Halbjahresrückblick 2021

Für meine Begriffe habe ich im vergangenen halben Jahr wirklich viel gelesen, so dass es sich lohnt einen kleinen Blick zurück auf die Lesezeit zu werfen.

Die größte Überraschung war für mich bisher „H wie Habicht“ von Helen Macdonald, weil ich im Vorfeld nicht gedacht hätte, dass mich die Thematik, das Abtragen eines Habichts und die Jagd mit diesem Raubvogel, so packen könnte. Und obwohl es in dem Buch teilweise auch längere Passagen gibt, die mir nicht gefallen, ist der andere Teil des Buches doch so hervorragend und kann alles andere überstrahlen, so dass es mich nicht losließ und sich zu einem Lieblingsbuch mauserte. Gleichzeitig ist es noch eines der schönsten Bücher, die in diesem Halbjahr den Weg in mein Bücherregal gefunden haben, denn ich liebe das Buchcover wirklich sehr.

Auf einer ganz anderen Ebene berühren konnte mich „Pink Floyd – Alle Songs“ von Jean-Michel Guesdon und Philippe Margotin, weil ich es für mich über einige Wochen hinweg zu einem kleinen Event gemacht habe. Denn beim Lesen dieses Buches hörte ich mich gleichzeitig auch durch die Musikgeschichte meiner Lieblingsband, was für Gänsehautmomente und zahlreiche Aha-Erlebnisse sorgte. Da floss auch schonmal das ein oder andere Tränchen vor Rührung und abgrundtiefer Begeisterung.

Für jemanden, der normalerweise beim Lesen nicht weint, habe ich in diesem Halbjahr doch viele Tränen vergossen. Bei „Unzertrennlich – Über den Tod und das Leben“ von Irvin D. und Marilyn Yalom hat mich die Offenheit und Ehrlichkeit zutiefst berührt und ich konnte nicht umhin, den Schmerz der beiden nachzuempfinden und mitzuleiden. Ein hervorragendes, aber auch nahe gehendes Buch zum Thema Sterblichkeit. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass ich noch nicht alle Bücher von Irvin D. Yalom kenne und ich unbedingt mehr von ihm lesen möchte.

Zu diesem Zeitpunkt von einem neuen Lieblingsautor zu sprechen, wäre sicherlich noch zu früh, aber nachdem ich „Das Auge des Leoparden“ von Henning Mankell gelesen hatte, wollte ich unbedingt auch seine anderen Afrika-Bücher lesen. Die ersten sind schon auf meinen Stapel ungelesener Bücher gewandert und warten jetzt darauf, nach und nach von mir entdeckt zu werden.

Im großen und ganzen habe ich bei der Wahl meiner Lektüre (Goodreads Challenge) ein gutes Händchen bewiesen und meist Bücher erwischt, die mir gut gefallen haben. Da fallen herbe Enttäuschungen wie „Dave“ von Raphaela Edelbauer kaum ins Gewicht.

Mein Plan fürs zweite Halbjahr: Noch mehr gute Bücher lesen 🙂

Frisch auf dem Buchmarkt: Juli 2021

Bei den Neuerscheinungen im Juli gibt es einiges zu entdecken. In den sozialen Medien kursiert ein Hypnosevideo, das normale Menschen zu Mördern werden lässt; in einem verlassenen Lagerhaus finden sich drei fest in Plastikplane eingewickelte Tote, die aussehen wie Kokons; bekommt eine überforderte Mutter plötzlich und unerwartet von ihrem Lebensgefährten eine Mail mit dem Betreff „Falls ich sterbe“; verfolgt Simon unbeirrt das Ziel alle rund um das Mittelmeer gesprochene Sprachen zu lernen; erlebt Long Litt Woon eine Reise in die wundersame Welt der Pilze, die gleichzeitig der Beginn eines neuen Lebens ist; erfahren wir, wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann; jagt ein Opfer den Serienkiller; erzählt Lawrence Weschler ausführlich von der Entstehung der ersten Oliver Sacks Bücher und verfolgt den Weg des Autors bis zu dessen Tod im Jahre 2015; schreibt Doris Knecht über familiäre Geheimnisse und die fatalen Folgen von Frauenverachtung und digitaler Gewalt; knüpft Peter Wohlleben an das geheime Leben der Bäume an; kommt Kate Burkholder der Wahrheit immer näher und ihr der auf sie angesetzte Mörder; begegnen sich zwei Frauen, denen das Leben ganz unerwartet die Tür öffnet.

Aber schaut selbst, vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei:

01.07.2021: Tief wirst du schlafen [Werbung] von Christian Kraus: Die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit ist schmaler, als du denkst … In den sozialen Medien kursiert angeblich ein Hypnosevideo, das normale Menschen zu Mördern werden lässt. Und tatsächlich soll eine junge Frau, die das Video gesehen hat, direkt danach und völlig grundlos ihren Freund ermordet haben. Der renommierte forensische Psychiater und Gerichtsgutachter Christoph Kerber hält das für blanken Unsinn – bis er während einer Gerichtsverhandlung ohne erkennbaren Grund mit einem Bleistift attackiert und am Hals verletzt wird. Als sich in Christophs Umfeld unerklärliche Vorfälle häufen, wachsen seine Zweifel. Doch wie weit würde er gehen, um das alles zu beenden?

