Kulinarische Weltreise: Iran

Dieses Mal entstand die kulinarische Weltreise rund um den von S. selbstgeangelten Zander, der in NRW aus dem Wasser gezogen wurde und sich sicherlich nicht hätte träumen lassen, einmal für ein iranisches Gericht herhalten zu müssen.

Besonders berühmt ist die iranische Küche für ihre phantasievollen und reichhaltigen Reisgerichte und basiert vor allem auf Brot, Reis, frischen Gemüsen, Kräutern, Fleisch (Lamm, Hammel, Schaf, Rind und Huhn) und nach Region auch Fisch.

Und so hat mein Herzbube uns vier neben dem Fisch mit zweierlei Reis (Sabzi-Polo und Juwelen-Reis) und Kashk-e-Bandjan bekocht und ich habe uns als Dessert einen Persischen Duftkuchen gebacken.

Für das Sabzi-Polo wird 250 g Basmatireis nach Packungsanweisung mit Wasser und Salz zubereitet. Nach der Hälfte der Zeit Safran (etwa 0,1 g) und Butter zufügen. Zum Schluss 30 g Dill, 60 g Koriander und 30 g Petersilie hacken, 50 g Schnittlauch (oder Lauchzwiebeln) kleinschneiden und eine Knoblauchzehe reiben, alles vermischen und locker unter den Reis heben.

Für den Juwelen-Reis eine Karotte und eine mittelgroße Zwiebel klein würfeln und in etwas Butter anschwitzen. 250 g Basmatireis und Wasser zugeben und nach der Hälfte der Kochzeit Safran (etwa 0,1 g) zufügen. Zum Schluss einen kleinen Bund gehackte Petersilie, 2 EL gehackte Mandeln, 1/2 TL Zimt, 1/2 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Kardamom, Zucker und Salz unterrühren. Mit Granatapfelkernen bestreuen und mit einigen Kleksen Joghurt servieren.

Für das Kashk-e-Bandjan zwei mittelgroße Auberginen waschen, rundherum einstechen und für 30 Minuten im Backofen bei 180 Grad Umluft backen. In der Zwischenzeit 500 g Kirschtomaten mit etwas Olivenöl, Salz und 2 EL Tomatenmark pürieren und einköcheln lassen, bis die Sauce die Konsistenz von Ketchup hat. Die Auberginen auf einem Teller mit einem feuchten Tuch abgedeckt abkühlen lassen. Danach den Stilansatz und die Haut abziehen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Zusammen mit der Sauce erwärmen. Einen kleinen Bund Petersilie und eine halbe Hand Walnüsse fein hacken und zu der Sauce geben. Mit 1/2 TL Zimt, 1 TL Pul Biber, etwas Salz und Limettensaft abschmecken. Zum Schluss noch 2 geriebene Knoblauchzehen unterrühren.

Pro Person ein Fischfilet (weißer Fisch) melieren, salzen, pfeffern und in reichlich Butter braten.

Für den Persischen Duftkuchen 200 g Butter und 150 g Zucker schaumig schlagen. Nach und nach 4 Eier unterrühren. 100 g Mehl, 1 TL Backpulver, 2 TL Kardamom, 275 g gemahlene Mandeln und den Abrieb von einer Bio-Zitrone vermischen und nach und nach unter die Buttermasse rühren. Den Saft einer Zitrone und 1 EL Rosenwasser unterrühren und den Kuchenteig in eine gefettete Springform füllen. Im vorgeheizten Backofen bei etwa 160 Grad (Ober-/Unterhitze) 40 bis 45 Minuten backen. In der Zwischenzeit für den Sirup eine halbe Zitrone auspressen und mit 2 EL Zucker und 1/2 TL Rosenwasser in einer Pfanne auf niedriger Stufe so lange erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Den Sirup kurz abkühlen lassen. Den Kuchen nach der Backzeit aus dem Ofen nehmen und mithilfe eines Holzstäbchens Löcher in den ganzen Kuchen stechen. Nun den Sirup über den Kuchen gießen und mindestens eine Stunde abkühlen lassen. Aus 300 g Puderzucker, dem Saft einer Zitrone und 4 TL Wasser einen Zuckerguss anrühren und den Kuchen damit bestreichen. Zum Schluss mit 2 TL gehackten Pistazien und kleingehackten Rosenblättern bestreuen.

Fazit: Wir waren begeistert von den unterschiedlichen Aromen, die uns unser Ausflug in die iranische Küche geboten hat. Glücklicherweise gibt es im Netz noch viele weitere Rezepte, die als Inspirationsquelle dienen können. Großartig! Da müssen wir wieder hin 🙂

Kulinarische Weltreise: Botswana

Die 14. Station der kulinarischen Weltreise führte uns nach Botswana. Die ersten Tswana-sprachigen Bewohner der Region, die Kwena, kamen im 18. Jahrhundert von Süden her in das Gebiet des heutigen Botswana. Im 19. Jahrhundert waren die Tswana in der Region fest etabliert. 1966 wurde das frühere Protektorart „Betschuanaland“ von Großbritannien als Botswana in die Unabhängigkeit entlassen, und seither ist es ein weitgehend friedliches Land mit einer funktionierenden Regierung und demokratischen Grundsätzen. Diese relative Ruhe hat zu einem beachtlichen Aufschwung der Tourismusindustrie geführt, die sich um die Wildreservate und Nationalparks (Botswana ist das Land mit der größten Elefantenpopularion mit über 130.000 Tieren), hauptsächlich im Norden des Landes, entwickelt hat.

Die typische Kost besteht hauptsächlich aus Maisbrei (bogobe), Hirsebrei (legola) und mit Sauermilch gekochter Hirse (sebube). Beliebt sind auch fermentierter Maisbrei (ting) sowie als Beilagen gehackte Kutteln oder Kaldaunen (diretlo, serobe) und durch Klopfen zerfasertes Fleisch (seswaa). Wie bei den meisten afrikanischen Völkern wird reichlich Blattgemüse (morogo) gegessen; die populärste Version wird aus Bohnenblättern zubereitet. Auch getrocknete Bohnen (dinawa und ditloo) sowie Linsen (letlhodi), die allesamt in Salzwasser gekocht und mit Salz und Pfeffer gewürzt werden, gehören zum alltäglichen Repertoire der Küche in Botswana. [Quelle: So kocht Afrika [Werbung] von Dorah Sitole].

Für unsere kleine vierköpfige Reisegruppe hat der Herzbube folgendes zubereitet:

Es gab den obligatorischen Pap (bogobe) für den 500 ml Wasser zum Kochen gebracht und dann 1/2 TL Salz und 1 TL Butter zugefügt wird. Dann 2 Tassen Maismehl einrühren und etwa 5 Minuten köcheln lassen. Anschließend vom Herd nehmen und bei geschlossendem Deckel 15 Minuten ziehen lassen.

