartsliteratur. Wladimir Medwedew erzählt die packende Geschichte eines Geschwisterpaares im zentralasiatischen Tadschikistan Anfang der 1990er Jahre. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetmacht gerät das Land in den Strudel von Bürgerkrieg und regionalen Machtkämpfen. Der Vater von Sarina und Andrej, ein tadschikischer Arzt, wird ermordet. Auch seine russische Frau und seine Kinder werden bedroht und daraufhin von Onkel und Großvater in ihr Heimatdorf im Pamir geholt. Doch der Vater hatte dort noch eine zweite Frau, eine Tadschikin. Und die Auseinandersetzungen zwischen den Familien könnten nicht größer sein. Ein atemberaubender, vielschichtiger Gesellschafts- und Familienroman – mit dem sich Wladimir Medwedew an die Spitze der russischen Gegenwartsliteratur geschrieben hat.

16.02.2021: Siegerin [Werbung] von Sarid, Yishai, Ruth Achlama: Wie lernt man zu töten, ohne daran zu zerbrechen? Als Psychologin berät Abigail seit Jahren erfolgreich das israelische Militär, wie es Soldaten besser auf Einsätze vorbereitet. Doch dann wird ihr einziger Sohn Schauli einberufen, und sie muss sich entscheiden: Was wiegt schwerer, das Wohl ihres Landes oder das ihres Kindes?

18.02.2021: Niemand hat Angst vor Leuten, die lächeln [Werbung] von Véronique Ovaldé: An einem Junitag packt Gloria eilig die Koffer, dazu ein paar Plüschtiere und die Beretta ihrer großen Liebe, holt ihre Töchter, die fünfzehnjährige Stella und die sechsjährige Loulou, von der Schule ab und verlässt das sonnige Städtchen an der Côte d’Azur. Der überstürzte Aufbruch – getarnt als Reise zum Ferienhaus der Familie im Elsass, ein einsames Idyll inmitten von Wäldern und Seen – ist nichts anderes als eine lang vorbereitete Flucht. Gloria ist überzeugt: Um sich und ihre Töchter zu schützen, muss sie jede Verbindung zu ihrer Vergangenheit kappen. Wie weit wird sie gehen, um ihre Töchter vor der Bedrohung zu retten? Véronique Ovaldé verbindet eine thrillerhafte Handlung und knisternde Atmosphäre zu einem spannungsgeladenen Frauenporträt, das mit zahlreichen Volten und Wendungen überrascht. Die französische Erfolgsautorin erweist sich einmal mehr als brillante Stilistin und virtuose Fallenstellerin.

19.02.2021: Das Ting [Werbung] von Artur Dziuk (TB): Vier junge Visionäre gründen in Berlin ein Start-Up und entwickeln zusammen eine App: das sogenannte Ting, das körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen gibt. Das Prinzip Ting überzeugt – die App schlägt ein wie eine Bombe. Getrieben vom Erfolg entwickelt Mitgründer Linus die Möglichkeiten immer weiter, sein eigenes Leben und das der User mithilfe des Ting zu optimieren. Doch um neue Investoren für die Firma zu gewinnen, sind er und sein Team bald gezwungen, sich auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sie verpflichten sich vertraglich, künftig unter allen Umständen jeder Empfehlung des Ting zu gehorchen – mit verheerenden Folgen.

20.02.2021: Die kanadische Nacht [Werbung] von Jörg Magenau: Ein tief berührendes Buch über Abschiede und den Trost des Neubeginns. In seinem ersten Roman blickt Jörg Magenau auf das Leben eines Mannes, der erzählend zu sich selbst reist. Aus einer inneren Enge in ein weites, wildes Land. In Kanada liegt der Vater im Sterben. Die Nachricht trifft seinen Sohn in einer Krise. Hinter ihm liegt ein gescheitertes Buchprojekt. Seit Jahrzehnten hat er den fernen Vater nicht gesehen, nun überquert er Atlantik und Rocky Mountains, um ihn hoffentlich noch lebend anzutreffen. Doch was ist überhaupt ein Leben? Was weiß man von einem fremd gebliebenen Vater, von der Liebe der anderen und der eigenen? Und wie schreibt man darüber? Die Fahrt durch die kanadische Nacht führt den Erzähler immer tiefer in die eigene Herkunft und hinaus ins Offene. Als er den Vater erreicht, geht etwas zu Ende, aber etwas Neues beginnt auch: die Suche nach dem, was trotz aller Vergänglichkeit bleibt.

