52 Week Photography Challenge: 04 – Wärme

Für die Dogwood 52 Week Photography Challenge wird in jeder Woche ein Bild zu einer bestimmten Aufgabenstellung fotografiert. In dieser Woche:

Storytelling: Wärme – Erzählen Sie mit Ihrem Bild eine Geschichte, die Wärme in uns erzeugt.

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Dank des Sonnenscheins, der die Temperaturen jetzt in der Mitte des Februars auf wunderbare 14 Grad ansteigen lässt, wird der Schal nicht mehr so dringend benötigt und darf als Kaffeewärmer zweckentfremdet werden 😉

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Kulinarische Weltreise: Mexiko

Bereits 2016 starteten mein Herzbube und ich unsere kulinarische Weltreise. Aus einer Länderliste losten wir dazu blind Länder aus und informierten uns dank Internet darüber, welche Speisen dort gern gegessen werden. Anschließend hat mein Herzbube, seines Zeichens Koch mit Leib und Seele, das mit mir als Küchenhilfe nachgekocht oder sich davon stark inspirieren lassen. Wir starteten damals mit Mosambik, machten weiter mit Myanmar (unserem bisherigen Highlight), Kolumbien und Suriname. Es war herausfordernd, überraschend, manchmal auch sehr experimentell, insgesamt aber ein echter Gewinn. Und weil wir immer auch ein befreundetes Pärchen dazu einladen, ist unsere Kulinarische Weltreise nicht nur schmackhaft, sondern auch gesellig.

Dennoch pausierten wir zwei Jahre, bevor es kürzlich endlich weiter ging.  Wir entschieden uns jedoch dazu nicht mehr willkürlich, sondern gezielt das Land auszuwählen. Zum einen sind spezielle Nahrungsmittel bei uns schwierig erhältlich und zum anderen sind manche Länder kulinarisch nicht so spannend wie andere. Außerdem ernährt sich ein Mitglied unserer kleinen kulinarischen Reisegruppe vegetarisch, so dass mein Herzbube die Rezepte diesbezüglich anpasst. Die Gerichte sind also, wenn nicht original übernommen, dann jedoch von dem jeweiligen Land so stark wie möglich inspiriert. Das ist zumindest die Definition unserer Kulinarischen Weltreise, mit der es nun nach Mexiko ging.

Die mexikanische Küche wird als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt und zeichnet sich durch die Synthese von vor allem präkolumbischen und spanischen, aber auch französischen, arabischen und karibischen Traditionen aus. Mais, Bohnen, (milde) Chilis, Früchte und bestimmte Gemüsesorten spielen eine dominante Rolle. Es gibt in Mexiko verschiedene Regionalküchen, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Im Norden herrscht der Einfluss der spanischen Küche vor, während sich im Süden die indigene Küche stärker erhalten hat.

Und bei uns gab es Enchiladas, Quesadillas und gefüllte Tacos:

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Für die Enchiladas werden weiche Tortillias aus Maismehl mit Gemüse (Paprika in dünnen Streifen, gewürfelte Tomaten ohne Kerne, fein geschnittene Frühlingszwiebeln, Kidneybohnen, Mais, Chilis in angenehmer Schärfe), Koriander, Sour Cream und Guacamole (Avocado, Zitronensaft, Knoblauch, Salz, Pfeffer) gefüllt und zusammengerollt in eine Auflaufform gegeben. Anschließend mit einer Tomaten-Paprika-Sauce (Tomate, geröstete Paprika, Zwiebel, Salz, Pfeffer und Knoblauch aufgekocht und püriert) übergießen und mit Käse bestreut etwa 20 Minuten bei 160 Grad überbacken.

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Die Quesadillas sind zwei weiche Tortillas aus Maismehl, die mit geriebenem Cheddar und mittelaltem Gouda, Frischkäse, Frühlingslauch, gehacktem Koriander, gehackter Petersilie, Salz, Pfeffer und Chiliflocken gefüllt und etwa 10 Minuten bei 160 Grad im Backofen überbacken werden.