Zusätzlich gab es für uns als Sättigungsbeilage zwei Mini-Weißbrote aus einem Hefeteig von 200 g Mehl, 1 Tütchen Trockenhefe, 100 ml warmem Wasser, 3 EL Rapsöl, 2 TL Zucker und 1/2 TL Salz. Den Teig abgedeckt etwa 1 bis 2 Stunden gehen lassen und in zwei kleinen Kastenformen bei 160 Grad Ober-/Unterhitze etwa 20 Minuten backen (Garprobe).

Für das Seswaa 1 kg Rindfleisch in grobe Stücke schneiden, mit einer großen geschälten halbierten Zwiebel, Salz, Pfeffer und 3 Lorbeerblättern in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen bis das Fleisch damit bedeckt ist. Mindestens 3 Stunden (eher 4 bis 5) auf ganz kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Fleisch zerfällt. Gegebenenfalls zwischendurch wieder mit Wasser auffüllen. Zum Schluss das Fleisch mit Löffeln zerstoßen und mit der Restflüssigkeit vermengen.

Außerdem servierte mein Herzbube pro Person 3 Botswanische Hähnchenkeulen. Dafür wurden die Hähnchenkeulen mit Rapsöl bestrichen und mit einer Zwiebel-Knoblauch-Masse aus 1 kleinen in feine Streifen geschnittenen Zwiebel, zwei fein gewürfelten Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer, Oregano, Thymian und Rosmarin vermengt. Gut durchwirken und im Kühlschrank etwa 2 bis 3 Stunden ziehen lassen. In eine feuerfeste Form geben und im Backofen bei 160 Grad Umluft etwa 40 bis 50 Minuten backen.

Dazu gab es einen Spinat, für den eine große in dünne Streifen geschnittene Zwiebel in etwas Rapsöl angebraten, 600 g Blattspinat und anschließend 2 große gehackte Tomaten zugefügt und abschließend noch gesalzen und gepfeffert wurde.

Und für den Süßhunger gab es dann noch als Dessert einen Melktert. Dazu stellt man einen Mürbteig aus 225 g Mehl, 75 g Puderzucker, 125 g kalter Butter, 1 Ei, 1 Tütchen Vanillezucker, 1 Prise Salz und 25 g Speisestärke her. Mit dem fertigen Teig eine Tarteform auskleiden und den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen. Bei 180 Grad Ober-/Unterhitze 20 Minuten backen.Und für den Süßhunger gab es dann noch als Dessert einen Melktert. Dazu stellt man einen Mürbteig aus 225 g Mehl, 75 g Puderzucker, 125 g kalter Butter, 1 Ei, 1 Tütchen Vanillezucker, 1 Prise Salz und 25 g Speisestärke her. Mit dem fertigen Teig eine Tarteform auskleiden und den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen. Bei 180 Grad Ober-/Unterhitze 20 Minuten backen. Inzwischen 500 ml Milch mit 1 TL Zimt und 2 TL Vanilleextrakt aufkochen lassen, vom Ofen nehmen und 10 Minuten abkühlen lassen. 20 g Mehl, 20 g Speisestärke, 1 Eigelb, 100 g Zucker und 50 ml Milch anrühren und in die warme Milch so lange einrühren, bis eine cremige Konsitenz entstanden ist. Dann 50 g Butter unterrühren. 1 Eiweiß mit 50 g Zucker steif schlagen und unter den noch warmen Pudding heben. Auf dem Tarte-Boden verteilen und 10 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze backen. Nach dem Backen mit etwas Zimt bestreuen und servieren.

Fazit: Lekker!

Kulinarische Weltreise: Indonesien

Indonesien ist eine Republik in Südostasien. Mit seinen über 270 Millionen Einwohnern ist Indonesien der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt sowie der weltgrößte Inselstaat. Indonesien zählt zum größten Teil zum asiatischen Kontinent, sein Landesteil auf der Insel Neuguinea gehört jedoch zum australischen Kontinent. Das Land verteilt sich auf insgesamt 17.508 Inseln. Auf der Insel Java lebt mehr als die Hälfte der Einwohner Indonesiens. Hier befindet sich auch Indonesiens Hauptstadt Jakarta mit ihren etwa zehn Millionen Einwohnern.

Wenn man an Indonesien denkt, denkt man oft gleich an Reisfelder- und Terassen, die sich über weite Gebiete erstrecken und das Landschaftsbild auszeichnen. Der dort angebaute Reis, ist aber nicht nur ein Blickfang und eine tolle Fotokulisse, sondern auch der Hauptbestandteil der indonesischen Küche. Daher durfte er bei unserer kulinarischen Weltreise natürlich nicht fehlen.

Jasminreis nach Packungsanweisung zubereiten und mit kleingehacktem Koriander bestreut servieren. Dazu gab es bei uns Rendaug (Rinder-Curry): 3 kleingehackte Knoblauchzehen, ein kleingehacktes Stück Ingwer (ca. 2 cm), 1 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Chilipulver, 1 TL kleingehacktes Zitronengras, 1 TL kleingehackter Koriander, 1 EL Curry mit reichlich Öl erhitzen. 500 g kleines Rindergulasch zugeben und kurz anbraten. 2 mittelgroße kleingeschnittene Zwiebeln zufügen. 1 TL Zucker, 1 EL Fischsauce und 400 ml Kokosmilch unterrühren. Ca. 2 Stunden köcheln lassen und gegebenenfalls noch etwas Wasser dazugeben. Mit Salz und Chili abschmecken.

Für die Saté-Spieße 400 g Hähchenbrust (oder ausgelöste Hähnchenkeule) würfeln. Mit Limonensaft, Salz, Chili und etwas Curry würzen. Auf 4 Zitronengrasstengel aufspießen und braten. Mit Erdnuss-Sauce übergießen. Für die Sauce 400 ml Kokosmilch, 100 ml Sweet-Chili-Sauce, 4 EL Erdnussbutter und einen Schuss Soja-Sauce etwas einkochen lassen.

Gereicht wird hierzu Bami-Goreng: 200 g Hähnchenbrust mit 3 EL Erdnussöl scharf anbraten und aus der Pfanne nehmen. 2 gehackte Knoblauchzehen, 1 EL Bami-Goreng-Gewürzmischung und 1/2 TL Chili in die Pfanne geben und mit dem restlichen in der Pfanne befindlichen Öl erhitzen. 4 kleingeschnittene Frühlingszwiebeln und eine handvoll kleingeschnittene Kaiserschoten zufügen. 150 g Nudeln (z. B. Mie-Nudeln) garen und dazu geben. Gut vermengen. 3 Eier unterrühren. 200 g Garnelen und einen guten Schuss süße Soja-Sauce dazu geben.

