Frisch auf dem Buchmarkt: September 2021

In den Verlagsvorschauen gibt es für den September einiges zu entdecken. Unter anderem wird die Frage gestellt, ob wir uns dumm essen; es kreuzen sich die Lebenswege von vier Menschen auf Madagaskar; die Frau eines Rentners steht eines Morgens nicht mehr auf; die 23-jährige Annie will im Frankreich der 1960er Jahre ihr Kind nicht bekommen; Hermann Hesse meint, dass man mit der Reife immer jünger wird; Pascale Hugues schaut, was aus den Mädchen geworden ist, die 1968 in ihr Poesiealbum schrieben; der Buchhändler Martin Latham berichtet vom Glück zu lesen; der Fotograf Michael Martin betrachtet die Welt durch den Sucher; geht es mit Elke Heidenreich und den Büchern von Frauen durchs Leben; schreibt Bei Dao über eine Jugend in Peking; gibt es ein unvergessliches Memoir über die Freundschaft zwischen einer einzelgängerischen Biologin und einem wilden Fuchs zu lesen; entführt Frank Berzbach in die magische Welt der Bücher und Büchermenschen und entschleiert Yasmine Mohammed stellvertretend für so viele andere Frauen das Leben in radikal-islamischen Familien.

Aber schaut selbst, vielleicht ist ja auch für euch etwas Interessantes dabei:

01.09.2021: Dumm gegessen!: Wie uns die Nahrungsindustrie um den Verstand bringt [Werbung] von Hans-Ulrich Grimm: Was haben Tiefkühlpizza, Superfood und Vegetarismus/Veganismus mit Demenz und Alzheimer zu tun? In seinem aktuellen Sachbuch beschreibt Deutschlands führender Nahrungskritiker, wie unsere Nahrungsmittel und die Art unserer Ernährung die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns herabsetzen. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Das menschliche Gehirn schrumpft – es ist heute weniger leistungsfähig und altert schneller als in früheren Zeiten. Damit steigt die Gefahr, an Alzheimer und Demenz zu erkranken. Der entscheidende Grund dafür ist unsere Ernährung, sagt der Nahrungskritiker Hans-Ulrich Grimm. Und zwar nicht nur die klassische Ernährung. Auch Vegetarismus und Veganismus schaden langfristig unserem Gehirn.
Hans-Ulrich Grimm zeigt, warum das so ist und in welchen Nahrungsmitteln die Gefahren lauern. Er weiß, welche Ernährung wir brauchen, um bis ins hohe Alter ein fittes Gehirn nutzen zu können, und er sagt uns auch, welche Rolle Superfood dabei spielt – Hans-Ulrich Grimms Weckruf ist aktive Gesundheitsvorsorge für unser Gehirn durch praktisches Ernährungs-Wissen. Sein Credo: Alzheimer und Demenz sind kein Schicksal! Wir haben es selbst in der Hand, wie sich unser Gehirn entwickelt!

01.09.2021: Die Wiederentdeckung des Glücks [Werbung] von Antonia Michaelis: Können wir Glück recyceln? Ebenso poetisch wie eindringlich erzählt Antonia Michaelisʼ Gesellschaftsroman von vier Menschen, deren Lebenswege sich auf Madagaskar immer wieder kreuzen, und die einander den Mut geben, Grenzen zu überschreiten und ihre Fesseln abzustreifen. Kleider, Flaschen, Schuhe – alles kann man recyceln. Warum nicht auch das Glück? Einst war Madagaskar ein Paradies, heute ist die Insel vor der Küste Afrikas fast komplett abgeholzt und bettelarm – und lebt vom Recycling. Vielleicht webt das Schicksal deshalb genau hier vier Lebenswege ineinander, um am Ende ihre Ketten zu sprengen? Da ist der Straßenjunge Biscuit, der sich einfach weigert, seine Träume aufzugeben. Da ist die junge Maribelle, die nie gelernt hat, Träume zu haben – bis sie die Kraft ihres Willens entdeckt. Und da sind Terje und seine Tochter Nora aus Deutschland, die gleich zwei Mal alles in Bewegung setzen werden. Antonia Michaelis hat selbst einige Zeit auf Madagaskar gelebt. Mit »Die Wiederentdeckung des Glücks« hat die preisgekrönte Autorin einen lebensklugen, tief bewegenden Gesellschaftsroman über Empowerment geschrieben, der noch lange im Gedächtnis bleibt.

09.09.2021: Barbara stirbt nicht [Werbung] von Alina Bronsky: Walter Schmidt ist ein Mann alter Schule: Er hat die Rente erreicht, ohne zu wissen, wie man sich eine Tütensuppe macht und ohne jemals einen Staubsauger bedient zu haben. Schließlich war da immer seine Ehefrau Barbara. Doch die steht eines Morgens nicht mehr auf. Und von da an wird alles anders. Mit bitterbösem Witz und großer Warmherzigkeit zugleich erzählt Alina Bronsky, wie sich der unnahbare Walter Schmidt am Ende seines Lebens plötzlich neu erfinden muss: als Pflegekraft, als Hausmann und fürsorglicher Partner, der er nie gewesen ist in all den gemeinsamen Jahren mit Barbara. Und natürlich geht nicht nur in der Küche alles schief. Doch dann entdeckt Walter den Fernsehkoch Medinski und dessen Facebook-Seite, auf der er schon bald nicht nur Schritt-für-Schritt-Anleitungen findet, sondern auch unverhofften Beistand. Nach und nach beginnt Walters raue Fassade zu bröckeln – und mit ihr die alten Gewissheiten über sein Leben und seine Familie. »Barbara stirbt nicht« ist das urkomische Porträt einer Ehe, deren jahrzehntelange Routinen mit einem Schlag außer Kraft gesetzt werden, und ein berührender Roman über die Chancen eines unfreiwilligen Neuanfangs. »Barbara war perfekt, dachte er überrascht. Natürlich gab es auf der Welt noch mehr alte Frauen, schon wegen der Statistik, aber Herr Schmidt hatte sie alle gesehen: kein Vergleich zu Barbara.«

12.09.2021: Das Ereignis [Werbung] von Annie Ernaux: Oktober 1963: Die 23-jährige Annie entdeckt, dass sie schwanger ist. Die Studentin aus bescheidenen Verhältnissen weiß: Wenn sie ein uneheliches Kind zur Welt bringt, wird sie alles verlieren. Das hart erkämpfte Universitätsstudium, die Hoffnung, dem engen, prekären Milieu der Eltern zu entkommen. Sie ist entschlossen, die Schwangerschaft zu beenden, aber im Frankreich der 1960er Jahre ist Abtreiben illegal, und so beginnt für die junge Frau ein Spießrutenlauf, der sie von der Praxis eines überheblichen Arztes, ins Hinterzimmer einer zweifelhaften Engelmacherin führt und schließlich in der Notaufnahme endet. Voller Scham versucht Annie, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen, und begegnet dabei überall erschreckender Gleichgültigkeit. Wie ist es, wenn man als Frau abtreiben will und es nicht darf? Mit schonungsloser Offenheit erzählt Annie Ernaux von ihrem eigenen Schwangerschaftsabbruch. Und von den Demütigungen, Verletzungen und Stigmatisierungen, die sie dabei erleiden musste – und die bis heute nachhallen.

12.09.2021: Mit der Reife wird man immer jünger: Betrachtungen und Gedichte über das Alter [Werbung] von Hermann Hesse: Hermann Hesse gehört zu den Autoren, die das Glück hatten, alle Lebensstufen auf charakteristische Weise erfahren und darstellen zu können. Zu den schönsten dieser Schilderungen gehören seine Betrachtungen über das Alter, über die Lebensjahre, wo Wirklichkeit und Umwelt eine spielerische Surrealität gewinnen, wo die Erinnerung an die Vergangenheit im Verhältnis zur Gegenwart an Realität zunimmt. Diese Zeit des Übergangs reaktiviert als Ausgleich zu den wachsenden körperlichen Gebrechen »den Schatz an Bildern, die man nach seinem langen Leben im Gedächtnis trägt und denen man sich mit dem Schwinden der Aktivität mit ganz anderer Teilnahme zuwendet als je zuvor. Menschengestalten, die nicht mehr auf Erden sind, leben in uns weiter, leisten uns Gesellschaft und blicken uns aus lebenden Augen an.« 

14.09.2021: Mädchenschule: Portrait einer Frauengeneration [Werbung] von Pascale Hugues: Zwölf Mädchen. Sie alle schreiben 1968 in das Poesiealbum von Pascale Hugues. Die Adjektive, mit denen sie dichten, lauten klein, süß, bescheiden. Niemals stolz, mutig, ehrgeizig. Diese Eigenschaften sind nur für Männer vorgesehen. 50 Jahre später macht sich Pascale Hugues auf die Suche nach diesen Mädchen, erzählt von ihren Leben als Frauen. Und porträtiert eine Generation: Zu jung für die Revolution von 1968, nutzen sie die Pille, die Abtreibung, die einvernehmliche Scheidung, das Recht, in Hosen ins Büro zu gehen und ein Gehalt zu bekommen, ohne ihren Mann um Erlaubnis zu fragen – all diese Errungenschaften, für die Generationen vor ihnen gekämpft haben. Jede von ihnen hat versucht, dem Frauenbild zu entkommen, das sich so deutlich in dem kleinen Poesiealbum widerspiegelt. Aber alle spüren, dass die unsichtbare Macht dieser Rollenzuschreibungen bis heute wirkt. Pascale Hugues reflektiert mit großer stilistischer Eleganz, wie die ihnen eingeschriebenen Eigenschaften Frauen ein Leben lang begleiten.

17.09.2021: Vom Glück zu lesen: Über Bücher, Schriftsteller und meine Buchhandlung in Canterbury [Werbung] von Martin Latham: Ob Trost oder Erkenntnis, ob Reisen in andere Welten oder Analysen unserer Realität – Bücher bieten all das und noch viel mehr. Wir tragen sie überall mit uns herum und behalten die wichtigen Lektüren unseres Lebens für immer in unseren Herzen. Wir atmen den Geruch ihrer Seiten ein, kritzeln etwas hinein und schützen sie vor Bücherdieben und Badewasser. Dieser lebenslangen Liebe widmet sich der Buchhändler Martin Latham in diesem inspirierenden Buch. Er erzählt von Schmugglern, Bibliothekaren, pantagruelischen Mönchen, besessenen Sammlern und den Rolling Stones. Wir erfahren, welches Buch Marilyn Monroe verehrte, dass Napoleon bei jeder Schlacht Goethes Werther mit sich trug und natürlich auch von Martin Lathams Erlebnissen in seiner Buchhandlung in Canterbury.

22.09.2021: Die Welt im Sucher: Abenteuer eines Fotografen [Werbung] von Michael Martin: Als Michael Martin fünfzehn Jahre alt war, hielt er seinen ersten öffentlichen Vortrag. Acht Zuschauer kamen – und bescherten dem jungen Hobbyastronomen das erste selbst verdiente Geld. Seither hat Michael Martin über hundert Länder bereist und füllt längst die großen Säle – die Leidenschaft für das Abenteuer und die Fotografie aber ist geblieben. Wo er als Teenager mit Kamera und Fernrohr nach Sternbildern suchte, in die Alpen radelte und mit dem Mofa nach Marokko fuhr, unternimmt er heute weltweite Expeditionen, welche die Vielfalt der Landschaften auf der Erde zeigen: Wüsten und Eisregionen, Regenwälder, Vulkane, Steppen und Savannen, den Südpazifik und das Nordpolarmeer. In den über vier Jahrzehnten seiner fotografischen Tätigkeit hat sich viel verändert: vor, in und hinter der Kamera. Vor der Kamera werden die Folgen des ökonomischen Fortschritts und des Klimawandels weltweit immer offensichtlicher, und es fand ein rasanter sozialer und kultureller Wandel statt. Technische Neuerungen in der Kamera – vom rein mechanischen Fotoapparat bis hin zur fliegenden Hightech-Drohne, von empfindlichen Diafilmen zu hochauflösenden Sensoren – forderten Michael Martin immer wieder neu, eröffneten ihm aber auch bis dahin ungeahnte Möglichkeiten. Auch hinter der Kamera stand die Welt nicht still. Für einen Profifotografen ist die Arbeit mit dem Drücken des Auslösers längst nicht getan, denn die Bilder müssen ihren Weg zum Publikum finden. Und auf diesem Weg hat sich ebenfalls einiges geändert. Die Bearbeitung von analogen und digitalen Bildern unterscheidet sich fundamental, aus Diavorträgen wurden Multivisionsshows, Bücher, Kalender und Ausstellungen stehen heute im Wettbewerb zu Instagram. Michael Martins Wissen und Leidenschaft, seine persönlichen Erfahrungen und spannenden Geschichten machen das Buch zu einem Muss für Fotografieliebhaber und Reisende.

24.09.2021: Hier geht’s lang!: Mit Büchern von Frauen durchs Leben [Werbung] von Elke Heidenreich: Es waren Bücher von Frauen, die Elke Heidenreich geprägt haben, von frühester Jugend an. Später machte sie das Reden und Schreiben über Bücher zu ihrem Beruf. Und wurde, wie sie heute ist, durch Bücher: Denn Lektüre und Persönlichkeitsentfaltung bedingen einander, das Lesen durchdringt das Leben. Bücher von Frauen gaben ihr das Rüstzeug für alles, was sie heute macht, für die lebenslange Freude an Auseinandersetzungen, schwierigen Lektüren, am immer Weitermachen. Lesen macht glücklich und ist der rote Faden im Leben der Elke Heidenreich. Sie schreibt dieses Buch, um nachzuvollziehen, wie Bücher von Frauen uns zu dem machen, was wir sind, um zu verstehen, was Literatur bedeutet, und um ihren Leserinnen Anregungen zum eigenen Lesen und Leben zu geben.

27.09.2021: Das Stadttor geht auf: Eine Jugend in Peking [Werbung] von Bei Dao: Ein weltberühmter Dichter erinnert sich an seine Kindheit und Jugend in Peking: „Bei Daos Leben und Werk sind der Inbegriff der Dichtung: zeitlos schimmernd.“ Ocean Vuong. Der weltberühmte Dichter Bei Dao, der nach Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens des Landes verwiesen wurde, erinnert sich: an seine Kindheit in Peking und seine turbulente Jugend während der Kulturrevolution, an die berauschende und festliche Stimmung dieser Zeit, an die Roten Garden, denen er sich als Siebzehnjähriger anschloss. Das intim Familiäre und das lärmend Politische, die Begeisterung und die Ernüchterung, das Feiern, auf das die Hungersnot folgt: All dies erzählt Bei Dao in seinem einzigartigen Erinnerungsbuch, in dem er seine verlorene Stadt mit all ihren Empfindungen, Gerüchen und Geräuschen aufleben lässt, „um das Peking von heute zu widerlegen.“

29.09.2021: Fuchs und ich: Die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft [Werbung] von Catherine Raven: Ein unvergessliches Memoir über die Freundschaft zwischen einer einzelgängerischen Biologin und einem wilden Fuchs, die uns die Welt mit anderen Augen sehen lässt. Als sich Catherine Raven in der rauen, unberührten Landschaft Montanas eine kleine Hütte mit einem blauen Dach baut, ist ihre Isolation komplett. Ihre Gesellschaft ist die Natur, die verblüffend lebendige Tier- und Pflanzenwelt, mit der sie ihr Land teilt: eine Schwarze Witwe in der Garage, rebellische Wühlmäuse, eine matriarchalische Elster und ein Wacholder namens Tonic. Eines Tages bemerkt sie einen wilden Fuchs, der jeden Nachmittag um 16.15 Uhr auf ihrem Grundstück erscheint. Entgegen allen wissenschaftlichen Gepflogenheiten beginnt sie, ihm aus »Der kleine Prinz« vorzulesen. Durch das Prisma dieser außergewöhnlichen Freundschaft stellt Raven sich den großen Fragen: Wo ist unser Platz in der Welt? Können wir im Gleichgewicht mit der Natur leben? Was unterscheidet Wildnis und Zivilisation? Was Isolation und Einsamkeit? Der einzigartige »New York Times«-Bestseller über den Zauber der Natur und die heilsame Kraft der Freundschaft.

30.09.2021: Die Kunst zu lesen: Ein Literaturverführer [Werbung] von Frank Berzbach: Lesend reisen wir vom fernen Japan bis in die hessische Provinz. Lesend fühlen wir uns in andere Menschen ein. Lesend treten wir in Resonanz mit der Welt. In diesem Literaturverführer begleiten wir Frank Berzbach durch die Lektüren, die ihn geprägt haben. Und wir ertappen uns auf jeder Seite dabei, selbst ins Schwelgen, Erinnern und Sehnen zu kommen. Frei von Bildungsdünkel, faszinierend und mitreißend, entführt uns Frank Berzbach in die magische Welt der Bücher und Büchermenschen. Ein Buch zum Selbstlesen und Verschenken.

30.09.2021: Entschleiert: Mein Ausbruch aus meiner radikal-islamischen Familie, mein Weg in die Freiheit [Werbung] von Yasmine Mohammed: Yasmines Leben ist stellvertretend für so viele andere Frauen in radikal-islamischen Familien: Sie lebt in Kanada, einer westlichen Gesellschaft, doch zu Hause erlebt die intelligente, selbstbewusste junge Frau Entrechtung, Gewalt und religiösen Terror, vor allem durch ihren Stiefvater, einen hochrangigen Al-Quaida-Funktionär. Als er noch dazu übergriffig wird, klagt Yasmine ihn an, doch das Unfassbare geschieht: die Richterin lehnt die Klage wegen „kultureller Unterschiede“ ab. Was muss passieren, damit Frauen wie Yasmine beschützt werden?

