Foto der Woche – 09/2021

Das Wetter war einfach herrlich und ich war ein wenig berauscht von den zahlreichen Krokussen und Maiglöckchen, die wir beim Waldspaziergang entdecken konnten. Für das Fotoprojekt 52Frames ging es in dieser Woche darum, Details zu fotografieren. Dementsprechend hatte ich nur mein Makro-Objektiv dabei und ging so nah wie möglich an alle Motive heran. Weil ich kein Stativ dabei hatte und es leicht windig war, sind viele verwackelte Bilder dabei herausgekommen. Aber auch einige wenige, wie ich sie mir gewünscht habe, wie zum Beispiel von einer Hummel in einem lilafarbenen Krokus, von der man nicht nur den Pollen in ihrem „Pelz“ sondern auch die Flügelzeichnung detailliert erkennen konnte.

Wenn ich so fotografierend fast schon durch den Wald krieche, bin ich einzig auf schöne oder ungewöhnliche Motive fokussiert. Irgendwann hat mein Herzbube mich dabei abgelichtet und sich dann gewundert, warum ich lauthals lachen musste, nachdem er mir das Foto geschickt hatte. Denn hier hatte der Tunnelblick gleich doppelt zugeschlagen und keiner von uns beiden hatte beim Fotografieren die unschönen Details bemerkt, die gleich neben der Blume irgendwann ihren Platz gefunden haben mussten.

Foto der Woche – 08/2021

Erst am Dienstag habe ich noch für das Fotoprojekt 52 Frames meinen Herzbuben im Schnee in Szene gesetzt und war dann in den nächsten Tagen immer mal wieder so gut es ging damit beschäftigt den Balkon auf Vordermann zu bringen. Denn die Meteorologen hatten für das Wochenende feinstes Draußen-Lese-Wetter angekündigt. Mein Balkon ist hingegen wenig einladend. Die Wildvögel haben besonders während des Schnees dankbar und noch zahlreicher als sonst mein Futterangebot angenommen. Aber mein Balkon sah danach aus…

Inzwischen sind die Hinterlassenschaften und Futterreste alle wieder beseitigt und der Balkon hat erste Schrubb-Aktionen einigermaßen überlebt. Abgesehen davon, dass ich neben dem Dreck auch gleich die Bodenfarbe mit wegputzte, die ich erst im vergangenen Jahr aufgetragen hatte, nachdem die nach 3 Jahren schon maroden Holzfliesen weg mussten. Hier fehlt mir noch eine vernünftige Lösung, die gerne auch schöner aussehen darf, als die graue Betonfarbe, mit der mein Mietwohnungsbalkon standardmäßig daher kommt.

Aber am Samstagmittag war es dann endlich zum ersten Mal so weit. Feinste Mittagssonne mit Temperaturen um die 16 Grad erhellte meinen ledierten Balkon und ich konnte nicht umhin mir mein aktuelles Buch zu nehmen, um dort meine erste Draußen-Lesestunde in diesem Jahr zu verbringen. Zwar mit Strickjacke und Heißgetränk bewaffnet, aber es war trotzdem großartig.

Foto der Woche – 07/2021

Es muss mindestens 10 Jahre her sein, seit wir hier zuletzt in dieser Menge Schnee hatten. Nachdem sich das eisigkalte Schneegestöber erstmal gelegt hatte, haben in der vergangenen Woche viele ihre Schlitten oder sogar ihre Ski aus dem Keller geholt. So mancher kleine Hügel wurde plötzlich zum Berg und reichte aus um dort herunterzurutschen.

Der niederrheinische Wintersport ist dabei um einige Disziplinen reicher geworden. Seltsame Kombinationen konnte man beobachten. Trecker, die Skifahrer durch den Schnee ziehen, habe ich im Lokalfernsehen bestaunt. Rollerfahrer, die ein Kind auf einem Schlitten zogen, sah ich einmal beim zufälligen Blick aus dem Fenster. Und bei einem ausgedehnten Spaziergang in einem weitläufigen Waldstück konnte ich zum ersten Mal jemanden beim Skijöring beobachten. Die Kombination von Pferd und Mensch gefiel mir am besten, weil sie sich wunderbar in die friedliche Schneelandschaft einpasste.

Foto der Woche – 06/2021

Land unter am Niederrhein. Glücklicherweise nichts Dramatisches, aber die ersten Dörfer sind bereits zu Inseln geworden, die nur noch mit dem Boot erreichbar sind. Und wir haben es uns nicht nehmen lassen, einen kleinen Morgenausflug zum Rhein zu machen, um uns die frische Brise um die Nase wehen zu lassen und bei dem Spaziergang über den Deich die surrealen Bilder zu bestaunen, die die Natur gerade wieder zu bieten hat.