Als Dessert gönnten wir uns Dadar Gulung, gerollte Kokospfannkuchen, die klassisch mit Panan zubereitet werden. Die unscheinbaren schwertförmigen Pandan-Blätter überraschen mit einem süßen vanilleähnlichen Aroma mit feiner nussiger Note. Für die Füllung 250 g Kokosraspeln, 100 g Palmzucker, 1 Prise Zimt, 1 Prise Salz und 100 ml Wasser vermengen. Für die Pfannkuchen 300 g Reismehl, 2 Eier, 400 ml Kokosmilch und 10 Pandan-Blätter (mit 150 ml Wasser puriert) zu einem Teig vermengen. Mit etwas Öl dünne Pfannkuchen backen. Diese mit der Masse füllen, einrollen und kalt servieren.

Kulinarisch gereist sind wir wieder einmal zu viert und haben es uns dabei so richtig gut gehen gelassen. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen 🙂

Kulinarische Weltreise: Spanien

Wir lieben Tapas! Und könnten uns stundenlang durch die Appetithäppchen probieren, die klassischerweise in spanischen Tapas-Bars zu Wein oder Bier gereicht werden. Es ist fast ein wenig schade, dass die Aufnahmekapazität des Magens natürliche Grenzen setzt. Denn mein Herzbube hat auch dieses mal wieder einiges ausprobiert und zubereitet, das wir uns dann genüsslich schmecken gelassen haben.

Den Anfang machten die spanischen Fleischbällchen in Tomatensauce, die Albondigas:

Dazu werden 400 g Gehacktes (halb/halb), 1 kleingehacktes Sträusschen Petersilie, 80 g geröstete gehackte Pinienkerne, 2 Eier und eine Handvoll Paniermehl vermengt, zu etwa 4 cm großen Kugeln geformt und in Olivenöl gebraten. Für die Tomatensauce eine mittlere Zwiebel in Streifen schneiden und in Olivenöl anbraten. 1 EL Tomatenmark und 1 Dose stückige Tomaten zufügen. Mit Salz, Chili und Zucker abschmecken, die Sauce zu den Hackfleischbällchen geben und ziehen lassen.

Für die Gambas al ajillo 4 gehackte Knoblauchzehen in Olivenöl anschwitzen, 1 fein geschnittene Chilischote und 600 g aufgetaute Garnelen etwa 3 Minuten erhitzen und salzen.

12 Spitzpaprika zu Pimientos des piquillo verarbeiten. Dazu den Spitzpaprika den Deckel abschneiden, sie entkernen, mit Olivenöl bepinseln und mit grobem Meersalz bestreuen. Etwa 10 Minuten bei 160 Grad Umluft garen und danach abkühlen lassen. 1 Dose weißen Thunfisch mit 1 kleinen Becher Schmand verrühren, mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken und in die Paprika füllen.

Außerdem gab es Pimientos de padrón. Dazu werden 200 g Bratpaprika in Olivenöl angebraten und mit Meersalz gewürzt.

Dazu gereicht wird spanisches Rosmarin-Brot. Hierfür aus 500 g Mehl, 1 Tütchen Trockenhefe, 1 EL Zucker, 1 TL Salz, 300 ml warmes Wasser einen Hefeteig herstellen, eine halbe Stunde gehen lassen. 50 g Pinienkerne und 3 Zweige Rosmarin kleinhacken und unterkneten. Den Teig nochmal 1 Stunde gehen lassen. In 8 Fladen aufteilen und jeden Fladen gleichmäßig 8 – 10 Mal einstechen. Für 12 bis 15 Minuten bei ca. 220 Grad Umluft backen bis sie goldbraun sind.

Außerdem gönnten wir uns einen spanischen Schafskäse aus der Region Kastilien-La Mancha. Der Hartkäse ist unter der Herkunftsbezeichnung Queso Manchego geschützt. Aber vor uns war er natürlich nicht lange sicher. Den in Dreiecke von etwa einem halben Zentimeter dicke geschnittenen Manchego haben wir gemeinsam mit Salzmandeln und einem Feigen-Chutney genossen. Für die Salzmandeln geschälte blanchierte Mandeln in einer Pfanne ohne Öl erhitzen und mit grobem Meersalz würzen. Für das Feigen-Chutney eine kleine rote Zwiebel fein würfeln und in etwas Olivenöl anschwitzen. 2 kleingeschnittene Feigen, 1 TL Zucker zufügen und mit einem guten Schuss Balsamico ablöschen. Einkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Fast schon wie ein Dessert kommen die Datteln im Speckmantel, die Dátiles con bacon, aufgrund ihrer Süße daher. Dazu werden entsteinte Datteln mit Ziegenfrischkäse gefüllt und mit je einer halben Scheibe Speck umwickelt. Im Backofen bei 180 Grad 5 Minuten backen, bis der Speck knusprig ist.

Dazu gab es fruchtig erfrischenden Sangria aus 1 großen Zitrone, 1 großen Orange, 1 großen säuerlicher roter Apfel und 1 Limone. Alles grob gewürfelt mit einer Flasche trockenem Rotwein (z. B. Rioja) und 100 ml Orangenlikör (z. B. Cointreau) übergießen. Das Ganze lässt man gut durchziehen, füllt am nächsten Tag mit 0,33 l Sprite auf und serviert den Sangria mit aus Orangensaft zubereiteten Eiswürfeln.

Fürs passende Ambiente sorgte außerdem noch ein wenig spanische Musik:

¡Viva España!

Kulinarische Weltreise: Mexiko

Mexiko? Schon wieder? Könnte man meinen, aber manche Länder haben kulinarisch durchaus mehr zu bieten, als man bei einem einzelnen Menü zu probieren schaffen könnte. Unser letzter kulinarischer Ausflug dorthin ist immerhin auch schon wieder zwei Jahre her. Außerdem setzte sich unsere kleine Reisegruppe dieses Mal ein wenig anders zusammen und es war allgemein gewünscht worden, dass nun auch Fleisch auf der Speisekarte stehen sollte. Also doch ein wenig anders als beim ersten Mal.

Beim Einkaufen der Zutaten stießen wir eher zufällig auf ein Bier, das laut Werbeslogan das Gefühl von Strand und mexikanischer Sonne in unseren Alltag bringen sollte. Genau das Richtige in dieser trüben Corona-Zeit und von dem Namen ließen wir uns nicht abschrecken:

Als Tröpfchen zu dem Essen durchaus zu empfehlen. Die Hintergrundmusik für unseren mexikanischen Abend lieferten Tito & Tarantula, eine US-amerikanische Rockband, dessen Sänger Tito Larriva aus Mexiko stammt, und die uns mit einem ihrer größten Hits aus dem Film „From Dusk Till Dawn“ direkt in eine mexikanische Kneipe katapultierten. Na ja, ein bisschen Fantasie braucht man dafür natürlich schon, wenn man sich vorstellen möchte, dass Salma Hayek auf meinem heimischen niederrheinischen Wohnzimmertisch tanzt.

