Barbara stirbt nicht – Alina Bronsky

Alina Bronsky wurde 1978 in Jekaterinburg/Russland geboren und lebt seit den Neunzigerjahren in Deutschland. Ihren Debütroman „Scherbenpark“ mochte ich sehr und fand auch „Baba Dunjas letzte Liebe“ großartig. Deshalb griff ich gespannt zu ihrem neusten Buch „Barbara stirbt nicht“ und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Auf knapp 256 Seiten dreht sich alles um Herrn Schmidt. Der Rentner wacht eines morgens auf und vermisst den Duft frisch aufgebrühten Kaffees. Verwirrt steht er auf und findet seine Frau Barbara im Bad liegend vor. Er hilft ihr zurück ins Bett und muss sich fortan in völlig neuen Lebensumständen zurechtfinden. Denn Barbara funktioniert nicht mehr und er ist ab sofort für alles im Haushalt verantwortlich. Herr Schmidt, der nie auch nur den kleinen Finger krumm gemacht hat, steht plötzlich vor Problemen, wie z. B. wie man Kaffee kocht oder was der Hund zu fressen bekommt. Und nicht zuletzt, was und wie er für sich und Barbara kochen soll, damit sie wieder auf die Beine kommt.

Es sei nur verraten, dass Herr Schmidt auf seine grantig schrullige Art Mittel und Wege findet mit seinen neuen Aufgaben irgendwie zurecht zu kommen. Dabei geht er sogar voller Abneigung in den Austausch zu seinen Mitmenschen und als Leser kann man kaum umhin zu erkennen, dass der alte Miesepeter doch über ein Herz verfügt. Doch das ist bei aller Grummeligkeit nur ganz leise und bei genauem Hinschauen in seinen Taten und keinesfalls in seinen Worten zu erkennen.

Da der personale Erzählstil aus der Sichtweise von Herrn Schmidt geführt wird, muss man mit seiner unangenehmen egoistischen Denkweise zurechtkommen, auch wenn er eigentlich zu der Sorte Mensch gehört, mit der man lieber nichts zu tun haben möchte. Und doch ist es Alina Bronsky gelungen hier einen Charakter zu erschaffen, den man letztlich doch mag, weil er in seiner Ruppigkeit und nach all den Ehejahren endlich erkennt, dass Barbara die perfekte Frau für ihn war. Und zumindest insgeheim wird er in manchen Punkten einsichtig, zeigt sich sogar menschlich und beginnt über sich hinaus zu denken.

„Barbara stirbt nicht“ ist ein bitterböse und dennoch warmherziges Buch, das ganz abrupt endet. Es lässt einen zunächst etwas ratlos zurück, weil das doch unmöglich der Schluss sein kann und man so gerne noch weitergelesen hätte. Aber das Ende erschließt sich dem Leser auch so und erzählt sich nach dem letzten Satz im Kopf weiter. Hoffnungsvoll und doch traurig. Ein wundervolles Buch.

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Alina Bronsky
Barbara stirbt nicht
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten
ISBN: 978-3462000726
Preis: 20,00 € [D]
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erschienen: 09.09.2021

Das eBook wurde mir freundlicherweise vom Verlag kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

Kleine Feuer überall – Celeste Ng

Nachdem ich vor kurzem „Was ich euch nicht erzählte“ von Celeste Ng mit Begeisterung gelesen hatte, war ich gespannt darauf, was die Autorin sonst noch geschrieben hat. Dabei wurde ich auf „Kleine Feuer überall“ aufmerksam, das Mitte der 1990er Jahre in Shaker Heights, einem Vorort von Cleveland spielt. In der vermeindlichen Idylle des Ortes ist alles auf einander abgestimmt und gut strukturiert damit sich die gut situierten Familien dort wohl fühlen können. Wer da wohnt, hat es geschafft und die Überzeugung verinnerlicht, dass man sich durch Umsicht, Ordnungssinn und Liebe vom Chaos dieser Welt abschotten kann.

Dort leben auch die Richardsons. Elaina arbeitet für eine Lokalzeitung, ihr Mann ist ein vielbeschäftigter Anwalt und sie haben 4 Kinder. Man hat die richtigen Freunde, die McCulloughs zum Beispiel, die einen ausgesetzten chinesischen Säugling bei sich aufnehmen – nicht wissend, dass sie die leibliche Mutter bald vor Gericht wiedersehen werden. Und weil Elaina ein gutes Herz hat, nimmt sie die alleinerziehende Fotokünstlerin Mia Warren als Mieterin auf und behandelt deren Tochter Pearl auch sofort, als wäre sie ihr eigenes Kind. Um Mia zu unterstützen bietet Elaina ihr eine Stelle als Haushaltshilfe an. Dabei lernen sich alle besser kennen. Anfangs läuft alles sehr gut, doch dann kommen nach und nach Geheimnisse aus der Vergangenheit heraus. Das hat letzten Endes Folgen für alle Beteiligten.

