Kulinarische Weltreise: Iran (2)

Aufmerksame Leser wissen, den Iran haben wir bereits kulinarisch bereist (bisherige Stationen), was uns jedoch nicht davon abhielt, es noch einmal zu tun. Zum einen waren wir beim ersten Mal sehr begeistert und zum anderen wollten wir dieses Mal anstatt Fisch, Fleisch auf den Teller bringen. Außerdem hatten wir dieses Mal ein anderes Pärchen zu Tisch gebeten, das mit uns kulinarisch noch nicht in den Iran gereist war.

Die Reisgerichte hat mein Herzbube vom letzten Mal übernommen:

Für das Sabzi-Polo wird 250 g Basmatireis nach Packungsanweisung mit Wasser und Salz zubereitet. Nach der Hälfte der Zeit Safran (etwa 0,1 g) und Butter zufügen. Zum Schluss 30 g Dill, 60 g Koriander und 30 g Petersilie hacken, 50 g Schnittlauch (oder Lauchzwiebeln) kleinschneiden und eine Knoblauchzehe reiben, alles vermischen und locker unter den Reis heben.

Für den Juwelen-Reis eine Karotte und eine mittelgroße Zwiebel klein würfeln und in etwas Butter anschwitzen. 250 g Basmatireis und Wasser zugeben und nach der Hälfte der Kochzeit Safran (etwa 0,1 g) zufügen. Zum Schluss einen kleinen Bund gehackte Petersilie, 2 EL gehackte Mandeln, 1/2 TL Zimt, 1/2 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Kardamom, Zucker und Salz unterrühren. Mit Granatapfelkernen bestreuen und mit einigen Kleksen Joghurt servieren.

Dazu gab es Fesenjan (Persisches Hühnchen mit Walnüssen): Hierfür 300 g Walnüsse, 2 EL Sonnenblumenöl, 2 EL Tomatenmark, 4 EL Granatapfelsaft, 1 TL Kurkuma, etwas Safran, 1 TL Honig, 100 ml Wasser, Salz, Pfeffer vermischen und alles zusammen pürieren. 8 Hähnchendrums ohne Haut (Unterkeule) in eine gefettete Form legen, mit der Soße übergießen, abdecken und bei 140 Grad Umluft eine Stunde backen. Danach 10 Minuten ohne Abdeckung backen, damit es Farbe bekommt. Zum Schluss mit gehackter Petersilie, Dill, Walnüssen und Granatapfelkernen bestreut servieren.

Tomatenrispen mit etwas Sonnenblumenöl stark anbraten, damit sie gut Farbe bekommen. Salzen und Peffern.

Außerdem hat mein Herzbube uns ein leckeres Lamm-Kebab gemacht. Dafür werden 400 g Lammfleisch, 400 g Rindfleisch, 1 mittlere Zwiebel, 2 Stiele glatte Petersilie, Safran, 1/2 TL Kurkuma, Salz, Pfeffer, 1/2 TL Kardamom, 1 kleine Knoblauchzehe vermischt, fein gewolft und zu 4 flachen rechteckigen Fleischfladen (ca. 1 cm dick, 5 x 20 cm) geformt und in einer Grillpfanne ca. 5 Minuten von jeder Seite gebraten.

Für marinierte Zwiebeln werden zwei mittlere rote Zwiebeln in feine Streifen geschnitten, mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit etwas gehackter Petersilie und Zitronensaft vermengt.

250 g Joghurt mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen.

Einen Gurken-Tomaten-Salat aus 1 Salatgurke und 2 entkernten Fleischtomaten zubereiten. Klein würfeln (1 cm) und Salz, Pfeffer, Zitronensaft, gehackte Petersilie und gehackten Koriander unterrühren.

Nan-e Lavash (Persisches Fladenbrot) ist ein ungesäuertes dünnes Fladenbrot, das aus Mehl, Salz und Wasser in der Pfanne ausgebacken wird. Der Einfachheit halber haben wir uns für die fertige Variante aus dem türkischen Supermarkt entschieden.

Klassisch wird das Kebab mit den marinierten Zwiebeln, dem Tomaten-Gurken-Salat und dem Joghurt in das Fladenbrot eingeschlagen und zusammen gegessen.

Als Dessert gab es Sholeh Zard (Persischer Safran Reispudding). Dafür 200 g Basmatireis in 300 ml Wasser aufkochen und abgedeckt ziehen lassen. 1/2 TL Safran, 50 g Mandelstifte, 150 g Zucker, 50 g Butter, 1 Schuss Rosenwasser zufügen, 200 ml Wasser zugeben und bei niedriger Hitze unter ständigem Rühren so lange weitergaren, bis der Reis fast zerfällt. Bei Bedarf noch etwas Wasser zufügen. Die Konsistenz ist wie bei etwas dünnerem Milchreis. In eine Schale füllen und abkühlen lassen. Mit Zimt, Mandelstiften, gehackten Pistazien und gehackten Rosenblättern dekorieren.