Aber dort wäre auch einfach kein Platz gewesen, denn mein Herzbube hat wieder recherchiert und ausprobiert und einige Leckereien gezaubert, die wir vier sehr genossen haben. Unter anderem warteten dort auf uns 8 Tacos, die jeweils mit 1 TL Bohnenpaste bestrichen, mit 1 TL Salsa-Sauce, 1 TL Mais, einigen roten Zwiebelstreifen, 1/8 Avocado-Fruchtfleisch und 2 bis 3 Stücken eingelegtem Kaktus belegt worden waren. Darauf kam noch das gesalzene und gepfefferte Steak, das Medium gebraten und in dünne Streifen geschnitten wurde. Zum Schluss wurden die Tacos noch mit frischem Koriander bestreut und zugeklappt für etwa 2 bis 3 Minuten im Backofen bei 160 Grad erwärmt.

Als hübscher, aber ebenso leckerer Farbklecks kamen die Pimentos de padron dazu, für die Bratpaprika (je nach Größe zwischen 3 und 5 pro Person) gewaschen, sehr gut trockengetupft, in heißem Öl von allen Seiten gebraten und zum Schluss noch mit einem guten Meersalz bestreut wurden.

Weiter ging es mit den Hähnchen-Quesadillas, für die zunächst 300 g Hähnchenbrust mit Salz und Chili gewürzt und gebraten wurde. Diese lässt man abkühlen und zupft sie dann auseinander, wie man es beispielsweise von Pulled Pork kennt. Zwei Wraps werden mit etwa 100 g Frischkäse bestrichen und mit Salz und Chili gewürzt. Auf einen Wrap die zerzupfte Hähnchenbrust, 100 g geriebenen Cheddar, 100 g geriebenen mexikanischen Käse (alternativ ein kräftiger Käse, wie Bergkäse oder Ähnliches), 2 EL Mais und eine Handvoll in Ringe geschnittenen Frühlingslauch geben. Mit dem zweiten Wrap zudecken und bei Bedarf mit etwas Chili-Öl bestreichen. Bei 160 Grad etwa 8 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist und der Wrap ein wenig Farbe bekommt. In 8 Stücke geschnitten servieren.

Und für die Mexikanische Hähnchenpfanne werden zunächst 800 g ausgelöste Hähnchenkeule (ohne Knochen) mit Chili und Salz gewürzt und angebraten. Dann kommt eine gewürfelte Gemüsezwiebel, 2 EL Tomatenmark, 3 grob gehackte Knoblauchzehen, 1 Dose stückige Tomaten, eine geschälte und in kleine Würfel geschnittene Möhre, 150 g Langkornreis hinzu. Mit 200 ml Orangensaft und etwa 300 ml Wasser ablöschen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. 200 g TK-Erbsen, 1 kleine Dose Mais und 10 schwarze in Scheiben geschnittene Oliven zufügen. Nochmal etwa 10 Minuten köcheln lassen. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Mit Salz und Chili abschmecken und mit frischem Koriander bestreut servieren.

Und weil ein Dessert zum Abschluss immer noch geht, gab es für uns noch einen Mexikanischen Käsekuchen. Dafür werden 150 g kleingebröselte Kekse (Butterkekse oder Ähnliches), 1 EL Backkakao und 70 g geschmolzene Butter vermengt und auf dem Boden einer mit Backpapier ausgelegten und am Rand eingefetteten Springform (ca. 25 cm Durchmesser) verteilt und angedrückt. Dann muss der Boden etwa eine Stunde im Kühlschrank fest werden. 500 g Magerquark, 200 g Schlagsahne, 1 Dose (400 ml) gezuckerte Kondensmilch, Saft und Zeste von einer Limone, 4 Eier und 1 Packung Vanillepuddingpulver verrühren und auf dem Keksboden verteilen. 45 Minuten bei 160 Grad (Ober-/Unterhitze) backen. Abkühlen lassen und mit einer Masse aus 40 g geschmolzener Zartbitter-Kuvertüre, 30 g geschmolzener Butter und 50 g flüssiger Sahne bestreichen. In 8 Stücke teilen und servieren.

Und spätestens da war es mit unserer Beherrschung anscheinend vorbei – ich war einfach nicht schnell genug, um ein Bild von einem unversehrten Stück Käsekuchen zu machen.

Fazit: Eine weitere Station der Kulinarischen Weltreise, die Spaß gemacht hat und nicht nur eine Freude für die Geschmacksknospen war. Neu war für mich der eingelegte Kaktus, der an eingelegte scharfe Gurken erinnert. Das Corona-Bier kannte ich vorher auch noch nicht. Es schmeckt mir, aber es sind eher der Preis und der Name, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Mexikanische Käsekuchen ist hingegen auf meiner Liste der leckersten Käsekuchen ganz weit oben.

Kulinarische Weltreise: Kenia

Kenia, offiziell Republik Kenia, ist ein Staat in Ostafrika. Die Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Nairobi, die zweite Millionenstadt ist Mombasa. Die Wirtschaft Kenias ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, die größte in Südost- und Zentralafrika. Es gibt eine Vielzahl an Nationalparks in Kenia, die ein wichtiges Standbein für den Tourismus darstellen. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Kenia wird derzeit gewarnt, Corona halt. Aber glücklicherweise hat zumindest das Internet auf und so hat mein Herzbube recherchiert um herauszufinden, wie wir ein wenig unser Fernweh besänftigen und zumindest von Kenia inspiriert kulinarisch reisen können.

Den Anfang machten Samosas, die man dort wohl an jeder Straßenecke bei kleinen Ständen findet, wo sie direkt aus dem heißen sprudelnden Fett angeboten werden. Die Füllungen sind meist vegetarisch, aber es gibt sie auch mit einer Fleischfüllung, wie die, die wir uns gegönnt haben. Dazu werden 300 g Lammhack, 1 gewürfelte Zwiebel, 2 gehackte Knoblauchzehen, 1 gehackte Chili (Schärfegrad nach Vorliebe), 100 g TK-Erbsen, Salz, Pfeffer, Kurkuma angebraten und zum Schluss mit frischem Koriander (etwa 2 EL) vermengt. Den Fertig-Filoteig in 3 Streifen schneiden, das untere Viertel mit der Masse belegen, zu Samosas zusammenfalten und frittieren.

