Die Mitternachtsbibliothek – Matt Haig

Wer hat noch nicht darüber nachgedacht, wie das Leben hätte verlaufen können, wenn man manche Entscheidungen anders gefällt hätte?

Ziemlich genial fand ich in dem Zusammenhang die Idee von Matt Haig, der seine Protagonistin Nora Seed das „Was wäre wenn…“ durchspielen lässt, indem er sie sich in einer riesigen Bibliothek wiederfinden lässt, nachdem sie verzweifelt beschlossen hatte, sich das Leben zu nehmen. Hier eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Denn jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss.

Was für eine geniale Prämisse, dachte ich, als ich diese kurze Zusammenfassung der Geschichte las. Und weil ich gerade ein Guthaben bei Audible [Werbung] übrig hatte, entschied ich mich für „Die Mitternachtsbibliothek“ als Hörbuch, das wunderbar von Annette Frier vorgetragen wird.

Und doch geht mir die 35jährige unter Depressionen leidende Protagonistin Nora Seed, die nach einem Selbstmordversuch in der Mitternachtbibliothek landet, recht schnell auf die Nerven. Es fehlt der Tiefgang um dem Leser das Wesen dieser Erkrankung nahe zu bringen, so dass hier eher der Eindruck entsteht, dass bei Nora gerade einiges schief läuft und sie darum weinerlich bereit ist ihr Leben einfach wegzuwerfen. Ein echter Augenrollmoment und umso erstaunlicher, wenn man berücksichtigt, dass der Autor selbst bereits unter Depressionen litt.

Aber genaugenommen habe ich bei diesem Buch nicht erwartet das Krankheitsbild vernünftig beleuchtet zu sehen, sondern war vielmehr darauf gespannt, wie der Autor die Protagonistin unterschiedliche Lebenswege ausprobieren lässt – und davon gibt es einige. Manche werden ausführlich geschildert, wobei sich das Erzählschema wiederholt und irgendwann zu langweilen beginnt. Weder Leser noch die Protagonistin kommen so recht in der Geschichte weiter, so dass es fast eine Erlösung ist, als einige Lebenswege nur noch kurz zusammengefasst werden.

Als Leser sieht man die Konsequenzen der einzelnen Entscheidungen überdeutlich, da sie fast schon ein wenig plump daherkommen. Irgendwann fragt man sich, wohin Matt Haig einen mit diesen vielen kleinen meist sehr vorhersehbaren Geschichten eigentlich noch führen möchte. Die Charaktere bleiben eher flach und auch zu Nora will sich bei mir keine rechte Verbindung aufbauen. Und doch habe ich die Geschichte immer weiter gehört, nicht zuletzt weil der Erzählstil flüssig ist und das Hörbuch hervorragend von Annette Frier gelesen wurde. Übrig bleibt jedoch von diesem Buch nur ein flaues Ende, bei dem die Depressionen verschwinden, wenn man sich nur für das Leben entscheidet und die Gewissheit, dass die Grundidee dieses Romans besser ist, als ihre Umsetzung. Schade.

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Matt Haig
Die Mitternachtsbibliothek
Ungekürztes Hörbuch
Sprecherin: Annette Frier
Spieldauer: 8 Std. und 21 Min.
Erscheinungsdatum: 01.02.2021
Verlag: Argon Verlag

Du kannst Wunder vollbringen – Jan Becker

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich Jan Becker vor etlichen Jahren im Fernsehen in einer Show mit Uri Geller sah und er mir mit seiner Ausstrahlung und seinen beeindrucken Darbietungen als sogenannter Mentalist in positiver Erinnerung geblieben ist. Als ich nun kürzlich „Du kannst Wunder vollbringen“ als von ihm selbst eingesprochenes Hörbuch bei Spotify entdeckte, wollte ich nur mal kurz reinhören. Einfach, weil ich ihn als Typ interessant finde und mir auf kurzweilige Art ein wenig positiven Input erhoffte. Und doch war meine Bereitschaft das Hörbuch jederzeit abzubrechen höher als üblich, weil ich hinter dem Zusatz „Finde dein magisches Glück“ Hokuspokus vermutete, aus dem ich mich mit den Jahren doch herausgewachsen fühlte. Es hat mich rückblickend fast ein wenig erstaunt, dass ich dem Hörbuch bis zum Schluss gefolgt bin – sogar sehr gerne.