24.02.2021: Adas Raum [Werbung] von Sharon Dodua Otoo: Sharon Dodua Otoos Mut und ihre Lust zu erzählen, ihre Neugier, die Gegenwart zu verstehen, machen atemlos. In ihrer Welt hängt alles am seidenen Faden, es droht zu fallen, und doch bleibt es auf wundersame Weise in der Schwebe. So wie Ada, um die sich Otoos erster Roman dreht. Ada ist nicht eine, sondern viele Frauen: In Schleifen bewegt sie sich von Ghana nach England, um schließlich in Berlin zu landen. Sie ist aber auch alle Frauen, denn die Schleifen transportieren sie von einem Jahrhundert zum nächsten. So erlebt sie das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Mit einer bildreichen Sprache und unendlicher Imagination, mit Empathie und Humor zeichnet Sharon Dodua Otoo in ihrem Roman »Adas Raum« ein überraschendes Bild davon, was es bedeutet, Frau zu sein.

24.02.2021: Exit this City [Werbung] von Lisa-Marie Reuter: Climate Fiction aus Deutschland: »Exit This City« ist ein Science-Fiction-Thriller über die Zukunft der Ernährung. Deutschland im Jahr 2158: Auf den Reisplantagen des verarmten Agrarlands braut sich eine Rebellion zusammen. Genmanipulierte Bienen sollen die Felderträge steigern, doch ihr Stich ist tödlich. Tausende Menschen wurden mit dem Gift infiziert, alle starben – bis auf die charismatische Veeru, die seitdem wie eine Göttin verehrt wird. Die Plantagenarbeiter folgen ihr auf einem Feldzug gegen die Landbesitzer. Ihr Ziel ist die Europazentrale des skrupellosen Konzerns FinalFood Inc. Doch Veerus wahre Absichten bleiben dunkel, und vieles deutet darauf hin, dass sie insgeheim ihre eigenen Pläne verfolgt. Am anderen Ende der Welt irrt Marti ohne Erinnerung durch Delhi. Er ist allein und er wird verfolgt. Als ein radioaktiv verseuchter Staubsturm Kurs auf die Millionenmetroploe hält, gibt es für die Bevölkerung nur noch eines: Raus aus der Stadt! Doch Marti kann erst fliehen, wenn er weiß, warum es die unbekannten Feinde auf ihn abgesehen haben. Seine Suche nach der Wahrheit führt ihn mitten hinein in die Machenschaften eines Konzerns, der in Deutschland ein skrupelloses Spiel um Macht und Einfluss spielt.

Frisch auf dem Buchmarkt: Januar 2021

Eigenartig fühlte sich dieses Mal mein Bummel durch die Verlagsvorschauen des Frühjahrs an. Für viele Themen und Geschichten bin ich derzeit einfach nicht offen. Wenn ich die Worte Dystopie, Pandemie oder Virus lese, bin ich sofort raus. Von Politik habe ich die Nase voll, allzu Kritisches will ich gerade nicht auch noch hinterfragen müssen und selbst Blutrünstiges kann mich derzeit nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Aber allzu Fantasievolles und die lustige heile Herzschmerwelt sowie Trümmerbeziehungen reizen mich halt auch nicht und so blätterte ich mich dieses Mal nörgelig und mäkelig durch die virtuellen Bücherwelten. Ein eigenartiges Gefühl für jemanden, der sich sonst kaum zu bremsen weiß und immer über alle Maßen fündig wird. Nicht, dass ich nicht sowieso schon eine Bücherwunschliste hätte, die aus allen Nähten platzt…