Wir haben die Samosas als Vorspeise genossen und es gab noch einen kenianischen Kartoffel-Snack mit dem Namen Viazi Karai dazu. Dafür werden 250 g Mini-Kartoffeln mit Schale in Salzwasser gekocht, halb eingeschnitten und innen mit etwas Sambal-Olek bestrichen. Diese werden dann in einen Teig aus 100 g Weizenmehl, 50 g Kichererbsenmehl, 1/2 TL Kurkuma, Salz und Wasser getaucht und anschließend frittiert. Serviert wird dazu eine Tamarinden-BBQ-Sauce. Dafür 1 feingehackte rote Zwiebel und 1 feingehackte Knoblauchzehe in etwas Öl angebraten, etwa 2 EL feingehackte Korianderstiele, 1/2 Tasse Ketchup, 1 EL Honig, 2 TL Tamarindenpaste, 1/2 TL gemahlener Koriander, 1/2 TL schwarzer Pfeffer und gehackte Chilis nach Geschmack zugegeben und kurz aufkochen.

Einige Zeit später ging es weiter mit den Hauptgerichten. Ganz rechts im obigen Bild sieht man das Jeera-Chicken auf Kenianische Art. Dazu werden 1 kg Chickendrums in etwas Öl angebraten und anschließend herausgenommen. Dann in dem Öl 1EL grob gemahlenen Kreuzkümmel 1 TL grob gemahlenen schwarzen Pfeffer anbraten. Danach 1 TL gehackte grüne Chili, 1 EL Ingwer-Knoblauch Paste, 2 gehackte Knoblauchzehen, 200 g Naturjoghurt (mindestens 3,5 % Fett) und 350 g gehackte Tomaten unterrühren. Die Hähnchenstücke wieder zufügen und bei niedriger Temperatur mindestens 45 Minuten köcheln lassen. Vor dem Servieren mit frischem Koriander bestreuen.

Dazu passen hervorragend die Masala-Chips (links im Bild), für die 1 gewürfelte rote Zwiebel und 2 gewürfelte Knoblauchzehen angebraten werden. Danach 2 gehackte Tomaten zugeben, mit 1 TL Kurkuma, 1 TL Kreuzkümmel, 1 TL Garam Masala und etwas Zitronensaft würzen. Aufkochen lassen und mit dicken frittierten Pommes (etwa 200 g pro Person) vermengen. Vor dem Servieren mit frischem Koriander bestreuen.

Die andere Hälfte des Hauptgerichts bestreiten Fisch und Reis. Für den Fried Fish wird klassisch der ganze Fisch (Tilapia) verwendet. Da wir ihn aber bei uns nicht bekommen konnten, entschieden wir uns für Filets vom Wolfsbarsch (pro Person etwa 200 g). Die Filets trockentupfen. Mit Salz, Pfeffer, etwas Kreuzkümmel und Zitronensaft würzen. Mehlieren und kurz in Fett frittieren. 1 mittlere rote Zwiebel fein hacken und anbraten. 1 Dose Kokosmilch, 2 gehackte Tomaten, Salz, Pfeffer verrühren und aufkochen. Den gegarten Fisch für 2 Minuten dazugeben und mit frischem Koriander servieren.

Dazu passt Kokosreis, für den 1 Tasse Reis nach Packungsanweisung bis fast zum Schluss gegart wird. In einem separaten Topf 1 Dose Kokosmilch mit ca. 4 EL Kokosraspeln, etwas Salz und Pfeffer aufkochen. Eine Minidose Mais und etwa 100 g TK-Erbsen dazugeben. Den Reis dazugeben und etwa 5 Minuten garen.

Abschließend gab es noch einen Kenianischen Bananenkuchen mit Bananensahne und N’Dizi. Dazu den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und eine Kastenform (25 cm) einfetten und mit etwas Mehl bestäuben. Für den Bananenkuchen 250 g Mehl, 1 Pck. Backpulver und 1/4 TL Salz in einer Schüssel mischen. In einer anderen Schüssel 125 g geschmolzene abgekühlte Butter, 225 g Zucker, 1 TL Zitronenschalenabrieb und 1 TL Vanilleextrakt schaumig rühren. Nacheinander 2 Eier unterrühren. 2 mittelgroße sehr reife Bananen mit einer Gabel zerdrücken und in den Teig einrühren. Nun die Mehlmischung und 200 g Naturjoghurt (mindestens 3,5 % Fett) portionsweise abwechselnd unter den Teig rühren, bis sich alle Zutaten verbunden haben. Den Teig in die Kastenform füllen und 50 bis 60 Minuten goldbraun backen. Unbedingt einen Stäbchentest machen und den Kuchen evtl. mit Alufolie abgedeckt noch weiterbacken, bis man das Stäbchen sauber aus dem Teig ziehen kann. Nach der Backzeit den Kuchen noch 10 Minuten in der Form lassen und anschließend auf einem Kuchengitter ganz abkühlen lassen.

Dazu gibt es Bananenschlagsahne aus 200 g Schlagsahne, die mit etwas Puderzucker und 1 TL Vanille steifgeschlagen wird. Unter diese wird eine kleine sehr reife mit einer Gabel zerdrückte Banane gehoben.

Garniert wird das ganze mit N’Dizi. Dazu wird der Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorgeheizt. 2 große Bananen schälen und in Scheiben schneiden. Die Bananenscheiben zuerst in etwa 4 EL geschmolzene Butter tauchen, anschließend in 100 g ungesalzenen gehackten Erdnüssen wälzen und auf das mit Backpapier belegte Backblech legen. Insgesamt 10 bis 12 Minuten backen und die Scheiben nach der Hälfte der Backzeit wenden. Anschließend abkühlen lassen.

Zum Servieren den Banenenkuchen in Scheiben schneiden und mit BananenSchlagsahne und N´Dizi belegen.

Fazit: Lecker war es. Und gut getan hat es. Besonders spannend war die Erfahrung mit der Tamarindenpaste. Es dauerte etwas, bis wir sie schließlich doch in einem Edeka-Markt fanden. Wir konnten uns so gar nicht vorstellen, wie die Früchte des Tamarindenbaums, die ein bisschen wie Erdnüsshülsen aussehen, wohl schmecken würden. Tatsächlich verzogen wir erstmal das Gesicht, als wir gespannt aber vorsichtig zu Hause von der Paste probierten. Denn die Beschreibung „irgendwas wie Rübenkraut mit Essigessenz vermischt“ trifft es doch ganz gut. Aber als Bestandteil der Tamarinden-BBQ-Sauce war diese eigenartige Substanz dann doch erstaunlich lecker. Nichtsdestotrotz waren wir froh, dass sich für den Rest der Paste ganz unkompliziert ein neues dankbares Zuhause finden ließ.

Kulinarische Weltreise: Südafrika

Wir erinnern uns gern zurück, wir sparen, wir planen und wir freuen uns auf den 2021 bevorstehenden dreiwöchigen Südafrika-Roadtrip. Leider geht es bei uns mit dem Sparen nicht schneller, dafür klappt es aber mit dem Planen umso besser. Und so fanden sich in der letzten Zeit neue interessante Ziele und Unterkünfte und mit einem Mal stand die Tourplanung. Mitreisende sind gefunden und die Vorfreude ist trotz der noch langen Wartezeit riesig. Zur Einstimmung hat der Herzbube für uns erstmal etwas Südafrikanisches gekocht.

Bobotie, Sosaties, Samosas, Mieliepap, Chakalaka, Boerewors, Biltong, Bunny Chow, Melktert durften wir früher schon mal probieren. Dieses mal hat er sich für ein Gericht der Zulu entschieden und für unsere kleine aus 4 Personen bestehende kulinarische Reisegruppe eine Gemüsepfanne mit Chips aus Süsskartoffeln gekocht. Dazu 50 g Butter in einer Pfanne zerlassen, 3 Stangen Lauch, 1 in Scheiben geschnittene Gemüsezwiebel und einen halben in feine Streifen geschnittenen Weißkohl weich garen. 250 g TK Blattspinat und 100 g Sonnenblumenkerne hinzufügen, umrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Für die Chips 500 ml Öl erhitzen und 4 mittelgroße geschälte und in dünne Scheiben geschnittene Süßkartoffeln darin goldbraun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit etwas Kreuzkümmel und Meersalz bestreuen und auf dem Gemüse anrichten.

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Dazu gab es ein Zwiebelbrot, dessen Rezept von einer persönlich bekannten und mit dem Herzbuben verwandten Südafrikanerin stammt. Gebacken wurde es in zwei kleinen Kastenformen, die beim letzten Südafrika-Urlaub unbedingt mit mussten: Hierfür einen Hefeteig aus 200 g Mehl, 50 ml warmes Wasser, 1 EL Zucker, 1 Prise Salz, 1 Tütchen Trockenhefe, 1 Tüte Zwiebelsuppe und  50 g geriebenen Cheddar herstellen. 1 Stunde gehen lassen und in einer gefetteten Backform (bzw. zwei kleinen Kastenformen) bei 170 Grad etwa 20 bis 30 Minuten backen.

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Als Dessert gab es Malva-Pudding, den es mindestens ein Mal im Jahr – meistens aber auch nicht häufiger als ein Mal im Jahr – bei uns gibt, obwohl er jede einzelne seiner zahlreichen Kalorien wert ist:  Dazu 1 Ei mit 200 g Zucker und 1 EL Aprikosenmarmelade verrühren. 120 g Mehl mit 1 TL Backpulver und einer Prise Salz vermischen. 15 g Butter erwärmen, bis sie flüssig ist und 1 TL Weißweinessig unterrühren. 125 ml Milch unter die Ei-Zuckermischung rühren. Danach die Mehlmischung und weitere 125 ml Milch unterrühren. Zum Schluss die Butter-Essig-Mischung hinzufügen. In ofenfeste Formen füllen (etwa halb befüllen, weil der Pudding noch stark aufgeht) und zugedeckt (Deckel oder Alufolie) etwa 45 Minuten im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen backen. Der Malva-Pudding ist fertig, wenn die Konsistenz fest und braungebacken ist. Vor dem Servieren mit einer Soße aus 250ml Sahne, 180g Butter, 200g Zucker und 125ml heißes Wasser übergießen und kurz einziehen lassen. Noch warm genießen – ein Gedicht ❤

Die bisherigen Stationen unserer Kulinarischen Weltreise können übrigens hier angeschaut werden.

 

Kulinarische Weltreise: Spanien

Mittag- und Abendessen sind in Spanien im Allgemeinen warme Mahlzeiten. Diese bestehen in Restaurants in der Regel aus zwei Gängen zuzüglich Nachtisch. Zum Essen wird oft Weißbrot gereicht, gängige Essensgetränke sind stilles Wasser, Wein und Bier. Zum Aperitif werden gerne Tapas auf den Tisch gestellt, die sich durchaus auf Kleinigkeiten wie Oliven, Salzmandeln, Chorizo, Queso manchego und Schinken beschränken können. Der erste Gang besteht oft aus Gemüse, Eintöpfen, Suppen oder Salat, der zweite Gang meist aus Fleisch- oder Fischgerichten, die Grenzen sind jedoch fließend. Meist fällt der erste Gang etwas leichter aus als der zweite. Zum Nachtisch werden Obst oder Süßspeisen, gelegentlich auch Joghurt gereicht.

Wir widmen uns bei unserer 8. Station der Kulinarischen Weltreise allerdings nur den Tapas, die im engeren Sinne eigentlich kostenlose Beilagen zum Getränk sind. Müssen sie zusätzlich bestellt werden, sind die Übergänge von einer Tapa zu einer Ración (größere Menge) oder zu einem Pincho (baskische Tapavariante mit in der Regel aufwändigerer Zubereitung) fließend. Mein Herzbube wählt die aufwändigere Tapas-Variante und unsere Vegetarierin gibt grünes Licht für Fisch und probiert auch eine der speckummantelten mit Ziegenkäse gefüllten überbackenen Datteln, um sich davon zu überzeugen, dass ihr die fleischlose Dattel doch besser schmeckt.

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Spanisches Brot: 300 ml warmes Wasser, 2 EL Olivenöl, 1 Pck. Trockenhefe, 1 TL Zucker, 1 TL Salz, 500 g Weizenmehl, 1 Zweig gehackten frischen Rosmarin, 50 g Pinienkerne. Vermengen und kneten. Abgedeckt bei Zimmertemperatur etwa 1 Stunde gehen lassen. Den Teig in 8 Stücke aufteilen, kleine Fladen daraus formen und auf dem Backblech mit einer Gabel mehrfach einstechen. 15 Minuten bei 220 Grad backen.

Papas arrugadas (Runzelkartoffeln): 1 kg kleine Kartoffeln (Schmörkes), 300 g Meersalz. Kochen, abschütten, ausdampfen lassen.

Aioli: 3 gepresste Knoblauchzehen, 1 Eigelb, 200 ml Sonnenblumenöl, 2 TL Zitronensaft und Salz in ein hohes Gefäß geben und mit dem Pürierstab langsam von unten nach oben ziehen.

Mojo verde: 1 grüne Paprika, 1 Chili, 1/2 Bund Petersilie, 1 Bund Koriander, 1 Knoblauchzehe, 1 EL Paniermehl, 2 EL Limettensaft, Salz, Pfeffer, und Kreuzkümmel pürieren.

Mojo rojo: 200 g geröstete rote Paprika, 2 rote Chili, 2 Knoblauchzehen, 1 EL Tomatenmark, 1 EL Paniermehl, 100 ml Olivenöl, Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Paprikapulver pürieren.

Pimientos de padrón (Bratpaprika mit Meersalz): 400 g bunte kleine Paprika, 250 ml Olivenöl, 2 EL feines Meersalz. Paprika in dem Öl braten, rausnehmen und mit dem Salz bestreuen.

