erLESENer Januar

Im Lesemonat Januar dachte ich mit Altmann über das Leben nach, war mit meiner Erkrankung auf dem Prüfstand, schaute bei Fotos nochmal genauer hin, gruselte mich in Harmony Bay und war intolerant gegen Nanos oder vielleicht auch nicht 😉

Bücherwelten – vielfältig wie das Leben…

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Gebrauchsanweisung für das Leben von Andreas Altmann
Ein Buch, in dem ich die es mochte wenn Altmann übers Reisen erzählt, menschlich liegt mir der Autor jedoch eher nicht.

Ein gutes Leben und andere Probleme von Svenja Bunt / Sibylle Prins
Die Autorinnen geben in ihrem Buch als psychiatrie Erfahrene Tipps und Anregungen wie man trotz gesundheitlicher Probleme „ein gutes Leben“ führen kann. Empfehlenswert für psychiatrie Erfahrene!

Vom Alltäglichen zum Besonderen – Bilder auf den Punkt gebracht von Michael Jordan
Ein Buch für Fotografiebegeisterte, die anhand von unspektakulären Beispielen etwas über die Bildgestaltung und Bildbearbeitungsmöglichkeiten erfahren möchten.

Monster 1983 von Ivar Leon Menger
Ein gruseliges 1980er Jahre Hörspiel à la Stephen King, das mir auch aufgrund der vielen bekannten Synchronstimmen viel Spaß gemacht hat.

Nanos – Sie bestimmen was du denkst von Timo Leibig
Ein spannender aber insgesamt eher oberflächlichlicher Actionthriller bei dem die in den Lebensmitteln enthaltenen Nanos das Denken der deutschen Bevölkerung im Jahr 2028 manipulieren.

Nanos – Sie bestimmen was du denkst – Timo Leibig

Allein der Titel machte mich bereits neugierig, hatte ich doch erst kürzlich ein Jugendbuch gelesen, bei dem Nanobots eine große Rolle spielten und das mich dazu brachte nachzuschauen, was es mit der Nanotechnologie derzeit so auf sich hat. Ich staunte darüber, inwieweit nanotechnologische Produkte bereits eingesetzt werden und war begeistert über die noch denkbaren Anwendungsmöglichkeiten. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten und genau letzterem widmet sich Timo Leibig in seinem Thriller „Nanos“.

Er baut ein düsteres Zukunftszenario, indem er den Leser mit ins Deutschland des Jahres 2028 nimmt:

„Nachdem die Europäische Union an der Flüchtlingskrise vor knapp zehn Jahren ins Wanken geraten und schlussendlich aufgrund nationalistischer Tendenzen daran zerbrochen war, hatte ein Umdenken unter den Bürgern eingesetzt. Nicht mehr international war das Gebot der Stunde, sondern national. Jedes Land kehrte zu den eigenen Traditionen zurück, schloss die Grenzen, kümmerte sich um seinen eigenen Kram.“ (S. 107)

Ein neuer Bundeskanzler herrscht über Deutschland. Johann Kehlis, ursprünglich ein Magnat aus der Lebensmittelindustrie, nutzt eine einzigartige Technologie, um die Gedanken der Bürger zu manipulieren. Über Lebensmittel und das Trinkwasser speist er Nanopartikel in die Körper der Menschen ein, welche im Gehirn Botschaften von der Unfehlbarkeit des Systems hinterlassen. Die Methode wäre perfekt, gäbe es nicht einige Intolerante, bei denen die Nanos keine Wirkung zeigen. Diese werden denunziert und von einer Gruppe emotionsloser gewaltsamer Soldaten, die für Recht und Ordnung sorgt, aus dem Weg geräumt. Aber im Untergrund dieses totalitären Staates sammeln sich bereits Rebellen.

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Insgesamt ein interessanter Stoff, den Timo Leibig sich hier in seinem Verlagsdebüt (er veröffentlichte bereits 9 Thriller und einen Fantasy-Roman im Selfpublishing) zusammen gesponnen hat. Die spannende Handlung zog mich anfangs gleich in den Bann und einige Szenen waren hollywoodreif beschrieben, so dass ein rasanter Actionfilm vor meinem geistigen Auge ablief. Im Zusammenhang mit der Thematik ließ mich das auf Großes hoffen, aber diese Erwartungen wurden leider enttäuscht.

Gerne hätte ich den wissenschaftlichen Aspekt besser beleuchtet gesehen, doch die Idee des Buches wirkt nicht gut ausgearbeitet und bleibt ebenso oberflächlich wie die Protagonisten. Diese bleiben blass und sind eher unsympathisch und kaltschnäuzig – egal ob vermeintlich gut oder böse. Dann gibt es da noch das ein oder andere Klischee, wie beispielsweise das auf dem Totenbett gegebene Versprechen und wahrhaftes Heldentum, das mich eher beim Lesen die Augen verdrehen als mitfiebern lässt. Aber nichtsdestotrotz ist das Buch spannend geschrieben und durch die zahlreichen Actionszenen kommt keine Langeweile auf, wenn man nicht zu den Menschen gehört, die ein zu viel an Action irgendwann langweilt. So war es bei mir leider und das Ende ist zwar nicht komplett offen, lässt aber genug Raum für eine Fortsetzung. Auch wenn der Schreibstil flüssig ist und ich diesen Thriller nicht schlecht fand, ist er für mich jedoch nicht wirklich rund geworden. Der Inhalt ist eher flüchtig und schnell wieder vergessen, so dass ich den am 29.05.2019 erscheinenden zweiten Teil „Nanos – Sie kämpfen für die Freiheit“ nicht lesen werde.

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Timo Leibig
Nanos – Sie bestimmen was du denkst
Paperback, Klappenbroschur, 512 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3190-4
€ 16,00 [D] | € 16,50 [A] | CHF 22,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Penhaligon
Erschienen: 24. September 2018

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.