In diesem Buch geht es hauptsächlich um Mutter-Tochter-Beziehungen, aber auch um unterschiedliche Lebensentwürfe, die durch gesellschaftliche und finanzielle Unterschiede miteinander kollidieren. Daneben ist der spannungsreiche Roman mit Intrigen, Falschinformationen, Rassismus und üblen Nachreden gespickt und lädt dazu ein mitzufühlen, mitzudenken und eigene Einstellungen und Ansichten bei sich selbst zu hinterfragen. Die Geschichte ist mustergültig geplottet und bis zur letzten Seite mitreißend geschrieben. In positivstem Sinne ein Schmöker, den ich immer wieder gern zur Hand genommen habe, um in die Geschichte abzutauchen.

Doch obwohl ich diesen Roman wirklich gern gelesen habe, fehlt ihm das Unverwechselbare und Einzigartige, mit dem die Autorin in ihrem Debütroman „Was ich euch nicht erzählte“ geglänzt hat. Nichtsdestotrotz ist Celeste Ng eine Autorin, von der ich gerne mehr lesen möchte und auf deren nächstes Buch ich gespannt bin.

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Celeste Ng
Kleine Feuer überall
Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit
Original: Little Fires Everywhere
Taschenbuch, 384 Seiten
ISBN: 978-3423147231
Preis: 11,90 € [D]
Verlag: dtv
Erschienen: 23.08.2019

erLESENer August 2021

Im Lesemonat August sprang ich vom Hochhaus, fristete mein Leben in einem palästinensischen Flüchtlingslager, stand meiner Freundin in den letzten Wochen ihres Lebens bei, versuchte meine Ehe zu retten, pflegte einen Briefkontakt zu einem mir völlig Fremden, erfuhr was es heißen kann ein Wirtschaftsflüchtling zu sein und spürte chinesische Zerrissenheit.

Bücherwelten – lesen über alle Grenzen hinweg.

Der Sprung von Simone Lappert: Ein Sammelsurium von Figuren unterschiedlichen Alters und verschiedener Gesellschaftsschichten, die allesamt mit ihren eigenen Herausforderungen des Lebens beschäftigt sind und mit der jungen Frau, die vom Hochhaus springen will, direkt oder indirekt in Verbindung stehen. Großartig!

Während die Welt schlief von Susan Abulhawa: BUCHweltreise Palästina: Ein Roman mit schönem sprachlichen Klang, durchsetzt von arabischen Worten und Ausdrucksformen, die zu Herzen gehen und berühren. Aber es ist vor allem auch ein Roman voller Brutalität rund um den Nahost-Konflikt. Empfehlenswert! 

Was fehlt dir von Sigrid Nunez: Weil der Tod trotz Chemotherapie unausweichlich ist, beschließt sie den Zeitpunkt ihres Todes mit Hilfe von Tabletten selbst bestimmen zu wollen und bittet die Ich-Erzählerin ihr in den letzten Wochen oder Monaten ihres Lebens zur Seite zu stehen. Ein recht spezielles, aber doch gelungenes Buch, das viele Denkanstöße mitbringt.

Der Brand von Daniela Krien: Momentaufnahme einer altgewordenen kriselnden Ehe und anderen Konflikten. Gute Schreibweise, aber es werden viele Themen aufgemacht und dann nur oberflächlich abgefrühstückt. Insgesamt doch eher enttäuschend.

I get a bird von Anne von Canal und Heikko Deutschmann: Als Jana plötzlich ihre vor drei Jahren verlorene Agenda plötzlich zugeschickt bekommt, entspinnt sich zwischen ihr und dem Finder eine immer intensiver werdende Korrespondenz. Ein humorvoller und berührender Briefroman.

Nastjas Tränen von Natascha Wodin: BUCHweltreise Ukraine: Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer ukrainischen Putzfrau, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im wirtschaftlichen Chaos der sich rasant entwickelnden Oligarchie in der ehemaligen Teilrepublik der UdSSR nicht mehr genug zum überleben hat und mit einem Touristenvisum in Berlin landet, um dort den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu verdienen. Berührend und empfehlenswert!

Ist es nicht schön hier von Te-Ping Chen: BUCHweltreise China: Hellwach und mit genauem Blick für komische Momente zeichnet die Autorin in 10 Kurzgeschichten Figuren zwischen Tradition und Hypermoderne nach, die nach Halt und einem Zuhause suchen. Macht Lust auf mehr!

