Augenblicke im November und Dezember 2020

Dieser Blick zurück auf die vergangenen beiden Monate hat mir definitiv Spaß gemacht. Es sind doch viele schöne Augenblicke zusammengekommen, an die ich mich auf Anhieb nicht mehr erinnert hätte, wenn wir sie nicht als Videoschnipsel oder in Form von Fotos konserviert hätten. Gerade im Dezember gab es vieles zu überdenken und bedenken, so dass die Besinnlichkeit zwischen Sinnhaftigkeit und Unsinnigkeit leicht auf der Strecke bleiben konnte.

Aber genug zurückgeblickt. Schauen wir nach vorn und freuen uns auf 2021 – das Jahr, das in die Geschichte eingehen wird als das Jahr, das auf 2020 folgte 😉

✨ In diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute fürs neue Jahr und lasst es euch gut gehen!

NaNoWriMo 2020 (Tag 16 bis 30)

Wie es mir mit dem NaNoWriMo 2020 bisher erging, könnt ihr dort nachlesen: Tag 1 bis 5 und Tag 6 bis 15.

 ✍️ Tag 16:
Es ist kein Tag zum Schreiben. Ich habe einfach keine Lust und kann mich nicht motivieren. Vielleicht würde es helfen, jetzt eben schnell einen Termin bei Focusmate zu buchen und eine Stunde zu schreiben. Aber ich will einfach nicht. Ich öffne Scrivener und nehme mir vor, genau einen Satz zu schreiben. Und das nur, weil ich dranbleiben will und die Serie an Schreibtagen hintereinander nicht unterbrechen will. Ich schreibe jedoch genau 333 Wörter. Das trage ich noch auf der NaNoWriMo-Website bei der Fortschrittsanzeige ein und soll mir für heute reichen.

✍️ Tag 17:
Ich habe immer noch keine Lust zu schreiben, aber ich mache es – in drei Etappen. Dennoch gelingt es mir nicht den Rückstand von gestern aufzuholen. Immerhin ist das Tagespensum geschafft und ich habe nochmal rund 300 Wörter draufgelegt. Immer noch schreibe ich die Geschichte herunter, die ich im Oktober geplottet habe. Aber ich merke, dass das, was ich derzeit schreibe, die Geschichte überhaupt nicht weiter bringt. Das ist irgendwie unbefriedigend und bremst mich aus. Es fühlt sich so an, als schreibe ich gerade für den Papierkorb. Dennoch mache ich erstmal weiter, um zu sehen wohin mich das ganze führt und ob nicht vielleicht doch noch etwas dabei herauskommt, das ich vielleicht später beim Überarbeiten noch gebrauchen kann.

✍️ Tag 18:
Die Schreiblust ist immer noch nicht zurück, aber ich nehme an der Zoom-Schreib-Session von 12:30 bis 13:30 Uhr bei Julia teil. Mein Ziel sind wieder 700 Wörter. Es läuft bei mir derzeit so schleppend, dass ich nicht mit mehr rechne. Aber ich schaffe 960 in der Zeit mit den rund 80 anderen Teilnehmenden. Es gab eine Stelle, bei der ich immer wieder lachen musste. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man im Zoom-Fenster in der Rastereinteilung alle angestrengt und konzentriert schreiben sieht und man selbst immer wieder in Lachkrämpfe ausbricht, weil man sich kaum beherrschen kann. Ich hatte schon überlegt meine Videoübertragung auszuschalten, um die anderen nicht zu stören, habe mich aber schließlich doch wieder eingekriegt. Die Lage ist also bei mir doch nicht so ernst, wie ich dachte 😉 Später stoße ich noch durch die Write That Book Club Gruppe bei Facebook auf einen YouTube-Kanal, der die Pomodoro-Technik mit Hintergrundgeräuschen zum Schreiben koppelt: Peaceful Ambience. Das gefällt mir. Und auch das werde ich beizeiten ausprobieren.

✍️ Tag 19:
Ich habe immer noch keine Lust zu schreiben, schaffe aber bei fetziger Musik am späten Vormittag immerhin 1.336 Wörter. Ich bin nicht die einzige, bei der es nicht so ganz rund läuft. Julia hat sich für morgen folgendes vorgenommen:

Vor Jahren habe ich tatsächlich mal für kurze Zeit mit einem Spracherkennungssystem arbeiten müssen und bin immer noch traumatisiert. Auch habe ich immer schon lieber geschrieben, als geredet, weshalb mich das Diktieren so gar nicht reizen kann. Die Challenge werde ich hingegen gern aus der Ferne beobachten. 10.000 Wörter ist für mich als Schreibziel definitiv zu viel, aber vielleicht ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, dass ich mir für morgen vornehme, meinen Rückstand in Höhe von 3.672 Wörtern (inklusive morgigem Tagespensum) aufzuholen. Klingt doch eigentlich machbar, zumindest wenn ich es über mehrere Etappen konsequent über den Tag verteile. Denn zwei Stunden am Stück schreiben, wie ich es in der Anfangszeit gemacht habe, bekomme ich gerade nicht mehr hin. Meine Geschichte strebt dem Finale entgegen, aber es zeichnet sich ein Ende ab, das mir einfach nicht passt. So etwas würde ich selbst nicht lesen wollen. Das ist noch so etwas, das mich gerade beim Schreiben ausbremst.