Im nachhinein konnte ich kaum glauben, dass ich doch noch einige (12!) ansprechende Neuerscheinungen für den Januar entdeckt habe. Dabei geht es um den heiligen Fettstoffwechsel, um Reisegeschichten, einen Pionier auf dem Gebiet der Gynäkologie, eine Fotojournalistin, die von den gefährlichsten Orten unserer Welt berichtet, um mystisches Wissen, eine künstliche Intelligenz mit dem Namen Dave, den Arabischen Frühling, um die Folgen einer Hirnblutung, um einen Affen, der nicht nur einen Cheeseburger bestellen kann, einen 14jährigen Jungen, der in Malawi ein Windrad baut, einen mysteriösen Brief, in dem Dinge stehen, die eigentlich niemand über Heloise wissen kann und Geschichten, die heilsam, tröstlich und unterstützend sein können.

Aber schaut selbst und lasst euch inspirieren:

04.01.2021: Die geheime Kraft des Fettstoffwechsels [Werbung] von Marion Kiechle und Julie Gorkow: Ernährung ist der Schlüssel für einen gesunden Fettstoffwechsel. Je nach Lebensphase spielen die Hormone einen großen Einfluss. Die richtigen Lebensmittel können in all diesen Lebensphasen den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Dazu kommen im Laufe des Lebens stoffwechsel-induzierte Erkrankungen, die mit der richtigen Ernährung ebenfalls behandelt werden können. Die Frauenärztin Dr. Marion Kiechle kennt aus der Praxis und aus ihrer Uni-Tätigkeit all diese Phasen und Erkrankungen genau, die Journalistin Julie Gorkow erklärt die Zusammenhänge verständlich. Damit dieses Wissen über den Fettstoffwechsel sofort anwendbar wird, ergänzt ein ausführlicher Rezept-Teil den Ratgeber.

11.01.2021: The Travel Episodes: Von Abenteuern in der Ferne und vor der Haustür [Werbung] von Johannes Klaus: Ein Glück, dass gute Reisegeschichten niemals langweilig werden! Denn auch im fünften Band der erfolgreichen Reihe „The Travel Episodes“ werden gemeinsam mit Johannes Klaus die spannendsten, aufregendsten und mitreißendsten Storys aus allen Ecken der Welt gekürt. Sie entführen uns in den afrikanischen Busch, in die eisige Wildnis Grönlands und die rote Weite Australiens. Sie erzählen von einem Segelabenteuer im südlichen Ozean, beschreiben das große Nichts in Kasachstan und zeigen, wie eine neue Generation in Bangladesch das Reisen für sich entdeckt. Das Buch für Fernsüchtige!

14.01.2021: Der Mann im roten Rock [Werbung] von Julian Barnes: Julian Barnes lässt uns teilhaben am Leben von Dr. Samuel Pozzi (1846–1918), dem damals bekannten Arzt, Pionier auf dem Gebiet der Gynäkologie und Freigeist, ein intellektueller Wissenschaftler, der seiner Zeit weit voraus war: So führte er Hygienevorschriften vor Operationen in Frankreich ein und übersetzte Darwin ins Französische. Julian Barnes zeichnet das Bild einer ganzen Epoche am Beispiel dieses charismatischen Mannes. Man kann Julian Barnes nur bewundern: Kenntnisreich, elegant und akribisch recherchiert, beschreibt er das privat turbulente Leben Dr. Pozzis und erzählt Kulturgeschichten über den Fin de Siècle und seine Protagonistinnen und Protagonisten: Maler, Politiker, Künstler, Schauspieler, Schriftsteller. Dr. Pozzi reiste, um Erkenntnisse zu gewinnen, und stand für einen engen Austausch zwischen England und dem Kontinent. Julian Barnes beleuchtet diese fruchtbaren Beziehungen und schreibt zugleich ein spannendes Plädoyer, an der Idee Europas festzuhalten.