Frisch auf dem Buchmarkt: August 2021

Im August gibt es einige Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt zu entdecken, die das Leseherz höher schlagen lassen. Aufgefallen ist mir Gesa Neitzel, die sich während ihrer Ausbildung zum Safari-Guide nicht nur in Afrika verliebt; Gifty, die mit schmerzhaften Kindheitserinnerungen zu kämpfen hat, weil ihr Vater in seine Heimat Ghana zurückkehrte; eine Sammlung, die vom Glück wunderbarer Lesestunden und von Büchern, die ein Leben verändern können erzählt; eine Geschichte, in der die gesamte Menschheit, bis auf einen verhinderten Selbstmörder ausgelöscht wird; eine außergewöhnliche Freundschaft, die zwischen Paris, Patagonien, Buenos Aires und New York spielt; eine Sammlung von Geschichten über das heutige Leben in China; eine Tiefbauingenieurin, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit Putzjobs zu überleben versucht; Pamela Spitz, die mit Anfang Vierzig erfährt, dass sie Morbus Parkinson hat und lernt wahrhaft im Moment zu leben; die Rajah, die hundertachtzig Frauen, die in England für kleinere Straftaten verurteilt wurden, nach Tasmanien bringen soll; ein idealistisches Zoologenpaar, das sich ein Leben in der Einsamkeit der westrussischen Wälder aufbauen wollte; Rüdiger Safranski, der fragt wie wir damit zurecht kommen, auf uns allein gestellt zu sein; ein nigerianisches Mädchen, das darum kämpft zur Schule gehen zu dürfen und die Frage was wohl wäre, wenn wir in entscheidenden Momenten des Lebens eine andere Wahl getroffen hätten.

Aber schaut selbst, vielleicht ist ja auch für euch etwas Interessantes dabei:

02.08.2021: Löwenherzen: Zwei unterwegs in Afrika von Gesa Neitzel: Gesa Neitzel hat sich während ihrer Ausbildung zum Safari-Guide verliebt – nicht nur in Ranger Frank, sondern auch in den afrikanischen Kontinent, mit all seinen Facetten, Farben und Herausforderungen. Das junge Paar begibt sich auf einen faszinierenden wie waghalsigen Roadtrip quer durchs südliche Afrika: Botswana, Namibia und Sambia. Sie schlafen in einem kleinen Dachzelt auf dem klapprigen Land Rover, begegnen Flusspferden in wackeligen Kanus, Wüstenlöwen beim Reifenwechsel und immer wieder der Frage nach der gemeinsamen Zukunft. Ein Abenteuer im wahren wilden Afrika.

13.08.2021: Ein erhabenes Königreich von Yaa Gyasi: Mit dem Auftauchen ihrer Mutter, die sich ins Bett legt und auf nichts mehr reagiert, kehren in Gifty die schmerzhaftesten Kindheitserinnerungen zurück: das Verschwinden des Vaters, der in seine Heimat Ghana zurückging, der Tod des geliebten Bruders und die Depression der Mutter angesichts dieser Verluste. Ihre Familiengeschichte hat dazu geführt, dass Gifty als erwachsene Frau ihren Glauben gegen die Neurowissenschaften eingetauscht hat. Sie ist davon überzeugt, dass sich Depression und Abhängigkeit, und damit Trauer und Leid, durch entsprechende Behandlung verhindern lassen. Doch die Angst um ihre Mutter, die fest verankert in ihrer Religion stets allen Schwierigkeiten im weißen Amerika gewachsen war, lässt Gifty an beidem zweifeln: Kann nur die unbestechliche, aber seelenlose Wissenschaft ihr die Mutter zurückbringen oder gelingt das allein den herzerwärmenden Erlösungsversprechen der Kirche? Die bewegende Geschichte einer Familie, exemplarisch für die vom Rassismus geprägte amerikanische Gesellschaft.

16.08.2021: Lektüre zwischen den Jahren: Tage des Lesens von Gesine Dammel: »Es gibt vielleicht keine Tage unserer Kindheit, die wir so voll erlebt haben wie jene …, die wir mit einem Lieblingsbuch verbracht haben«, heißt es bei Marcel Proust. Bücher begleiten uns durchs Leben. Als Kinder sind wir fasziniert von den fremden Welten und fernen Ländern, in die Bücher uns entführen, und von den ungeahnten Abenteuern, die sie für uns bereithalten. Eine Faszination, die ein Leben lang hält. Was gibt es Schöneres und Entspannenderes, als sich mit einem Lieblingsbuch zurückzuziehen, wenn es draußen stürmt, schneit oder regnet? Den Alltag, einmal hinter sich zu lassen und neue Lebenswelten kennenzulernen – und ganz nebenbei auch sich selbst: denn »vielleicht gehört es überhaupt zum Genuss des Lesens, dass man den Reichtum seiner eigenen Gedanken entdeckt«. (Max Frisch) Vom Glück wunderbarer Lesestunden und von Büchern, die ein Leben verändern können, erzählen die hier versammelten Autorinnen und Autoren: Marcel Proust, Hanns-Josef Ortheil, Wilhelm Schmidt, Erling Kagge, Penelope Fitzgerald, Eva Demski, Ulrike Draesner u.v.a.

16.08.2021: Dissipatio humani generis von Guido Morselli: Am 2. Juni um 2 Uhr morgens verschwindet die gesamte Menschheit, lautlos und ohne Spuren zu hinterlassen. Zurück bleiben die Sachen und die Tiere, die sich schon bald mit wachsender Furchtlosigkeit hervorwagen, um die Erde wieder in ihren Besitz zu nehmen. Übriggeblieben ist außerdem: ein einziger Mensch, ein Einzelgänger, der mit der Welt nicht zurechtkam und sich in ebendieser Nacht das Leben nehmen wollte. In einer paradoxen Umkehrung wird der verhinderte Selbstmörder nun zum einzigen Repräsentanten menschlichen Lebens, zur Menschheit schlechthin. Offen bleibt dabei die Frage, ob er, der einzig verschont Gebliebene, ein Auserwählter oder ein Verdammter ist. Geschrieben kurz vor dem Freitod des Autors, ist Dissipatio ein visionäres Porträt unserer heutigen Zeit, ein philosophisches Vermächtnis und das Testament eines großen italienischen Solitärs.

16.08.2021: Flucht nach Patagonien von Jana Revedin: „Ich liebe Anfänge. Anfänge erfüllen uns mit Erstaunen.“ Eugenia Errázuriz Februar 1937: Eugenia Errázuriz, die einflussreichste Kunstmäzenin der Pariser Moderne, hat die Karrieren von Coco Chanel, Pablo Picasso und Blaise Cendrars gefördert. Jetzt lädt sie den jungen jüdischen Innenarchitekten Jean-Michel Frank auf eine Reise nach Patagonien ein. Sie hat ihr gesamtes Vermögen in den Bau des ersten Grandhotels der Anden investiert, das ihn weltweit bekannt machen soll. In Wahrheit ist dieses Projekt am südlichsten Ende der Erde aber ihre gemeinsame Flucht aus Europa, das sie von Hitler und dem Nationalsozialismus bedroht sieht. Jana Revedin erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Paris, Patagonien, Buenos Aires und New York.

16.08.2021: Ist es nicht schön hier von Te-Ping Chen: Ein großartiges Debut über das Leben in China heute – von einer spektakulären neuen Stimme »Ein leuchtendes Debüt. Fängt die unterschiedlichsten Leben in China heute ein.« Harper’s Bazaar »Spektakulär geschrieben, zeigt meisterhaft die Schönheit und Widersprüchlichkeit von China heute. Virtuose Gesellschaftskritik und Liebeserklärung zugleich.« Elle »Ein blendender Band. Te-Ping Chen folgt denen, denen alles gelingt, und den Träumern. Auch wenn die Figuren die politischen Ereignisse, die China prägen, nie direkt erwähnen, ist klar, dass sie sie bis in die Gegenwart verfolgen.“ The New York Times Book Review Ein junger Mann wird erfolgreicher Gamer, während seine Schwester Lulu im Netz die kommunistische Regierung kritisiert, bis sie von der Polizei abgeholt wird. Eine junge Frau arbeitet als Hotline Girl bei einem Callcenter im Beschwerde-Management und hat unverhofft ihren früheren Lover in der Leitung. Und Xiaolei macht sich voller hochfliegender Träume auf den Weg in die Mega-City Shanghai, landet aber in einem Blumenladen. In ihrem Debut erzählt Te-Ping Chen in zehn Storys vom Leben im Land der Superlative: China. Hellwach und mit genauem Blick für komische Momente zeichnet sie Figuren zwischen Tradition und Hypermoderne, die nach Halt und einem Zuhause suchen – rasant, irrwitzig, gut.

17.08.2021: Nastjas Tränen von Natascha Wodin: Als Natascha Wodin 1992 nach Berlin kommt, sucht sie jemanden, der ihr beim Putzen hilft. Sie gibt eine Annonce auf, und am Ende fällt die Wahl auf eine Frau aus der Ukraine, dem Herkunftsland ihrer Mutter, die im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt wurde. Nastja, eine Tiefbauingenieurin, konnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im wirtschaftlichen Chaos ihrer Heimat nicht mehr überleben – ihr letztes Gehalt bekam sie in Form eines Säckchens Reis ausgezahlt. Da sie ihren kleinen Enkelsohn und sich selbst nicht länger ernähren kann, steigt sie, auf etwas Einkommen hoffend, in einen Zug von Kiew nach Berlin. Dort gelingt es ihr, mehrere Putzjobs zu finden, nach getaner Arbeit schläft sie auf dem Sofa ihrer Schwester. Zu spät bemerkt sie, dass ihr Touristenvisum abgelaufen ist. Unversehens schlittert sie in das Leben einer Illegalen, wird Teil der riesigen Dunkelziffer an Untergetauchten im Dickicht der neuen, noch wildwüchsigen deutschen Hauptstadt. Für Natascha Wodin ist es, als würde sie von ihrem Schicksal erneut eingeholt. Im Heimweh dieser Ukrainerin, mit der sie mehr und mehr eine Freundschaft verbindet, erkennt sie das Heimweh ihrer Mutter wieder, die daran früh zerbrochen ist. Jetzt, Jahre später, zeichnet sie mit verhaltener, tief anrührender Poesie das Porträt von Nastja, einer kämpferischen Frau.

19.08.2021: Wanderlust mit Mister Parkinson: Meine Reisen in die Ferne und zu mir selbst von Pamela Spitz: Wie umgehen mit der Nachricht, dass das eigene Leben kürzer sein wird als gedacht? Ehrlich und humorvoll erzählt die Fotojournalistin, Globetrotterin und Wanderliebhaberin Pamela Spitz von ihrem Leben mit Parkinson, nimmt uns mit auf ihre zahlreichen Reisen rund um den Globus – und steckt uns an mit ihrem Optimismus und ihrer Lebensfreude. Pamela Spitz ist Anfang Vierzig und gerade glücklich geschieden, als sie erfährt, dass sie Morbus Parkinson hat, eine unheilbare, langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Anfangs stürzt sie sich in das Klubleben Berlins, atemlos und exzessiv, doch schnell merkt sie, dass sie sich ab jetzt nur noch auf die Dinge konzentrieren sollte, die sie wirklich glücklich machen: auf das Reisen und das Schreiben. Und dass sie nur noch das tun sollte, was sie schon immer tun wollte. Unter dem Motto: Noch zehn gute Jahre, dann ist eh Schluss. Aber wie lernt man, wahrhaft im Moment zu leben? Auf der Suche nach Antworten durchstreift Pamela Spitz das Hinterland Portugals, lernt Surfen im Atlantik, wandert durch den Dschungel Costa Ricas und die Wüste Negev in Israel, stellt sich ihren jüdischen Wurzeln, lernt Arabisch in Ramallah, macht eine außergewöhnliche Kur in Indien, besucht ihre Schwester in Brasilien – und begibt sich auf die Spuren ihrer Kindheit in Ecuador und auf Formentera. In einem erfrischend lässigen und humorvollen Ton nimmt uns Pamela Spitz mit auf ihre Reisen in die Ferne und zu sich selbst.

20.08.2021: Niemandsmeer von Hope Adams: Zweihundert verurteilte Frauen, eine Tote, eine Mörderin. Wer hat mehr Schuld als alle anderen auf sich geladen? Ein fesselnder historischer Kriminal-Roman von Hope Adams, inspiriert von einer wahren Geschichte. Juli 1841, irgendwo im Südlichen Ozean: Die »Rajah« soll hundertachtzig Frauen, die in England für kleinere Straftaten verurteilt wurden, nach Tasmanien bringen. Während der Reise will die junge Aufseherin Kezia mit einigen von ihnen eine Patchwork-Decke nähen. Was niemand weiß: Eine der Frauen wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt und hat sich unter falscher Identität an Bord gestohlen. Und dann wird eine andere Gefangene hinterrücks ermordet. Zusammen mit dem Kapitän, dem Schiffsarzt und dem Reverend muss Kezia herausfinden, wer mehr Schuld als alle anderen auf sich geladen hat, und warum. Der packende historische Kriminal-Roman »Niemandsmeer« beruht auf einer wahren Geschichte: Die »Rajah« segelte tatsächlich 1841 mit rund zweihundert verurteilten Frauen nach Tasmanien, und auch Kapitän Charles Ferguson, Kezia Hayter und ihr Patchwork-Projekt sind historisch belegt.

23.08.2021: Phon von Marente de Moor: „Vielleicht dreht sich das Leben ja darum, welche Geschichte wir beschließen zu erzählen.“ – Der neue Roman von Marente de Moor. Manchmal klingt es wie Trompetenstöße. Dann, „als würde Gott Möbel verrücken“. Die seltsamen Geräusche, die seit einiger Zeit am Himmel zu hören sind, verheißen nichts Gutes. Aber wann war es das letzte Mal gut, denkt Nadja. Was ist geblieben von dem Leben, das sie und Lew, ein idealistisches Zoologenpaar, sich in der Einsamkeit der westrussischen Wälder aufbauen wollten. Denn mit den Geräuschen kommen auch die anderen, dunklen Erinnerungen. Unverhohlen erzählt Nadja ihre verhängnisvolle Geschichte. Doch kann man ihr trauen? Ein flirrendes psychologisches Verwirrspiel, fesselnd bis zur letzten Seite. So sinnlich wie subtil dringt es in die dunklen Seiten der Natur und des Menschen.

23.08.2021: Einzeln sein: Eine philosophische Herausforderung von Rüdiger Safranski: Wie kommen wir damit zurecht, auf uns allein gestellt zu sein? Rüdiger Safranski über den Gegensatz zwischen Individuum und Gesellschaft. Eine ganz besondere Geschichte der Philosophie. Jeder Mensch ist zunächst einmal ein Einzelner. Das kann zur Belastung werden, vor der ein Leben in Gemeinschaft schützt, das kann aber auch den Ehrgeiz wecken, die eigene Individualität zu kultivieren. Zwischen beiden Polen unserer Existenz hat es immer wieder eindrucksvolle Versuche gegeben, einzeln zu sein. Davon erzählt Rüdiger Safranski in seinem neuen Buch. Er beginnt bei Michel de Montaigne und führt über Rousseau, Diderot, Kierkegaard, Stirner und Thoreau bis zur existentialistischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Dabei nähert er sich aus immer anderen Richtungen der Frage, wie weit wir es ertragen, Einzelne zu sein – eine Frage, die sich ganz überraschend in unser alltägliches Leben gedrängt hat.

27.08.2021: Das Mädchen mit der lauternen Stimme von Abi Daré: Die vierzehnjährige Adunni weiß genau, was sie will: Bildung. Denn das ist der einzige Weg für ein nigerianisches Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, Unabhängigkeit zu erlangen und den eigenen Träumen ein Stück näherzukommen. Doch stattdessen verkauft sie ihr Vater als dritte Ehefrau an den deutlich älteren Morufu, damit sie ihm einen Sohn schenkt. Adunni flieht nach Lagos, in der Hoffnung, dort in die Schule gehen zu können. Aber auch hier scheint sie zunächst kein Glück zu haben.

30.08.2021: Umwege des Lebens von Jodi Picoult: Was wäre, wenn wir in entscheidenden Momenten des Lebens eine andere Wahl getroffen hätten? Dawn Edelstein hatte sich einst bei Ausgrabungen in Ägypten in einen Kollegen verliebt, mit dem sie alte Grabtexte entschlüsselte. Bis ein Telefonanruf ihr Leben komplett umkrempelte. Fünfzehn Jahre später ist Dawn verheiratet, hat eine Tochter im Teenager-Alter und arbeitet in Boston als Sterbebegleiterin. Als sie einen Flugzeugabsturz überlebt, drängt sich ihr die Frage auf, ob das gute Leben, das sie hat, noch viel besser hätte sein können. Auf der Suche nach der Antwort kehrt sie nach Ägypten zu dem Mann zurück, den sie einst leidenschaftlich liebte. »Umwege des Lebens«, der beeindruckende neue Roman von US-Bestsellerautorin Jodi Picoult, setzt sich mit den großen Fragen auseinander, die uns in der Lebensmitte beschäftigen: Was ist uns wichtig, mit wem wollen wir leben und wie sterben? Und ist es möglich – und akzeptabel, Entscheidungen zu revidieren und einen anderen Weg einzuschlagen?