08.07.2021: Die Verlorenen [Werbung] von Simon Beckett: Als Jonah das Blut roch, war ihm klar, dass er in Schwierigkeiten steckte. Jonah Colley ist Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei. Seit sein Sohn Theo vor zehn Jahren spurlos verschwand, liegt sein Leben in Scherben. Damals brach auch der Kontakt zu seinem besten Freund Gavin ab. Nun meldet Gavin sich überraschend und bittet um ein Treffen. Doch in dem verlassenen Lagerhaus findet Jonah nur seine Leiche, daneben drei weitere Tote. Fest in Plastikplane eingewickelt, sehen sie aus wie Kokons. Eines der Opfer ist noch am Leben. Und für Jonah beginnt ein Albtraum… Der Auftakt einer atemberaubenden neuen Thrillerserie von Bestsellerautor Simon Beckett.

08.07.2021: Betreff: Falls ich sterbe [Werbung] von Caroline Setterwall: Ein Buch, das für Trauer die richtigen Worte findet, eine wahre Geschichte und literarische Sensation. In diesem international gefeierten autofiktionalen Buch erzählt Carolina Setterwall von ihrer intensiven Liebe zu Aksel und dem Schock, als sie ihn eines Morgens tot im Bett findet. Ein Buch über Liebe und Tod. Carolina, überforderte Mutter eines Babys, bekommt eines Tages von ihrem Lebensgefährten Aksel eine Mail. Betreff: Falls ich sterbe. Der Inhalt ist eine detaillierte Auflistung seiner Passwörter und anderer praktischer Dinge für den Fall seines Ablebens. Carolina ist empört, schließlich sind sie beide Anfang dreißig. Fünf Monate später ist Aksel tot, über Nacht an einem Herzanfall gestorben. In zwei gegenläufigen Erzählungen berichtet Carolina, wie sie Aksel kennenlernt und sogleich treibende Kraft in der Beziehung wird. Nichts geht ihr schnell genug. Als das Kind geboren wird, ist die Beziehung unter Spannung. Doch dann stirbt Aksel. Was passiert, wenn das Unfassbare eintritt? Ein Buch, das die Liebe zu einem Menschen und die Trauer über dessen Verlust in einer präzisen und sich selbst nicht schonenden Sprache zum Ausdruck bringt.

12.07.2021: Das Gewicht der Worte [Werbung] von Pascal Mercier (jetzt als Taschenbuch): Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie einen Verlag geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben – bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einmal völlig neu einrichten kann.

12.07.2021: Mein Weg durch die Wälder [Werbung] von Long Litt Woon (jetzt als Taschenbuch): Mit 19 zog Long Litt Woon als Austauschstudentin von Malaysia nach Norwegen. Kurz nach ihrer Ankunft begegnet sie dort der Liebe ihres Lebens, Eiolf Olsen. Als sie nach 32 gemeinsamen Jahren ihren Ehemann und Seelenverwandten völlig unerwartet durch plötzliches Herzversagen verliert, bricht ihre Welt zusammen. Nur mühsam findet sie aus ihrer Erstarrung. Als sie sich zu einem Pilzkurs für Anfänger anmeldet, ahnt sie noch nicht, dass dies einen Wendepunkt für sie bedeutet: ihre Reise in die wundersame Welt der Pilze ist nicht nur eine Reise in ihre eigene Seelenlandschaft, es ist auch der Beginn eines neuen Lebens voller Erfüllung, zu dem ihr die Pilze den Weg gewiesen haben.

19.07.2021: Was fehlt dir [Werbung] von Sigrid Nunez: Kaum jemand durchdringt das, was es heißt, am Leben zu sein, tiefer, als die amerikanische Autorin Sigrid Nunez. In ihrem neuen Roman »Was fehlt dir« schreibt sie darüber, wie wir einander verbunden sind, in Glück und Trauer, Trost und Zuversicht – und wie Mitgefühl unsere Sicht aufs Leben verändern kann. Was hat das Schicksal anderer Menschen mit dem eigenen zu tun? Die New Yorker Erzählerin in Sigrid Nunez’ neuem Roman findet Antworten auf diese Frage in der Begegnung mit ganz unterschiedlichen Menschen, ihrer Traurigkeit, ihrem Mut, ihrer Zuversicht: Ob mit einer verflossenen Liebe, einer verunsicherten Airbnb-Gastgeberin oder einer Jugendfreundin, die unheilbar krank ist. »Was fehlt dir« ist ein Buch über das emphatische Einfühlen und darüber, dass wir viel mehr füreinander tun können, als wir vielleicht meinen: indem wir genau hinhören. Ein Roman, der zugleich ein Porträt davon liefert, was es heißt, gerade jetzt am Leben zu sein. Poetisch und federleicht, ein Buch, das Hoffnung macht – und große Freude.