Nastjas Tränen – Natascha Wodin

Aufmerksam wurde ich auf Natascha Wodin durch ihr Buch „Sie kam aus Mariupol“ für das sie mit dem Buchpreis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde und in dem sie die Lebensgeschichte ihrer Mutter rekonstruierte, die von den Nazis als Zwangsarbeiterin aus der Sowjetunion deportiert wurde und sich 1956 in der Bundesrepublik Deutschland das Leben nahm. Natascha Wodin selbst wurde 1945 in einem Lager für Displaced Persons in Fürth geboren und erzählt von ihrer Jugend und ihrem Vater in „Nirgendwo in diesem Dunkel“. Und auch in ihrem neuen Roman „Nastjas Tränen“ verarbeitet sie wiederum eigene Erlebnisse literarisch.

Im Mittelpunkt steht Nastja, eine 1942 im Westen der Ukraine geborene Tiefbauingenieurin, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im wirtschaftlichen Chaos der sich rasant entwickelnden Oligarchie in der ehemaligen Teilrepublik der UdSSR nicht mehr genug zum überleben hat. Ihr letztes Gehalt bekommt sie in Form eines Säckchens Reis ausgezahlt – zu wenig, um sie und ihren Enkelsohn zu ernähren. Sie kratzt das Geld für ein Touristenvisum und eine Zugfahrt nach Berlin zusammen, schlüpft bei ihrer Schwester unter, verdient sich fortan ihren kleinen sparsamen Lebensunterhalt als Putzfrau und unterstützt mit dem übrigen Geld ihre Familie in der Ukraine.

Als Natascha Wodin 1992 aus der Südpfalz nach Berlin zieht, sucht sie jemanden, der ihr beim Putzen hilft. Sie gibt eine Annonce auf, und am Ende fällt die Wahl auf Nastja aus der Ukraine, dem Land, aus dem Natascha Wodins Eltern stammten, die im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt wurden.

„Die Treppe herauf kam eine sehr schmale, schüchtern wirkende Frau, die etwa fünfzig Jahre alt sein mochte, aber aussah wie ein Mädchen. Sie trug Jeans und einen Rucksack auf den Schultern, auf den ersten Blick hätte man sie für eine typische Erscheinung der Prenzlauer-Berg-Szene halten können, doch bei näherem Hinsehen verrieten das altmodische, verwaschene Blüschen und die manierliche Haarspange die Herkunft aus einem anderen Teil der Welt.“

(S. 9)

Doch kaum ist Nastjas Visum abgelaufen, schlittert sie in das Leben einer Illegalen, wird Teil der riesigen Dunkelziffer an Untergetauchten im Dickicht der neuen, noch wildwüchsigen deutschen Hauptstadt. Für Natascha Wodin ist es, als würde sie von ihrem Schicksal erneut eingeholt. Im Heimweh dieser Ukrainerin, mit der sie mehr und mehr eine Freundschaft verbindet, erkennt sie das Heimweh ihrer Mutter wieder, die daran früh zerbrochen ist. Sie fühlt sich der Frau verbunden und versucht ihr dabei zu helfen, in Deutschland Fuß zu fassen. Doch ein Teil ihrer Hilfsaktionen führt zu grotesken Situationen und absurden Wendungen in Nastjas Leben. Zwar bekommt sie die deutsche Staatsangehörigkeit, aber nur über eine üble Heirat und muss dafür auch ihren ukrainischen Pass abgeben. Doch es ist nicht jedem möglich in der östlichen und westlichen Welt gleichzeitig zu leben und als Nastja dann irgendwann doch in die Ukraine zurückkehren will, muss sie feststellen, dass ihr jetzt nur noch ein befristetes Touristenvisum für ihre Heimat zusteht.

Eine sehr berührende Geschichte, auch aufgrund ihres authentischen Charakters. Denn Nastja ist keine rein fiktive Romanfigur, sondern hat ein reales Vorbild, das einen gleichzeitig den Schrecken von stalinistischen Terror, nationalsozialistische Verbrechen, sowjetische Diktatur und den Zusammenbruch des Sozialismus erahnen lässt. Das macht jedoch auch das Verhalten und die Ängste Nastjas begreifbar und nachvollziehbar, ihre Zerrissenheit und ihr ausgeliefert und ergeben Sein in Situationen und Begebenheiten, die eigentlich kaum zu ertragen sind.

Natascha Wodins Sprache ist dabei eher nüchtern und doch gelingt es ihr, bei der Geschichte einen Sog zu entwickeln, der nicht mehr los lässt. Es ist ein wenig so, als nähme man gegenüber der Autorin Platz und ließe sich von ihr in aller Ruhe diese besondere Geschichte rund um ihre Putzfrau erzählen. Eine Geschichte von Unsicherheiten, Ungerechtigkeiten, aber auch von dem leisen Kampf ums Überleben, von Heimat, dem Verlust derselben und den doch immer bleibenden Wurzeln. Empfehlenswert!