Mediterane Fischtapas: 1 in dünne Streifen geschnittene Zwiebel anschwitzen, 1 EL Tomatenmark zugeben und mit einem Schuss Rotwein ablöschen. 1 Packung stückige Tomaten und einen gewürfelten Pfirsich zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. 400 g Steinbeisser-Filet in walnussgroße Stücke schneiden, in die Sauce geben und etwa 5 Minuten ziehen lassen.

Datteln im Speckmantel mit Ziegenkäsefüllung: 16 entsteinte Datteln mit Ziegenfrischkäse füllen und mit je einer halben Scheibe Speck umwickeln. Im Backofen bei 180 Grad 5 Minuten backen, bis der Speck knusprig ist.

Mini-Chamignons mit Knoblauch: 500 g kleine Champignons in reichlich Olivenöl mit 3 gehackten Knoblauchzehen braten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auberginenröllchen: 1 Aubergine in 8 dünne Scheiben schneiden und mit reichlich Olivenöl in einer Grillpfanne von beiden Seiten braten. Mit Frischkäse bestreichen, mit Tomatensalz würzen, mit eingelegten Tomaten und Rucola belegen und aufrollen.

Fazit: Was soll ich sagen – ich liebe Tapas ❤

 

 

Kulinarische Weltreise: Äthiopien

Die 8. Station unserer Kulinarischen Weltreise ist Äthiopien und ich bin überrascht, dass der Herzbube sich dieses Reiseziel ausgesucht hat. Meine Assoziationen mit diesem Land sind eher schmerzlicher Natur und haben mit der Abwesenheit von Nahrungsmitteln zu tun. Ich bin eindeutig nicht auf dem neusten Stand – da besteht Nachholbedarf…

Ein Grundnahrungsmittel bildet in Äthiopien ein spezielles Sauerteig-Fladenbrot namens Injera. Dieses wird idealtypisch hergestellt aus dem einheimischen äthiopischen Getreide Teff. Dazu werden verschiedene Saucen, Wot genannt, serviert, die es in verschiedenen vegetarischen und fleischhaltigen Ausführungen gibt.

Gegessen wird mit der rechten Hand. Dabei ersetzt das Injera das Besteck und stellt gleichzeitig auch die Beilage dar, bzw. das Brot. Man reißt einfach kleine Teile des Fladens ab, ergreift damit ein Stück der Fleisch- oder Gemüsezubereitungen und führt es zum Mund. Als besonders freundschaftlich gilt es, den anderen am Mahl Partizipierenden hin und wieder eine Portion direkt in den Mund zu stecken (Gursha).

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Gespannt waren wir auf das Teffmehl [Werbung], von dem wir so gar keine Vorstellung hatten, in welche Geschmacksrichtung es gehen könnte. Teff – das kleinste Getreide der Welt – stammt aus Äthiopien und wird auch Zwerghirse genannt. Dieses von Natur aus glutenfreie Mehl verströmt bereits beim Öffnen der Packung einen sehr aromatischen Eigenduft. Für (das) Injera (Sauerteig-Fladenbrot) wird zunächst ein Hefewürfel in 400 ml warmem Wasser aufgelöst und 20 Minuten stehen gelassen. Anschließend werden 150 g Teffmehl und 1 TL Salz untergerührt und abgedeckt etwa einen Tag bei Zimmertemperatur ziehen gelassen. Dann werden noch etwa 200 ml lauwarmes Wasser und weitere 150 g Teffmehl untergerührt. Den Teig einen weiteren Tag abgedeckt bei Zimmertemparatur ruhen lassen. Die Konsistenz ist dann in etwa die eines Pfannkuchenteigs. In eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Temperatur ohne Zugabe von Öl eine gute Kelle des Teigs geben, so dass der Boden der Pfanne bedeckt ist. Mit Deckel etwa 3 bis 4 Minuten nur von einer Seite backen. Das Fladenbrot darf nicht gewendet werden.

Dazu werden verschiedene Saucen, Wot genannt, serviert, die es in verschiedenen vegetarischen und fleischhaltigen Ausführungen gibt. Dabei gilt: Wer es sich leisten kann, isst Fleisch, wobei unter anderem Lammfleisch beliebt ist. Wir orientieren uns aber auch dieses Mal an den fleischlosen Rezepten.

Für Misio Wot (Linseneintopf) – Auf dem Bild links zu sehen – wird eine gewürfelte Zwiebel und eine gehackte Knoblauchzehe in etwas Butter angeschwitzt. 200 g rote Linsen, 150 g stückige Dosentomaten und 200 ml Wasser zugeben. 1 TL gehackten Ingwer, 1 EL Berbere*, Kurkuma, Zimt, Salz und Pfeffer unterrühren und etwa 20 Minuten köcheln lassen.

*Berbere ist eine scharfe äthiopische Gewürzmischung, deren Zubereitung keinem einheitlichen Rezept unterliegt. Wesentliche Bestandteile sind Chilipfeffer, Ingwer, Zimt, Knoblauch, Gewürznelke, Koriandersaat, Piment, Ajowan sowie die getrockneten Früchte der Weinraute. Daneben finden sich auch außerhalb Äthiopiens und Eritreas kaum bekannte Zutaten, etwa die Früchte des Stangenpfeffers. Wir haben auf diese [Werbung] fertige Gewürzmischung zurückgegriffen.

Für Ayib Bemit‘ mit’a (Scharfer roter Hirtenkäse) – Auf dem Bild rechts zu sehen – verrührt man 200 g Hüttenkäse (körniger Frischkäse) mit einem halben TL schwarzen gemahlenem Pfeffer, 1 TL Berbere, etwas Salz und 1 EL Äthiopischer Gewürzbutter (ersatzweise Kräuterbutter).

Auf dem Bild in der oberen Mitte ist die Pilzpfanne Berbere zu sehen. Dafür werden 200 g Austernpilze in Streifen geschnitten und in der Pfanne mit etwas Öl angebraten. Anschließend 100 g Schmand, 1/4 TL Kurkuma, 1/2 TL Berbere unterrühren und salzen. Zum Schluss Petersilie und Schnittlauch zugeben.

