Lesereise

29

Bild | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Identifikationssuche

„Auf die ein oder andere Weise erkennt sich ein Leser in einem Buch immer selbst wieder. Angeregtes Lesen ist die totale Egomanie. Man ist automatisch auf der Suche nach dem, was einen persönlich anspricht. Ein Autor kann eine völlig groteske und unwahrscheinlich anmutende Geschichte erzählen, es wird immer einen Leser geben, der verkündet: »Unglaublich, Sie haben mein Leben aufgeschrieben!«“

[Das geheime Leben des Monsieur Pick von David Foenkinos]

Veröffentlicht unter Zitate | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

… Thema: Hinweise

punkt1-259x300„Punkt, Punkt, Punkt“ ist ein Projekt von Sunny von Always sunny, bei dem die Woche Sonntags mit einem von den Teilnehmern vorgeschlagenen Wort startet, zu dem sie dann einen Beitrag auf ihrem Blog veröffentlichen können. Pro abgegebenem Bild/Beitrag sammelt Sunny 5 Cent auf einem Spendenkonto. Das Geld bekommt in 2017 Ärzte ohne Grenzen. Eine tolle Idee!

Das Thema dieser Woche lautet: Hinweise

26_Hinweise

An diesem Hinweisschild kann man den Rheinkilometer ablesen. Diese Einheit bezeichnet die seit dem 1. April 1939 gültige Kilometereinteilung des Rheins. Der Nullpunkt liegt in der Mitte der alten Konstanzer Rheinbrücke und endet bei Rheinkilometer 1036,20 westlich Hoek van Holland. Nach dieser an beiden Seiten des Ufers angebrachten Kilometereinteilung richten sich die Schifffahrt und alle Behörden.

Veröffentlicht unter Fotografie | Verschlagwortet mit | 6 Kommentare

Das Lächeln meiner Mutter – Delphine de Vigan

Delphine de Vigan wurde 1966 in Paris geboren, wo sie heute noch mit ihren zwei Kindern lebt. Sie arbeitet tagsüber für ein soziologisches Forschungsinstitut und schreibt nachts, wenn alle schlafen, ihre Romane. Von klein auf weiß die Autorin, dass ihre Mutter nicht wie andere Mütter ist – sie ist talentierter, schöner, unkonventioneller als andere. Aber sie ist auch krank und leidet unterschiedlich stark unter den Symptomen ihrer Bipolaren Störung. Wie wenig ihre Mutter dem Leben gewachsen ist, erkennt Delphine de Vigan erst als Erwachsene und fragt sich seit dem Tag, an dem sie ihre einundsechzigjährige Mutter tot aufgefunden hat, warum Lucile sich für den Freitod entschieden hat. Sie trägt Erinnerungsstücke zusammen, spricht mit den Geschwistern ihrer Mutter, mit alten Freunden und Bekannten der Familie und mit ihrer Schwester.

34_Das Lächeln meiner Mutter

Es entsteht das empathische und feinfühlige Porträt einer widersprüchlichen und geheimnisvollen Frau, die ihr ganzes Leben auf der Suche war – nach Liebe, Glück und nicht zuletzt nach sich selbst.

„Aus Lucile wurde diese zarte, außerordentlich schöne, lustige, schweigsame, oft subversive Frau, die lange am Rand des Abgrunds stand und ihn nie aus den Augen ließ, diese bewunderte, begehrte Frau, die andere in Leidenschaft versetzte, diese geschundene, verletzte, gedemütigte Frau, die alles an einem Tag verlor und mehrere Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken hinter sich brachte, diese untröstliche, immer von Schuldgefühlen geplagte und in ihre Einsamkeit verschanzte Frau.“ (S. 152)

Nebenbei zeichnet Delphine de Vigan das lebendige Bild einer französischen Großfamilie im Paris der 50er und 60er Jahre. In der Ich-Perspektive lässt sie den Leser zudem immer wieder an ihrem Ringen mit sich teilhaben, weil sie nicht weiß wie und wie viel sie erzählen soll und kann, ohne in irgendeiner Form anzuecken. Bei ihren Schilderungen ist sie immer darauf bedacht von dem zu berichten, was war und möglichst nichts hineinzuinterpretieren. Sie will niemanden bloßstellen und ist nicht auf Effekthascherei aus. Und so verzeiht man es ihr auch, dass sie wie eine Biographin schreibt, die dem Leser nicht alles verrät.