Frisch auf dem Buchmarkt: Juli 2021

Bei den Neuerscheinungen im Juli gibt es einiges zu entdecken. In den sozialen Medien kursiert ein Hypnosevideo, das normale Menschen zu Mördern werden lässt; in einem verlassenen Lagerhaus finden sich drei fest in Plastikplane eingewickelte Tote, die aussehen wie Kokons; bekommt eine überforderte Mutter plötzlich und unerwartet von ihrem Lebensgefährten eine Mail mit dem Betreff „Falls ich sterbe“; verfolgt Simon unbeirrt das Ziel alle rund um das Mittelmeer gesprochene Sprachen zu lernen; erlebt Long Litt Woon eine Reise in die wundersame Welt der Pilze, die gleichzeitig der Beginn eines neuen Lebens ist; erfahren wir, wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann; jagt ein Opfer den Serienkiller; erzählt Lawrence Weschler ausführlich von der Entstehung der ersten Oliver Sacks Bücher und verfolgt den Weg des Autors bis zu dessen Tod im Jahre 2015; schreibt Doris Knecht über familiäre Geheimnisse und die fatalen Folgen von Frauenverachtung und digitaler Gewalt; knüpft Peter Wohlleben an das geheime Leben der Bäume an; kommt Kate Burkholder der Wahrheit immer näher und ihr der auf sie angesetzte Mörder; begegnen sich zwei Frauen, denen das Leben ganz unerwartet die Tür öffnet.

Aber schaut selbst, vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei:

01.07.2021: Tief wirst du schlafen [Werbung] von Christian Kraus: Die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit ist schmaler, als du denkst … In den sozialen Medien kursiert angeblich ein Hypnosevideo, das normale Menschen zu Mördern werden lässt. Und tatsächlich soll eine junge Frau, die das Video gesehen hat, direkt danach und völlig grundlos ihren Freund ermordet haben. Der renommierte forensische Psychiater und Gerichtsgutachter Christoph Kerber hält das für blanken Unsinn – bis er während einer Gerichtsverhandlung ohne erkennbaren Grund mit einem Bleistift attackiert und am Hals verletzt wird. Als sich in Christophs Umfeld unerklärliche Vorfälle häufen, wachsen seine Zweifel. Doch wie weit würde er gehen, um das alles zu beenden?

08.07.2021: Die Verlorenen [Werbung] von Simon Beckett: Als Jonah das Blut roch, war ihm klar, dass er in Schwierigkeiten steckte. Jonah Colley ist Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei. Seit sein Sohn Theo vor zehn Jahren spurlos verschwand, liegt sein Leben in Scherben. Damals brach auch der Kontakt zu seinem besten Freund Gavin ab. Nun meldet Gavin sich überraschend und bittet um ein Treffen. Doch in dem verlassenen Lagerhaus findet Jonah nur seine Leiche, daneben drei weitere Tote. Fest in Plastikplane eingewickelt, sehen sie aus wie Kokons. Eines der Opfer ist noch am Leben. Und für Jonah beginnt ein Albtraum… Der Auftakt einer atemberaubenden neuen Thrillerserie von Bestsellerautor Simon Beckett.

08.07.2021: Betreff: Falls ich sterbe [Werbung] von Caroline Setterwall: Ein Buch, das für Trauer die richtigen Worte findet, eine wahre Geschichte und literarische Sensation. In diesem international gefeierten autofiktionalen Buch erzählt Carolina Setterwall von ihrer intensiven Liebe zu Aksel und dem Schock, als sie ihn eines Morgens tot im Bett findet. Ein Buch über Liebe und Tod. Carolina, überforderte Mutter eines Babys, bekommt eines Tages von ihrem Lebensgefährten Aksel eine Mail. Betreff: Falls ich sterbe. Der Inhalt ist eine detaillierte Auflistung seiner Passwörter und anderer praktischer Dinge für den Fall seines Ablebens. Carolina ist empört, schließlich sind sie beide Anfang dreißig. Fünf Monate später ist Aksel tot, über Nacht an einem Herzanfall gestorben. In zwei gegenläufigen Erzählungen berichtet Carolina, wie sie Aksel kennenlernt und sogleich treibende Kraft in der Beziehung wird. Nichts geht ihr schnell genug. Als das Kind geboren wird, ist die Beziehung unter Spannung. Doch dann stirbt Aksel. Was passiert, wenn das Unfassbare eintritt? Ein Buch, das die Liebe zu einem Menschen und die Trauer über dessen Verlust in einer präzisen und sich selbst nicht schonenden Sprache zum Ausdruck bringt.

12.07.2021: Das Gewicht der Worte [Werbung] von Pascal Mercier (jetzt als Taschenbuch): Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie einen Verlag geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben – bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einmal völlig neu einrichten kann.

12.07.2021: Mein Weg durch die Wälder [Werbung] von Long Litt Woon (jetzt als Taschenbuch): Mit 19 zog Long Litt Woon als Austauschstudentin von Malaysia nach Norwegen. Kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie dort der Liebe ihres Lebens, Eiolf Olsen. Als sie nach 32 gemeinsamen Jahren ihren Ehemann und Seelenverwandten völlig unerwartet durch plötzliches Herzversagen verliert, bricht ihre Welt zusammen. Nur mühsam findet sie aus ihrer Erstarrung. Als sie sich zu einem Pilzkurs für Anfänger anmeldet, ahnt sie noch nicht, dass dies einen Wendepunkt für sie bedeutet: ihre Reise in die wundersame Welt der Pilze ist nicht nur eine Reise in ihre eigene Seelenlandschaft, es ist auch der Beginn eines neuen Lebens voller Erfüllung, zu dem ihr die Pilze den Weg gewiesen haben.

19.07.2021: Was fehlt dir [Werbung] von Sigrid Nunez: Kaum jemand durchdringt das, was es heißt, am Leben zu sein, tiefer, als die amerikanische Autorin Sigrid Nunez. In ihrem neuen Roman »Was fehlt dir« schreibt sie darüber, wie wir einander verbunden sind, in Glück und Trauer, Trost und Zuversicht – und wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann. Was hat das Schicksal anderer Menschen mit dem eigenen zu tun? Die New Yorker Erzählerin in Sigrid Nunez’ neuem Roman findet Antworten auf diese Frage in der Begegnung mit ganz unterschiedlichen Menschen, ihrer Traurigkeit, ihrem Mut, ihrer Zuversicht: Ob mit einer verflossenen Liebe, einer verunsicherten Airbnb-Gastgeberin oder einer Jugendfreundin, die unheilbar krank ist. »Was fehlt dir« ist ein Buch über das emphatische Einfühlen und darüber, dass wir viel mehr füreinander tun können, als wir vielleicht meinen: indem wir genau hinhören. Ein Roman, der zugleich ein Porträt davon liefert, was es heißt, gerade jetzt am Leben zu sein. Poetisch und federleicht, ein Buch, das Hoffnung macht – und große Freude.

20.07.2021: The Nothing Man [Werbung] von Catherine Ryan Howard: Ein Thriller nicht nur für True Crime-Fans: Der neue beklemmende und extrem spannende Roman der irischen Bestsellerautorin: Ein Opfer jagt den Serienkiller: Wer hat die Macht, den anderen zu zerstören? «Ich war das Mädchen, das den Nothing Man überlebte. Jetzt bin ich die Frau, die ihn fassen wird.» So beginnt das True Crime-Memoir «The Nothing Man», das Eve Black über die verzweifelte Suche nach dem Mann geschrieben hat, der vor nahezu zwanzig Jahren ihre gesamte Familie tötete. Dem Mann, der nie Spuren hinterließ. Supermarkt-Wachmann Jim Doyle hat den Bestseller auch und je mehr er liest, desto größer wird seine Wut, denn er war – er ist – der Nothing Man. Seite um Seite wird ihm bewusst, wie gefährlich nah Eve der Wahrheit kommt. Er weiß, dass sie nicht aufgeben wird, bis sie ihn gefunden hat. Er hat keine Wahl: Bevor sie sein Leben zerstört, muss er das vollenden, was ihm 20 Jahre zuvor nicht gelungen ist: Eve töten.

20.07.2021: Oliver Sacks: Ein persönliches Portrait [Werbung] von Lawrence Weschler: Er war ein großartiger Arzt und ein begnadeter Erzähler: Mit seinen Fallgeschichten hat Oliver Sacks Millionen Lesern ein neues, anderes Bild von Krankheit vermittelt. Voller Empathie und mit großer Fachkenntnis hat Sacks immer wieder Menschen beschrieben, deren Leben durch eine schwere Krankheit oder Behinderung geprägt wurde – und die unser Interesse und Mitgefühl verdienen. Schon 1981, als Sacks noch weitgehend unbekannt war, beschloss der Journalist Lawrence Weschler, die Biographie von Oliver Sacks zu schreiben. Er konnte ihn bei seiner täglichen Arbeit als Arzt erleben, begleitete ihn auf Reisen und führte zahlreiche intensive Gespräche mit ihm. Auf dieser Grundlage entstand eine sehr persönliche Nahaufnahme. Weschler erzählt ausführlich von der Entstehung der ersten Sacks-Bücher, die zu Bestsellern wurden, und verfolgt den Weg des Autors Oliver Sacks bis zu dessen Tod im Jahre 2015. Das einzigartige Porträt eines empathischen Menschenfreundes und Seelenforschers, der unser Bild von Krankheit und Gesundheit nachhaltig verändert hat.

26.07.2021: Die Nachricht [Werbung] von Doris Knecht: Eine Frau – eine Nachricht – eine Verunsicherung. In ihrem neuen Roman schreibt Doris Knecht über familiäre Geheimnisse und die fatalen Folgen von Frauenverachtung und digitaler Gewalt. „Die Nachricht“ handelt von Frauen, deren Souveränität stets aufs Neue infrage gestellt wird – und von den Lügen, die wir gerade den Menschen erzählen, die uns am nächsten stehen. Vier Jahre nach dem Tod ihres Mannes lebt Ruth allein in dem Haus auf dem Land, wo die Familie einst glücklich war. Die Kinder haben längst ihr eigenes Leben, während Ruth das Alleinsein zu schätzen lernt. Bis sie eines Tages eine anonyme Messenger-Nachricht bekommt, von einer Person, die mehr über ihre Vergangenheit zu wissen scheint als Ruth selbst.
Doris Knecht schreibt über eine Frau, die plötzlich zur Verfolgten wird, und erweist sich einmal mehr als virtuose Skeptikerin zwischenmenschlicher Beziehungen.

26.07.2021: Der lange Atem der Bäume [Werbung] von Peter Wohlleben: Mit Der lange Atem der Bäume knüpft Peter Wohlleben direkt an seinen Millionenseller Das geheime Leben der Bäume an – ebenso zum Staunen, ebenso faszinierend, aber dabei gleichzeitig scharf und kritisch: Auf der einen Seite schildert er neue verblüffende Erkenntnisse über das Leben der Bäume und ihre Fähigkeiten, zu lernen und mit dem Klimawandel umzugehen. Zugleich geht er hart ins Gericht mit den von Ahnungslosigkeit geprägten Akteuren in Wirtschaft und Politik, die Bäume ausschließlich zur Holzgewinnung und zur Imagepflege pflanzen und die Natur damit in Wahrheit rücksichtslos ausbeuten. Doch intensiv bewirtschaftete Fichtenplantagen werden die Überhitzung des Planeten nicht verhindern. Eine Liebeserklärung an die Bäume – und ein flammender Appell, die unendliche Vielfalt der Natur, deren sensibles Zusammenwirken wir immer noch nicht ganz verstehen, zu schützen und zu bewahren. In unserem ureigensten Interesse.

28.07.2021: Dein ist die Lüge [Werbung] (Kate Burkholder, Band 12) von Linda Castillo: Der Anruf von Adam Lengacher, einem verwitweten amischen Familienvater, erreicht Kate Burkholder mitten in einem Schneesturm. Er habe eine halb erfrorene Frau auf seinem Grundstück gefunden, sie sei eine „Englische“ und Kate solle sofort kommen. Kate erkennt die Frau sofort: Es ist Gina Colorosa, ihre Team-Partnerin von damals auf der Polizeiakademie in Columbus. Doch jetzt ist Gina auf der Flucht. Und das vor ihren eigenen Kollegen. Sie soll einen Kollegen ermordet haben. Doch Gina behauptet, diese Tat nicht begangen zu haben. Man wolle sie aus dem Weg räumen, weil sie kurz davor war, Unregelmäßigkeiten in ihrer Dienststelle aufzudecken. Je näher Kate der Wahrheit kommt, desto näher kommt den beiden Frauen auch der auf sie angesetzte Mörder.

28.07.2021: Wir für uns [Werbung] von Barbara Kunrath: Josie ist schwanger. Von Bengt, der schon eine Familie hat und kein Kind mehr möchte. Aber was möchte Josie? Sie ist Anfang Vierzig, und ihre Wünsche hat sie immer auf »später« aufgeschoben. Kathi ist plötzlich allein. Ihr Mann Werner ist gestorben, nach fünfzig Jahren gemeinsamen Lebens. Ihr einziger Sohn ist ihr fremd geworden. Auch Kathi hat so vieles auf »später« verschoben. Als Josie durch einen Zufall in Kathis Küche landet, sind beide verwundert. Sie fühlen sich in Gegenwart der anderen so unbelastet. Ernst genommen. Die beiden Frauen spüren, dass das Leben ihnen genau jetzt ganz unerwartet die Tür öffnet. Manchmal schickt uns das Schicksal einen Menschen, den wir gar nicht gesucht haben. Und plötzlich steht unser Leben wieder auf »Los«.

Frisch auf dem Buchmarkt: Juni 2021

Es scheint auch in den Bücherregalen der Buchhandlungen so etwas wie eine Sommerpause zu herrschen, zumindest was die Zahl der Neuerscheinungen betrifft. Gefunden habe ich ein Buch über eine Mama-Bloggerin, die zur Zielscheibe wird; eine einsame Frau, die plötzlich spurlos verschwindet; das Leben mit Tourette; Loriot im Wahlkampf und fünf Freundinnen, die seit ihrer Jugend eng verbunden sind.

Aber schaut selbst, vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei:

01.06.2021: Like Hate [Werbung] von Ellery Lloyd: Millionen folgen ihr – und eine will sie töten. Im Psychothriller des britischen Autorenpaars Ellery Lloyd wird eine Mama-Bloggerin zur Zielscheibe der Rache … Für eine Million Follower ist »Insta-Mum« Emmy Jackson eine Art beste Freundin und Leidensgenossin: Auf Instagram teilt die Mutter von zwei kleinen Kindern »total ehrlich« ihren chaotischen Familienalltag mit Pleiten, Pech und Pannen. Lediglich Ehemann Dan weiß, dass die perfekt organisierte Emmy vor jedem Fotoshooting penibel die Wohnung, die Kinder und sich selbst in Unordnung bringt, um ihre Sympathiewerte zu steigern und mit mehr Likes auch höhere Werbeeinnahmen zu erzielen – das denkt jedenfalls Emmy. Denn es gibt jemanden, der sie nicht nur durchschaut hat, sondern sie auch für einen furchtbaren Verlust verantwortlich macht. Jemanden, der Rache will und Emmy nicht nur auf Instagram folgt … Wenn falscher Ruhm zur echten Bedrohung wird: Der Psychothriller »Dein Tod gefällt uns« ist eine bissige, topaktuelle Mischung aus Medien-Satire und raffinierter Psycho-Spannung.

14.06.2021: Wo niemand uns sehen kann [Werbung] von Bryn Chancellor: Jess Winters zieht mit ihrer Mutter Maud in das verschlafene Nest Sycamore, irgendwo in der Wüste Arizonas. All ihre Einsamkeit verbirgt Jess in ihrem Tagebuch. Bis sie eines regnerischen Abends spurlos verschwindet. Achtzehn Jahre später werden vor der Stadt menschliche Überreste gefunden, und bei Maud wie auch den anderen Bewohnern von Sycamore kehren die bohrenden Fragen wieder: Was ist an jenem Abend, als Jess für immer verschwand, wirklich geschehen? Ein berührender Roman über Schuld, das Vergessen und die Geheimnisse einer Kleinstadt.

21.06.2021: Gewitter im Kopf – Leben mit Tourette [Werbung] von Jan Zimmermann und Tim Lehmann: Jan und Tim sind beste Freunde und selbst Gisela, die oft ziemlich unverschämt dazwischen grätscht, kann die beiden nicht trennen. Gisela, das Tourette-Ich von Jan, hat im letzten Jahr für ziemlich viele verrückte Momente im Leben von „Gewitter im Kopf” gesorgt und damit nicht nur Unheil gebracht. Wie Jan und Tim sich kennenlernten, wie und warum ihr YouTube-Kanal entstanden ist, wie ihr Alltag mit der Erkrankung Tourette aussieht und welche Schattenseiten der Erfolg mit sich bringt, verraten sie dir in ihrem Buch „Gewitter im Kopf – Leben mit Tourette”.

