Die Bullet-Journal-Methode – Ryder Carroll

Vor einigen Jahren machte der Hype um die Bullet-Journals auch vor mir nicht halt. Ich fand es ansprechend und praktisch, sich seinen ganz auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Terminplaner selbst erstellen zu können und gleichzeitig noch so viel Platz wie nötig für die Notizen einbauen zu können. Ich bewunderte dabei die zahlreichen Beispiele und Vorlagen von Nutzern, die mit ihren Zeichen- und Gestaltungsfähigkeiten kleine Kunstwerke aus ihren Bullet-Journals machen und dabei ihren Tag, ihre Termine, ihre Pläne, ihre Ziele und ihre Notizen darin einweben. Vieles davon finde ich sehr ansprechend, aber meine eigenen Versuche damit endeten eher kläglich. Kalligrafisch betrachtet sind meine Schreibkünste eine Katastrophe und auch das Zeichnen von Hand liegt mir nicht wirklich. So wurde mein 2016 begonnenes Bullet-Journal zu einem eher schmucklosen Notizbuch, das zwar auf meinem Schreibtisch immer noch seinen Platz hat, aber fast gänzlich seine Funktion verloren hat (sogar das umschließende Gummiband ist mit den Jahren ausgeleiert, was sicherlich nicht an der ständigen Benutzung lag). Schließlich habe ich mein „Glück“ mit dem digitalen Notizbuch „Evernote“ gefunden und zur Koordination der Termine meines Herzbuben und mir reicht ein einfacher Tischkalender mit seiner Wochenübersicht.

Buchcover "Die Bullet-Journal-Methode" von Ryder Carroll

Aber bei mir ist derzeit privat einiges im Wandel. Zum einen habe ich wertvolle Impulse aus dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung bekommen und gestalte meinen Tagesablauf so, dass sich gewisse Themen und Aufgabenstellungen in einer gewissen Regelmäßigkeit wiederholen. Dabei geht es darum, den Umgang mit eigenen Lebensthemen zu lernen, aber auch darum, bereits vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten weiter auszubauen und regelmäßig anzuwenden. Einen Lehrplan gibt es hierfür nicht, aber ich habe für mich in den vergangenen Monaten Vorstellungen entwickelt wie und in welchem täglichen oder auch wöchentlichen Zeitaufwand ich das umsetzen möchte – und habe es auch bereits gemacht. Dabei ist etliches in Bewegung gekommen und es sind einige Ideen entstanden, die festgehalten als Lose-Blatt-Sammlung meinen Schreibtisch zumüllen. Es ist bei mir also der Bedarf entstanden meine Gegenwart zu ordnen, um damit meine Zukunft besser gestalten zu können. In dieser Situation kam es mir ganz gelegen, als ich bei Spotify das ungekürzte Hörbuch „Die Bullet-Journal-Methode“ von Ryder Carroll, hervorragend gesprochen von Julian Mehne, entdeckte. Ich erhoffte mir durch dieses Buch Inspirationen dazu, wie ich mein kleines Notizen- und Planungsdurcheinander sinnvoller organisieren kann.

Und genau das bekam ich auch. Viele von den strukturellen Gestaltungsmöglichkeiten kannte ich natürlich schon durch die zahlreichen YouTube-Videos und Internetseiten, die ich zum Thema BuJo bereits in den vergangenen Jahren angeschaut hatte. Aber Ryder Carroll zeigt, wie viel mehr ein Bullet-Journal zu bieten haben kann und dass einem natürlich frei steht, seine Kreativität und Kunstfertigkeiten darin auszuleben, aber dass es darum eigentlich nicht geht. Vielmehr zeigt dieses Buch, worin die eigentlichen Stärken des BuJo liegen und welche psychologischen Effekte mit den unterschiedlichen Arten der Bestückung eines Bullet-Journals erzielt werden können. Was das Festhalten bestimmter Einzelheiten im Nachhinein für den Rückblick in die Vergangenheit bedeuten kann, aber auch wie sich bestimmte Aufgaben und Ziele durch gezielte Methoden im Bullet-Journal besser greifen und verwirklichen lassen. Diese Begründungen für das Warum und Weshalb sind nicht nur hilfreich, sondern manches Mal auch Augen öffnend und sehr inspirierend, so dass man es kaum abwarten kann, das Gehörte gleich umzusetzen.

Dabei gibt Ryder Carroll jedoch nicht dogmatisch Problemlösungen vor, sondern stellt immer wieder auch den großen Vorteil des Bullet-Journals heraus. Es ist flexibel für jeden Einzelnen für seine ganz besonderen Bedürfnisse gestaltbar und kann jederzeit an die Umstände des Lebens angepasst werden. Alles kann und nichts muss. Es gibt kein richtig oder falsch, nur etwas, das für einen funktioniert oder eben nicht funktioniert. So wächst das BuJo mit seinen Anforderungen oder nimmt phasenweise auch einfach mal weniger Seiten in Anspruch.

Mich hat dieses Hörbuch genau zur richtigen Zeit gefunden, aber wie es nun mal so ist, reicht mir das Hören nicht aus bei guten Büchern. Deshalb habe ich es mir in gebrauchter Version nachgekauft. Einzelne Kapitel möchte ich gern noch einmal ganz in Ruhe selbst lesen, verinnerlichen und umsetzen. Und tatsächlich ist das Buch hübsch gestaltet, verfügt sogar über zwei (!) Lesebändchen und ist mit einigen wenigen Skizzen versehen. Aber auch hier wird deutlich, dass es beim Bullet-Journaling ebenso wenig wie bei bei diesem Buch, vorrangig um die optische Gestaltung geht – sie ist und bleibt halt ein hübscher Nebeneffekt.

Das kommt mir sehr entgegen, entspannt mich und hat mich auf Ideen gebracht. Ich habe nicht nur meine ganz eigene Art der Einträge für das BuJo entwickelt, die schmucklos aber für mich durchaus effektiv sind, sondern ich habe mir dabei auch die Freiheit genommen, mich von dem dafür üblicherweise verwendeten klassischen Notizbuch zu verabschieden. Derzeit bewährt sich für mich ein schwarzes Ringbuch in DIN-A5-Größe mit einem Register von A bis Z und den normalen im Schreibwarenhandel erhältlichen karierten DIN-A5-Ringbucheinlagen. Damit ist die Flexibilität gewährleistet, die ich derzeit brauche und da ich es nur zu Hause verwende, reicht diese preiswerte Lösung auch aus. Zugegeben: Schön ist anders. Aber es funktioniert – und wenn ich tatsächlich mal Lust auf Gestaltung habe, bemühe ich Photoshop und Libre Office und drucke mir halt etwas Schönes aus, das ich dann in meinem Bullet-Ringbuch abheften und ausfüllen kann 🙂

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Ryder Carrol
Die Bullet-Journal-Methode
Verstehe deine Vergangenheit – ordne deine Gegenwart – gestalte deine Zukunft
Original: The Bullet Journal Method. Track the Past, Order the Present, Design the Future
Aus dem Englischen von Viola Krauß
ISBN: 978-3499633409
Preis: EUR 20,00 € [DE]
Verlag: Rowohlt
Erschienen: 06.11.2018

Foto der Woche (47. KW)

Bei dieser Aktion von Aequitas et Veritas geht es darum, im Laufe einer Woche ein Foto von etwas zu schießen, über das man ’stolpert‘. Et voilà:

Bild von einem Dummy in einem weißen Kleinwagen mit kaputter Front vor einem Baum

Ich bin nicht direkt darüber gestolpert, aber dieser Anblick zwingt mich immer wieder zum Hinschauen und erinnerte mich erst gestern wieder daran, dass ich selbst vor Jahren mit meinem kleinen weißen Auto über die spiegelglatte Fahrbahn rutschend vor einem Baum etwa dieser Größe zum stehen kam. Nicht einmal der Airbag hatte sich damals geöffnet und mein Wagen sah glücklicherweise auch nicht so ramponiert aus. Er hätte aber auch nicht so ein gutes Werbeobjekt für ein Kfz-Sachverständigenbüro abgegeben. Ein Glück!