Nebenbei rutsche ich aus dem Herunterschreibmodus, in dem die Wörter beinahe von selbst in die Geschichte fließen, allmählich in den Überarbeitungsmodus hinein. Mich begleitet das Buch über den Tag hinweg, auch wenn ich nicht daran schreibe. Ich habe unterschiedliche Ideen dieses NaNoWriMo-Skript zu verwerten. Jede Idee für sich ist spannend für mich und bietet unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte und die Art sie auszudrücken. Das will demnächst genauer ausgearbeitet und auf Tauglichkeit überprüft werden. Ein Grund sich auf die bevorstehenden Herausforderungen zu freuen. Damit kann ich mich voraussichtlich noch Jahre beschäftigen und werde nie in die Bedrängnis kommen, ein Buch veröffentlichen zu müssen, um mich womöglich gnadenlos Rezensierenden stellen zu müssen 🙂

✍️ Tag 20:
5:00 Uhr. Es geht los. Ich dachte mir, ich probiere es heute mal mit der Pomodoro Technik. Aber ich komme mit den 5-Minuten-Pausen nicht zurecht. Die 25-minütigen Schreibabschnitte passen für mich hingegen. Über den Tag verteilt mache ich 4 davon, wodurch ich 2.043 Wörter schreibe. Mehr schaffe ich jedoch heute nicht, auch wenn ich gerne meinen Rückstand aufgeholt hätte.

✍️ Tag 21:
Irgendwann gegen 11:00 Uhr schreibe ich heute meine ersten 25 Minuten und komme beim Ende des Skripts aus. Es ist gar nicht so schlecht geworden. Das kann man so machen. Jetzt habe ich 32.247 heruntergeschriebene Wörter, umgerechnet etwa 93 Taschenbuchseiten, die noch ausgeschmückt werden wollen. Absätze und Handlungsstränge, die noch sanfter zu einander finden und verknüpft werden wollen. Ein ansprechender Anfang, der noch gefunden werden will. Namen, die sich noch nicht stimmig anfühlen wollen geändert oder mit entsprechendem Leben durch Beschreibungen und kleine erläuternde Handlungen gefüllt werden. Und dann gibt es auch noch ein Scrivener-Manuskript, das unbedingt mal aufgeräumt werden will, weil ich einfach immer weiter geschrieben habe und manches eigens dafür angelegte Kapitel übersprungen habe, weil ich einfach auch zu kleinteilig geplottet habe. Dennoch hat mir das Plotten im Vorfeld dabei geholfen die Geschichte halbwegs geordnet herauszulassen. Ob es sinnvoll wäre, meine Geschichte jetzt in tatsächliche Kapitel einzuteilen oder auch einfach in Textfragmente, muss ich erst noch herausfinden. Ich habe den Eindruck, dass die eigentliche Arbeit erst jetzt beginnt.

✍️ Tag 22:
Mein Scrivener-Projekt räume ich ein wenig auf und installiere endlich das deutsche Wörterbuch, damit nicht mehr alle geschriebenen Wörter rot unterkringelt angezeigt werden. Ich hatte das bislang gelassen ignoriert, aber es sind halt nette Kleinigkeiten, die einem das Schreiben angenehmer machen können. Außerdem exportiere ich das Skript für Libre Office und aus purer Neugier anschließend auch gleich noch als epub, einfach weil mich interessiert wie und ob das funktioniert. Aber auch, weil ich gerade mit mir hadere und nicht so recht weiß, wie es jetzt weiter gehen soll. Mit dem Herunterschreiben bin ich durch. Den ersten Part habe ich bereits kopiert und könnte nun mit der Überarbeitung anfangen. Aber so einfach ist das nicht, denn auch wenn ich mich eigentlich im Vorfeld beim Plotten für ein Genre und sogar schon einen Klappentext entschieden hatte, kamen mir beim Schreiben insgesamt vier (!) Ideen, in welche Richtung ich dieses Skript überarbeiten könnte. Vier unterschiedliche Genres, deren Eigenarten berücksichtigt werden wollen und die Geschichte auf ihre ganz eigene Art und Weise interpretieren und richtungsweisend wären. Ich bin also erstmal weg vom klassischen NaNoWriMo-Wörterzählen. Mir helfen jetzt eher Papier und Bleistift um Überlegungen zu den einzelnen Bereichen festzuhalten und herauszufinden welches Genre die besten Voraussetzungen bietet. Und vor allem, welches sich für mich am Stimmigsten anfühlt.

✍️ Tag 23:
Ich komme gerade überhaupt nicht weiter mit meinen Überlegungen. Mein Skript ist ein autobiografischer Rohtext, den ich allerdings in der Art nicht weiterführen möchte, da er zu nah an der von mir erlebten Realität geschrieben ist. Das hat mir einige Dinge in meiner Biografie nochmal klarer vor Augen geführt. So nah und teilweise schmerzlich ich an manchen Themen auch dran war, so gut getan hat es jedoch auch, mit einigem Abstand nochmal darauf zu schauen. Aber ich will mit meinem Text niemanden verletzen oder vorführen oder gar über das Leben der Menschen urteilen und berichten, die mit meinem Leben verknüpft sind oder waren. Ich finde, dass ich dazu nicht das Recht habe. Deshalb könnte ich aus diesem Skript höchstens einen autobiografischen Roman machen, bei dem ich manche Bereiche und teilhabenden Personen zur Unkenntlichkeit verfremden müsste. Dazu müsste ich mich jedoch noch weiter von der Geschichte entfernen. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das gelingt, denn diese Geschichte umfasst grob sechzehn Jahre meines Lebens. Aber sie hat auch Potenzial für einen nicht alltäglichen Liebesroman oder es ließe sich der Fokus auf den Mystery-Aspekt legen, so wie ich es eigentlich beim Plotten ursprünglich vorhatte. Aber beim Schreiben entwickelte sich der Drang, diese Geschichte erstmal möglichst ungefiltert und nur für mich herauszulassen. Wirklich eine Erfahrung für sich. Letzten Endes ließe sich aus der Quintessenz des Ganzen auch noch ein Sachbuch, beziehungsweise ein Ratgeber, formen. Scrivener speichert geduldig meine Überlegungen hierzu, aber meine geschriebene Wortzahl erhöht sich dadurch natürlich nicht.

✍️ Tag 24:
Ein Tag NaNoWriMo-Pause.

✍️ Tag 25:
Und noch einer. Ich überlege immer noch wie und was. Es wird kein Liebesroman werden. Ich lese sowas schon seit vielen Jahren nicht mehr gern, aber der Mysteryroman reizt mich nach wie vor. In den nächsten Tagen werde ich mir verstärkt Gedanken darüber machen, wie ich die Geschichte noch ein wenig mysteriöser machen kann, als sie ohnehin schon ist.

✍️ Tag 26:
Die Schreibpause genieße ich gerade, denke aber darüber nach, ab Dezember täglich eine Stunde zu schreiben, beziehungsweise mein Skript zu überarbeiten. Ohne Wörter zu zählen, das mag ich nicht mehr. Auf das Andere freue ich mich hingegen schon ein wenig. Abends trifft sich der Write That Book Club zum letzten Mal bei Zoom. Julia beantwortet eingesandte Fragen und auch für mich ist wieder vieles dabei, was ich interessant finde und für mich mitnehmen kann. Am Ende winken alle etwa 80 Teilnehmenden in die Kamera und verabschieden sich lautstark über die für alle geöffneten Mikrofone. Ein etwas chaotischer aber schöner Abschluss.

✍️ Tag 27:
Ich werde gegen 7:30 Uhr allmählich wach. Mir kommt ein Gedanke zu meiner Geschichte in den Kopf, der gleich Besitz von mir ergreift und mich nicht loslässt. Ich freue mich darüber, denn ich weiß, dass mir das weiterhelfen wird. Schließlich beschließe ich aufzustehen, um gleich aufzuschreiben, was mir da in den Kopf gekommen ist. Und just in dem Moment, in dem ich mich aus dem Bett schwinge ist die Idee weg. Vergessen. Und mir will ums verrecken nicht mehr einfallen, was ich da Hilfreiches vergessen habe. Über den ganzen Tag verteilt, versuche ich immer mal wieder, ob es mir nicht vielleicht doch noch einfällt. Aber nichts. Mittlerweile glaube ich, dass ich nur geträumt habe, dass ich eine kostbare Idee zu meinem Buch hatte.

✍️ Tag 28 und 29:
NaNoWriMo? Was war das nochmal? Ich nehme an beiden Tagen an einem Webinar teil und bin damit völlig ausgelastet.

✍️ Tag 30:
Der letzte Tag des NaNoWriMo 2020, den ich definitiv nicht geschafft habe.

✍️ Mein Fazit:
Der NaNoWriMo 2020 hat sich für mich definitiv gelohnt, wenn ich schon allein an die vielen Dinge denke, die ich durch Julia und den Write That Book Club kennengelernt habe. Das war wirklich bereichernd und hat den NaNoWriMo zu etwas sehr Lebendigem, Inspirierendem und immer wieder Motivierenden gemacht. Es ist fast ein wenig schade, dass sich das nicht wiederholen lässt. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass dies mein erster und letzter NaNoWriMo war. Das Wörterzählen finde ich widersinnig und nervig. Aber sich zum Schreiben zu verabreden und in der Zeit dann genau das zu tun, war klasse. Bei Focusmate werde ich mich sicherlich noch öfter einloggen und Termine machen, das funktioniert ja glücklicherweise unabhängig vom NaNoWriMo.

Auch wenn ich das eigentliche Ziel, 50.000 Wörter zu schreiben, nicht geschafft habe, war der NaNoWriMo für mich doch ein Erfolg. Innerhalb von 21 Tagen habe ich eine grobe Geschichte heruntergeschrieben, die mir seit Jahren auf der Seele lag und in ihrer Komplexität auch einiges an Druck erzeugt hat. Ganz von selbst hatte dabei der autobiografische Anteil das Schreiben komplett übernommen, so dass nicht der ursprünglich geplante Mystery Roman in einer Urfassung entstanden ist. Man könnte hierbei wohl von therapeutischem Schreiben sprechen, das mir sehr gut getan hat und diese Geschichte einfach aus meinem Kopf herausgelassen hat. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, was daraus noch werden soll. Vielleicht gönne ich mir einfach noch etwas Bedenkzeit und schaue mir das Skript dann im nächsten Jahr nochmal genauer an.

Bücherfreunde-Weihnachtsmarkt 2020

Eigentlich hatte ich geplant für dieses Jahr auch mal einen Adventskalender auf meinem Blog anzubieten, wo es jeden Tag etwas Anderes zu entdecken gibt. Aber wie der Satzanfang schon vermuten lässt, habe ich mich dann doch anders entschieden. Wieder einmal.

Stattdessen habe ich mir überlegt, dass ich heute zum 1. Advent einfach alle Adventskalendertürchen auf einmal öffne und euch hiermit zu einem virtuellen Bücherfreunde-Weihnachtsmarkt einlade, nachdem in diesem Jahr auch alle Weihnachtsmärkte dem Corona-Virus zum Opfer gefallen sind. Leider habe ich keinen Glühwein oder heiße Schokolade-Variationen für euch und nicht mal mit Nutella-Crêpes, Waffeln oder feinstem Backwerk kann ich euch dienen. Stattdessen habe ich mir überlegt, womit Bücherfreunde anderen Bücherfreunden eine Freude machen können.