20.07.2021: The Nothing Man [Werbung] von Catherine Ryan Howard: Ein Thriller nicht nur für True Crime-Fans: Der neue beklemmende und extrem spannende Roman der irischen Bestsellerautorin: Ein Opfer jagt den Serienkiller: Wer hat die Macht, den anderen zu zerstören? «Ich war das Mädchen, das den Nothing Man überlebte. Jetzt bin ich die Frau, die ihn fassen wird.» So beginnt das True Crime-Memoir «The Nothing Man», das Eve Black über die verzweifelte Suche nach dem Mann geschrieben hat, der vor nahezu zwanzig Jahren ihre gesamte Familie tötete. Dem Mann, der nie Spuren hinterließ. Supermarkt-Wachmann Jim Doyle hat den Bestseller auch und je mehr er liest, desto größer wird seine Wut, denn er war – er ist – der Nothing Man. Seite um Seite wird ihm bewusst, wie gefährlich nah Eve der Wahrheit kommt. Er weiß, dass sie nicht aufgeben wird, bis sie ihn gefunden hat. Er hat keine Wahl: Bevor sie sein Leben zerstört, muss er das vollenden, was ihm 20 Jahre zuvor nicht gelungen ist: Eve töten.

20.07.2021: Oliver Sacks: Ein persönliches Portrait [Werbung] von Lawrence Weschler: Er war ein großartiger Arzt und ein begnadeter Erzähler: Mit seinen Fallgeschichten hat Oliver Sacks Millionen Lesern ein neues, anderes Bild von Krankheit vermittelt. Voller Empathie und mit großer Fachkenntnis hat Sacks immer wieder Menschen beschrieben, deren Leben durch eine schwere Krankheit oder Behinderung geprägt wurde – und die unser Interesse und Mitgefühl verdienen. Schon 1981, als Sacks noch weitgehend unbekannt war, beschloss der Journalist Lawrence Weschler, die Biographie von Oliver Sacks zu schreiben. Er konnte ihn bei seiner täglichen Arbeit als Arzt erleben, begleitete ihn auf Reisen und führte zahlreiche intensive Gespräche mit ihm. Auf dieser Grundlage entstand eine sehr persönliche Nahaufnahme. Weschler erzählt ausführlich von der Entstehung der ersten Sacks-Bücher, die zu Bestsellern wurden, und verfolgt den Weg des Autors Oliver Sacks bis zu dessen Tod im Jahre 2015. Das einzigartige Porträt eines empathischen Menschenfreundes und Seelenforschers, der unser Bild von Krankheit und Gesundheit nachhaltig verändert hat.

26.07.2021: Die Nachricht [Werbung] von Doris Knecht: Eine Frau – eine Nachricht – eine Verunsicherung. In ihrem neuen Roman schreibt Doris Knecht über familiäre Geheimnisse und die fatalen Folgen von Frauenverachtung und digitaler Gewalt. „Die Nachricht“ handelt von Frauen, deren Souveränität stets aufs Neue infrage gestellt wird – und von den Lügen, die wir gerade den Menschen erzählen, die uns am nächsten stehen. Vier Jahre nach dem Tod ihres Mannes lebt Ruth allein in dem Haus auf dem Land, wo die Familie einst glücklich war. Die Kinder haben längst ihr eigenes Leben, während Ruth das Alleinsein zu schätzen lernt. Bis sie eines Tages eine anonyme Messenger-Nachricht bekommt, von einer Person, die mehr über ihre Vergangenheit zu wissen scheint als Ruth selbst.
Doris Knecht schreibt über eine Frau, die plötzlich zur Verfolgten wird, und erweist sich einmal mehr als virtuose Skeptikerin zwischenmenschlicher Beziehungen.

26.07.2021: Der lange Atem der Bäume [Werbung] von Peter Wohlleben: Mit Der lange Atem der Bäume knüpft Peter Wohlleben direkt an seinen Millionenseller Das geheime Leben der Bäume an – ebenso zum Staunen, ebenso faszinierend, aber dabei gleichzeitig scharf und kritisch: Auf der einen Seite schildert er neue verblüffende Erkenntnisse über das Leben der Bäume und ihre Fähigkeiten, zu lernen und mit dem Klimawandel umzugehen. Zugleich geht er hart ins Gericht mit den von Ahnungslosigkeit geprägten Akteuren in Wirtschaft und Politik, die Bäume ausschließlich zur Holzgewinnung und zur Imagepflege pflanzen und die Natur damit in Wahrheit rücksichtslos ausbeuten. Doch intensiv bewirtschaftete Fichtenplantagen werden die Überhitzung des Planeten nicht verhindern. Eine Liebeserklärung an die Bäume – und ein flammender Appell, die unendliche Vielfalt der Natur, deren sensibles Zusammenwirken wir immer noch nicht ganz verstehen, zu schützen und zu bewahren. In unserem ureigensten Interesse.

28.07.2021: Dein ist die Lüge [Werbung] (Kate Burkholder, Band 12) von Linda Castillo: Der Anruf von Adam Lengacher, einem verwitweten amischen Familienvater, erreicht Kate Burkholder mitten in einem Schneesturm. Er habe eine halb erfrorene Frau auf seinem Grundstück gefunden, sie sei eine „Englische“ und Kate solle sofort kommen. Kate erkennt die Frau sofort: Es ist Gina Colorosa, ihre Team-Partnerin von damals auf der Polizeiakademie in Columbus. Doch jetzt ist Gina auf der Flucht. Und das vor ihren eigenen Kollegen. Sie soll einen Kollegen ermordet haben. Doch Gina behauptet, diese Tat nicht begangen zu haben. Man wolle sie aus dem Weg räumen, weil sie kurz davor war, Unregelmäßigkeiten in ihrer Dienststelle aufzudecken. Je näher Kate der Wahrheit kommt, desto näher kommt den beiden Frauen auch der auf sie angesetzte Mörder.

