erLESENer Januar

Im Lesemonat Januar dachte ich mit Altmann über das Leben nach, war mit meiner Erkrankung auf dem Prüfstand, schaute bei Fotos nochmal genauer hin, gruselte mich in Harmony Bay und war intolerant gegen Nanos oder vielleicht auch nicht 😉

Bücherwelten – vielfältig wie das Leben…

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Gebrauchsanweisung für das Leben von Andreas Altmann
Ein Buch, in dem ich die es mochte wenn Altmann übers Reisen erzählt, menschlich liegt mir der Autor jedoch eher nicht.

Ein gutes Leben und andere Probleme von Svenja Bunt / Sibylle Prins
Die Autorinnen geben in ihrem Buch als psychiatrie Erfahrene Tipps und Anregungen wie man trotz gesundheitlicher Probleme „ein gutes Leben“ führen kann. Empfehlenswert für psychiatrie Erfahrene!

Vom Alltäglichen zum Besonderen – Bilder auf den Punkt gebracht von Michael Jordan
Ein Buch für Fotografiebegeisterte, die anhand von unspektakulären Beispielen etwas über die Bildgestaltung und Bildbearbeitungsmöglichkeiten erfahren möchten.

Monster 1983 von Ivar Leon Menger
Ein gruseliges 1980er Jahre Hörspiel à la Stephen King, das mir auch aufgrund der vielen bekannten Synchronstimmen viel Spaß gemacht hat.

Nanos – Sie bestimmen was du denkst von Timo Leibig
Ein spannender aber insgesamt eher oberflächlichlicher Actionthriller bei dem die in den Lebensmitteln enthaltenen Nanos das Denken der deutschen Bevölkerung im Jahr 2028 manipulieren.

Ist das noch gut oder kann das weg?

Fragte ich mich kürzlich, als ich einen Blick auf den Teil meiner kleinen Büchersammlung warf, die sich mit Fotografie beschäftigt. 2011 entschied ich mich dazu, mir eine digitale Spiegelreflexkamera anzuschaffen, fand viele Informationen im Internet, folgte einigen Seiten intensiv, nahm gerne an Fotoprojekten teil, fotografierte kreuz und quer und las natürlich auch Bücher rund ums Thema Fotografie. Fotografieren ist dabei zu einem meiner liebsten Hobbies geworden und es vergeht kaum eine Woche, in der ich dieser Freizeitbeschäftigung nicht nachgehe. Aber ich habe mich in diesen Jahren weiter entwickelt, auch wenn ich weiß, dass da noch viel Luft nach oben ist. Die Kamera ist noch dieselbe, aber mein Wissenstand ist ein anderer und so nahm ich das 2009 erschienene Buch „Vom Alltäglichen zum Besonderen – Bilder auf den Punkt gebracht“ von Michael Jordan nun nach Jahren zum ersten Mal wieder zur Hand.

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Michael Jordan ist Fotografenmeister und Obermeister der Fotografeninnung Mittelrhein und war über 20 Jahre als Museumsfotograf in der Ausbildung tätig. Er fotografiert vor allem Menschen und ihn interessiert das Wesentliche. Aus diesem Grund ist seine Fotografie unspektakulär, aber auf ihre unauffällige Art substanziell, heißt es auf dem Klappentext.

Anhand von 48 ausgewählten Bildbeispielen zeigt er, dass weder außergewöhnliche Orte noch professionelle Modelle notwendig sind, um eindrucksvolle Bilder zu machen. Die Aufnahmen sind den Kapiteln Licht, Augenblick, Aufnahmetechnik und Bildbearbeitung zugeordnet. Zum Vergleich sind jeweils die unbearbeitete Version und die bearbeitete Aufnahme abgebildet. Der Autor erläutert die Aufnahmesituation und verrät, wie er das Bild analysiert und welche Schritte er unternommen hat, um das Bild fertigzustellen. Dabei ist es immer wieder interessant zu sehen, wie er beispielsweise das Bild zugeschnitten oder partiell geschärft, aufgehellt oder abgedunkelt hat, um eine bessere Bildwirkung zu erzielen.

Das Buch richtet sich an fortgeschrittene Leser, die mit ihrer Kamera, mit Bildbearbeitungsprogrammen und den Begrifflichkeiten rund um die Fotografie vertraut sind. Die gelegentlich erwähnte NIK-Filter-Kollektion ist nicht mehr verfügbar und die hier verwendete Photoshop-Version (CS 4) veraltet, aber die grundsätzliche Bildbearbeitung beispielsweise mit der Tonwertkorrektur, funktioniert ja auch damals wie heute, sieht halt nur jetzt ein wenig moderner aus. Da hier keine detaillierten Einzelheiten genannt werden, sondern nur grob erwähnt wird, womit welcher Effekt erzielt wurde, ist es nicht unbedingt störend, dass das Buch auf keinem aktuellen Stand ist. Der Fokus liegt eher auf der Bildanalyse und dafür spielen die später verwendeten Programme erstmal keine entscheidende Rolle.

Aber weil die Fotografie halt auch etwas sehr Subjektives ist, gefällt mir Manches und Anderes eher nicht. Auch ertappe ich mich beim Lesen und Anschauen gelegentlich dabei, dass ich anders als Jordan analysiere und einige der Bilder auf eine andere Weise entwickeln, beziehungsweise bearbeiten würde. Das steht mir als Laie natürlich frei, aber es überrascht mich auch, weil mir nicht bewusst war, dass ich im Laufe der Jahre wohl eigene Vorlieben entwickelt habe, auch wenn diese nicht derart spezifizierbar sind, dass ich sie als einen persönlichen Stil bezeichnen würde. Das Buch hat mir zwar diese Erkenntnis gebracht, aber der Inhalt – auch wenn ich ihn nicht schlecht finde –  bringt mich bei meinem jetzigen Stand tatsächlich nicht weiter und beherbergt auch keine Informationen, auf die ich später vielleicht nochmal zurückgreifen möchte. Ich könnte mir vorstellen, dass es die Sensibilität für Bilddetails beim Leser schärft und mir vielleicht diesbezüglich vor Jahren auch hilfreiche Ansichten vermitteln konnte. Aber zum jetzigen Zeitpunkt werde ich es tatsächlich aussortieren.

-> Blick ins Buch (Werbung)

Michael Jordan
Vom Alltäglichen zum Besonderen
Bilder auf den Punkt gebracht
Broschiert, 240 Seiten
ISBN: 978-3827328182
Nur noch gebraucht erhältlich
Verlag: Addison-Wesley
Erschienen: 1. September 2009