Kulinarische Weltreise: Mexiko

Mexiko? Schon wieder? Könnte man meinen, aber manche Länder haben kulinarisch durchaus mehr zu bieten, als man bei einem einzelnen Menü zu probieren schaffen könnte. Unser letzter kulinarischer Ausflug dorthin ist immerhin auch schon wieder zwei Jahre her. Außerdem setzte sich unsere kleine Reisegruppe dieses Mal ein wenig anders zusammen und es war allgemein gewünscht worden, dass nun auch Fleisch auf der Speisekarte stehen sollte. Also doch ein wenig anders als beim ersten Mal.

Beim Einkaufen der Zutaten stießen wir eher zufällig auf ein Bier, das laut Werbeslogan das Gefühl von Strand und mexikanischer Sonne in unseren Alltag bringen sollte. Genau das Richtige in dieser trüben Corona-Zeit und von dem Namen ließen wir uns nicht abschrecken:

Als Tröpfchen zu dem Essen durchaus zu empfehlen. Die Hintergrundmusik für unseren mexikanischen Abend lieferten Tito & Tarantula, eine US-amerikanische Rockband, dessen Sänger Tito Larriva aus Mexiko stammt, und die uns mit einem ihrer größten Hits aus dem Film „From Dusk Till Dawn“ direkt in eine mexikanische Kneipe katapultierten. Na ja, ein bisschen Fantasie braucht man dafür natürlich schon, wenn man sich vorstellen möchte, dass Salma Hayek auf meinem heimischen niederrheinischen Wohnzimmertisch tanzt.

Aber dort wäre auch einfach kein Platz gewesen, denn mein Herzbube hat wieder recherchiert und ausprobiert und einige Leckereien gezaubert, die wir vier sehr genossen haben. Unter anderem warteten dort auf uns 8 Tacos, die jeweils mit 1 TL Bohnenpaste bestrichen, mit 1 TL Salsa-Sauce, 1 TL Mais, einigen roten Zwiebelstreifen, 1/8 Avocado-Fruchtfleisch und 2 bis 3 Stücken eingelegtem Kaktus belegt worden waren. Darauf kam noch das gesalzene und gepfefferte Steak, das Medium gebraten und in dünne Streifen geschnitten wurde. Zum Schluss wurden die Tacos noch mit frischem Koriander bestreut und zugeklappt für etwa 2 bis 3 Minuten im Backofen bei 160 Grad erwärmt.

Als hübscher, aber ebenso leckerer Farbklecks kamen die Pimentos de padron dazu, für die Bratpaprika (je nach Größe zwischen 3 und 5 pro Person) gewaschen, sehr gut trockengetupft, in heißem Öl von allen Seiten gebraten und zum Schluss noch mit einem guten Meersalz bestreut wurden.

Weiter ging es mit den Hähnchen-Quesadillas, für die zunächst 300 g Hähnchenbrust mit Salz und Chili gewürzt und gebraten wurde. Diese lässt man abkühlen und zupft sie dann auseinander, wie man es beispielsweise von Pulled Pork kennt. Zwei Wraps werden mit etwa 100 g Frischkäse bestrichen und mit Salz und Chili gewürzt. Auf einen Wrap die zerzupfte Hähnchenbrust, 100 g geriebenen Cheddar, 100 g geriebenen mexikanischen Käse (alternativ ein kräftiger Käse, wie Bergkäse oder Ähnliches), 2 EL Mais und eine Handvoll in Ringe geschnittenen Frühlingslauch geben. Mit dem zweiten Wrap zudecken und bei Bedarf mit etwas Chili-Öl bestreichen. Bei 160 Grad etwa 8 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist und der Wrap ein wenig Farbe bekommt. In 8 Stücke geschnitten servieren.

Und für die Mexikanische Hähnchenpfanne werden zunächst 800 g ausgelöste Hähnchenkeule (ohne Knochen) mit Chili und Salz gewürzt und angebraten. Dann kommt eine gewürfelte Gemüsezwiebel, 2 EL Tomatenmark, 3 grob gehackte Knoblauchzehen, 1 Dose stückige Tomaten, eine geschälte und in kleine Würfel geschnittene Möhre, 150 g Langkornreis hinzu. Mit 200 ml Orangensaft und etwa 300 ml Wasser ablöschen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. 200 g TK-Erbsen, 1 kleine Dose Mais und 10 schwarze in Scheiben geschnittene Oliven zufügen. Nochmal etwa 10 Minuten köcheln lassen. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Mit Salz und Chili abschmecken und mit frischem Koriander bestreut servieren.

Und weil ein Dessert zum Abschluss immer noch geht, gab es für uns noch einen Mexikanischen Käsekuchen. Dafür werden 150 g kleingebröselte Kekse (Butterkekse oder Ähnliches), 1 EL Backkakao und 70 g geschmolzene Butter vermengt und auf dem Boden einer mit Backpapier ausgelegten und am Rand eingefetteten Springform (ca. 25 cm Durchmesser) verteilt und angedrückt. Dann muss der Boden etwa eine Stunde im Kühlschrank fest werden. 500 g Magerquark, 200 g Schlagsahne, 1 Dose (400 ml) gezuckerte Kondensmilch, Saft und Zeste von einer Limone, 4 Eier und 1 Packung Vanillepuddingpulver verrühren und auf dem Keksboden verteilen. 45 Minuten bei 160 Grad (Ober-/Unterhitze) backen. Abkühlen lassen und mit einer Masse aus 40 g geschmolzener Zartbitter-Kuvertüre, 30 g geschmolzener Butter und 50 g flüssiger Sahne bestreichen. In 8 Stücke teilen und servieren.

Und spätestens da war es mit unserer Beherrschung anscheinend vorbei – ich war einfach nicht schnell genug, um ein Bild von einem unversehrten Stück Käsekuchen zu machen.

Fazit: Eine weitere Station der Kulinarischen Weltreise, die Spaß gemacht hat und nicht nur eine Freude für die Geschmacksknospen war. Neu war für mich der eingelegte Kaktus, der an eingelegte scharfe Gurken erinnert. Das Corona-Bier kannte ich vorher auch noch nicht. Es schmeckt mir, aber es sind eher der Preis und der Name, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Mexikanische Käsekuchen ist hingegen auf meiner Liste der leckersten Käsekuchen ganz weit oben.