Aus schwarzem Wasser – Anne Freytag

Als ich dieses Buch zur Hand nahm, wusste ich nicht viel mehr, als dass es sich dabei um den ersten Thriller der beliebten Jugendbuchautorin Anne Freytag handelt. Da ich von der Autorin immer mal etwas lesen wollte und gerade Lust auf spannende Literatur hatte, ließ ich mich auf das Buch ein. Leider konnte es mich nicht überzeugen.

Nach einem schweren Autounfall erwacht Maja Kohlbeck unverletzt in einem Leichensack. Getrieben von der Warnung ihrer Mutter, niemandem zu vertrauen, flieht sie aus der Pathologie des Krankenhauses zu einem Freund. Während die Öffentlichkeit über den Unfall und den Verbleib von Majas Leiche spekuliert, sucht Maja selbst nach Antworten. Doch bevor Maja herausfinden kann, was mit ihrer Mutter passiert ist, ereignet sich plötzlich eine verheerende Naturkatastophe nach der anderen. Und Maja gerät mitten hinein in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Machtkämpfen, dessen Folgen fatale Ausmaße annehmen.

„Da fragen wir uns seit Menschengedenken, ob wir allein sind im Universum, und dann sind wir es vielleicht noch nicht mal auf der Erde.“

(S. 486)

Vielleicht hätte ich gar nicht erst zu dem Buch gegriffen, wenn ich gewusst hätte, dass es sich dabei um einen Polit-Thriller mit Fantasy/Science-Fiction-Elementen handelt. Das hatte ich nicht erwartet und hatte Probleme mit der Geschichte zurecht zu kommen, in der es ein menschenähnliches Volk im Wasser gibt, die sogenannten Marins, gegen die die Menschen im verborgenen einen Krieg führen. Dieses Völkchen bleibt eher undefiniert und ihre Welt im Dunkeln, was dazu führt, das beim Lesen der Eindruck entsteht, dass hier ein wichtiger Teil der Geschichte fehlt.

Und doch ist die Story so gestrickt, dass ich immer weiter gelesen habe, ohne dass mich das Ganze so richtig gepackt hätte. Es gibt viele Zeitsprünge und Perspektivwechsel, die unterschiedliche Sichtweisen auf die Handlung ermöglichen, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass man den Charakteren, die flach bleiben und durchweg unsympathisch sind, nicht nah kommen kann. Man kann in diesem Thriller nicht abtauchen und mitfiebern, obwohl die kurzen Sätze und kurzen Kapitel einen regelrecht durchs Buch treiben.

Manches war mir auch einfach zu viel, wie beispielsweise die zahlreichen Sexszenen und die stellenweise inflationär aneinandergereihten Vergleiche. Auch die vielen schwarzen Seiten, die wohl zur Unterteilung des Buches dienen sollen, blähen das Buch nur unnötig auf. Insgesamt ist es doch eher schade um die Lesezeit.

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Anne Freytag
Aus schwarzem Wasser
Klappenbroschur, 608 Seiten
ISBN: 978-3423230193
Preis: 16,90 € [D]
Verlag: dtv bold
Erschienen: 21.08.2020

Buch-Date mit Hindernissen

Wie hatte ich mich gefreut, als ich sah dass Michaela von Bücherlogie mir als eines von 3 Büchern im Rahmen des Buch-Dates (-> Sammelbeitrag) zur Auswahl „Der Ruf des Kuckucks“ von Robert Galbraith gestellt hatte. Für mich stand sofort fest, dass ich diesen Roman lesen wollte, zumal er ja schon auf meinem SuB wartete. Und obwohl ich mir so hunderprozentig sicher war, dass mir dieses Buch gefallen würde, weil es ja von J. K. Rowling unter ihrem Pseudonym geschrieben worden war, wurde ich enttäuscht. Weder die Handlung noch die Personen und auch nicht der Fall, um den es ging, konnten mein Interesse wecken. Ich quälte mich durch knapp 200 Seiten, bevor ich mich endlich entschloss, das Buch abzubrechen.

Glücklicherweise war noch ein wenig Zeit bis zum 1. Dezember 2016 und so entschied ich mich dazu das folgende Buch zu lesen:

„Todesdeal“ von Veit Etzold

978-3-426-30434-1_druck-jpg-34448904Martin, ein junger Berliner Journalist, reist für seinen ersten großen Rechercheauftrag in den Kongo, in dem seit Jahrzehnten ein grausamer Krieg wütet. Kurz nach seiner Ankunft wird er von den Milizen eines Warlords in Geiselhaft genommen. Ausgelöst wird er von einer Geschäftsfrau aus Ruanda. So gerät der unerfahrene Journalist in die gnadenlosen Hände von russischen Oligarchen, chinesischen Investoren und deutschen Waffenhändlern.

Zu Beginn des Buches befindet sich eine Auflistung und Kurzbeschreibung der handelnden Personen. Dies ließ mich zuerst befürchten, dass dies aus Gründen der Übersicht notwendig sein könnte. Aber die Sorge war unbegründet und es war kein ständiges Blättern notwendig, um den Überlick zu behalten.

Schnell ist der Einstieg in eine Geschichte geschafft, die langsam an Fahrt aufnimmt und von der man wissen möchte, wie sie sich entwickeln wird. Doch etwa zur Mitte des Buches wurde ich jäh im Lesefluss gebremst, weil hier nur noch ellenlange arg konstruierte Dialoge mit Erklärungen zur Geschichte und politischen Lage des Kongos und seine Verstrickungen im Weltgeschehen folgten.

Einerseits handelt es sich hierbei um interessante und erschreckende Ausführungen über Bürgerkriege, Kinderarbeit, Kindersoldaten, Waffenhandel, wirtschaftliche und menschliche Ausbeutung und vieles mehr. Andererseits bleibt bei diesen Ausführungen die Handlung selbst auf der Strecke und ich hatte den Eindruck ein Sachbuch über die Geschichte und die Politik des Kongos zu lesen. Irgendwann wurde der Handlungsfaden zwar wieder aufgenommen, konnte mich aber nicht mehr für diesen Polit-Thriller begeistern.

Insgesamt hatte ich den Eindruck ein Sachbuch zu lesen, um das eher mühsam eine Geschichte unter Zuhilfenahme vieler Klischees herumkonstruiert worden war. So ergab sich für mich kein stimmiger Gesamteindruck, der mir ein positives Leseerlebnis beschert hätte.


Veit Etzold
Todesdeal [Werbung]
Klappenbroschur, 480 Seiten
ISBN: 978-3-426-30434-1
€ 14,99
Verlag: Droemer
Erschienen: 01.10.2015