23.06.2021: Im Wahlkampf mit Loriot [Werbung]: Politik mag die Kunst des Möglichen sein, doch im Wahlkampf muss man manchmal das Unmögliche versuchen – auch wenn ehelicher Zwist über die richtige Partei nicht immer zu vermeiden ist. In über achtzig Zeichnungen und sieben Sketchen zeigt Loriot, wie man die Herzen – und Stimmen – der Wählerinnen und Wähler gewinnt, von vollem Körpereinsatz für die Demokratie bis hin zum richtigen Foto fürs Wahlplakat: »Herr Fröbel, bitte machen Sie ein zielbewusstes Gesicht, und denken Sie an ›Sicherheit für Deutschland‹!«

30.06.2021: Heldinnen werden wir dennoch sein [Werbung] von Christiane Wünsche: Christiane Wünsche, Autorin des Bestsellers »Aber Töchter sind wir für immer«, erzählt in ihrem neuen Roman, was Freundschaft für uns bedeutet und davon, wie einmal getroffenen Entscheidungen unser ganzes Leben beeinflussen. »Mein Zuhause – das seid ihr.« Susanne, Helma, Ellie, Ute, Marie: fünf Freundinnen, die seit ihrer Jugend eng verbunden sind – und ein Freund von damals, dessen plötzlicher Tod sie dazu bringt, nachzudenken: Über ihr Leben, ihre Entscheidungen, über Loyalität und ihre Erinnerungen, die ihre ganz eigenen Geschichten schreiben. Lange haben die Frauen nicht an Frankie gedacht und an den einen Abend, an dem er damals plötzlich verschwand. Doch jetzt ist es an der Zeit sich der Vergangenheit zu stellen. »Die Träume unserer Jugend geistern auch dann noch durch unsere Köpfe, wenn wir längst erwachsen sind – genauso wie die Entscheidungen, die wir einst getroffen und die Wege, die wir damals eingeschlagen haben, uns ein Leben lang begleiten …«

Frisch auf dem Buchmarkt: Mai 2021

Auch in diesem Monat gibt es bei den Verlagen Neues zu entdecken. Unter anderem geht es um eine Gruppe Archäologen, die einen Sommer lang in einem Wald in Nothumberland wie in der Eisenzeit leben will; gesellschaftliche und persönliche Krisen, die durch das Ändern der Denkmuster gemeistert werden können; eine Feministin, Muslimin, Einwandererin und aussichtsreichste Kandidatin für die Regierungsspitze kurz vor der nächsten Bundestagswahl; die Geschichte der ungewöhnlichen Liebe und herausragenden intellektuellen Beziehung von Irvin D. und Marilyn Yalom; Erfahrungen von Angehörigen und Freunden psychisch Kranker; eine Familie, die sich ein Jahr „Wir-Zeit“ nimmt und die Welt bereist; wie wir uns im Wechselspiel mit unserer Umwelt wirklich verstehen können; die Bedeutung und Wichtigkeit des offenen Gesprächs, wenn es ums Älterwerden geht; eine Freundschaft zwischen Männern, die durch traumatische Erlebnisse in einem Eliteinternat unauflöslich aneinander gebunden sind; um Shenzener Techies, die inzwischen das Silicon Valley in den Schatten stellen; um Albert, der sich fragt ob er sein Leben beenden soll, bevor es die tödliche Krankheit tut und um einen Elitesoldaten, der nach seinem letzten Einsatz das Haus nicht mehr verlässt.

Aber schaut selbst – vielleicht ist ja auch für euch etwas Interessantes dabei:

03.05.2021: Geisterwand [Werbung] von Sarah Moss: Eine einzige Tochter. Ihr dominanter Vater. Ein Wald in Northumberland, in dem eine Gruppe Archäologen einen Sommer lang leben will wie in der Eisenzeit … Uralte Rituale, die seltsame Anziehungskraft ferner Zeiten und Lebensweisen verschränken sich in diesem brillanten Roman auf wahrhaft atemberaubende Weise mit sehr heutigem Missbrauch. Geisterwand komprimiert große und dringliche Themen – die Gefahren eines nostalgischen Nationalismus, Gewalt gegen Frauen und Kinder, was verloren, was gewonnen wird, wenn der Mensch nicht mehr als Knecht der Natur lebt – in einer rasiermesserscharf geschliffenen Spannungserzählung.

03.05.2021: Raus aus der ewigen Dauerkrise [Werbung] von Maren Urner: Psychologie als Gesellschaftspolitik: Wir müssen unser Denken und unsere Denkmuster ändern, um die Krisen unserer Zeit zu meistern, fordert Maren Urner, Professorin für Medien-Psychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. Nach ihrem Bestseller „Schluss mit dem täglichen Weltuntergang“ präsentiert die Kognitions- und Neurowissenschaftlerin Maren Urner in ihrem neuen Buch Methoden, die uns helfen, gesellschaftliche und persönliche Krisen zu meistern, indem wir unsere Denkmuster ändern und unser Denken neu ausrichten. Krisen haben Konjunktur – unser Alltag ist vielfach geprägt von persönlichen Herausforderungen (Privates und Berufliches unter einen Hut bringen, Gutes tun, immer up to date sein …) und gesellschaftlichen Problemen (Klima-Krise, Corona-Krise, Finanz-Krise, Wirtschafts-Krise, Rechtspopulismus). Wie treffen wir hier die richtigen Entscheidungen? Wir kriegen wir es hin, Gutes zu tun und uns dabei gut zu fühlen? Die gewohnten Rezepte und Denkmuster sind überholt und funktionieren in Zeiten wie diesen nicht mehr, sagt Maren Urner. Folgen wir unseren biologischen Mustern wie Sicherheitsstreben, Kosten-Nutzen-Analysen und Lager-Denken, ist der Misserfolg vorprogrammiert. Diesem „statischen“ Denken setzt Maren Urner ein Modell des „dynamischen“ Denkens entgegen, das sie aus neuen Erkenntnissen der neurowissenschaftlichen und psychologischen Forschung entwickelt. Es braucht Neugier, Mut und Verstehen, um unsere Denkmuster zu ändern und die Herausforderungen und Probleme kreativ und lösungsorientiert angehen zu können – das ist der einzige Weg aus der Dauer-Krise. Er führt zu einem nachhaltigen Leben, das von Kooperation, Sinnstiftung und positiven Beziehungen bestimmt ist, so Maren Urner.

06.05.2021: Die Kandidatin [Werbung] von Constantin Schreiber: Ein Land am Abgrund. Eine Gesellschaft zwischen Hoffnung und Hass. Und eine muslimische Frau auf dem Weg zur Macht. Deutschland in ungefähr dreißig Jahren, kurz vor der nächsten Bundestagswahl. Die aussichtsreichste Kandidatin für den Posten an der Regierungsspitze ist Sabah Hussein. Feministin, Muslimin, Einwandererin, Mitglied der Ökologischen Partei. Aber nicht alle wollen sie gewinnen sehen und arbeiten mit allen Mitteln daran, Sabah Husseins Wahl zu vereiteln, während die Gesellschaft immer weiter auseinander bricht. Der Bestsellerautor, Grimme-Preisträger und Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber legt nach seinen erfolgreichen Sachbüchern mit Die Kandidatin einen rasanten und dramatischen Roman vor, nach dessen Lektüre man anders in die Zukunft schaut.

10.05.2021: Unzertrennlich über den Tod und das Leben [Werbung] von Irvin D. Yalom und Marylin Yalom: Irvin D. Yalom, einer der angesehensten Psychotherapeuten Amerikas, wird am 13. Juni 2021 neunzig Jahre alt. Er gilt als Klassiker der existentiellen Psychotherapie, seine Lehrbücher und Romane erscheinen weltweit und erreichen Millionen. Seine Frau Marilyn Yalom, eine renommierte Kulturwissenschaftlerin und Autorin, starb im letzten Herbst nach 65jähriger Ehe. Als klar war, dass ihre Krankheit zum Tode führen würde, begannen beide ein Buch zu schreiben – das am Ende Irvin D. Yalom alleine fertigstellen musste. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe und herausragenden intellektuellen Beziehung. Ein großes Alterswerk, das alle existentiellen Themen berührt, die uns angehen.

12.05.2021: Wahnsinnig nah [Werbung] vom Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.: Wenn ein Partner, ein Kind oder ein Elternteil psychisch krank wird, helfen Angehörige und Freunde gerne. Aber wie? Und wie viel Hilfe tut gut – dem Betroffenen und einem selbst? Was ist mit den eigenen Ängsten, Sorgen und vielleicht auch Scham- und Schuldgefühlen? In diesem Buch bieten Erfahrungen anderer Angehöriger Entlastung. Experten erklären, was Diagnosen bedeuten – und was nicht –, welche Behandlungsangebote es gibt und wie man im Gespräch bleibt. Denn wer gut informiert ist, kann leichter Grenzen setzen, Vorurteilen gelassener begegnen und sich selbst notwendige Hilfe holen.

17.05.2021: Wir-Zeit: Eine Familie auf der Reise zu sich selbst [Werbung] von Susanne Dyrchs: Als der Alltag droht, sie aufzufressen, macht sich eine Familie das größte Geschenk: ein Jahr Wir-Zeit. Familie Dyrchs ist eine ganz normale Familie in der Großstadt: Susanne und Chris sowie zwei sensationelle Kinder, die sie nur leider viel zu selten sehen. Sie wollen alles richtig machen und alles schaffen und doch kommen sie, wie so viele Familien, ins Straucheln: Dieses ständige Nicht-Genügen – als Eltern, als Partner, als Berufstätige … Sie fragen sich immer mehr: Wie können wir Familie heutzutage glücklich und zufriedenstellend (er)leben? Die beiden beschließen, den Alltag hinter sich zu lassen und eine „Wir-Zeit“ zu nehmen: Sie wagen das ganz große Abenteuer und bereisen ein Jahr lang mit ihren Kindern die Welt. Sie lernen sich als Familie ganz neu kennen, finden heraus, welches Leben sie führen wollen – und machen nach der Rückkehr vieles anders als zuvor. Dieses Buch ist viel mehr als die Geschichte einer Reise. Es ist die Geschichte eines Zusammenwachsens als Familie – offen erzählt, voller Mut, Abenteuerlust und Liebe.

17.05.2021: Abendflüge [Werbung] von Helen Macdonald: Das lang erwartete Buch der Bestsellerautorin von „H wie Habicht” über den Menschen, die Natur und unseren Platz in der Welt. Helen Macdonald sieht in der Natur, was anderen verborgen bleibt. In ihrem lange erwarteten neuen Buch nimmt sie uns mit zu den Abendflügen der Mauersegler, erzählt von wilden Tieren, Mythen und Märchen, und führt in versteckte Lebensräume, die heute im Verschwinden begriffen sind. Über die Entfremdung von der Natur wird überall gesprochen. Doch was bedeutet das wirklich? Helen Macdonald zeigt, dass wir uns selbst nur im Wechselspiel mit unserer Umwelt wirklich verstehen können – und was wir verlieren, wenn wir unseren Platz auf dem Planeten nicht radikal überdenken. Ein persönliches und zugleich bewegend politisches Buch, das uns ermutigt, die Natur und das Leben mit neuen Augen zu sehen.

17.05.2021: Das Buch über das Älterwerden: (für Leute, die nicht darüber sprechen wollen) [Werbung] von Lucy Pollock: Wir werden immer älter. Doch wie können wir unsere gewonnene Lebenszeit oder die unserer Angehörigen so glücklich und gut wie möglich gestalten? Mit Humor, Güte und Menschlichkeit, aber auch mit unbeirrbarer Aufrichtigkeit teilt die renommierte Geriatrikerin Dr. Lucy Pollock in diesem Buch ihre medizinischen wie menschlichen Erfahrungen. Zudem hat sie eine Hoffnung machende Botschaft, denn sie sagt: Es gibt für alles eine Lösung, man muss nur darüber reden. Die Bedeutung des offenen Gesprächs untermauert sie mit berührenden Fallbeispielen und macht so den Lesern Mut, auch heikle Themen anzusprechen.
›Das Buch über das Älterwerden‹ ist ein praktisches Buch voller Wärme, Witz und Geschichten aus dem wirklichen Leben, geschrieben von einer Ärztin, die sich während ihrer gesamten Laufbahn um Menschen kümmerte, die medizinisch herausfordernde Probleme haben und die Antworten auf Fragen brauchen, wie sie sich uns allen mit zunehmendem Alter stellen. – Wie spreche ich schwierige Themen an? – Wie bringe ich Ärzte dazu, zuzuhören? – Ist es okay, wenn meine Mutter sieben verschiedene Medikamente einnimmt? – Sollte mein Vater noch Auto fahren, und wenn nicht, wer kann ihn aufhalten? – Woran erkenne ich ein gutes Pflegeheim?

17.05.2021: English Monsters [Werbung] von James Scudamore: „Mit wunderschönem erzählerischen Bogen – James Scudamores Roman ist düster und zärtlich zugleich.“ (The Guardian). Das Porträt einer Freundschaft zwischen Männern, die durch traumatische Erlebnisse in einem Eliteinternat unauflöslich aneinander gebunden sind. Als der zehnjährige Max auf ein Internat kommt, endet abrupt seine idyllische Kindheit. Die magische Freiheit auf dem Bauernhof seines Großvaters und das unstete Leben mit seinen überwiegend abwesenden Eltern weichen einer reglementierten Welt voller willkürlicher Strafen. Gleichzeitig erfährt Max auch Geborgenheit in der Gemeinschaft seiner Klassenkameraden. Jahre später wird ein dunkles Geheimnis ihrer Schultage aufgedeckt und führt die inzwischen erwachsenen Männer wieder zusammen. Wer wusste was, und wann? Und wer wird Gerechtigkeit walten lassen, unabhängig davon, welche Konsequenzen es für alle hat?

17.05.2021: Shenzhen – Zukunft Made in China: Zwischen Kreativität und Kontrolle – die junge Megacity, die unsere Welt verändert [Werbung] von Frank Sieren: Wer wissen möchte, wie wir und vor allem unsere Kinder bald schon leben, welche Technologien sie und die Welt prägen werden, muss durch Shenzhen streifen. Die 20-Millionen-Metropole in Südchina gehört zu den innovativsten Städten der Welt. Eine Megacity, die quasi aus dem Nichts entstand, wo Nachhaltigkeit und moderne Lebensqualität selbstverständlich sind, aber eben auch Gesichtserkennung und der gläserne Mensch. Die Cloud in Shenzhen weiß alles. Die Shenzhener Techies stellen inzwischen das Silicon Valley in den Schatten, ihre Start-ups zählen zu den wertvollsten der Welt. Shenzhen zieht immer mehr junge Talente aus aller Welt an, die nachts in eine ausgelassene Subkultur eintauchen können. Eine Stadt mit Modellcharakter und doch voller Ambivalenzen. Frank Sieren zeigt, wie man dort lebt, wohnt und arbeitet und was wir von dort zu erwarten haben.

21.05.2021: Genau richtig: Die kurze Geschichte einer langen Nacht [Werbung] von Jostein Gaarder (Jetzt als Taschenbuch): Was ist das Wichtigste im Leben? Und was genau richtig? Albert hat eine schlimme Diagnose von seiner Ärztin und ehemaligen Geliebten erhalten. Während seine Frau Eirin auf einem Kongress ist, fährt er allein in die einsame Ferienhütte an einem Waldsee: Soll er sein Leben selbst beenden, bevor es die tödliche Krankheit tut? Um mit sich selbst ins Reine zu kommen, schreibt er in das Hüttenbuch. Er erzählt, wie er Eirin kennenlernte und wie sie als junge Verliebte in das Märchenhaus einbrachen, das sie später gekauft haben. Wie seine Ehe zu kriseln begann, welche Rolle Sohn und Enkelin für ihn spielen und von seiner Begeisterung für die Astrophysik. Es wird eine lange Nacht, bis irgendwann ein Boot ruderlos auf dem See treibt und ein Fremder erscheint.

31.05.2021: Schicksal [Werbung] von Zeruya Shalev: Atara ist zum zweiten Mal verheiratet, mit ihrer großen Liebe, doch neuerdings scheint Alex sich immer weiter von ihr zu entfernen. Noch größere Sorgen macht ihr der gemeinsame Sohn, ein Elitesoldat, der nach dem letzten Einsatz kaum mehr das Haus verlässt. Vielleicht um ihre Familie besser zu verstehen, vielleicht um ihr zu entkommen, sucht Atara Rachel auf, die erste Frau ihres Vaters, das große Tabu in Ataras Kindheit … Die Idealistin Rachel scheint die Vergangenheit zu verkörpern – sie kämpfte mit dem Vater in der Untergrundmiliz gegen die Engländer und für einen israelischen Staat. Doch die Begegnung der beiden Frauen mündet in eine Katastrophe in der Gegenwart … Meisterlich erzählt Zeruya Shalev eine große Geschichte von Liebe und Verantwortung.

Frisch auf dem Buchmarkt: April 2021

In den Verlagsvorschauen für den April habe ich einige Bücher gefunden, die ich im Auge behalten und vielleicht auch lesen möchte. Es geht ums reisen und dabei weltwach zu bleiben; um fünfhundert Kinder aus einem Moskauer Waisenhaus, die im Sommer 1944 in den Kaukasus verschickt werden; um ein Mädchen aus Ghana, das im deutschen Exil täglich damit konfrontiert ist, anders zu sein; um Björn Dremel auf Pilgerpfaden; um die Biografie Meister Eckharts; um zwei Schwestern, die sich vielleicht doch nicht so nah standen, wie es erst scheint; um eine dystopische Welt mit einer Wirklichkeit, die die Zukunft und Vergangenheit der Menschheit in Frage stellt; um eine radfahrende Rebellin; um eine Eulenflüsterin und um ein Mädchen, das in ihrer Kindheit und Jugend versucht mit der Schizophrenie ihrer Mutter zurecht zu kommen.