Dazu habe ich aus den vergangenen hier gebloggten Jahren Bücher herausgesucht, die ich gelesen habe und selbst an die unterschiedlichsten Leser auch weiterverschenken würde. 24 sind es geworden, um bei der magischen Adventskalenderzahl zu bleiben. Per Klick gelangt ihr übrigens zu der jeweiligen Leseprobe [Werbung]:

Und weil wir in diesem Jahr Weihnachten unter Corona-Bedingungen feiern, gibt es ausnahmsweise noch ein 25. Buch dazu – für alle die, die halt nicht gern lesen und es über sich ergehen lassen müssen, von einem Bücher-Nerd beschenkt zu werden 😉

Außerdem habe ich mich ein wenig umgeschaut und unterschiedliche Dinge und Krimskrams gefunden, die so manches Bücherfreundeherz höher schlagen lassen. Ein klein wenig Leseluxus ist ja manchmal auch ganz nett. Vielleicht ist ja auch der ein oder andere Geschenktipp für euch oder eure lesebegeisterten Lieben dabei. Viel Spaß beim Stöbern – der Klick aufs Bild oder auf die weiter unten aufgeführten Links, führt zu den jeweiligen Artikeln [Werbung]:

Und dann gibt es noch bei Frostbeard [Werbung] Kerzen, die nach alten Büchern, nach dem Schulleiter-Büro oder nach Buchhandlung duften. Oder wie wäre es mit den Literarischen Tees von RosieLeaTeaUK [Werbung]. Außerdem fand ich noch einen Stoffbeutel mit dem Aufdruck „I’d rather be reading“ bei Routine Printing [Werbung] und ungewöhnliche Lesezeichen bei myBOOKmark [Werbung]. Oder wie wäre es mit einem selbst gestalteten Buch von blurb [Werbung], einem personalisierten Roman von Personal Novel [Werbung] oder Geschichten, die auf Buchrollen [Werbung] geschrieben wurden? Für wen Geld hingegen keine Rolle spielt, für den ist vielleicht das „Paper Passion Perfume“ etwas, weil es den einzigartigen Duft frischgedruckter Bücher einfing und nur noch als Sammlerstück zu haben ist.

Oder wie wäre es mit einem berühmten Klassiker als Graphic Novel oder einem Mindfood-Gutschein, also einer selbst zusammengestellten Bücherliste mit sogenanntem Mindfood, aus der sich der oder die zu Beschenkende etwas aussuchen darf? Ich persönlich liebäugle ja mit der Leseliste mit 99 Büchern, die man gelesen haben muss zum Freirubbeln [Werbung], auch wenn es für mich sicherlich auf Dauer deprimierend wäre, weil ich niemals dazu käme „Ulysses“ freizurubbeln. Dann vielleicht doch lieber die Leseliste mit 99 Wirtschaftsbüchern zum Freirubbeln [Werbung].

Mir hat es großen Spaß gemacht für diesen virtuellen Bücherfreunde-Weihnachtsmarkt das Internet zu durchstöbern und mich darüber zu wundern, was es so alles gibt. Abgesehen von den oben aufgeführten Büchern habe ich jedoch keine Erfahrung mit den hier genannten Artikeln. Ich kann also keine Empfehlung aussprechen, aber hier soll nur die ein oder andere Idee mit auf den Weg in die Adventszeit gegeben werden, in der ja meist auch Weihnachtsgeschenke besorgt werden. Vielleicht schafft ihr es ja trotz Corona doch den ein oder anderen Artikel außerhalb des Internets zu kaufen und damit eure lokalen Büchhändler und Einzelhändler zu unterstützen. Sie werden es euch danken.

Ich wünsche euch und euren Lieben trotz aller derzeitigen Einschränkungen eine schöne Adventszeit – und bleibt gesund!

Frisch auf dem Buchmarkt: November 2020

Unter den Neuerscheinungen im Monat November gibt es wieder einiges Interessantes zu entdecken. Mal leuchtet der Mond hell über der Arktis, dann wird in fremden Tagebüchern gelesen, es gibt eine faszinierende Reise in die innere und äußere Wildnis von Menschen und Tigern, man kann eine dicke Frau und ihren kleinwüchsigen Geliebten erleben, feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen, wird in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen als auch der amerikanischen Geschichte geführt, erfährt von einer Frau, die mit dreißig aufhört zu altern, verfolgt die größte Arktisexpedition aller Zeiten, durchlebt die Welt der Online-Rollenspiele und kann mit Roger Willemsen unterwegs sein.

Aber schaut selbst:

02.11.2020: Das Lied der Arktis [Werbung] von Bérengère Cournut: Der Mond leuchtet hell über der Arktis, als das Eis bricht und Uqsuralik von ihrer Familie trennt. Auf einen Schlag ist sie vollkommen allein in der ewigen Polarnacht. Ihr einziger Schutz ist ein Bärenfell, und sie weiß: Sie darf niemals stehen bleiben. Zwischen Fjorden und Eisbergen lernt sie die Sprache der Natur, den Robben nachzuspüren und die Geister zu fürchten. Nach Tagen der Einsamkeit begegnet sie einer anderen Nomadenfamilie und schließt sich der Gemeinschaft an. Doch was zunächst als Rettung erscheint, birgt neue unvorhersehbare Gefahren.

02.11.2020: Stand spät auf, legte mich aber wieder hin [Werbung] von Rainer Wieland: Arthur Schnitzler nannte es einen „Spucknapf meiner Stimmungen“: das Tagebuch. Denn es erzählt von persönlichen Triumphen und Enttäuschungen, hochfliegenden Plänen und erotischen Fantasien, es ist Beichtstuhl und Ideenspeicher zugleich. Das Tagebuch muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Und vielleicht gehören deshalb so viele zum Schatz der Weltliteratur: Von Samuel Pepys, den Brüdern Goncourt, Christoph Kolumbus, Lew Tolstoi, Franz Kafka und Virginia Woolf bis zu Thomas Mann, Andy Warhol und Martin Walser – alle großen Tagebuchschreiber werden in dieser ultimativen Sammlung zu Wort kommen. Über 1000 Fundstücke voller Einsichten und Indiskretionen von mehr als 160 Autoren hat Rainer Wieland zu einem einzigartigen Buch komponiert: 500 Jahre Tagebücher in einem großen Diarium, das sich über 365 Tage von Neujahr bis Silvester erstreckt.

02.11.2020: Tiger [Werbung] von Polly Clark: Eine faszinierende Reise in die äußere und innere Wildnis von Menschen und Tigern. Für Frieda, eine englische Primatenforscherin, sind Tiger nichts als wilde Tiere, ihr fremd in ihrer rohen Aggression. Aber seit sie in einem kleinen Zoo in Devon arbeitet, begegnet sie den Wildkatzen täglich. Nach und nach beginnt sie sich für das Wesen der Tiger zu interessieren; dann, sie zu verstehen, und schließlich, sie zu lieben. Durch sie lernt sie einen Teil von sich selbst neu zu entdecken und begibt sich auf eine Reise, die sie bis nach Sibirien führt, wo ihr eigenes Schicksal sich mit dem von Tomas, einem einsamen Mann in den Wäldern der Taiga, der kleinen Sina, einem wilden Mädchen, und dem der Tiger auf überraschende Weise verbinden wird. Eine lyrische, abenteuerliche, sinnliche, schlicht gewaltige Geschichte von einem Mann, einer Frau und einem Kind, deren heimlich miteinander verknüpfte Leben tief im Zeichen des Tigers stehen.

03.11.2020: Schau mich an [Werbung] von Elif Shafak: Die Spiegel-Bestsellerautorin Elif Shafak spielt mit den Vorstellungen von Schönheit und Hässlichkeit, als wären sie Zauberwürfel, und erschafft damit eines ihrer ungewöhnlichsten Werke: eine humorvolle und tiefgreifende Erkundung dessen, was es heißt, zu schauen und angeschaut zu werden. Die Frau ist so dick, dass sie überall angestarrt wird. Auch ihr Geliebter, ein Kleinwüchsiger, zieht die Blicke auf sich. Doch während sie sich vor der Welt verstecken möchte, drängt er ins Licht – um jeden Preis. „Schau mich an“ ist eines der ungewöhnlichsten Werke von Elif Shafak: eine humorvolle, tragische und Jahrhunderte überspannende Erkundung dessen, was es heißt, andere anzublicken und angeblickt zu werden.

03.11.2020: Schreibtisch mit Aussicht [Werbung] von Ilka Piepgras: Vom Glück des Schreibens und von dessen Preis, von Routine und Ritualen, von Vorbildern und Verzicht: 24 bedeutende Schriftstellerinnen erzählen davon auf sehr persönliche Weise. Schreiben ist harte Arbeit, das gilt unabhängig vom Geschlecht, und es ist Synonym für aller höchste Konzentration. Bislang sind Werkstattberichte von Frauen rar. Dieses Buch versammelt nun erstmals Beiträge über die Schnittstelle von Leben und Kunst. Mal ergreifend und offenherzig, mal pragmatisch und wirklichkeitsnah reflektiert jeder Text auf eigene Art weiblichen Schöpfergeist und räumt mit überholten Schriftstellerinnen- Klischees auf. Was bringt Schriftstellerinnen dazu, zu schreiben? Womit kämpfen sie im Alltag, was beflügelt sie, was lässt sie dranbleiben? Dieses Buch feiert die Vielfalt und Größe schreibender Frauen.

05.11.2020: Aus dem Schatten des Vergessens [Werbung] von Martin Michaud: Der Krimi-Bestseller aus Kanada — Montreal, heute: Am Tag vor Weihnachten wird Judith Harper, eine renommierte Psychologin, auf grausame Weise umgebracht. Zur gleichen Zeit verschwindet Nathan Lawson, ein angesehener Anwalt, nachdem er in Panik Dokumente auf einem Friedhof vergraben hat. Wenig später stürzt sich ein Obdachloser von einem Wolkenkratzer. Im Mantel des Obdachlosen: die Brieftaschen von Harper und Lawson. Als Sergent-Détective Victor Lessard, der selbst ein Getriebener ist, gemeinsam mit seiner Partnerin Jacinthe Taillon die Ermittlungen aufnimmt, wird den beiden eine verstörende Aufnahme zugespielt, auf der die Stimme von Lee Harvey Oswald zu hören ist, dem Mann, der einst J. F. Kennedy erschoss und der jetzt aus dem Grab zu ihnen spricht. Lessard und Taillon stehen vor einem Fall, der sie in die dunkelsten Abgründe sowohl der menschlichen Seele als auch der amerikanischen Geschichte führt.

05.11.2020: Die Frau, die nicht alterte [Werbung] von Grégoire Delacourt: Martine führt mit Ende zwanzig ein glückliches Leben. Sie hat studiert, mit André den Richtigen gefunden, ihn geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Die Zukunft ist für sie ein großes Versprechen. Doch als sie mit dreißig plötzlich aufhört zu altern, gerät alles ins Wanken. Was nach dem unerreichbaren Traum so vieler Frauen klingt, wird für Martine Wirklichkeit – und zu einer ungeahnten Zerreißprobe, auch für ihre Familie. Denn wer will für immer jung sein, wenn die Liebsten, die Freunde, die Verwandten, wenn alle anderen altern? Der neue Roman des Bestsellerautors Grégoire Delacourt ist eine mitreißende Parabel auf unser bizarres Streben nach ewiger Jugend, auf die Schönheit des Alters und die alles überwindende Kraft der Liebe.

16.11.2020: Eingefroren am Nordpol [Werbung] von Markus Rex: Ein Jahr im Eis: Die größte Arktisexpedition aller Zeiten. Am 20. September 2019 startete die größte Arktisexpedition aller Zeiten: Die »Polarstern« verließ den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol einfrieren zu lassen. An Bord hat sie Wissenschaftler aus 19 Nationen, die in der Arktis ein Jahr lang die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen werden. Markus Rex, der Leiter der »MOSAiC« genannten Forschungsmission, erzählt in seinem Buch die Geschichte dieser einmaligen Expedition: Er berichtet vom Alltag unter den extremen Bedingungen der Arktis, von den logistischen und planerischen Herausforderungen und von den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Forscher im Eis sammeln konnten. »Eingefroren am Nordpol« ist die Geschichte eines großen Forschungsabenteuers und zugleich ein eindringlicher Blick auf die dramatischen Folgen des Klimawandels. Mit vielen farbigen Abbildungen, u.a. exklusiven Fotos von der Expedition, Grafiken und Karten.

25.11.2020: 88 Namen [Werbung] von Matt Ruff: Teils Detektivgeschichte, teils Science-Fiction-Thriller – der neue, witzige Roman von Kultautor Matt Ruff. John Chu liebt seinen Job. Als Sherpa begleitet er zahlungskräftige Kunden in Online-Rollenspiele wie das populäre Call to Wizardry und zeigt ihnen die Kniffe des Games. Das Geschäft brummt, und John würde sich als glücklich bezeichnen, wären da nicht zwei klitzekleine Probleme: Zum einen hat seine Ex-Freundin nach einer unglücklich verlaufenen Trennung geschworen, seine berufliche und private Existenz zu vernichten. Zum anderen vermutet er, dass es sich bei seinem neuesten Kunden in Wirklichkeit um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handelt, der die virtuelle Welt studieren möchte, um sie für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren. John versucht, der wahren Identität des ominösen »Mr. Jones« auf die Spur zu kommen – und verstrickt sich in ein Komplott, das ihn den Kopf kosten könnte. Für Leser*innen von Ernest Cline, Jasper Fforde und Douglas Adams.

25.11.2020: Unterwegs [Werbung] von Roger Willemsen: Schon als kleiner Junge hatte er immer einen gepackten Koffer unterm Bett. Aus dem kleinen Jungen ist ein großer Reisender geworden und ein begnadeter Erzähler. Ob Tokio, der Kongo oder Afghanistan, von überall brachte Roger Willemsen Geschichten mit. Das Reisen bedeutete ihm aber weit mehr. Dieser Band erzählt davon und von seiner Sehnsucht nach der Fremde. »In Wirklichkeit gelangt man immer nur an einen weiteren treibenden Ort, um sich dann neuerlich abzustoßen und vielleicht endlich an jenem instabilen Ort einzutreffen, den ich nur deshalb ›Zuhause‹ nenne, weil er mehr Rituale versammelt als andere.« (Roger Willemsen)

Welche Neuerscheinungen interessieren euch im November besonders?

umgeSCHAUt im Oktober 2020

Ich denke, ich muss möchte dringend mal eine Biografie von Alice Schwarzer lesen. Und endlich ein Buch von Ferdinand von Schirach.

Mir gefällt es nicht, wenn Denis Scheck „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ abwertend als rassistische Literatur bezeichnet, selbst wenn es unter gewissen Gesichtspunkten betrachtet so sein mag.

Die Biografie des Sams-Erfinders Paul Maar erscheint mir lesenswert. Fast bekomme ich bei dem Beitrag im Bücherjournal Lust darauf, auch die Bücher vom Sams zu lesen.

„Beinahe Alaska“ könnte ein Roman für meine BUCHweltreise sein und „Der undankbare Flüchtling“ bietet sicherlich viel Stoff zum Nachdenken und diskutieren.

Und das sind die Links zu den Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken oder bei YouTube verfügbar sind:

01.10.2020: lesenswert Quartett: Diskutiert wird im SWR2 lesenswert Quartett über Bücher von Judith Zander, Robert Seethaler, David Grossman und Wolfram Eilenberger.

06.10.2020: Literaturclub: Nicola Steiner, Elke Heidenreich, Thomas Strässle und – als Gast – der Schriftsteller Usama Al Shahmani sprechen in der Jubiläumssendung über «Aus der Zuckerfabrik» von Dorothee Elmiger, «Die Marschallin» von Zora del Buono, «Elbwärts» von Thilo Krause sowie «Während wir feiern» von Ulrike Ulrich.

06.10.2020: Show don’t tell: Die große KiWi & Galiani Bücherschau aus Berlin und am 08.10.2020: Show don’t tell aus Köln: In einer Mischung aus Latenight-Show, Festival, Lesung und Talk unter dem Titel SHOW, DON’T TELL! präsentiert der KiWi-Verlag 22 Autorinnen und Autoren an zwei Abenden, je ca. 140 Minuten, in Berlin, in Köln und im Livestream.

09.10.2020: Das Literarische Quartett: Gastgeberin Thea Dorn lädt in der Herbst-Ausgabe zum munteren Disput wieder mit drei prominenten Gästen: Juli Zeh, Sibylle Lewitscharoff und Bernhard Schlink. Wie immer mit aktuellen Büchern im Gepäck.

12.10.2020: druckfrisch: Männer und Frauen, Sex und Macht: Wie Alice Schwarzer in Deutschland den Feminismus erfunden hat. Und: Sehnsucht und Poesie, Freundschaft und Erinnerung. Wie Iris Wolff die Geschichte einer Familie im 20. Jahrhundert erzählt.

14. bis 18.10.2020: Frankfurter Buchmesse Special Edition 2020: Meine Eindrücke der digitalen Ausgabe der Frankfurter Buchmesse mit zahlreichen Links zu Beiträgen: Dienstag und Mittwoch | Donnerstag Freitag | Samstag und Sonntag .

18.10.2020: Buchzeit: Gert Scobel diskutiert mit den Literaturexpertinnen Barbara Vinken (Literaturwissenschaftlerin LMU München), Sandra Kegel (Feuilletonleitung FAZ) und Katrin Schumacher (Redaktionsleitung Literatur MDR) über „Die Topeka Schule“ von Ben Lerner, „Die verschwindende Hälfte“ von Brit Bennet, „Der Chauffeur“ von Heinrich Steinfest und „Das Haus an der Keizersgracht“ von Rinske Hillen.                                                                       

18.10.2020: ttt – titel, thesen, temperamente – Die 72. Frankfurter Buchmesse: Die Messehallen bleiben diesmal leer, internationale Autoren können nicht anreisen. „ttt“ besucht für das Extra zur Buchmesse folgende Schriftsteller: Ayad Akhtar, Stefanie Sargnagel, Yvonne Adhiambo Owuor, Amartya Sen und Irvine Welsh.