Foto der Woche – 05/2021

Die imposante Gruppe von etwa 15 Schwänen war uns bereits im vergangenen Jahr aufgefallen. Scheu und weit weg von der Straße konnte man sie eher erahnen, als dass man sie wirklich gut erkennen konnte. Doch in diesem Jahr haben sie sich ein anderes Feld ausgesucht, auf dem sie sich immer wieder relativ gut sichtbar in der Nähe der Straße aufhalten.

Und genau dort haben wir ihnen aufgelauert und uns vorsichtig immer näher herangepirscht, bewaffnet mit dem Telezoom-Objektiv (70-300mm). Es war für mich etwas Besonderes so eine große Gruppe Schwäne zu sehen und zu fotografieren. Ein wenig fühlte ich mich wie in „Die wilden Schwäne“, einem Märchen von Hans Christian Andersen, das ich als Kind sehr mochte.

Aber geradezu sensationell war der Augenblick, in dem alle Schwäne plötzlich scheinbar gleichzeitig abhoben und mit einem eigenartigen surrenden gurrenden Geräusch in Formation davon flogen. Einige wenige Bilder konnte ich davon machen, bevor ich die Kamera einfach herunternahm und den Anblick nur noch noch genoss. Ein echter Gänsehautmoment!

Foto der Woche – 04/2021

Ein Blick in die Wetterapp und schon wurde der geplante Sonntagsausflug spontan auf Samstag vorgezogen. Unser Ziel: Die alte Eisenbahnbrücke in Wesel, die in den Jahren 1872 bis 1874 erbaut und im Verlauf des zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Wir waren aber an diesem Nachmittag nicht die einzigen Besucher, die dieses Bauwerk bestaunten und sich die niederrheinische Landschaft vorzugsweise durch die alten Brückpfeiler hindurch anschauten um ganz nebenbei noch die frische Luft zu genießen.

Imposant und in ihrem Verfall auf ihre eigene Art wunderschön zieht sich die alte Brücke noch heute zerstückelt durch die Landschaft. Die Natur hat sie längst mit offenen Armen aufgenommen und macht sie immer mehr zu einem Teil von sich. Und doch ist immer noch erkennbar, dass es einst Zeiten gegeben haben muss, in denen sich Ästhetik und Stabilität beim Bauen vereinbaren ließen.

Foto der Woche – 03/2021

Am 28. Oktober 2020 hat diese süße Knuffelmaus das Licht der Welt erblickt – es kann also kein schlechtes Jahr gewesen sein. Und ich bin immer noch schockverliebt und freue mich darüber, dass die Kleine vor kurzem in ihr neues Zuhause eingezogen ist, wo ich sie gelegentlich besuchen darf. Dabei wäre in meiner Fototasche noch genau ein Platz für eine Britisch Kurzhaar in eben dieser Größe gewesen, aber die Besitzer wollten sie partout nicht hergeben. Ich habe alles versucht 🙂

Foto der Woche – 02/2021

Jetzt im nachhinein gruselt es mich doch ein wenig, wenn ich an die alte Villa denke, die wir in dieser Woche besucht haben. Vor einiger Zeit waren wir schonmal an diesem recht umfangreichen Lost Place, aber dieses Gebäude war uns dabei entgangen. Denn die Villa ist geradezu märchenhaft von Efeu zugewuchert und liegt versteckt hinter einem kleinen Wäldchen, so dass man sie von der Straße und von den Wegen aus nicht gleich sehen kann.

Und obwohl Verfall und leider auch Verwüstung vor diesem Haus nicht halt gemacht haben, wirkt es ein wenig verwunschen und verzaubert, so dass meine Fantasie sich gleich eingeladen fühlt, schaurig schöne Stories für dieses Gemäuer zu erfinden. Doch das Haus hat längst seine eigene Geschichte und wird im Internet als Geistervilla betitelt. Im 2. Weltkrieg sollen dort mehrere Menschen erschossen worden sein. Darunter auch Kinder, deren Leichen auf dem Dachboden der Villa gefunden wurden. Später soll es dort einmal gebrannt haben, eine Frau mit einem Affen als Haustier soll dort gewohnt haben und in der Villa sollen schwarze Messen abgehalten worden sein.