18.01.2021: Menschlichkeit in Zeiten der Angst [Werbung] von Julia Leeb: Die Fotojournalistin Julia Leeb berichtet von den gefährlichsten Orten unserer Welt. Hautnah erfährt sie, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten, sei es bei den Kämpfen der Nubier im Sudan, bei den Warlords im Kongo, im Krieg in Libyen, während der Revolution in Ägypten oder in der abgeschotteten Diktatur in Nordkorea. Dabei gerät sie selbst in Lebensgefahr: Als sie mit ihren Recherchen der Wahrheit zu nahe kommt, soll sie kaltblütig umgebracht werden. Ein anderes Mal wird sie verschleppt, um sie als Zeugin zum Schweigen zu bringen. Dennoch schildert sie in ihren Reportagen über die Vergessenen unserer Welt auch immer wieder Begegnungen voller Schönheit und Hoffnung. Es sind vor allem Frauen, die durch ihren Mut und ihre Zuversicht den Weg aus Gewalt und Unterdrückung zu Frieden und wahrer Menschlichkeit weisen.

19.01.2021: The Mystical Year: Zwölf magische Monate voller Mythen und Bräuche [Werbung] von Allison Davies: Dieses liebevoll gestaltete Buch ist der perfekte Einstieg für alle, die sich ein wenig Magie in ihrem Leben wünschen. Jeder Monat und jede Jahreszeit bergen ihr eigenes Potenzial, das es zu entdecken gilt. Wir lernen besondere Ereignisse, überlieferte Weisheiten, heidnische Sagen und traditionelle Feste kennen und erfahren von magischen Eigenschaften bestimmter Kräuter, Tiere, Steine oder Tarotkarten – und von vielem mehr. Jährlich wiederkehrende Sternenkonstellationen spielen ebenso eine Rolle wie der Einfluss des Mondes. Themenseiten, Tipps und Übungen runden diesen Leitfaden für alle mit einer mystischen Ader ab. Von der Weisheit der amerikanischen Ureinwohner bis zu den Geschichten der Griechischen Sagenwelt, heidnischer Erzählungen und römischer Traditionen existiert ein Reichtum an Wissen aus vielen Kulturen. Feiern Sie den Frühling und Sommer als Zeit der Erneuerung mit Flora, der römischen Göttin der Blumen, begehen Sie an Litha, einem der solaren Feste des Wicca-Glaubens, die Sommersonnenwende, und wenn die Nächte länger werden, helfen selbst gemachte, duftende Kräutergirlanden, böse Geister abzuwenden. Für jeden Monat finden sich in diesem Buch der jeweilige Vollmondname oder Wicca-Jahreskreis sowie eine Zusammenstellung mystischer Traditionen, die den Wechsel der Natur feiern. Mystisches Wissen für alle, die durch eine Rückbesinnung auf überlieferte Weisheiten über den Zyklus der Jahreszeiten neue Kräfte aktivieren und sich mehr mit der Natur verbinden möchten!

23.01.2021: Dave [Werbung] von Raphaela Edelbauer: Was braucht es, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten? Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie die Beantwortung dieser Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein bedingungsloser Glaube an die Technik ins Wanken. Welchem Zweck dient DAVE wirklich und wer wird von ihm profitieren? In der Welt von Syz dreht sich alles ums Programmieren. Geschlafen und gegessen wird hauptsächlich, um schnellstmöglich wieder in die Datenströme des Computers abzutauchen. Das Ziel des gesamten Labors ist nichts Geringeres als die Programmierung der ersten generellen Künstlichen Intelligenz, ausgestattet mit einer Höchstleistung an Rechenkraft und menschlichem Bewusstsein: DAVE. Dann allerdings bringen zwei Ereignisse Syz‘ geregeltes Leben ins Wanken. Erstens, Syz verliebt sich in eine junge Ärztin, und zweitens, DAVE droht ein Totalausfall. Der Strudel, in den Syz in der Folge gerät, katapultiert den Programmierer in unmittelbare Nähe der Machtzentrale. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der Künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, taucht Syz tief in die Geschichte des Labors ein und versucht herauszufinden, wessen Interessen DAVE am Ende eigentlich dient. Nach dem großen Erfolg von »Das flüssige Land« legt Raphaela Edelbauer einen einzigartigen Roman über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Künstlichen Intelligenz vor.