Mögest du glücklich sein – Laura Malina Seiler

Ich kannte sie bereits durch den YouTube-Kanal Gedankentanken, der später in Greator umbenannt wurde. Immer mal wieder schaue ich mir Videos dieses Kanals an, um positive Gedanken aufzutanken und mich mit Themen der persönlichen Weiterentwicklung zu beschäftigen. Im März gab es dann die Life School bei Greator. Eine großartige Idee, wie ich finde. Denn es gibt noch ein Leben außerhalb von Algebra und binomischen Formeln und genau das kommt bei dem, was in der Schule üblicherweise gelehrt wird, oft zu kurz. Auch wenn ich längst nicht mehr zu dieser Zielgruppe gehöre, „drückte“ ich nochmal gern die virtuelle Schulbank und hörte mir an, was die Persönlichkeits-Coaches zu sagen hatten. Dabei fiel mir Laura Malina Seiler zum ersten Mal bewusst auf, auch weil meine Tochter den Namen bereits mehrfach begeistert erwähnt hatte.

Das hatte mich neugierig gemacht und als meine Tochter mir schließlich das Buch „Mögest du glücklich sein“ von Laura Malina Seiler empfahl, folgte ich ihrem Tipp:

Ich muss zugeben, dass ich zunächst ein wenig skeptisch war. Ratgeber hatte ich in meinem Leben eigentlich bereits genug gelesen, dachte ich zumindest. Gleichzeitig hatte ich aufgrund der Unterüberschrift auch ein wenig Angst davor, dass dieses Buch für mich persönlich zu sehr in eine spirituelle oder vielleicht sogar religiöse Richtung gehen könnte. So etwas stößt mich schnell ab. Aber andererseits gab ich auch etwas um den Rat meiner Tochter und wollte es mit diesem Buch einfach einmal probieren.

Bei Audible hatte ich noch ein Guthaben übrig, für das ich noch keine Verwendung hatte. Also entschied ich mich dazu, dieses Buch als Hörbuch zu hören. Nebenbei. Beim Putzen, beim Aufräumen oder bei irgendwelchen anderen Tätigkeiten, so wie ich es mit Hörbüchern halt immer mache. So war zumindest der Plan. Aber das Hörbuch zog mich schon nach kurzer Zeit immer mehr in seinen Bann. Schließlich nahm ich mir ganz bewusst die Zeit und hörte Laura Malina Seiler, die das Hörbuch selbst eingesprochen hatte, intensiv und konzentriert bei dem zu, was sie zum Thema Glücklich werden und Glücklich sein und der damit verbundenen Persönlichkeitsentwicklung empfiehlt. Es war für mich keine neue Thematik, aber ich hatte beim Hören nicht das Gefühl, dass ich das alles schon einmal gehört oder gelesen hatte, obwohl es bei manchem sicherlich zutreffend gewesen wäre. Vielmehr stieg in mir die Erkenntnis auf, dass ich das doch eigentlich alles wusste, mich gleichzeitig aber fragte, warum ich vieles von dem wieder dem Vergessen preisgegeben oder sogar wieder dem Unbewussten überlassen hatte.

Gleichzeitig stellte ich allerdings auch fest, dass das Hörbuch nicht das beste Medium war, um die Inhalte dieses Buches zu erfahren. Laura Malina Seiler hat das Hörbuch zwar gut eingesprochen und man merkt, dass sie für ihre Themen brennt, aber es handelt sich hierbei um eines der Bücher, dessen Inhalte man sacken lassen muss, bei dem man manche Sätze auch einfach nochmal lesen oder sich die Zeit nehmen muss, um mit den Inhalten zu arbeiten und ganz in Ruhe darüber nachzudenken, in welchem Bezug sie zu einem selbst stehen. Deshalb landete nach der Beendigung dieses Hörbuchs das Taschenbuch [Werbung] gleich auf meiner Wunschliste. Ich möchte es mir beizeiten nachkaufen, um mich noch einmal ganz in Ruhe den einzelnen Themen zu widmen. Mit einem Hörbuch bekomme ich persönlich so etwas nicht hin, aber das obliegt sicherlich auch dem ganz individuellen Geschmack.

Laura Malina Seiler erwähnt in dem Buch auch mehrfach ihren Podcast. Das machte mich neugierig, so dass ich gleich nach beenden des Buches über Spotify dort hineinhörte: happy, holy & confident. Dein Podcast fürs Herz und den Verstand. Und weil ich in gewisser Weise ein Monk bin, begann ich damit nicht mit der jüngsten, sondern mit der allerersten Podcastfolge. Die Autorin teilt in ihrem Podcast wertvollen Coaching Input, macht kraftvolle Meditationen und Übungen, gibt Step-by-Step Anleitungen, veröffentlicht PowerTalks und führt inspirierende Interviews. Nachfolgend ging ich dazu über, mir jeden Morgen eine Folge anzuhören. Das war und ist für mich inspirierend und unglaublich bereichernd. Eine sehr positive Art in den Tag zu starten. Immerhin nahm ich mir jetzt beim Podcast die Zeit, auf einzelne Themen und Fragestellungen für mich Antworten zu finden und sie für mich intensiv zu bearbeiten.

Das machte etwas mit mir. Allmählich wurde mir deutlich, was mir wichtig ist und welche Ziele ich anstreben kann, auch wenn ich gerade im Zusammenhang mit meiner Erkrankung aufpassen muss, dass ich mich nicht übernehme. Manches Mal fühlte es sich für mich so an, dass ich mit dem Stempel der Schwerbehinderung und der Verrentung als Arbeitsunfähige in einer Sackgasse gelandet war. Als gäbe es für mich keine nennenswerten Ziele mehr – wenn man mal davon absieht, dass ich bemüht darum bin, meine Erkrankung auf einem Level zu halten, mit dem ich leben kann und zu Lebensfreude fähig bin. Auch wenn das schon eine ganze Menge ist, habe ich doch auch noch andere Dinge gefunden, die mir wichtig sind und in die ich wohldosiert allmählich mehr Energie stecken kann und möchte. Um es mal mit Laura Malina Seiler’s Worten zu sagen: „Das war für mich in den vergangenen Monaten ein echter Gamechanger!“

Danke für den Tipp, meine liebe Tochter ❤️

-> Zur Hörprobe [Werbung]

Laura Malina Seiler
Mögest du glücklich sein – Entdecke dein Höheres Selbst und verbinde dich mit deiner inneren Kraft 
Ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Laura Malina Seiler
Spieldauer: 6 Std. und 27 Min.
Erscheinungsdatum: 04.05.2018
Verlag: Laura Seiler Life Coaching

NaNoWriMo 2020 (Tag 6 bis 15)

Wie es mir mit dem NaNoWriMo 2020 bisher erging, könnt ihr dort nachlesen: Tag 1 bis 5.