 

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Für die gefüllten Tacos werden Kartoffeln (gewürfelt und gekocht) und Zwiebeln angebraten, Tomaten (entkernt und gewürfelt) zugegeben, und mit Chilisauce einkochen gelassen. Mais und Kidneybohnen zugeben und mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Koriander abschmecken. Die Tacos 10 Minuten bei ca. 160 Grad erwärmen. Mit je 1 EL Guacamole (Avocado, Zitronensaft, Knoblauch, Salz, Pfeffer) füllen, Kartoffelmasse zugeben und mit einem Klecks Sour Cream und geriebenem Cheddar abschließen.

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Als Dessert gab es einen mexikanischen Flan, für den 70 g Zucker karamelisiert und in 4 ofenfeste Förmchen gefüllt werden (bei uns nur in einer Form). 20 g Zucker, Orangenceste, 170 ml Kondensmilch (12 %), 170 ml Milch (3,5 %), 2 Eier + 3 Eigelb mit dem Mixer gut vermengen und ebenfalls in die Förmchen füllen. Abgedeckt für 50 bis 60 Minuten im Wasserbad im Backofen bei 160 Grad Umluft stocken lassen. Über Nacht abkühlen lassen und vorsichtig vom Rand lösen und stürzen.

Lecker war’s und unserer Vegetarierin hat es sogar besser als beim Mexikaner geschmeckt 🙂

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BUCHweltreise Mexiko: Die Verbrannten – Antonio Ortuño

testDas Ziel der Buchweltreise ist es, Bücher über möglichst viele Länder der Welt  zu lesen. Die Liste der Mitreisenden ansehen oder sich zum Mitmachen anmelden kann man HIER.


Das San-Fernando-Massaker war ein Massenmord an 72 lateinamerikanischen Migranten am 24. August 2010, der im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg in Mexiko steht. Die Opfer stammten u. a. aus Brasilien, Ecuador, Honduras, Guatemala und El Salvador. Nur zwei der Opfer überlebten den Vorfall.

Viele Auswanderer wollen über Mexiko in die USA auswandern. 43.700 Illegale wurden zwischen Januar und Juli 2010 aufgegriffen und abgeschoben. Zwischen Oktober 2008 und September 2009 wurden mindestens 10.000 von ihnen entführt (Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) spricht von 18.000 pro Jahr). Der Zweck ist meist die Erpressung von Lösegeld von ihren Familien oder Zwangsprostitution. Alleine die Zetas haben laut NGOs auf diese Art von 2006 bis 2010 18 Millionen Dollar eingenommen. Die Straftaten werden selten aufgedeckt, weil Migrationsbehörden, Polizisten und die Drogenmafia oft eng zusammenarbeiten.

In unmittelbarer Nähe zu dem Ort des Massakers wurden im April 2011 nach der Festnahme von elf mutmaßlichen Entführern acht Massengräber mit mindestens 60 Leichen gefunden.

[Auszüge aus Wikipedia]

Dieses Massaker war Auslöser für Antonio Ortuños vierten Roman „La Fila India“, erschienen 2013 und als „Die Verbrannten“ ins Deutsche über­setzt von Nora Hal­ler. Er selbst wurde 1976 als Sohn spanischer Immigranten in Guadalajara, der zweitgrößten Stadt Mexikos, geboren und wurde in einem Viertel groß, wo er schon als Kind die Güterzüge beobachtete, auf die Migranten aufsprangen. Das Thema ließ ihn nicht mehr los und er führt in dem knapp 208 Seiten starken Roman seine Leser direkt in eine Welt, in der Tausende Menschen aus Mittel- und Südamerika in die USA zu fliehen versuchen. Immer wieder werden sie auf dieser Reise missbraucht und misshandelt, ausgeraubt oder ermordet, oder sie fallen dem Menschenhandel zum Opfer.

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Als in der fiktiven mexikanischen Stadt Santa Rita die Notunterkunft angezündet wird und fast alle Insassen bis auf Yein ermordet werden, schickt man die Sozialarbeiterin Irma, um den Fall zu klären. Doch die offizielle Politik reagiert auf die Morde mit beschwichtigender Abwiegelung – die Opfer selbst werden vielmehr kriminalisiert. Nach und nach werden die abgründigen Strukturen und Mechanismen des Staates deutlich, in dem Schlepper, Drogenkartelle, Behörden, Kriminelle, Politiker und Polizisten gemeinsam ein Geschäft mit den wehr- und rechtlosen Opfern machen.