25.01.2021: Die Republik der Träumer [Werbung] von Alaa al-Aswani: Hoffnung, Aufbegehren, Scheinheiligkeit und Unterdrückung – Der große Roman über die ägyptische Revolution zum 10. Jahrestag des Arabischen Frühlings. Kairo, 25. Januar 2011, 25.000 Menschen demonstrieren gegen Mubarak. Sie träumen von der großen Veränderung, doch während in der euphorischen Menge Liebesbeziehungen aufblühen, wird der Bürgerrechtler Khaled vor den Augen aller ermordet. Seine Freundin Dania will ihren Widerstand nicht aufgeben – und sei es gegen den eigenen Vater, den bigotten Geheimdienstchef, der islamische Werte predigt und heimlich Pornos schaut. Al-Aswanis Figuren verkörpern in diesem mitreißenden Buch, das in Ägypten verboten wurde, alle Facetten der Revolution, die für jede von ihnen einen Wendepunkt in ihrem Schicksal bedeutet. Ein unvergessliches Porträt der modernen ägyptischen Gesellschaft.

25.01.2021: Königin außer Dienst [Werbung] von Martine Bijl: Martine ist erfolgreich, berühmt, steht mitten im Leben, als an einem Herbstmorgen „ein Ballon hinter ihren Augen platzt“. Eine Hirnblutung verändert das Leben der Autorin schlagartig.
Bevor sie vier Jahre später an den Folgen der Krankheit stirbt, schreibt Martine Bijl ein Buch, das einzigartige, berührende und schmerzlich ehrliche Einblicke erlaubt. In eindringlichen, ja poetischen Bildern, mit bewundernswerter Kraft und Selbstironie schildert Martine Bijl, wie es ist, „im Kopf Angst zu haben, und nicht zu verstehen, warum und wovor“. Ein Buch, das scheinbar Unmögliches möglich macht, das uns Menschen, deren Wahrnehmung getrübt ist, besser verstehen lässt. Ein Buch, das Mut macht.

25.01.2021: Sprich mit mir [Werbung] von T.C. Boyle: Wer ist menschlicher? Der Mensch oder der Affe? Die Weltpremiere von T.C. Boyles neuem Roman. Sam, der Schimpanse, den Professor Schemerhorn in eine TV-Show bringt, kann in der Gebärdensprache nicht nur einen Cheeseburger bestellen, sondern auch seinen Namen sagen. Wie ein Kind wächst er umsorgt von Wissenschaftlern auf. Als die schüchterne Aimee dazu stößt, entspinnt sich eine einzigartige Beziehung: Sam erwidert ihre Gefühle und entwickelt sich regelrecht zu einem Individuum. Als jedoch die Vision Schemerhorns, der an das Menschliche im Tier glaubt, keine Schule macht, wird er für Tierexperimente von einer anderen Universität beschlagnahmt. Aimee ist am Boden zerstört und fasst einen verrückten Plan. T.C. Boyle geht ebenso komisch wie mitfühlend der Frage nach, ob uns Tiere ähnlicher sind, als wir vermuten.

25.01.2021: Der Junge, der den Wind einfing [Werbung] von William Kamkwanba: William wächst auf einer Farm in Malawi auf, einem der ärmsten Länder der Welt. Nur kurz kann er zur Schule gehen. Dennoch baut er mit 14 Jahren ein Windrad, mit dem er Strom erzeugen kann. So erfüllt sich der wissbegierige Junge trotz vieler Hindernisse einen Traum und verändert damit das Leben seiner Familie und der Menschen in seinem Dorf. Diese wahre Geschichte ist die Vorlage für den erfolgreichen Netflix-Film. Eine moderne Heldensaga, die zum Staunen anregt und Mut macht.

27.01.2021: Leichenblume [Werbung] von Annette Mette Hancock: Die Kopenhagener Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan steckt in einer heiklen Jobkrise, als sie einen mysteriösen Brief erhält: von einer gesuchten Mörderin. Darin stehen Dinge über Heloise, die eigentlich niemand wissen kann. Beunruhigt beginnt Heloise, auf eigene Faust zu recherchieren. Die Absenderin ist seit einem brutalen Mord vor einigen Jahren spurlos verschwunden. Was will sie nun ausgerechnet von Heloise, und woher hat sie die Informationen über sie? Zur gleichen Zeit erhält auch Kommissar Erik Schäfer einen neuen Hinweis auf die Gesuchte. Alle Spuren scheinen zu Heloise Kaldan zu führen. Ist ihr Leben in Gefahr? Und können der Polizist und die Journalistin einander vertrauen? Der erste Fall der Erfolgs-Reihe um Heloise Kaldan und Erik Schäfer. Ausgezeichnet mit dem dänischen Krimi-Preis.

27.01.2021: Lesen und Genesen . Geschichten, die Mut machen [Werbung] – ausgewählt von Ursula Baumhauer: »Ein Gesunder ist kein Umgang für einen Kranken« (Robert Gernhardt). Gute Geschichten dagegen helfen immer. Dieser Band versammelt ein breites Spektrum: Geschichten, die heilsam, tröstlich, unterstützend sind. Texte, die nachdenklich stimmen. Und solche, die unterhalten und die Langeweile vertreiben. Geschichten für Körper und Geist, von Cees Noteboom, Dorris Dörrie, Robert Gernhardt, Bernhard Schlink, W. Somerset Maugham, Jeffrey Eugenides, Richard David Precht, Khalil Gibran, F. Scott Fitzgerald und vielen mehr.

Frisch auf dem Buchmarkt: Dezember 2020

Nachdem ich in den vergangenen Monaten kaum wusste, was ich aus dem reichhaltigen Angebot der Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt auswählen sollte, um es euch vorzustellen, war es nun im Dezember ein wenig übersichtlicher. Ins Auge gefallen ist mir das eiskalte Spiel um Leben und Tod einer jungen Architektur-Studentin und eines schwerreichen Psychopathen, Hollebecq’s Ansichten zu gesellschaftlich Relevantem, die Unterhaltungen von Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre, Annie Ernaux‘ Erinnerungen an ihren Vater, ein Pfarrer und seine ketzerische Leidenschaft Artefakte zu sammeln und die Fortsetzung des Thrillers rund um Cyrus Haven und Evie Cormac.

Aber schaut selbst:

01.12.2020: Der Bruder [Werbung] von John Katzenbach: Eine ahnungslose junge Frau, ein schwerreicher Psychopath – ein eiskaltes Spiel um Leben und Tod: Für die junge Architektur-Studentin Sloane Connolly ist es ein schwerer Schlag, als ihre exzentrische Mutter spurlos verschwindet. Sloane hat sonst niemanden, ist fast völlig isoliert aufgewachsen. Zur selben Zeit erhält sie über einen Anwalt ein merkwürdiges Angebot: Ein reicher Mäzen möchte, dass Sloane Denkmäler für sechs Personen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben, entwirft. Allerdings sind alle sechs bereits verstorben, und das nicht an Altersschwäche. Sloane nimmt den Auftrag an, um sich von der Sorge um ihre Mutter abzulenken – und ahnt nicht, auf was für ein perfides Spiel sie sich einlässt …