✍️ Tag 6:
7:30 Uhr. Es hat gut getan, so lange zu schlafen. Heute nehme ich an einer der offiziellen Writing-Sessions vom WTB-Club mit Zoom teil. Wir sind um die 90 Schreiwillige, die den Ton ausgeschaltet haben und eifrig eine Stunde lang geschäftig vor sich hinschreiben. Als Ziel habe ich mir für diese Zeit 700 Wörter gesetzt, schaffe aber tatsächlich 1.100. Ich bin begeistert. Am Ende teilt Julia noch mit, dass sie zwei Videoräume in der privaten Facebook-Gruppe eröffnet hat. In dem einen kann man sich zum Quatschen und in dem anderen zum Schreiben treffen. Die Videoräume wurden bereits von einigen Schreiberlingen getestet und für gut befunden. Wenn ich mein Tonproblem gelöst habe, möchte ich das auch gerne ausprobieren. Aber erstmal heißt es für mich noch weiter schreiben und um kurz nach 9 habe ich dann auch mein Schreibziel für heute geschafft.

✍️ Tag 7:
Heute habe ich einen Schreibtermin nur mit mir selbst. Aufwachen, ohne vom Wecker aus dem Schlaf gerissen zu werden, ist herrlich. Es zeigt sich, dass dieser höchst persönliche und unendlich variable Termin um 6:30 Uhr stattfinden wird. Pünktlich starte ich die Soundtrack-Playliste von Spotify und schreibe, bis ich gegen 8:15 Uhr das Tagesziel erreicht habe. Ganz unspektakulär, aber nicht weniger effektiv.

✍️ Tag 8:
Sonntagmorgen. Irgendwann um kurz nach 6 bin ich wach geworden. Gemütlich stehe ich auf, versorge mich mit Tee und fange schließlich tiefenentspannt und ganz ohne Zeitdruck um 7:15 Uhr an zu schreiben – bis 9:00 Uhr. Auch wenn ich heute alles gemütlich angehen lasse, fühle ich mich erschöpft. Ich muss einen Gang zurück schalten und sage meinem Schreibbuddy ab. Obwohl mir diese frühen 5:15 Uhr Termine gefielen. Sie brachten nicht meine ursprüngliche Tagesstruktur durcheinander und ich konnte mit ihnen gleich zu Beginn des Tages meine große Schreibaufgabe hinter mich bringen – frei nach dem Motto „Eat that frog[Werbung] das Schwierigste gleich zu Beginn des Tages schaffen. Allerdings hat mich dieser Frosch, beziehungsweise das frühe Schreiben doch auch mehr Kraft gekostet, als ich anfangs gedacht hätte. Ich kehre also bewusst zurück zu meiner alten Tagesstruktur, bei der der reguläre Tag um 9:00 Uhr beginnt und wenn ich früher aufwache, dann ist das einfach nur Freizeit, die ich mit freiwilligen leisen Inhalten fülle, die meinen Herzbuben nicht wecken, sofern es mit dem Schlafen bei mir nicht funktioniert. Ich weiß, dass es gerade für mich ganz wichtig ist, auf einen ausgewogenen Schlafrhythmus zu achten, um meine Krankheit im Zaum zu halten. Noch habe ich alles im Griff, aber einiges ist doch auch durch den Stress, den ich mir selbst durch den NaNoWriMo mache, durcheinander geraten und will im Auge behalten werden.

✍️ Tag 9:
Noch nicht einmal 4:00 Uhr, ich bin hellwach. Kein Grund zur Sorge, zumal ich gestern Abend schon um kurz nach neun ausgebrannt ins Bett gefallen bin. Ich hätte den Termin um 5:15 Uhr also doch wahrnehmen können. Ich ärgere mich ein wenig über mich selbst, verdaddle sinnlos Zeit und lege mich später völlig erschöpft nochmal hin. Um 10:30 Uhr beginne ich dann doch noch meine Schreibsession, aber es kostet mich Überwindung. Um 12:00 Uhr habe ich mein Tagespensum geschafft. Feierabend für heute – zumindest mit dem Schreiben. Ich muss dringend einen Gang runterschalten und mich den Dingen widmen, die mich wieder in die Spur bringen.

✍️ Tag 10:
Ich schlafe bis 7:00 Uhr und fühle mich erholt. Ich will etwas von dem Druck aus diesem NaNoWriMo herausnehmen und widme mich heute bewusst vorrangig anderen Dingen. Erst nachmittags beginne ich zu schreiben. Mein Tagespensum schaffe ich zum ersten Mal nicht. Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen…Schreibstörungen. Aber um 18:00 Uhr nehme ich dennoch an der Zoom-Fragerunde von Julia K. Stein teil. Es beruhigt mich ein wenig, dass auch bei anderen nicht alles rund läuft und sie ähnliche Gedanken rund um ihr Buch haben. Es tut gut, einige Ängste von einer Autorin zerstreut oder bestätigt zu wissen, die selbst bereits einige Bücher (auch bei Verlagen) veröffentlicht hat. Nebenbei erfahre ich von Sensitivity Reading, dass manch einer sich mit 4-Minuten-Meditationen aufs Schreiben einstimmt, es sich bei Coffeeshop-Geräuschen von YouTube vielleicht gut schreiben lässt und dass man sich auch bei Discord zu Schreib-Sprints treffen kann.

Das Programm iVCam, mit dem ich mein Smartphone über den Computer als Webcam laufen lasse, teilt mir hingegen mit, dass die Trial-Version nun abgelaufen ist und mein Video nur noch „in klein“ dargestellt wird. Das ist schätzungsweise kein Problem für die Zoom-Sessions mit Julia, insgesamt muss aber nun eine andere Lösung her, zumal ja auch mein Ton mit der Ansage „Trial Version“ überblendet ist. Ich wäge Vor- und Nachteile ab und entscheide mich dagegen, die Software-Lösung im Abo-Modell zu erstehen oder einen einmaligen Kaufpreis in einer Höhe zu leisten, in der es bereits für einen geringen zusätzlichen Aufpreis günstige Webcams gibt. Es wird also in Kürze eine Webcam bei mir einziehen, die unabhängig vom Ladestand des Handy-Akkus jederzeit einsatzbereit ist und bei Bedarf auch an den Rechner meines Herzbuben angeschlossen werden kann. Als Nicht-Dauer-Webcam-Nutzer haben wir auf diese Art wenigstens beide etwas davon.

✍️ Tag 11:
Ich habe ein ernsthaftes Problem mit dem Schlaf, komme aber immerhin um 3:30 Uhr dazu, den aktuellen NaNoWriMo-Newsletter zu lesen. Darin entdecke ich auch, dass unter anderem auf dem YouTube-Kanal WordNerds sogenannte „Write-In leds“ live angeboten werden. Gar nicht schlecht. Dort kann man sich im Chat austauschen oder später die Aufzeichnung ansehen, um beim sogenannten „word sprint“ dabei zu sein und selbst mitschreiben. Kellie’s getippe fällt mir allerdings etwas auf die Nerven, aber der Ton lässt sich ja glücklicherweise regulieren, bis sich alle beim Schreiben selbst stumm schalten. Um 5:30 Uhr beginne ich endlich selbst zu schreiben und höre mir dabei Entspannungsmusik mit Klavier-, Cello- und Gitarrenklängen von YouTube an. Zunächst ist die Musik wunderbar, aber ich muss feststellen, dass ich meinen Plot gesprengt habe. Glücklicherweise kann ich das für mich aber ausblenden und schreibe einfach erstmal weiter, bis es mir gelingt, den Faden wieder aufzunehmen. Nach einer Stunde langweilt mich die Musik. Ich brauche etwas Rockiges – und schließlich auch eine Pause von der anstrengenden Thematik. Nachmittags geht es dann nochmal ans Werk und es gelingt mir den Rückstand vom Vortag aufzuholen.