Aber schaut selbst, vielleicht ist ja für euch auch etwas Interessantes dabei:

01.04.2021: Weltwach: Mit offenen Augen ins Abenteuer [Werbung] von Erik Lorenz: Abenteuer. Reisen. Leben. Eine Nacht unter freiem Himmel im Naturschutzgebiet Königsforst. Auf dem Motorrad durch den Himalaja. Anrührende Begegnungen auf einer Jurtenfarm in Australien. Erik Lorenz, Herausgeber des erfolgreichen Reisepodcasts WELTWACH, lässt in diesem Buch nicht nur prominente Gäste wie Andreas Altmann, Ilija Trojanow, Carmen Rohrbach, Ranga Yogeshwar und Reinhold Messner zu Wort kommen, sondern lotet anhand der eigenen Abenteuer aus, warum Reisen so wertvoll für uns sind und was sich auf ihnen zu suchen lohnt: vom Zauber der ersten Stunden an einem fremden Ort, dem Überwinden innerer Grenzen bis hin zum Ablegen eigener Vorurteile. Es sind die Momente größter Intensität und innerer Ruhe sowie die Begegnungen mit den Menschen, die ihn immer wieder antreiben, vor die Haustür zu treten und aufzubrechen. Eindrücklich schildert er, warum auch im Zeitalter von Pauschaltourismus und Klimawandel kleine wie große Abenteuer möglich und wichtig sind. Weshalb eine genetische Veranlagung für unsere Rastlosigkeit mitverantwortlich ist. Und welche kostbaren Lektionen man auf Reisen für das Leben lernen kann: über Scheitern und Angst, Neugierde und Verantwortung – und den Mut, den ersten Schritt zu wagen. Umsichtig und mit Blick für das Wesentliche zeigt er dabei auf, wie es uns gelingt, weltwach zu sein.

12.04.2021: Schlief ein goldnes Wölkchen [Werbung] von Anatoli Pristawkin: Ein wiederentdecktes Meisterwerk: berührend und bristant. Fünfhundert Kinder aus einem Moskauer Waisenhaus werden im Sommer 1944 in den Kaukasus verschickt, unter ihnen Saschka und Kolka. Die elfjährigen Zwillinge hoffen, endlich ihren quälenden Hunger hinter sich zu lassen. Doch bereits ihre Ankunft wird von bedrohlichen Detonationen in den nahe gelegenen Bergen begleitet. Bewaffnete Tschetschenen, die der Zwangsaussiedlung entfliehen konnten, setzen sich erbittert gegen die russischen Eindringlinge zur Wehr – und die Brüder geraten nach Momenten überwältigenden Glücks in größte Gefahr. Anatoli Pristawkin bringt die politischen Realitäten so ungeschönt zur Sprache, dass sein Werk in Russland erst mit Beginn der Perestroika erscheinen durfte. Jetzt in aktualisierter und überarbeiteter Übersetzung, unzensiert.

13.04.2021: Wir Gotteskinder [Werbung] von Nana Oforiatta Ayim: Maya Mensah ist im deutschen Exil täglich damit konfrontiert, anders zu sein. Auch ihre Eltern sind anders. Ihr Vater ist ein scheuer Intellektueller, und ihre schöne Mutter liebt es, das Geld mit vollen Händen auszugeben und an ihre königliche Abkunft zu erinnern. Doch wenn Maya in der Schule von ihrer glanzvollen Familie erzählt, wird sie verspottet. Beistand leistet ihr einzig ihr Cousin Kojo. Maya ist fasziniert von seinen farbenprächtigen Erzählungen aus Ghana, an das sie sich kaum erinnern kann. Sie klingen für sie wie Märchen, die mythisch und wirklich zugleich scheinen, und öffnen ihr den Blick: für ein Land, das seine Seele nach all den Jahren der Kolonialzeit erst wiederfinden muss, für ihre entwurzelten Eltern ― und endlich erkennt sich Maya als Teil dieser Geschichte. Poetisch, fesselnd, faszinierend ― » Wir Gotteskinder« ist wahre Weltliteratur und eine Hymne an das Geschichtenerzählen als verbindendes Glied zwischen den Kulturen.

26.04.2021: Achtsam morden am Rande der Welt [Werbung] von Karsten Dusse: Finde dich selbst. Bevor es ein anderer tut. Um der Midlifecrisis zu entgehen, begibt sich Björn Diemel auf Anraten seines Therapeuten auf Pilgerreise. Schnell stellt sich als Erkenntnis auf dem Jakobsweg heraus, dass Björns Leben die Mitte bereits längst überschritten haben könnte: Ein unbekannter Mitpilger versucht, ihn zu töten. Während bei den scheiternden Anschlägen auf ihn ein Pilger nach dem anderen seinen Lebensweg verlässt, versucht Björn ganz achtsam, sich seiner Haut zu wehren. Seine Pilger-Fragen nach Leben, Tod und Erfüllung bekommen plötzlich eine sehr praxisnahe Relevanz.

26.04.2021: Meister Eckhart: Der Mönch, der die Kirche herausforderte und seinen eigenen Weg zu Gott fand [Werbung] von Joel F. Harrington: Er ist der Ahnherr der Selbsthilfephilosophie, der Guru der New Age-Bewegung, die Millionen von Anhängern hat: Meister Eckhart, Dominikaner, Mystiker und Philosoph. Doch wer war der Mann hinter den Lehren, die nach sieben Jahrhunderten noch Menschen begeistern? Wie sind seine Ideen entstanden? Der Mönch aus Thüringen zeigte damals, dass nur der persönliche Weg zu Gott zum Seelenheil führt und predigte, dass diese spirituelle Erfahrung allen möglich war, die die innere Haltung des Loslassens („Gelâzenheit“) einnahmen. Dieses verblüffend moderne Denken brachte den Mönch Eckhart in Konflikt mit der Kirche, die sich von der Sprengkraft seiner Ideen herausgefordert fühlte. Der Historiker Joel F. Harrington hat sich auf die Spuren des bedeutenden Mystikers begeben und lässt in seiner Biographie eine der faszinierendsten Figuren des Mittelalters auferstehen.

28.04.2021: So wie du mich kennst [Werbung] von Anika Landsteiner: »Warum reden wir den ganzen Tag und erzählen uns doch so wenig?« Karlas Leben ist stehengeblieben. Sie trägt eine Urne nach Hause, darin die Asche ihrer Schwester Marie. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Marie war Karlas Seelenverwandte, ihr Kompass in diesem Chaos, das sich Leben nennt. Und während sich dieses Chaos um sie herum einfach weiterdreht, reist Karla nach New York, um dort die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen. Als sie Fotos findet, die so verstörend wie alltäglich sind, fragt sie sich, wie gut sie Marie wirklich kannte. Die Schwester, die so ganz anders lebte als sie. Die erfolgreich und selbstbewusst war. Was Karla auf den Bildern sieht, verändert ihren Blick auf Marie, ihren Blick auf sich selbst und auf das ganze Leben vor ihr. Anika Landsteiner erzählt eindringlich, bewegend und aufrüttelnd von Frauen wie uns. Von Menschen wie dir und mir.

28.04.2021: Singularity [Werbung] von Joshua Tree: Schafft sich die Menschheit selber ab? »Singularity« ist der neue Science-Fiction-Thriller von Bestseller-Autor Joshua Tree über die Zukunft der künstlichen Intelligenz. Ende des 21. Jahrhunderts ist die Menschheit tief gespalten: Während die eine Hälfte medizinisch bestens versorgt ein langes Leben führt, ist die andere schlicht überflüssig. Bestenfalls als billige Arbeitskräfte haben die meisten Menschen ein karges Auskommen.
Einer dieser Überflüssigen ist James, der als Hausdiener der neuen Elite anheuert. Von seinem neuen Herrn erhält er einen rätselhaften Auftrag: Er soll dessen vor zwanzig Jahren verschollene Tochter wiederfinden – in einer virtuellen Simulation. Schon bald muss er erkennen, dass nicht bloß die Grenzen von VR und Wirklichkeit verschwimmen, sondern auch die von Mensch und Maschine. Und ihm offenbart sich ein schreckliches Geheimnis, das die Zukunft und Vergangenheit der Menschheit in Frage stellt.

30.04.2021: Die Rebellion der Alfonsina Strada [Werbung] von Simona Baldelli: Schon als kleines Mädchen hat Alfonsina Strada einen großen Traum: Fahrrad zu fahren und das möglichst schnell. 1891 als eines von vielen Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen im norditalienischen Dörfchen Fossamarcia geboren, saust sie auf dem alten Drahtesel ihres Vaters heimlich durch die Nacht. Trotz Verbots meldet sie sich zu Rennen an, gewinnt und will noch mehr: am großen Giro d’Italia teilnehmen, für den jedoch nur Männer zugelassen sind. Mit Mut, Fantasie und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst bereitet sie sich auf den Coup ihres Lebens vor … 

30.04.2021: Die Eulenflüsterin [Werbung] von Tanja Brandt (TB): „Ich war ein Kind, das nie gewollt war“, sagt Tanja Brandt, wenn man sie zu ihrer Kindheit befragt. Schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihr Elternhaus. In ihrem ganz persönlichen Buch schreibt sie über ihren harten Lebensweg und über die Liebe zu ihren Tieren, die sie daran erinnert, dass Träume wahr werden können. Und sie lernt von ihren Tieren, was es braucht, um glücklich zu sein: Mitgefühl, Fürsorge und Verlässlichkeit.

30.04.2021: Als Mama mit der Lampe sprach [Werbung] von Nilüfer Türkmen: Nelly ist erst vier, als ihr Vater stirbt. Von nun an ist sie allein mit ihrer Mutter. Doch Nellys Mutter ist krank, sie erteilt unsinnige Verbote, impft dem kleinen Mädchen Angst vor Infektionen und Entführern ein. Und sie spricht mit Michael, der in der Lampe wohnt, der eigentlich gar nicht da ist, aber trotzdem alles über die beiden weiß. Nellys Mutter leidet an Schizophrenie, nicht alles, was sie sieht und hört, existiert auch wirklich. Tapfer schlägt sich das Mädchen durch – und versucht zu verstehen, was „wirklich“ ist, und was nicht. Nilüfer Türkmens Erfahrungsbericht ist ein berührendes Zeugnis einer Kindheit und Jugend. Und er lässt uns einen Blick in eine verborgene Welt werfen, die viel mehr Menschen betrifft, als wir gemeinhin glauben.

Frisch auf dem Buchmarkt: März 2021

Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht, aber diese Liste interessanter Neuerscheinungen habe ich bereits gekürzt – um etwa ein Drittel, mehr ging beim besten Willen nicht.

Es geht um Bitcoins, einen verbrecherischen Bibliophilien, den Sohn einer psychotischen Mutter, Natalie Amiri zwischen deutscher und iranischer Kultur, den Neuanfang der jungen Emilienne in London nach dem Bürgerkrieg in Ruanda, eine Wanderung durch Europa angefangen vom südlichsten Festlandzipfel in Tarifa in Spanien bis hin zum Nordkap in Norwegen, 25 Geschichten über das Reisen, die Verbindung zwischen Mensch und Tier im Nahen Osten, die Grenzen zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz, die Flucht vor dem Lockdown aufs Land, die Folgen eines Schlaganfalls, Augenblickstexte und Augenblickspoesien, eine Einladung zum Schreiben, nach einem Jahrzehnt aus dem Koma zu erwachen, um den Anteil von autobiografischem in Romanen, die Machtstellung von Amazon, der Roadtrip einer 90-jährigen mit einem schüchternen Studenten, die Reise einer 65-jährigen mit einem alten Benz durch 15 Länder, Gedanken rund um den 50. Geburtstag und um das Leben und Wohnen im Alter.

Aber schaut selbst:

04.03.2021: Monte Crypto von Tom Hillenbrand: Sein Geld hat der spleenige Start-up-Unternehmer Gregory Hollister größtenteils in der Kryptowährung Bitcoin angelegt. Als er bei einem Unfall ums Leben kommt, beginnt die Suche nach seinem Privatvermögen. Das hat der paranoide Kalifornier gut versteckt. Wo befindet sich der digitale Schatz, den die Medien bereits Montecrypto nennen? Hollisters Witwe beauftragt den Privatdetektiv Ed Dante, das verschwundene Geld aufzuspüren. Dante recherchiert und stellt bald fest, dass etliche Personen hinter Montecrypto her sind. Das ist angesichts der kolportierten Summe von mehreren Milliarden Dollar nicht weiter verwunderlich – aber die anderen Interessenten sind keine gewöhnlichen Schatzsucher. Warum interessieren sich ausländische Geheimdienste, das FBI und die Mafia für den Schatz? Dante erkennt, dass Hollisters Vermächtnis aus mehr besteht als aus einem Haufen digitaler Münzen. Möglicherweise ist Montecrypto der Schlüssel zu einem immensen Finanzskandal, der die gesamte Weltwirtschaft in den Abgrund reißen könnte. Wird es Dante gelingen, das Geheimnis von Montecrypto zu lüften, bevor der digitale Schatz in die falschen Hände gerät? Eine weltweite Suche beginnt, die von Los Angeles über New York und Frankfurt bis nach Zug führt, ins sogenannte »Crypto Valley« der Schweiz.

07.03.2021: Bibliomanie von Gustave Flaubert und Burkhard Neie: Der Buchhändler und Antiquar Giacomo lebt zurückgezogen in einer stillen Gasse in Barcelona. Seine Liebe gilt allein den Büchern. Er berauscht sich am Geruch ihres Papiers, dem Einband, der Vergoldung der Lettern und der Druckerschwärze. Sein Traum: der Aufbau einer eigenen Bibliothek. Bei dem Erwerb bibliophiler Schätze steht ihm allerdings sein Rivale Baptisto im Weg, der Buchhändler vom Königsplatz. Allmählich steigert sich Giacomos Leidenschaft zum verbrecherischen Wahn.

08.03.2021: Ein Spalt Luft von Mischa Mangel: Kurz nachdem er geboren wurde, leidet seine Mutter zum ersten Mal an einer Psychose. Sie zieht sich mit dem Kleinkind immer mehr von der Außenwelt zurück, kappt alle Kontakte zu Freunden und Familie, verlässt die Zweizimmerwohnung nur noch selten. Währenddessen kämpft sein Vater für das alleinige Sorgerecht. Als der Sohn schließlich in dessen neue Familie aufgenommen wird, bricht der Kontakt zur Mutter ab. Fast zwanzig Jahre später ist er deshalb auf die Zeugnisse anderer angewiesen – Gerichtsakten, Tonbandaufnahmen, Erzählungen und Erinnerungen der Familie –, um doch noch zu erfahren, was damals geschehen ist. Er malt sich aus, wie diese Zeit gewesen sein könnte, und wird dabei von einer surrealen, albtraumhaften Welt eingeholt. In Ein Spalt Luft erzählt Mischa Mangel einfühlsam vom Leben eines jungen Mannes, der seine eigene Geschichte sowie die seiner Familie umkreist. Dabei montiert er verschiedene Stimmen: die bürokratische Sprache psychologischer Gutachten und Studien, Märchen, Träume, psychotische Tiraden, erzählerische und poetische Sequenzen – eine kunstvolle Collage, ein vielstimmiges literarisches Debüt.

15.03.2021: Zwischen den Welten von Natalie Amiri: Was macht man, wenn man auf einer Recherchereise im iranischen Gebirge nicht tanken kann, weil das Benzin aufgrund westlicher Sanktionen knapp ist? Oder wenn man eine vermeintlich zu kurze Hose trägt und die Strafe darauf lautet, in ein Fass mit schwarzer Farbe steigen zu müssen? Und warum reiste Amiri trotz aller Warnungen immer wieder in den Iran? Natalie Amiri ist in München in einer deutsch-iranischen Familie aufgewachsen und lebte und arbeitete über sechs Jahre in Teheran. Sie ist eine der wenigen deutschen Journalistinnen, die den Iran detailreich kennt und der es gelingt, das internationale Politikgeschehen rund um die Islamische Republik klug und präzise einzuordnen. Authentisch beschreibt sie ihr Leben zwischen zwei Welten und unterschiedlichen Kulturen und bringt uns nahe, wie sich die politische Situation im Iran seit der Revolution von 1979 entwickelt hat. Es ist das Buch einer modernen jungen Frau und einer mutigen Journalistin, die höchste persönliche Risiken in Kauf nimmt, um den Menschen im Iran eine Stimme zu geben und über den Alltag in einem Land zwischen verbotenen Partys und Sanktionen zu berichten. Von Lehrern bis zu Drogenabhängigen, vom Revolutionsführer Khamenei bis zum ersten weiblichen Fußballstar des Iran – Natalie Amiri lässt sie zu Wort kommen und zeigt uns die unerwarteten Facetten der muslimischen Republik Iran.