„Was habe ich denn mit meinen sechs Monaten, mit meinen vier Jahren, mit meinen zehn Jahren (und selbst mit meinen vierzig Jahren) gesehen? Nichts. Und trotzdem rolle ich die Geschichte meiner Mutter weiter auf, mische meine Kindersicht mit der der Erwachsenen, zu der ich geworden bin, ich klammere mich an dieses Projekt[…]“ (S. 180)

Immer wieder hadert sie mit sich und quält sich schreibend.

„Das Schreiben entblößt mich, zerstört meine Schutzwälle einen nach dem anderen, löst stillschweigend meinen eigenen Sicherheitsbereich auf. […] Je weiter ich vorankomme, desto mehr sehne ich mich danach, in die Gegenwart zurückzukehren, größeren Abstand zu haben, die Dinge wieder an ihren Platz, in ihre Mappe, in ihren Karton zu räumen und das wieder in den Keller zu bringen, was dorthin gehört.“ (S. 314)

Und so gönnt man es Delphine de Vigan auch, dass sie dieses Buch beendete, nachdem sie sich das Bild ihrer Mutter von der Seele geschrieben hatte, das sie zu teilen bereit ist. Mich als Leserin entließ dieses Buch in ähnlicher Form – auch wenn ich den Schreibstil der Autorin mag, war ich aufgrund der Thematik doch froh, als es geschafft war.

-> Zur Leseprobe


Delphine de Vigan
Das Lächeln meiner Mutter
Aus dem Französischen von Doris Heinemann
Original: Rien ne s’oppose à la nuit, éditions Jean-Claude Lattès
Taschenbuch, 400 Seiten
ISBN: 978-3426304129
€ 10,99 [D]
Verlag: Droemer
Erschienen: 03.11.2014

Veröffentlicht unter Autobiografie | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Deutschlands schönste Buchhandlungen

Das Börsenblatt stellt auf seinem Youtube-Kanal jeden Monat besondere und innovative Buchhandlungen vor. Den Anfang dieser Reihe machte das Bukafski in Mainz:

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Deutscher Buchpreis 2017

Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal den Deutschen Buchpreis verfolgt. Es waren einige Bücher dabei, die mich interessierten – gelesen habe ich davon allerdings nur zwei, eins von der Longlist, eins von der Shortlist und der Preisträger von 2016 war nicht darunter.

Damit ich ein Buch lese, muss es mich in irgendeiner Form ansprechen, da ist es völlig egal ob es Preise gewinnt oder für etwas auserkoren scheint. Aber inspirieren lasse ich mich gern, außerdem mag ich das Drumherum um den Deutschen Buchpreis. Die Spekulationen der Buchpreisblogger haben bereits begonnen: Wer mag es wohl in diesem Jahr auf die Longlist schaffen?

Ab dem 15. August stellen wieder sechs Buchpreisblogger die nominierten Titel des Deutschen Buchpreises vor. Sie lesen die 20 Bücher der Longlist, stellen sie zur Diskussion und bieten Hintergrundinformationen sowie kritische Debattenbeiträge.

Alle Aktivitäten der Bloggerinnen und Blogger erscheinen ab sofort gebündelt an dieser Stelle: Deutscher Buchpreis Blog. Dort werden künftig auch weitere Hintergrund-Artikel zum Deutschen Buchpreis veröffentlicht.

Mögen die Spiele beginnen 😉

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Weekly Photo Challenge: Transient

24_Transient

Transient

Veröffentlicht unter Fotografie | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar