Kulinarische Weltreise: Indonesien

Indonesien ist eine Republik in Südostasien. Mit seinen über 270 Millionen Einwohnern ist Indonesien der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt sowie der weltgrößte Inselstaat. Indonesien zählt zum größten Teil zum asiatischen Kontinent, sein Landesteil auf der Insel Neuguinea gehört jedoch zum australischen Kontinent. Das Land verteilt sich auf insgesamt 17.508 Inseln. Auf der Insel Java lebt mehr als die Hälfte der Einwohner Indonesiens. Hier befindet sich auch Indonesiens Hauptstadt Jakarta mit ihren etwa zehn Millionen Einwohnern.

Wenn man an Indonesien denkt, denkt man oft gleich an Reisfelder- und Terassen, die sich über weite Gebiete erstrecken und das Landschaftsbild auszeichnen. Der dort angebaute Reis, ist aber nicht nur ein Blickfang und eine tolle Fotokulisse, sondern auch der Hauptbestandteil der indonesischen Küche. Daher durfte er bei unserer kulinarischen Weltreise natürlich nicht fehlen.

Jasminreis nach Packungsanweisung zubereiten und mit kleingehacktem Koriander bestreut servieren. Dazu gab es bei uns Rendaug (Rinder-Curry): 3 kleingehackte Knoblauchzehen, ein kleingehacktes Stück Ingwer (ca. 2 cm), 1 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Chilipulver, 1 TL kleingehacktes Zitronengras, 1 TL kleingehackter Koriander, 1 EL Curry mit reichlich Öl erhitzen. 500 g kleines Rindergulasch zugeben und kurz anbraten. 2 mittelgroße kleingeschnittene Zwiebeln zufügen. 1 TL Zucker, 1 EL Fischsauce und 400 ml Kokosmilch unterrühren. Ca. 2 Stunden köcheln lassen und gegebenenfalls noch etwas Wasser dazugeben. Mit Salz und Chili abschmecken.

Für die Saté-Spieße 400 g Hähchenbrust (oder ausgelöste Hähnchenkeule) würfeln. Mit Limonensaft, Salz, Chili und etwas Curry würzen. Auf 4 Zitronengrasstengel aufspießen und braten. Mit Erdnuss-Sauce übergießen. Für die Sauce 400 ml Kokosmilch, 100 ml Sweet-Chili-Sauce, 4 EL Erdnussbutter und einen Schuss Soja-Sauce etwas einkochen lassen.

Gereicht wird hierzu Bami-Goreng: 200 g Hähnchenbrust mit 3 EL Erdnussöl scharf anbraten und aus der Pfanne nehmen. 2 gehackte Knoblauchzehen, 1 EL Bami-Goreng-Gewürzmischung und 1/2 TL Chili in die Pfanne geben und mit dem restlichen in der Pfanne befindlichen Öl erhitzen. 4 kleingeschnittene Frühlingszwiebeln und eine handvoll kleingeschnittene Kaiserschoten zufügen. 150 g Nudeln (z. B. Mie-Nudeln) garen und dazu geben. Gut vermengen. 3 Eier unterrühren. 200 g Garnelen und einen guten Schuss süße Soja-Sauce dazu geben.

Als Dessert gönnten wir uns Dadar Gulung, gerollte Kokospfannkuchen, die klassisch mit Panan zubereitet werden. Die unscheinbaren schwertförmigen Pandan-Blätter überraschen mit einem süßen vanilleähnlichen Aroma mit feiner nussiger Note. Für die Füllung 250 g Kokosraspeln, 100 g Palmzucker, 1 Prise Zimt, 1 Prise Salz und 100 ml Wasser vermengen. Für die Pfannkuchen 300 g Reismehl, 2 Eier, 400 ml Kokosmilch und 10 Pandan-Blätter (mit 150 ml Wasser puriert) zu einem Teig vermengen. Mit etwas Öl dünne Pfannkuchen backen. Diese mit der Masse füllen, einrollen und kalt servieren.