✍️ Tag 12:
7:00 Uhr und ich schreibe immer noch nicht. Meine Schreiblust hält sich in Grenzen, stattdessen verfasse ich Blogbeiträge und lasse den Tag gemütlich angehen. Am späten Nachmittag starte ich doch noch Scrivener und schreibe mein Tagespensum herunter. Wenn der NaNoWriMo vorüber ist, werde ich nur noch eine Stunde pro Tag schreiben oder überarbeiten oder beides. Zwei Stunden sind mir insgesamt zu viel. Julia hat ein Video über Virtuelles Co-Working (und wie du dadurch effektiver arbeitest) herausgebracht. Ich finde es auch einfacher, wenn man feste Termine macht, brauche es andererseits aber auch, mal keine Termine zu haben, damit der Druck mich nicht auffrisst. Schön wäre es, wenn sich das Schreiben und spätere Überarbeiten in meine Tagesstruktur einfügen ließe, aber davon bin ich noch weit entfernt. Ich blute beim Schreiben immer ein wenig aus, aber es hat auf der anderen Seite auch einen heilenden und stellenweise erhellenden Effekt.

✍️ Tag 13:
Wieder so ein Tag, an dem es mich zu unchristlicher Zeit aus dem Bett treibt. Einen festen Schreibtermin habe ich nicht, möchte mir aber im Laufe des Vormittags die Zeit dafür nehmen. Um 8:30 Uhr bekomme ich endlich die Webcam [Werbung] und schließe sie gleich an. Schön, wie einfach das geht. Am Monitor anklemmen, USB-Kabel einstecken, Rechner neu starten, fertig. Ich beschließe, sie gleich um 10 Uhr bei Julia’s Zoom-Writing-Session auszuprobieren. Scheint zu funktionieren, aber das Bild, das meine Kamera überträgt, flackert und mein Ton brummt beim Testen nervtötend. Ich schalte während der Zoom-Session die Übertragung meines Videos aus, damit ich andere mit dem Geflacker nicht zu sehr störe, das Micro ist beim Schreiben sowieso stummgeschaltet. Vorgenommen hatte ich mir 700 Wörter, tatsächlich schaffe ich es aber, trotz der Ablenkung, mehr als 1000 Wörter in der gemeinsamen Zeit mit rund 100 Teilnehmern zu schreiben. Danach widme ich mich etwas intensiver der Technik und stelle fest, dass mein Monitor die Webcam-Übertragung stört, wenn sie oben drangeklemmt ist. Er ist halt nicht mehr der Jüngste und für mich ein Thema, mit dem ich mich erst im kommenden Jahr näher beschäftigen möchte. Ich probiere aus, wie es ist, wenn ich die Kamera auf dem kleinen Mini-Stativ befestige, das ich noch in einer meiner Technik-Rummel-Kisten finde, etwa so eines wie dieses hier [Werbung]. Die kleine Konstruktion stelle ich neben den Monitor und tatsächlich sind Bild und Ton plötzlich einwandfrei. Problem gelöst. Nachmittags nehme ich mir nochmal etwas mehr als eine halbe Stunde Zeit und schreibe die restlichen Wörter herunter bis mein Tagespensum überschritten ist.

✍️ Tag 14:
Mein Tag beginnt etwa gegen 6 Uhr, alles in Ordnung. Aber dieser Herbst ist einfach unglaublich schön und bei dem Sonnenschein treibt es uns aus dem Haus. Fotografieren hat Vorrang. Und alles, was nichts mit Schreiben zu tun hat. Nachmittags raffe ich mich aber doch noch auf und schreibe gute eineinhalb Stunden lang mit progressive Rock und Postrock im Ohr. Geht doch. Tagespensum geschafft.

✍️ Tag 15:
Tatsächlich werde ich heute erst durch den Wecker um 5:45 Uhr geweckt. Wir wollen den Sonnenaufgang in einem Naturschutzgebiet genießen, in dem neben vielen Wildvögeln derzeit auch wieder Scharen von Wildgänsen unterwegs sind. Unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht. Es ist traumhaft schön. Auf dem Nachhauseweg nehmen wir noch Brötchen fürs Frühstück mit und sichten dann bei einem Kakao erste Bilder und Videos. Aber im Hintergrund ruft der NaNoWriMo und will, dass ich pünktlich zur Halbzeit die 25.000er Wortmarke knacke. Widerwillig und tränenreich schreibe ich, weil der autobiografische Anteil dieses Mystery-Drama-Romans mit mitnimmt. Trotz allem habe ich gegen sechs Uhr abends endlich die magische Wortzahl geschafft. Scrivener meint, das entspricht 72 Taschenbuchseiten. Ich bin stolz auf mich.

✍️ Fortsetzung folgt…

Foto der Woche (46. KW)

In dieser Woche wollte es die Foto-Challenge von 52frames, dass ich Bilder mit dem Smartphone mache – und ich habe es genossen. In der letzten Zeit bin ich oft mit komplettem Marschgepack, wie ich es immer nenne, wenn ich meine komplette Fotoausrüstung mitschleppe, losgezogen. Und genau das wird mir allmählich zu schwer, auch wenn in dieser Schlepperei eine gewisse Notwendigkeit begründet liegt. Denn natürlich brauche ich immer genau das, was ich gerade nicht dabei habe, wenn ich mal beschließe irgendetwas nicht mitzunehmen. Ein Wunder, dass ich nicht auch immer mein Stativ dabei habe…

Es war fast schon erfrischend, sich zum Fotografieren auf den Weg zu machen und nur das Handy einzustecken. Die Fotos sind tatsächlich nicht gerade berauschend geworden, manche aber immerhin ganz nett und für eines konnte ich mich dann auch als Projektbild entscheiden. Doch so richtig genossen habe ich es, als dieses Bild entstanden ist:

Mein Herzbube und ich waren gerade in einem sehr ruhigen ländlichen Gebiet unterwegs und konnten sie schon weitem kommen hören. Ich liebe das Geschnatter der Wildgänse. Und auch wenn ich wusste, dass dabei keine Fotos entstehen würden, die später zu meinen Lieblingsbildern zählen, bin ich begeistert mit den Augen und mit dem Handy ihrem Flug gefolgt und habe dabei Bilder gemacht. Ich war dabei so auf den Himmel und Wildgänse fixiert, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass ich selbst beobachtet wurde. Der Spaziergänger fragte mich lächelnd, ob ich denn alle aufs Bild bekommen hätte, als ich schließlich den Blick vom Himmel löste. „Nicht ganz“, antwortete ich ebenfalls lächelnd. Wertvolle kleine Begegnungen in Zeiten von Corona – schön wenn man sich unmaskiert zulächeln und die Natur genießen kann.


Bei dieser Aktion von Aequitas et Veritas geht es darum, im Laufe einer Woche ein Foto von etwas zu schießen, über das man ’stolpert‘.

Frisch auf dem Buchmarkt: November 2020

Unter den Neuerscheinungen im Monat November gibt es wieder einiges Interessantes zu entdecken. Mal leuchtet der Mond hell über der Arktis, dann wird in fremden Tagebüchern gelesen, es gibt eine faszinierende Reise in die innere und äußere Wildnis von Menschen und Tigern, man kann eine dicke Frau und ihren kleinwüchsigen Geliebten erleben, feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen, wird in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen als auch der amerikanischen Geschichte geführt, erfährt von einer Frau, die mit dreißig aufhört zu altern, verfolgt die größte Arktisexpedition aller Zeiten, durchlebt die Welt der Online-Rollenspiele und kann mit Roger Willemsen unterwegs sein.