28.07.2021: Wir für uns [Werbung] von Barbara Kunrath: Josie ist schwanger. Von Bengt, der schon eine Familie hat und kein Kind mehr möchte. Aber was möchte Josie? Sie ist Anfang Vierzig, und ihre Wünsche hat sie immer auf »später« aufgeschoben. Kathi ist plötzlich allein. Ihr Mann Werner ist gestorben, nach fünfzig Jahren gemeinsamen Lebens. Ihr einziger Sohn ist ihr fremd geworden. Auch Kathi hat so vieles auf »später« verschoben. Als Josie durch einen Zufall in Kathis Küche landet, sind beide verwundert. Sie fühlen sich in Gegenwart der anderen so unbelastet. Ernst genommen. Die beiden Frauen spüren, dass das Leben ihnen genau jetzt ganz unerwartet die Tür öffnet. Manchmal schickt uns das Schicksal einen Menschen, den wir gar nicht gesucht haben. Und plötzlich steht unser Leben wieder auf »Los«.

Was ich euch nicht erzählte – Celeste Ng

„Lydia ist tot. Aber das wissen sie noch nicht. Am 3. Mai 1977 um halb sieben Uhr morgens weiß niemand etwas außer der harmlosen Tatsache: Lydia kommt zu spät zum Frühstück.“

(S. 4)

So beginnt der Roman und nimmt einen mit in einen Familienalltag in einer Kleinstadt in Ohio, wo doch eigentlich alles in Ordnung zu sein scheint. Doch mit jeder gelesenen Seite bekommt das Bild dieser vermeintlich glücklichen Familie immer mehr Risse. Es hat beinahe etwas Brutales als Leser über den Wissensvorsprung gegenüber der Familie zu verfügen. Gleichzeitig macht es jedoch auch neugierig und man möchte wissen wie es dazu kam, dass dieses sechzehnjährige Mädchen vermisst wird. Der Junge, der es wohl zuletzt sah, schweigt. Das Mädchen heißt Lydia Lee, entstammt einer amerikanisch-chinesischen Familie: drei Kinder; der Vater Einwanderer der zweiten Generation, Wissenschaftler, Universitätsdozent; die Mutter, Amerikanerin, einst angehende Medizinerin. hat sich für die Familie und gegen den Beruf entschieden. Lydia ist das Lieblingskind ihrer Eltern, ernsthaft, freundlich, verantwortungsbewusst, eine gute Schülerin. Als sie eines Morgens nicht am Frühstückstisch erscheint, weist zunächst nichts hin auf schwelende Konflikte oder gar auf eine Tragödie.

Celeste Ng interessiert jedoch gerade dieses Nichts: das Ungesagte in einer augenscheinlich intakten Familie, das Verborgene, das einen unhörbaren Grundton erzeugt. Die Autorin legt innere Wirklichkeiten frei und entfaltet eine Geschichte, in der es weniger darum geht, was geschehen ist – warum es geschehen ist, das ist die Frage. Dabei springt sie in der Zeit und beleuchtet jedes Familienmitglied einzeln. Es geht um den Vater und seine chinesischen Wurzeln, die ihm in der amerikanischen Gesellschaft eine Außenseiterposition verschaffen, es geht um die Mutter, die unter mangelnder Selbstverwirklichung leidet und um die gemeinsame Familiengeschichte mit allen unausgesprochenen Problematiken und Hoffnungen, die unterschwellig vor sich hingären und in komplizierten Beziehungen zwischen Eltern und Geschwisterkindern auf ungesunde Weise immer mehr hochkochen.

Ein fesselndes, eindringliches und doch ganz unaufgeregt erzähltes Familiendrama, das zeigt, wie Mütter und Töchter, Väter und Söhne, Frauen und Männer immer wieder darum ringen, einander zu verstehen. Und wie häufig sie daran scheitern. Die Autorin schafft es dabei die Charaktere und die Beziehungsstrukturen so fein zu zeichnen, dass sie berührend ineinander greifen ohne in plumpe Klischees abzudriften. So sind die Träume, enttäuschten Erwartungen und verpassten Chancen nachvollziehbar und verweben sich zu dieser emotional bewegenden Geschichte, in der man zwar versucht ist Schuldige zu suchen, letztlich aber doch nur Opfer findet. Mitreißend, bewegend – und empfehlenswert!

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Celeste Ng
Was ich euch nicht erzählte
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit
Original: Everything I Never Told You
Taschenbuch, 288 Seiten
ISBN: 978-3-423-14599-2
Preis: 10,90 € [D]
Verlag: dtv
Erschienen: 13.10.2017

umgeSCHAUt im Juni 2021

📚 Der Weg der Freundschaft von Eisenach nach Budapest klingt großartig. Sicherlich ein Erlebnis diesen Weg zu wandern und „Klub Drushba“ möchte ich auch gern lesen.