Denn Jan Becker geht in diesem Buch zunächst den Definitionen von Wundern und auch der Magie auf den Grund und entmystifiziert diese Begriffe ein wenig. Damit schafft er die nötigen Grundvoraussetzungen um auch nicht religiöse Magiezweifler wie mich, die ihr Heil eher in den wissenschaftlichen Ansätzen der Psychologie suchen, ins Boot zu holen. Der Klappentext meint beschreibend zu dem Buch: „Der „Wundermacher“ und Meister-Hypnotiseur beschäftigt sich seit langem mit den magischen Seiten unserer Welt und erklärt in seinem Buch, wie Magie seine Lebensphilosophie geprägt hat und warum es wichtig ist, den eigenen Blick für die alltäglichen Wunder zu schärfen.“

Glücklicherweise erweckt Jan Becker nicht den Eindruck eines abgehobenen „Wundermachers und Meister-Hypnotiseurs“ – Marketing-Begriffe, die er auch auf seiner Website verwendet – sondern erscheint vielmehr als ein bodenständiger, empathischer und wissbegieriger Mensch, der den gesunden Menschenverstand zu nutzen weiß und neben wissenschaftlichen Betrachtungsweisen, aber auch dem (noch) Unerklärbaren Raum gibt. Und so finden sich in seinem Buch viele praktische Übungen (unter anderem geht es um Selbstreflektion, Fokussierung, Lenkung der Aufmerksamkeit, etc.) wie sie in einigen magischen, aber auch psychologischen Praktiken Verwendung finden. Alles ist immer gewürzt mit einer Prise Magie und es gibt natürlich viele kleine Ausflüge in esoterische Bereiche um das Überraschende und Wunderbare zu finden. Aber der Autor lässt die Leser auch an vielen Geschichten aus seinem eigenen Leben und seiner Berufspraxis teilhaben, was beim Lesen einen sehr anschaulichen und persönlichen Eindruck hinterlässt. Nach 529 Minuten endet das Hörbuch schließlich und lässt mich angenehm überrascht zurück. Kein Hokuspokus. Na ja manchmal vielleicht doch ein bisschen, aber auf angenehme und sympathische Art herübergebracht. Sicherlich nicht mein letztes Buch von Jan Becker.

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Jan Becker, Mitautorin: Christiane Stella Bongertz
Du kannst Wunder vollbringen – Finde dein magisches Glück
Klappenbroschur, 304 Seiten
ISBN: 978-3-492-06193-3
Preis: € 16,99 [D], € 17,50 [A]
Verlag: Piper
Erschienen: 31.08.2020

Psychose – Blake Crouch

Eigentlich höre ich inzwischen recht gern Hörbücher. Sie versüßen mir so manche unliebsame Tätigkeit im Haushalt, sind eine angenehme Handarbeitsbegleitung oder gestalten einen Weg interessanter, sofern er nicht gerade selbst das Ziel ist. Gelegentlich höre ich Hörbücher über meinen Spotify-Account, aber komfortabler finde ich die App von Audible. Da ich in letzter Zeit jedoch vermehrt Podcasts höre, haben sich dort wieder einige Guthaben gesammelt, so dass ich das Abo gestoppt habe und zum wiederholten Mal drei Monate pausiere. Das geht recht unkompliziert und so bleibe ich Audible dennoch treu, obwohl ich nicht in jedem Monat mein Guthaben für ein Hörbuch einsetze. Wenn ihr Audible einmal ausprobieren möchtet, gelangt ihr über diesen Link zum Probe-Abo [Werbung].

Viel Lobendes hatte ich über die Wayward-Pines-Thriller-Reihe von Blake Crouch gehört und so entschied ich mich, ein Audible-Guthaben für den ersten Teil „Psychose“ zu verwenden. Denn gesprochen wird es von dem wunderbaren Charles Rettinghaus und überhaupt sind Thriller für mich eigentlich wie geschaffen zum Hören, sind sie doch ein bisschen wie Fastfood, das schmackhaft sein kann und manchmal einfach sein muss. Selten habe ich bei ihnen das Bedürfnis, mir besondere Stellen zu markieren. Auch der Wunsch des ‚zurückzuspulens‘ entfällt meist, weil es kaum Sätze gibt, die ich mir nochmal auf der Zunge zergehen lassen möchte, um in Ruhe über sie nachdenken zu können. Dinge, die ich beim Hörbuchhören zweier Romane, die sich zu Lieblingsbüchern entwickelten, zuletzt schmerzlich vermisst hatte. Aber jetzt war wieder einmal die Zeit für einen Thriller gekommen, von dem ich mir spannende und gute Unterhaltung erhoffte.