Aber schaut selbst:

02.11.2020: Das Lied der Arktis [Werbung] von Bérengère Cournut: Der Mond leuchtet hell über der Arktis, als das Eis bricht und Uqsuralik von ihrer Familie trennt. Auf einen Schlag ist sie vollkommen allein in der ewigen Polarnacht. Ihr einziger Schutz ist ein Bärenfell, und sie weiß: Sie darf niemals stehen bleiben. Zwischen Fjorden und Eisbergen lernt sie die Sprache der Natur, den Robben nachzuspüren und die Geister zu fürchten. Nach Tagen der Einsamkeit begegnet sie einer anderen Nomadenfamilie und schließt sich der Gemeinschaft an. Doch was zunächst als Rettung erscheint, birgt neue unvorhersehbare Gefahren.

02.11.2020: Stand spät auf, legte mich aber wieder hin [Werbung] von Rainer Wieland: Arthur Schnitzler nannte es einen „Spucknapf meiner Stimmungen“: das Tagebuch. Denn es erzählt von persönlichen Triumphen und Enttäuschungen, hochfliegenden Plänen und erotischen Fantasien, es ist Beichtstuhl und Ideenspeicher zugleich. Das Tagebuch muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Und vielleicht gehören deshalb so viele zum Schatz der Weltliteratur: Von Samuel Pepys, den Brüdern Goncourt, Christoph Kolumbus, Lew Tolstoi, Franz Kafka und Virginia Woolf bis zu Thomas Mann, Andy Warhol und Martin Walser – alle großen Tagebuchschreiber werden in dieser ultimativen Sammlung zu Wort kommen. Über 1000 Fundstücke voller Einsichten und Indiskretionen von mehr als 160 Autoren hat Rainer Wieland zu einem einzigartigen Buch komponiert: 500 Jahre Tagebücher in einem großen Diarium, das sich über 365 Tage von Neujahr bis Silvester erstreckt.

02.11.2020: Tiger [Werbung] von Polly Clark: Eine faszinierende Reise in die äußere und innere Wildnis von Menschen und Tigern. Für Frieda, eine englische Primatenforscherin, sind Tiger nichts als wilde Tiere, ihr fremd in ihrer rohen Aggression. Aber seit sie in einem kleinen Zoo in Devon arbeitet, begegnet sie den Wildkatzen täglich. Nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren; dann, sie zu verstehen, und schließlich, sie zu lieben. Durch sie lernt sie einen Teil von sich selbst neu zu entdecken und begibt sich auf eine Reise, die sie bis nach Sibirien führt, wo ihr eigenes Schicksal sich mit dem von Tomas, einem einsamen Mann in den Wäldern der Taiga, der kleinen Sina, einem wilden Mädchen, und dem der Tiger auf überraschende Weise verbinden wird. Eine lyrische, abenteuerliche, sinnliche, schlicht gewaltige Geschichte von einem Mann, einer Frau und einem Kind, deren heimlich miteinander verknüpfte Leben tief im Zeichen des Tigers stehen.

03.11.2020: Schau mich an [Werbung] von Elif Shafak: Die Spiegel-Bestsellerautorin Elif Shafak spielt mit den Vorstellungen von Schönheit und Hässlichkeit, als wären sie Zauberwürfel, und erschafft damit eines ihrer ungewöhnlichsten Werke: eine humorvolle und tiefgreifende Erkundung dessen, was es heißt, zu schauen und angeschaut zu werden. Die Frau ist so dick, dass sie überall angestarrt wird. Auch ihr Geliebter, ein Kleinwüchsiger, zieht die Blicke auf sich. Doch während sie sich vor der Welt verstecken möchte, drängt er ins Licht – um jeden Preis. „Schau mich an“ ist eines der ungewöhnlichsten Werke von Elif Shafak: eine humorvolle, tragische und Jahrhunderte überspannende Erkundung dessen, was es heißt, andere anzublicken und angeblickt zu werden.

03.11.2020: Schreibtisch mit Aussicht [Werbung] von Ilka Piepgras: Vom Glück des Schreibens und von dessen Preis, von Routine und Ritualen, von Vorbildern und Verzicht: 24 bedeutende Schriftstellerinnen erzählen davon auf sehr persönliche Weise. Schreiben ist harte Arbeit, das gilt unabhängig vom Geschlecht, und es ist Synonym für aller höchste Konzentration. Bislang sind Werkstattberichte von Frauen rar. Dieses Buch versammelt nun erstmals Beiträge über die Schnittstelle von Leben und Kunst. Mal ergreifend und offenherzig, mal pragmatisch und wirklichkeitsnah reflektiert jeder Text auf eigene Art weiblichen Schöpfergeist und räumt mit überholten Schriftstellerinnen- Klischees auf. Was bringt Schriftstellerinnen dazu, zu schreiben? Womit kämpfen sie im Alltag, was beflügelt sie, was lässt sie dranbleiben? Dieses Buch feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen.

05.11.2020: Aus dem Schatten des Vergessens [Werbung] von Martin Michaud: Der Krimi-Bestseller aus Kanada — Montreal, heute: Am Tag vor Weihnachten wird Judith Harper, eine renommierte Psychologin, auf grausame Weise umgebracht. Zur gleichen Zeit verschwindet Nathan Lawson, ein angesehener Anwalt, nachdem er in Panik Dokumente auf einem Friedhof vergraben hat. Wenig später stürzt sich ein Obdachloser von einem Wolkenkratzer. Im Mantel des Obdachlosen: die Brieftaschen von Harper und Lawson. Als Sergent-Détective Victor Lessard, der selbst ein Getriebener ist, gemeinsam mit seiner Partnerin Jacinthe Taillon die Ermittlungen aufnimmt, wird den beiden eine verstörende Aufnahme zugespielt, auf der die Stimme von Lee Harvey Oswald zu hören ist, dem Mann, der einst J. F. Kennedy erschoss und der jetzt aus dem Grab zu ihnen spricht. Lessard und Taillon stehen vor einem Fall, der sie in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen Seele als auch der amerikanischen Geschichte führt.

05.11.2020: Die Frau, die nicht alterte [Werbung] von Grégoire Delacourt: Martine führt mit Ende zwanzig ein glückliches Leben. Sie hat studiert, mit André den Richtigen gefunden, ihn geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Die Zukunft ist für sie ein großes Versprechen. Doch als sie mit dreißig plötzlich aufhört zu altern, gerät alles ins Wanken. Was nach dem unerreichbaren Traum so vieler Frauen klingt, wird für Martine Wirklichkeit – und zu einer ungeahnten Zerreißprobe, auch für ihre Familie. Denn wer will für immer jung sein, wenn die Liebsten, die Freunde, die Verwandten, wenn alle anderen altern? Der neue Roman des Bestsellerautors Grégoire Delacourt ist eine mitreißende Parabel auf unser bizarres Streben nach ewiger Jugend, auf die Schönheit des Alters und die alles überwindende Kraft der Liebe.

16.11.2020: Eingefroren am Nordpol [Werbung] von Markus Rex: Ein Jahr im Eis: Die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Am 20. September 2019 startete die größte Arktisexpedition aller Zeiten: Die »Polarstern« verließ den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol einfrieren zu lassen. An Bord hat sie Wissenschaftler aus 19 Nationen, die in der Arktis ein Jahr lang die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen werden. Markus Rex, der Leiter der »MOSAiC« genannten Forschungsmission, erzählt in seinem Buch die Geschichte dieser einmaligen Expedition: Er berichtet vom Alltag unter den extremen Bedingungen der Arktis, von den logistischen und planerischen Herausforderungen und von den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Forscher im Eis sammeln konnten. »Eingefroren am Nordpol« ist die Geschichte eines großen Forschungsabenteuers und zugleich ein eindringlicher Blick auf die dramatischen Folgen des Klimawandels. Mit vielen farbigen Abbildungen, u.a. exklusiven Fotos von der Expedition, Grafiken und Karten.

25.11.2020: 88 Namen [Werbung] von Matt Ruff: Teils Detektivgeschichte, teils Science-Fiction-Thriller – der neue, witzige Roman von Kultautor Matt Ruff. John Chu liebt seinen Job. Als Sherpa begleitet er zahlungskräftige Kunden in Online-Rollenspiele wie das populäre Call to Wizardry und zeigt ihnen die Kniffe des Games. Das Geschäft brummt, und John würde sich als glücklich bezeichnen, wären da nicht zwei klitzekleine Probleme: Zum einen hat seine Ex-Freundin nach einer unglücklich verlaufenen Trennung geschworen, seine berufliche und private Existenz zu vernichten. Zum anderen vermutet er, dass es sich bei seinem neuesten Kunden in Wirklichkeit um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handelt, der die virtuelle Welt studieren möchte, um sie für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren. John versucht, der wahren Identität des ominösen »Mr. Jones« auf die Spur zu kommen – und verstrickt sich in ein Komplott, das ihn den Kopf kosten könnte. Für Leser*innen von Ernest Cline, Jasper Fforde und Douglas Adams.

25.11.2020: Unterwegs [Werbung] von Roger Willemsen: Schon als kleiner Junge hatte er immer einen gepackten Koffer unterm Bett. Aus dem kleinen Jungen ist ein großer Reisender geworden und ein begnadeter Erzähler. Ob Tokio, der Kongo oder Afghanistan, von überall brachte Roger Willemsen Geschichten mit. Das Reisen bedeutete ihm aber weit mehr. Dieser Band erzählt davon und von seiner Sehnsucht nach der Fremde. »In Wirklichkeit gelangt man immer nur an einen weiteren treibenden Ort, um sich dann neuerlich abzustoßen und vielleicht endlich an jenem instabilen Ort einzutreffen, den ich nur deshalb ›Zuhause‹ nenne, weil er mehr Rituale versammelt als andere.« (Roger Willemsen)

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im November besonders?

Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise – Jean-Paul Dubois

Im Mittelpunkt dieses Romans steht Paul Hansen, Sohn eines dänischen Priesters und einer französischen Kinobesitzerin. Rund 20 Jahre lang war Hansen Gebäudemanager einer Wohnanlage in Montréal, dem Schauplatz des Romans. Doch nun – der Roman setzt August 2009 ein – sitzt er im Gefängnis. Dort teilt er sich die Zelle mit einem Hells-Angels-Biker und denkt über sein Leben nach. Beginnend mit der Kindheit in Toulouse, unter einem konservativen, frommen Vater und einer ebenso lebensfrohen wie linken Mutter, die einzig an die Freiheit der Künste glaubt.

Der Autor lässt sich viel Zeit, um Paul Hansens Geschichte zu erzählen. Dabei wechselt er beflissen zwischen dem Gefängnisalltag und den Rückblenden seines Ich-Erzählers hin und her. Es geht um eine entwürdigende Nähe zwischen ihm und seinem Zellengenossen, bei der der Autor für meinen Geschmack mit der Beobachtung zu nah heran geht. Die unerträgliche Nähe überträgt sich beim Lesen auf den Leser. Aber man fragt sich auch, warum Paul Hansen eigentlich einsitzt und erfährt erst gegen Ende des Romans genaueres, nachdem man sich durch seine gesamte Lebensgeschichte gelesen hat. Diese ist zwar durch ungewöhnliche und teils interessante kleine Anekdoten ausgeschmückt, wodurch man Sympathien für den Protagonisten entwickeln kann, fühlt sich aber gelegentlich dennoch ermüdend an. Man wabert beim Lesen mit der Geschichte dahin und fragt sich des Öfteren, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Kann es wirklich nur das sein, worauf der Titel des Buches stumpf hinweist?

Und so beendete ich das Buch zwar, weil es in einem flüssigen Schreibstil daher kommt und ich wissen wollte, was es mit Paul Hansen auf sich hat, insgesamt ist die Geschichte jedoch zu farblos, als dass sie einem wirklich im Gedächtnis bleiben könnte. Schade, denn nach dem Genuss der Leseprobe hatte ich mir mehr von diesem Buch versprochen, das 2019 den Prix Goncourt in Frankreich erhalten hatte.

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Jean-Paul Dubois
Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise
Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer und Uta Rüenauver
Deutsche Erstausgabe, 256 Seiten
ISBN: 978-3-423-28240-6
Preis: EUR 22,00 € [DE], EUR 22,70 € [A]
Verlag: dtv
Erschienen: 24.07.2020

Das eBook wurde mir freundlicherweise vom Verlag für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

Foto der Woche (45. KW)

Der frühe Vogel fängt den Wurm, heißt es. Aber in diesem Fall schlief der frühe Vogel noch und ich hatte die Gelegenheit ihn beim Schlafen zu beobachten. Klein und unscheinbar, während um ihn herum die Nebelschwaden und die allmählich aufgehende Sonne für eine ganz unwirkliche aber wunderschöne Umgebung sorgten. Derzeit ist die Vogelgrippe wieder bei den Wildvögeln in Deutschland angekommen. Bleibt nur zu hoffen, dass das kleine ‚Kerlchen‘ davon verschont bleibt.


Bei dieser Aktion von Aequitas et Veritas geht es darum, im Laufe einer Woche ein Foto von etwas zu schießen, über das man ’stolpert‘.

NaNoWriMo 2020 (Tag 1 bis 5)

In diesem Jahr bin ich zum ersten Mal dem Ruf des National Novel Writing Month (NaNoWriMo) gefolgt und habe den preptober genutzt um der Idee, die seit Jahren in meinem Kopf herumspukt ein wenig Struktur zu verleihen. Abgesehen von kurzen oder noch kürzeren Texten oder Blogbeiträgen habe ich bislang nichts geschrieben und dachte mir, dass ich vielleicht etwas Hilfe gebrauchen könnte. Die fand ich in dem Onlinekurs „In 30 Tagen zum Romanentwurf“ von Annika Bühnemann. Die Investition im Wert etwa eines Hardcovers hat sich für mich wirklich gelohnt und es war eine interessante Erfahrung zu sehen, wie aus der groben Idee ganz allmählich eine immer greifbarere Geschichte erwächst. Für mich als Neuling wirklich beeindruckend. Nochmal den Wert etwa eines Hardcovers habe ich dann noch in Julia K. Steins „Write that Book Club“ investiert, weil mich das gemeinsame schreiben neugierig gemacht hat und ich mich beim NaNoWriMo sehr fremd und allein gefühlt habe. Aber ich wollte das Ding mit dem Buch endlich angehen, frei nach dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Und weil ich über das Schreibprogramm „Scrivener“ schon öfter gestolpert bin und es mich anspricht, wie man dort alles rund um sein Schreibprojekt organisieren und bequeme automatische Backups für Dropbox einrichten kann, habe ich die 30-Tage-Testversion auf meinem Computer installiert. Dass ich nicht offen für Neues bin, kann mir jedenfalls keiner vorwerfen 😄

✍️ Tag 1:
Ich habe mich dem „Write that book Club“ (WTB) angeschlossen und erlebe mit rund 100 anderen Schreibwütigen meine erste Zoom-Writing-Session um 8:00 Uhr. Eigenartig, sich zum Schreiben zu verabreden, aber vielleicht eine gute Möglichkeit der Verschieberitis Einhalt zu gebieten – dafür ist es zumindest gedacht. Ebenfalls neu ist für mich, den Text möglichst wertungsfrei einfach herunterzuschreiben. Die Überarbeitung folgt dann später. Kleine Fehler überarbeite ich natürlich sobald ich sie entdecke (mein innerer Monk will es so), aber am Text gefeilt wird halt noch nicht. Später schreibe ich noch weiter, bis ich mein Tagespensum von 1.667 Wörtern geschafft habe. Insgesamt benötige ich dafür mehr Zeit, als ich anfangs gedacht hatte und bin erstmal erschöpft. In der WTB-Facebook-Gruppe findet sich später dann auch ein Schreib-Buddy für mich. Wir verabreden uns für den nächsten Morgen.