Fazit: Der Iran lohnt sich kulinarisch! Die Geschmackserlebnisse differierten dieses Mal zwischen hervorragend, lecker und es war auch etwas dabei, was die Beschreibung „interessant“ erhielt. Ich persönlich brauche jetzt erstmal eine kleine Safranpause, bevor es für mich weitergehen kann 😉

Kulinarische Weltreise: Iran

Dieses Mal entstand die kulinarische Weltreise rund um den von S. selbstgeangelten Zander, der in NRW aus dem Wasser gezogen wurde und sich sicherlich nicht hätte träumen lassen, einmal für ein iranisches Gericht herhalten zu müssen.

Besonders berühmt ist die iranische Küche für ihre phantasievollen und reichhaltigen Reisgerichte und basiert vor allem auf Brot, Reis, frischen Gemüsen, Kräutern, Fleisch (Lamm, Hammel, Schaf, Rind und Huhn) und nach Region auch Fisch.

Und so hat mein Herzbube uns vier neben dem Fisch mit zweierlei Reis (Sabzi-Polo und Juwelen-Reis) und Kashk-e-Bandjan bekocht und ich habe uns als Dessert einen Persischen Duftkuchen gebacken.

Für das Sabzi-Polo wird 250 g Basmatireis nach Packungsanweisung mit Wasser und Salz zubereitet. Nach der Hälfte der Zeit Safran (etwa 0,1 g) und Butter zufügen. Zum Schluss 30 g Dill, 60 g Koriander und 30 g Petersilie hacken, 50 g Schnittlauch (oder Lauchzwiebeln) kleinschneiden und eine Knoblauchzehe reiben, alles vermischen und locker unter den Reis heben.

Für den Juwelen-Reis eine Karotte und eine mittelgroße Zwiebel klein würfeln und in etwas Butter anschwitzen. 250 g Basmatireis und Wasser zugeben und nach der Hälfte der Kochzeit Safran (etwa 0,1 g) zufügen. Zum Schluss einen kleinen Bund gehackte Petersilie, 2 EL gehackte Mandeln, 1/2 TL Zimt, 1/2 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Kardamom, Zucker und Salz unterrühren. Mit Granatapfelkernen bestreuen und mit einigen Kleksen Joghurt servieren.

Für das Kashk-e-Bandjan zwei mittelgroße Auberginen waschen, rundherum einstechen und für 30 Minuten im Backofen bei 180 Grad Umluft backen. In der Zwischenzeit 500 g Kirschtomaten mit etwas Olivenöl, Salz und 2 EL Tomatenmark pürieren und einköcheln lassen, bis die Sauce die Konsistenz von Ketchup hat. Die Auberginen auf einem Teller mit einem feuchten Tuch abgedeckt abkühlen lassen. Danach den Stilansatz und die Haut abziehen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Zusammen mit der Sauce erwärmen. Einen kleinen Bund Petersilie und eine halbe Hand Walnüsse fein hacken und zu der Sauce geben. Mit 1/2 TL Zimt, 1 TL Pul Biber, etwas Salz und Limettensaft abschmecken. Zum Schluss noch 2 geriebene Knoblauchzehen unterrühren.

Pro Person ein Fischfilet (weißer Fisch) melieren, salzen, pfeffern und in reichlich Butter braten.

Für den Persischen Duftkuchen 200 g Butter und 150 g Zucker schaumig schlagen. Nach und nach 4 Eier unterrühren. 100 g Mehl, 1 TL Backpulver, 2 TL Kardamom, 275 g gemahlene Mandeln und den Abrieb von einer Bio-Zitrone vermischen und nach und nach unter die Buttermasse rühren. Den Saft einer Zitrone und 1 EL Rosenwasser unterrühren und den Kuchenteig in eine gefettete Springform füllen. Im vorgeheizten Backofen bei etwa 160 Grad (Ober-/Unterhitze) 40 bis 45 Minuten backen. In der Zwischenzeit für den Sirup eine halbe Zitrone auspressen und mit 2 EL Zucker und 1/2 TL Rosenwasser in einer Pfanne auf niedriger Stufe so lange erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Den Sirup kurz abkühlen lassen. Den Kuchen nach der Backzeit aus dem Ofen nehmen und mithilfe eines Holzstäbchens Löcher in den ganzen Kuchen stechen. Nun den Sirup über den Kuchen gießen und mindestens eine Stunde abkühlen lassen. Aus 300 g Puderzucker, dem Saft einer Zitrone und 4 TL Wasser einen Zuckerguss anrühren und den Kuchen damit bestreichen. Zum Schluss mit 2 TL gehackten Pistazien und kleingehackten Rosenblättern bestreuen.