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Natascha Wodin
Nastjas Tränen
Hardcover, 192 Seiten
ISBN:  978-3498002602
Preis: 22,00 € [D]
Verlag: Rowohlt
Erschienen: 17.08.2021

Das eBook wurde mir freundlicherweise vom Verlag kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

I get a bird – Anne von Canal, Heikko Deutschmann

Briefromane mag ich gern, von Anne von Canal wollte ich immer mal etwas lesen und dass dieser Roman im mare Verlag erschienen ist, einem von mir hochgeschätzten Verlag, von dem mich bislang noch kein Buch enttäuschte, gab wohl den entscheidenden Ausschlag dafür, dass ich mich für dieses Buch interessierte. Kein Fehlgriff, denn ich habe bis zum Schluss immer wieder gern zu „I get a bird“ gegriffen, um die Protagonisten besser kennenzulernen und zu erfahren, was es mit ihrer Geschichte auf sich hat.

Eines Tages erhält Jana (Jahrgang 1971), eine als Fahrradkurier jobbende Zukunftsforscherin aus Freiburg, ein Paket von einem ihr unbekannten Mann. Der in einer Tagesklinik behandelte Busfahrer Johan (Jahrgang 1972) schickt ihr einen Kalender zurück, den sie vor drei Jahren in einer Telefonzelle in Neumünster vergessen hat. Es entspinnt sich eine immer intensiver werdende Korrespondenz zweier Fremder.

„Ich erzähle Ihnen von meinem Alltag, weil ich hoffe, dass es Sie aus dem Konzept bringt, von etwas zu lesen, das weder mit Ihnen noch mit diesem Päckchen zu tun hat. Ich will einen Raum schaffen für die fällige Entschuldigung. Einen tatsächlichen Raum. Ich möchte, dass Sie sie hören, sie wahrnehmen.“

(S. 13)

Während Johan der verlorene Kontakt zu seiner Tochter aus der Bahn geworfen hat, reißt sein Paket bei Jana ebenfalls alte Wunden auf. Bald finden die Schreibenden heraus, dass ihre Biografien nicht nur ungeahnte Parallelen haben, sondern auch eine ganz konkrete Überschneidung in der Vergangenheit. Allmählich werden ihre Gedanken klarer, sie reagieren immer mehr auf einander und lernen sich immer besser durch den Briefkontakt kennen.

„Alles, was ich erzähle, beinhaltet gleichzeitig auch alles, was ich nicht erzähle. Alles, was ich beschreibe, ist bereits eine Interpretation, selbst wenn ich eisern auf Kommentare verzichte. Egal, was und wie ich es am Ende formuliere – es ist doch meine Geschichte, meine Auswahl, meine Sicht. Subjektiv verzerrt.“

(S. 177)

Doch sie philosophieren nicht nur über die Begebenheiten in ihrem kleinen Mikrokosmos am Rande der Gesellschaft, sondern erreichen durch das Schreiben einander und finden wieder den Kontakt zu ihren eigenen Lebensgeschichten, die auch für den Leser dieses Briefromans nach und nach begreifbar werden.

Abgebildet werden 5 Monate Briefwechsel der Protagonisten, tatsächlich schrieben sich die beiden Autoren jedoch zwei Jahre lang für diesen Briefroman, ohne je etwas anderes abzusprechen als den Anfang. Alles Weitere überließen sie den Figuren und der Zeit. Entstanden ist ein wendungsreicher, gelegentlich humorvoller, vor allem aber berührender Briefwechsel.

Anne von Canal, geboren 1973, ist Autorin und Übersetzerin. Ihre schriftstellerische Arbeit wurde mit einem Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds und zahlreichen internationalen Aufenthaltsstipendien ausgezeichnet. Bei mare erschienen ihre Romane „Der Grund“ (2014) und „Whiteout“ (2017) sowie der Inselband „Mein Gotland“ (2020).

Heikko Deutschmann lebt als Schauspieler, Autor und Filmemacher in Berlin. Seiner Leidenschaft fürs Lesen und Vorlesen verdanken sich zahlreiche preisgekrönte Hörbücher. „I get a bird“ ist das erste Buch, das er unter eigenem Namen veröffentlicht.

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Anne von Canal, Heikko Deutschmann
I get a bird
Hardcover, 272 Seiten
ISBN: 978-3866486829
Preis: 22,00 € [D]
Verlag: mare
Erschienen: 24.08.2021

Das eBook wurde mir freundlicherweise vom Verlag kostenlos für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

Der Brand – Daniela Krien

Lang ist es her, seit ich zuletzt an einer Leserunde bei Lovelybooks teilgenommen habe. Doch als ich die Leseprobe zu „Der Brand“ von Daniela Krien gelesen hatte, bewarb ich mich spontan dafür und hatte Glück. Es war interessant das Buch von den vielen unterschiedlichen Lesenden in der Leserunde beleuchtet zu sehen und mit den eigenen Eindrücken zu vergleichen.

Daniela Krien glänzt mit einer lockeren Schreib- und Ausdrucksweise, die einen niveauvoll, aber unauffällig durchs Buch treibt und dabei das Ambiente, sowie die Situationen und Gefühlswelten der Protagonisten nachvollziehbar macht. Dabei liest sich „Der Brand“ fast wie von selbst. Die Handlung ist eher schlicht, es passiert nichts Dramatisches, das Buch ist aber dennoch nicht langweilig.

Nach beinahe dreißig gemeinsamen Jahren haben Rahel (49, Psychologin) und Peter (55, Literaturprofessor) die Nähe zu einander verloren. Als die befreundete siebzigjährige Ruth sie bittet ihren Gutshof in der Uckermark samt Tieren für drei Wochen zu versorgen, weil sie mit ihrem schwerkranken Mann zur Reha muss, sagen sie zu. Plötzlich sind sie zurückgeworfen auf sich selbst und auf die Gesellschaft des anderen. Ganz allmählich und eher zögerlich kommen Wut und Hilflosigkeit, aber auch Unausgesprochenes und Verdrängtes zutage. Der Leser bekommt einen Eindruck, was im Laufe der Jahre entscheidendes zwischen den beiden vorgefallen ist, aber die Beziehung wirkt dabei nicht völlig aussichtslos, jedoch sehr zerbrechlich. 

Die Geschichte ist nicht ungewöhnlich und wenn man selbst nicht bereits die bleierne Schwere einer altgewordenen Ehe erlebt hat, so kennt man dies doch bereits aus dem Umfeld oder aus Erzählungen. „Was tun, wenn die Liebe älter wird?“ hat dabei als Rahmenhandlung durchaus Potential und bietet genug Stoff für einen ganzen Roman, wenn man es wagt genauer hinzusehen und auszuerzählen. Aber der Roman kratzt meist nur freundlich an der Oberfläche.

Viele Themen werden blitzlichthaft kurz beleuchtet ohne dabei wirklich in die Tiefe zu gehen. So dreht sich das Buch neben der Eheproblematik und Peters damit verbundener Verweigerung körperlicher Nähe, auch um Rahels schwieriges Verhältnis zu ihrer Tochter und ihrem eigenen Tochtersein. Zusätzlich ist das Buch gespickt mit aktuellen Themen, was in der Menge jedoch eher gewollt wirkt und den Eindruck erweckt, als arbeite die Autorin einen umfangreichen Themenkatalog ab. Das hat zur Folge, dass man viele interessante Allgemeinbetrachtungen und Stammtischsätze liest, denen ich als Leserin im ebenfalls mittleren Alter wohl auch meist zustimmen mag, die insgesamt jedoch eher oberflächlich bleiben.

Vieles plätschert einfach dahin und nach 272 Seiten ist das Buch plötzlich und irgendwie unerwartet zuende. Einigen der größeren aufgemachten Themen hätten sicherlich noch ein paar zusätzliche Seiten gut getan. Das hätte vielleicht dem Gefühl entgegengewirkt, dass dieser Roman nicht zuende erzählt worden ist. Auch wenn mir bewusst ist, dass sich für diese Art von Lebens-, beziehungsweise Liebesgeschichten nicht das ultimative Ende finden lässt, ohne dabei in Kitsch oder Pessimismus abzudriften, bleibt diese Momentaufnahme einer kriselnden Ehe doch eher unbefriedigend.

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Daniela Krien
Der Brand
Hardcover, 272 Seiten
ISBN: 978-3257070484
Preis: 22,00 € [D]
Verlag: Diogenes
Erschienen: 28.07.2021

Das Buch wurde mir im Rahmen der Leserunde bei Lovelybooks freundlicherweise vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

Was fehlt dir – Sigrid Nunez

„Warum haben Sterbende nicht das Recht, ihr Leben zu beenden?“

(S. 122)

Nachdem ich im vergangenen Jahr „Der Freund“ von Sigrid Nunez begeistert gelesen hatte, stand für mich gleich fest, dass ich auch ihr neues Buch lesen würde, ohne dass ich im Vorfeld wissen musste, wovon es handeln würde. Und so nahm ich unvorbereitet „Was fehlt dir“ zur Hand und ließ mich auch dieses Mal wieder durch eine Sammlung von Gedanken, Abschweifungen, Geschichten und Zitatschnipsel leiten, die sich mal ganz nah an einem Thema befinden, manchmal aber auch nur indirekt damit in Verbindung gebracht werden können. Sie schreibt darüber, wie wir einander verbunden sind, in Glück und Trauer, Trost und Zuversicht – und wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann.