Und das sind die Links zu den Sendungen, die noch eine ganze Zeit lang in den Mediatheken verfügbar sind:

10.06.2021: Fröhlich lesen: Susanne Fröhlich hat wieder zwei frisch erschienene Bücher unter die Lupe genommen: „Ella & Co. KG“ von Gerhard Delling und „Klub Drushba“ von Rebecca Maria Salentin. Die Autoren sind selbst zu Gast in der Sendung.

10.06.2021: lesenswert: Navid Kermani und Denis Scheck über Simone Weils philosophische und mystische Betrachtungen. Hausbesuch: Corona-Alltag im Comic-Tagebuch „Vervirte Zeiten“ des Illustrators Ralf König – und ein gnadenloser Verriss.

20.06.2021: Buchzeit: Sommerzeit ist Lesezeit, und Lesen gehört zu den völlig unbedenklichen Vergnügen im Corona-Sommer 2021. Das Team der Buchzeit empfiehlt Lektüre für den Reisekoffer oder den heimischen Büchertisch.

24.06.2021: lesenswert: Sehr persönlich wurde das Gespräch mit Wolfgang Schäuble über dessen aktuelles Buch „Grenzerfahrungen – Wie wir an Krisen wachsen“. Beim gemeinsamen Ausritt mit Juli Zeh liegt das Buch von Bernd Stegemann in der Satteltasche: In „Die Öffentlichkeit und ihre Feinde“ zeigt der Autor Ursachen der derzeitigen zerstrittenen Öffentlichkeit auf und fordert eine neue Debattenkultur.

29.06.2021: Literaturclub: Nicola Steiner, Raoul Schrott, Thomas Strässle und – als Gast – die LGBTQ-Aktivistin Anna Rosenwasser diskutieren über «Fern von hier» von Adelheid Duvanel, «Drei Kameradinnen» von Shida Bazyar, «Schicksal» von Zeruya Shalev sowie «Derborence» von Charles Ferdinand Ramuz.

30.06.2021: lesenswert: Reitgespräch über „Der Deutsche“ von Jens Jessen: Faustischer Mensch, unverbesserlicher Romantiker, humorloser Grobian, ewiger Nazi: So wird er von anderen Nationen wahrgenommen, „Der Deutsche“. Aber warum? Jens Jessen widmet sich in seinem Essay den Befindlichkeiten und Befangenheit der Deutschen – Die Schriftstellerin Juli Zeh und Denis Scheck sind mit den Pferden unterwegs in Brandenburg. Die Thesen finden beide bereichernd und weiterführend – nur was die Humorlosigkeit der Deutschen angeht, stimmen sie mit Jens Jessen nicht überein.

Schmetterling und Taucherglocke – Jean-Dominique Bauby

Manche Buchtipps begleiten mich über Jahre hinweg, als müssten sie mit der Zeit reifen, bis der Wunsch diese Bücher dann auch zu lesen immer größer und fast schon übermächtig wird. So ähnlich ging es mir auch mit diesem autobiografischen Roman, der erst kürzlich als ‚Gebrauchtbuch‘ in meinem Warenkorb landete, nachdem ich schon so viel Gutes darüber gehört hatte. Erschienen ist es bereits 1997 und die Entstehungsgeschichte ist auch für heutige Verhältnisse noch ungewöhnlich.

Denn der Autor, Jean-Dominique Bauby, war Chefredakteur der französischen Zeitschrift „Elle“ und ist 43 Jahre alt, als er 1995 einen Gehirnschlag erleidet. Fortan ist sein gesamter Körper gelähmt, er kann nicht mehr schlucken und er kann nicht mehr sprechen. Seine einzige Möglichkeit zur Kommunikation ist das linke Auge, das er noch kontrollieren kann. Mittels Lidschlag beginnt Bauby seine Memoiren zu diktieren und davon zu berichten, wie es sich anfühlt unter dem sogenannten Locked-In-Syndrom zu leiden und mit seinem hellwachen Geist in einem bewegungslosen Körper gefangen zu sein.

Die Beschreibungen sind bildhaft und nachvollziehbar. Man erlebt die Grenzen und Einschränkungen der neuen Form der Kommunikation, die aber auch Baubys Tor zur Welt ist und seine einzige Möglichkeit sich mitzuteilen. Die Taucherglocke mitsamt der Abhängigkeit und des Ausgeliefert Seins, das sein Zustand mit sich bringt wird in seinen Facetten schmerzlich begreifbar. Fast nimmt es einem beim Lesen vor Bedrückung den Atem, wenn die Schilderungen nicht so verfasst wären, dass der Humor Baubys durchscheint und er trotz allem hoffnungsvoll bleibt. So leidet man zwar mit ihm, aber er ist nicht mitleiderregend, sondern nimmt einen mit auf die Reisen seines Geistes, der wie ein Schmetterling von hier nach dort flattert und dabei gelegentlich auch philosophische Bahnen findet. Die Krankheit hat Bauby zu einem Schriftsteller gemacht, der nicht nur mit bewundernswertem Humor seine eigene Situation analysiert, sondern die Fantasie und das Schreiben auch als das beste Gegenmittel begreift.