Blake Crouch nimmt die Leser mit nach Wayward Pines, Idaho, eine idyllische Kleinstadt mitten im Nichts. Als Ethan Burke nach einem Verkehrsunfall im örtlichen Krankenhaus allmählich wieder zu sich kommt, sind seine Sachen verschwunden, alle um ihn herum verhalten sich äußerst merkwürdig und auf seine Fragen bekommt er nur ausweichende Antworten. Immer wieder hat er eigenartige Kopfschmerzen und in seinem Gedächtnis gibt es Lücken. Allmählich erinnert er sich, dass er ein Secret-Service-Agent ist und zwei Vermisste aufspüren soll. Doch er findet Anderes und als er Wayward Pines zu verlassen versucht, stößt er auf einen unüberwindbaren Zaun.

Aufgrund des Buchtitels entwickelt man beim Lesen Vermutungen darüber, was mit dem Protagonisten los sein könnte und stuft auch seine Verhaltensweisen und Empfindungen dementsprechend ein. Gleichzeitig versucht man den Funken Wahrheit an dieser Geschichte zu finden, weil man Ethan Burke mit der Zeit immer weniger glaubt. Zudem sind einige Schilderungen von Vorgängen, die außerhalb von Wayward-Pines stattfinden oder stattfanden rätselhaft. Das ganze ist ein Verwirrspiel, das dauert und sich für mich zu lange hingezogen hat. Irgendwann hatte mich dieser Thriller einfach verloren.

Der Protagonist ist nicht glaubwürdig und sein Handeln ist nicht immer nachvollziehbar. Natürlich erwartet man das auch nicht, wenn man ihm eine schwere psychische Erkrankung unterstellt. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt interessierte es mich auch einfach nicht mehr. Dennoch hörte ich der angenehmen Stimme des Hörbuchsprechers bis zum Schluss zu, war aber enttäuscht, als schließlich die Auflösung des ganzen erfolgte. Ich hätte mir wohl vorher einmal anschauen sollen, dass dieser Thriller bei Amazon unter anderem in Krimis über Übernatürliches, Thriller über Parapsychologie und Horror einsortiert ist. Nicht, dass ich diesen Bereichen gegenüber generell abgeneigt wäre, aber dieser Ausgang der Geschichte kam für mich völlig unerwartet und war partout nichts für mich. Ich kann mich den lobenden Stimmen, die ich über diese Reihe vernommen habe, also leider nicht anschließen und werde die Geschehnisse rund um Wayward Pines nicht weiter verfolgen.

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Blake Crouch
Psychose – Ein Wayward-Pines-Thriller (1)
Ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Charles Rettinghaus
Spieldauer: 9 Std. und 25 Min.
Erscheinungsdatum: 16.09.2019
Verlag: Der Hörverlag

Die rechtschaffenen Mörder – Ingo Schulze

Es ist nun schon eine Weile her, dass ich mir „Die rechtschaffenen Mörder“ von Ingo Schulze als ungekürztes Hörbuch bei Spotify anhörte, aber immer noch habe ich Schwierigkeiten die richtigen Worte für diesen ungewöhnlichen Roman zu finden. Denn er ist in drei Teile gegliedert und jeder Teil hat mich aus der Welt des vorherigen herausgerissen und vor völlig neue Tatsachen gestellt, mit denen ich beim Lesen so nicht gerechnet habe. Die Form, wie sich dieser Roman dem Leser erschließt fühlte sich für mich überraschend und neu an, war aber auch sperrig und ließ mich am Ende etwas ratlos zurück. Und doch macht dies das Buch zu etwas Besonderem, weil es mit einer unzuverlässigen Erzählweise konfrontiert, die eine gewisse Spannung beim Lesen erzeugt.

Im ersten Teil lernen wir den Antiquar Norbert Paulini kennen – und lieben. Norbert Paulini ist ein hoch geachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Auch in den neuen Zeiten, nach der Wende, als die Kunden ausbleiben, versucht er, seine Position zu behaupten. Als bücherbegeisterter Leser lässt man sich von dieser Person, die für die Literatur lebt, vollends begeistern und ist durch die angenehme Erzählweise gänzlich in einer Geschichte, die einen mitnimmt und umgarnt und immer weiter erfahren möchte. Es ist eine (fast) schöne heile Welt des Lesens, der Bücher und des völligen Aufgehens in der Literatur. Ein gefundenes Fressen für jeden leidenschaftlichen Leser.

Im zweiten Teil lernen wir hingegen den Antiquar aus einer anderen Perspektive erzählt und von einer völlig anderen Seite kennen. Und der dritte Teil wird aus einer weiteren Perspektive präsentiert und offenbart dem Leser neue ‚Wahrheiten‘ und Sichtweisen auf das bisher gelesene und erfahrene. Ich mag an dieser Stelle nicht mehr verraten, um nicht die Überraschung zu verderben, die durch diese Erzähler entsteht. Es sei hier nur ausgeplaudert, dass diese Wendungen dazu anregen, sich Gedanken über das Geschichten erzählen, beziehungsweise schreiben zu machen und dabei den Wahrheitsgehalt, die Ausschmückung und die jeweilige Erzählperspektive auf den Prüfstand stellen. Die Geschichte Norbert Paulinis entblättert sich hier ganz allmählich auf unterschiedliche Weisen und konfrontiert den Leser mit literarischem Wunschdenken bis hin zu kalter ungeschönter Realität, deren Glaubwürdigkeit allerdings wiederum angezweifelt werden darf, weil man als Leser irgendwann in diesem Roman gelernt hat, dass sich alles Gelesene in subjektiver Einfärbung präsentiert.