„Zum Glück spucken die Massengräber von Tamaulipas weiterhin Tote aus und niemand kommt auf die Idee, dass die Verbrannten und Erschossenen von Santa Rita auf die Titelseite gehören.“

Die Geschichte, die der Autor aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt ist brutal, menschenverachtend und schockierend. Die Sprache ist einfach, brachial und anschaulich. Kein Buch, welches sich leicht liest, was allerdings nicht nur am Inhalt, sondern auch an der Form liegen könnte. Der Sprachstil konnte mir nicht so recht gefallen, manche Sätze sind ungelenk und einige Worte scheinen nicht passend gewählt, so dass ich beim Lesen tatsächlich das Gefühl hatte, dass dies nicht nur dem Autor geschuldet ist, sondern dass hier stellenweise zudem keine gute Übersetzungsarbeit geleistet wurde. Aber dennoch ist es ein Buch, das mich bewegt hat, da ich beim Lesen immer auch eine leise Ahnung davon hatte, wie viel grauenvolle Realität in diesem fiktiven Roman stecken könnte.

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Antonio Ortuño
Die Verbrannten
Original: La Fila India
Übersetzt von Nora Haller
Gebunden, 208 Seiten
ISBN: 978-3-95614-055-6 – € 19,95 [D]
eBook: ISBN: 978-3-95614-074-7 – 15,95 [D]
Verlag: Verlag Antje Kunstmann
Erschienen: 9. September 2015

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Document Your Life: Januar 2019

Document Your Life ist ein Online-Videoprojekt, das dabei helfen soll die schönen kleinen Dinge der Welt wahrzunehmen und das Leben zu genießen. Dabei werden kurze Clips der besten Dinge gefilmt, gesammelt und zu einem monatlichen Video zusammengestellt.

Mein innerer Kritiker schlägt natürlich gleich Alarm und meint, dass so ein Projekt nur die Medien mit der schönen heilen Internetscheinwelt befeuert, an deren Nachahmung manch einer verzweifelt. Da ist natürlich etwas dran, weil es hier tatsächlich nur um die Schokoladenseiten geht. Aber vielmehr macht dieses Projekt empfänglich für die kleinen Alltagsperlen, die einem unverhofft über den Weg rollen und die glücklich machen können, wenn man Innehalten  und den Augenblick genießen kann. Tatsächlich konnte ich mich daran gleich nochmal erfreuen, als ich das Video zusammenschnitt und beim späteren Anschauen sowieso.

Gefilmt habe ich nur mit meinem Smartphone und man sieht wohl auch, dass ich darin nicht gerade geübt bin. Manchmal vergesse ich zu filmen, was ich aber auch nicht tragisch finde, weil für mich meist einfach der Genuss des Moments im Vordergrund steht – und manchmal ist ja doch noch ein Foto entstanden. Letztlich wird dieses Video so zu einer Aneinanderreihung von Wohlfühlmomenten, die mir beim Anschauen gleich wieder ins Blut gehen.

Und so sieht die Schokoladenseite meines Januars aus:

Zu sehen ist:
– Ein kleines Feuerwerk von lieben und ganz aufgeregten kleinen Menschen – Auf dem Weg zum Monatsfoto (immer am 1. und immer derselbe Ort) – Geocaching mit wunderschönem Abendspaziergang – Wohltuendes Erkältungsbad – Der erste Spaziergang nach der Erkältung bei Sonnenschein – Kulinarische Weltreise: Mexiko – Spieleabend  – Geocaching mit lieber Unterstützung – Eispfützen zerknirschen – Endlich mein eigenes Foto vom Blutmond – Es hat geschneit! – Das Huhn lebt!

Musik: Redwood – Quincas Moreira

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#bücherschrankschatz – Februar 2019

#bücherschrankschatzViele öffentliche Bücherschränke werden ja bereits liebevoll bestückt und gepflegt, aber andere können ein wenig Unterstützung brauchen und da soll die Mitmachaktion #bücherschrankschatz einfach ein wenig helfen. -> Mach doch auch mit!