22.10.2020: lesenswert: Christoph Peters nimmt uns in seinem „Dorfroman“ mit in die 70er Jahre, in ein durch den Bau eines AKW zerrissenes Dorf am Niederrhein. Der bekannte Meteorologe Sven Plöger hat ein Buch über den Klimawandel geschrieben. Außerdem bringt er drei Bücher mit, die sein Leben geprägt haben.

28.10.2020: Bücherjournal: Julia Westlake stellt vor: „Wie alles kam“ von Paul Maar, „Reckless“ von Cornelia Funke, „Bauern, Land“ von Ute Ruge, „Beinahe Alaska“ von Arezu Weitholz, „Schwitters“ von Ulrike Draesner, „Der undankbare Flüchtling“ von Dina Nayeri, „Flucht“ von Issa Watanabe, „Der verlorene Sohn“ von Olga Grjasnowa und „Loving“ von Neal Treadwell.

Viel Spaß beim Anschauen – und gute Lektüre!

erLESENer Oktober 2020

Eigentlich müsste die Überschrift eher „unerLESENer Oktober 2020″ lauten. Denn in dem Monat bin ich kaum zum lesen gekommen und habe tatsächlich hier nur die Rezension für ein Hörbuch veröffentlicht.

Das passiert, wenn die Bildschirmzeit die Lesezeit auffrisst. Und davon gab es wirklich viel in dem Monat. Erst die digitale „Frankfurter Buchmesse Special Edition“ vom 14. bis 18. Oktober, dann „Adobe Max – The Creativity Conference“ vom 20. bis 23. Oktober und zum Abschluss noch das „Greator Festival Online“ vom 25. bis 31. Oktober. Ich habe das alles sehr genossen, aber es war auch viel Input in kurzer Zeit. Zeit und Lust zu lesen hatte ich in der übrig gebliebenen ‚Freizeit‘ wenig, wenn man mal von den obligatorischen 2 bis 3 Buchseiten absieht, die es kurz vor dem Einschlafen manchmal dann doch noch sein müssen. Stattdessen habe ich in dem Monat auch noch begonnen eine Idee, die mir seit Jahren im Kopf herumspukt, zu strukturieren und für den NaNoWriMo vorzubereiten. Das soll mir dabei helfen im November einen Text im Umfang von etwa 50.000 Wörtern herunter schreiben zu können, aus dem sich vielleicht mit anschließender Überarbeitung ein Roman machen lässt. Eine wirklich interessante Erfahrung, wie ganz allmählich eine immer greifbarere Geschichte aus der Stichwortsammlung erwächst.  Der November ist also etwas entspannter und ich werde hoffentlich wieder mehr Zeit zum Lesen finden. Oder auch nicht. Wir werden sehen 🙂

Augenblicke von Juli bis Oktober 2020

Da mein Computer sich immer mehr weigerte mit den von mir bevorzugten Programmen zusammenzuarbeiten, ließ auch unsere Freude am Sammeln der Videoschnipsel immer mehr nach. Aber jetzt ist es endlich geschafft. Der neue Computer ist da, die Programme sind eingerichtet und das Arbeiten damit macht endlich wieder Freude. Und hier ist nun das Video mit dem kleinen Sammelsurium von Dingen und Augenblicken, bei denen wir in den vergangenen Monaten daran gedacht haben, sie aufzuzeichnen:

Der Hund – Akiz

Was für ein Buch! Oder in meinem Fall besser gesagt: Was für ein Hörbuch! Denn ich hörte mir „Der Hund“ von Akiz gesprochen von Leonard Hohm in der ungekürzten knapp sechsstündigen Fassung an. Es war besonders, und doch war ich davon nicht durchgängig begeistert.

Hörbuchcover von 'Der Hund'

Der Hund ist ein Ausnahmetalent. „Man erzählt sich, dass er während seiner ganzen Kindheit eingesperrt war, in einem dunklen Erdloch, in absoluter, rabenschwarzer Stille, irgendwo im Kosovo. Jahrelang. Seine einzige Verbindung zur Außenwelt war das Essen.“ Das hat ihn zu jemandem gemacht, der kochen kann, dass es einem das Herz zerreißt. Als er über Umwege im Luxusrestaurant El Cion in den Olymp der Sterneküche aufsteigt, entzündet er dort das hochexplosive Gebräu aus übermenschlichem Ehrgeiz, Größenwahn und wilden Träumen. Wüst, brachial und mit überschäumender Sinnlichkeit erzählt Akiz die Geschichte eines unvergesslichen Genies, das mit voller Wucht auf den Abgrund zusteuert. – Soweit der Klappentext, der nicht zu viel verspricht.

Diese Geschichte macht es einem allerdings nicht einfach. Der Autor schafft es, Geschmackserlebnisse so zu beschreiben, dass man davor nicht nur beeindruckt in die Knie gehen kann, sondern fast schon zu schmecken meint, was man da gerade liest. Während man noch ganz von diesem Sprachtalent verzaubert ist, das Geschmackswelten so ungemein intensiv nahezubringen vermag, folgt jedoch die Konfrontation mit Protagonisten, mit denen man eigentlich lieber nichts zu tun haben möchte. Sie gehen auf eine Art miteinander um und pflegen sich auf eine Weise zu unterhalten, dass man davon nicht einmal etwas lesen möchte. Aber weil man schon recht früh bemerkt, dass der Autor auch ganz anders schreiben kann, bricht man die Geschichte nicht naserümpfend ab, sondern bleibt dran – um eben noch mehr von diesen besonderen ‚anderen Momenten‘ zu lesen.