In der ersten Hälfte des Buches hatte ich zeitweilig das Gefühl in einer Essay-Sammlung gelandet zu sein, obwohl das Buch doch als Roman bezeichnet wird. Aber schließlich gelingt es der Autorin doch den eingangs gelegten roten Faden wieder aufzugreifen und die Geschichte der Ich-Erzählerin und ihrer krebskranken Freundin weiter zu spinnen. Weil für letztere der Tod trotz Chemotherapie unausweichlich ist, beschließt sie den Zeitpunkt ihres Todes mit Hilfe von Tabletten selbst bestimmen zu wollen und bittet die Ich-Erzählerin ihr in den letzten Wochen oder Monaten ihres Lebens zur Seite zu stehen.

„Ich spreche nicht von Hilfe beim Sterben, sagt sie. Ich weiß, was ich tun muss. Es ist nicht kompliziert. Kompliziert ist, was zwischen jetzt und dann passieren soll.“

(S. 84)

Ohne zu wissen, wann dieser Zeitpunkt sein wird, willigt die Ich-Erzählerin schließlich ein und begleitet ihre Freundin in ihrer letzten Phase bis zum Tod.

Wie bereits in „Der Freund“ gelingt es Sigrid Nunez auch in „Was fehlt dir“ in einem relativ handlungsarmen Text, den sie in einem eleganten Plauderton formuliert, starke und manchmal auch provozierende Bilder zu platzieren und dabei Themen wie das älter werden, selbstbestimmtes Sterben, Tod, Freundschaft, Liebe und Vergänglichkeit zu behandeln. Dabei wird sie nicht sentimental oder mitleidig, sondern wirft einen harten nüchternen Blick auf die Dinge und gönnt dem Leser dabei auch trotz trauriger Themen gelegentlich eine wohltuende Prise trockenen Humors.

„Nicht nur glaubt sie nicht an ein Leben nach dem Tod, sie ist auch fassungslos, dass so viele Menschen es tun.“

(S. 147)

Die Figuren in diesem Buch sind alle namenlos und man bleibt als Leser auf Distanz zu ihnen. Und doch entsteht anhand der durchaus realen Elemente und den Gedanken, denen man in diesem Buch auf anregende, manchmal auch berührende, Weise folgen kann, die Möglichkeit mit den Figuren aus angemessenem Abstand mitfühlen zu können. Zwar geraten die Nacherzählungen von Lektüreerlebnissen oder Filmen hin und wieder etwas zu ausführlich, aber die Denkanstöße, die Sigrid Nunez in diesem Buch liefert, entschädigen dafür allemal. Ein recht spezielles, aber doch gelungenes Buch.

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Sigrid Nunez
Was fehlt dir
Aus dem Amerikanischen von Anette Grube
Original: What are you going through
Taschenbuch, 222 Seiten
ISBN: 978-3351038755
Preis: 20,00 € [D]
Verlag: Aufbau Verlag
Erschienen: 19.07.2021

Das eBook wurde mir freundlicherweise vom Verlag für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

Während die Welt schlief – Susan Abulhawa

Im Rahmen meiner BUCHweltreise ging es für mich mit Susan Abulhawa und dem Roman „Während die Welt schlief“ nach Palästina. Die Autorin wurde 1970 geboren und wuchs als Kind palästinensischer Flüchtlinge in Kuwait, Jordanien und den USA auf. Als Zehnjährige kam sie in ein Waisenhaus in Jerusalem, mit 13 zog sie erneut in die USA, wo sie bis heute mit ihrer Tochter lebt. Abulhawa machte dort einen Highschool-Abschluss und studierte anschließend Biologie, Medizin und Neurologie. Jedoch entdeckte sie bald das Schreiben für sich und verfasste mehrere Kurzgeschichten und kürzere Romane, während sie journalistische Tätigkeiten ausübte. Ihr Debütroman „Während die Welt schlief“ ist ein internationaler Bestseller und wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt. Seit einer Reise nach Palästina im Jahr 2000 engagiert sich die Autorin aktiv für die Menschenrechte und die Lebensumstände von palästinensischen Kindern in besetzten Gebieten.