Kulinarisch gereist sind wir wieder einmal zu viert und haben es uns dabei so richtig gut gehen gelassen. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen 🙂

Wo die Toten tanzen – Caitlin Doughty

Nicht einfach, dieses Buch zu beschreiben, das von einem Thema handelt, über das meist doch lieber nicht gesprochen wird. Dabei ist das endgültige Versagen aller lebenserhaltenden Funktionsabläufe – also der biologische Tod von Lebewesen – eigentlich etwas ganz Natürliches. Im 19. Jahrhundert hätte es niemanden verwundert, wenn ein Leichnam von den Verwandten für die Trauerfeierlichkeiten hergerichtet wurde – es wäre sogar befremdlich gewesen, wenn sie das nicht getan hätten. In beeindruckend kurzer Zeit ist jedoch die Bestattungsbranche entstanden und in vielen Industrieländern zur teuersten, kommerziellsten und bürokratischsten Art mit seinen Verstorbenen umzugehen geworden.

39_Wo die Toten tanzen

Aus genau dieser Branche kommt die amerikanische Bestatterin Caitlin Doughty. In den letzten Jahren reiste sie durch die Welt, um herauszufinden, welche Totenrituale in anderen Ländern praktiziert werden – unter anderem in Indonesien, Mexiko, Spanien, Japan, Bolivien und in verschiedenen Gegenden der USA. In dem Buch „Wo die Toten tanzen – Wie rund um die Welt gestorben und getrauert wird“ versucht sie zu zeigen, dass es keine reglementierte Art gibt, mit dem Tod zu ‚verfahren‘ oder ihn zu verstehen. Sie besucht in Indonesien einen Mann, der mit dem mumifizierten Körper seines Großvaters zusammenlebt. Verfolgt in Japan eine Zeremonie, bei der Angehörige die Knochen des Verstorbenen mit Stäbchen aus der Verbrennungsasche lesen. Und geht in Mexiko dem „Tag der Toten“ auf den Grund. Augenzwinkernd stellt sie Alternativen wie die Öko-Bestattung vor. Und hinterfragt, ob unsere westlichen Riten Raum zur angemessenen Trauer lassen.

„Ich glaube mittlerweile, dass die Vorzüge eines Totenbrauchs nicht auf Mathematik beruhen, sondern auf Emotionen, auf dem Glauben an die einzigartige Würde der jeweils eigenen Kultur. Das heißt, wir halten Totenrituale nur dann für primitiv, wenn sie nicht mit den unseren übereinstimmen.“ (S. 14)

Wenn man dies gleich zu Beginn des Buches für sich geklärt hat, herrscht die nötige Offenheit um kennenzulernen, wie in anderen Kulturen mit dem Tod und den Verstorbenen umgegangen wird. Die Konfrontation mit dem Tod ist nichts für schwache Nerven und manche Beschreibungen über Aussehen und den Umgang mit menschlichen Überresten verursachen mir beim Lesen ein flaues Gefühl im Magen. Tatsächlich hätte ich mir stellenweise eine weniger anschauliche Schilderung gewünscht, weil es mich doch schockiert hat. Nichtsdestotrotz ist die Thematik sehr interessant und auf ihre Weise bereichernd, da mein Umgang mit dem Tod bislang eher oberflächlicher Natur war. Ebenfalls für gelungen halte ich die zahlreichen Illustrationen von Landis Blair, die Aufbauten und Arrangements begleitend zum Text auf ansprechende und in gewisser Weise doch pietätvolle Art verbildlichen, wie es beispielsweise Fotografien nicht gekonnt hätten.

Gelegentlich ist mir die Ausdrucksweise jedoch zu flapsig und makaber, der Humor der amerikanischen Autorin zu gewollt. Doch das sind glücklicherweise nur kurze Sequenzen, denn sobald Caitlin Doughty wieder etwas sachlicher wird, lese ich gespannt und interessiert weiter.

„Wo die Toten tanzen“ ist kein Buch, das sich einfach so weglesen lässt. Zu oft vergleicht man mit eigenen Erfahrungen und Vorstellungen und wird mit dem Tod in einem Rahmen konfrontiert, der teilweise nur schwierig vorstellbar ist. Gleichzeitig entmystifiziert das Buch dieses Thema ein wenig und ist ein Plädoyer dafür, dem Tod wieder mit mehr Würde zu begegnen. Eine Empfehlung!

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Caitlin Doughty
Wo die Toten tanzen – Wie rund um die Welt gestorben und getrauert wird
Aus dem Amerikanischen von Klaus Timmermann und Ulrike Wasel
Mit Illustrationen von Landis Blair
Hardcover mit Schutzumschlag, 256 Seiten
ISBN: 978-3-89029-506-0
Preis: € 20,00 [D], € 20,60 [A]
Verlag: Malik
Erschienen:  02. September 2019

Das eBook wurde mir freundlicherweise vom Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.