erLESENer März

Im Lesemonat März fand ich mit Dr. David Hunter Leichen und Leichenteile in den Backwaters, übte mich mit den Scythe und angehenden Scythe in der Kunst des Nachlesens und sah Stephan Wiesner dabei über die Schulter, wie er einiges Rund ums Thema Fotografie ausprobierte.

Und dann gibt es da noch auf meinem eReader einen angefangenen Roman, der mich mehr mitnimmt als mir lieb ist, der es stellenweise schafft mich zu faszinieren und mich gleichzeitig anwidert, mich nervt und mich nach gelesenen knapp einhundert (von insgesamt dreihundert) Seiten bereits mehrfach in diesem Monat an meine Schmerzgrenze gebracht hat. Der Roman hemmt mich in meiner Lesefreude und lässt mich oft andere Dinge tun, als zu lesen. Aber irgendetwas hat dieses Buch, dass ich es einfach noch nicht abbrechen kann, ihm immer wieder eine neue Chance gebe und den „richtigen“ Zeitpunkt abwarte, um weiter zu lesen. Dabei habe ich nicht den Eindruck, dass es am Ende eines der Bücher werden könnte, das sich gelohnt haben könnte zu lesen – und dennoch…

Bücherwelten, manchmal enorm strapaziös…

03_erLESENer

Totenfang von Simon Beckett
Das fünfte Buch aus der David Hunter Reihe in bewährter Qualität. Für Fans ein Muss- und ich bin einer 🙂

Die Hüter des Todes . Scythe 1 von Neal Shusterman
Eine großartige Jugendbuchdystopie, die ich als Hörbuch genoss und von der ich mir unbedingt auch die Fortsetzung anhören werde.

Nicht glauben, ausprobieren! von Stephan Wiesner
Stephan Wiesner beschreibt die fünf Jahre, in denen er seinen YouTube-Kanal startet und von der Informatik immer mehr hin zum Schreiben, Reisen und Fotografieren findet. Interessante und unterhaltsame Zusatzinfos für fotografiebegeisterte Zuschauer.

Nicht glauben, ausprobieren! – Stephan Wiesner

Irgendwann, vor etwa ein bis zwei Jahren, entdeckte ich Stephan Wiesners Youtube-Kanal [Werbung] und war schon recht bald begeistert davon, wie er vieles Rund ums Thema Fotografie erklärt oder auch den Zuschauer mit auf seine Fototouren in die Bergwelt mitnimmt. Im vergangenen Jahr arbeitete ich sein Buch über Landschaftsfotografie durch und freute mich, dass ich darin noch so einiges für mich entdecken konnte.

10_Nicht glauben, ausprobieren

In „Nicht glauben, ausprobieren!“ beschreibt er die fünf Jahre, in denen er seinen YouTube-Kanal startet und sich aus seiner Lebenskrise heraus allmählich weiter entwickelt. Sein beruflicher Weg führt immer weiter weg von der Informatik und immer mehr hin zum Schreiben, Reisen und Fotografieren.

„Sobald ich durch den Sucher schaue, bin ich nur noch im Hier und jetzt. Es ist wie beim Spielen früher als Kind oder beim Klettern. Ich bin nur noch im Augenblick, im Flow. Alle Sorgen sind verschwunden. Wahrscheinlich ist es dieses Gefühl, das andere in Drogen suchen.“ (S. 27)

Und ganz ähnlich wie auch schon in seinen Videos, schafft er es mit seiner unaufgeregten authentischen Art mich zu begeistern und stellenweise auch mitzureißen. Vieles, über das er schreibt, ist mir aus seinen Videos bekannt und ich habe gleich die passenden Bilder vor Augen. Aber ich erfahre auch mehr über die Schwierigkeiten und den teilweise großen Aufwand, der für das Filmen mancher Sequenzen oder für das Fotografieren in der Bergwelt notwendig war.

Gleichzeitig gewährt er einen kleinen Einblick hinter die Kulissen seiner Social Media Kanäle und in sein Privatleben. Von letzterem allerdings doch eher zurückhaltend und etwas Anderes hätte auch zu Stephan Wiesner nicht gepasst, der in diesem Buch selbstreflektiert, kritisch und durchaus sympathisch zurückblickt. Und wie der Buchtitel schon verrät, hat auch Stephan Wiesner viel ausprobiert und ist teilweise Risiken eingegangen, aber er zeigt auch, dass sich das lohnen und zu einem erfüllteren Leben führen kann. Wer jedoch einen Ratgeber erwartet, bei dem es um das Thema „Burnout“ geht oder der dort hinaushelfen soll, wie es der Untertitel „Vom Burnout zum Traumberuf“ vermuten lassen könnte, der dürfte hier allerdings enttäuscht werden. Fotografiebegeisterten Menschen, denen auch die YouTube-Videos und Tutorials von Stephan Wiesner gefallen, kann ich das Buch hingegen als Lektüre für zwischendurch empfehlen.

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Stephan Wiesner
Nicht glauben, ausprobieren!
Taschenbuch, 298 Seiten
ISBN: 978-1977031938
Preis: 15,99 [D]
Verlag: Independently published
Erschienen: 22.03.2018