Eingesprochen wurden die ersten beiden Teile des Hörbuchs von Sylvester Groth und der dritte Teil leider von Victoria Trauttmannsdorff. Dabei ist es mir erstmals so ergangen, dass mir in eine Sprecherstimme, beziehungsweise in diesem Fall die Stimme der Sprecherin derart unangenehm war, dass ich aufgrund dessen Probleme hatte der Geschichte zu folgen. Auch das kann dazu beigetragen haben, dass ich das Buch zum Ende hin als immer schwächer werdend empfunden habe. Daher würde ich in diesem Fall doch eher dazu raten diesen Roman selbst zu lesen oder sich vorab mit den Stimmen der beiden Sprecher vertraut zu machen.

Insgesamt ist es aber bei diesem Buch eher das Wie diese Geschichte erzählt wird und sich dem Leser erschließt, das mich überraschen und beeindrucken konnte, als die erzählte Geschichte selbst. Dennoch war dies eine besondere Lese-, beziehungsweise Hörerfahrung für mich.

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Ingo Schulze
Die rechtschaffenen Mörder
Sprecher: Sylvester Groth, Victoria Trauttmansdorff
Spieldauer: 7 Stunden 55 Minuten
Ungekürzte Lesung
ISBN 978-3-8398-1780-3
Preis: 24,95 €
Erscheinungsdatum: 04.03.2020
Sprache: Deutsch
Anbieter: Argon Verlag

erLESENer Juli

Im Lesemonat Juli füllte ich Notizbücher, beobachtete die Liebesgeschichte von Paul und Susan aus sicherer Entfernung, philosophierte übers Fotografieren und landete im Gulag.

Bücherwelten – eben noch verträumt oder mit dem Hobby beschäftigt und dann auch schon inmitten einem der großen Verbrechen in der Weltgeschichte.

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Schreiben dicht am Leben von Hanns-Josef Ortheil
Es geht ums Notieren und um Notate, um darum, was sie können und wozu sie literarisch werden können. Eine nette inspirierende Lektüre zu meiner momentanen Notierlaune.

Die einzige Geschichte von Julian Barnes
Eine Liebesgeschichte zwischen einem 19jährigen und einer 48jährigen, die in den 1960erJahren beginnt und bis zum Ende erzählt wird. Beeindruckend und nahe gehend durch die intensive und lebenskluge Erzählsweise mit Ausflügen ins Philosophische.

Über Fotografie von Susan Sontag
Essays, die sich mit meinem Hobby „Fotografie“ beschäftigen und mir neue Sichtweisen auf dieses Thema eröffnen konnten. Insgesamt ein interessanter Ausflug in die Geschichte und die Philosophie der Fotografie.

Klara vergessen von Isabelle Autissier
Ein Generationenroman, der einen in die Zeit Stalins mitnimmt, als Menschen willkürlich inhaftiert und in Gulags verschleppt wurden. Erschütternd und doch durch die Naturbeschreibungen und das Zwischenmenschliche wunderbar und mit Wohlfühlmomenten erzählt.

Die einzige Geschichte – Julian Barnes

Beim Stöbern auf Spotify stieß ich auf „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes. Von der Handlung war mir zwar nichts bekannt, aber ich hatte über den Autor schon Lobendes gehört. Der angenehme Erzählton dieses Buches und die hervorragend dazu passende Stimme von Frank Arnold brachten mich dazu, anstatt ‚einfach mal reinzuhören‘ bis zum Schluss an diesem Hörbuch dran zubleiben. Das liegt nicht daran, dass diese Geschichte besonders spannend ist, sondern vielmehr an der feinen Beobachtungsgabe und dem Gespür, das der Autor bei der Schilderung dieser Liebesgeschichte an den Tag legt. Es geht um eine Liebe gegen alle Konventionen, die irgendwann in den 1960er Jahren beginnt und die man als Leser bis in die Gegenwart verfolgt.

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Julian Barnes lässt seinen Protagonisten aus großer Distanz, vom anderen Ende seines Lebens her erzählen, wie er mit 19 Jahren, die verheiratete Susan kennen und lieben lernt. Obwohl Susan fast 30 Jahre älter ist, beschreibt er aber keine Affäre, sondern versucht der Einzigartigkeit dieser Beziehung, einer ebenso blauäugigen wie absoluten Liebe, gerecht zu werden.