✍️ Tag 2:
Man könnte von seniler Bettflucht sprechen, aber vielleicht habe ich auch nur um kurz nach 4:00 Uhr den Schlaf einfach aus. Es hat dennoch ganz gut gepasst und so bin ich mehr als bereit, als um 5:15 Uhr die einstündige Zoom-Writing-Session mit meinem Schreibbuddy startet. Ein kurzes „Hallo und Guten Morgen!“ und dann geht es auch schon los. Ich schreibe hochkonzentriert und merke kaum, dass ich nebenbei einen Liter Tee trinke. Das Fenster in der linken oberen Bildschirmecke stört nicht und doch schaue ich gelegentlich dort hin und sehe eine junge sympathische Frau, die ebenso konzentriert mit ihrer Schreibarbeit beschäftigt ist, wie ich selbst. Die Stunde vergeht wie im Flug. Es folgt noch eine ganz kurze Bestandsaufnahme und wir einigen uns darauf, uns am nächsten Tag um die gleiche Zeit zu treffen. Dann wollen wir jedoch Skype statt Zoom zu verwenden, weil sie technische Probleme hat. Nach einer kurzen Pause schreibe ich auch schon weiter, bis ich mein Tagespensum geschafft habe. Dabei stelle ich fest, dass mir ansprechende Namen für meine Protagonisten fehlen. Ich entdecke den Real Name Creator – ein wirklich hilfreiches Tool, aber es ist doch eigenartig, wenn plötzlich diese fremden Namen in meiner Geschichte auftauchen. Daran muss ich mich erst gewöhnen. Gegen 8:00 Uhr mache ich Schluss und richte noch schnell für den nächsten Tag Skype auf meinem Rechner ein. Dann ist es endlich Zeit für den ersten Kaffee des Tages.

✍️ Tag 3:
5:15 Uhr. Mein Schreibbuddy ist ebenso pünktlich wie ich. Wie schön. Wir widmen uns kurz der Technik, aber nach kaum 10 Minuten wird die Verbindung getrennt. Ihre Internetverbindung ist schlecht. Wir benachrichtigen uns über Facebook und beschließen ohne Technikschnickschnack weiter zu schreiben. Auch kein Problem. Eigentlich sogar eher im Gegenteil, denn ich mache mir Musik zum Schreiben an und genieße es ungemein. Gegen 8:00 Uhr habe ich mein Tagespensum erreicht. Ich merke, wie mich dieses Ziel an täglich zu schreibenden Worten antreibt. Hätte ich dies nicht vor Augen, hätte ich schon früher aufgehört zu schreiben. Vielleicht wäre es insgesamt aber dennoch für mich sinnvoller, mir 3 Stunden als Schreibziel zu setzen. Denn eigentlich finde ich dieses Worte zählen irgendwie blödsinnig, auch wenn ich verstehe, dass für so etwas wie den NaNoWriMo Vergleichsgrößen gebraucht werden. Mit meinem Schreibbuddy tausche ich später über den Facebook-Messenger-Nachrichten aus. Wir planen, wie wir am nächsten Tag vorgehen wollen. Mit Skype wollen wir es nochmal probieren und finden es beide hilfreich, morgens diesen festen Termin zum Schreiben zu haben. Außerdem gefällt mir die Testversion des Schreibprogramms Scrivener wirklich gut. Ich habe mir das Programm heute gekauft – natürlich abzüglich des NaNoWriMo-Rabatts in Höhe von 20 Prozent.

✍️ Tag 4:
5:15 Uhr. Skype hatte ich auf dem Handy installiert und heute auch nur dort laufen gelassen. Die Tonübertragung meines Schreibbuddies ist aber aufgrund ihrer Internetverbindung dennoch ein wenig hakelig. Wir schalten zügig auf „stumm“ und dann geht es mit dem Schreiben auch schon los. Über meine Kopfhörer höre ich leise Musik dabei. Der Schreibflow lässt nicht lange auf sich warten. Das Wortziel habe ich heute bereits um 7:30 Uhr erreicht und beende mein schreiben. Gerne würde ich mir einen Wortpuffer für eine Zeit schaffen, in der es vielleicht nicht so gut läuft, aber ich habe nach 1.667 Wörtern eigentlich auch immer erstmal genug vom Schreiben und brauche eine längere Pause. Mein Schreibbuddy verlegt aus unterschiedlichen Gründen seine Schreibzeit in den nächsten Tagen. Unser nächster gemeinsamer 5:15-Uhr-Termin ist erst wieder am Montag. Für mich passt dieser frühe Termin so gut, dass ich beschließe ihn beizubehalten, ob mit oder ohne Schreibbuddy. Vielleicht probiere ich mal Focusmate aus – denke ich mir so. Und schwupps, ist der Termin dort auch schon gebucht.

Nebenbei mache ich mir Gedanken darüber, in welche Kategorien sich meine Geschichte einordnen lässt. Auf der NaNoWriMo-Projektseite entscheide ich mich für Mystery, Personal, Literary und Drama. Eine spezielle Richtung muss sich daraus erst noch beim Schreiben, vielleicht auch erst beim Überarbeiten, entwickeln. Da meine Mystery-Geschichte viel Autobiografisches enthält, von dem ich mir nicht sicher bin, inwieweit ich es jemals preisgeben möchte, hat sich mein Schreiben gerade eher in eine therapeutische Richtung entwickelt, die mir sehr gut tut. Ich schreibe also ungefiltert nur für mich das geplottete Mystery-Thema herunter, halte mir aber die Option offen, zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht durch Überarbeitung noch etwas daraus zu machen, was ich auch bereit wäre mit anderen zu teilen. Diese Einstellung bekommt mir richtig gut und die Worte fließen. Außerdem habe ich einige Ideen im Kopf, von denen ich noch nicht weiß, ob es mir gelingen wird sie einzubinden. Ich genieße die Freiheit, gerade nur an einem Entwurf zu schreiben. Nichts ist in Stein gemeißelt. Pures Pixelwerk, das nicht einmal ausgedruckt werden wird und das außer mir in dieser Form niemand jemals lesen wird. Und auch wenn ich denke, dass mein Geschriebenes vielleicht später in einer virtuellen Schublade versauern könnte, weil ich es dort nicht rauslasse, genieße ich es gerade ungemein, so zu tun, als könnte ich tatsächlich ein Buch schreiben.