15.03.2021: Der silberne Elefant von Jemma Wayne: Als Einzige ihrer Dorfgemeinschaft überlebte die junge Emilienne den Bürgerkrieg in Ruanda. In London versucht sie unter dem Namen Emily ein neues Leben zu beginnen und die allgegenwärtigen Erinnerungen an die grausamen Erlebnisse zu verdrängen. Vera, eine junge Londonerin, deren früheres Leben von Drogenexzessen geprägt wurde, hat gerade zum Christentum gefunden und möchte ein guter und moralischer Mensch sein. Geplagt von Schuldgefühlen, schafft sie es nicht, ihrem Verlobten Luke vom größten Fehler ihres Lebens zu erzählen. Auch die fortschreitende Krebserkrankung von Lukes Mutter Lynn wird zur Belastungsprobe für das junge Paar. Während die End-Fünfzigerin immer mehr auf die Hilfe anderer angewiesen ist, rechnet sie schonungslos mit den verpassten Chancen ihres Lebens ab. Erst als die Schicksale der drei Frauen sich eines Winters kreuzen, bewegt sich etwas in ihnen und sie nehmen nach und nach den Kampf gegen ihre Dämonen auf.

17.03.2021: Der Weg ist mein Zuhause von Philipp Fuge: 272 Tage zu Fuß unterwegs, über 6.500 Kilometer und 35 Breitengrade durch sieben Länder: Was für viele Wanderer ein Traum bleibt, hat Philipp Fuge in die Tat umgesetzt. Er durchquert Europa vom südlichsten Festlandszipfel in Tarifa in Spanien bis hin zum Nordkap in Norwegen, quer durch alle Klimazonen und Jahreszeiten. Während im spanischen Januar der Winter zum Frühling wird, wähnt sich Philipp im norwegischen Spätsommer schon tief im Herbst. Die Route führt ihn von Spanien nach Frankreich durch Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland bis an sein Ziel in Norwegen. Er spricht kein Spanisch und auch kein Schwedisch, ist fünf Monate auf dem Weg Richtung Norden vollkommen auf sich allein gestellt, aber Sprache ist beim Wandern kein Problem. Philipp Fuge trifft auf seinem Weg viele herzliche Menschen, die seine Reise einzigartig machen. Er erspürt die Eigenheiten der Länder und Regionen und die Besonderheiten der Landschaften, die er durchwandert. Auch die Schönheit der Natur lernt er durch seine entschleunigte Fortbewegung wieder viel mehr zu schätzen. Dass er bei dieser Wanderung kein einziges Mal seinen Pass vorzeigen muss, macht seine Reise aber auch zu einem Plädoyer für ein Europa ohne Grenzen. Die unzähligen grandiosen Augenblicke seiner grenzenlosen Rucksacktour quer durch Europa hat Philipp Fuge in dieser persönlichen Reiseerzählung festgehalten.

17.03.2021: Ansichtskarten: 25 Geschichten über das Reisen von Jörg Hülsmann und Hanna Hesse: Reisen – was bis vor kurzem noch selbstverständlich war und unbedingt dazugehörte, war seit dem Frühjahr 2020 auf einmal so weit weg. Daher machten sich 25 deutschsprachige Autor*innen auf den Weg – und wir können mit ihnen reisen. Ob erinnerte Reisen, Fantasiereisen, Zeitreisen oder Reisen durch das eigene Zimmer – es sind ganz besondere Postkarten, die wir von ihnen erhalten, anregende, beglückende, gegen den Strich gebürstete, befreiende. Wir reisen mit Weltatlas und Lupe, gehen durch Grenzgebiete und manchmal Wände. Oder verlieren uns einfach Zuhause. So schildert Lutz Seiler in seiner Erzählung „Exit“ den Versuch einer Familienzusammenführung in Hoch-Corona-Zeiten. Nachrichten über Checkpoints und von vereitelten „Grenzdurchbrüchen“ wecken im Autor unweigerlich Erinnerungen, doch in Sachen Chaos- und Katastrophenkompetenz ist der Ostdeutsche geschult. Und so schmiert der Autor fünf Doppelstullen und macht sich auf die Reise nach Schweden. Terézia Mora, Büchnerpreisträgerin 2018, hat eine poetische Wegbeschreibung verfasst, die am letzten Haus eines Ortes in Österreich beginnt und ein kleines, weißes Haus in Ungarn zum Ziel hat. Eine Reise durch Grenzgebiete, über eine Staatsgrenze, einmal buchstäblich durch eine Wand. Eine flirrende Anspannung liegt über allem, obwohl es durch eine vertraute Landschaft geht, vorbei an Schafgarbe, Schmetterlingen, versteinerten Schnecken. Christoph Peters beschreibt in „Plastikkanister“ eine Fahrt durch die ägyptische Provinz, entlang von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen. Soldaten mit Maschinengewehren säumen den Weg, Wasserbüffel, Wracks und Wüstensand, hin und wieder die Umrisse von Pyramiden am Horizont. Im Auto drei Menschen: der Fahrer, die Übersetzerin und ein deutscher Wissenschaftler. So unterschiedlich die drei Insassen auch sein mögen, eine Frage beschäftigt sie alle: Die Tanknadel sinkt immer weiter, doch nirgends gibt es Benzin – werden sie es bis nach Kairo schaffen? Diese und eine Auswahl von über zwanzig weiteren Geschichten, die auf dem ARD-Radiofestival 2020 vorgetragen wurden, führen uns vom Sofa aus in alle Welt. Neben Terézia Mora, Lutz Seiler und Christoph Petes haben auch Cihan Acar, Marica Bodrožic, Nora Bossong, Hans Christoph Buch, Helga Bürster, Kenah Cusanit, Yannic Han Biao Federer, Gunther Geltinger, Hans Gerhard, Verena Güntner, Anna Katharina Hahn, Yael Inokai, Lisa Kreißler, Judith Kuckart, Nele Pollatschek, Kerstin Preiwuß, Jaroslav Rudiš, Jochen Schimmang, Kerstin Specht, Jackie Thomae, Julia Trompeter und Christine Wunnicke ihre realen oder fiktiven Reisen zu dieser ungewöhnlichen Anthologie beigetragen.

17.03.2021: Pferde fliegen Businessclass – Was Tiere, Menschen und Gesellschaft im Nahen Osten verbindet von Olaf Koens und Roger Anis: In Aleppo werden Kämpfe gestoppt, um Zootiere kostenlos in die Türkei zu bringen. Im Arabischen Golf werden Tausende von Pferden in ein weniger warmes Land geflogen, wenn es für sie zu heiß ist. Tiere aus einem Zoo im Gaza-Streifen werden wegen der miserablen Bedingungen, unter denen sie leben, evakuiert, während die Grenze für Menschen hermetisch abgeriegelt ist. In den Golfstaaten, in glitzernden Städten wie Dubai, Doha und Abu Dhabi, werden Falken, Dromedare und Pferde besser behandelt als die Millionen pakistanischer oder indischer Gastarbeiter, die dort arbeiten. Tiere halten sich in klimatisierten Ställen auf, Menschen leben in Seecontainern voller Etagenbetten. Und wie ist es möglich, dass Vögel unter Spionageverdacht stehen und ihr Schicksal im Gefängnis abwarten müssen? In Pferde fliegen Businessclass nimmt uns der preisgekrönte Journalist Olaf Koens mit auf eine spannende Reise von den staubigen Straßen Gazas in die Wüste Katars, von der Türkei in die Krisengebiete Syriens und des Irak. Dabei stolpert er über bewegende und manchmal fast lächerliche Geschichten, in denen das Schicksal der Tiere das Elend, die Hoffnung und die Ängste einer ganzen Region offenlegen.

22.03.2021: Der Algorithmus der Menschlichkeit von Vera Buck: Eine Geschichte über die Grenzen zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz – eine Geschichte über das, was das Menschsein ausmacht. Wer Mari begegnet, dem fällt auf, dass sie intelligent ist und fast gespenstisch makellos. Aber auch, dass sie Witze nicht versteht, und alles sehr rational sieht. Und wer sie besser kennenlernt, dem fällt auf, dass Mari weder Schlaf noch Nahrung braucht. Denn Mari ist nur fast ein Mensch. Ihre künstliche Intelligenz lernt ständig dazu, um eine Aufgabe zu erfüllen: den Menschen glücklich zu machen. Doch als Mari nach einer unglücklichen Verkettung von Umständen mit einem bunt zusammengewürfelten Haufen Menschen, darunter der rebellischen Bloggerin Frieda und dem einsamen Studenten Linus, in einer Berliner Wohnung landet, erkennt sie, dass ihre Aufgabe alles andere als einfach ist. Die Welt folgt ihrer eigenen Logik, die Wünsche der Menschen sind irrational, und Mari muss begreifen dass es eine Welt jenseits der beweisbaren Fakten gibt. Wie soll sie Wesen glücklich machen, die keine Ahnung haben, was sie wollen? Doch dann kommt sie auf eine Lösung, mit der kein Mensch gerechnet hätte

22.03.2021: Über Menschen von Juli Zeh: Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbarsten Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

23.03.2021: Das Leben ist ein vorübergehender Zustand von Gabriele von Arnim: Ein Schlaganfall, zehn Tage später der zweite, haben ihren Mann aus allem herauskatapultiert, was er bis dahin gelebt hatte. Und aus ihr wird die Frau des Kranken. Der nicht deutlich sprechen, nicht gehen, nicht lesen, nicht schreiben kann – aber nach wie vor wasserhell denkt. Zutiefst eingekerkert in sich, ausgeschlossen von der Welt, die er bisher so großräumig bewohnt hat. Ein zerstörter Mensch, ein Bär ohne Wildnis. Und sie sitzt ratlos zusammen mit der Vergangenheit und der Zukunft auf der schmalen Bank namens Jetzt. Wie lebt man Krankheit? Zehn Jahre lang haben die beiden gekämpft, gelitten, gewütet und sich gegenseitig mit neuer Innigkeit kennengelernt. Gabriele von Arnim beschreibt in diesem literarischen Text, wie schmal der Grat ist zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit, Zuwendung und Herrschsucht. Wie leicht Rettungsversuche in demütigender Herabwürdigung enden. Und Aufopferung erbarmungslos wird. Wie liebt und hütet man einen Mann, der an dem Tag zusammenbricht, an dem man ihm gesagt hat, man könne nicht mehr leben mit ihm? Wie schafft man die Balance, in der Krankheit zu sein und im Leben zu bleiben? „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ ist eine leidenschaftliche, so kühle wie zärtliche Erzählung eines bedrängten Lebens.

23.03.2021: Sprachlaub oder: Wahr ist, was schön ist von Martin Walser und Alissa Walser: Texte von Martin Walser mit Aquarellen von Alissa Walser. «Du musst den Wörtern kündigen», notiert der Schriftsteller, oder: «Ich bin durchsichtig wie ein leeres Marmeladenglas.» In Augenblickstexten, Augenblickspoesien sammelt Martin Walser noch einmal Eindrücke von der Welt, wobei sein Sehen oft ein Sichversenken ist, sein Anschauen einer Wasseroberfläche, einer Lilie oder Baumkrone schon eine Art, über diese Dinge nachzudenken. Die Aquarelle Alissa Walsers entsprechen diesem Nachdenken; indem sie ausschweifen ins Sinnliche, weisen sie hin auf die landschaftlichen Quellen. Sie grundieren die Stimmungen des Autors mit dem Spektrum jahreszeitlicher Farben. Die Themen, die hier auf wenigen Seiten Platz finden, sind vielfältig und weitgespannt. Vor fast 80 Jahren hat Walser mit dem Schreiben begonnen, und noch immer tut er, was er auch damals getan hat, fixiert die eigenen Zustände, als wären sie endgültig, versucht gleichzeitig, offen zu bleiben. Motive: einer sein wollen, der man nicht ist; Sätze, die man sagen wollte und nicht sagte; Texte, die man schreiben wollte und nicht schrieb; Streit und Liebe. «Schicksal». Gespräche mit dem eigenen Knie oder einer Katze. Und dann das Hauptmotiv: dass es bald enden könnte. Der Schriftsteller richtet sich darauf ein, bereitet sich vor, sagt aber auch: «Ich wehre mich nicht, ich bin bedacht und will bis zum letzten Abend leben.»

24.03.2021: Einladung zum Schreiben von Doris Dörrie: Dieses Buch ist eine persönliche Einladung an jeden von uns, selbst zum Stift zu greifen und über das eigene Leben nachzudenken. In ›Leben, schreiben, atmen‹ erzählt Doris Dörrie von der Kraft des autobiographischen Schreibens und hat damit unzählige Leserinnen und Leser begeistert. Nun ermutigt sie uns, mit diesem Schreibjournal voller Inspirationen und Tipps in die eigene Geschichte einzutauchen und die Widersprüchlichkeit des Lebens zu umarmen.

24.03.2021: Der ehemalige Sohn von Sasha Filipenko: Eigentlich sollte der junge Franzisk Cello üben fürs Konservatorium, doch lieber genießt er das Leben in Minsk. Auf dem Weg zu einem Rockkonzert verunfallt er schwer und fällt ins Koma. Alle, seine Eltern, seine Freundin, die Ärzte, geben ihn auf. Nur seine Großmutter ist überzeugt, dass er eines Tages wieder die Augen öffnen wird. Und nach einem Jahrzehnt geschieht das auch. Aber Zisk erwacht in einem Land, das in der Zeit eingefroren scheint.

24.03.2021: Sind Sie das? von Charles Lewinsky: Was schmuggelt ein Schriftsteller bewusst oder unbewusst vom eigenen Leben in seine Bücher? Charles Lewinsky hat sich auf Spurensuche begeben und staunt, wie viel Persönliches sich ungewollt in seine Romane eingeschlichen hat. Was ihm nun die Gelegenheit gibt, sich in Anekdoten und Geständnissen an Hochgefühle ebenso zu erinnern wie an kritische Momente – so wie er sie in den eigenen Romanen als Spiegelungen wiederentdeckt hat.

24.03.2021: Ausgeliefert – Amerika im Griff von Amazon von Alec MacGillis: In seinem großen Gesellschaftsporträt der USA zeigt der preisgekrönte Investigativjournalist Alec MacGillis, dass es vor allem der Großkonzern Amazon ist, der die Spaltung Amerikas vorantreibt. Amazon sorgt dafür, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet, während immer weniger Menschen zu den Gewinnern gehören. In monopolartigen Verhältnissen akkumuliert Amazon immer mehr Reichtum und Macht und Jeff Bezos, schon jetzt der reichste Mann der Welt, profitiert weiter von der wachsenden Ungleichheit. In einer 10 Jahre umspannenden investigativen Recherche, die ihn von Washington nach Seattle, nach San Francisco, Baltimore und Ohio führte, hat MacGillis die Einzelschicksale, die Amazon prägt, zu einem Porträt der amerikanischen Gesellschaft verwoben. Er war in Columbus, Ohio, wo Amazon Steuern erlassen werden, obwohl der Warenhausbetreiber den Durchschnittslohn in der Region senkt. Und er war in Seattle, wo das gigantische Amazon Headquarter die Lebenskosten in die Höhe treibt und die einst pulsierende Black Community nahezu gänzlich verdrängt hat. »Ausgeliefert« ist mehr als das Porträt Amazons. Es ist das Porträt der Vereinigten Staaten von Amerika, die immer mehr unter den Schatten Amazons geraten. MacGillis zeigt eindringlich, wie sehr die Macht der Großkonzerne den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den USA bedroht – und er lässt uns ahnen, was uns in Europa unmittelbar bevorsteht, wenn es uns nicht gelingt, die Macht Amazons zu beschränken.

26.03.2021: Reise mit zwei Unbekannten von Zoe Brisby: Die 90-jährige energische Maxine ist aus dem Seniorenheim ausgebüxt, um ihr Ableben selbstbestimmt zu regeln. Der schüchterne Student Alex hat Liebeskummer und braucht frischen Wind. Das Schicksal führt sie über ein Mitfahrportal zusammen. In einem uralten Twingo brechen sie zu einer Fahrt durch Frankreich nach Brüssel auf. Als Maxine von der Polizei gesucht wird, beginnt ein atemloses Abenteuer – mit Blick auf die grandiose Vielfalt des Lebens.

29.03.2021: Einfach abgefahren – Wie ich mit 65 Jahren und einem alten Benz 18.000 Kilometer durch 15 Länder reiste von Margot Flügel-Anhalt: Bestsellerautorin Margot Flügel-Anhalt hält es nach ihrem Motorradtrip um die halbe Welt nicht lange in Deutschland: Mit 65 Jahren, einem 24 Jahre alten Benz und ohne Reisepass macht sie sich auf, um 15 Länder über 18.000 Kilometern bis nach Südostasien zu bereisen. Die rüstige Rentnerin erzählt in „Einfach abgefahren“ nicht nur von berührenden Begegnungen mit Fremden und atemberaubenden Landschaften, sondern auch von bedrohlichen Momenten in Kriegs- und Krisengebieten. Ihre fesselnden Geschichten von unterwegs ziehen unweigerlich in den Bann und man stürzt sich ohne Zögern mit in dieses einmalige Abenteuer. Das beeindruckende Reisememoir einer beeindruckenden Frau, die die Freiheit in der Welt sucht und findet.

29.03.2021: Das Schönste an uns sind wir von Christiane Hastrich und Barbara Lueg: Fünfzig werden ist eine Zäsur im Leben. Der Blick in den Spiegel wird kritischer. Die Leichtigkeit der Jugend schwindet. Doch etwas in uns nimmt auch Anlauf. Wir sind ja mittendrin. Und fühlen uns manchmal präsenter denn je. Die Fernsehredakteurinnen Christiane Hastrich und Barbara Lueg haben Experten und Gleichaltrige befragt, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen: Was ist noch möglich an Neuanfängen? Was geht vorbei, was rückt an die Leerstellen? Natürlich zwickt das Älterwerden – aber bis dahin ist noch jede Menge Zeit für Abenteuer!