Mich hat das Buch so sehr berührt, dass ich mir im Anschluss den gleichnamigen Film aus dem Jahr 2007 ansah. Eine geniale Visualisierung des Buches, die mir fast noch besser gefällt, als das Buch selbst.

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Jean-Dominique Bauby
Schmetterling und Taucherglocke
Taschenbuch, 144 Seiten
ISBN: 978-3423125659
Preis: 8,90 € [D]
Verlag: dtv
Erschienen: 01.10.1998

erLESENer Juni 2021

Im Lesemonat Juni durchlebte ich unterschiedliche Formen des Liebens und Nichtliebens, pendelte zwischen Deutschland und Rumänien, konnte unter Wasser atmen, ließ mich beim Suizid begleiten und war fasziniert von Helen und Mabel.

Bücherwelten – Gefühle zwischen Buchdeckeln…

Klopf an dein Herz von Amélie Nothomb: Ein Roman über ein Zuviel und Zuwenig von Liebe. Amélie Nothomb in Bestform.

Die Unschärfe der Welt von Iris Wolff: Eine in Kurzgeschichten erzählte Familiengeschichte, die ihre Wurzeln in Rumänien hat. Lieber selber lesen, anstatt zum Hörbuch zu greifen!

Aus schwarzem Wasser von Anne Freytag: Ein Genre-Mix aus Polit-Thriller mit Fantasy/Science-Fiction-Elementen, der mich leider nicht überzeugen konnte.

Unzertrennlich . Über den Tod und das Leben von Irvin D. und Marilyn Yalom: Als fest stand, dass Marilyns Krankheit zum Tode führen würde, begannen die Eheleute ein Buch zu schreiben – das am Ende Irvin D. Yalom alleine fertigstellen musste. Von tiefer Ehrlichkeit und steter Reflektion gekennzeichnet. Berührend!

H wie Habicht von Helen Macdonald: Ein Buch, in dem die Autorin über ihre Trauerbewältigung durch die Zähmung eines Habichts beschreibt. Unglaublich beeindruckend! Ein Highlight!

Klopf an dein Herz – Amélie Nothomb

Für ein kurzes Buch von Amélie Nothomb ist ja immer Zeit. Umso mehr freute ich mich auf ihren gerade erst als Taschenbuch erschienenen Roman „Klopf an dein Herz“. Die knapp 150 Seiten sind schnell gelesen, aber lesetechnisch deshalb noch lange kein Fast Food.

Der Klappentext verrät: Diane hat es als Kind nicht leicht, denn ihre Mutter lehnt sie ab. Die Schwester hingegen ist Mutters Liebling. Trotzdem entwickelt sich Diane zu einer starken Persönlichkeit. Sie wird Kardiologin und kümmert sich um kranke Herzen, ganz im Sinne des Dichters Alfred de Musset, der sagte: ‚Klopf an dein Herz, denn da sitzt dein Genie.‘ Doch damit entfesselt sie zerstörerische Kräfte.

Im Mittelpunkt stehen einerseits Eifersucht, Neid und Verachtung, aber es ist auch ein Roman über die Liebe in ihren unterschiedlichen Ausprägungen: Die übersteigerte Selbstliebe bis hin zum Narzissmus, das Krankmachende der fehlenden, aber auch der überdosierten Mutterliebe, das herzerwärmende der Freundschaft bis hin zur Liebe an den Menschen allgemein. Was hier vielleicht ein wenig schmalzig klingen mag, versteht die Autorin auf ihre unvergleichlich lakonische, manchmal auch bösartige Art, unterhaltsam in Szene zu setzen.

Der Erzählton ist gelegentlich ein wenig märchenhaft und doch hat man beim Lesen den Eindruck, dass diese schöne, aber zuweilen auch recht traurige Geschichte durchaus der Realität entspringen könnte. Die Charaktere sind überwiegend sympathisch und selbst für die ungeliebten Personen entwickelt sich meist ein gewisses Verständnis, das dafür sorgt, dass man ihr Handeln zwar nicht gut heißt, es jedoch im Großen und Ganzen nachvollziehen kann.

Insgesamt ist Amélie Nothomb mit „Klopf an dein Herz“ trotz schwierigem Thema ein weiterer amüsanter Roman gelungen, der mit in die dunklen Bereiche der Psyche nimmt und den ich Fans der Autorin durchaus empfehlen kann.

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Amélie Nothomb
Klopf an dein Herz
Aus dem Französischen von Brigitte Große
Original: Frappe-toi le coeur, 2017 by Èditions Albin Michel, Paris
Taschenbuch, 160 Seiten
ISBN: 978-3257245868
Preis: 11,00 € [D]
Verlag: Diogenes
Erschienen: 23.06.2021

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag für Rezensionszwecke zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanke.

Die Unschärfe der Welt – Iris Wolff

Es war schon allein der schöne Titel, der mich auf dieses Buch aufmerksam machte und wohl auch nicht mehr los ließ. Als dann kürzlich bei Audible bei der Hörbuch-Aktion ‚2 Hörbücher zum Preis für ein Guthaben‘ dieses Buch wieder auftauchte, entschied ich mich dafür, dass es mich im Rahmen meiner BUCHweltreise nach Rumänien führen sollte. Im nachhinein wünschte ich mir jedoch, ich hätte es lieber selbst gelesen. Denn ich gehe davon aus, dass es mir als Buch wirklich gut gefallen hätte.