Fazit: Wir waren begeistert von den unterschiedlichen Aromen, die uns unser Ausflug in die iranische Küche geboten hat. Glücklicherweise gibt es im Netz noch viele weitere Rezepte, die als Inspirationsquelle dienen können. Großartig! Da müssen wir wieder hin 🙂

Die Welt auf dem Teller . Inspirationen aus der Küche – Doris Dörrie

In diesem Jahr habe ich mich oft von Doris Dörrie inspirieren lassen. Zuerst durch ihr Buch „Leben, schreiben, atmen„, das zum Erinnern und zum anschließenden autobiografischen Schreiben einlädt, dann machte ich bei ihrem Workshop „Schreiben hilft! Dir auch?“ bei der Bürgerakademie mit und folgte ihr und ihren täglichen Schreibeinladungen #morningpages bei Instagram. Es war ein wenig so, als hätte ich mit Doris Dörrie und ihren Schreibeinladungen etwas, beziehungsweise jemanden gefunden, von dem ich nicht gewusst habe, dass ich sie gesucht habe. Dadurch, dass sie viele ihrer Erinnerungen sehr authentisch und sympathisch mit ihren Leserinnen und Lesern und somit natürlich auch mit mir teilt, hatte ich irgendwann das Gefühl sie sehr gut zu kennen. Als ich nun ihr neues Buch in Händen hielt, war es wieder ein wenig so, als nehme man in gemütlicher Atmosphäre gegenüber einer guten Freundin platz um sich von ihr ein wenig über Vergangenes erzählen zu lassen.

Das Buch fühlt sich an, als setze sie ihre Erinnerungen aus „Leben, schreiben, atmen“ themenbezogen fort. Sie erzählt von Reisen, wird manchmal philosophisch, geht zurück bis in ihre Kindheit, offenbart Geschichten zum Schmunzeln oder hat Nachdenkliches parat. Es ist ein wenig wie Nachhause kommen, nur dass sich in „Die Welt auf dem Teller“ alles um das Kochen, das Essen und die kulinarischen Genüsse dreht. Rezepte findet man in diesem Buch nicht, dafür aber eine Doris Dörrie, die sich erinnert und über das Essen schreibt, als umarme sie die Welt. Es geht um knusprige Brotkrusten, Eier von glücklichen Hühnern, familiäres Miteinander bei spanischer Paella, Innehalten bei grünem Tee mit japanischen Reisbällchen und Kindheitserinnerungen an Melonen-Momente. Essen und Kochen sind für sie Inbegriff von Lebensfreude und Genuss, Grund zur Dankbarkeit und Eigenverantwortung und ein Weg zum besseren Verständnis unserer selbst und der Welt, die uns umgibt. Neben den Wohlfühlmomenten gibt es auch kritische Gedanken in dem Buch, aber sie kommen nicht zu dogmatisch daher. Sie sind vielmehr ein Angebot, über manches außerhalb dieses Buches nochmal genauer nachzudenken.

Doris Dörries Exkursionen in die Welt der kulinarischen Genüsse sind nicht nur kurzweilig, sondern tatsächlich auch kurz und erstrecken sich selten über mehr als zwei bis drei Buchseiten. Die optische Gestaltung ist luftig und erlaubt Leerräume, aber auch eine Vielzahl leicht abstrahierter Illustrationen von Zenji Funabashi, denen meist Obst und Gemüse als Vorbild Pate stand. Das macht dieses knapp 200 Seiten umfassende und mit einem goldgelben Lesebändchen ausgestattete Büchlein zu einem Werk, das sich inhaltlich und optisch liebevoll gestaltet präsentiert. Sicherlich ein schönes Geschenk für jemanden, den man mittels dieses Buches dazu anregen möchte, selbst in kulinarischen Erinnerungen zu schwelgen. Denn es sind nicht so sehr die Geschichten dieses Buches, die einem im Gedächtnis bleiben, sondern vielmehr die Wohlfühlatmosphäre, die es zeitweise beim Lesen auslöst. Stellenweise ist dies ein Genuss, aber manchmal sind es leider auch nur eher hastig verschlungene Probierhäppchen, die einen aufgrund der Kürze der Texte nicht so richtig satt machen und mit einem leichten Hunger nach mehr zurücklassen.

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Doris Dörrie
Die Welt auf dem Teller
Inspirationen aus der Küche
Hardcover Leinen mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 208 Seiten
ISBN: 978-3-257-07051-4
Preis: € (D) 22.00 / sFr 30.00* / € (A) 22.70 * unverb. Preisempfehlung
Verlag: Diogenes
Erschienen: 26.08.2020

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.