In „Während die Welt schlief“ erzählt Susan Abulhawa eine tief berührende Geschichte über den Verlust der Heimat, eine zerrissene Familie und die immerwährende Hoffnung auf Versöhnung. Seit Generationen leben die Abulhijas als Olivenbauern in dem idyllischen Dorf Ein Hod. Ihr Leben ist friedlich – bis 1948 die Zionisten den Staat Israel ausrufen und sich alles verändert. Die Dorfbewohner werden mit Waffengewalt aus ihren Häusern vertrieben, müssen ihr Land, ihren Besitz und ihr Zuhause zurücklassen. Amal, geboren im Flüchtlingslager in Jenin, lernt die Heimat ihrer Vorväter nie kennen. Stattdessen erlebt sie Kriege, Gewalt und schreckliche Verluste, aber sie erfährt auch Freundschaft und Liebe in der Gemeinschaft der Vertriebenen. Weder Amal noch ihre Familie ahnen jedoch, wie eng ihr Schicksal und das von Israel und Palästina wirklich zusammenhängen.

Die Figuren in diesem Buch sind erfunden – Palästina ist es nicht. Die historischen Ereignisse und die bekannten Personen, die in der Geschichte erwähnt werden, sind oder waren real. Und so lernt man im Buch die kleine Amal und ihre Familie kennen, die zunächst ein beschauliches Leben in Palästina führt. Doch Israel war ein Zufluchtsort für die Juden in einer Welt, in der man anderswo Todeslager für sie gebraut hatte und so fallen sie in Palästina ein und beanspruchen das Land gewaltsam für sich.

Es ist ein Roman mit schönem sprachlichen Klang, durchsetzt von arabischen Worten und Ausdrucksformen, die zu Herzen gehen und berühren. Aber es ist auch ein Roman voller Brutalität. Es geht um Kriegshandlungen und Massaker in Flüchtlingslagern. Grausamkeiten, von denen man lieber nichts wissen möchte, die sich aber leider googeln lassen. Gleichzeitig wird die Geschichte eines kleinen Mädchens erzählt, für das das Großwerden im Flüchtlingslager zu einer Normalität wird, die doch niemals normal sein kann.

„Ich war in einer Landschaft aus improvisierten Träumen und abstrakten Sehnsüchten nach einem Land aufgewachsen – alles erschien mir temporär. Auf nichts konnte man sich verlassen, nicht auf die Existenz der Eltern, der Geschwister oder der Heimat. Nicht mal auf den eigenen Körper, der so empfindlich auf Gewehrkugeln reagierte.“

(S. 209/210)

Ein fesselnd und spannend geschriebener Roman, der nicht immer einfach zu ertragen ist und doch so viel Hoffnung, Familienzusammenhalt und Freundschaft enthält – und gleichzeitig den Israelisch-Palästinensischen Konflikt aus palästinensischer Sicht verdeutlicht. Empfehlenswert!

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Susan Abulhawa
Während die Welt schlief
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Fahrner
Original: Mornings in Jenin
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 978-3453356627
Preis: 9,99 € [D]
Verlag: Diana Verlag
Erschienen: 09.04.2012

Der Sprung – Simone Lappert

„…also wenn du mich fragst, so gesamthaft gesehen, ist das Nichtverrücktsein die eigentliche Anomalie.“

(S. 268)

Bereits 2019 erschien dieser Roman rund um die junge Frau, die auf dem Dach steht und sich weigert herunterzukommen. Da ich schon so viel Gutes über das Buch hörte, habe ich mich gefreut, dass es nun kürzlich auch als Taschenbuch erschienen ist. Denn ich hatte bereits versucht die Geschichte bei Spotify als Hörbuch zu erfahren, kam aber mit der Sprecherin Lotti Happle überhaupt nicht zurecht, da sie manche Worte falsch ausspricht und ihre Betonung für mein Empfinden nicht zu dem Text passt. So brach ich das Hörbuch nach relativ kurzer Zeit ab und griff stattdessen zu dem Taschenbuch. Ich hatte es zwar gehofft, war aber dennoch überrascht, denn selbst gelesen fand ich dieses Buch einfach großartig!

Natürlich geht es um die junge Frau auf dem Dach, von der man sich fragt, was mit ihr los ist und ob sie springen wird. Aber das ist längst nicht alles, denn die Autorin nimmt immer wieder auch den Blick weg von dieser Frau und stellt die Randfiguren des Ereignisses in den Vordergrund. Die Leute aus der Nachbarschaft, Schaulustige, Menschen, die dort in der Nähe arbeiten, aber auch Personen, die der Frau auf dem Dach deutlich näher stehen. Doch das erfährt man erst nach und nach. Anfangs ist man sich unsicher, wer aus der Geschichte überhaupt auf dem Dach steht.

Während man sich zu Beginn beim Lesen noch fragt, wie die Personen zusammenhängen und welche Rolle sie spielen, wird allmählich alles immer klarer. Es ist ein Sammelsurium von Figuren unterschiedlichen Alters und verschiedener Gesellschaftsschichten, die allesamt mit ihren eigenen Herausforderungen des Lebens beschäftigt sind. Aber alle verbindet etwas mit der jungen Frau auf dem Dach, sei es direkt oder indirekt. Der Sprung ist ein roter Faden, der sich durch zwei Tage im Leben all dieser Personen zieht und sie miteinander in diesem Roman vereint.