03.12.2020: Ein bisschen schlechter: Neue Interventionen [Werbung] von Michel Houellebecq: »Obwohl ich kein ›engagierter Künstler‹ sein möchte, habe ich in diesen Texten versucht, meine Leser von der Gültigkeit meiner Standpunkte zu überzeugen. Dabei geht es selten um Politik, ab und an um Literatur, meist um ›gesellschaftlich Relevantes‹. Eine weitere Ausgabe wird es nicht geben. Ich verspreche nicht unbedingt, mit dem Denken aufzuhören, aber zumindest damit aufzuhören, meine Gedanken und Meinungen der Öffentlichkeit mitzuteilen, es sei denn, es besteht eine ernsthafte moralische Dringlichkeit.«
Gemäß seiner Aussage äußert sich Houellebecq u. a. zum französischen Staat, zu Donald Trump, zur Corona-Pandemie und stellt, präzise und provokant wie immer, seine Haltung dazu dar. Neben intellektuellen Texten stehen aber auch so persönliche Gespräche wie das mit seinem Freund Fréderic Beigbeder, in denen die Person Michel Houellebecq sichtbar wird.

09.12.2020: Alle sind so ernst geworden [Werbung] von Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre: Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre unterhalten sich über: Badehosen, Glitzer, Äähm, Hochzeiten, LSD, Teufel, Gott, Madonna, Arbeit, Ibiza, Kochen, Rechnungen, Siri, Fotos, Mundharmonika, Geldscheine, Verliebtheit, Wiedersehen.

14.12.2020: Der Platz [Werbung] von Annie Ernaux – jetzt als Taschenbuch: Ihr Vater stirbt, und Annie Ernaux nimmt das zum Anlass, sein Leben zu erzählen: Um die Jahrhundertwende geboren, musste er früh von der Schule abgehen, war zunächst Bauer, dann, bis zum Todesjahr 1967, Besitzer eines kleinen Lebensmittelladens in der Normandie, die körperliche Arbeit ließ ihn hart werden gegen seine Familie. Das Leben des Vaters ist auch die Geschichte vom gesellschaftlichen Aufstieg der Eltern und der gleichzeitigen Angst, wieder in die Unterschicht abzurutschen, von der Gefahr, nicht zu bestehen. Dass seine Tochter eine höhere Schule besucht, macht ihn stolz, trotzdem entfernen sich beide voneinander.

14.12.2020: Der zweite Schlaf [Werbung] von Robert Harris – jetzt als Taschenbuch: England ist nach einer lange zurückliegenden Katastrophe in einem erbärmlichen Zustand. Der junge Priester Fairfax wird vom Bischof in ein Dorf entsandt, um dort die Beisetzung des mysteriös verstorbenen Pfarrers zu regeln. In der Umgebung finden sich besonders häufig jene verbotenen Artefakte aus vergangener Zeit – Münzen, Scherben, Plastikspielzeug –, die der Pfarrer akribisch gesammelt hat. Hat diese ketzerische Leidenschaft zu seinem Tod geführt? Robert Harris’ erster Roman »Vaterland« war ein Ereignis. Seine Berühmtheit wuchs mit historischen Politthrillern wie »Pompeji« und seiner groß angelegten Cicero-Trilogie (»Imperium«, »Titan«, »Dictator«). Ob nun Antike oder jüngere Neuzeit (»Intrige«, »Konklave«, »München«) – auch wenn in seinen Büchern faktenfeste und erfundene Historie sich mischen, so muss man den vordergründigen Mantel nicht weit lüpfen, und die hintergründige Aktualität scheint auf. Robert Harris schreibt letztlich immer über das Hier und Jetzt.

21.12.2020: Fürchte die Schatten [Werbung] – Cyrus Haven 2 – von Michael Robotham: Evie Cormacs Leben ist eine Lüge. Seit man sie aus den Fängen eines angeblichen Entführers rettete, verbirgt sie verzweifelt ihre wahre Identität und Geschichte. Denn wer immer die Wahrheit ahnte, musste sterben. Einer ist dennoch entschlossen, ihr zu helfen: Cyrus Haven, Psychologe, polizeilicher Berater und Evies engster Freund. Als er bei Ermittlungen zum Mord an einem Detective auf Hinweise zu ihrer Vergangenheit stößt, will er endlich Licht ins Dunkel bringen. Was er nicht ahnt ist, dass ausgerechnet er damit Evies Todfeinden einen entscheidenden Hinweis liefert. Und die Jagd auf sie beginnt von neuem.

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im Dezember besonders?