Die erste Liebe hat lebenslange Konsequenzen, aber davon hat Paul im Alter von 19 Jahren noch keine Ahnung. Mit 19 ist er stolz, dass seine Liebe zur verheirateten, wesentlich älteren Susan den gesellschaftlichen Konventionen ins Gesicht spuckt. Er ist sich ganz sicher, in Susan die Frau fürs Leben gefunden zu haben, alles andere ist nebensächlich. Erst mit zunehmendem Alter wird Paul klar, dass die Anforderungen, die die Liebe an ihn stellt, größer sind, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, in denen Paul im ersten Teil als Ich-Erzähler auftritt, im zweiten zum Du wechselt um im dritten aus der distanzierten dritten Person zu erzählen. Durch diese wechselnde Erzählerperspektive wird die zunehmende Entfremdung von Susan noch greifbarer.

Die Mischung aus Alltagsgeschichten und Beleuchtung des spießigen Bürgertums mit Ausflügen in philosophische Gedankenwelten sind es, die diesen Roman zu etwas Besonderem machen.

„Würden Sie lieber mehr lieben und dafür mehr leiden, oder weniger lieben und weniger leiden? Das ist, glaube ich, am Ende die einzig wahre Frage.“

Es handelt sich hierbei nicht um eine verklärte Schönwetter-Liebesgeschichte, sondern eine der Liebesgeschichten, die zum Nachdenken und Reflektieren anregen. Die nach und nach enthüllende Leere zwischen dem Paar lässt keine Hoffnung keimen. Am Ende erfahren wir eine resignierte Weltsicht, nüchtern und ohne Zukunftsvision oder Hoffnung. Und doch ist es nicht die Desillusionierung, die als Nachgeschmack dieses Buches zurück bleibt. Als Leser wird man Zeuge einer nicht einfachen Liebes- und Lebensgeschichte für die die Protagonisten zwar ihren Preis zahlen, vielleicht einen zu hohen, aber der es dennoch letztlich wert war, weil die Intensität ihres gleichen sucht.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass hier ein Autor wirklich viel vom Leben und von seinen Höhen und Tiefen versteht und dieses Wissen dem Leser zu vermitteln weiß. Mich hat dieses Hörbuch angenehm überrascht, da mich Liebesgeschichten in Romanen oftmals langweilen oder sogar nerven. Von Julian Barnes möchte ich künftig hingegen gern noch mehr lesen. Auch könnte ich mir bei diesem Buch vorstellen, dass es noch besser ist, wenn man es selbst liest anstatt es sich anzuhören. Denn dieses Buch bietet viele Gelegenheiten, die sich zum Innehalten und Nachdenken, zum Erinnern und Sätze auf der Zunge zergehen lassen anbieten. Darüber hinaus kann ich „Die einzige Geschichte“ Lesern empfehlen, die schon über eine gewisse Lebenserfahrung verfügen – also eher Menschen in Susans als in Pauls Altersgruppe.

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Julian Barnes
Die einzige Geschichte
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger
Sprecher: Frank Arnold
Spieldauer: 8 Stunden 48 Minuten
Ungekürztes Hörbuch
978-3-8398-1700-1
Preis: 24,95 € 
Erscheinungsdatum: 27.02.2019
Sprache: Deutsch
Anbieter: Argon Verlag

erLESENer Juni 2020

Im Lesemonat Juni war ich mutterseelenallein auf der Welt, fand internationale Sehenswürdigkeiten in Deuschland, langweilte mich beim lesen anstatt draußen zu sein, gewann die 10. Hungerspiele und hatte ein wundervolles Déjà-vu mit einer Geschichte.

 Bücherwelten – irgendwo zwischen Fantasie und Wirklichkeit.

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Mein Name ist Monster von Katie Hale
Eigentlich eine Endzeitgeschichte mit Potenzial, die aber irgendwann eine abstruse unglaubwürdige Wendung nimmt. Schade.

Hiergeblieben . 55 fantastische Reiseziele in Deutschland von Jens van Rooij
Das Buch macht gleich Lust die Fototasche zu packen und auf die Reise zu gehen.

Fräulein Draußen von Kathrin Heckmann
So richtig warm wurde ich mit diesem Buch nicht, aber den Blog von Fräulein Draußen kann ich inzwischen empfehlen.

Die Tribute von Panem X . Das Lied von Vogel und Schlange von Suzanne Collins
Wider erwarten eine gut gemachte Rückkehr in die Welt Panems zu einem jungen ‚Präsident‘ Snow und Hungerspielen, die fast noch in den Kinderschuhen stecken. Macht Lust darauf, auch die Trilogie nochmal zu lesen.