Interessante Figuren hat Simone Lappert geschaffen und es macht beim Lesen Freude zu entdecken, dass man in den jeweiligen Kapiteln nicht nur etwas über die aktuelle Person erfährt, sondern deren Geschichte auch zart und kapitelübergreifend mit den anderen verbunden ist. Die Autorin hat die unterschiedlichen Charaktere fein beobachtet und versteht sie treffend zu zeichnen. Sie kommen einem bekannt vor, ohne dass sie zu klischeehaft wären.

Das Ganze geht von entwaffnender Offenheit bis hin zu poetischen Beschreibungen, deren Sinnlichkeit beim Lesen nachfühlbar wird und einen dabei gefangen nimmt, ohne dass es gewollt wirkt. Das alles schafft eine Atmosphäre, deren Anspannung einen ebenso durchs Buch trägt, wie die Neugier darauf, wie die Geschichte ausgehen wird und welche Auswirkungen der Schmetterlings-Effekt in diesem Mikrokosmos noch hat.

Schließlich kommt dieser Roman zu einem runden und in sich stimmigen Abschluss und lässt mich mit dem Wunsch zurück, unbedingt mehr von Simone Lappert lesen zu wollen. Denn dieses Buch ist für mich ein echtes Highlight!

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Simone Lappert
Der Sprung
Taschenbuch, 336 Seiten
ISBN: 978-3257245790
Preis: 12,00 € [D]
Verlag: Diogenes
Erschienen: 28.07.2021

Das Taschenbuch wurde mir freundlicherweise vom Verlag für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

erLESENer Juli 2021

Im Lesemonat Juli war ich mit hellwachem Geist in meinem bewegungslosen Körper gefangen, versuchte mit dem Tod meiner 16jährigen Tochter fertig zu werden, reiste zurück in die Zeit der 1980er Jahre, fand fest in Plastikfolie eingewickelte Leichen, die aussahen wie Kokons, durchlebte den Horror der fortschreitenden Klimakrise, genoss die vietnamesische Küche, beobachtete jemanden beim Morden mit Bauschaum und nahm mit der Bestatterin Blum Rache an den Mördern ihres Mannes.

Bücherwelten – irgendwo zwischen Apokalypse und vermeintlich heiler Welt.

Schmetterling und Taucherglocke von Jean-Dominique Bauby: Die autobiografischen Eindrücke eines 43jährigen, der unter dem Locked-In-Syndrom leidet und mit seinem hellwachen Geist in einem bewegungslosen Körper gefangen ist. Bewegend!

Was ich euch nicht erzählte von Celeste Ng: Das im Untergrund schwelende Familiendrama rund um eine verschwundene Sechzehnjährige. Fesselnd und eindringlich erzählt. Von der Autorin werde ich mehr lesen.

Wir Kassettenkinder von Stefan Bonner und Anne Weiss: Eine Zeitreise in die 1980er Jahre, in die guten und schlechten Zeiten. Hat mir sehr viel Freude bereitet.

Die Verlorenen von Simon Beckett gelesen von Johannes Steck: Der Auftakt der neuen Reihe von Simon Beckett war soweit in Ordnung, konnte mich aber trotz hervorragendem Hörbuchsprecher nicht vollends überzeugen.

Was, wenn wir einfach die Welt retten von Frank Schätzing: Ein gelungener Ansatz des Autors, der nicht mit erhobenem Zeigefinger doziert, aber dennoch deutlich macht, dass wir alles Sinnvolle unternehmen müssen, um die Klimaziele zu erreichen und realistisch betrachtet auch auf die Konsequenzen vorbereitet sein sollten, wenn uns das nicht gelingt. Lesenswert!

Der Geschmack der Sehnsucht von Kim Thúy: Dieses Buch entführt in eine fremde Welt mit den Gerichten, Gewürzen und Zutaten der vietnamesischen Küche, gewährt aber auch Einblicke in die Kultur, Sprache und Geschichte. Ein perfekter BUCHweltreise-Kandidat.

Die Puppenmacherin von Max Bentow gelesen von Axel Milberg: Ein weiterer hervorragender Hörbuchsprecher, widerliche Leichen in Bauschaum, spannend – krank – unterhaltsam.

Totenfrau von Bernhard Aichner gelesen von Christian Berkel: Und noch ein hervorragender Hörbuchsprecher. Es handelt sich hierbei um den Auftakt der Trilogie, in der eine Bestatterin Rache nimmt. Brutal, widerlich, spannend – krank – unterhaltsam.