Dabei bekommt man Einblicke in die oftmals raue Welt der Gastronomie, insbesondere der Sternegastronomie. Da mein Herzbube in seinem ‚früheren Leben‘ unter anderem als Chefkoch tätig war und von dieser Zeit erzählte, war mir einiges von dem in diesem Roman geschilderten nicht so ganz fremd. Für Außenstehende bleibt es nichtsdestotrotz befremdlich. Man bekommt halt in der Regel nicht mit, wieviel Stress und welche unerbittlichen Regeln in der professionellen Küche herrschen können. Und das kollidiert ungemein mit der angenehmen Wohlfühlatmosphäre, die die Gastronomie bestenfalls für einen zaubert und dafür sorgt, dass man sich als Gast immer wieder gerne dort verwöhnen lässt.

Aber dieses Buch konfrontiert auch mit den dunkelsten Seiten der gehobenen Küche.Es werden Tiere derart grausam zu Tode gequält, um ausgefallenste kulinarische Ideen zu verwirklichen, dass man auf der Stelle dem Konsum jeglicher tierischer Produkte abschwören möchte. Wer schon den Gedanken an die Entstehung der Gänsestopfleber kaum ertragen kann, der hält nicht aus, wie Frösche gegart werden oder was dem zur Fettammer gemästeten Ortolan widerfährt. Es lässt an der Menschlichkeit zweifeln, dass diese sogenannten Delikatessen dennoch verzehrt werden. Unerträglich, was man in diesem Roman liest und von dem man sich wünscht, dass er reine Fiktion ist. Aber das befragen der Suchmaschine belehrt einen eines besseren und zurück bleibt pures Entsetzen.

„Der Hund“ ist ein Roman, der abstoßend und faszinierend zugleich ist. Nichts für schwache Nerven, aber dennoch auf seine ganz eigene Art besonders.

-> Zur Hörprobe [Werbung]

Der Hund
Akiz
Ungekürztes Hörbuch
Sprecher: Leonard Hohm
Spieldauer: 5 Std. und 58 Min.
Erscheinungsdatum: 12.06.2020
Anbieter: United Soft Media Verlag GmbH

Die Frankfurter Buchmesse . Special Edition 2020 – Mein Fazit

Meine Eindrücke der vorangegangenen Tage der digitalen Ausgabe der Frankfurter Buchmesse könnt ihr hier nachlesen: Dienstag und Mittwoch | Donnerstag Freitag | Samstag und Sonntag .

Mein Fazit: Anstrengend war’s. Und schön war’s. Wie es halt so ist, wenn man sich fast sechs Tage am Stück beinahe rund um die Uhr mit einer Thematik, oder in meinem Fall einem geliebten Hobby beschäftigt. Eigentlich ist es zu viel, und doch kann man nicht genug bekommen. Es wurde viel geboten und ich habe mir vieles angeschaut. Da es meine erste Buchmesse war, kann ich nicht Vergangenem oder gar Verlorenem hinterher trauern. Für mich bot diese digitale Form eine Möglichkeit, überhaupt an einer Buchmesse teilzunehmen und mir dabei die Rahmenbedingungen schaffen zu können, dass sie mich gesundheitlich nicht allzu sehr in meine Schranken weist. Ich hatte die Chance dabei zu sein und habe sie genutzt. Und ich fand es großartig und habe es gefeiert.

Tatsächlich hatte ich im Vorfeld etwas Sorge, ob die Macher dieser Buchmesse technisch hinbekommen, was sie sich vorgenommen haben. Aber diese Sorge war unbegründet. Mir sind nur kleine eher unwesentliche Dinge aufgefallen und selbst meine heimische Technik lief insgesamt reibungslos.

Das Live-Format hat für mich hingegen keinen Mehrwert gehabt, auch wenn ich verstehe, dass dies ein wenig den Messe-Charakter transportieren sollte. Aber ohne Publikum und ohne die Möglichkeit, dass die Zuschauer in irgendeiner Form darauf reagieren können, beispielsweise im Chat oder mit Likes, bleibt es fremd und fern. Fast schon hätte ich mir Applaus vom Band eingespielt gewünscht, um das fehlende Publikum zu simulieren – aber auch nur fast.

Gut finde ich hingegen, dass vieles aufgezeichnet wurde und im nachhinein noch bei YouTube oder in den Mediatheken der teilnehmenden Sendeanstalten angeschaut werden kann. Dabei habe ich jedoch einen entsprechenden Hinweis auf den Internetseiten der Buchmesse vermisst. Denn die digitale Buchmesse hat gegenüber der regulären Buchmesse den Vorteil, dass das Internet auch nach Messeschluss zugänglich ist und mit den Informationen und natürlich auch der Werbung rund ums Buch interessierte Menschen auch weit darüber hinaus erreicht werden können. Ganz nebenbei hätte es meinen Terminkalender etwas entzerren können und mir die Gelegenheit gegeben, mich zunächst vorrangig um die tatsächlich zeitlich begrenzt verfügbaren Beiträge im digitalen Veranstaltungskalender der Aussteller kümmern zu können. Diesen hatte ich leider erst relativ spät entdeckt, konnte darin jedoch viel Sehens- und Lesenswertes finden, für das die Zeit dann nicht mehr reichte. Aber das ist wohl eher ein Luxusproblem und es spricht für die Buchmesse, wenn ihr Angebot so vielfältig und interessant ist, dass man sich kaum entscheiden kann, was man sehen möchte und worauf man letztlich schweren Herzens verzichtet.

Auch wenn es mir richtig Lust darauf gemacht hat, einmal live und höchstpersönlich die Frankfurter Buchmesse vor Ort zu besuchen, hat sich bei mir der Eindruck, dass ich dafür gesundheitlich nicht fit genug bin, noch verstärkt. Aber ich bin dankbar, dass ich in diesem Jahr dennoch unter diesen besonderen Umständen dabei sein konnte. Vielen Dank an alle, die dieses Event möglich gemacht haben!