Von weitem angeschaut dachte ich, dass der Bücherschrank dieses Mal wohl meine Hilfe nicht benötigen würde, aber von Nahem betrachtet, gab es doch wieder etwas zu tun. Es waren viele Bücher einfach auf die stehenden Bücher gelegt worden. Eigentlich ist das ja kein Problem, aber viele ließen sich einfach in die bestehenden Lücken einsortieren. Auch ist es schön, statt auf den Buchschnitt gleich auf den Rücken des Buches schauen zu können, um den Buchtitel zu erfahren. Das erspart viel Gekrame und schont die Bücher, denke ich mir. Eines lag offen und verknickt in einem Büchergewusel zwischen Büchern aus erster und zweiter Reihe – auch da konnte ich schnell Abhilfe schaffen und ein wenig Ordnung herstellen. Das ganze war in etwa 5 bis 10 Minuten erledigt und ich habe es wieder einmal gern gemacht.

Fast zeitgleich mit mir kam eine andere Bücherfreundin an dem Schrank an. Während ich ein wenig aufräumte, schaute sie sich nach neuen Büchern um und wir kamen ins Gespräch. Worüber? Natürlich über Bücher – nett war es, da hätte nur noch ein schönes Heißgetränk gefehlt und alles wäre perfekt gewesen 🙂

Das Buch vom letzten Mal hatte wohl schon jemand mitgenommen. Auch den Schuber mit den Büchern in Einfacher Sprache konnte ich nicht mehr entdecken, aber vielleicht ist es ja auch ein positives Zeichen und die darin enthaltenen Bücher helfen jemandem beim Lesen üben. Schön finde ich, dass in dem Bücherschrank seit meinem vergangenen Besuch viele Kinderbücher und sogar einige Bilderbücher hinzugekommen sind – so können auch die Kleinen hier etwas finden.

Ich selbst lasse dieses Mal „Die Säulen der Erde“ von Ken Follet hier – einen historischen Roman, der zwischen 1123 und 1173 in England spielt und der mich vollends begeistern konnte. Die Fortsetzungen wollte ich immer mal lesen, bin bisher aber nicht dazu gekommen.

2019_02_#bücherschrankschatz

Es ist eine Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unter Ausbeutung und Not leidet. Philip, ein junger Prior, dessen Eltern von marodierenden Söldnern abgeschlachtet wurden, träumt den Traum vom Frieden: der Errichtung einer Kathedrale gegen die Mächte des Bösen. Er und sein Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Jack und die Grafentochter Aliena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihre Widersacher behaupten, ehe Kingsbridge Schauplatz des größten abendländischen Bauwerks, der »Säulen der Erde« wird …

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Ken Follet
Die Säulen der Erde
Original: The Pillars of the Earth
Taschenbuch, 1.296 Seiten
ISBN:  978-3404118960
Verlag: Bastei Lübbe
Ersterscheinung: 27. Oktober 1992

Kennt oder unterstützt ihr bereits einen öffentlichen Bücherschrank und wenn ja, welches gute Buch stellt ihr im Februar dort unter?

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erLESENer Januar

Im Lesemonat Januar dachte ich mit Altmann über das Leben nach, war mit meiner Erkrankung auf dem Prüfstand, schaute bei Fotos nochmal genauer hin, gruselte mich in Harmony Bay und war intolerant gegen Nanos oder vielleicht auch nicht 😉

Bücherwelten – vielfältig wie das Leben…

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Gebrauchsanweisung für das Leben von Andreas Altmann
Ein Buch, in dem ich die es mochte wenn Altmann übers Reisen erzählt, menschlich liegt mir der Autor jedoch eher nicht.

Ein gutes Leben und andere Probleme von Svenja Bunt / Sibylle Prins
Die Autorinnen geben in ihrem Buch als psychiatrie Erfahrene Tipps und Anregungen wie man trotz gesundheitlicher Probleme „ein gutes Leben“ führen kann. Empfehlenswert für psychiatrie Erfahrene!

Vom Alltäglichen zum Besonderen – Bilder auf den Punkt gebracht von Michael Jordan
Ein Buch für Fotografiebegeisterte, die anhand von unspektakulären Beispielen etwas über die Bildgestaltung und Bildbearbeitungsmöglichkeiten erfahren möchten.

Monster 1983 von Ivar Leon Menger
Ein gruseliges 1980er Jahre Hörspiel à la Stephen King, das mir auch aufgrund der vielen bekannten Synchronstimmen viel Spaß gemacht hat.

Nanos – Sie bestimmen was du denkst von Timo Leibig
Ein spannender aber insgesamt eher oberflächlichlicher Actionthriller bei dem die in den Lebensmitteln enthaltenen Nanos das Denken der deutschen Bevölkerung im Jahr 2028 manipulieren.