Der Klappentext verrät: Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In Die Unschärfe der Welt verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandten, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus – und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen.

Gelesen wird dieses Hörbuch von Eva Gosciejewicz, die eine angenehme Stimme hat, diese jedoch bei den männlichen Protagonisten unschön verändert, unnötigerweise selbst bei indirekter Rede. Das fiel für mich irgendwann so unangenehm ins Gewicht, dass es mir die Freude an dem Hörbuch nahm. Auch hätte ich mir Sprechpausen bei den Übergängen zu neuen Kapiteln gewünscht. Denn es war für mich anfangs etwas verwirrend, dass Iris Wolff diese Familiengeschichte in in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten erzählt, die nicht unbedingt in einer logischen zeitlichen Reihenfolge angeordnet sind.

In jeder Kurzgeschichte steht eines der Familienmitglieder im Fokus, die jede auf ihre Weise versuchen der Geschichte zu entkommen. Wir befinden uns dabei im sozialistischen Rumänien, erleben politische Umbrüche, erleben eine Flucht und landen irgendwann auch in Deutschland. Iris Wolff erzählt die berührende Geschichte der Menschen aus dem Banat in klarer, aber dennoch zarter Sprache. Gelegentlich ist die Wortwahl auch poetisch und lädt zum Innehalten und Verweilen ein. Für mich ist „Die Unschärfe der Welt“ daher unbedingt ein Buch zum selber lesen.

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Iris Wolff
Die Unschärfe der Welt
Ungekürztes Hörbuch
Sprecherin: Eva Gosciejewicz
Spieldauer: 6 Std. und 16 Min.
Erscheinungsdatum: 24.08.2020
Anbieter: Audible Studios

Aus schwarzem Wasser – Anne Freytag

Als ich dieses Buch zur Hand nahm, wusste ich nicht viel mehr, als dass es sich dabei um den ersten Thriller der beliebten Jugendbuchautorin Anne Freytag handelt. Da ich von der Autorin immer mal etwas lesen wollte und gerade Lust auf spannende Literatur hatte, ließ ich mich auf das Buch ein. Leider konnte es mich nicht überzeugen.

Nach einem schweren Autounfall erwacht Maja Kohlbeck unverletzt in einem Leichensack. Getrieben von der Warnung ihrer Mutter, niemandem zu vertrauen, flieht sie aus der Pathologie des Krankenhauses zu einem Freund. Während die Öffentlichkeit über den Unfall und den Verbleib von Majas Leiche spekuliert, sucht Maja selbst nach Antworten. Doch bevor Maja herausfinden kann, was mit ihrer Mutter passiert ist, ereignet sich plötzlich eine verheerende Naturkatastophe nach der anderen. Und Maja gerät mitten hinein in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Machtkämpfen, dessen Folgen fatale Ausmaße annehmen.

„Da fragen wir uns seit Menschengedenken, ob wir allein sind im Universum, und dann sind wir es vielleicht noch nicht mal auf der Erde.“

(S. 486)

Vielleicht hätte ich gar nicht erst zu dem Buch gegriffen, wenn ich gewusst hätte, dass es sich dabei um einen Polit-Thriller mit Fantasy/Science-Fiction-Elementen handelt. Das hatte ich nicht erwartet und hatte Probleme mit der Geschichte zurecht zu kommen, in der es ein menschenähnliches Volk im Wasser gibt, die sogenannten Marins, gegen die die Menschen im verborgenen einen Krieg führen. Dieses Völkchen bleibt eher undefiniert und ihre Welt im Dunkeln, was dazu führt, das beim Lesen der Eindruck entsteht, dass hier ein wichtiger Teil der Geschichte fehlt.

Und doch ist die Story so gestrickt, dass ich immer weiter gelesen habe, ohne dass mich das Ganze so richtig gepackt hätte. Es gibt viele Zeitsprünge und Perspektivwechsel, die unterschiedliche Sichtweisen auf die Handlung ermöglichen, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass man den Charakteren, die flach bleiben und durchweg unsympathisch sind, nicht nah kommen kann. Man kann in diesem Thriller nicht abtauchen und mitfiebern, obwohl die kurzen Sätze und kurzen Kapitel einen regelrecht durchs Buch treiben.

Manches war mir auch einfach zu viel, wie beispielsweise die zahlreichen Sexszenen und die stellenweise inflationär aneinandergereihten Vergleiche. Auch die vielen schwarzen Seiten, die wohl zur Unterteilung des Buches dienen sollen, blähen das Buch nur unnötig auf. Insgesamt ist es doch eher schade um die Lesezeit.

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Anne Freytag
Aus schwarzem Wasser
Klappenbroschur, 608 Seiten
ISBN: 978-3423230193
Preis: 16,90 € [D]
Verlag: dtv bold
Erschienen: 21.08.2020

Frisch auf dem Buchmarkt: Juni 2021

Es scheint auch in den Bücherregalen der Buchhandlungen so etwas wie eine Sommerpause zu herrschen, zumindest was die Zahl der Neuerscheinungen betrifft. Gefunden habe ich ein Buch über eine Mama-Bloggerin, die zur Zielscheibe wird; eine einsame Frau, die plötzlich spurlos verschwindet; das Leben mit Tourette; Loriot im Wahlkampf und fünf Freundinnen, die seit ihrer Jugend eng verbunden sind.