✍️ Tag 5:
5:15 Uhr. Mein erstes Mal mit Focusmate. Ich bin etwas nervös, weil ich zwar beinahe täglich irgendetwas auf Englisch anhöre, aber selbst seit dem letzten Urlaub in Südafrika vor 5 Jahren nicht mehr Englisch gesprochen habe. Diesen Focusmate-Termin hatte ich mit jemandem namens Angela gebucht, aber tatsächlich steht jetzt Dan in meinem Terminplan. Er ist pünktlich, genau wie ich. Das gefällt mir schonmal. Wir unterhalten uns kurz über das, was wir machen. Dan programmiert an einer App für einen Kunden und ich habe geplant für den NaNoWriMo 500 Wörter in der Zeit von 5:15 Uhr bis 6:05 Uhr zu schreiben. Leider hört auch er in regelmäßigen Abständen die Durchsage „Trial Version“, wenn ich den Ton anhabe. Davon hatte mir auch mein Schreibbuddy schon berichtet. Es muss von dem Programm kommen, das ich benutze um mein Smartphone als Webcam mit meinem Rechner zu verbinden (iVCam). Das Problem wäre nun zumindest schonmal lokalisiert. Ich entschuldige mich für die Unanehmlichkeiten. Wir schalten beide das Mikro aus und arbeiten konzentriert an unseren Projekten. Es läuft für mich nicht ganz so flüssig, aber das kann auch an dem Thema liegen, das ich gerade ausformuliere. Als die Zeit um ist, habe ich immerhin 889 Wörter geschrieben. Das ist besser, als ich dachte. Dan ist mit seiner App nicht fertig geworden, aber das hat er auch nicht erwartet. Er gibt mir den Tipp bei Focusmate ein anderes als das iVCam-Mikrophon auszuwählen, aber die Option steht mir nicht zur Verfügung. Schließlich verabschieden wir uns freundlich und ich verspreche, mich um mein technisches Problem zu kümmern. Dennoch hat es insgesamt besser funktioniert, als ich gedacht habe. Mein Englisch ist zwar etwas eingerostet und sicherlich nicht immer die Krönung der Grammatikschöpfung, aber es gelingt mir dennoch mich relativ flüssig auszudrücken. Das hat mir gefallen und ich weiß, dass ich heute um diese Zeit nicht geschrieben hätte, wenn ich diesen Termin nicht gehabt hätte. Drei mal pro Woche kann ich Focusmate kostenlos nutzen und beschließe es wieder zu tun, wenn es mir gelingt die „Trial Version“-Ansage aus meiner Tonübertragung zu entfernen. Heute werde ich noch eine weitere Schreibetappe zu einem späteren Zeitpunkt einlegen müssen, weil der Wetterbericht Nebel vorausgesagt hat und mein Herzbube gleich nach Ende der Schreibsession mit frisch gekochtem Kaffee vor mir steht. Morgensonne, Herbst und Nebel sind eine traumhafte Kombination zum Fotografieren. Das ist erstmal wichtiger und nach dem Kaffee geht es gleich los. Den Rest fürs Tagesziel schreibe ich ausnahmsweise nachmittags, ganz für mich allein und mit einer Soundtrack-Playliste von Spotify im Ohr. Auch schön.

✍️ Fortsetzung folgt…

umgeSCHAUt im Oktober 2020

Ich denke, ich muss möchte dringend mal eine Biografie von Alice Schwarzer lesen. Und endlich ein Buch von Ferdinand von Schirach.

Mir gefällt es nicht, wenn Denis Scheck „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ abwertend als rassistische Literatur bezeichnet, selbst wenn es unter gewissen Gesichtspunkten betrachtet so sein mag.

Die Biografie des Sams-Erfinders Paul Maar erscheint mir lesenswert. Fast bekomme ich bei dem Beitrag im Bücherjournal Lust darauf, auch die Bücher vom Sams zu lesen.

„Beinahe Alaska“ könnte ein Roman für meine BUCHweltreise sein und „Der undankbare Flüchtling“ bietet sicherlich viel Stoff zum Nachdenken und diskutieren.

Und das sind die Links zu den Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken oder bei YouTube verfügbar sind:

01.10.2020: lesenswert Quartett: Diskutiert wird im SWR2 lesenswert Quartett über Bücher von Judith Zander, Robert Seethaler, David Grossman und Wolfram Eilenberger.

06.10.2020: Literaturclub: Nicola Steiner, Elke Heidenreich, Thomas Strässle und – als Gast – der Schriftsteller Usama Al Shahmani sprechen in der Jubiläumssendung über «Aus der Zuckerfabrik» von Dorothee Elmiger, «Die Marschallin» von Zora del Buono, «Elbwärts» von Thilo Krause sowie «Während wir feiern» von Ulrike Ulrich.

06.10.2020: Show don’t tell: Die große KiWi & Galiani Bücherschau aus Berlin und am 08.10.2020: Show don’t tell aus Köln: In einer Mischung aus Latenight-Show, Festival, Lesung und Talk unter dem Titel SHOW, DON’T TELL! präsentiert der KiWi-Verlag 22 Autorinnen und Autoren an zwei Abenden, je ca. 140 Minuten, in Berlin, in Köln und im Livestream.

09.10.2020: Das Literarische Quartett: Gastgeberin Thea Dorn lädt in der Herbst-Ausgabe zum munteren Disput wieder mit drei prominenten Gästen: Juli Zeh, Sibylle Lewitscharoff und Bernhard Schlink. Wie immer mit aktuellen Büchern im Gepäck.

12.10.2020: druckfrisch: Männer und Frauen, Sex und Macht: Wie Alice Schwarzer in Deutschland den Feminismus erfunden hat. Und: Sehnsucht und Poesie, Freundschaft und Erinnerung. Wie Iris Wolff die Geschichte einer Familie im 20. Jahrhundert erzählt.

14. bis 18.10.2020: Frankfurter Buchmesse Special Edition 2020: Meine Eindrücke der digitalen Ausgabe der Frankfurter Buchmesse mit zahlreichen Links zu Beiträgen: Dienstag und Mittwoch | Donnerstag Freitag | Samstag und Sonntag .

18.10.2020: Buchzeit: Gert Scobel diskutiert mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken (Literaturwissenschaftlerin LMU München), Sandra Kegel (Feuilletonleitung FAZ) und Katrin Schumacher (Redaktionsleitung Literatur MDR) über „Die Topeka Schule“ von Ben Lerner, „Die verschwindende Hälfte“ von Brit Bennet, „Der Chauffeur“ von Heinrich Steinfest und „Das Haus an der Keizersgracht“ von Rinske Hillen.                                                                       

18.10.2020: ttt – titel, thesen, temperamente – Die 72. Frankfurter Buchmesse: Die Messehallen bleiben diesmal leer, internationale Autoren können nicht anreisen. „ttt“ besucht für das Extra zur Buchmesse folgende Schriftsteller: Ayad Akhtar, Stefanie Sargnagel, Yvonne Adhiambo Owuor, Amartya Sen und Irvine Welsh.

22.10.2020: lesenswert: Christoph Peters nimmt uns in seinem „Dorfroman“ mit in die 70er Jahre, in ein durch den Bau eines AKW zerrissenes Dorf am Niederrhein. Der bekannte Meteorologe Sven Plöger hat ein Buch über den Klimawandel geschrieben. Außerdem bringt er drei Bücher mit, die sein Leben geprägt haben.

28.10.2020: Bücherjournal: Julia Westlake stellt vor: „Wie alles kam“ von Paul Maar, „Reckless“ von Cornelia Funke, „Bauern, Land“ von Ute Ruge, „Beinahe Alaska“ von Arezu Weitholz, „Schwitters“ von Ulrike Draesner, „Der undankbare Flüchtling“ von Dina Nayeri, „Flucht“ von Issa Watanabe, „Der verlorene Sohn“ von Olga Grjasnowa und „Loving“ von Neal Treadwell.

Viel Spaß beim Anschauen – und gute Lektüre!