29.03.2021: Statt einsam gemeinsam – Wie wir im Alter leben wollen von Christiane Hastrich und Barbara Lueg: Wie wollen wir im Alter leben? Welche Lebensform passt zu uns? Diesen Fragen stellen sich die Journalistinnen Christiane Hastrich und Barbara Lueg und testen die Möglichkeiten kurzerhand selber aus. Sie legen sich ins Tinyhouse, bauen ihr Zelt bei den Dauercampern auf, nehmen sich ein Zimmer in der Seniorenresidenz und besuchen ein Mehrgenerationenhaus. Auf der Suche danach, was uns im Alter glücklich macht, haben sie Interviews geführt, Experten befragt und Vor- und Nachteile der Alternativen im ehrlichen Selbstversuch gegeneinander abgewogen. Eine inspirierende Entdeckungsreise in eine neue Lebensphase, die uns alle erwartet. Und in der wir uns neu erfinden können, statt einsam lieber gemeinsam!

Frisch auf dem Buchmarkt: Februar 2021

Dieser Bücherbummel fühlt sich wieder besser an. Ich habe eine unbändige Lust die unterschiedlichsten Geschichten und Themen zu entdecken, zu denen in diesem Monat Bücher erschienen sind. Die Begeisterungsfähigkeit und die Neugier sind zurück, was wohl auch daran liegt, dass ich erst kürzlich ein großartiges Buch beendet habe und gerade noch eines lese, das mich auf seine ganz besondere Art zu packen weiß. Solche Perlen erhoffe ich natürlich auch bei den Neuerscheinungen des Februars zu entdecken.

Bei den gefundenen Büchern geht es um die Möglichkeit herauszufinden was passiert wäre, wenn man manche Entscheidungen anders getroffen hätte, das Couchsurfen in Saudi Arabien, einen Rückblick in die Achtziger Jahre, einen Rückblick in die Siebziger Jahre, die Überprüfung einer Wahrsagerei, die Geschichte eines Geschwisterpaares in Tadschikistan, die Verschiebung von Ansichten, wenn plötzlich das Wohl des eigenen Kindes auf dem Spiel steht, die Flucht einer Frau mit ihren Kindern, eine App, die körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und Handlungsempfehlungen gibt, den Abschied eines Mannes von seinem Vater, den Weg einer Frau von Ghana nach England um schließlich in Berlin zu landen und einen Science-Fiction-Thriller über die Zukunft der Ernährung.

Aber schaut selbst und lasst euch inspirieren:

01.02.2021: Die Mitternachtsbibliothek [Werbung] von Matt Haig: Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.
Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?
Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.

01.02.2021: Couchsurfing in Saudi-Arabien – Meine Reise durch ein Land zwischen Mittelalter und Zukunft [Werbung] von Stephan Orth: Als Saudi-Arabien erstmals Touristen einreisen lässt, packt Bestsellerautor Stephan Orth sofort den Rucksack. Von Couch zu Couch erkundet er das Königreich und erhält Einblicke in eine verschlossene Gesellschaft, wie sie bisher keinem westlichen Besucher möglich waren. Er wird Zeuge eines radikalen Wandels, sieht Frauen Auto fahren und tanzt mit Zehntausenden beim Wüsten-Rave. Doch jenseits der Glitzerwelt gelten drakonische Strafen, und an der Grenze zum Jemen sind die Bomben nicht zu überhören. Stephan Orth berichtet von seiner bisher aufregendsten Reise.

11.02.2021: Sweet Dreams: Rücksturz in die Achtziger [Werbung] von Frank Goosen: Als die Achtziger ausbrechen, ist Frank Goosen dreizehn, als sie enden, vierundzwanzig. Dazwischen: Schulterpolster, Synthiepop – und jede Menge Veränderung im Ruhrgebiet. Kultur statt Kohle lautet die Devise: Während Zechen und Hochöfen stillgelegt werden, erobert Schimanski die Fernsehbildschirme und Starlight Express die Rollschuhbahnen. Beste Voraussetzungen also, um erwachsen zu werden! In seinen neuen Stories und Glossen nimmt Frank Goosen uns mit in diese legendäre Zeit des kulturellen Wandels. Denn während man sich im Ruhrgebiet zu neuen musikalischen und modischen Höhen aufschwingt, fängt auch für ihn das Leben erst richtig an: Mit fulminantem Witz und viel Selbstironie berichtet er von merkwürdigen Ritualen beim Trio-Konzert und von der Jagd nach dem perfekten Mixtape für Claudia, Kerstin und Frauke. Er erklärt, wieso die Achtziger für ihn vor allem nach Videotheken rochen und wie Billy Crystal ihm einmal eine Beziehung ruinierte. Eine so persönliche wie vergnügliche Zeitreise – für die, die dabei waren, und für alle anderen.

11.02.2021: Die Kinder hören Pink Floyd [Werbung] von Alexander Gorkow: Die 70er-Jahre. Eine Vorstadt. Das Westdeutschland der letzten Baulücken, der verstockten Altnazis, der gepflegten Gärten. Die Kriegsgräuel sind beiseitegeschoben, zum Essen geht es in den Balkan Grill, die Einbauküche daheim überzeugt durch optimale Raumnutzung. Für den 10-jährigen Jungen aber ist es eine Welt der Magie, der geheimen Kräfte, des Kampfs des Bösen gegen das Gute. Der Leitstern des Jungen in diesem Kampf ist die große Schwester – das Kind Nr. 1 der Familie. Sie ist herzkrank und sehr lebenshungrig. Mit trockenem Humor und großer Aufsässigkeit stemmt sie sich gegen alle Bedrohungen, nicht zuletzt mithilfe der vergötterten Band Pink Floyd aus dem fernen London, den Kämpfern gegen das Establishment, deren Songs alles zum Glänzen bringen.

12.02.2021: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin [Werbung] von Delphine de Vigan: Mathilde lebt mit ihren drei Söhnen in einer kleinen Wohnung in Paris. Seit dem Tod ihres Mannes kümmert sie sich allein um sie und ist stolz auf das Resultat. Die Jungen sind selbstständig und kommen im Leben gut zurecht. Das kann Mathilde von sich nicht mehr behaupten. Bis vor einiger Zeit ist sie ihrem Beruf mit großer Begeisterung nachgegangen. Doch seit Monaten verschlechtert sich ihre Arbeitssituation zusehends. Liegt es wirklich daran, dass sie ihrem Chef in einer Besprechung offen widersprochen hat? Wird sie deshalb von allen wichtigen Sitzungen ausgeschlossen? Und landen deshalb nur noch belanglose Aufgaben auf ihrem Tisch? Verzweifelt und mit den Kräften am Ende sucht sie eine Wahrsagerin auf. Die prophezeit ihr eine besondere Begegnung für den 20. Mai. Mathilde beginnt zu hoffen. Doch worauf? Auf das befreiende Gespräch mit ihrem Chef? Auf die Rückkehr ihrer alten Stärke? Oder auf die Begegnung mit einem ganz besonderen Mann? Der Tag der Prophezeiung bricht an …

15.02.2021: Im Strom der Steine [Werbung] von Wladimir Medwedew: Eine der spannendsten Stimmen der russischen Gegenwartsliteratur. Wladimir Medwedew erzählt die packende Geschichte eines Geschwisterpaares im zentralasiatischen Tadschikistan Anfang der 1990er Jahre. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetmacht gerät das Land in den Strudel von Bürgerkrieg und regionalen Machtkämpfen. Der Vater von Sarina und Andrej, ein tadschikischer Arzt, wird ermordet. Auch seine russische Frau und seine Kinder werden bedroht und daraufhin von Onkel und Großvater in ihr Heimatdorf im Pamir geholt. Doch der Vater hatte dort noch eine zweite Frau, eine Tadschikin. Und die Auseinandersetzungen zwischen den Familien könnten nicht größer sein. Ein atemberaubender, vielschichtiger Gesellschafts- und Familienroman – mit dem sich Wladimir Medwedew an die Spitze der russischen Gegenwartsliteratur geschrieben hat.

16.02.2021: Siegerin [Werbung] von Sarid, Yishai, Ruth Achlama: Wie lernt man zu töten, ohne daran zu zerbrechen? Als Psychologin berät Abigail seit Jahren erfolgreich das israelische Militär, wie es Soldaten besser auf Einsätze vorbereitet. Doch dann wird ihr einziger Sohn Schauli einberufen, und sie muss sich entscheiden: Was wiegt schwerer, das Wohl ihres Landes oder das ihres Kindes?

18.02.2021: Niemand hat Angst vor Leuten, die lächeln [Werbung] von Véronique Ovaldé: An einem Junitag packt Gloria eilig die Koffer, dazu ein paar Plüschtiere und die Beretta ihrer großen Liebe, holt ihre Töchter, die fünfzehnjährige Stella und die sechsjährige Loulou, von der Schule ab und verlässt das sonnige Städtchen an der Côte d’Azur. Der überstürzte Aufbruch – getarnt als Reise zum Ferienhaus der Familie im Elsass, ein einsames Idyll inmitten von Wäldern und Seen – ist nichts anderes als eine lang vorbereitete Flucht. Gloria ist überzeugt: Um sich und ihre Töchter zu schützen, muss sie jede Verbindung zu ihrer Vergangenheit kappen. Wie weit wird sie gehen, um ihre Töchter vor der Bedrohung zu retten? Véronique Ovaldé verbindet eine thrillerhafte Handlung und knisternde Atmosphäre zu einem spannungsgeladenen Frauenporträt, das mit zahlreichen Volten und Wendungen überrascht. Die französische Erfolgsautorin erweist sich einmal mehr als brillante Stilistin und virtuose Fallenstellerin.

19.02.2021: Das Ting [Werbung] von Artur Dziuk (TB): Vier junge Visionäre gründen in Berlin ein Start-Up und entwickeln zusammen eine App: das sogenannte Ting, das körperbezogene Daten seiner Nutzer sammelt, auswertet und auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen gibt. Das Prinzip Ting überzeugt – die App schlägt ein wie eine Bombe. Getrieben vom Erfolg entwickelt Mitgründer Linus die Möglichkeiten immer weiter, sein eigenes Leben und das der User mithilfe des Ting zu optimieren. Doch um neue Investoren für die Firma zu gewinnen, sind er und sein Team bald gezwungen, sich auf ein gefährliches Spiel einzulassen: Sie verpflichten sich vertraglich, künftig unter allen Umständen jeder Empfehlung des Ting zu gehorchen – mit verheerenden Folgen.

20.02.2021: Die kanadische Nacht [Werbung] von Jörg Magenau: Ein tief berührendes Buch über Abschiede und den Trost des Neubeginns. In seinem ersten Roman blickt Jörg Magenau auf das Leben eines Mannes, der erzählend zu sich selbst reist. Aus einer inneren Enge in ein weites, wildes Land. In Kanada liegt der Vater im Sterben. Die Nachricht trifft seinen Sohn in einer Krise. Hinter ihm liegt ein gescheitertes Buchprojekt. Seit Jahrzehnten hat er den fernen Vater nicht gesehen, nun überquert er Atlantik und Rocky Mountains, um ihn hoffentlich noch lebend anzutreffen. Doch was ist überhaupt ein Leben? Was weiß man von einem fremd gebliebenen Vater, von der Liebe der anderen und der eigenen? Und wie schreibt man darüber? Die Fahrt durch die kanadische Nacht führt den Erzähler immer tiefer in die eigene Herkunft und hinaus ins Offene. Als er den Vater erreicht, geht etwas zu Ende, aber etwas Neues beginnt auch: die Suche nach dem, was trotz aller Vergänglichkeit bleibt.

24.02.2021: Adas Raum [Werbung] von Sharon Dodua Otoo: Sharon Dodua Otoos Mut und ihre Lust zu erzählen, ihre Neugier, die Gegenwart zu verstehen, machen atemlos. In ihrer Welt hängt alles am seidenen Faden, es droht zu fallen, und doch bleibt es auf wundersame Weise in der Schwebe. So wie Ada, um die sich Otoos erster Roman dreht. Ada ist nicht eine, sondern viele Frauen: In Schleifen bewegt sie sich von Ghana nach England, um schließlich in Berlin zu landen. Sie ist aber auch alle Frauen, denn die Schleifen transportieren sie von einem Jahrhundert zum nächsten. So erlebt sie das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Mit einer bildreichen Sprache und unendlicher Imagination, mit Empathie und Humor zeichnet Sharon Dodua Otoo in ihrem Roman »Adas Raum« ein überraschendes Bild davon, was es bedeutet, Frau zu sein.

24.02.2021: Exit this City [Werbung] von Lisa-Marie Reuter: Climate Fiction aus Deutschland: »Exit This City« ist ein Science-Fiction-Thriller über die Zukunft der Ernährung. Deutschland im Jahr 2158: Auf den Reisplantagen des verarmten Agrarlands braut sich eine Rebellion zusammen. Genmanipulierte Bienen sollen die Felderträge steigern, doch ihr Stich ist tödlich. Tausende Menschen wurden mit dem Gift infiziert, alle starben – bis auf die charismatische Veeru, die seitdem wie eine Göttin verehrt wird. Die Plantagenarbeiter folgen ihr auf einem Feldzug gegen die Landbesitzer. Ihr Ziel ist die Europazentrale des skrupellosen Konzerns FinalFood Inc. Doch Veerus wahre Absichten bleiben dunkel, und vieles deutet darauf hin, dass sie insgeheim ihre eigenen Pläne verfolgt. Am anderen Ende der Welt irrt Marti ohne Erinnerung durch Delhi. Er ist allein und er wird verfolgt. Als ein radioaktiv verseuchter Staubsturm Kurs auf die Millionenmetroploe hält, gibt es für die Bevölkerung nur noch eines: Raus aus der Stadt! Doch Marti kann erst fliehen, wenn er weiß, warum es die unbekannten Feinde auf ihn abgesehen haben. Seine Suche nach der Wahrheit führt ihn mitten hinein in die Machenschaften eines Konzerns, der in Deutschland ein skrupelloses Spiel um Macht und Einfluss spielt.

Frisch auf dem Buchmarkt: Januar 2021

Eigenartig fühlte sich dieses Mal mein Bummel durch die Verlagsvorschauen des Frühjahrs an. Für viele Themen und Geschichten bin ich derzeit einfach nicht offen. Wenn ich die Worte Dystopie, Pandemie oder Virus lese, bin ich sofort raus. Von Politik habe ich die Nase voll, allzu Kritisches will ich gerade nicht auch noch hinterfragen müssen und selbst Blutrünstiges kann mich derzeit nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Aber allzu Fantasievolles und die lustige heile Herzschmerwelt sowie Trümmerbeziehungen reizen mich halt auch nicht und so blätterte ich mich dieses Mal nörgelig und mäkelig durch die virtuellen Bücherwelten. Ein eigenartiges Gefühl für jemanden, der sich sonst kaum zu bremsen weiß und immer über alle Maßen fündig wird. Nicht, dass ich nicht sowieso schon eine Bücherwunschliste hätte, die aus allen Nähten platzt…

Im nachhinein konnte ich kaum glauben, dass ich doch noch einige (12!) ansprechende Neuerscheinungen für den Januar entdeckt habe. Dabei geht es um den heiligen Fettstoffwechsel, um Reisegeschichten, einen Pionier auf dem Gebiet der Gynäkologie, eine Fotojournalistin, die von den gefährlichsten Orten unserer Welt berichtet, um mystisches Wissen, eine künstliche Intelligenz mit dem Namen Dave, den Arabischen Frühling, um die Folgen einer Hirnblutung, um einen Affen, der nicht nur einen Cheeseburger bestellen kann, einen 14jährigen Jungen, der in Malawi ein Windrad baut, einen mysteriösen Brief, in dem Dinge stehen, die eigentlich niemand über Heloise wissen kann und Geschichten, die heilsam, tröstlich und unterstützend sein können.

Aber schaut selbst und lasst euch inspirieren:

04.01.2021: Die geheime Kraft des Fettstoffwechsels [Werbung] von Marion Kiechle und Julie Gorkow: Ernährung ist der Schlüssel für einen gesunden Fettstoffwechsel. Je nach Lebensphase spielen die Hormone einen großen Einfluss. Die richtigen Lebensmittel können in all diesen Lebensphasen den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Dazu kommen im Laufe des Lebens stoffwechsel-induzierte Erkrankungen, die mit der richtigen Ernährung ebenfalls behandelt werden können. Die Frauenärztin Dr. Marion Kiechle kennt aus der Praxis und aus ihrer Uni-Tätigkeit all diese Phasen und Erkrankungen genau, die Journalistin Julie Gorkow erklärt die Zusammenhänge verständlich. Damit dieses Wissen über den Fettstoffwechsel sofort anwendbar wird, ergänzt ein ausführlicher Rezept-Teil den Ratgeber.