Der Freund von Sigrid Nunez
Im vergangenen Monat erst als Hörbuch genossen und jetzt auch als Buch geliebt. Für mich ein Lesehighlight!

Die Tribute von Panem X . Das Lied von Vogel und Schlange – Suzanne Collins

„Die Tribute von Panem“ waren für mich immer etwas Besonderes. Als zwischen 2009 und 2011 die Bücher in deutscher Übersetzung erschienen, waren meine Tochter und ich gleichermaßen von dem Klappentext und den ersten Leserstimmen dazu begeistert und setzten den ersten Teil der Reihe bei Lovelybooks auf unsere Wunschlisten. Und weil wir beide gern lesen, kam es, wie es kommen musste: Wir schenkten uns gegenseitig „Tödliche Spiele“, das erste Buch der Panem-Trilogie, zu Weihnachten. Die Lacher waren auf unserer Seite, aber wir machten das Beste aus der Situation. Eines der beiden Bücher wurde gegen den zweiten Teil umgetauscht und es wurde, wie seinerzeit schon bei Harry Potter, ein gemeinschaftliches Leseprojekt daraus. Wir waren begeistert. Mit dieser Reihe stellte ich fest, dass ich sehr gerne Dystopien lese, wodurch ich zu einigen Klassikern dieses Genres gelangte, aber auch neuere Bücher und Reihen fand. Selbst die Panem-Verfilmung mochte ich gern, auch wenn sie natürlich aus vorgenannten Gründen nicht an das herankommt, was ich mit den Büchern verbinde.

Dass nun ein neues Buch die Panem-Reihe ergänzen sollte, nahm ich einerseits freudig auf, andererseits aber auch sehr skeptisch. Was sollte dieses neue Buch noch für die Geschichte bringen, die meines Erachtens rund auserzählt war? War ein junger Präsident Snow, der spätere verachtenswerte Feind von Katniss und somit auch von mir als mitfiebernder Leserin, tatsächlich so interessant, dass ich ihn näher kennen lernen wollte? Und wie sollte dieses Buch es schaffen, die sicherlich überhöhten Erwartungen von mir eingefleischtem Panem-Fan nicht zu enttäuschen? Dinge, die für mich eigentlich gegen das Buch sprachen. Aber… die Neugier ließ mich einfach nicht los und weil ich gerade ein Guthaben bei Audible übrig hatte, entschied ich mich dafür, diese Geschichte als Hörbuch zu erfahren – auch weil ich es bei Nichtgefallen umtauschen konnte. Aber das war erfreulicherweise nicht nötig, denn die etwa 16 Stunden wurden hervorragend von Uve Teschner eingesprochen und auch die Geschichte wusste mich zu begeistern.

24_Die Tribute von Panem X

„Die Tribute von Panem X“ versetzt, wie der Titel schon verrät, in die Welt von Panem zu der Zeit der 10. Hungerspiele. ‚Präsident‘ Snow ist mit seinen 18 Jahren noch jung und lebt mit seiner Großmutter und seiner Cousine in eher ärmlichen Verhältnissen, weil sie durch den Krieg alles verloren haben. In der Hoffnung ein Stipendium zu erlangen, für ihn die einzige Möglichkeit studieren zu können, wird Coriolanus Snow Mentor bei den Hungerspielen. Ausgerechnet die relativ chancenlose Sängerin Lucy Gray aus dem unbeliebten Distrikt 12 wird ihm zugeteilt. Aber er wäre nicht Snow, wenn er nicht versuchen würde, seine Tributin mit allen Mitteln am Leben zu erhalten. Viel mehr mag ich an dieser Stelle gar nicht verraten, als das ich tatsächlich relativ schnell in die Geschichte reinfand und den Wechsel zwischen spannenden und etwas ruhigeren Abschnitten sehr genoss.

Nach den vielen Jahren Abwesenheit aus Panem fühlt es sich tatsächlich ein wenig so an, als kehrt man zurück an einen geliebten Ort, so paradox dies bei einer dystopischen Welt erscheinen mag. Aber recht bildhaft hatte ich beim Lesen noch die Trilogie im Kopf und erschloss mir mit diesem Buch die Vorgeschichte. Erlebte eine eher stümperhafte aber nichtsdestotrotz grausame Anfangsversion der Hungerspiele und erlas mir kleine Puzzlestücke, die wunderbar die Trilogie ergänzen und noch ein wenig runder machen.

Selbst mit dem ungeliebten Snow schaffte ich es zeitweise mitzufiebern und wundere mich noch jetzt über die Sympathie, die ich ihm entgegen bringen konnte. Aber ich wusste natürlich auch zu welchem Menschen er sich entwickeln würde und blieb ihm gegenüber beim Lesen skeptisch. Natürlich fand ich früh Indizien für seine Verabscheuungswürdigkeit, weil ich sie finden wollte und fühlte mich beinahe beruhigt, als ich sie unübersehbar bestätigt sah. Aber dieser Snow ist kein fader Schwarzweißcharakter und immer wieder gab es auch Überraschungen, die neben  Suzanne Collins gewohnt atmosphärischer Schreibweise dafür sorgten, dass ich dranblieb. Darüber hinaus gibt es noch eine niedliche Liebesgeschichte und übertrieben viele Liedtexte, die leider mit der Zeit ermüdend waren. Doch im Großen und Ganzen ist dieses Buch auf jeden Fall lesenswert und hat mich überwiegend gut unterhalten.

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Suzanne Collins
Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange
Sprecher: Uve Teschner
Spieldauer: 16 Stunden 34 Minuten
Ungekürztes Hörbuch
Preis: 9,95 € oder 1 Audible-Guthaben [Werbung]
Erscheinungsdatum: 19.05.2020
Sprache: Deutsch
Anbieter: Oetinger Media

Laufen – Isabel Bogdan

Die Zeit, in der ich mich früh morgens in meine Sportklamotten schwang um durch den Wald zu laufen, wird mir immer als wertvoll in Erinnerung bleiben. Aber es war für mich auch eine schwierige Zeit. Ich suchte im Laufen Linderung und Befreiung von der krankhaften überschüssigen Energie, die von mir Besitz ergriffen hatte und die ich irgendwie loswerden wollte. Leider so verzweifelt und krampfhaft, dass neben den positiven Erfahrungen, die mir das Laufen brachte, durch die dauerhafte Überbelastung bleibende Knieprobleme zurück blieben. Nichtsdestotrotz trauere ich der Zeit des regelmäßigen Laufens hinterher, habe im Walken, Nordic Walking, Wandern und nicht zuletzt bei meinem Crosstrainer versucht einen Ersatz dafür zu finden, aber es ist und bleibt einfach nicht das gleiche.

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Als ich erst kürzlich auf der Suche nach einem neuen Hörbuch war, stieß ich bei Spotify auf „Laufen“ von Isabel Bogdan und wollte mich von ihr ein Stück mitnehmen lassen, ohne zu wissen, worauf ich mich eigentlich dabei einließ. Und das war gut so, denn die Protagonistin läuft sich nach einem schweren Schicksalsschlag zurück ins Leben und man folgt dabei ihrem Gedankenstrom voller Assoziationen und Rückblicke. Hätte ich das im Vorfeld gewusst, hätte ich mich vielleicht vor endlos mäandernden Gedanken mit vielen Kommas und kaum vorhandenen Punkten gefürchtet, so konnte ich mich jedoch von dem Einfühlungsvermögen der Autorin gänzlich unvoreingenommen gefangen nehmen lassen und ihre Protagonistin als eine Frau erleben, die nach langer Zeit der Trauer wieder Mut fasst und ihren Lebenshunger und Humor zurückgewinnt. Ein echtes Highlight!

Erst schafft sie nur kleine Strecken, doch nach und nach werden Laufen und Leben wieder selbstverständlicher. Ich fühlte mich bei den authentischen Beschreibungen zurückversetzt in die Zeit, als ich selbst mit dem Laufen anfing. Dennoch ist dies kein Ratgeber, der einen zum Laufen bekehren möchte. Vielmehr lässt einen die Ich-Erzählerin an den Höhen und Tiefen teilhaben, die sie während dieses Sports erlebt. Schnell wird klar, dass es nicht nur um ein gesünderes oder gar leichteres Leben geht. Schritt für Schritt erobert sich die Erzählerin die Souveränität über ihr Leben zurück. Denn ihr Lebenspartner ist vor einem Jahr gestorben und sie weiß nicht wohin mit ihrer Trauer. Sie läuft sich die Grübelei weg. Ihre Gedanken beim Laufen sind sprunghaft. Es geht ums Seitenstechen, ums Wetter, die schrecklichen Schwiegereltern und immer auch um den Partner, den sie im Roman mit „Du“ anspricht und ihr Leben, das sie ohne ihn neu organisieren muss.