Aber schaut selbst, vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei:

01.06.2021: Like Hate [Werbung] von Ellery Lloyd: Millionen folgen ihr – und eine will sie töten. Im Psychothriller des britischen Autorenpaars Ellery Lloyd wird eine Mama-Bloggerin zur Zielscheibe der Rache … Für eine Million Follower ist »Insta-Mum« Emmy Jackson eine Art beste Freundin und Leidensgenossin: Auf Instagram teilt die Mutter von zwei kleinen Kindern »total ehrlich« ihren chaotischen Familienalltag mit Pleiten, Pech und Pannen. Lediglich Ehemann Dan weiß, dass die perfekt organisierte Emmy vor jedem Fotoshooting penibel die Wohnung, die Kinder und sich selbst in Unordnung bringt, um ihre Sympathiewerte zu steigern und mit mehr Likes auch höhere Werbeeinnahmen zu erzielen – das denkt jedenfalls Emmy. Denn es gibt jemanden, der sie nicht nur durchschaut hat, sondern sie auch für einen furchtbaren Verlust verantwortlich macht. Jemanden, der Rache will und Emmy nicht nur auf Instagram folgt … Wenn falscher Ruhm zur echten Bedrohung wird: Der Psychothriller »Dein Tod gefällt uns« ist eine bissige, topaktuelle Mischung aus Medien-Satire und raffinierter Psycho-Spannung.

14.06.2021: Wo niemand uns sehen kann [Werbung] von Bryn Chancellor: Jess Winters zieht mit ihrer Mutter Maud in das verschlafene Nest Sycamore, irgendwo in der Wüste Arizonas. All ihre Einsamkeit verbirgt Jess in ihrem Tagebuch. Bis sie eines regnerischen Abends spurlos verschwindet. Achtzehn Jahre später werden vor der Stadt menschliche Überreste gefunden, und bei Maud wie auch den anderen Bewohnern von Sycamore kehren die bohrenden Fragen wieder: Was ist an jenem Abend, als Jess für immer verschwand, wirklich geschehen? Ein berührender Roman über Schuld, das Vergessen und die Geheimnisse einer Kleinstadt.

21.06.2021: Gewitter im Kopf – Leben mit Tourette [Werbung] von Jan Zimmermann und Tim Lehmann: Jan und Tim sind beste Freunde und selbst Gisela, die oft ziemlich unverschämt dazwischen grätscht, kann die beiden nicht trennen. Gisela, das Tourette-Ich von Jan, hat im letzten Jahr für ziemlich viele verrückte Momente im Leben von „Gewitter im Kopf” gesorgt und damit nicht nur Unheil gebracht. Wie Jan und Tim sich kennenlernten, wie und warum ihr YouTube-Kanal entstanden ist, wie ihr Alltag mit der Erkrankung Tourette aussieht und welche Schattenseiten der Erfolg mit sich bringt, verraten sie dir in ihrem Buch „Gewitter im Kopf – Leben mit Tourette”.

23.06.2021: Im Wahlkampf mit Loriot [Werbung]: Politik mag die Kunst des Möglichen sein, doch im Wahlkampf muss man manchmal das Unmögliche versuchen – auch wenn ehelicher Zwist über die richtige Partei nicht immer zu vermeiden ist. In über achtzig Zeichnungen und sieben Sketchen zeigt Loriot, wie man die Herzen – und Stimmen – der Wählerinnen und Wähler gewinnt, von vollem Körpereinsatz für die Demokratie bis hin zum richtigen Foto fürs Wahlplakat: »Herr Fröbel, bitte machen Sie ein zielbewusstes Gesicht, und denken Sie an ›Sicherheit für Deutschland‹!«

30.06.2021: Heldinnen werden wir dennoch sein [Werbung] von Christiane Wünsche: Christiane Wünsche, Autorin des Bestsellers »Aber Töchter sind wir für immer«, erzählt in ihrem neuen Roman, was Freundschaft für uns bedeutet und davon, wie einmal getroffenen Entscheidungen unser ganzes Leben beeinflussen. »Mein Zuhause – das seid ihr.« Susanne, Helma, Ellie, Ute, Marie: fünf Freundinnen, die seit ihrer Jugend eng verbunden sind – und ein Freund von damals, dessen plötzlicher Tod sie dazu bringt, nachzudenken: Über ihr Leben, ihre Entscheidungen, über Loyalität und ihre Erinnerungen, die ihre ganz eigenen Geschichten schreiben. Lange haben die Frauen nicht an Frankie gedacht und an den einen Abend, an dem er damals plötzlich verschwand. Doch jetzt ist es an der Zeit sich der Vergangenheit zu stellen. »Die Träume unserer Jugend geistern auch dann noch durch unsere Köpfe, wenn wir längst erwachsen sind – genauso wie die Entscheidungen, die wir einst getroffen und die Wege, die wir damals eingeschlagen haben, uns ein Leben lang begleiten …«