11.01.2021: The Travel Episodes: Von Abenteuern in der Ferne und vor der Haustür [Werbung] von Johannes Klaus: Ein Glück, dass gute Reisegeschichten niemals langweilig werden! Denn auch im fünften Band der erfolgreichen Reihe „The Travel Episodes“ werden gemeinsam mit Johannes Klaus die spannendsten, aufregendsten und mitreißendsten Storys aus allen Ecken der Welt gekürt. Sie entführen uns in den afrikanischen Busch, in die eisige Wildnis Grönlands und die rote Weite Australiens. Sie erzählen von einem Segelabenteuer im südlichen Ozean, beschreiben das große Nichts in Kasachstan und zeigen, wie eine neue Generation in Bangladesch das Reisen für sich entdeckt. Das Buch für Fernsüchtige!

14.01.2021: Der Mann im roten Rock [Werbung] von Julian Barnes: Julian Barnes lässt uns teilhaben am Leben von Dr. Samuel Pozzi (1846–1918), dem damals bekannten Arzt, Pionier auf dem Gebiet der Gynäkologie und Freigeist, ein intellektueller Wissenschaftler, der seiner Zeit weit voraus war: So führte er Hygienevorschriften vor Operationen in Frankreich ein und übersetzte Darwin ins Französische. Julian Barnes zeichnet das Bild einer ganzen Epoche am Beispiel dieses charismatischen Mannes. Man kann Julian Barnes nur bewundern: Kenntnisreich, elegant und akribisch recherchiert, beschreibt er das privat turbulente Leben Dr. Pozzis und erzählt Kulturgeschichten über den Fin de Siècle und seine Protagonistinnen und Protagonisten: Maler, Politiker, Künstler, Schauspieler, Schriftsteller. Dr. Pozzi reiste, um Erkenntnisse zu gewinnen, und stand für einen engen Austausch zwischen England und dem Kontinent. Julian Barnes beleuchtet diese fruchtbaren Beziehungen und schreibt zugleich ein spannendes Plädoyer, an der Idee Europas festzuhalten.

18.01.2021: Menschlichkeit in Zeiten der Angst [Werbung] von Julia Leeb: Die Fotojournalistin Julia Leeb berichtet von den gefährlichsten Orten unserer Welt. Hautnah erfährt sie, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten, sei es bei den Kämpfen der Nubier im Sudan, bei den Warlords im Kongo, im Krieg in Libyen, während der Revolution in Ägypten oder in der abgeschotteten Diktatur in Nordkorea. Dabei gerät sie selbst in Lebensgefahr: Als sie mit ihren Recherchen der Wahrheit zu nahe kommt, soll sie kaltblütig umgebracht werden. Ein anderes Mal wird sie verschleppt, um sie als Zeugin zum Schweigen zu bringen. Dennoch schildert sie in ihren Reportagen über die Vergessenen unserer Welt auch immer wieder Begegnungen voller Schönheit und Hoffnung. Es sind vor allem Frauen, die durch ihren Mut und ihre Zuversicht den Weg aus Gewalt und Unterdrückung zu Frieden und wahrer Menschlichkeit weisen.

19.01.2021: The Mystical Year: Zwölf magische Monate voller Mythen und Bräuche [Werbung] von Allison Davies: Dieses liebevoll gestaltete Buch ist der perfekte Einstieg für alle, die sich ein wenig Magie in ihrem Leben wünschen. Jeder Monat und jede Jahreszeit bergen ihr eigenes Potenzial, das es zu entdecken gilt. Wir lernen besondere Ereignisse, überlieferte Weisheiten, heidnische Sagen und traditionelle Feste kennen und erfahren von magischen Eigenschaften bestimmter Kräuter, Tiere, Steine oder Tarotkarten – und von vielem mehr. Jährlich wiederkehrende Sternenkonstellationen spielen ebenso eine Rolle wie der Einfluss des Mondes. Themenseiten, Tipps und Übungen runden diesen Leitfaden für alle mit einer mystischen Ader ab. Von der Weisheit der amerikanischen Ureinwohner bis zu den Geschichten der Griechischen Sagenwelt, heidnischer Erzählungen und römischer Traditionen existiert ein Reichtum an Wissen aus vielen Kulturen. Feiern Sie den Frühling und Sommer als Zeit der Erneuerung mit Flora, der römischen Göttin der Blumen, begehen Sie an Litha, einem der solaren Feste des Wicca-Glaubens, die Sommersonnenwende, und wenn die Nächte länger werden, helfen selbst gemachte, duftende Kräutergirlanden, böse Geister abzuwenden. Für jeden Monat finden sich in diesem Buch der jeweilige Vollmondname oder Wicca-Jahreskreis sowie eine Zusammenstellung mystischer Traditionen, die den Wechsel der Natur feiern. Mystisches Wissen für alle, die durch eine Rückbesinnung auf überlieferte Weisheiten über den Zyklus der Jahreszeiten neue Kräfte aktivieren und sich mehr mit der Natur verbinden möchten!

23.01.2021: Dave [Werbung] von Raphaela Edelbauer: Was braucht es, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten? Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie die Beantwortung dieser Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein bedingungsloser Glaube an die Technik ins Wanken. Welchem Zweck dient DAVE wirklich und wer wird von ihm profitieren? In der Welt von Syz dreht sich alles ums Programmieren. Geschlafen und gegessen wird hauptsächlich, um schnellstmöglich wieder in die Datenströme des Computers abzutauchen. Das Ziel des gesamten Labors ist nichts Geringeres als die Programmierung der ersten generellen Künstlichen Intelligenz, ausgestattet mit einer Höchstleistung an Rechenkraft und menschlichem Bewusstsein: DAVE. Dann allerdings bringen zwei Ereignisse Syz‘ geregeltes Leben ins Wanken. Erstens, Syz verliebt sich in eine junge Ärztin, und zweitens, DAVE droht ein Totalausfall. Der Strudel, in den Syz in der Folge gerät, katapultiert den Programmierer in unmittelbare Nähe der Machtzentrale. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der Künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, taucht Syz tief in die Geschichte des Labors ein und versucht herauszufinden, wessen Interessen DAVE am Ende eigentlich dient. Nach dem großen Erfolg von »Das flüssige Land« legt Raphaela Edelbauer einen einzigartigen Roman über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Künstlichen Intelligenz vor.

25.01.2021: Die Republik der Träumer [Werbung] von Alaa al-Aswani: Hoffnung, Aufbegehren, Scheinheiligkeit und Unterdrückung – Der große Roman über die ägyptische Revolution zum 10. Jahrestag des Arabischen Frühlings. Kairo, 25. Januar 2011, 25.000 Menschen demonstrieren gegen Mubarak. Sie träumen von der großen Veränderung, doch während in der euphorischen Menge Liebesbeziehungen aufblühen, wird der Bürgerrechtler Khaled vor den Augen aller ermordet. Seine Freundin Dania will ihren Widerstand nicht aufgeben – und sei es gegen den eigenen Vater, den bigotten Geheimdienstchef, der islamische Werte predigt und heimlich Pornos schaut. Al-Aswanis Figuren verkörpern in diesem mitreißenden Buch, das in Ägypten verboten wurde, alle Facetten der Revolution, die für jede von ihnen einen Wendepunkt in ihrem Schicksal bedeutet. Ein unvergessliches Porträt der modernen ägyptischen Gesellschaft.

25.01.2021: Königin außer Dienst [Werbung] von Martine Bijl: Martine ist erfolgreich, berühmt, steht mitten im Leben, als an einem Herbstmorgen „ein Ballon hinter ihren Augen platzt“. Eine Hirnblutung verändert das Leben der Autorin schlagartig.
Bevor sie vier Jahre später an den Folgen der Krankheit stirbt, schreibt Martine Bijl ein Buch, das einzigartige, berührende und schmerzlich ehrliche Einblicke erlaubt. In eindringlichen, ja poetischen Bildern, mit bewundernswerter Kraft und Selbstironie schildert Martine Bijl, wie es ist, „im Kopf Angst zu haben, und nicht zu verstehen, warum und wovor“. Ein Buch, das scheinbar Unmögliches möglich macht, das uns Menschen, deren Wahrnehmung getrübt ist, besser verstehen lässt. Ein Buch, das Mut macht.

25.01.2021: Sprich mit mir [Werbung] von T.C. Boyle: Wer ist menschlicher? Der Mensch oder der Affe? Die Weltpremiere von T.C. Boyles neuem Roman. Sam, der Schimpanse, den Professor Schemerhorn in eine TV-Show bringt, kann in der Gebärdensprache nicht nur einen Cheeseburger bestellen, sondern auch seinen Namen sagen. Wie ein Kind wächst er umsorgt von Wissenschaftlern auf. Als die schüchterne Aimee dazu stößt, entspinnt sich eine einzigartige Beziehung: Sam erwidert ihre Gefühle und entwickelt sich regelrecht zu einem Individuum. Als jedoch die Vision Schemerhorns, der an das Menschliche im Tier glaubt, keine Schule macht, wird er für Tierexperimente von einer anderen Universität beschlagnahmt. Aimee ist am Boden zerstört und fasst einen verrückten Plan. T.C. Boyle geht ebenso komisch wie mitfühlend der Frage nach, ob uns Tiere ähnlicher sind, als wir vermuten.

25.01.2021: Der Junge, der den Wind einfing [Werbung] von William Kamkwanba: William wächst auf einer Farm in Malawi auf, einem der ärmsten Länder der Welt. Nur kurz kann er zur Schule gehen. Dennoch baut er mit 14 Jahren ein Windrad, mit dem er Strom erzeugen kann. So erfüllt sich der wissbegierige Junge trotz vieler Hindernisse einen Traum und verändert damit das Leben seiner Familie und der Menschen in seinem Dorf. Diese wahre Geschichte ist die Vorlage für den erfolgreichen Netflix-Film. Eine moderne Heldensaga, die zum Staunen anregt und Mut macht.

27.01.2021: Leichenblume [Werbung] von Annette Mette Hancock: Die Kopenhagener Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan steckt in einer heiklen Jobkrise, als sie einen mysteriösen Brief erhält: von einer gesuchten Mörderin. Darin stehen Dinge über Heloise, die eigentlich niemand wissen kann. Beunruhigt beginnt Heloise, auf eigene Faust zu recherchieren. Die Absenderin ist seit einem brutalen Mord vor einigen Jahren spurlos verschwunden. Was will sie nun ausgerechnet von Heloise, und woher hat sie die Informationen über sie? Zur gleichen Zeit erhält auch Kommissar Erik Schäfer einen neuen Hinweis auf die Gesuchte. Alle Spuren scheinen zu Heloise Kaldan zu führen. Ist ihr Leben in Gefahr? Und können der Polizist und die Journalistin einander vertrauen? Der erste Fall der Erfolgs-Reihe um Heloise Kaldan und Erik Schäfer. Ausgezeichnet mit dem dänischen Krimi-Preis.

27.01.2021: Lesen und Genesen . Geschichten, die Mut machen [Werbung] – ausgewählt von Ursula Baumhauer: »Ein Gesunder ist kein Umgang für einen Kranken« (Robert Gernhardt). Gute Geschichten dagegen helfen immer. Dieser Band versammelt ein breites Spektrum: Geschichten, die heilsam, tröstlich, unterstützend sind. Texte, die nachdenklich stimmen. Und solche, die unterhalten und die Langeweile vertreiben. Geschichten für Körper und Geist, von Cees Noteboom, Dorris Dörrie, Robert Gernhardt, Bernhard Schlink, W. Somerset Maugham, Jeffrey Eugenides, Richard David Precht, Khalil Gibran, F. Scott Fitzgerald und vielen mehr.

Frisch auf dem Buchmarkt: Dezember 2020

Nachdem ich in den vergangenen Monaten kaum wusste, was ich aus dem reichhaltigen Angebot der Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt auswählen sollte, um es euch vorzustellen, war es nun im Dezember ein wenig übersichtlicher. Ins Auge gefallen ist mir das eiskalte Spiel um Leben und Tod einer jungen Architektur-Studentin und eines schwerreichen Psychopathen, Hollebecq’s Ansichten zu gesellschaftlich Relevantem, die Unterhaltungen von Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre, Annie Ernaux‘ Erinnerungen an ihren Vater, ein Pfarrer und seine ketzerische Leidenschaft Artefakte zu sammeln und die Fortsetzung des Thrillers rund um Cyrus Haven und Evie Cormac.

Aber schaut selbst:

01.12.2020: Der Bruder [Werbung] von John Katzenbach: Eine ahnungslose junge Frau, ein schwerreicher Psychopath – ein eiskaltes Spiel um Leben und Tod: Für die junge Architektur-Studentin Sloane Connolly ist es ein schwerer Schlag, als ihre exzentrische Mutter spurlos verschwindet. Sloane hat sonst niemanden, ist fast völlig isoliert aufgewachsen. Zur selben Zeit erhält sie über einen Anwalt ein merkwürdiges Angebot: Ein reicher Mäzen möchte, dass Sloane Denkmäler für sechs Personen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben, entwirft. Allerdings sind alle sechs bereits verstorben, und das nicht an Altersschwäche. Sloane nimmt den Auftrag an, um sich von der Sorge um ihre Mutter abzulenken – und ahnt nicht, auf was für ein perfides Spiel sie sich einlässt …

03.12.2020: Ein bisschen schlechter: Neue Interventionen [Werbung] von Michel Houellebecq: »Obwohl ich kein ›engagierter Künstler‹ sein möchte, habe ich in diesen Texten versucht, meine Leser von der Gültigkeit meiner Standpunkte zu überzeugen. Dabei geht es selten um Politik, ab und an um Literatur, meist um ›gesellschaftlich Relevantes‹. Eine weitere Ausgabe wird es nicht geben. Ich verspreche nicht unbedingt, mit dem Denken aufzuhören, aber zumindest damit aufzuhören, meine Gedanken und Meinungen der Öffentlichkeit mitzuteilen, es sei denn, es besteht eine ernsthafte moralische Dringlichkeit.«
Gemäß seiner Aussage äußert sich Houellebecq u. a. zum französischen Staat, zu Donald Trump, zur Corona-Pandemie und stellt, präzise und provokant wie immer, seine Haltung dazu dar. Neben intellektuellen Texten stehen aber auch so persönliche Gespräche wie das mit seinem Freund Fréderic Beigbeder, in denen die Person Michel Houellebecq sichtbar wird.

09.12.2020: Alle sind so ernst geworden [Werbung] von Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre: Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre unterhalten sich über: Badehosen, Glitzer, Äähm, Hochzeiten, LSD, Teufel, Gott, Madonna, Arbeit, Ibiza, Kochen, Rechnungen, Siri, Fotos, Mundharmonika, Geldscheine, Verliebtheit, Wiedersehen.

14.12.2020: Der Platz [Werbung] von Annie Ernaux – jetzt als Taschenbuch: Ihr Vater stirbt, und Annie Ernaux nimmt das zum Anlass, sein Leben zu erzählen: Um die Jahrhundertwende geboren, musste er früh von der Schule abgehen, war zunächst Bauer, dann, bis zum Todesjahr 1967, Besitzer eines kleinen Lebensmittelladens in der Normandie, die körperliche Arbeit ließ ihn hart werden gegen seine Familie. Das Leben des Vaters ist auch die Geschichte vom gesellschaftlichen Aufstieg der Eltern und der gleichzeitigen Angst, wieder in die Unterschicht abzurutschen, von der Gefahr, nicht zu bestehen. Dass seine Tochter eine höhere Schule besucht, macht ihn stolz, trotzdem entfernen sich beide voneinander.

14.12.2020: Der zweite Schlaf [Werbung] von Robert Harris – jetzt als Taschenbuch: England ist nach einer lange zurückliegenden Katastrophe in einem erbärmlichen Zustand. Der junge Priester Fairfax wird vom Bischof in ein Dorf entsandt, um dort die Beisetzung des mysteriös verstorbenen Pfarrers zu regeln. In der Umgebung finden sich besonders häufig jene verbotenen Artefakte aus vergangener Zeit – Münzen, Scherben, Plastikspielzeug –, die der Pfarrer akribisch gesammelt hat. Hat diese ketzerische Leidenschaft zu seinem Tod geführt? Robert Harris’ erster Roman »Vaterland« war ein Ereignis. Seine Berühmtheit wuchs mit historischen Politthrillern wie »Pompeji« und seiner groß angelegten Cicero-Trilogie (»Imperium«, »Titan«, »Dictator«). Ob nun Antike oder jüngere Neuzeit (»Intrige«, »Konklave«, »München«) – auch wenn in seinen Büchern faktenfeste und erfundene Historie sich mischen, so muss man den vordergründigen Mantel nicht weit lüpfen, und die hintergründige Aktualität scheint auf. Robert Harris schreibt letztlich immer über das Hier und Jetzt.

21.12.2020: Fürchte die Schatten [Werbung] – Cyrus Haven 2 – von Michael Robotham: Evie Cormacs Leben ist eine Lüge. Seit man sie aus den Fängen eines angeblichen Entführers rettete, verbirgt sie verzweifelt ihre wahre Identität und Geschichte. Denn wer immer die Wahrheit ahnte, musste sterben. Einer ist dennoch entschlossen, ihr zu helfen: Cyrus Haven, Psychologe, polizeilicher Berater und Evies engster Freund. Als er bei Ermittlungen zum Mord an einem Detective auf Hinweise zu ihrer Vergangenheit stößt, will er endlich Licht ins Dunkel bringen. Was er nicht ahnt ist, dass ausgerechnet er damit Evies Todfeinden einen entscheidenden Hinweis liefert. Und die Jagd auf sie beginnt von neuem.

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im Dezember besonders?