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Nanos – Sie bestimmen was du denkst – Timo Leibig

Allein der Titel machte mich bereits neugierig, hatte ich doch erst kürzlich ein Jugendbuch gelesen, bei dem Nanobots eine große Rolle spielten und das mich dazu brachte nachzuschauen, was es mit der Nanotechnologie derzeit so auf sich hat. Ich staunte darüber, inwieweit nanotechnologische Produkte bereits eingesetzt werden und war begeistert über die noch denkbaren Anwendungsmöglichkeiten. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten und genau letzterem widmet sich Timo Leibig in seinem Thriller „Nanos“.

Er baut ein düsteres Zukunftszenario, indem er den Leser mit ins Deutschland des Jahres 2028 nimmt:

„Nachdem die Europäische Union an der Flüchtlingskrise vor knapp zehn Jahren ins Wanken geraten und schlussendlich aufgrund nationalistischer Tendenzen daran zerbrochen war, hatte ein Umdenken unter den Bürgern eingesetzt. Nicht mehr international war das Gebot der Stunde, sondern national. Jedes Land kehrte zu den eigenen Traditionen zurück, schloss die Grenzen, kümmerte sich um seinen eigenen Kram.“ (S. 107)

Ein neuer Bundeskanzler herrscht über Deutschland. Johann Kehlis, ursprünglich ein Magnat aus der Lebensmittelindustrie, nutzt eine einzigartige Technologie, um die Gedanken der Bürger zu manipulieren. Über Lebensmittel und das Trinkwasser speist er Nanopartikel in die Körper der Menschen ein, welche im Gehirn Botschaften von der Unfehlbarkeit des Systems hinterlassen. Die Methode wäre perfekt, gäbe es nicht einige Intolerante, bei denen die Nanos keine Wirkung zeigen. Diese werden denunziert und von einer Gruppe emotionsloser gewaltsamer Soldaten, die für Recht und Ordnung sorgt, aus dem Weg geräumt. Aber im Untergrund dieses totalitären Staates sammeln sich bereits Rebellen.

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Insgesamt ein interessanter Stoff, den Timo Leibig sich hier in seinem Verlagsdebüt (er veröffentlichte bereits 9 Thriller und einen Fantasy-Roman im Selfpublishing) zusammen gesponnen hat. Die spannende Handlung zog mich anfangs gleich in den Bann und einige Szenen waren hollywoodreif beschrieben, so dass ein rasanter Actionfilm vor meinem geistigen Auge ablief. Im Zusammenhang mit der Thematik ließ mich das auf Großes hoffen, aber diese Erwartungen wurden leider enttäuscht.

Gerne hätte ich den wissenschaftlichen Aspekt besser beleuchtet gesehen, doch die Idee des Buches wirkt nicht gut ausgearbeitet und bleibt ebenso oberflächlich wie die Protagonisten. Diese bleiben blass und sind eher unsympathisch und kaltschnäuzig – egal ob vermeintlich gut oder böse. Dann gibt es da noch das ein oder andere Klischee, wie beispielsweise das auf dem Totenbett gegebene Versprechen und wahrhaftes Heldentum, das mich eher beim Lesen die Augen verdrehen als mitfiebern lässt. Aber nichtsdestotrotz ist das Buch spannend geschrieben und durch die zahlreichen Actionszenen kommt keine Langeweile auf, wenn man nicht zu den Menschen gehört, die ein zu viel an Action irgendwann langweilt. So war es bei mir leider und das Ende ist zwar nicht komplett offen, lässt aber genug Raum für eine Fortsetzung. Auch wenn der Schreibstil flüssig ist und ich diesen Thriller nicht schlecht fand, ist er für mich jedoch nicht wirklich rund geworden. Der Inhalt ist eher flüchtig und schnell wieder vergessen, so dass ich den am 29.05.2019 erscheinenden zweiten Teil „Nanos – Sie kämpfen für die Freiheit“ nicht lesen werde.

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Timo Leibig
Nanos – Sie bestimmen was du denkst
Paperback, Klappenbroschur, 512 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3190-4
€ 16,00 [D] | € 16,50 [A] | CHF 22,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Penhaligon
Erschienen: 24. September 2018

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

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