Für A Licha Wot (vegetarischer Eintopf) – Auf dem Bild in der Mitte unten zu sehen – eine große gewürfelte rote Zwiebel und eine kleingeschnittene Knoblauchzehe in ein wenig Öl anschwitzen. Etwa eine handvoll feingeschnittenen Weißkohl dazugeben und kurz anschwitzen. Eine halbe Dose pürierte Tomaten, 1 gekochte und kleingeschnittene Karotte, 2 große gekochte und kleingeschnittene Kartoffeln, 1 kleine feingeschnittene Chili zugeben und aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf dem Bild in der Mitte ist die Äthiopische Bohnenpfanne mit Spinat und Ingwer zu sehen. Dazu wird eine große gewürfelte rote Zwiebel in etwas Öl angeschwitzt. Eine Dose bunte gemischte Bohnen, eine halbe Dose stückige Tomaten, etwa 1 TL gewürfelten Ingwer zugefügt und aufkochen gelassen. Dann noch 200 g frischen Blattspinat und gehackten Koriander unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nicht aufs Bild geschafft haben es die Äthiopischen Datteln mit der Käse-Nuss-Füllung, weil die entsteinten und mit einer im Mörser hergestellten Paste aus geriebenem Parmesan, frischem Basilikum, Mandelblättchen und etwas Ölivenöl gefüllten Datteln bei 160 Grad für etwa 10 Minuten so unschuldig im Backofen vor sich hingarten und schlichtweg fast vergessen wurden.

Glücklicherweise war es aber noch nicht zu spät und so fanden sie doch noch zu einem Zeitpunkt den Weg auf den Tisch, als alles andere schon fast aufgegessen war. Sie rutschten so unbeabsichtigt in die Rolle eines Desserts, das es in der bei uns üblichen Form in Äthiopien nicht gibt. Dort genießt man einen stark gesüßten Kaffee und den gab es nach den köstlichen Datteln bei uns noch obendrauf. Bei dem niederländischen Kaffeehändler unseres Vertrauens hatten wir auch tatsächlich einen nachhaltigen Ursprungskaffee aus Äthiopien gefunden (diesen) [Werbung] und zum Abschluss dieses reichhaltigen Mahls genossen.

Fazit: Zeit die Augen zu schließen und wohlig zu genießen. Zeit für Neues wie Teff und Berbere und auch der sehr aromatische äthiopische Kaffee hat bei mir ab sofort einen Sonderstatus. Wenn ich zugegebenermaßen zuerst davor zurückschreckte nur mit den Händen und Injera anstatt Besteck zu essen, hat diese gesellige Art des Miteinander Essens mich doch begeistert und war eine besondere Erfahrung für mich. Wunderbar ❤

 

 

 

Kulinarische Weltreise: Vietnam

Die vietnamesische Küche ist historisch bedingt stark von der chinesischen Küche beeinflusst und weist im Süden Vietnams auch Einflüsse der Thai, der Khmer sowie der indischen Küche auf. Darüber hinaus hat der Buddhismus zu einer reichhaltigen Vielfalt vegetarischer Gerichte beigetragen. Als Grundnahrungsmittel werden in Vietnam Reis und Reisnudeln und eine große Anzahl verschiedener Gemüse gegessen. Fisch und Fleisch spielen in der Massenernährung zwar eine untergeordnete Rolle, aber es gibt eine Vielzahl möglicher Fleischgerichte, die fast alle genießbaren Tiere und einige Insektenarten einschließt. Und so war ich einfach froh und dankbar, dass auch dieses Mal eine Vegetarierin mit am Tisch saß – wir sind insgesamt 4 Personen – und uns ein fleischloser (und vor allem krabbelfreier) geschmacklicher Eindruck von Vietnam bevorstand 😉

Bekannt ist Vietnam für Frühlingsrollen, die normalerweise in geselliger Runde von jedem Gast selbst mit den auf dem Tisch bereitgestellten Zutaten in Reisteigblätter eingerollt werden. IMG_2469_kleinUnsere Vietnamesischen Sommerrollen wurden zwar vom Herzbuben und der Vegetarierin zu zweit in der Küche gerollt, waren aber sicherlich nicht weniger lecker. Dafür wurden 50 g gehackte Erdnüsse, 1 in feine Streifen geschnittene Möhre, etwa eine handvoll in feine Streifen geschnittene Salatgurke, etwa eine handvoll Mungo-Bohnen-Keimlinge, etwa eine handvoll Reisnudeln (nach Packungsanweisung zubereitet), 2 fein geschnittene Frühlingszwiebeln, je einen Viertel Bund fein gehackten Koriander und Basilikum, eine fein gehackte Chilischote, Sojoasauce, Zitronensaft, Salz und Pfeffer vermengt. 12 runde Blätter Reispapier mussten kurz in kaltem Wasser einweichen. Danach wurde je ein Blatt im unteren Drittel mit etwas Füllung belegt und der untere Teil des Reispapiers eingeschlagen, anschließend die Seiten darüberklappen und einrollen. Genossen werden die Rollen mit einer Saté-Sauce aus 100 g Sweet-Chili-Sauce, 150 g Kokosmilch, einem halben Glas stückiger Erdnussbutter und einem Schuss Soja-Sauce. Bei Bedarf wird das Ganze noch mit etwas Wasser verdünnt und kurz aufgekocht.

Danach gab es Dau Hu Sot Ca – also Tofu in Tomaten-Pfeffer-SauceIMG_2471_kleinDazu wird zunächst 800 g in etwa 1 cm große Würfel geschnittener Tofu, ein 1 cm großes fein gehacktes Stück Ingwer, 4 gehackte Knoblauchzehen, eine rote fein gehackte Chili, ein kräftiger Schuss Soja-Sauce vermengt und etwa eine halbe Stunde ziehen gelassen. Danach in heißem Öl gut anbraten und herausnehmen. In der Pfanne eine in dünne Streifen geschnittene Zwiebel anbraten, 2 Dosen stückige Tomaten, 3 grob gewürfelte Roma-Tomaten, 1 TL grober schwarzer (oder bunter Pfeffer), 2 TL Soja-Sauce, nach Geschmack ein wenig Salz zugeben und etwa 10 bis 15 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce sich eindickt. Den gebratenen Tofu und 5 fein geschnittene Frühlingszwiebeln zufügen. Nachmal kurz aufkochen und mit Jasmin-Reis servieren.

Als Dessert gönnten wir uns Bánh chuối (Bananenpfannkuchen). IMG_2476_kleinDazu wird aus 250 g Mehl, 2 EL Zucker, einer halben Packung Backpulver und etwas Wasser ein dickflüssiger Teig hergestellt. Eine Süßkartoffel schälen, reiben und untermengen. Zwei reife Bananen (keine Kochbananen!) in etwa 1cm dicke Scheiben schneiden. Für jedes Pfannküchlein eine Bananenscheibe in den Teig tauchen, so dass sie mit Süßkartoffelstreifen und Teig umhüllt ist. Dann beidseitig in einer tiefen Pfanne mit reichlich Öl bei mittlerer Hitze goldgelb ausbacken.

Fazit: Ich bin nicht gerade eine Tofu-Liebhaberin, aber Dau Hu Sot Ca hat mich eines besseren belehrt – das würde ich sofort wieder und gerne noch öfter essen. Dass ich Saté-Sauce mag, war für mich hingegen keine Überraschung, aber diese hier ist göttlich ❤