Ich bin froh, dass ich davon erst im nachhinein erfahre, denn sonst hätten meine feinstofflichen Sinnesantennen sicherlich über reagiert und außer dem nasskalten Frühnebel und dem dauerklicken meines Kameraauslösers bestimmt Dinge wahrgenommen, bei denen mir noch im nachhinein die Haare zu Berge gestanden hätten.

Foto der Woche – 01/2021

Das neue Jahr ist noch frisch und wohl der richtige Zeitpunkt zu überlegen, was im alten Jahr gut war und man so weiter machen möchte. Dazu gehört für mich ganz eindeutig das Fotoprojekt 52Frames. Ich habe es tatsächlich geschafft mich in jeder Woche des vergangenen Jahres aufzuraffen, um ein Foto zu einer jeweils anderen Aufgabenstellung zu machen. Ja, die Bezeichnung „aufraffen“ trifft es wohl. Denn oftmals hatte ich keine Lust dazu, weil mir völlig andere Dinge im Kopf herumschwirrten und es darüber hinaus in der Welt ganz andere Probleme zu lösen galt, als dass Lichtverhältnisse und Beweglichkeit eines Motivs mit der Blende und der Belichtungszeit der Kamera in Einklang gebracht werden mussten, damit ein ansehnliches Ergebnis zustande kam. Aber genau das holte mich oft auch einfach heraus aus dem sich gefangen, hilflos und überfordert fühlen in den Umständen der Zeit.

Gelernt habe ich bei dem Projekt auch, mit übertriebenem Perfektionismus zurecht zu kommen. Denn tatsächlich habe ich Wochenbilder veröffentlicht um das Projekt nicht zu unterbrechen, die ich unter anderen Umständen nicht gezeigt, sondern vielleicht sogar gelöscht hätte. Nachdem ich erst das Gefühl hatte, dass mich das innerlich zerfressen würde, fühlte es sich mit einem Mal überraschend gut an. Denn egal ob gut oder schlecht, ich habe in jeder Woche mein Bestes gegeben und unter den jeweiligen Umständen und Fähigkeiten das für mich bestmögliche Ergebnis zustande gebracht. Eine wichtige Einsicht, zu der ich gerne schon Jahre früher gelangt wäre.

Und weil das Fotoprojekt das neue Jahr mit einem Selbstportrait beginnt, habe ich ein solches von mir gemacht. Es zeigt mich so unperfekt, wie ich bin. Nicht weichgezeichnet, aber hinter einem wunderschönen, bezaubernden, herzallerliebsten Bücherstapel, der dazu einlädt aus der Realität zu fliehen oder aus ihm zu lernen – oder sich einfach nur ein wenig hinter ihm zu verstecken. Ganz nach Lust und Laune.

Foto der Woche (KW 52/2020)

Ein Jahr geht dem Ende entgegen. Zeit für Rückblicke und auch die Aufgabenstellung des Fotoprojekts 52frames verlangt mit „2020 in a Photo“ einen Blick auf das vergangene Jahr . Ich hatte mir überlegt einen Einweg-Mund-Nasen-Schutz dazu irgendwie zu fotografieren und diese Aktion darüber hinaus noch mit einem wohltuenden Spaziergang durch die Natur am ersten Weihnachtstag zu verbinden.

Tatsächlich kam es aber etwas anders als ursprünglich geplant. Denn während ich eine mitgebrachte Einwegmaske in unterschiedlichen Perspektiven und Einstellungen fotografierte, schaute sich mein Herzbube in der näheren Umgebung des Waldparkplatzes ein wenig genauer um. Innerhalb weniger Minuten fand er drei achtlos weggeworfene Einwegmasken, die verdreckt und durchweicht am Boden lagen.

Meine mitgebrachte Maske hatte schlagartig ausgedient und verschwand wieder in der Handtasche. Stattdessen buchsierte mein Herzbube mit Stöckchen bewaffnet eine dieser Drecksmasken auf den Stacheldrahtzaun, um sie für ein Foto in Szene zu setzen, bevor sie dann endgültig den Weg in einen nahegelegenen Mülleimer fanden.

Hatte ich vorher durch das Bild irgendwie die Grenzen symbolisieren wollen, die uns Corona in diesem Jahr aufgezeigt hat und mit denen jeder auf seine ganz eigene Weise fertig werden musste, so machte mich dieses Bild einfach nur noch traurig und wütend. Ist die Dummheit und Ignoranz mancher Menschen wirklich grenzenlos? Und wer schützt die Natur eigentlich vor den Menschen? Fragen, die wohl auch zu 2020 gehören…