Je länger sie läuft, desto genauer wird das Bild dieser Frau und ihres Lebens. Sie ist Musikerin, ihr Partner war Automechaniker und kämpfte seit Jahren gegen Depressionen. Sein Tod war ein Selbstmord. Sie bleibt zurück und muss mit ihrem Wust an Gefühlen zurecht kommen. Da sind viel Trauer, Wut, Verständnislosigkeit, Selbstvorwürfe aber auch Lebensfreude, Liebevolles und Humor, ganz wunderbar auch stimmlich eingefangen und betont von Johanna Wokalek, die das Hörbuch eingesprochen und der Protagonistin die richtige Klangfarbe verliehen hat. Isabel Bogdan schenkt ihrer Protagonistin den Lauf zurück ins Leben. Und den Lesern und Hörern einen Roman darüber, wie es ist als Angehöriger mit einem depressiven Menschen zusammen zu leben und nach dessen Suizid voller Schmerz und Fassungslosigkeit zurück zu bleiben.

Aber trotz ernster Thematik ist „Laufen“ kein deprimierender Roman, sondern eher ein Plädoyer fürs Leben – ganz ohne Kitsch oder gute Ratschläge. Dafür aber mit herzlicher Ruppigkeit. Sehr empfehlenswert!

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Isabel Bogdan
Laufen
Sprecher: Johanna Wokalek
Spieldauer: 4 Stunden 48 Minuten
Ungekürztes Hörbuch
Preis: 19,95(4 CDs im Digifile)
Erscheinungsdatum: 12.09.2019
Sprache: Deutsch
Anbieter: Argon Hörbuch

Der Freund – Sigrid Nunez

Aufgefallen war mir das Buch bereits mehrfach auf Instagram und weil es ebenfalls lobend in einigen Literatursendungen erwähnt wurde. Als ich „Der Freund“ dann kürzlich bei Spotify als Hörbuch entdeckte, wollte ich eigentlich aus Neugier ’nur mal kurz reinhören‘ – außerdem war ich gerade in der Laune für eine ‚Tiergeschichte‘, denn dafür hielt ich dieses Werk von Sigrid Nunez eigentlich. Doch dann kam ich so schnell nicht mehr davon los, denn dieser Roman begeisterte mich auf mehreren Ebenen.

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Erwartet hatte ich eine unterhaltsame leicht skurrile Geschichte rund um eine Frau, die ein kleines Apartment in der Stadt bewohnt, wo Hundehaltung verboten ist und die nach dem Selbstmord ihres besten Freundes seine 80 kg schwere Dogge erbt. Aber dieser Roman enthält so vieles mehr. Denn geschrieben ist er aus der Sicht der Ich-Erzählerin, die ihren verstorbenen Freund immer wieder in der Du-Form anspricht und so auf ihre ganz eigene Art Trauerarbeit zu leisten scheint. Sie teilt ihm ihr Denken übers Leben und Sterben, über Hunde und Menschen und über Klatsch und Tratsch aus Literaturbetrieb mit, aus dem die beiden Autoren und Dozenten von Creative-Writing-Kursen stammten.

Es ist ein Buch, das für den Leser eine besondere Überraschung bereit hält, aber es ist auch bestimmt von Trauer und Verlust. Es hat etwas Rührendes, dass die um den Freund trauernde Frau mit dem ebenfalls trauernden Hund zusammen kommt. Aber es wird nicht zu rührselig, sondern auf zurückhaltende Weise amüsant, da die Ich-Erzählerin eine recht pragmatische Art im Umgang mit dem Tier hat und über einen leisen trockenen Humor verfügt. Auch ist es unterhaltsam ihren Gedanken und Ausführungen übers Lesen und übers Schreiben zu folgen. Dabei ist das Buch mit so vielen Literaturzitaten gespickt, dass es mir fast ein wenig zu viel wurde. Aber nur fast, denn eigentlich habe ich an dieser Stelle deutlich das große Manko gespürt, das das Hören gegenüber dem Lesen von Büchern hat. Dieser Roman zeigt sicherlich seine ganze Stärke, wenn man ihn in seinem eigenen Tempo liest und sich dabei so manchen Satz oder so manches Zitat genüsslich auf der Zunge zergehen lassen und überdenken kann. Denn das hat mir tatsächlich gefehlt, auch wenn dieses Hörbuch nicht nur stimmlich gut passend, sondern auch ansonsten hervorragend von Vera Teltz eingesprochen wurde.

Und so kann ich nicht umhin mir diesen Roman nun doch als Buch zuzulegen, um dann in Kürze den gedankenreichen Ausführungen der Autorin noch einmal ganz in Ruhe folgen zu können. Für mich schon jetzt ein Highlight!

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Der Freund
Sigrid Nunez
Aus dem Englischen von Anette Grube
Original: The Friend
Sprecher: Vera Telz
Spieldauer: 5 Stunden 22 Minuten
Ungekürztes Hörbuch
Preis: 14,99
Erscheinungsdatum: 07.04.2020
Sprache: Deutsch
Anbieter: Aufbau Audio